Influencer – Mehr als nur Posten, Reisen, Werbesäule sein?

Das Smartphone immer dabei haben, das ein oder andere Selfie machen, jede Woche eine neue Stadt oder ein neues Land bereisen, hier und da ein wenig Werbung einblenden und leicht Geld verdienen.- doch ist es wirklich so einfach, wie es scheint ?

Eva Burkowsky ist tätig als Influencerin. Ich habe sie getroffen, um mit den Vorurteilen zum Thema Arbeiten als Influencer aufzuräumen.

Eva Burkowsky ist hauptberuflich Influencerin und dies sogar offiziell gewerblich angemeldet seit 2017. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Influencer“ ? Sie selbst bezeichnet sich als Content-Creator, Fotografin, Model. Es ist eben nicht nur schnell mal ein Foto posten. Ihre Arbeitsfelder sind komplex und vielschichtig. Angefangen bei der Ideenentwicklung, dem Erstellen von Konzepten, den richtigen Kameraeinstellungen bis hin zum fertigen Posting können schnell mal bis zu fünf Stunden Arbeitszeit vergehen.

https://www.instagram.com/evaburkowsky/?hl=de
INSTAGRAM : evaburkowsky

Das Beantworten von Nutzer-Kommentaren oder sogenannten Direct-Messages nimmt ebenfalls bis zu drei Stunden in Anspruch. Der Ein oder Andere mag dies vielleicht nicht unbedingt Arbeit nennen, aber fest steht, ohne eine gewisse Sympathie und Nähe zu seinen „Followern“ aufzubauen, bleibt die Reichweite aus und somit auch die Chance, Teil von Kooperationen mit Unternehmen zu werden, oder im durch den Algorithmus verursachten Ozean des Instagram-Feeds unterzugehen.

Mit steigender Reichweite werden auch Unternehmen auf sie aufmerksam und es kommt zu Werbekooperationen. Auch dies ist nicht nur mit “ schnell mal Werbung machen und ein paar tolle Dinge zeigen “ erledigt. Nach Vertragsabschluss erfolgt ebenfalls die Erstellung eines Konzepts, Besprechung der Ergebnisse, der Aufbau des Settings, die Bildbearbeitung, und noch vieles mehr, wie sie mitteilte.

Nach eigener Aussage ist auch sie davon überzeugt, dass sich dieses Berufsbild bereits fest etabliert hat, da auch Unternehmen große Aspekte auf Influencer Marketing setzen.

 “Influencer marketing is one of the most popular marketing strategies for many brands and marketers. It is a successful way to reach out to and get involved with online audiences. The quality and authenticity of the content are the basis of a successful influencer marketing campaign. Influencer marketing is a very powerful marketing tool with a better return on investment (ROI)”

Shane Barker

Werbung auf Instagram ist ein großer Teil, aber auch nicht alles. Die Influencer verfolgen nicht nur das Ziel aus den Followern Konsumenten zu machen, sondern ihren Lebensstil, ihre Träume und eigenen Ziele zu verbreiten, anderen damit Mut zu machen und sie zu motivieren. Es ist aber auch klar dass nicht jeder Sympathisant dieser Perspektive ist, es lohnt sich auch ein kritischer Blick auf das Thema Influencer

Es ist also nicht nur das Werbung machen, die tollen Fotos, die wohl rückblickend nicht mehr als 1000 Worte sagen, sondern die Akteure, die dahinter stehen.

Quellen:

INSTAGRAM (2018) : Eva Burkowsky. -URL: https://www.instagram.com/evaburkowsky/?hl=de [08.02.2019]

GRIN (2018) : 20 Influencer Marketing Quotes of 2018.- URL: https://www.grin.co/blog/20-influencer-marketing-quotes-of-2018 [08-02-2019]

INFLUMA (2015) : Was ist Influencer Marketing? -URL: http://www.influma.com/blog/was-ist-influencer-marketing/ [08.02.2019]

DIE ZEIT (2018): Influencer – Die Einfluss-Reichen. URL: https://www.zeit.de/2018/13/influencer-internet-social-media-instagram-werbung/ [08.02.2018]

Von hämischen Kommentaren und eingeworfenen Fensterscheiben – der Fall Drachenlord

Seit mehreren Jahren ist Rainer W. unter dem Alias „Drachenlord“ auf YouTube aktiv. Seine Videos befassen sich mit Metal-Musik, Videospielen und Filmen – begegnet wurde ihm mit Kritik, Hohn und Vandalismus.

Das offizielle Vorstellungs-Video des Drachenlords.

Angefangen hat er mit amateurhaften Tanzvideos und obskuren Schwertkampf-Choreographien. Aufgrund der unfreiwillig-komischen Natur seiner Videos und dem fragwürdigen Lebensstil des Drachenlords entwickelte sich mit der Zeit ein Personenkult, welcher sich auf seine Kosten amüsiert. Diese dem Drachenlord gegenüber negativ eingestellte Community bezeichnet das Geschehen um den YouTuber als Drachengame. Ziel ist es, zu trollen, also durch provokante Handlungen eine (negative) Reaktion seines Gegenübers zu erzwingen – teils mit extremen Mitteln.

Dies geschieht im Netz über Kommentare, Fotomontagen oder Videos, die den Drachenlord aufs Korn nehmen. Auf der einen Seite gibt es Inhalte, die das Thema niveauvoll behandeln und somit die teils absurden Aussagen und Entscheidungen von Rainer W. aufzeigen. Auf der anderen Seite gibt es z.B. hämische YouTube-Kommentare, die dazu aufrufen, den verstorbenen Vater des Drachenlords auszugraben.

Katalysator für die Ereignisse um den Drachenlord war ein Video, welches er 2014 hochgeladen hat. Als Reaktion darauf, dass seine Schwester anonym per Anruf bedroht wurde, forderte er die Täter zur persönlichen Konfrontation heraus. Dabei nannte er in Rage seine komplette Adresse – ein folgenschwerer Fehler.

Seitdem bekommt er täglich ungefragten Besuch. Auch von der Feuerwehr. Somit wurde er 2015 das erste deutsche Opfer von Swatting – einem bösartigen Scherz der ursprünglich aus den USA stammt, bei welchem durch falsche Notrufe für Polizeizugriffe bei Live-Streamern gesorgt wird.

Noch extremer sind die Vorfälle des letzten halben Jahres. So wurden Rainer W. mehrmals Fensterscheiben eingeschmissen – teils auch zu hören in seinen eigenen Videos.

Den Höhepunkt bildet aber das Schanzenfest, eine unangemeldete Demonstration die im August 2018 stattfand. Vorallem über YouTube mobilisierte sich die Community mit der Absicht, die Drachenschanze zu stürmen und dem Drachen das Fürchten zu lehren. Drachenschanze steht hier für das Haus des Drachenlords – in Anlehnung an die Wolfsschanze.
Da das lokale Landratsamt schon im Voraus die Veranstaltungsplanung bemerkte, wurde kurzerhand ein Versammlungsverbot ausgesprochen. Dazu sicherte die Polizei den Ortseingang Altschauerberg – dennoch fanden sich mehrere hunderte Personen in der Dorfgemeinde Emskirchen ein. So kam es zu einem kleinflächigen Waldbrand, mehreren Sachbeschädigungen und ungefähr 300 ausgesprochenen Platzverweisen.

Das Video eines Schanzenfest-Teilnehmers zeigt die Ausmaße des Treffens.

Nach all diesen Ereignissen fragt man sich: Wie soll das nur weitergehen? Sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und eventuell sogar umzuziehen sind Maßnahmen die Rainer W. in Erwägung ziehen müsste, um der Situation zu entkommen. Stattdessen zieht er durch seine unreflektierten Aktionen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich. So eröffnete er erst im Dezember 2018 einen Account auf einer Erotik-Website und lädt dort seitdem pornografische Inhalte von sich hoch – nach den Geschehnissen der letzten Jahre bestimmt nicht die beste Idee. Und solange er seinen Hassern weiter in die Karten spielt, wird es auch weiterhin zu unangemeldeten Demonstrationen und Besuchern vor seiner Haustür kommen.

Die Pressefreiheit in der Krise – ein globales Problem?

Große Freude und strahlende Gesichter in Deutschland. Deniz Yücel, der deutsche Journalist, der 2017 wegen „Terrorpropaganda“ in der Türkei verhaftet worden war, wurde aus der Haft entlassen. Doch die Freude ist nicht von langer Dauer. Noch am selben Tag wurden in der Türkei mehrere Journalisten zu lebenslanger Haft verurteilt wegen angeblicher Beteiligung am Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten. Jedoch stehen nicht nur in der Türkei die Arbeitsbedingungen kritischer und unabhängiger Journalisten unter einem schlechten Stern.

Myanmar. Noch im letzten September wurden zwei Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zu je sieben Jahren Haft verurteilt, da sie „Staatsgeheimnisse“ verbreitet haben sollen. Die beiden Journalisten hatten über die organisierte Misshandlung und Vertreibung der Rohingya in Myanmar berichtet. Sie waren bei der Recherche über den Mord an zehn Männern der muslimischen Minderheit mit geheimen staatlichen Dokumenten erwischt worden. Laut den Aussagen der beiden Reporter waren sie vor der Festnahme in einen Hinterhalt gelockt worden, wobei ihnen die Dokumente von der Polizei zugesteckt worden waren. Doch damit sind sie nicht allein. Seit 2017 „wurden in Myanmar mindestens elf Journalisten verhaftet“ (Zeit Online).

Ägypten. Im August letzten Jahres berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ über den ägyptischen Fotojournalisten Mohamed Abu Zeid, der nun seit über fünf Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Er hatte das so genannte „Rabaa-Massaker“, bei welchem staatliche Sicherheitskräfte ein Lager der Regierungskritiker gestürmt und mehrere hundert Demonstranten getötet hatten, durch Fotoaufnahmen dokumentiert. Seit dem Tag des Massakers sitzt der Journalist nun unter katastrophalen Bedingungen in Untersuchungshaft, wobei sein Prozess bis dato „mehr als vierzigmal verschoben“ wurde (Süddeutsche Zeitung). Ihm droht die Todesstrafe.

Die Lage der Pressefreiheit weltweit in 2018

Quelle: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/pics/Weltkarte_2018_Deutsch_Webaufloesung.jpg


All dieses Geschehnisse decken sich mit den Befunden der Organisation „Reporter ohne Grenzen“. 2018 wurden weltweit 64 hauptberufliche Journalisten auf Grund ihrer Arbeit getötet. Dreizehn mehr als noch im Jahr zuvor. Besonders wird jedoch die extreme Verschlechterung der Lage in Europa moniert.

„Vier der fünf Länder, deren Platzierung sich in der neuen Rangliste der Pressefreiheit am stärksten verschlechtert hat, liegen in Europa“

Reporter ohne Grenzen

Nicht nur die Feindseligkeit gegenüber der Presse in Ungarn und Polen sei ein gravierendes Problem, mehrere Spitzenpolitiker verschiedener EU-Staaten wie Malta, Tschechien und der Slowakei griffen regelmäßig die Journalisten ihres Landes verbal aufs Schärfste an. Obwohl Deutschland auf Platz 15 der Weltrangliste steht, kritisiert die Organisation auch hierzulande die zunehmende Gewalt und Diffamierung gegenüber Journalisten.

Zusammenfassend ist die Gefährdung der Pressefreiheit tatsächlich ein globales Problem. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Aufstieg von Rechtspopulisten und die rasante Verbreitung von zahlreichen Falschmeldungen im Netz sind nur Beispiele dafür, warum sich die Lage auch in eigentlich demokratischen Staaten zuspitzt. Die Pressefreiheit sei so „bedroht wie lange nicht“ mehr (Berliner Zeitung), ein Zustand der uns allen zu denken geben sollte.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/journalisten-haft-101.html
https://www.welt.de/politik/ausland/article181399052/Staatsgeheimnisse-verletzt-Reuters-Journalisten-in-Myanmar-zu-sieben-Jahren-Haft-verurteilt.html
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-09/myanmar-haftstrafe-reuters-journalisten-recherchen-rohingya
https://www.sueddeutsche.de/politik/aegyptischer-fotograf-seit-fuenf-jahren-in-untersuchungshaft-1.4090062
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2018/
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/barometer/2018/journalisten-in-haft/
https://www.berliner-zeitung.de/politik/tag-der-pressefreiheit-meinungsfreiheit-ist-so-bedroht-wie-lange-nicht-30109424
https://www.merkur.de/welt/pressefreiheit-ist-weltweit-bedroht-zr-9836032.html

Mit Handy am Steuer, wird es teuer.

Foto von Pexels

Letztens stand ich gedankenversunken an einer Ampel. Ein Hupen ließ mich aufschrecken, denn ein Autofahrer hatte seinen Vordermann mit dem Signal darauf aufmerksam gemacht, dass die Ampel eigentlich grün ist. Eilig fuhr dieser los, nachdem er den Grund seiner Ablenkung verschwinden ließ, sein Handy.

Situationen wie diese sind leider keine Seltenheit. Immer öfter sieht man Autofahrer, die an einer roten Ampel ihr Smartphone auspacken oder auch während eines Staus auf der Autobahn. Dabei können Ablenkungen wie diese, schlimme Folgen haben. Laut einer E-Mail der Zentralen Bußgeldstelle in Rheinland-Pfalz kam es im vergangenen Jahr zu 28 Verkehrsunfällen mit Kraftfahrzeugen und vier Unfälle durch Radfahrer. Nicht mit inbegriffen sind Unfälle bei denen Personen zu Schaden kamen, da Fälle dieser Art an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden. Die Beteiligten zahlen dabei nicht nur mit einem Schock oder Sachschäden bis körperliche Verletzungen, sondern können sich auch darauf einstellen, Bußgeld zahlen zu müssen.

Quelle: Bußgeldkatalog

Schnell ist man 100 Euro los und besitzt einen Punkt mehr oder muss sogar 200 Euro zahlen, hat zwei Punkte und darf einen Monat kein Auto mehr fahren. Statistiken beweisen, dass die Ablenkung durch mobile Geräte nicht zu den häufigsten Unfallsursachen gehört. Doch ist dies meist schwer feststellbar, weil es einfach ist, das Handy in einer Tasche verschwinden zu lassen und somit dieser Tatbestand nicht nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund gibt es auch keine Statistiken für Unfälle dieser Art.

Für besonders viel Aufsehen, sorgte ein Autounfall in den USA. Vor drei Jahren verursachte eine Autofahrerin einen Verkehrsunfall, weil sie einen Snap verschicken wollte.

Ihr Ziel war 180 km/h zu erreichen, um dies mit dem „Speed-Filter“ fest zu halten. Stattdessen rammte sie ein Auto. Der andere Fahrer erlitt traumatische Hirnschäden und verklagte nicht nur die Fahrerin, sondern auch den Social Media Konzern. Die Klage wurde allerdings abgelehnt, weil die Hauptschuld bei dem Nutzer läge.

Wenn man 180 km/h fährt und für zwei Sekunden auf sein Handy schaut, riskiert man einen Blindflug von 100 Metern. Das sollte einem bewusst sein, denn was sind schon zwei Sekunden am Handy, wenn die Auswirkungen im schlimmsten Fall, über Leben und Tod entscheiden.  

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2188/umfrage/verunglueckte-im-strassenverkehr-in-deutschland-nach-unfallart/

https://www.bussgeldkatalog-mpu.de/bussgeld/sicherheit-im-strassenverkehr/10-haeufigsten-unfallursachen.php

Personalisierte Werbung auf Social Media – Spioniert Facebook uns aus?

Wer kennt es nicht: Man stöbert in Onlineshops, sieht ein schönes Paar Schuhe und plötzlich tauchen sie überall auf. Sei es Facebook, Instagram oder Twitter, personalisierte Werbung ist das A und O für jede Online Plattform. Doch wie weit dürfen die Anbieter gehen, um an Informationen für die zielgerichteten Anzeigen zu gelangen?


Datenschutz

Die EU unternimmt Schritte, um eben diese Frage zu regeln. So trat beispielsweise am 25. Mai 2018 die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Diese legt fest, dass personenbezogene Daten nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers verarbeitet werden dürfen. Das macht es für Unternehmen wie Facebook schwieriger, an Daten für personalisierte Angebote zu gelangen. Trotz allem haben Nutzer sozialer Medien immernoch wenig Kontrolle darüber, was mit ihren Daten passiert. Bei den meisten Anbietern sind die Voreinstellungen oft nicht datenschutzfreundlich gestaltet. Verbraucherschützer kritisieren unter anderem die Apps Facebook und Instagram.


Aber wie genau funktioniert Personalisierung eigentlich?

Die wohl beliebteste Methode ist Programmatic Advertising. Hierbei werden freie Anzeigenplätze auf einer Website in Echtzeit versteigert, während diese Seite auf dem Gerät des Nutzers lädt. Informationen wie IP-Adresse, technische Details über das verwendete Gerät und persönliche Daten über den Nutzer werden innerhalb von Sekunden an hunderte von Werbefirmen gesendet. Viele Anbieter nutzen zusätzlich Cookies, die ihnen das Tracking ihrer Kunden durchs Internet ermöglichen. Tracking dient dazu, Interessenprofile eines Nutzers zu erstellen und ihm somit personalisierte Werbung anzeigen zu können. Durch das Abgleichen der Cookie-IDs, sind die Firmen in der Lage, Werbung nicht nur websiteübergreifend, sondern auch geräteübergreifend zu schalten. Als Nutzer ist man sich dessen in den meisten Fällen nicht bewusst und hat im Prinzip keine Kontrolle darüber, was mit den eigenen Daten passiert.


Facebook-Tracker in Android Apps

Facebook geht allerdings noch weiter um an Informationen über seine Nutzer zu gelangen. Forscher der University of Oxford haben herausgefunden, dass fast die Hälfte der Apps im Google Play Store einen Facebook-Tracker enthalten. Eine Großzahl davon sendet schon beim ersten Öffnen der App Informationen an Facebook, ohne dass der Nutzer die Möglichkeit hat, dem zuzustimmen oder es abzulehnen. Die wichtigste Information ist die Google-ID, durch die Verbindungen zwischen unterschiedlichen Apps hergestellt werden können, so auch mit der Facebook-App. Wenn sich der Nutzer auf dem verwendeten Gerät schon einmal beim sozialen Netzwerk angemeldet hat, können die Daten direkt mit dem Profil verknüpft werden. Allerdings muss nicht zwangsläufig ein Facebook-Konto vorliegen, damit die Daten an den Konzern gesendet werden. Das heißt, dass auch diejenigen, die kein Facebook nutzen, vor der Datenübertragung nicht sicher sind. All das ist für Nutzer meist nicht transparent, zumal viele der betroffenen Apps den Facebook-Tracker in ihrer Datenschutzerklärung nicht erwähnen. Laut Facebook selbst stehe es jedem Nutzer frei, sich für oder gegen personalisierte Werbung zu entscheiden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass im Falle der Entscheidung dagegen die Datenübermittlung komplett eingestellt wird, sondern dass die Daten lediglich nicht zu Werbezwecken genutzt werden (Mobilsicher).


Hört Facebook uns ab?

Seit einiger Zeit ist außerdem ein neues Phänomen aufgetreten: Plötzlich erscheint Werbung für Produkte, über die man lediglich gesprochen, aber niemals online danach gesucht hat. Werden wir durch unsere Smartphones, Tablets und Laptops abgehört?

Tatsächlich hat Facebook, wie 2018 bekannt wurde, ein Patent beantragt, das es ermöglicht das Mikrofon seiner Nutzer einzuschalten und die Umgebung aufzunehmen. Es soll laut Facebook jedoch nicht verwendet werden, sondern nur dazu dienen, Konkurrenz-Unternehmen zuvor zu kommen. Aufgezeichnet werde nur dann, wenn eine Funktion verwendet wird, die den Zugriff auf das Mikrofon erfordert. Dazu zählen Anrufe oder Sprachnachrichten im Messenger oder Videos, die über die Facebook- oder Instagram-App aufgenommen werden. Angeblich werden diese Daten vertraulich behandelt. Dennoch sind viele Nutzer skeptisch. Nicht nur YouTuber haben versucht der Sache mit Selbstexperimenten auf den Grund zu gehen, auch Galileo hat Nachforschungen angestellt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Werbeanzeigen zu Produkten, über die gesprochen wurde, oft nicht auf Facebook selbst, sondern beim Tochterdienst Instagram auftauchen. Es scheint an den Gerüchten, Facebook würde uns abhören, also doch etwas dran zu sein.


Werbung auf WhatsApp

Vor den Werbestrategien von Facebook scheint auch WhatsApp nicht mehr sicher zu sein. Als der Facebook Konzern den Messengerdienst 2015 aufkaufte, wurde einer fünfjährigen Frist zugestimmt, in der auf WhatsApp keine Werbung geschaltet werden durfte. Diese läuft im Februar diesen Jahres aus und Facebook hat bereits angekündigt, dass ein werbefreies WhatsApp, wie wir es kennen, bald nicht mehr geben wird. Wie die Umsetzung aussehen soll, ist allerdings noch nicht bekannt. Eine Möglichkeit wäre, die Anzeigen zwischen den Status-Stories zu platzieren, wie man es bereits von Instagram kennt. Es ist auch fraglich, wie die Personalisierung der Werbebeiträge funktioren soll, da die Nachrichten auf WhatsApp verschlüsselt sind. Facebook kann diese also nicht nach Stich- und Schlagwörtern durchsuchen. Es bleibt abzuwarten, wie personalisierte Werbung im beliebten Messengerdienst realisiert werden wird.


Quellen

Molly Burke – Wie eine blinde YouTuberin das Internet verändert

Auf den ersten Blick wirkt die 24-Jährige Molly Burke aus Los Angeles wie eine ganz normale YouTuberin, die ihren Alltag mit ihren Zuschauern teilt. Sie trinkt gerne Kaffee bei Starbucks, liebt Shoppen und färbt ihre Haare oft in knalligen Farben. Was man ihr erst anhand des Zitterns ihrer Augen oder ihrem Blindenhund namens Gallop anmerkt: Sie ist seit zehn Jahren blind ist.

Im Alter von 14 Jahren hat die, übrigens auch als Motivationssprecherin tätige, Molly ihre Sehkraft in Folge der Krankheit „Retinitis Pigmentosa“ verloren. Heute sieht sie nur noch Licht und Schatten. Ein Grund dafür, weswegen sie Glitzer liebt. Die Lichtreflexionen kann sie nämlich noch immer erkennen.


There is no medical model of disability, there is no hope of fitting in or belonging to a world that buys into or supports that framework. I am not broken. And I don’t need to be fixed. Society does.

Zitat aus der Rede von Molly Burke, hochgeladen am 14.11.17 auf YouTube

Molly Burke mit ihrem Blindenhund Gallop
(Bildquelle: Instagram)

In ihren Videos zeigt sie, wie die Medien stellenweise mit der Barrierefreiheit hinterher hinken oder an welchen Stellen schon einiges erreicht wurde. Zum Beispiel zeigt sie die VoiceOver Funktion ihres Smartphones und ihres Laptops, welche eine Sprachausgabe ermöglicht und alles auf dem Bildschirm laut ausspricht.

Andere Möglichkeiten, wie sie zum Beispiel Social Media nutzen kann, sind Fotobeschreibungen auf Instagram.

Dafür hat Instagram vor kurzem zwei neue Funktionen ins Leben gerufen, die sehbehinderten Menschen die Nutzung der App erleichtern soll. Zum einen gibt es einen automatischen Alternativtext, der mit einer Objekterkennungs-Technologie das Bild beschreibt, zum anderen kann jeder Nutzer selbst zur normalen Bildbeschreibung zusätzlich eine barrierefreie Bildbeschreibung einfügen.

Eine Studie, gefördert von den Medienanstalten und Aktion Mensch, hat sich mit genau diesen Zugangsproblemen, von denen Molly spricht, befasst. Hier wurden unter anderem Defizite wie fehlende Audiodeskriptionen im Fernsehen oder die nicht mögliche Nutzung von Zeitungen oder dem Internet genannt. Man merkt also, dass dieses Problem global ist und nicht nur in Mollys Heimat, den USA, zu einer Exklusion von Menschen mit Behinderung führt.

Kollaboration mit YouTuber Shane Dawson

In Kollaborationen mit anderen YouTubern, wie zum Beispiel Shane Dawson, versucht Burke der Welt zu zeigen, wie es ist, blind zu sein. Hierfür nutzt sie ihre Reichweite von 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten. (Stand: 30.1.19) Unter anderem erklärt Molly auch, welche Klischees es gibt, welche Fragen man Sehbehinderten nicht stellen sollte oder wieso man Blindenhunde nicht streicheln darf, während sie arbeiten.

Im Video mit Shane Dawson erwähnt die gebürtige Kanadierin, dass sie Dawsons Buch nur deswegen kannte, weil er es als Hörbuch eingesprochen hatte und sie liebend gerne das zweite Buch hören würde, es aber leider zu ihrem großen Bedauern nicht vertont wurde. Dawson reagierte darauf emotional. Er war sich nicht bewusst, welchen Einfluss solch kleinen Gesten auf das Leben anderer haben können.

Gerade im Social Media Zeitalter, während des regelrechten Boom der Influencer-Branche, hat Molly Burke eine Nische gefunden, in der sie sowohl unterhaltende, als auch informierende Videos, Fotos oder Texte teilt. Sie selbst fungiert so als Sprachrohr für die Community der Sehbehinderten, die bis dato keine Plattform hatten, um sich zu repräsentieren. Damit öffnet sie auf der ganzen Welt Augen für Probleme, für die die Gesellschaft vorher blind war.

Sind wir süchtig nach Social Media?

Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn rund 3 Billionen Menschen benutzen regelmäßig Social Media Angebote und die Auswahl ist groß, von Instagram, WhatsApp, Snapchat, Twitter bis hin zu Facebook ist für jeden etwas dabei. Doch was wenn das tägliche Abchecken der einzelnen Social Media Apps zur Sucht wird? Natürlich stellt sich auch die Frage ob es überhaupt so etwas wie eine „Social-Media-Sucht“ gibt.

#socialmediasick

Kennen Sie das wenn Sie mit Ihren Gedanken ständig bei Ihrem Smartphone sind? Man möchte immer auf dem neuesten Stand sein und wenn dann mal der Internet-Empfang nicht so mitspielt, wie man es gerne hätte, oder das Handy zu Hause vergessen wurde, zeigen sich typische Entzugserscheinungen: Traurigkeit, Unruhe und Gereiztheit. Eine Studie österreichischer Psychologen ergab, dass mehr als die Hälfte der daran teilnehmenden Probanden es nicht schaffte, eine sieben tägige Social-Media-Abstinenz durchzuhalten, ohne „rückfällig“ zu werden und „nur mal eben kurz“ ins Profil zu schauen.

Doch wie wird man eigentlich süchtig?

Eine allgemeine Antwort auf die Frage: Durch Übung und Wiederholung. Social Media ist bei uns fest in den Alltag integriert und hat eine bestimmte Wirkung auf uns. Obwohl es keine stoffgebundene Sucht ist, wie beispielsweise bei Alkohol oder Drogen, liegt die Ursache ebenso im Belohnungssystem. Hier wird direkt oder indirekt das Glückshormon Dopamin beeinflusst, welches dann als „Belohnung“ dient.

3 Indizien dass auch Sie süchtig sind:

  • Sie nehmen Ihr Smartphone mit ins Bett: Ihr erster und letzter Blick gehört dem Bildschirm
  • Sie leiden unter „Nomophobie“: Die Angst ihr Smartphone zu vergessen oder nicht dabei zu haben
  • Sie brauchen „Likes“ für ihr Ego: Sie sind schlecht gelaunt wenn Ihre Posts nicht genug positive Resonanz bekommen

„It takes discipline not to let social media steal your time.“

– Alexis Ohanian

Social Media hin oder her, letztendlich leben wir in einer realen Welt mit realen Personen. Es tut gut das Smartphone bei Seite zu legen und Zeit mit Familie, Freunden & Co. zu verbringen, denn das ist schließlich alles was zählt und das was uns wirklich im Leben weiterbringt.


Vom Titel kommt der Erfolg

Wirft man einen Blick auf das Kinoprogramm, könnte es vorkommen, dass man sich folgende Fragen stellt: „Sind das schon 4 Teile? Ist der nicht schon 20 Jahre alt? Und spielt da nicht eigentlich Michael Caine mit?“
Remakes, Sequels und Prequels sind aus der heutigen Kinolandschaft nicht mehr wegzudenken, doch können sie mit dem Original mithalten?


Omar Sy (links) und François Cluzet (rechts) in „Intouchables“ (2011)

Mit „The Upside“ bekam der französische Erfolgsfilm „Intouchables“ ein Hollywood-Remake mit Starbesetzung. Übermäßig positive Stimmen kamen vor allem seitens der amerikanischen Kinobesucher. Auch in Europa wurde der Film viel gelobt, jedoch wurde meist das Original als besser empfunden. Auf der Webseite „Rotten Tomatoes“ bekam die US-Adaption ein Rating von 5.2/10, wobei das Zuschauer Rating deutlich positiver ausfällt.

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„The Upside“ bei Rotten Tomatoes

Die Vorlage kommt bei den Kritikern zwar deutlich besser weg, doch die Bewertung der Zuschauer fallen bei beiden Filmen ähnlich aus.

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„Intouchable“ bei Rotten Tomatoes

Julie Andrews (links) und Dick Van Dyke (rechts) in „Marry Poppins“ (1964)

„Mary Poppins Returns“ läuft seit Ende letzten Jahres in den Kinos. Damit kehrt die Kultfigur nach 44 Jahren zurück und führt die Geschichte des magischen Kindermädchens fort. Das Sequel punktete beim Publikum mit Nostalgie und dem Charme des Originals. Dieses Bild spiegelt sich auch in den Bewertungen wieder.

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„Mary Poppins Returns“ bei Rotten Tomatoes

Trotz der positiven Resonanz kommt die Fortsetzung nicht an die nahezu perfekte Wertung des ersten Teiles heran.

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„Mary Poppins“ bei Rotten Tomatoes

(von links) Emma Watson, Matthew Lewis, Daniel Radcliffe, Alfred Enoch, Devon Murray und Rubert Grint in „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001)

Die Phantastic Beasts-Reihe , die mit „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ startet, erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte, dennoch ist sie ein Prequel zu „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ und damit zur ganzen Harry-Potter-Filmreihe.
Die meisten kritischen Stimmen beschwerten sich über Ungereimtheiten in der Timeline des Filmuniversums, die durch den zweiten Teil „Fantastic Beasts 2“ entstanden.

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„Fantastic Beats And Where To Find Them“(oben) und „Fantastic Beats: The Crimes Of Grindelwald“ (unten) bei Rotten Tomatoes

Die Filme der Harry Potter-Reihe wurden von den Zuschauern positiver bewertet, doch auch die Prequel-Reihe wurde von ihnen im Großen und Ganzen als gut empfunden.

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„Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (oben) und „Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2“ (unten) bei Rotten Tomatoes

Es sollte jedem bewusst sein, dass hinter jedem Film eine Produktionsfirma steht, also ein gewinnorientiertes Unternehmen. Kommt ein Film gut bei den Zuschauern an, so ist die Produktion von Prequels, Sequels oder auch einem Remake eine ökonomisch logische Überlegung, denn das Publikum ist bereits da.
Dabei ist es wichtig das Original zu würdigen und darauf aufzubauen. Jeder Zuschauer merkt auf Anhieb, wenn die neue Produktion nichts mehr mit dem geliebten Original verbindet außer dem Namen. Die Zufriedenheit der Zuschauer ist entscheidend für den Erfolg und die Fortführung eines Franchise.
Es gibt genug Negativbeispiele für Filmproduktionen, die davon ausgingen, dass vom Titel alleine der Erfolg käme.
Die vorangegangenen aktuellen Beispiele zeigen, dass es auch anders geht.

YouTube Music

Ein neuer Streamingdienst ist auf dem Markt!

YouTube Music, ist der neue Musik- Streamingdienst von YouTube. Aber brauchen wir wirklich noch eine neue Musikapp die im Grunde das gleiche leistet wie Spotify, Apple Music und co.? 

YouTube präsentierte im letzten Jahr die neue App, die seit dem Winter in Deutschland und Österreich angeboten wird. YouTube hat zwei Optionen, die erstmals in den USA, auf den Markt gebracht wurden. Dabei handelt es sich um YouTube Premium (ehemals YouTube Red) und YouTube Music Premium, die beide unterschiedliche Angebote und Möglichkeiten bieten Musik zu streamen.

Wer sowieso über YouTube Musik hört kennt das Problem, der Werbeeinblendung, der nicht vorhandenen Offline Wiedergabe und der Problematik des Hintergrund- Playbacks. Der Vorteil: es ist kostenfrei zugänglich. Um all diesen Problemen aus dem Weg zu gehen kann für 11,99 Euro bzw. für 9,99 Euro im Monat eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen werden.

YouTube Premium bietet für 11,99 Euro im Monat eine werbefreie Musik- und Videowiedergabe, das Angebot Musik und Videos im Hintergrund laufen zu lassen, Offline Videos und Musik zu streamen und die exklusiven Original YouTube Serien anzuschauen, wie zum Beispiel „Cobra Kai“, „Step Up: High Water“ oder die „Jumper“- Serie „Impulse“.

YouTube Music Premium bietet dagegen für 9,99 Euro eine werbefreie Musikwiedergabe, das Weiterlaufen von Musik im Hintergrund und eine Offlinewiedergabe von Musik, die Videoaspekte werden bei diesem Paket ausgelassen. Es gibt im Rahmen dieser Mitgliedschaften auch ein Familienabo, in der bis zu 6 Personen teilhaben können. Die einzigen Voraussetzungen für diese Abo sind, dass alle Beteiligten im gleichen Haushalt leben, über 13 Jahre alt sind und im Besitz eines Google-Kontos sind. Dieses Angebot stellt YouTube für 14,99 Euro bzw. 17,99 Euro pro Monat zur Verfügung. Außerdem soll in den nächsten Monaten auch in Deutschland ein Studentenabo ermöglicht werden, welches in den USA schon etabliert ist.

Der YouTube Streamingdienst bietet viele Vorteile, hebt sich aber nicht unbedingt von den anderen Streamingdiensten ab. Den größten Vorteil dürften die Google-Play-Music Nutzer haben. Sie bekommen einen freien Zugang auf den Service von YouTube ohne extra bezahlen zu müssen. Auch die Nutzer des kostenfreien YouTubes überlegen sich wahrscheinlich von nun an zweimal ob sie die lästige Werbung nicht durch 10 Euro im Monat ersetzen.

Quellen:

https://www.giga.de/webapps/youtube-music/specials/youtube-music-premium-kosten-vorteile-des-streamingdienstes/
https://www.zeit.de/digital/2018-06/youtube-music-musik-streaming-dienst

https://www.google.com/search?q=youtube+music&client=safari&rls=en&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjqocniloTgAhXKbVAKHWubDhAQ_AUIEygA&biw=1262&bih=674#imgrc=Z4wtnE3fr96pEM:

„Petfluencer“ – Wenn Tiere zu Instagram-Stars werden

Ob Katze, Hund, oder Meerschweinchen – Heutzutage kann jedes Tier zum Social Media Star werden. Doch was macht die mürrische Katze Grumpy Cat, den Igel Mr. Pokee und Co. als Werbeträger so attraktiv und beliebt? Mit diesem Phänomen beschäftigt sich mein Beitrag.

„Petfluencer“ – Was ist das überhaupt?

Heute kann so gut wie jeder mit dem Begriff „Influencer“ etwas anfangen, den Menschen, die ihr Leben auf Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat und YouTube mit der Öffentlichkeit teilen – und nicht selten eine Menge Geld damit verdienen, indem sie beispielsweise Kooperationen mit Unternehmen betreiben und für diese werben. 

Doch was haben auf einmal Tiere damit zu tun? Ganz einfach. Es ist bekannt, dass Tiere im Netz beliebt sind. Seien wir doch mal ehrlich – wer schaut sich nicht ab und zu zur Unterhaltung das ein oder andere lustige Katzen- oder Hundevideo an? 

Seit einigen Jahren sind die Vierbeiner immer mehr auf dem Vormarsch – und zwar mit ihren eigenen Accounts auf Plattformen wie Instagram! Ja, richtig gehört. Aus Pet (wie Haustier) und Influencer wurden die „Petfluencer“! Genau wie bei Bloggern werden täglich neue Inhalte veröffentlicht – im Falle von Instagram Bilder, auf denen die Vierbeiner besonders süß oder lustig aussehen.

Wie man also mit seinem Haustier erfolgreich wird und sogar Geld verdienen kann – dazu später mehr.

Warum ein Hund und ein Igel mehr Abonnenten haben als so mancher Promi

Die Tiere sind im Netz längst an der Macht und machen sogar den ganz Großen Konkurrenz. So hat beispielsweise der Hund Jiffpom mit seinen 8,9 Millionen Abonnenten auf Instagram einen deutlichen Vorsprung gegenüber Stars wie Heidi Klum oder sogar Kanzlerin Merkel, die mit gerade mal 788.000 wohl kaum dagegen ankommen wird. 

Aber längst sind nicht mehr nur Hunde und Katzen so beliebt im Netz, auch ein Waschbär namens Pumpkin und ein Igel, der den Namen Mr. Pokee trägt, haben es 2018 in die Top 5 der weltweit beliebtesten Petfluencer geschafft. Doch warum stoßen die Vierbeiner bei uns auf so großes Interesse? 

Geben wir es doch zu – meist folgt ein Bild des knuffigen Tiers auf das andere und groß unterscheiden tun sie sich nicht wirklich. Na gut, mal trägt das Tier ein zur Jahreszeit passendes Weihnachtsoutfit, mal ein lustiges Kostüm und sieht dabei selbstverständlich total knuffig aus. 

Zu dem Foto kommt dann noch die passende Bildunterschrift – etwas wie „Heute habe ich mit Frauchen einen schönen Spaziergang gemacht“ – und schon sagen alle „Ohhh“ und klicken auf „Gefällt mir“. Die Strategie scheint aufzugehen, da die meisten Menschen eben auf den „Knuddel-Faktor“ stehen. Ob der ganze Trubel auch dem Wohl des Tieres entspricht, darüber lässt sich natürlich diskutieren.

„Es ist die Sehnsucht der Menschen, in dem ganzen Wahnsinn, der uns täglich begegnet, auch mal etwas Niedliches, Unschuldiges, Lustiges zu sehen“

– Dörte Spengler-Ahrens

Tiere in der Werbung

Mit der allseits bekannten lila Milka-Kuh fanden die Tiere bereits im Jahre 1973 den Einzug in unsere Werbung. Seitdem findet man die Vierbeiner immer öfter als sogenannte „Testimonials“, also im Prinzip als bekannte Persönlichkeiten in den Medien, die zum Zweck der Werbung für ein Produkt auftreten.

Beispiele dafür sind bekannte Kampagnen von Unternehmen wie Bärenmarke sowie die Figur des Faultiers von Verivox, das uns für den Strom- und Gasvergleich anwerben soll. Auch ein Werbespot der Biermarke „Astra“ aus dem Jahre 2015, in dem Katzen, Hunde, Uhus und Schildkröten in einer Kneipe feiern uns sich das ein oder andere Bierchen genehmigen, passt hier gut ins Bild. 

Die mürrisch dreinschauende Katze Grumpy Cat ist ein weiteres Beispiel für den Erfolg der Vierbeiner. Sie vermarktet seit einiger Zeit die amerikanische Katzenfuttermarke „Friskies“ und soll damit angeblich rund 100 Millionen US-Dollar im Jahr verdienen – kaum zu glauben, oder?

„Gleich nach Babys und hübschen Frauen erzielen Hunde und Katzen in der Werbung die höchste Aufmerksamkeit und Sympathie beim Zuschauer“

– Dörte Spengler-Ahrens

Ein wichtiger Faktor, der zum Erfolg der Tiere als Werbeträger beiträgt, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Verbraucher fühlen sich mittlerweile immer mehr von Influencern getäuscht. Einerseits wegen nicht gekennzeichneter Werbung, andererseits, weil viele diese Tätigkeit nicht als richtigen Beruf ansehen würden und sich lieber darüber aufregen oder lustig machen. Außerdem wird Influencern immer wieder vorgeworfen, nur auf Berühmtheit und Geld aus zu sein. 

Aber wer könnte einem süßen, unschuldigen Fellknäuel schon so etwas unterstellen? Dass natürlich ein Mensch hinter dem Profil steckt, scheint schnell vergessen zu sein, wenn man in die goldigen Knopfaugen geschaut hat. 

Warum sollte man diese Chance also nicht ausnutzen und sein Tier auch auf sozialen Netzwerken Werbung machen lassen – und damit sogar so viel Geld machen?

Wie auch ihr euer Tier berühmt machen könnt:

Seit 2013 gibt es das Portal Furcard.com, das sowohl der Organisation der Petfluencer dient, als auch ein Netzwerk zum Austausch darstellt. Zudem findet man dort ein Ranking der weltweit erfolgreichsten Vierbeiner, das nach Followerzahlen sortiert ist und neben Instagram auch andere Social Media Plattformen miteinbezieht. Auf dieser Seite findet man gleich zu Beginn ein Feld mit dem Titel „Add your Pet“. 

Der Prozess ist ganz einfach – jeder, der Lust hat, kann seinen pelzigen Freund dort anmelden. Laut Website durchläuft man nur schnell einen „Bist du ein Tier oder ein Mensch“ – Fragebogen und schon kann’s losgehen. 

Die Meinungen zu den Petfluencern gehen allerdings auseinander. Die meisten scheinen etwas an ihnen zu finden, sonst hätten sie wohl kaum so viel positive Resonanz, wie sich in den Abonnenten-Zahlen in Millionenhöhe erkennen lässt. Aber auch negative Reaktionen bleiben natürlich nicht aus. Diese werden von den begeisterten Herrchen und Frauchen allerdings mit Humor aufgefasst, wie dieses Beispiel zeigt:

Auch ein hässliches Tier kann Erfolg haben

Wenn gesagt wird, jedes Tier kann erfolgreich sein, dann ist das auch ganz genau so gemeint. Das beste Beispiel ist der Chihuahua-Dackel-Mischling Tuna (auf Instagram bekannt als „tunameltsmyheart“), 2018 auf Platz 2 im weltweiten Vergleich. 

Der Vierbeiner mit dem Überbiss ist wahrlich nicht gerade eine Schönheit, doch vielleicht ist es gerade diese Besonderheit, die ihn bei den Menschen so beliebt macht.

Fazit

Auch wenn die Petfluencer in Deutschland noch nicht denselben Beliebtheitsgrad erreicht haben, wie es beispielsweise in den USA der Fall ist, so sind sie trotzdem keineswegs zu unterschätzen. Der Hund „Zulathepom“ der deutschen YouTuberin Dagi Bee hat immerhin auch schon über eine Million Follower auf Instagram, Tendenz steigend. 

Wer jetzt also Lust bekommen hat, sein Tier auch berühmt zu machen, der kann sich gerne über Fur Card anmelden und ein Profil für seinen Liebling anlegen. Ob damit auch wirklich der ganz große Erfolg verbunden ist, ist natürlich eine andere Frage, aber eins ist sicher: der Spaß-Faktor ist in jedem Fall gegeben 😉

Quellen:

Fernbeziehung – Liebe dank Medien?

Durch die Globalisierung wird unsere Welt immer kleiner. Die digitale Vernetzung lässt Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren. Da kommt es häufig vor, dass die Liebe übers Smartphone geht. Ist eine erfolgreiche Fernbeziehung, dank moderner Medien möglich?

Bereits 1999 schrieb der Spiegel: „Die Fernbeziehung gilt als Lebensform der Zukunft.“ Damals hatten bereits 13% aller Paare in Deutschland eine Fernbeziehung. Seitdem hat sich vieles medial verändert und erleichtert. Wo 1999 noch über hohe Telefonrechnungen geklagt wird, ist heute eher eine zu langsame Internetverbindung das größte mediale Problem. Vom Telefonieren bis hin zu Social Media Nachrichten wie „WhatsApp“, „Skype“ und Co ist die Kommunikation über Distanz kein Problem mehr. Auch organisatorische Dinge lassen sich digital regeln. So helfen beispielsweise Online-Kalender, wo jeder seine Termine eintragen und die des Partners einsehen kann. Aber auch virtuell lässt sich Zeit miteinander verbringen. Von Online-RPGs, „Brettspielen“ wie Monopoly – Online bis hin zu Netflix, wo die Pärchen denselben Film – an verschiedenen Orten – zusammen schauen können.

Eine Statistik vom Juli 2014.
https://www.farlove.de/fernbeziehung-statistik/

Trotz der vielen Möglichkeiten ist die Anzahl an Fernbeziehungen seit 1999 kaum gestiegen. 2016 führen „nur“ 13,6% der Paare eine Beziehung auf Distanz. Woran liegt das? Ist das viel erwähnte goldene Zeitalter für Fernbeziehungen doch noch nicht eingetroffen?

„Doch“ meint die Kommunikationsforscherin Natalie Bazarova von der Cornell Universität:

„Die kombinierte Wirkung von Distanz und multimedialem Zugang kann sogar vorteilhaft sein, denn so führt man tiefere und aussagekräftigere Gespräche als wenn man sich ständig im Alltag austauscht.“

https://www.wired.de/article/hat-die-technik-das-goldene-zeitalter-der-fernbeziehungen-eingelaeutet

Doch was fehlt, ist die körperliche Nähe. Sexten, eine Kombination aus Text und Sex, reicht vielen nicht aus. Eine Umarmung, einen Kuss und sexuelle Nähe lassen sich derzeit nicht über die Ferne vermitteln. Vielleicht fängt das goldene Zeitalter für Fernbeziehungen ja an, wenn dies möglich ist.

Literaturverzeichnis

Der Superbowl – das medienträchtige Megaevent der USA

Chicken Wings, Bier, Tom Brady und „Touchdown!“ – diese Dinge in Zusammenhang können fast nur eines bedeuten – es ist wieder Zeit für den alljährlichen Superbowl.

Das Finale der US-amerikanischen National Football League findet traditionell am ersten Februarwochenende statt und erfreut sich jedes Jahr aufs Neue eines großen Medienhypes; in den USA erreicht das Sportereignis sogar in der Regel die höchsten TV-Einschaltquoten des Jahres und wird noch in vielen anderen Ländern der Welt übertragen. Doch interessiert nicht nur der Football, sondern auch die Medienwirkung dieses Megaevents. Schon Wochen vor Beginn des Spiels findet man online etliche Beiträge zum Thema; Stunden vorher gibt es im Fernsehen eine Vorberichterstattung. Doch es geht nicht nur um Aufmerksamkeit, sondern wie immer auch um Geld, welches die Werbebranche daraus schlägt.


NBC nahm 2018 durch Super-Bowl-Sendung 500 Millionen Dollar mit Werbung ein +++

https://www.ran.de/

Die National Broadcasting Company (NBC), die sich im Jahre 2018 die Rechte für die TV-Übertragung des Superbowls gesichert hat, verdiente alleine durch den Verkauf von Werbespots 500 Million Dollar. Und auch 2019 ist der Preis für eine Werbeschaltung recht happig. Der diesjährig übertragende Sender CBS verlangt über 5 Millionen Dollar für 30 Sekunden.

Trotzdem ist bereits jetzt ca 90% der Werbezeit verkauft, u.a. an deutsche Unternehmen wie die Autobauer Audi und Mercedes-Benz. Verständlich ist das allemal. Mit fast einer Milliarde Zuschauer weltweit lässt sich wohl kaum ein größeres Publikum für einen Werbespot erreichen als bei der Übertragung dieses Ereignisses.

Die Gründe für die hohen Einschaltquoten sind vielfältig. Neben der offensichtlichen Begeisterung für den Sport ist es wohl nicht zuletzt auch die Halbzeitshow. Neben diversen andere Festivitäten treten in der Pause zwischen den beiden Spielhälften bekannte Musiker auf, in diesem Jahr wird es die Band Maroon 5 sein. Dies sollte bereits die Jüngsten vor den Fernseher locken und auch der Band selbst einen ordentlichen Push verschaffen.

Neben Musikern, Publikum und Unternehmen gilt es also abschließend zu sagen, dass sich auch die Medien über den Rummel um das Megaevent und vor allem dem daraus resultierenden Umsatz freuen können.

Also eine ganz schöne Win-Win-Situation, dieser Superbowl. Naja, außer vielleicht für die Sender, die es nicht geschafft haben, sich die Rechte zur Übertragung zu sichern. Ihr Programm bleibt in der Superbowlnacht völlig unbedeutend.

Quellen:

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.super-bowl-2018-die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zum-52-super-bowl.a67a3010-cc34-4887-9acf-13ced450c050.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Super_Bowl

https://www.ran.de/us-sport/nfl/nfl-news/super-bowl-2019-live-im-tv-und-stream-datum-halbzeitshow-infos-nbc-kassierte-500-millionen-durch-werbung-114613

https://www.cbs.com/

https://www.nbc.com/

https://de.statista.com/

Griff nach den Sternen: Über Fortschritte und Grenzen der Raumfahrt

„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“

Neil Armstrong

Diese ikonischen Worte sprach Neil Armstrong am 21. Juli 1969, als er und Buzz Aldrin als erste Menschen in der Geschichte den Mond betraten. Das ist bald 50 Jahre her. Zeit sich zu fragen, wie weit wir in der Zeit wirklich gesprungen sind.

Eine im Zusammenhang mit der Raumfahrt von Kritikern immer wieder gestellte Frage ist die, nach dem Warum. Welche Gründe gibt es für Menschen unseren Planeten zu verlassen und ins gefährliche Weltall vorzudringen? Allein die hohen Kosten lassen Raumfahrtprogramme doch vollkommen irrwitzig erscheinen. Laut der New York Times haben die Apollo Missionen der NASA nach heutigem Geldwert weit über 120 Milliarden Dollar verschlungen. Unsummen Geld, die besser dazu verwendet hätten werden sollen, den Welthunger zu beenden, statt es zum Mond zu schießen. Dazu kommt noch das hohe Risiko für die Astronauten. Mindestens 129 Menschen ließen im Zuge der bemannten Raumfahrt bereits ihr Leben. Und das sind nur die, die sich bestätigen lassen. Da über das sovietische und chinesiche Raumfahrtprogramm nur relativ wenige sensible Informationen öfftentlich sind, dürfte die Dunkelziffer noch deutlich höher liegen. Und all das nur für ein paar Brocken Mondgestein, die von den Astronauten wieder mitgebracht wurden?

https://images.nasa.gov/details-as16-113-18339.html


„We choose to go to the Moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard.“

John F. Kennedy

sagte der damalige US-Präsident Kennedy in einer Rede 1962 und beschwor dabei den Entdeckergeist der Amerikaner. Dass es dabei eben nicht nur um die bloße Herausforderung ging, ist heute jedem klar. Die USA wollten unbedingt zu den Russen aufschließen, die mit dem ersten Satelliten und dem ersten Menschen im Weltraum beim „Wettlauf ins All“ bisher deutlich die Nase vorn hatten.

Doch nicht nur der Kampf der Systeme spielte eine Rolle. Schon reltiv früh war der Wissenschaft klar, dass es auf anderen Himmelskörpern wertvolle Materialen (z.B. die seltenen Erden) zu holen geben könnte, die auf der Erde nur in geringem Maß zu Verfügung stehen. Vom sogenannten „Space Mining“ erhofft man sich große Vorteile, vor allem für den Technologiesektor. Bisher ist das allerdings immer noch Zukunftsmusik.

Aktuell sieht es bei der NASA nicht sehr rosig aus. Da sie eine US-Bundesbehörde ist, sind fast alle Mitarbeiter unmittelbar von der aktuellen Haushaltsblockade durch Präsident Trump betroffen, der den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko durchsetzen will. Zudem haben seit der Mondlandung, und dem damit erreichten Ziel, die Soviets zu übertrumpfen, fast alle US-Präsidenten der NASA die Mittel gekürzt, um stattdessen den ohnehin schon gigantischen Verteidigungsetat zu vergrößern. Viele ehrgeizige Projekte konnten so niemals, oder nur teilweise realisiert werden. Auch eine Marslandung, schon seit den 70er Jahren ein erklärtes Ziel der NASA-Wissenschaftler, wurde so immer wieder aufgeschoben, da ohne das passende Budget die nötigen Entwicklungen nicht zu realisieren sind.

Trotzdem hat die NASA in den letzten Jahren zweifellos Großes erreicht. Anstatt Menschen in den tieferen Weltraum zu entsenden, hat sie mit vielen Roboter- und Satellitenmissionen maßgeblich dazu beigetragen, unser Wissen um unser Sonnensystem, eventuell für Menschen bewohnbare Exoplaneten und die Entstehung des Universums zu vergrößern.

Und auch mit den Russen wird seit mittlerweile 20 Jahren auf der Internationalen Raumstation gemeinsam an wichtigen Forschungsprojekten gearbeitet, die letztendlich dazu dienen sollen, den Weg für Menschen zum Mars zu ebnen. Wichtige Forschungserfolge konnten hierbei schon erzielt werden. Neben den Auswirkungen langer Weltraumaufenthalte auf den menschlichen Körper wird auf der ISS vor allem für die Medizin geforscht. Die angesprochenen bemannten Missionen zu unserem roten Nachbarn sind für die 2030er Jahre geplant.

Einen ganz anderen positiven Effekt hat die Raumfahrt in den letzten 50 Jahren auf unser aller Alltagsleben gehabt. Viele technische Entwicklungen der vergangenen Dekaden wären ohne sie nämlich nicht möglich geworden. Die Mikrochips in unseren Smartphones oder die GPS Technologie stammen allesamt aus der ursprünglich militärischen Raumfahrt und werden nun zivil genutzt.

Neben den Erfolgen der Amerikaner und Russen, darf auch eine junge Weltraummacht nicht unerwähnt bleiben: die Chinesen. Am 3. Januar gelang es ihrer Weltraumbehörde CNSA den Rover Jadehase 2 im Von-Kármán-Krater auf der der Erde abgewandten Seite des Mondes abzusetzen, die dieser nun erforschen soll. Ein großer Erfolg, denn bisher fanden alle Landungen nur auf der uns zugewandten Seite statt. Für die Zukunft hat die CNSA noch große Pläne. In den 20er Jahren soll eine neue Trägerrakte entwickelt, eine eigene Raumstation gebaut, und eine Mondbasis errichtet werden, um dann ebenfalls Richtung Mars fliegen zu können.

https://twitter.com/elonmusk

Es sind nicht nur staatliche Behörden in der Raumfahrt aktiv. Ein weiterer Wettbewerber im Rennen zum Mars ist Elon Musks Firma SpaceX, die es in den letzten Jahren geschafft hat wiederverwendbare Raketen zu bauen und damit die Kosten für einen Start drastisch zu reduzieren. Ab diesem Jahr soll mit der Falcon 9 genannten Rakete, die ISS versorgt werden. Momentan arbeitet SpaceX ebenfalls an einem schlicht Starship genannten Raumschiff, mit dem in Zukunft Flüge zum Mond oder Mars stattfinden sollen. Mit einer bemannten Marsmission ist aber auch hier erst in mindestens fünf Jahren zu rechen. Musks ultimatives Ziel ist dabei die Kolonisierung des Mars, um neuen Lebensraum für die Menscheit zu erschließen. Kritiker werfen ihm mangelnden Realismus vor.
Ich persönlich halte die bemannte Raumfahrt für absolut nötig und wichtig, da auch ich davon überzeugt bin, dass der Nutzen eines Tages die Kosten überwiegt und der Menschheit so den Weg zu den Sternen ebnet. Der dazu nötige Entdeckerdrang ist im Menschen tief verwurzelt.

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Katastrophen_der_Raumfahrt
  • https://www.spacex.com/
  • https://www.nasa.gov/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Apollo-Programm
  • http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/shutdown-nasa-wegen-haushaltssperre-geschlossen-a-1247558.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Raumfahrt_der_Volksrepublik_China
  • https://en.wikipedia.org/wiki/We_choose_to_go_to_the_Moon
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Bemannter_Marsflug

Warum Micro-Influencer Marketing funktioniert

Influencer Marketing spielt in der Welt der Sozialen Medien eine große Rolle. Besonders die sogenannten Micro Influencer stellen eine beliebte Marketing Strategie dar, da sie gegenüber den großen Influencern einige Vorteile haben. 

„Unter dem Begriff Micro-Influencer versteht man Influencer, die eine verhältnismäßig niedrige Anzahl an Followern haben, dafür aber ein sehr hohes Engagement“ 

www.unternehmer.de

Wenig Follower und großes Engagement?

Wenig Follower und besonders wertvoll als Werbepartner?

Das klingt im ersten Moment erstmal etwas widersprüchlich. Guckt man sich die Community aber mal etwas genauer an, ergibt das durchaus Sinn. Als Micro Influencer gilt, wer zwischen 1.000 und 25.000 Abonnenten hat. Oft bedienen diese Blogs und Accounts bestimmte Nischen, wodurch die Unternehmen sich genau die Influencer raussuchen können, welche am besten zu ihrem Produkt passen. 

Macht zB eine Kosmetikfirma Werbung mit Kim Kardashian, interessieren sich viele der Follower gar nicht für Kosmetik, sondern verfolgen Kim Kardashian nur, weil sie eben prominent ist. Nimmt man stattdessen eine Bloggerin die sich ausschließlich mit Kosmetik befasst und eine kleinere Community hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich nahezu alle ihrer Follower für Kosmetik interessieren.


Eine solche Influencerin ist zum Beispiel Lara .Sie hat aktuell 12.500 Abonnenten und beschäftigt sich hauptsächlich mit Make-Up und anderen Lifestyle/Kosmetik Produkten. Als Werbepartner hat sie zum Beispiel Treacelmoon oder Daniel Wellington.

Außerdem ist das Misstrauen ihrer Abonnenten gegenüber der Werbung nicht so hoch wie bei einer Prominenten Person, womit auch die Chance steigt, dass sie dieses Produkt tatsächlich kaufen. Der Vertrauensfaktor spielt eine große Rolle in einer solchen Werbestrategie. Sind die Abonnenten davon überzeugt, dass der jeweilige Influencer die Kooperation nur eingeht um damit Geld zu verdienen, vertrauen sie der Meinung und den Argumenten für das Produkt nicht so sehr, wie wenn sie dem Influencer vertrauen. Micro Infulencern wird oft nachgesagt, dass sie ausschließlich Produkte bewerben die ihren Standards, Ansprüchen und Interessen entsprechen. 

Micro Influencer Marketing eignet sich somit besonders für Firmen die sehr zielgruppenspezifische Produkte vertreibt. Produkte für eine bestimmte Sportart (z.B Reitsport) lassen sich über den Sportblog einer Reiterin bestimmt besser vertreiben als über Kim Kardashian.

Einen solchen Blog betreibt zB Aline D. Sie bewirbt gemeinsam mit ihrem Wallach Blue zum Beispiel die Sure Foot Pads vom Pet Physio Shop. Gerade bei ihr ist der Vertrauensfaktor sehr hoch, da sie sich immer kritisch mit den Produkten auseinander setzt und somit sehr authentisch wirkt. Sie ist also durchaus ein interessanter Werbepartner für Unternehmen die eher Freizeitreiter aus dem Bereich der Natural Horsemanship ansprechen wollen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass anders als man im ersten Moment denkt, auch die kleinen Influencer einen großen Wert für Unternehmen haben. Gerade Unternehmen die eine bestimmte Zielgruppe ansprechen werben gerne mit Micro Influencern. In diesem Fall erreichen die Werbenden quasi einen Expertenstatus und haben damit einen höheren Trustfaktor. Micro Influencer haben aber noch viele weitere Vorteile gegenüber Macro Influencern.

Digitale Selbstkontrolle – Die Einführung der Bildschirmzeit bei IOS, Instagram und co.

2019 – Ein neues Jahr und doch wieder die üblichen guten Vorsätze: Mehr Sport, gesündere Ernährung, mehr lernen. Zum zweiten Mal in Folge beginne ich ein Jahr mit dem guten Vorsatz, weniger Zeit am Handy zu verbringen.

Doch dieses Jahr ist etwas anders: Das IPhone, der eigentliche Ursprung des Problems, kann mich indirekt in meinem Vorhaben unterstützen. So ist mir zum Beispiel dank der Bildschirmzeit, die mit dem Update des Betriebssystems IOS 12 eingeführt wurde, bewusst, dass ich in der ersten Woche des Jahres durchschnittlich 3 Stunden pro Tag Stunden am Handy war.

Nutzer können überprüfen, welche Apps (oder Apps aus welchen Kategorien) wie lange genutzt wurden, und die Nutzungszeit pro Tag oder pro Woche vergleichen. Auch die Anzahl der Mitteilungen und der Aktivierung des Handys wird gezählt. Des Weiteren kann man handyfreie Auszeiten planen, App-Limits festlegen oder Beschränkungen für Inhalte setzen. Zielgruppe hierbei sind vor allem Eltern, die über eine Familienfreigabe die Bildschirmzeit und Inhalte ihrer Kinder kontrollieren und limitieren können.

Doch nicht nur Apple, sondern auch Konkurrent Google (Entwickler des auf der Mehrheit der Smartphones gebrauchten Betriebssystems Android) oder Soziale Netzwerke wie Instagram stellten Ende 2018 Updates zur digitalen Selbstkontrolle (bei Android „digital wellbeing“) bereit.

Die Vorstellung, dass die Technik-Giganten Funktionen entwickeln, um der exzessiven Nutzung ihrer Produkte und Netzwerke entgegenzuwirken, klingt zunächst bizarr: Jahrelang konnten sie Gewinne in Milliardenhöhe erzielen, während sich ihre Produkte schleichend in unsere Tagesabläufe und Gewohnheiten integrierten.
Apples Software-Chef Craig Federighi nahm auf einer Konferenz Stellung:

„Für einige von uns ist es zu einer solchen Gewohnheit geworden, dass wir vielleicht gar nicht mehr erkennen, wie abgelenkt wir geworden sind.”

https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/entwicklerkonferenz-wwdc-so-will-apple-gegen-die-smartphone-sucht-vorgehen/22654156.html
https://de.statista.com/infografik/13337/umfrage-smartphone-nutzungsverhalten/

Anmerken muss man allerdings auch, dass es bei Konzernen wie Apple primär um die Verkaufszahlen der Geräte geht, nicht aber wie z.B. bei Instagram um die möglichst zeitintensive Nutzung, also dem häufigen Sehen von Werbung. Beim Foto-Netzwerk des Konzerns Facebook kann man jedoch lediglich seine Aktivität (die in der App verbrachte Zeit pro Tag/Woche) überwachen und sich nach der Überschreitung einer festgelegten Zeit eine Erinnerung senden lassen.

In welchem Umfang die Nutzer die Bildschirmzeit verwenden und ob sie den Konsum nach einer Erinnerung oder einer selbst gesetzten Schwelle reduzieren, bleibt ihnen weiterhin selbst überlassen. Zu begrüßen ist jedoch, dass auch die mächtigen Konzerne bereit sind, den negativen Effekten des übermäßigen Gebrauchs ihrer Produkte gegenzusteuern.

Quellen:

https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/entwicklerkonferenz-wwdc-so-will-apple-gegen-die-smartphone-sucht-vorgehen/22654156.html

https://support.apple.com/de-de/HT208982

https://www.apple.com/de/ios/ios-12/

https://de.statista.com/infografik/13337/umfrage-smartphone-nutzungsverhalten/

Der Fall Relotius: Ausnahme oder Strukturproblem?

Wie der „Spiegel“ am 22.12.2018 mitteilte, hat der Journalist Claas Relotius über einen längeren Zeitraum Reportagen gefälscht und Sachverhalte manipuliert. Individuelles Versagen oder ernstzunehmendes Strukturproblem des Journalismus?

Der beim „Spiegel“ fest angestellte Claas Relotius schrieb bevorzugt Reportagen. Sie beruhen auf persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen, die selbst der Spiegel mit einer der größten Faktencheckabteilungen Europas nur sehr schwer nachprüfen kann (vgl.Heute+).

Reportagen haben das Ziel, „die Leser/innen emotional zu erreichen und sie das Geschehen miterleben zu lassen“ (Hochschule Freiburg). Die Redaktionen wünschen sich daher perfekte atmosphärische Dichte, was wiederum den Druck auf Journalisten erhöht und die Manipulationen wahrscheinlicher macht.

„Halb zog er uns, halb sanken wir hin“ (Spiegel Nr.52), sagte Elsa Köster in „Der Freitag“ zur Mitschuld der Redaktionen.

Ullrich Fichtner, Vize-Chefredakteur des Spiegels, räumte ebenfalls eine Mitschuld ein:

„Als Ressortleiter, der solche Texte frisch bekommt, spürt man zuerst nicht Zweifeln nach, […]. Es geht um eine Beurteilung nach handwerklichen Kriterien, um Dramaturgie, um stimmige Sprachbilder, es geht nicht um die Frage: Stimmt das alles überhaupt?

Zeit Online

Zu Zeiten der fake news sind Enthüllungen dieser Art besonders brisant und es wird enorm schwer werden, das Image des Spiegels beziehungsweise des gesamten Journalismus aufzubessern. Das möglicherweise größte Problem ist, dass nun alle Journalisten, auch die die verantwortungsbewusst und sauber arbeiten unter Generalverdacht fallen. Somit ist es an den Blättern, die Kontrollmechanismen anzupassen, um in Zukunft solche Manipulationen so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.

Mögliche Lösungen für diese Strukturprobleme können darin bestehen, verstärkt auf Teamrecherchen zu setzen, bei denen sich die Journalisten gegenseitig kontrollieren, wie auch dieser Fall durch Juan Moreno aufgedeckt wurde, der zusammen mit Relotius recherchieren sollte (vgl. Heute+). Die „Geo“ verlangt von ihren Redakteuren unter anderem Telefonnummern oder Anschriften zur Überprüfung, ob beispielsweise Interview-Partner wirklich existieren (vgl. Spiegel Nr.52).

Claas Relotius und eine von ihm manipulierte Reportage

Thomas Tuma, stellvertretender Chefredakteur des „Handelsblatts“, äußert mit seiner Aussage, wir dürften

„Keine Angst vor der Wahrheit.“

Spiegel Nr.52

haben, zutreffende Kritik an aktuellen Entwicklungen im Journalismus. Weg vom Informationsmedium, hin zum Unterhaltungsmedium. Der Leistungsdruck von Außen, der bei freien Journalisten wesentlich höher ist, dürfte bei Relotius kaum aufgekommen sein. (Heute+) Die freien Journalisten müssen möglichst gute Produkte vorlegen, damit ihre Artikel gekauft werden. Daher kann man davon ausgehen, dass dieser Vorfall nicht der einzige dieser Art ist und auch nicht bleiben wird. Der Fall Relotius zeigt strukturelle Probleme, die Journalisten dazu drängen die Wahrheit zu vernachlässigen, um eine perfekte Story liefern zu können. Zumal die Kontrollsysteme nicht verhindern können, dass Fälschungen und Manipulationen wiederholt den Weg in den Druck finden.

Quellen

Interview von Heute+ vom 20.12.2018 : https://www.youtube.com/watch?v=Q7PBSRkKkdA

„Der Spiegel“, Ausgabe 52 vom 22.12.2018

Zeit Online: https://www.zeit.de/2019/01/journalismus-reportagen-wirklichkeit-aufklaerung-claas-relotius

Pädagogische Hochschule Freiburg: https://www.ph-freiburg.de/fileadmin/dateien/zentral/schreibzentrum/typo3content/journalistische_Werkstatt/A5_Broschuere_Reportage.pdf

Bildquellen

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/spiegel-skandal-die-chefs-drohten-enthueller-mit-rauswurf-59177208.bild.html

Der Spiegel und sein Edel-Faker: Zwei Bewohner einer US-Kleinstadt zeigen, wie dreist Relotius Reportagen fälschte

Betterhelp.com – Psychotherapie per Mausklick?

„You deserve to be happy. Convenient, private, professional counseling online.“ (www.betterhelp.com)


Mit diesem Slogan bewirbt die Internetplattform „betterhelp.com“ ihr Produkt der psychologischen Beratung im Netz.
Ohne das Haus verlassen zu müssen, bietet die Seite die Möglichkeit, mit einem ausgebildeten Therapeuten zu kommunizieren. Dieser wird dem Nutzer individuell, basierend auf den Ergebnissen des zu Anfang ausgefüllten Fragebogens, zugeordnet.
Außerdem belaufen sich die wöchentlichen Kosten auf weniger als 100$, was weitaus weniger ist als das was der nächstgelegene Therapeut für nur eine Sitzung verlangt.

In den letzten Wochen wurde Betterhelp.com von vielen YouTubern beworben, einer der bekanntesten YouTubern der USA stand dem allerdings kritisch gegenüber.
Aus diesem Grund begann ich, mir selbst eine Meinung zu bilden, insofern das als Außenstehender der den Service nicht nutzt, möglich ist.

Nun stellt sich die Frage, wie hilfreich diese Webseite wirklich ist und wie das System funktioniert.
Betterhelp.com verfügt über eine Vielzahl an Therapeuten, welche alle eine Lizenz und Erfahrung mit sich bringen.
Einer dieser Therapeuten wird dem Kunden zugeordnet, somit besteht die Möglichkeit über Live-Chat, Messenger, Telefonate oder Videoanrufe zu kommunizieren. Somit kann die eigene Anonymität gewahrt und das Anliegen direkt besprochen werden.
Laut einer Studie des Berkely Wellbeing Institutes bevorzugen 94% der Befragten „BetteerHelp over face-to-face therapy“. Jedoch ist zu beachten, dass sich unter denBefragten 100% BetterHelp Miglieder befanden und es ist nicht klar, ob diese einen direkten Vergleich ziehen konnten.

Kann die Online-Beratung von BetterHelp also tatsächlich eine face-to-face Therapie ersetzen?

Nein!
Liest man sich durch die „Terms and conditions“ stößt man schnell auf folgenden Satz: „While we hope the Counselor Services are beneficial to you, you understand, agree and acknowledge that they may be the appropriate solution for everyone’s needs and that they not be appropriate for every particular Situation and/or may not be a complete Substitute for a face-to-face examination and/or care in every particular situation.“
Die Therapeuten sind keine Angestellten von BetterHelp, worauf kurz darauf ebenfalls hingewiesen wird. Somit arbeiten die Therapeuten unabhängig, die Plattform übernimmt keine Verantwortung.

Außerdem sind die Therapeuten der Plattform nicht wie Psychiater befugt, eventuell benötigte Medikamente zu verschreiben.
Desweiteren bezweifle ich, dass ein Kunde, der beispielsweise nur die Kommunikation durch Textnachrichten nutzt, richtig wahrgenommen und somit eingeschätzt werden kann.

Was einem in der eigenen Situation wirklich hilft muss jeder für sich herausfinden. Bei kleineren Krisen ist die Online-Therapie sicher hilfreich, bei schwerwiegenden Fällen wie zum Beispiel Depressionen oder Schizophrenie kann diese eine persönliche Beratung/Therapie allerdings nicht ersetzen.

Damokles´ Digitalisierung

Die Digitalisierung dürfte wohl jedem bekannt sein, umgibt sie uns doch beinahe 24 Stunden am Tag. Um sie vernünftig nutzbar zu machen, ist es wichtig, dass Chancen und Schattenseiten gleichsam beleuchtet werden. Ein grobkörniger Umriss ist im Folgenden zu lesen:


https://goo.gl/images/zMM2Bn

Um mit den Chancen zu beginnen, so besteht eine der größten in der Übertragung von Daten. Wir haben die „analoge Datenschranke“ zugunsten der Übermittlung binärer Zeichen überwunden. Die reine Sende-Empfangs-Qualität wird durch Störungsminderung gesteigert.
Nicht relevante Signale werden nicht kommuniziert, was zu einer Datenkompression führt. Kurz gesagt: Effizienz. (Wilke 2009)

https://goo.gl/images/bpQ4UF

Effizient kann da auch der Verbrauch von Energie ausfallen:
Car-Sharing reduziert die Emission von Treibhausgasen, Heizungen sind extern steuerbar, potentiell energieeffizienter, Filme können gestreamt werden und müssen nicht mit Verkehrsmitteln besorgt werden etc.

Auch für die Wirtschaft tun sich neue Möglichkeiten der Organisation auf, wie beispielsweise die digitale Vermarktung von Produkten. Die Industrie 4.0 lässt herzlich grüßen. Hierbei stößt man wiederum auf ethische Problematiken, im Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, die an dieser Stelle den Rahmen vaporisieren würden.

Mit dem Fortschritt der Digitalisierung schreitet auch der Verbrauch von Ressourcen voran. Dass Signale überhaupt von Gerät zu Gerät übertragen werden können, ist durch eine beträchtliche Infrastruktur möglich, die wir in ihrem vollen Ausmaß nie zu Gesicht bekommen. Das fängt bei der Herstellung von Kabeln und Hardware an und hört noch lange nicht bei der Erzeugung von Strom auf.  Von Nachhaltigkeit kann also keine Rede sein.

Ein großer sozialer Aspekt der Digitalisierung spiegelt sich in der Öffentlichkeit wider. Die hat sich, im Zuge der Digitalisierung, einem erneuten strukturellen Wandel unterzogen.
Grundsätzlich ist Öffentlichkeit durchaus von Vorteil. Sie sorgt zum Beispiel für mehr Transparenz, Diskursivität und stärkt letzten Endes die Demokratie (Nürnbergk 2016).

Auch die Informationenbeschaffung ist auf den ersten Blick leichter geworden. Jedoch fehlt es zuhauf an Orientierung auf dem Ozean der Daten und Informationen.

Problematisch wird es dann, wenn fehlerbehaftete Informationen ungefiltert und ohne Zuordnung von Relevanz rezipiert werden und dann möglicherweise sogar an Dritte weitergegeben werden. Die einen mögen es Gerüchte nennen, die anderen Fake News, negativ behaftet ist es allemal.

Das liegt an der Gatekeeper-Funktion des Journalismus, die dieser nur noch bedingt verwirklichen kann.

https://goo.gl/images/dDXSt6

Die Digitalisierung bietet freilich das Potential für großen Fortschritt und Errungenschaften. Dennoch sollten wir sie nicht per se glorifizieren und uns, wie Damokles es getan haben soll, an die Schattenseiten diese Luxus erinnern. Am besten bevor uns das Unheil offensichtlich über den Köpfen hängt.

Sie merken: Die Digitalisierung ist eine höchst komplexe Angelegenheit, die in ihrem Effekt beinahe alle Facetten unserer Gesellschaft durchdringt. Die Einrichtung eines Digitalministeriums wäre das Mindeste. Das gibt es allerdings noch nicht. Wieso?

Adbusting – „Kunst“ mit Botschaft

Der bestens bekannte „Coca-Cola“ Schriftzug und der für die Marke berühmte Weihnachtsmann, der eine Coca-Cola Flasche in der Hand hält. Klar: Werbung von und für den Getränkeriesen.
Doch wer einen längeren Blick riskiert und den Spruch liest, wird feststellen: dieses Plakat kommt sicher nicht aus dem Hause des Getränkeherstellers.

„Für eine besinnliche Zeit: Sag‘ Nein zur AfD!“ -Wer oder was steckt aber hinter dieser klaren Positionierung?

Das Plakat, das Anfang Dezember auf dem Lützowplatz in Berlin stand und sich im Internet verbreitete ist ein Werk von sogenannten „Adbustern“.
Es soll also, wortwörtlich, Werbung „zerschlagen“ werden. Das Ziel ist es, durch Verfremdung von Werbung Aufmerksamkeit für bestimmte Botschaften zu erlangen. Auch wenn die Plakate meistens schnell entfernt werden – auf Social Media verbreiten sich die Bilder rasend schnell.

Auch der Leiter der Unternehmenskommunikation von Coca-Cola, Patrick Kammerer, spielt mit seinem Tweet den Adbustern in die Karten. Er stellt klar, dass es sich bei dem Plakat um einen Fake handelt und spricht sich im Namen von Coca-Cola gegen die AfD aus.

https://twitter.com/PatrickKammerer/status/1069545444253073410

Während in diesem Beispiel die Firma Coca-Cola dafür genutzt wurde, Aufmerksamkeit für eine politische Botschaft zu gewinnen, ist diese in der Vergangenheit selber Opfer von Adbusting-Aktionen geworden.

So zum Beispiel 2015, als der Getränkehersteller die neue Cola-Sorte „Coke-Life“ rausbrachte und damit warb, dass diese einen geringeren Zuckergehalt habe. Doch schnell wird klar: die Cola ist genau so ungesund wie die übliche. Daraufhin hat die Künstlertruppe „Dies Irae“ die Werbeplakate umgestaltet. Aus „Coca-Cola Life“ wird „Coca-Cola Lie“ und die Werbetricks des Herstellers werden auch aufgedeckt: Der Konsument wird eindeutig „gegreenwasht“, denn die Farbe soll suggerieren, dass das Getränk gesund ist.

https://www.facebook.com/nervtjeden/posts/432785186906626

Werbung begegnet uns in jedem Bereich des Alltags. Diese Omnipräsenz machen sich Adbuster zu Nutze. Meist kritisieren sie genau das: die Konsumgesellschaft. Sie wollen darauf aufmerksam machen, wie Werbung uns manipuliert und austrickst. Doch sie schaffen es auch, politische Botschaften zu verbreiten und nutzen die wohl konsumreichste Zeit des Jahres um Stimmung gegen die AfD zu machen.

Quellen:
https://taz.de/!5556472/ (23.12.18)
https://de.wikipedia.org/wiki/Adbusters (23.12.18)
https://www.stern.de/gesundheit/gruene-coca-cola–zu-viel-zucker–trotz-stevia-6188526.html (23.12.18)
https://www.stern.de/genuss/trinken/adbuster-von-dies-irae-gegen-gruene-cola-6414680.html (23.12.18)

Ein Jahr #MeToo

– Die Debatte und Ihre Bewegung

Autorin : Jana Kopp

Seit Alyssa Milano Oktober 2017 den Hashtag #MeToo wieder aufgriff, um Frauen weltweit dazu aufzurufen Erfahrungen sexueller Übergriffe zu teilen, geht dieses Schlagwort viral durch Medien und Presse. Nie zuvor wurde so offen über sexuelle Gewalt debattiert. Die US- amerikanische Schauspielerin Zoa Saldana beschrieb dies gegenüber der Cosmopolitan mit folgenden Worten:

„The high road for a woman for centuries was silence. The new high road is speaking up“

Zoa Saldana
#MeToo Tweet Alyssa Milano

Nach einem Jahr der Debatte fragt sich nun, wie viel sich wirklich verändert hat. Offensichtlich beschäftigen sich die Medien mehr denn je mit der Problematik, wie sexuelle Gewalt aber auch Sexismus insgesamt verhindert werden kann. Denn unter #MeToo werden schon längst nicht mehr nur sexuelle Übergriffe verstanden. Es geht der Ungleichheit an den Kragen und jedem der einen Schritt zu weit ging. Dies wird jedoch auch stark kritisiert , besonders von der Gründerin des Hashtag #MeToo Tarana Burke die diesen 2006 erfand, um auf sexuelle Gewalt weltweit aufmerksam zu machen und gegen diese Misshandlungen vorzugehen. Burke findet, dass die Bewegung unwiderruflich zu einem Rachezug gegen die Männer geworden und die eigentliche Intention dabei verloren gegangen sei. Solche Rachezüge hinterlassen Unsicherheit. Meist sind es Männer , die sich seither unbeholfen im Umgang mit Frauen zeigen. Eine Unbeholfenheit die sich in Form von schlechten Witzen oder bloßem Schweigen zu verstecken versucht. Dieses Reaktionsmuster war besonders deutlich auf der Berlinale 2018 sichtbar, die sich unter dem Motto #MeToo zwar in einem prägnanten Dresscode zeigte, aber dann jedoch eher schweigsam auftrat. Die meisten Schauspieler und Regisseure reagierten mit einem müden Lächeln oder wollten gar nicht erst über die Debatte sprechen.

Doch nicht nur die Unsicherheit zur #MeToo Bewegung erschwert den Diskurs, sondern auch die Vereinfachung der Kompelxität des Sexismus unter einem Schlagwort, lässt zuviel Interprätationsspielraum und erhöht das Risiko das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren:

Kein Rachezug gegen die Männerwelt, sondern die Gleichstellung von Mann und Frau.

Dennoch hat die #MeToo Debatte bewegt und in der Film- wie Fernsehindustrie sogar ihre Spuren hinterlassen. Besonders in der USA wurden schuldige Männer wie Harvey Weinstein und Bill Cosby aus der Industrie verbannt. Außerdem wird Opfern von sexuellen Übergriffen jetzt aktiv Hilfe angeboten. Dazu wurde in der USA die Organisation „Time’s up!“ gegründet und in Deutschland die Vertrauensstelle von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern (plus 15 Branchenverbänden) eingerichtet.

Natürlich ist das Problem sexueller Gewalt und Diskriminierung von Frauen damit längst nicht gelöst. In Sache Gleichberechtigung liegt noch ein weiter Weg vor uns. Doch mit den neuen Medien hat der Kampf der Geschlechtergleichstellung ein mächtiges Tool dazugewonnen, was Bewegungen wie #MeToo ermöglicht und sich damit weltweit Gehör verschafft.

„We owe future generations nothing less than a world free of sexual violence.

(…)

I believe we can build that world.“

Tarana Burke