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Youtube Burnout – Der Fluch des Erfolges

Pewdiepie, Jacksepticeye, Bobby Burns. Das sind nur drei der dutzenden Youtuber, welche in den letzten Jahren zugegeben haben an Burnout zu leiden. Immer öfter findet man neue Videos zu dem Thema, Youtuber die ihre Fans über ihren Zustand aufklären und meist auch eine Social Media Pause ankündigen. Dies kommt meist überraschend für Fans, da die Social Media Accounts der Youtuber dies oft nicht erahnen lassen. Sieht man jedoch genau hin, wird klar, das Youtuber zu sein schnell in eine Spirale abdriften kann.

Youtuberin Ell Mills redet über ihren Burnout

Eine der Betroffenen ist Elle Mills. Seit sie jung war wollte sie Youtuberin werden und so drehte sie von klein auf Videos. Es brauchte sie Jahre, doch dann kam die Popularität ganz schnell. Und plötzlich schauten ihr Millionen zu. Sie beschreibt in ihrem Video „Burn out at 19“ wie sie, obwohl Youtube ihr Traumberuf ist, einfach nicht glücklich wird. Sie sei ständig allein, gestresst, fühlt einen starken Druck. Denn wer seinen Durchbruch hat, der muss sich zumindest auf dem Level halten, wenn nicht sogar ständig selbst übertreffen. Und natürlich auch auf allen Social Media Plattformen aktiv sein und zu den Conventions gehen und stetig weiter produzieren.

Auch ihre folge Videos zu dem Thema, in denen sie von den Auswirkungen des Burnout Videos redet, aber auch zugibt, dass sie durch den Burnout eine Essstörung entwickelte, haben einen negativen Unterton. Sie weiß, dass sie sich in einem Besserungsprozess befindet, der lange Zeit brauchen wird.

Auch Youtube selbst macht es Youtubern schwer

„Youtube neigt dazu Inhalte zu belohnen, die regelmäßig hochgeladen werden.“ meint die Psychologin Kati Morton, welche selbst einen Youtube Kanal hat. Denn wer regelmäßig Inhalte hochlädt generiert auch regelmäßig Klicks und Views. So kann eine Pause dazu führen, dass Youtube die Inhalte dieser Youtuber als weniger lukrativ einstuft und somit nicht in der selben Art und Weise promotet wie zuvor. Und nicht jeder kann sich das leisten.

Ob sich Youtube auf lange Sicht erhalten kann, wenn es seinen Content Creatorn nicht entgegenkommt ist fragwürdig. Klar ist nur, dass, wenn es so weiter geht wie es ist, immer mehr Youtuber geben wird, die unter dem Druck zusammenbrechen.

Quellen:

https://www.youtube.com/watch?v=WKKwgq9LRgA
https://www.youtube.com/watch?v=SVpBue05Jjg
https://www.youtube.com/watch?v=Ye8H81RZI1E
https://www.polygon.com/2018/6/1/17413542/burnout-mental-health-awareness-youtube-elle-mills-el-rubius-bobby-burns-pewdiepie
https://www.thisisinsider.com/youtube-burnout-alishamarie-pewdiepie-casey-neistat-describe-pressures-of-the-industry-2019-1


Die 1000. Folge „Moin Moin“ – Die Frühstückssendung im Internet feiert Jubiläum

Am 15. Januar 2019 war es endlich soweit. Rocket Beans TV feierte vierjähriges Bestehen und zudem auch die 1000. Folge ihrer Morning-Show „Moin Moin“. Anlässlich des Jubiläums gab es eine Sondersendung dieses Formats.

Rocket Beans TV ist ein Streaming-Kanal der auf verschiedenen Plattformen, unteranderem auch YouTube, nonstop sendet. Angeboten werden Live-Unterhaltungsformate. Alle Sendungen sind anschließend als Video-on-Demand verfügbar. Eine Besonderheit von RBTV ist der Live-Chat, durch den die Community jeder Zeit an einer Live-Sendung teilnehmen und Inhalte kommentieren kann. Mit Hilfe des Chats haben die Moderatoren die Möglichkeit die Zuschauer aktiv mit einzubeziehen. Bekannt ist der Kanal vor allem auf Grund seiner „Let´s Plays“ und anderen zahlreichen PC- und Videospielformaten. Allerdings bietet Rocket Beans TV nicht nur Gaming-Inhalte.

In den vergangen vier Jahren hat der Kanal verschieden Sendungen und Formate mit in sein Programm aufgenommen. Es gibt sowohl Sendungen zu den Themen Kino, Serien oder Fußball, als auch Talkformate und verschieden Quiz-Sendungen. Und wie bereits erwähnt, gibt es auch eine Morning-Show namens „Moin Moin“.

https://bohnen.wiki/index.php/Datei:MoinMoin_Logo.jpg

Moin Moin ist die Frühstückssendung für alle Langschläfer. Das Format ging am 19. Januar 2015 zum ersten Mal auf Sendung und läuft seitdem montags bis freitags ab 10:30. Moin Moin dauert durchschnittlich 45 Minuten. Es gibt fünf verschieden Moderatoren, denen jeweils ein Wochentag fest zu geteilt wurde, sodass jeder von ihnen einmal pro Woche auf Sendung geht. Gelegentlich haben die Moderatoren Gäste oder einen Co-Moderator in ihren Sendungen.

Das Besondere an diesem Frühstückformat ist, dass es keine festen oder geplanten Themen oder Rubriken gibt. Jeder Moderator ist selbst für den Inhalt seiner Sendung zuständig. Durch die bereits erwähnte Nähe und den Bezug zu der Community, ist eine sendungsinterne Tradition entstanden. Die Zuschauer posten gerne Bilder von ihrem Frühstück und zelebrieren dieses somit.

„Aber das ist doch das Schöne an Moin Moin. Es ist wie ein bunter Kasten und man weiß nie was drin ist. Jeder kann sich selbst verwirklichen und ausprobieren.“

Etienne Gardé, RBTV Mitgründer und „Moin Moin“ Moderator

Anlässlich der 1000. Folge gab es eine besondere Ausgabe der Frühstückssendung, in der auf die besten und lustigsten Momente der vergangen Sendungen zurück geschaut wurde. Der Rückblick erfolgte in Form einer Rankingshow in Anlehnung an „Galileo Big Pictures“. Zudem twitterte die Community fleißig und daher wurden im Verlauf der Sendung immer wieder Glückwünsche und Gratulationen der Zuschauer eingeblendet. Als großes Highlight der Jubiläumssendung wurde das neue Intro gezeigt, das seitdem verwendet wird.

Tweet eines RBTV Zuschauers

Das Frühstücksformat von Rocket Beans TV ist erfolgreich. Die Anzahl der Folgen spricht für sich. Und auch wenn während der Live-Sendung nur etwa 2 bis 3 Tausend Leute zuschauen, was eventuell der Uhrzeit geschuldet ist, so zeigen die anschließenden Aufrufe bei YouTube (ca. 30.000-60.000), dass das Format sehr beliebt ist.

Rocket Beans TV beweist, dass ein Live-Stream Kanal erfolgreich senden kann, dass Fernsehen im Internet Zukunft hat und, dass eine Internet-Frühstückssendung gerne gesehen wird.



Quellen:

Molly Burke – Wie eine blinde YouTuberin das Internet verändert

Auf den ersten Blick wirkt die 24-Jährige Molly Burke aus Los Angeles wie eine ganz normale YouTuberin, die ihren Alltag mit ihren Zuschauern teilt. Sie trinkt gerne Kaffee bei Starbucks, liebt Shoppen und färbt ihre Haare oft in knalligen Farben. Was man ihr erst anhand des Zitterns ihrer Augen oder ihrem Blindenhund namens Gallop anmerkt: Sie ist seit zehn Jahren blind ist.

Im Alter von 14 Jahren hat die, übrigens auch als Motivationssprecherin tätige, Molly ihre Sehkraft in Folge der Krankheit „Retinitis Pigmentosa“ verloren. Heute sieht sie nur noch Licht und Schatten. Ein Grund dafür, weswegen sie Glitzer liebt. Die Lichtreflexionen kann sie nämlich noch immer erkennen.


There is no medical model of disability, there is no hope of fitting in or belonging to a world that buys into or supports that framework. I am not broken. And I don’t need to be fixed. Society does.

Zitat aus der Rede von Molly Burke, hochgeladen am 14.11.17 auf YouTube

Molly Burke mit ihrem Blindenhund Gallop
(Bildquelle: Instagram)

In ihren Videos zeigt sie, wie die Medien stellenweise mit der Barrierefreiheit hinterher hinken oder an welchen Stellen schon einiges erreicht wurde. Zum Beispiel zeigt sie die VoiceOver Funktion ihres Smartphones und ihres Laptops, welche eine Sprachausgabe ermöglicht und alles auf dem Bildschirm laut ausspricht.

Andere Möglichkeiten, wie sie zum Beispiel Social Media nutzen kann, sind Fotobeschreibungen auf Instagram.

Dafür hat Instagram vor kurzem zwei neue Funktionen ins Leben gerufen, die sehbehinderten Menschen die Nutzung der App erleichtern soll. Zum einen gibt es einen automatischen Alternativtext, der mit einer Objekterkennungs-Technologie das Bild beschreibt, zum anderen kann jeder Nutzer selbst zur normalen Bildbeschreibung zusätzlich eine barrierefreie Bildbeschreibung einfügen.

Eine Studie, gefördert von den Medienanstalten und Aktion Mensch, hat sich mit genau diesen Zugangsproblemen, von denen Molly spricht, befasst. Hier wurden unter anderem Defizite wie fehlende Audiodeskriptionen im Fernsehen oder die nicht mögliche Nutzung von Zeitungen oder dem Internet genannt. Man merkt also, dass dieses Problem global ist und nicht nur in Mollys Heimat, den USA, zu einer Exklusion von Menschen mit Behinderung führt.

Kollaboration mit YouTuber Shane Dawson

In Kollaborationen mit anderen YouTubern, wie zum Beispiel Shane Dawson, versucht Burke der Welt zu zeigen, wie es ist, blind zu sein. Hierfür nutzt sie ihre Reichweite von 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten. (Stand: 30.1.19) Unter anderem erklärt Molly auch, welche Klischees es gibt, welche Fragen man Sehbehinderten nicht stellen sollte oder wieso man Blindenhunde nicht streicheln darf, während sie arbeiten.

Im Video mit Shane Dawson erwähnt die gebürtige Kanadierin, dass sie Dawsons Buch nur deswegen kannte, weil er es als Hörbuch eingesprochen hatte und sie liebend gerne das zweite Buch hören würde, es aber leider zu ihrem großen Bedauern nicht vertont wurde. Dawson reagierte darauf emotional. Er war sich nicht bewusst, welchen Einfluss solch kleinen Gesten auf das Leben anderer haben können.

Gerade im Social Media Zeitalter, während des regelrechten Boom der Influencer-Branche, hat Molly Burke eine Nische gefunden, in der sie sowohl unterhaltende, als auch informierende Videos, Fotos oder Texte teilt. Sie selbst fungiert so als Sprachrohr für die Community der Sehbehinderten, die bis dato keine Plattform hatten, um sich zu repräsentieren. Damit öffnet sie auf der ganzen Welt Augen für Probleme, für die die Gesellschaft vorher blind war.

YouTube Music

Ein neuer Streamingdienst ist auf dem Markt!

YouTube Music, ist der neue Musik- Streamingdienst von YouTube. Aber brauchen wir wirklich noch eine neue Musikapp die im Grunde das gleiche leistet wie Spotify, Apple Music und co.? 

YouTube präsentierte im letzten Jahr die neue App, die seit dem Winter in Deutschland und Österreich angeboten wird. YouTube hat zwei Optionen, die erstmals in den USA, auf den Markt gebracht wurden. Dabei handelt es sich um YouTube Premium (ehemals YouTube Red) und YouTube Music Premium, die beide unterschiedliche Angebote und Möglichkeiten bieten Musik zu streamen.

Wer sowieso über YouTube Musik hört kennt das Problem, der Werbeeinblendung, der nicht vorhandenen Offline Wiedergabe und der Problematik des Hintergrund- Playbacks. Der Vorteil: es ist kostenfrei zugänglich. Um all diesen Problemen aus dem Weg zu gehen kann für 11,99 Euro bzw. für 9,99 Euro im Monat eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen werden.

YouTube Premium bietet für 11,99 Euro im Monat eine werbefreie Musik- und Videowiedergabe, das Angebot Musik und Videos im Hintergrund laufen zu lassen, Offline Videos und Musik zu streamen und die exklusiven Original YouTube Serien anzuschauen, wie zum Beispiel „Cobra Kai“, „Step Up: High Water“ oder die „Jumper“- Serie „Impulse“.

YouTube Music Premium bietet dagegen für 9,99 Euro eine werbefreie Musikwiedergabe, das Weiterlaufen von Musik im Hintergrund und eine Offlinewiedergabe von Musik, die Videoaspekte werden bei diesem Paket ausgelassen. Es gibt im Rahmen dieser Mitgliedschaften auch ein Familienabo, in der bis zu 6 Personen teilhaben können. Die einzigen Voraussetzungen für diese Abo sind, dass alle Beteiligten im gleichen Haushalt leben, über 13 Jahre alt sind und im Besitz eines Google-Kontos sind. Dieses Angebot stellt YouTube für 14,99 Euro bzw. 17,99 Euro pro Monat zur Verfügung. Außerdem soll in den nächsten Monaten auch in Deutschland ein Studentenabo ermöglicht werden, welches in den USA schon etabliert ist.

Der YouTube Streamingdienst bietet viele Vorteile, hebt sich aber nicht unbedingt von den anderen Streamingdiensten ab. Den größten Vorteil dürften die Google-Play-Music Nutzer haben. Sie bekommen einen freien Zugang auf den Service von YouTube ohne extra bezahlen zu müssen. Auch die Nutzer des kostenfreien YouTubes überlegen sich wahrscheinlich von nun an zweimal ob sie die lästige Werbung nicht durch 10 Euro im Monat ersetzen.

Quellen:

https://www.giga.de/webapps/youtube-music/specials/youtube-music-premium-kosten-vorteile-des-streamingdienstes/
https://www.zeit.de/digital/2018-06/youtube-music-musik-streaming-dienst

https://www.google.com/search?q=youtube+music&client=safari&rls=en&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjqocniloTgAhXKbVAKHWubDhAQ_AUIEygA&biw=1262&bih=674#imgrc=Z4wtnE3fr96pEM:

Youtube Rewind 2018 – Das Video mit 14 Mio. Dislikes

Seit 2010 veröffentlicht Youtube jährlich einen Jahresrückblick auf dem Videokanal Youtube Spotlight.

Celebrating the videos, people, music and moments that defined 2018

heißt es in der Videobeschreibung des Youtube Rewind 2018: Everyone Controls Rewind

Mit solch einer Resonanz hätte niemand gerechnet

Der diesjährige Jahresrückblick erschien am 6. Dezember 2018 und generierte innerhalb von 13 Tagen eine Rekordsumme von über 14 Millionen Daumen nach unten.

Bewertung am 29.12.2018

Von mehreren Medien kritisiert, wird das Youtube Rewind 2018: Everyone Controls Rewind  bereits am 13. Dezember 2018 zum meist gehassten Video der gesamten Plattform.

Wie kam solch eine Bewertung zustande?

Mit Ausnahme des Ausreißers vom Youtube Rewind 2011(moderiert von Rebecca Black), ist eine negative Entwicklung der Nutzerbewertung zu verzeichnen.

Nutzerbewertung der „Rewind“-Videos (Quelle: youtube.com)

Ein Grund für den Negativ-Trend ist die Veränderung des Konzeptes. Was mit einer Zusammenstellung aus den wichtigsten Videos des Jahres begann, wurde 2012 in ein hochwertig produziertes Musikvideo umgewandelt, indem ausgewählte Content Creator eine Choreographie hinlegen konnten, etwas was bisher gut bei den Zuschauern ankam.

Ausschnitt aus Youtube Rewind 2017

Jedoch änderte sich die Kernbotschaft bereits im Jahre 2017 mit der Einbindung einer emotionalen Ebene durch die Thematisierung von Katastrophen, menschlichen Elend und dem Zusammenhalt der Community auch in „harten Zeiten“. Elemente, welche für viele nicht unbedingt mit Youtube in Verbindung stehen sollten (siehe Kommentare).

„we control Rewind this year“

Dieses Jahr kam das Youtube Rewind nicht am beliebten Videospiel Fortnite vorbei. Anmoderiert von Will Smith beginnt die Rückblende im Battle-Royale Modus. Die Youtuber landen gemeinsam auf einer Insel und überlegen am Lagerfeuer das erste mal selber, was die relevantesten Youtube-Momente des Jahres waren. Themen wie: Fortnite, K-pop, Mukbang, In my feelings Challenge, Asmr und weitere sind im Video vorzufinden.

Auch eher Youtube-ferne Themen wie: Flüchtlinge auf der Suche nach heimat, Feminismus, arbeitende Frauen, asiatische Repräsentation in der Unterhaltungsbranche so wie die „Kunst des Drag“ schafften es in den Jahresrückblick und sorgten auch dieses Jahr für enttäuschte Zuschauer, welche lieber etwas unpolitisches gesehen hätten (siehe Kommentare).

Ausschnitt aus: Youtube Rewind 2018

„Es war halt nicht das Rewind, was wir die letzten Jahre hatten“

Prof. Dr. Natascha Becker, Millenial und Spezialistin für Memeologie im GameStar-Interview

Nicht nur das Video an sich ist der Grund für das Dislike-Phänomen. Die Community scheint allgemein unzufrieden mit Youtube zu sein.

Kommentar unter dem Rewind 2018

Youtube’s Antwort auf die Dislike-Welle

Auf Twitter bedankt sich Youtube für das Engagieren der Community. Dazu will sich das Unternehmen bemühen, das nächste Jahr besser für jeden zu gestallten.

“Every year when we release our Rewind video, our number one goal is getting the community to engage with it,”

“This includes liking and disliking the video. With millions of comments, millions of likes and dislikes, and more than 100M views, we’re pleased with the results.”

Youtube Pressesprecher im Statement mit Metro.co.uk

Fazit

Es ist wohl fair zu sagen, dass das Youtube Rewind 2018 ein Reinfall war. Jedoch scheint es so als ob die Anforderungen der Community zu Youtube durchgedrungen sind und etwas für das Wohl der Zuschauer unternommen wird.

Quellen

https://www.stern.de/neon/wilde-welt/gesellschaft/youtube-rewind–mit-13-millionen-dislikes-zum-meistgehassten-video-8496716.html

https://www.rtl.de/cms/youtube-rewind-2018-auf-dem-weg-zum-meistgehassten-video-weltweit-4265210.html

https://metro.co.uk/2018/12/12/youtube-insist-theyre-pleased-with-rewinds-results-despite-its-9-million-dislikes-8239481/

https://www.gamestar.de/videos/alle-hassen-youtube-rewind-2018-unsere-millennial-expertin-erklaert-den-downvote-sturm-video,98006.html

https://www.youtube.com/watch?v=YbJOTdZBX1g&t=322s

Medienkompetenz – Das Bilderbuch der Digitalisierung

Der Konsum von Bildinhalten, insbesondere der von Jugendlichen, steigt immer weiter an. Wie das mit dem Internet und der Digitalisierung zusammenhängt, das lesen Sie hier: 

Der Zugang zu Medien ist noch nie so einfach gewesen. Das ist der zunehmenden Digitalisierung zu verdanken. Hierbei gelangt der Konsument immer häufiger über das Internet zu Inhalten wie Videos, Bildern und Zeitungsartikeln.
Das Internet bietet einen enormen Pool an Informationen. Diese Informationen variieren stark und sind nicht immer nutzbringend. Falsch gestreute Informationen wie „Fake-News“ tendieren die Meinungsbildung zu verfärben. Es ist daher offenkundig ratsam, nicht allem zu trauen, was man im Netz vorfindet. Dazu zählen auch Bildinhalte. Selektives Vorgehen wäre da gefragt.

Um aber überhaupt selektieren zu können, wird ein Vorwissen benötigt, das mit höherem Alter wahrscheinlicher vorhanden ist. 
Unsere Jugend könnte sich dieses Vorwissen meist nur in der Schule und im Zuge der häuslichen Erziehung aneignen. Allerdings wird Medienkompetenz in Schulen weitestgehend nicht unterrichtet und Eltern halten eher an tradierten Medien fest. 
Die Jugend ist also gerade im Bezug auf die neuen Medien, wie etwa „Social-Media“, sich selbst überlassen.

Nun haben Jugendliche die Wahl, was sie rezipieren möchten. Spoiler:Tageszeitungen und andere längere Texte sind meistens nicht.

Bildquelle: https://goo.gl/images/3fhmn8

Laut der Jim-Studie schauen 65% der befragten Jugendlichen täglich Videos (3% mehr als im Vorjahr).
Allerdings lesen nur
19% auch täglich Bücher (2% weniger als im Vorjahr).
E-Books und Online-Zeitungen liegen prozentual sogar noch weiter darunter.

Medienkonsum, insbesondere der jugendliche, gleicht mit frappierender Ähnlichkeit dem Konsum von Bilderbüchern
Analogien finden sich in der Mehrung der Bild- gegenüber den Textinhalten und in der Ursache des Konsums.

Die ist darin begründet, dass wir Bilder tendenziell leichter und intensiver wahrnehmen als Texte. War es zu Beginn der Printmedien ein äußerst komplexes Unterfangen, Bilder in großer Zahl zur Verfügung zu stellen, so fällt der Arbeitsaufwand für derartiges heute bestenfalls marginal aus: Beinahe jede Privatperson in Deutschland kann als Video- Bild- und Textproduzent fungieren und vermag es prinzipiell die gesamte Bevölkerung zu erreichen, die Zugang zum Internet besitzt. Unzählige Meinungen und Informationen, ob valide oder nicht, sind abrufbar. 

https://goo.gl/images/5uNVWN

Und hier spielt die Selektion eine exorbitante Rolle: Woher wissen Kinder und Jugendliche welche gesellschaftliche Tragweite ihr Konsumverhalten in sich birgt? Zum drögen Lesen von bildenden Büchern wird man ja bereits in der Schule gezwungen, wieso sich also auch noch in der Freizeit den Kopf zermartern? – Dann konsumiert man doch lieber Themen, die im „wahren“ Leben wirklich interessant sind. Wie etwa das neuste YouTube-Video zu Beziehungsdramen. 

https://www.youtube.com/channel/UCK274iXLZhs8MFGLsncOyZQ
(Stand: 12. Dezember 2018)

Die Folgen sind genutzter Raum für Meinungsmache von unlauteren Personen und Krisen in Printmedien wie beispielsweise der Zeitungskrise.

Oft wird unsere ehemalige Kanzlerin Angela Merkel für die Aussage, dass das Internet für uns alle Neuland sei belächelt. Doch Fakt ist: Das ist es tatsächlich. Das Internet kann, in seiner gesellschaftlichen Tragweite, mit dem Buchdruck verglichen werden. Wir gehören zu den ersten Generationen, die seine Auswirkungen erleben. Der richtige Umgang damit möchte von uns allen weiter verbessert werden. 

Es ist daher schlussendlich essenziell, dass zukünftige Generationen im Umgang mit Medien geschult und sensibilisiert werden, um größere Zusammenhänge, in Wechselwirkung mit der Digitalisierung, erfassen zu können. Die Zeit ist reif, die Früchte zu ernten, welche die Menschheit gesät hat, anstelle sie unkontrolliert vegetieren zu lassen.

Skandal um YouTuber Logan Paul – Warum faszinieren uns Grausamkeiten derart?

YouTube-Star Logan Paul löst mit neusten Videos einen viralen Shitstorm nach dem anderen aus. Nun legt er eine Besinnungspause ein, doch das Internet nutzt die um schamlos weiter zu diskutieren. Pauls Abonenntenzahlen steigen trotz rassistischer und respektloser Kommentare sowie grafischer Darstellung von Gewalt und Grausamkeit weiter an. Skandal um YouTuber Logan Paul – Warum faszinieren uns Grausamkeiten derart? weiterlesen

Cybermobbing – Anonymes Bewerten und Beleidigen wird schlimmer

Der Begriff Cybermobbing ist seit Anfang der sozialen Medien ein Begriff, der immer wieder fällt und vor dem gewarnt wird. Doch in einem Zeitalter in dem immer mehr neue Medien, Apps und Möglichkeiten entstehen – wo bleiben da die Lösungen?  Sind es wirklich die Medien die, die Menschen skrupelloser handeln lassen oder ist die falsche Erziehung mit dem Umgang von Medien Schuld?

Laut einer Erhebung vom Bündnis gegen Cybermobbing, wird nur jedes zehnte Kind in seiner Internetnutzung kontrolliert. So nutzen die meisten Kinder und Jugendliche das Internet ohne Vorsicht und Bedacht und erfahren keine Konsequenzen, da sie zu wenig oder gar nicht von ihren Eltern kontrolliert werden.

Anfangs sprachen die Medien von Cybermobbing über das unbekannte, große Internet, das niemals vergisst. Weiter ging es mit Facebook auf Computern und Smartphones, Whatsapp als Messenger über das Handy, die das Lästern und Beleidigen, ja sogar veröffentlichen von Videos leichter, schneller und noch gefährlicher machten.

Nun steigen die Möglichkeiten andere Menschen zu beleidigen jedoch weiter.

Auf Plattformen wie Youtube fängt die „einfache“ Bewertung eines Videos bereits bei dem Daumen hoch oder runter Button an. Dies mag zwar wie eine konstruktive und neutral gehaltene Bewertung scheinen, doch müssen wir uns nicht die Frage stellen wo die Grenze des sachlichen Bewertens aufhört und das Mobbing beginnt?

Hass-Kommentare, die viele Daumen nach oben bekommen werden teilweise von anderen, auch anonym gehaltenen Benutzern gepushed und wieder geliked, sodass diese Kommentare weiter oben angezeigt werden. Durch die Anonymität fühlen sich die Täter sicher und werden immer skrupelloser, wenn es um die Beschimpfung von Menschen geht.

Ferner belegte eine Studie vom DLF, dass die Opfer Zahlen von Mobbing Attacken im Internet zwar gering abnehmen, dafür aber heftiger bzw intensiver gemobbt wird. Die Gründe dafür sieht Uwe Leest vom DLF vor allem in der fehlenden Sozialkompetenz der heutigen Jugend und den nicht vorhandenen Sanktionen und Maßnahmen bei Cybermobbing.

Die Studie des Bündnis gegen Cybermobbing zeigt deutlich, dass die Maßnahmen an Schulen gegen Cybermobbing viel zu gering und teilweise gar nicht vorhanden sind.

Deutlich wird, dass das Thema immer präsent sein wird, doch der Umgang der Menschen damit verändert werden muss. Anstatt mehr Beispiele von Attacken zu zeigen, sollten Schulen, Universitäten und Eltern zusammen arbeiten. Das alleinige reden über das Thema genügt dabei nicht. Sanktionen und Strafen sollten allseits bekannt sein, sodass mögliche neue Täter nicht zu tatsächlichen Tätern werden. Ebenso sollte der Umgang mit Sozialen Medien vor allem bei jungen Kindern früh kontrolliert sein.

 

 

Quellen:

 

Bundeswehr Exclusive – eine raffinierte PR-Strategie

Ende des letzten Jahres startete auf YouTube die bundeswehreigene Webserie „Die Rekruten“, welche vor allem Jugendliche dazu anwerben sollte, über eine Ausbildung bei dieser nachzudenken. Dieses Jahr geht die PR in die nächste Runde: Der Kanal „Bundeswehr Exclusive“ wird in der neuen Serie „Mali“ Soldaten in Westafrika direkt am Einsatzort zeigen.

Aber wie viel Nutzen hat das Projekt für die Bundeswehr überhaupt und wie sieht es mit einem realistischen Bild der Umstände in Mali aus?

 

 

 

 

 

 

 

Insgesamt lässt sich der Arbeitgeber Bundeswehr das Ganze 6,5 Millionen Euro kosten, wie Die Zeit berichtet.
Lohnenswert scheint diese kostspielige Angelegenheit allerdings zu sein, da im Vorjahr nach dem Erfolg von „die Rekruten“ die Anzahl der Bewerbungen tatsächlich um 21 Prozent gestiegen worden seien.
Der Versuch einer zweiten Anwerbung des Nachwuchses macht also ganz offensichtlich Sinn. Daneben geht es allerdings auch um eine Aufbesserung des allgemeinen Images der Bundeswehr.

Betrachtet man allerdings die Art des Filmens, welche nicht nur im Trailer einem Actionfilm mehr als nahekommt, gerät das Konzept doch etwas ins Schwanken. Zwar sind der eigene Soundtrack und die ästhetischen Eindrücke von Afrika gut und schön, Mali besitzt mit Sprengfallen und Kriminalität aber auch andere Seiten, welche die Serie zwar zeigt, aber mit „Camping in der Wüste“ und anderen netten Abenteuern für die Soldaten darstellt.

„Wir wollen die Scheu und die Bedenken vor Auslandseinsätzen abbauen, indem wir ein realistisches Bild von ihnen zeigen, auch den banalen, langweiligen Alltag im Camp“, erklärt Dirk Feldhaus, Pressesprecher der Arbeitgebermarke der Bundeswehr, laut der Welt.
An sich keine schlechte Strategie, doch wie realistisch oder eben gestellt die Szenen tatsächlich sind, lässt sich aus Zuschauersicht nun mal nicht sagen – was ein gefährlicher Punkt in Hinblick auf die Wahrnehmung der Serie sein kann.
Situationen können so dargestellt werden, wie sie dem Rezipienten präsentiert werden sollen, ohne dass dieser die Szenen groß infrage stellen kann, da er keinen Vergleich hat.

 

 

 

 

 

 

 

Vor Anlauf der Serie fielen die Kritiken jedoch nicht nur negativ aus. Teils wurde zwar vorher Genanntes bemängelt, aber auch erwähnt, dass eine Verzerrung der Situation nicht gegeben sei, da Tode und Gefahren in der Serie ebenfalls thematisiert werden sollen. Jetzt, da alle Folgen schon ausgestrahlt wurden, würden einige ihre Kritiken wohl aber sicher noch einmal überdenken.

Hier gehen die Meinungen also stark auseinander. Fest steht jedoch, dass es der Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht extrem an Soldaten mangelt. Ob diese Art der PR eine geeignete Lösung für dieses Problem ist oder nicht, ist allerdings eine Frage, die so leicht nicht zu beantworten ist.

 

Quellenangabe

„Bild Dir Deinen Militärnachwuchs – Kriegswerbung von Bundeswehr und Bild-Zeitung“. RT Deutsch, https://deutsch.rt.com/gesellschaft/59249-bild-dir-deinen-militarnachwuchs-millionen-bundeswehr-werbung-statt-journalismus/. Zugegriffen 1. Dezember 2017.

Bundeswehr. http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeswehr-nachfrage-fuer-freiwilligen-wehrdienst-bricht-ein/20630890.html. Zugegriffen 25. November 2017.

„Bundeswehr Exclusive“. YouTube, https://www.youtube.com/channel/UCZPAni75bkLnjGO8yhuJpdw. Zugegriffen 25. November 2017.

Havermann, Benjamin. „Bundeswehr-Serien: TV-Sender für ‚Die Rekruten‘ gesucht und neue Serie ‚Mali‘ | svz.de“. svz, https://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/tv-sender-fuer-die-rekruten-gesucht-und-neue-serie-mali-id18358246.html. Zugegriffen 25. November 2017.

Klapsa, Kaja. „Nichts für Weicheier“. DIE WELT, 20. Oktober 2017. www.welt.de, https://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article169829808/Nichts-fuer-Weicheier.html. Zugegriffen 25. November 2017.

„Nach ‚Rekruten‘ kommt ‚Mali‘“. FAZ.NET, 14. Oktober 2017. www.faz.net, http://www.faz.net/1.5246472. Zugegriffen 25. November 2017.

Stresing, Laura, und Matthias Gebauer. „Neue Bundeswehr-Serie ‚Mali‘: Mit Gefühlsdusel auf Rekrutensuche“. Spiegel Online, 17. Oktober 2017. Spiegel Online, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bundeswehr-youtube-serie-mali-mit-gefuehlsdusel-auf-rekrutensuche-a-1173293.html. Zugegriffen 25. November 2017.

Wiegold, Thomas. „‚Bundeswehr Exclusive‘: Werde Soldat, yo!“ Die Zeit, 25. Oktober 2017. Die Zeit, http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-10/bundeswehr-exclusive-mali-youtube-serie-die-rekruten. Zugegriffen 25. November 2017.

Memes – die etwas andere Publicity

Niemand ist mehr sicher vor ihnen: Memes. Sei es US-Präsident Donald Trump, Nationalmannschaftsstürmer Sandro Wagner oder gar der Big Ben in London. Mittlerweile ist es möglich, über alles und jeden eins dieser viralen Fotos oder Videos anzufertigen. Memes sind allgegenwärtig.

Was das genau ist, hat dieser Blogbeitrag eines MeWi-Studenten des vergangenen Jahrgangs erklärt. Doch welchen Einfluss hat dieses Internetphänomen – auch wenn es total abwegig klingt – auf Wirtschaft und Politik?

Erstmal ist zu berücksichtigen, dass Memes vor allem bei jüngeren Internetnutzern äußerst beliebt und populär sind. Es ist schwer vorstellbar, einen Jugendlichen zu finden, dem dieser Begriff nicht geläufig ist. In den sozialen Netzwerken wird man zudem praktisch mit diesen Bildern oder Videos überschwemmt: Facebook, Twitter und YouTube laufen vor Content praktisch über – und dort verbringen viele junge Leute einen nicht geringen Teil ihrer Freizeit.

 

Jeder kann über alles ein Meme kreieren

 

Die Variationen der Memes reichen von harmlosen Bildchen über aktuelle Themen bis hin zu grenzwertigen (schwarzem) Humor, welcher auch häufig als zu anstößig angesehen wird. Auch Videos und Collagen, die auf den ersten – oder auch zehnten – Blick absolut keinen Sinn ergeben und nur in bestimmten Kontexten funktionieren, sind reichlich vorhanden und eher für die „Hardcorefans“ vorgesehen.

Nichtsdestotrotz überwiegt die Anzahl an tatsächlich gesellschaftsfähigen Unterhaltungsinhalten die Internetlandschaft. Und wie man es bereits aus der Modewelt kennt, gibt es natürlich auch hier Trends. Bestes Beispiel hierfür sind die „Lindner-Memes“, welche vor allem nach dem plötzlichen Abbruch der Sondierungsgespräche durch den FDP-Politiker in der vergangenen Woche in Mengen aufgekommen sind. Oder auch Präsident Donald Trump: Der 71-Jährige steht praktisch durchgängig in den Schlagzeilen der Medien und sorgt mit seinen öffentlichen Auftritten oder Tweets für ordentliches Memepotenzial.

Womit wir auch wieder bei der Ausgangsfrage sind. Unternehmen und Parteien erkennen natürlich auch das Potenzial in dem Internetphänomen und möchten dieses für Marketingzwecke nutzen. Das gelingt meist eher schlecht als recht. Entweder geht der Schuss nach hinten los und sorgt für schlechte Publicity, man läuft einem total veralteten Trend hinterher oder macht einfach alles falsch.

 

Ein Versuch der Sparkasse – Eher zum fremdschämen

 

Wenn man jedoch alle wichtigen Faktoren beachtet – Aktualität, Verständnis und Umsetzung der Meme – dann kann man durch die folgliche Viralität als Unternehmen bei potenziellen Kunden punkten. Daher werden auch immer häufiger Memes in den Marketingstrategien eingebaut. Beispiele für gelungenes Mememarketing sind u.a. Sixt und Leibniz-Kekse.

Auch in der Politik sind Memes reichlich vertreten – aber meist um jemanden auf die Schippe zu nehmen. Neben den angesprochenen Trump und Lindner gibt es natürlich auch noch weitere Politiker, die auf unfreiwilliger Basis ganze Datenbänke von Memes gewidmet bekommen haben. Man könnte argumentieren, dass durch die mögliche Gefahr der Verspottung ein mancher auf seine Ausdrucksweise mehr achten würde. Jedoch ist die Hemschwelle für Memes mittlerweile sehr gering, sodass selbst harmlose Aussagen parodiert werden.

Alles in allem haben Memes natürlich keinen so hohen Stellenwert wie andere Medien. Und es ist kaum zu erwarten, dass dies sich in Zukunft ändern wird. Allerdings sollte man die „Macht“ dieser Inhalte nicht unterschätzen. Man kann sie bei richtigen Gebrauch zu seinen Vorteilen nutzen, aber sich auch ins eigene Fleisch schneiden.

Quellen:

http://www.social-media-knigge.de/2013/07/03/verlockend-marketing-mit-memes/

http://tobesocial.de/blog/social-media-marketing-memes-unternehmen-strategie-vorteile-tipps-engagement

https://www.cyber-spaces.de/2017/09/20/internet-memes-niederschwelliger-zugang-zur-politik/

http://blog.consense-communications.de/social-media-memes/

 

Youtuber als neue Medienvorbilder

 

„[…] wenn du [als Youtuber] 1,3 Millionen Leute erreichst, jeden Tag, hast du eine Reichweite wie Karl Diekmann mit der Bild Zeitung, jeden Tag, und bist eine ähnlich publizistische Macht.“Jan Böhmermann

In den letzten Jahren haben deutsche Youtuber ihre Reichweite stark erhöhen können: Die bekanntesten 100 haben über eine Million, die größten 30 sogar über zwei Millionen Abonnenten. Mit dieser „publizistischen Macht“ kommt ihnen gleichzeitig eine große Verantwortung zu, denn zu ihrer Zuschauerschaft gehören auch viele Jugendliche, welche die Videoplattform zur Meinungsbildung nutzen. Neben den klassischen Medienvorbildern aus Film und Musik, gelten mittlerweile auch die Influencer für Viele als Vorbild.

Was macht sie so interessant?

Medienhelden werden normalerweise durch ihre besondere Leistung (zum Beispiel aufgrund einer guten Stimme oder besonders herausragenden Fußballkünsten) zu Vorbildern. Kinder wollen das können, was auch diese Figuren können. Natürlich kommt damit auch das Interesse an dem Privatleben der Personen auf, aber dennoch steht die Leistung im Vordergrund. Bei vielen Youtubern ist die Situation anders: Sie stechen eben nicht durch ihre Leistungen heraus – was sich allein daran erkennen lässt, wie sehr sich der Inhalt der Kanäle gleicht, sie sind sozusagen austauschbare Akteure – sondern werden als Person für ihr Handeln bewundert. „Die Botschaft ist nicht: Das musst du machen, sondern so musst du sein.“Fabian Siegismund. Es lässt sich auch schwer unterscheiden, ob der Youtuber, der zu sehen ist, eine Kunstfigur oder eben die Privatperson hinter dieser ist (lange lautete der Slogan von YouTube „Broadcast yourself“). Eine Trennung zwischen Leistung und Privatleben, wie es bei einem klassischen Medienvorbild möglich ist, kann hier in den meisten Fällen nicht erfolgen. Die Frage, die nun aufkommt, ist: Was machen diese Leute überhaupt? Wie ist ihr Verhalten? Im Folgenden werden ein paar extrem negative Beispiele angeführt.

Was machen Youtuber?

Homophobie

Homophobie ist auf einigen Kanälen ein großes Problem. Der Youtuber Mert Matan spielte seinem Vater einen „Gay Prank“, in dem er ihm gegenüber erwähnt, dass er schwul sei. Daraufhin wurde er von seinem Vater vor der Kamera geschlagen.

Ein anderer Videodarsteller äußerte vor laufender Kamera seine Schwulenfeindlichkeit: „Ich sage, ich bin gegen Schwule, akzeptiert das, das müsst ihr akzeptieren, meine Meinung müsst ihr akzeptieren, aber ich muss nicht akzeptieren, dass einer schwul ist, nein, ich bin dagegen, das ist unmenschlich sowas“Mert Eksi.

Hausfriedensbruch

Die Youtuber Leon Machère und ApoRed haben einige Videos (alle mit mehreren Millionen Aufrufen) mit dem Titel „24 Stunden in…“ hochgeladen, in denen sie sich tagsüber in ein Unternehmen schlichen und sich dort angeblich einige Stunden nach Ladenschluss aufhielten. In einem der folgenden Videos zeigten sie stolz einige Anzeigen, welche auf diese Aktionen folgten.

Fazit

Diese Vorbilder machen ihren jungen Zuschauern rechtswidriges Verhalten vor und stellen es als lustig dar. Allerdings gibt es neben den „Assi-Youtubern“ auch noch Creator, welche positiv durch ihre Inhalte auffallen. LeFloid präsentiert auf seinem Kanal die aktuellsten Nachrichten und JulienBam produziert mit seinem Team hochwertige Videos mit Unterhaltungsfaktor. Diese können positive Vorbilder für Jugendliche sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die anderen Youtuber ihrer Vorbildfunktion bewusst werden und versuchen sich dementsprechend zu verhalten.

 

Quellen:

Betz, Phillip: Maert Matan’s GAY PRANK hat FOLGEN! – WuzzUp Feedback. Online verfügbar unter: https://youtu.be/JkNaeubtn6w [aufgerufen am 18.11.2017].

Böhmermann, Jan: Unge& die YouTuber Szene: Jan Böhmermann im Interview. In: zqnce. Online verfügbar unter: https://youtu.be/fgevJ-mJZFs [aufgerufen am 18.11.2017]

Klengan: MERT – Homophobie wird Mainstream?. Online verfügbar unter: https://youtu.be/Uc-Ho4UTW7w [aufgerufen am: 18.11.2017].

Klengan: Leon Machère – 24 Stunden Hausfriedensbruch. Online verfügbar unter: https://youtu.be/3KN4Jl0HoO8 [aufgerufen am 18.11.2017].

Noack, David: Youtube 2017: Falsche Vorbilder. In: derFreitag. Online verfügbar unter: https://www.freitag.de/autoren/davidnoack/youtube-2017-falsche-vorbilder [aufgerufen am 18.11.2017].

Rathgeb, Thomas: JIM 2016. Jugend, Information, (Multi-) Media. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest 2016. (auch Online verfügbar unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2016/JIM_Studie_2016.pdf [aufgerufen am 17.11.2017]).

SchauHin: Medienhelden. Online verfügbar unter: https://www.schau-hin.info/informieren/extrathemen/medienhelden.html [aufgerufen am 16.11.2017].

Siegismund, Fabian: Medienvorbilder: The Walking Dead #8. Online verfügbar unter: https://youtu.be/uAyKeMeRbYM [aufgerufen am 18.11.2017].

Socialblade (Statistikwebsite): Top 250 Youtubers in germany sorted by subscribers. Online verfügbar unter:  https://socialblade.com/youtube/top/country/de/mostsubscribed [aufgerufen am 17.11.2017].

 

Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

Vlogging – oder wann man die Kamera vielleicht besser ausmachen sollte

„Sie konnten keinen Herzschlag finden. Man kann den Kleinen aber schon auf dem Ultraschall sehen…“sagt Jonathan Saccone-Joly, Vater der irischen Youtube-Familie, in die Kamera und bricht mitten im Satz ab. Er schaut zu seiner Frau, die wohl gerade angefangen hat zu weinen, zögert kurz, und entscheidet sich dann sich dabei zu filmen, wie er sie tröstet.
Ihr wurde gerade gesagt, dass sie eine Fehlgeburt hatte.

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Vloggen– Eine Mischung aus „Video“ und „Blog“, bei der sich verschiedenste YouTuber in ihrem ganz normalen Alltag filmen, scheint für manche der Exhibitionismus von heute geworden zu sein.

Wie bei den Saccone – Joly‘s, die seit 2012 täglich Vlogs auf ihrem Kanal „LeFloofTV“ hochladen.Die mehr als 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten schauen der Familie beim Heiraten, beim Schwanger werden, beim Einkaufen-und eben auch bei Fehlgeburten zu.
Währenddessen wirkt Mr.Saccone-Joly wie ein Moderator, der mal eben gerade die latest News herausgibt.
Aber der perfekte Mitschnitt ist zweifellos wichtiger, als die Tatsache, dass er auch gerade ein Kind verloren hat.

Das YouTube Geschäft läuft so gut, die Videos haben so viele Zuschauer, dass Vater Jonathan sich vor Kurzem einen Maserati kaufen konnte. Da hat sich die Fehlgeburt wohl doch gelohnt.

Aber sie sind nicht die einzigen, die das Filmen und Teilen intimster Momente für sich entdeckt haben.

Ellie und Jared Mecham aus dem US-Bundesstaat Utah, die einem ebenfalls erfolgreichen Youtube-Kanal namens„E+D“ betreiben,vlogten die Geburt ihrer zwei Kinder quasi live aus dem Kreißsaal.

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Die mehr als 1,7 Millionen Follower konnten mit Ellie zusammen im 10 Sekunden Takt tief ein- und ausatmen. Konnten die ungefilterte nackte Wahrheit sehen, die der Arzt ihr letztendlich auf die Brust legte.Und selbst dann, schaffte ihr Mann Jared, der für die Kameraführung zuständig war,es nicht mal kurz alles aus der Hand zu legen, um sein Neugeborenes zu bewundern.

Dabei hatte er diesem Moment ganze 3 schwere Jahre entgegengefiebert –ebenfalls dokumentiert- in denen er und seine unfruchtbare Frau immer wieder mit Behandlungen versuchten, Eltern zu werden. Aber er hielt lieber seinem Baby die Kamera vor die Nase, damit auch niemandem von Zuhause aus die noch so kleinste Falte entging.

Und wie bei der Geburt, so wird auch beim Tod nicht auf „Off“ gedrückt.

Am 1. Oktober vergangenen Jahres starb der 13-jährige Sohn der Bratayley‘s, Caleb, unerwartet an einem Herzfehler. Seine auf Youtube sehr präsente Familie teilte die Trauerfeier per Live-Stream über Periscope und Facebook .Mehr als 116.000 Fans sahen zu, wie Familie und Freunde unter Tränen Abschied nahmen.

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Nichts ist mehr privat. Selbst die persönlichsten Momente werden mit Wondershare Video Editor zurechtgeschnitten und bearbeitet. Aber warum? Und wofür?

Vielleicht können die Betroffenen Distanz zu dem schmerzhaften Geschehen nehmen, wenn sie die Rolle des passiven Kameramanns einnehmen. Oder jede Freude wird um das tausendfache vervielfacht, wenn sie mit anderen geteilt und man von unzähligen Fremden beglückwünscht wird.

Aber am Ende des Tages sind es nur das – Fremde.
Am Ende des Tages muss die Kamera wohl oder übel ausgeschaltet werden. Und dann ist die Fehlgeburt noch da, der Verlust und der Schmerz. Und all diese Fremden werden nicht da sein, um diese Menschen zu halten. Sie werden nichts ungeschehen machen. Sie können einem auch nicht die einmaligen Momente wiedergeben, bei denen man lieber die Kamera in der Hand hatte, statt vertrauter Dreisamkeit.

Sie werden sich bloß den nächsten Vlog anschauen. Da sollte man sich doch fragen, ob die Kamerapräsenz tatsächlich immer höchste Priorität haben sollte. Ob man dadurch nicht das Gefühl dafür verliert, wann es Zeit ist die wirklich wichtigen Momente im Leben durch die eigenen Linsen zu genießen.

Bildquellen:

Abb.1 https://www.youtube.com/watch?v=2LkCwRyxJ_Q

Abb.2 https://www.youtube.com/watch?v=sCtd1YXurfc&t=973s

Abb.3 https://www.youtube.com/watch?v=j1Eu6SwFVL8

„Die Rekruten“- Informativ oder niveaulos?

Früher Pflicht, heute „eine Überlegung wert“: Die Arbeit bei der Bundeswehr.
Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht mangelt es dem Bund an Nachwuchs, diesen versuchen sie nun durch die Werbesendung „Die Rekruten“ auf Youtube anzuwerben. Ein schlauer Zug wenn man bedenkt, dass nach Umfragen über 60% der Befragten 10-19 jährigen täglich die Plattform nutzen.

In den Videos wird dir ein Einblick in die Grundausbildung ausgewählter Jugendlicher geboten. Mit einer wackligen Kameraführung, Effekten wie Fisheye und Untertiteln à la RTL 2 wurde das Budget von 1,7 Millionen Euro für den Dreh und weiteren 6,2 Millionen für die Werbung (Quelle: Deutschlandfunk.de), gezielt dafür genutzt, die jüngere Masse der Youtube Nutzer in den Bann zu ziehen. Die dargestellten Rekruten weisen alle ein geringes Selbstwertgefühl, wenig Disziplin und kaum Durchhaltevermögen auf. Sie haben jeden Tag ein anderes nichtiges Problem wie die Angst vor Prüfungssituationen oder Schürfwunden von Strümpfen. Das wird oft mit dramatischer Musik und Effekten begleitet.

bildschirmfoto-2016-11-24-um-10-44-16Da es sich um eine Werbeserie handelt geschieht nichts ungewollt. Ist es also Zufall, dass unter den Rekruten
nicht ein wirklich charakterstarker und talentierter Bewerber gezeigt wird? Machen diese nicht gerade das Heer der Bundeswehr aus?
Die Videos sind kurz und simpel, erinnern an Vlogs und bieten dadurch einen hohen Unterhaltungswert für die breite Masse, da nur eine geringe Aufmerksamkeitsspanne nötig ist, um die Inhalte zu erfassen.

Die Frage stellt sich, ob die angesprochene Zielgruppe denn wirklich in der Lage ist, die Inhalte kritisch zu hinterfragen und sich außerhalb dieser Videos zu informieren, was die Bundeswehr wirklich ausmacht. Ihre Werte und Gefahren können nicht in 5-minütigen Videos zusammengefasst werden.bildschirmfoto-2016-11-24-um-10-42-27

Auf mich persönlich wirken die Videos nicht ansprechend sondern eher abschreckend, jedoch dienen sie und die viele Werbung primär dazu, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Thema ist wieder in aller Munde und es wird darüber diskutiert, bringt Klicks und Kommentare. Gut möglich, dass einige der jugendlichen Zuschauer
sich in den Videos wiedererkennen und ihre Zukunft bei der Bundeswehr sehen. Ob das wirklich der Fall ist, werden wir in den nächsten Monaten und Jahren erfahren.

Solange die Interessenten – bevor sie sich tatsächlich für den Wehrdienst verpflichten – in einem Bewerbergespräch nochmal ausreichend informiert werden und die Gefahren und möglichen Folgen verdeutlicht werden, ist es eine legitime Methode um das Interesse zu wecken.
Ein Ersatz zu einem Dokumentarfilm oder anderen seriösen informativen Medien ist dadurch zwar nicht gegeben, aber diese Art der Werbung – so umstritten sie auch sein mag – ist allemal besser als das Wiedereinsetzen der Wehrpflicht.

 

Youtuber: die neuen Werbefiguren?

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Jeder, der ab und zu auf dem Videoportal Youtube unterwegs ist, sollte es kennen: Produktplatzierungen. Für manche vielleicht offensichtlicher erkennbar als für andere.
Denn nicht selten kommt es vor, dass Star-Youtuber wie Bibis Beautypalace, Y-Titty, Dagi Bee und co. Produkte mit Jubel begrüßen, die ihnen von Unternehmen und Firmen kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. In der Regel werden sie dafür sogar bezahlt. Natürlich ist die Abonnenten Anzahl des Kanals für die Unternehmen dabei nicht unwichtig. Denn je mehr Abonnenten – desto größer ist die Reichweite.

Doch worin liegt der Vorteil Youtuber als Werbeträger zu nutzen?

Bianca Heinike alias Bibis Beauty Palace ist eine der erfolgreichesten deutschen Youtuberinnen.
Auf ihrem Kanal findet man hauptsächlich Beauty und Lifestyle Videos und mit ihren knapp 4 Millionen Abonnenten hat sie einen hohen Aufmerksamkeitswert. So nutzt auch sie diese Art des Marketings um ihre Fangemeinde für eine Reihe von Produkten zu begeistern. Mittlerweile wirbt sie sogar für ihre eigenen: Duschschäume mit außergewöhnlichen Geruchsrichtungen – und das mit Erfolg. Denn Youtuber sind gute Werbefiguren: Sie wirken sympathisch, authentisch, sprechen von eigenen Erfahrungen und sind näher an ihrem jungen Publikum. Oft wird die, für den Einen oder Anderen offensichtliche Werbung in den Videos von den jungen Zuschauern gar nicht erst als diese wahrgenommen.
Ein Grund dafür: Die Darstellung von Produkten wird meist geschickt in das Video eingestrickt und so ist – konträr zu den Werbeeinschaltungen im Fernsehen – nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich im Grunde um klassisches Marketing handelt. Zusätzlich kann die Werbung genau an die gewünscht Zielgruppe angepasst werden. Für eine Kosmetikfirma wäre Bibi beispielsweise eine perfekte Werbeträgerin. Zudem wirkt eine gut eingesetzte Produktplatzierung nicht störend, was man von den teilweise fünf-minütigen Werbepausen im Fernsehen nicht behaupten kann. Dazu kommt noch, dass der Großteil der abgespielten Werbespots im Fernsehen aufgrund von Informationsüberlastung vom Zuschauer garnicht richtig aufgenommen werden.
Man könnte also sagen: Die Mischung aus Unterhaltung und passend eingesetzter Werbung machts! Und genau das macht Youtube als Werbeplattform so effizient.

Hauptsächlich erreichen Youtuber diejenigen, die sich vom Fernsehen abgewendet haben, sprich Kinder und Jugendliche von 12-20 Jahren bzw. die sogenannte Generation-C (Creation, Connection), also die Generation, die mit dem Internet aufwächst.
Man könnte meinen Youtube ist eine Art Jugendfernsehen geworden. Grund dafür ist die große Flexibilität von Youtube in Ort, Interessefaktor und Zeit. Sozusagen nach dem Motto: „Ich kann sehen was ich will, wann ich will, wo ich will.“

Genau nach diesem Motto beschreiben es die Jungs von Y-Titty. So sagt Phillip Laude: „Wir gucken alle kein Fernsehen mehr“, sein Freund und Kollege OG ergänzt: „Es ist absurd, sich eine Zeit zu merken,zu der man einschalten muss, weil man sonst die Sendung verpasst. Das ist absolut nicht mehr mit dem heutigen Lebensrhythmus vereinbar“
Kurz gesagt: Fernsehen ist von gestern, Youtube geht mit der Zeit.

Vielleicht könnte dies ebenfalls ein Grund dafür sein, dass immer mehr Unternehmen auf Youtuber als Werbeträger zählen und eventuell in Zukunft zunehmend auf Werbeeinschaltungen im Fernsehen verzichten werden.
Denn eins steht fest: Bibi und co., sind mit ihrem Erfolg die lebenden Beweise dafür, dass diese Art des Marketings Potenzial hat.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/youtube-star-bibi-wirbt-junge-menschen-das-neue-werbe-business-a-1066678.html

http://www.texter-in.at/themen/gruende-fuer-den-einsatz-von-product-placement.php

http://www.zeit.de/2013/42/jugendliche-generation-youtube-medien

Schleichwerbung oder Product Placement? Youtuber in der Grauzone

Bild:

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Youtube und die Gema geben sich die Hand

Es ist dieser eine Song aus dem Radio den man im Auto immer wieder laut  mitsingen muss. Zuhause angekommen soll es via den Videoprovider YouTube mit den Gesangseinlagen weiter gehen.

Gema-Sperrtafel
Die ehemalige Sperrtafel hält User davon ab, sich bestimmte Musiktitel anzuhören.

Doch dann: „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar (…)“, erklärt ein roter Emoji und bremst das Hörvergnügen meist aus.

Jahrelang verursachte der Streit zwischen Gema und YouTube  Zähneknirschen bei Musikliebhabern und Musikschaffenden. Doch seit dem 1. November diesen Jahres ist damit Schluss, denn YouTube und die Gema gaben sich nach sieben Jahren des Rechtstreites die Hand.

Doch worüber stritten die jetzigen Vertragspartner so lange und was ändert sich für Nutzer nach der plötzlichen Einigung?

Als Vertretungsgesellschaft kümmert sich die Gema seit der Gründung 1903 um den „Schutz des Urhebers und die Wahrnehmung seiner Rechte“. Über die Gema erhalten Musiker für die Nutzung ihrer Songs Geld. Wer also durch die Gema geschützte Musiktitel öffentlich abspielen will (z.B.: Fernsehen, Radio oder Konzertveranstalter) muss die Gema bezahlen.
Als wahrscheinlich bekannteste Video-Plattform veröffentlicht YouTube auch Musik, wehrte sich aber gegen das vorgeschlagene Konzept der Mindestvergütung.

Begründung: YouTube sei kein „Content Provider“, also kein Streaming-Dienst.
In einem Interview für irights.info bekräftigte Mounira Latrache, Pressesprecherin von YouTube Deutschland 2012: „YouTube ist eine Hosting-Plattform“ und sei somit nicht verantwortlich für die hochgeladenen Inhalte. Auch die Klage der Gema gegen YouTube für eine Mindestvergütung der Künstler in Höhe von 0,375 Cent pro Klick scheiterte.

YouTube/ Gema
Symbolisch für die Freigagbe vieler Videos, lacht der ehemals missmutig wirkende Emoji nun.

Schluss endlich gab es Anfang des Monats doch eine Einigung.
Über genauere Details der Lizenzvereinbarung ist bisher noch nichts bekannt. Die Vertragsvereinbarung  sei ein Meilenstein, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung seitens des Pressesprechers der Gema, Harald Heker.

Ab sofort erscheinen auf YouTube fast keine Sperrtafeln mehr, wenn man sich als Nutzer ein Video mit von der Gema geschützter Musik ansehen will. Viele gesperrte Musikvideos sind nun freigeschaltet und Musiker werden am Erlös der Gewinne über YouTube beteiligt. Sie scheinen erleichtert, denn die Plattform dient vor allem als großes Verbreitungsmedium ihrer Musik. So twittert Sänger Andreas Bourani beispielsweise: „(…)Endlich!“ und wirkt wie viele YouTube Nutzer in diesen Tagen, erleichtert über das Ende des Streits und der vielen gesperrten Videos.      Fotos: blog.zeit.de / spiegel.de

Das Leben der YouTuber – Mehr Schein als Sein?

Bibi und Sami Slimani
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YouTube ist nicht mehr lediglich eine nebenberufliche Unterhaltungsplattform, sondern ist zum Vollzeitberuf vieler junger Menschen geworden. Viele YouTuber stellen sich in ihren Videos stets als glückliche, zufriedene und ausgeglichene Menschen dar. Sie zeigen ihren Alltag, geben Tipps für jede Lebenslage und versuchen ihr gezeigtes Lebensgefühl an ihre Zuschauer weiterzugeben. Aber ist es überhaupt möglich, ein Leben zu führen, wie es einige YouTube Persönlichkeiten vorgeben? Oder steckt dahinter mehr Schein als Realität, denn ein Video zeigt lediglich einige Minuten aus dem Leben dieser Menschen. Sie sagen schließlich selbst, dass sie ihre Videos aufwendig aufbereiten. Ist dies bereits eine Andeutung einer Inszenierung?

Einige Zuschauer versuchen diese gezeigte Lebenseinstellung zu übernehmen, was einige Selbstversuche zeigen. Hierbei ist fraglich, ob ein durchschnittlicher berufstätiger Mensch allerdings ausreichend Zeit und Durchhaltevermögen besitzt, sich in dem Ausmaß wie beispielsweise Sami Slimani oder Bianca Heinicke („Bibi“), beide deutschlandweit sehr erfolgreiche YouTuber, gleichzeitig um Aussehen, Kleidung und gesunde Ernährung zu kümmern. Ob bloße Worte tatsächlich ausreichen, um eine Lebenseinstellung zu ändern, ist vermutlich von der Person und ihren jeweiligen Prioritäten abhängig und eventuell auch von dem Faktor, inwiefern die YouTuber für diese Person als eine Art Vorbild fungieren.
http://www.vice.com/de/read/ich-habe-versucht-eine-woche-nach-dem-slimani-prinzip-zu-leben-212?utm_source=vicefbde&utm_medium=bild

Doch wirkt manches in einigen Videos etwas überspitzt dargestellt, weshalb viele dieser Videos auch parodiert werden. Kritisiert wird an den YouTubern zumeist, dass YouTube kein ernstzunehmender Beruf sei, sie lediglich Geld durch ihre Zuschauer machen wollen und Kooperationen mit Firmen abschließen, um einerseits daran zu verdienen und andererseits kostenlos Produkte gestellt zu bekommen und diese dann ihren Zuschauern in positiver Weise präsentieren, sodass die Zuschauer zu künftigen Käufern dieser Produkte werden.
https://www.vice.com/de/read/ich-habe-fuer-einen-tag-wie-deutschlands-erfolgreichste-youtuberin-bibis-beautypalace-gelebt-um-herauszufinden-welches-leben-beschissener-ist-ihres-oder-meins-629?utm_source=vicefbde&utm_medium=link

YouTuber selbst leugnen dies und betonen immer wieder den Spaß daran, Videos zu produzieren und geben sich dankbar für das, was YouTube ihnen an Möglichkeiten eröffnet hat, denn schließlich besitzt Bibi ihre eigene Marke „Bilou“ und Sami Slimani „Maison Slimani“. Wohlmöglich sollen die produzierten Videos der Motivation eines jeden Zuschauers dienen. Ob die Videos jedoch immer und in allen Fällen die realitätsgetreue Einstellung der YouTuber zeigt, ist dennoch fraglich. Spannend bleibt jedoch, wie sich die Entwicklung YouTubes weiter fortsetzen wird und ob diese noch jungen YouTuber auch in 20 Jahren weiterhin ihren Alltag präsentieren wollen und präsentieren werden.

YouTuber wegen Volksverhetzung verurteilt

Julien ist ein bekannter YouTuber aus Deutschland mit knapp 1,3 Millionen Abonnenten auf YouTube (JuliensBlog).
Auf seinem Kanal setzt sich der 27-Jährige unter anderem mit der Gesellschaft und den Massenmedien auseinander. Seine Äußerungen zu bestimmten Themen sind des Öfteren beleidigend und eher unprofessionell formuliert. Seine Art in den Videos aufzutreten wird von Kritikern als hetzend und desinformierend beschrieben.

Aufgrund eines im Mai des vergangenen Jahres veröffentlichten Videos musste der YouTuber nun wegen Volksverhetzung vor Gericht. In seinem Video „JuliensBlog #21 – GDL (Bahnstreik)“ äußert sich Julien sehr negativ und beleidigend zu diesem Thema. In dem knapp 5 minütigen Video beleidigt er die Lokführer und ärgert sich über dessen Forderungen an den Arbeitgeber. Eine bestimmte Aussage jedoch, führte am vergangenen Mittwoch nun zu einem Urteil des Gerichts, indem beschlossen wurde, dass der 27-Jährige für 8 Monate auf Bewährung und 15.000€ Geldstrafe verurteilt wird. Im oben genannten Video sagt der YouTuber folgendes:

„Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahin bringen. Ich fahre den Zug, und zwar umsonst.“

Scheinbar sollte diese Aussage mehr Klicks und damit verbunden auch mehr Einnahmen auf YouTube generieren. Doch sie führte dazu, dass das Video, nachdem es knapp 800.000 Klicks erhalten hatte, von YouTube gesperrt wurde. Vor Gericht versucht Julien mit Hilfe seines Anwalts zu erklären, dass es nur ein Witz war. Jedoch sah das Gericht dies ganz anders. Die Verharmlosung von NS-Verbrechen als Volksverhetzung steht nämlich im Paragraf 130, Absatz 3 des Strafgesetzbuchs unter Strafe.

§ 130 Absatz 3 StGB:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“

Ob diese Strafe nun gerecht ist oder nicht, darüber wird sich momentan auf Twitter und auf anderen sozialen Netzwerken gestritten. Der Hashtag #juliensblog ist bereits seit 17 Stunden in den Twitter-Trends. (Stand: 12.02.2016, 17:10 Uhr)

 

Quellen:
• http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Westerkappeln/2271016-Youtube-Star-Julien-verurteilt-Volksverhetzung-statt-Videokunst
• https://de.wikipedia.org/wiki/Julien_Sewering

Kampagne als Sprachrohr des Betriebes

Am 12.01.2015 jährt sich die Kampagne der BVG ,,Weil wir dich lieben“, aber was ist aus ihr geworden?    Anfänglich startete sie direkt mit einer Großoffensive. In Berlin war der Slogan mit dem verbundenen Hashtag(#weilwirdichlieben) in der ganzen Stadt zu sehen.

Doch die offline-Variante machte nur einen kleineren Teil aus, das Augenmerk lag auf den eigens für die Kampagne angelegten Twitter-, Facebook-, Instagram- und Youtube-Kanal. Dort tobten die Nutzer sich auch direkt aus und das eher negativ. Doch ist davon auszugehen, dass diese negative Strömung erwartbar war und auch von den Verantwortlichen erwartete wurde. Die Kanäle wurden genutzt und es wurde mediales Aufsehen erreicht.

Durch die eher ironisch und humoristische Herangehensweise der Kampagne, konnte man den Nutzern, unter dem Deckmantel #weilwirdichlieben auch Paroli bieten. Dies gipfelte mit der Video-Antwort der BVG an seine kritische Community, welche tatsächlich Viral wurde und auch Anerkennung von    ,,Könnern“ bekam. Selbst die offensichtliche Spitze am Ende des Videos (2:07 min.), welche besagt ,,NUR WIR LIEBEN DICH SO WIE DU BIST.“, hat man sich erlaubt.

Trotz des starken Gegenwindes blieb die Kampagne bestehen und leitet Kritik kanalisiert an sich selbst, in einen Rahmen bei dem auch mal zurück gewitzelt werden kann, wobei der Inhalt konstruktiver Kommentare nicht verloren geht. Es ist Ruhe eingekehrt und die Akzeptanz schreitet scheinbar voran, jedenfalls bis zum nächsten großen Aufreger.

„Lieber Weihnachtsmann“ – Ein Video, das zum Nachdenken anregt

Julien Bam ist mit rund 1,5 Millionen Abonnenten (Stand: Dezember 2015) einer der erfolgreichsten deutschen YouTuber. Am 3.12.2015 gewann er eine 1-Live Krone in der Kategorie „Video Krone“. http://www.einslive.de/krone/nominierte/video-krone/index.html.

Er macht Tanz-, Comedy- und Unterhaltungsvideos, die er stets aufwendig und hochwertig gestaltet. Am 5.12.2015 lud er das Video „Lieber Weihnachtsmann“ hoch. https://www.youtube.com/watch?v=mdvYwAQPe8c.

Zu Beginn sieht man ihn, als Weihnachtsmann verkleidet, an einem Tisch sitzen. Zu hören ist eine Kinderstimme, die einen selbstgeschriebenen Brief vorliest: „[…] Auch wenn es dich nicht gibt, hinterlässt du bei den Menschen Gutes. Auch wenn es dich nicht gibt, wünsche ich mir, dass mehr Menschen wären wie du.“

Im Laufe des Videos ist Julien Bam, verkleidet als Weihnachtsmann, zu sehen, wie er nachts durch die Straßen läuft. Er beschreibt, wie sich viele Menschen den Weihnachtsmann vorstellen: „Ein großer, breit gebauter Herr, der auf seinem fliegenden Schlitten durch den[…] Himmel […] fliegt.“ Man möchte meinen, er sei immer gut gelaunt und werde von allen geliebt.

Er stellt die Frage, die zum Nachdenken anregt: „Doch macht mich das zu dem, den du dir als Weihnachtsmann erhoffst?“ Es ist egal, wie wir aussehen, das Entscheidende ist, was wir aus uns machen. Diese Botschaft vermittelt Julien Bam in seinem Video.

Der Weihnachtsmann ist deshalb so beliebt, vor allem bei den Kindern, weil sie glauben, dass er ihnen Geschenke bringt. Er macht sie glücklich.

Wir leben in einer Welt, die von Hass, Krieg und Trauer geprägt ist. Warum handeln wir nicht einfach wie der Weihnachtsmann? Warum tun wir anderen Menschen nicht einfach mal etwas Gutes – ganz ohne Grund? Es ist zur Normalität geworden, dass wir Menschen einfach wegschauen. Es kümmert uns oft nicht, wenn wir Gräueltaten beobachten. Häufig ist es so, dass man schräg angeschaut wird, wenn man einer fremden Person ohne Grund ein Kompliment macht. Solche freundlich gemeinten Gesten werden oft falsch aufgenommen. Aber warum ist das so? Haben wir Menschen uns wirklich dahin entwickelt, dass wir nicht ohne Grund freundlich sein dürfen?
Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Manchmal erlebt man, dass man auf der Straße angelächelt wird und man lächelt zurück. Doch solche Fälle sind selten.

Man sollte sich öfter vorstellen, wie es wäre, in einer Welt ohne Hass, Krieg und Angst zu leben. Wie schön wäre es, wenn alle Menschen auf der Welt ohne Angst das Haus verlassen könnten? Natürlich können wir nicht den ganzen Hass auf der Erde verschwinden lassen. Aber jeder einzelne von uns kann bei sich anfangen. Jeder einzelne kann kleine freundliche Gesten zeigen oder einfach jemanden glücklich machen, so wie der Weihnachtsmann. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wir müssen uns einfach nur trauen.