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Sollte man manchmal anhalten und sich eine Verschnauffspause gönnen?

Heutzutage zählt jede Minute. Man beeilt sich, versucht rund um die Uhr alles Mögliche rechtzeitig zu schaffen. Dann hat man zur Folge Müdigkeit, Apathie und Depression. Zum Schluss ist man an der Grenze seiner körperlichen und emotionalen Kräfte. Deswegen sind Pausen so wichtig. Die klügsten Köpfe der Welt wussten, wie wichtig es ist, zu verreisen, allein zu bleiben und einfach mal nichts zu tun oder sogar ein Nickerchen zu machen. Manche Leute gehen sogar weiter. So hat der Gründer des Design-Studios Sagmeister Inc. Stefan Sagmeister für sich die Regel des Sabbats entdeckt: alle sieben Jahre schließt er sein Studio in New York und wechselt seine Tätigkeit, zum Beispiel, fährt nach Bali. In Google darf man 20% seiner Arbeitszeit privaten Projekten widmen. Solches „Nichts tun“, meinen die Psychologen, ist kein passiver Zustand, sondern eine Zeit, in der man sich auf seine Gedanken und Gefühle konzentrieren kann. Aber wenn man denkt, dass „nichts tun“ „nichts wichtiges/nützliches tun“ bedeutet, irrt man sich gewaltig. Alltägliche Hektik und Stress reißen uns aus dem realen Leben aus, und man vergisst, das Leben zu genießen und das um sich Geschehene zu merken. Im diesem Sinne ist „Nichts tun“ eine Möglichkeit, sich lebendig zu fühlen.
Dazu steigt die Kreativität. Die Forschungen haben ergeben, dass die Menschen, die eine Pause gehabt haben, später dadurch auch höchste Leistungen erreicht haben. Die andere Forschung hat ergeben, dass solche Pausen ein aktives Denken zur Folge haben. Ein Forscher aus Dänemark, Manfred F. R. Kets de Vries schreibt, dass der Wunsch mehrere Aufgaben zu erledigen, effektiv sein kann, um sich vor negativen Gedanken zu schützen. Wenn man nichts tut, hat man die Möglichkeit eine Lösung für seine Probleme zu finden. Ständig nur mit etwas beschäftigt zu sein, kann sehr unproduktiv sein. Hier kann man schnell die Effektivität und den Fleiß verwechseln. Den ganzen Tag sich mit kleinen Aufgaben beschäftigen bedeutet nicht immer, angenehme Müdigkeit danach zu haben. Unter diesen „kleinen Aufgaben“ können auch unnützliche Dinge stehen. „Nichts tun“ wirkt auf die Effektivität der Gehirnfunktonalität. Das Gehirn braucht Pausen nicht nur für Erholung, sondern auch für Informationsverarbeitung. Dazu unterstützen diese Pausen die Nerven, Gedächtnis und die Fähigkeit zu lernen. „Nichts tun“ ist aber nicht einfach. Man kann sich vom Internet und Handy ablenken lassen. Aber genau die Fähigkeit sich von der Außenwelt losreißen, führt zur Konzentration.

Quellen
https://www.psychologytoday.com/blog/the-happiness-rx/201409/the-art-doing-nothing

Being Bored Can Fire Up Your Creativity


http://www.ketsdevries.com/
http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2015/jan/09/five-reasons-we-should-all-learn-to-do-nothing
http://infowetrust.com/2014/03/26/creative-routines