Podcasts bei Spotify, Deezer & Co.

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Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um sich zu informieren und vor allem zur Unterhaltung, dazu gehören auch Musik-Streamingdienste wie Spotfiy und Deezer. Beide Anbieter sind bekannt für ihre große Online-Musikauswahl, wobei sich die angebotenen Songs und die Charts kaum voneinander unterscheiden, deshalb bieten die Konkurrenten immer mehr Abwechslung in Form von Podcasts an, durch sie können sie sich thematisch unterscheiden und sogar einzigartige Inhalte anbieten.
Podcasts sind Audiobeiträge, welche im Internet veröffentlicht werden. Das Wort Podcast setzt sich aus zwei Teilen zusammen, das Wortteil „Pod“ steht für „play on demand“ und „-cast“ ist eine Abkürzung von Boardcast (Rundfunk).
Podcasts sind in den USA schon längst erfolgreich, als Beispiel ist die auch bei Spotify und Deezer zu findende Audio-Show „WTF“ von Marc Maron zu nennen, bei ihm schütten die Stars ihr Herz aus, sogar Barack Obama war schon in Marons Garage, wo die Podcasts aufgenommen werden, zu Gast. Jetzt sind Podcasts auch in Deutschland im Kommen, die Zahl der Hörer wächst.

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SPOT ON PODCAST   HÖRER &
NUTZUNG IN DEUTSCHLAND 2017/18
*Weiß: Wissen Sie was ein Podcast ist?
Ja/Nein Häufigkeiten in Prozent
**Blau: Haben Sie in den letzten 12 M.
Podcasts gehört, egal in welcher Form?
Ja / Nein | Häufigkeiten in Prozent
***Gelb: Wie häufig hören Sie Podcast?

 

Vor allem jüngere Menschen hören Podcasts, Spotify nutzt das und wirbt mit Starbesetzung. Das zahlt sich aus, der 2016 eingekaufte Podcast „Fest & Flauschig“ mit Jan Böhmermann und Olli Schulz ist der erfolgreichste deutschsprachige Podcast, mit geschätzten 100.000 Zuhörern und nur bei Spotify hörbar. Böhmermann und Schulz sprechen über alltägliche Situationen und Erlebnisse, machen sich lustig über Stars und sprechen über politische Themen, immer mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Sarkasmus.
Diese Mischung macht nicht nur „Fest & Flauschig“ so erfolgreich, sondern macht Podcasts allgemein so attraktiv.
Man selbst kann entscheiden zu welchem Thema man sich einen Podcast aussucht, ob man etwas zur Unterhaltung oder zur Weiterbildung hören möchte. Die Bandbreite reicht von fachspezifischen Themen, über Lifestyle, bis hin zu Politik und aktuellen Nachrichten.
Auch die zeitliche Ungebundenheit ist ein Vorteil, man kann die Folgen hören wann man möchte und vor allem so oft man möchte. Die Musik-Streaming Anbieter stellen die Podcasts natürlich auch in ihren Apps zur Verfügung, dadurch ist auch eine mobile Nutzung möglich. Die Streamingdienste arbeiten mit Freemium Angebote, dadurch kann theoretisch jeder auf die Podcasts zugreifen. Durch den Erwerb der Premium Accounts, kann man sich die Folgen dann auch downloaden und offline hören.
Menschen die Podcasts nutzen, wollen nicht nur Fakten aufgezählt bekommen, sondern auch die Meinung und die Sicht von anderen Menschen hören, oder sogar Diskussionen zwischen verschiedenen Meinungen. Deshalb kann jeder seine Podcasts an Streaming Anbieter wie Spotify oder Deezer schicken, und nach einer Prüfung durch die Unternehmen kann der eigene Podcast auf den Webseiten online gehen. Podcasts die nicht selbst von den Unternehmen angeworben worden sind, finanzieren sich durch Werbung oder Crowdfunding, die Betreiber können so fast uneingeschränkt über die Themen sprechen, die sie interessieren.

 

Amerika macht es vor und Deutschland zieht nach. Auch wenn hier bisher verhältnismäßig wenig Menschen Podcasts hören, 2014 haben erst 7% immerhin von Podcasts gehört, doch die Zahl steigt schnell, 2017 hören bereits 15% Podcasts regelmäßig und das vor allem durch die Präsenz in den Musik-Streaming Anbieter und deren Angeboten wie „Fest & Flauschig“. Weitere solcher Eigenproduktionen sind sowohl bei Spotify, als auch bei Deezer geplant.

 

Quellen:

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Laufen Spotify die Künstler weg?

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Immer häufiger wird in den Medien berichtet, dass der schwedische Musikstreaming-Dienst Spotify zum einen großartig für die Nutzer und zum anderen katastrophal für die Musiker sei.

Spotify ist für viele Jugendliche und Erwachsene der Musikstreaming-Dienst schlecht hin: Etwa 40 Millionen Menschen weltweit nutzen den Dienst. Jedoch befinden sich unter ihnen 30 Millionen nichtzahlende Nutzer und nur 10 Millionen zahlende Premium-Abonnenten. Trotzdem bekommen alle täglich die neuste und aktuellste Musik geboten – egal ob zahlend oder nichtzahlend.

Viele Künstler kritisieren Spotify, da sie der Meinung sind, dass ihre Bezahlung nicht angemessen sei. Manche unter ihnen gehen sogar soweit, dass sie ihre Musik komplett aus dem Spotify-Katalog entfernen lassen. Ein Beispiel hierfür wäre Taylor Swift. Die erfolgreiche US-amerikanische Singer-Songwriterin empfand ihre Bezahlung als unangemessen und tat vielen anderen Künstlern, wie zum Beispiel Tom Yorke von den Radioheads nach, indem sie ihre Musik aus dem Streaming-Dienst entfernen ließ.

Durch den Rückzug von Stars wie Tom Yorke oder Taylor Swift könnte ein großes Problem für Spotify entstehen: sie könnten weitere Musiker animieren sich ebenfalls von dem Musikstreaming-Dienst zu distanzieren und Spotify würde an Attraktivität verlieren.

Gibt es eine Lösung, um diesem Problem entgegen zu wirken?

Zum Einen könnte sich Spotify mehr an der Filmindustrie orientieren. Weder Netflix noch Watchever stellen die neusten Kinofilme dem Nutzer zur Verfügung, um den Anreiz für Kinobesuche zu erhalten. Trotzdem beläuft sich beispielsweise die Zahl der zahlenden Abonnenten von Netflix auf 50 Millionen. Eine Möglichkeit wäre also, dass Spotify die Musik, die jünger als ein halbes Jahr ist, aus seinem Repertoire entfernt. So hätten Musikfans einen Grund Alben im Handel zu erwerben oder online zu beziehen.

Zum Anderen sollte Spotify die Grenze zwischen den nichtzahlenden Nutzern und den Premium-Abonnenten deutlicher sichtbar machen. Beispielsweise könnte man den Spotify-Katalog für Nichtzahlende limitieren oder auch die aktuellste Musik nur für zahlende Mitglieder zur Verfügung stellen. Dadurch könnte sich die Zahl der Nutzer mit Premium-Account erhöhen und die zusätzlichen Gewinne an die Musiker ausbezahlt werden.

Ist dieses Gedankenspiel überhaupt realistisch und notwendig?

Es ist auf jeden Fall denkbar, dass man durch die Umsetzung neuer Strategien und Strukturen mehr Premium-Abonnenten für Spotify gewinnen könnte. Dadurch könnten dann auch möglicherweise die Künstler angemessener bezahlten werden – darunter verstehen sich nicht nur die Superstars wie Taylor Swift und Co.; sondern auch die abertausend unabhängigen Musiker, die für ihre Werke eine faire und angemessene Belohnung erwarten und manchmal auch benötigen, um ihren Lebensstandard erhalten zu können.

Die Kritik an Spotify ist aus der Sicht der Künstler berechtigt, da Spotify seinen Fokus ausschließlich auf dem Nutzer hat. Jedoch muss man auch sehen, was für ein großes Potential der schwedische Musikstreaming-Dienst hat, vorausgesetzt er ändert etwas an seinen Grundstrukturen.

 

Quellen:

http://www.netzpiloten.de/spotify-laufen-die-kuenstler-weg-allen-voran-taylor-swift/

http://www.theguardian.com/technology/2013/oct/07/spotify-thom-yorke-dying-corpse

http://www.wsj.de/nachrichten/SB10001424052702303997604579237500879631382

http://www.netzpiloten.de/das-spotify-problem-und-wie-man-es-loesen-kann/

http://www.zeit.de/kultur/musik/2014-11/spotify-kritik-taylor-swift-reaktion

https://news.spotify.com/us/2014/11/11/2-billion-and-counting/

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