Black Friday – Wer profitiert wirklich?

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Wohl kaum jemand ist in den vergangenen Wochen an den riesigen Plakatwänden oder unzähligen Bannern im Internet an dem Begriff Black Friday vorbei gekommen. Doch was ist der Black Friday und woher kommt er?

Black Friday Sale

(https://www.bakertillyhb.ie/black-friday-cyber-monday/)

Wie sollte es anders sein, der Black Friday ist natürlich aus Amerika zu uns Deutschen herübergeschwappt. Er findet traditionell am Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest statt, den viele Amerikaner als Brückentag und somit zum Weihnachtseinkauf nutzen. Das Weihnachtsgeschäft wird dadurch eingeläutet. Er ist einer der umsatzstärksten Tage des Jahres, da viele Händler hohe Rabatte oder andere Angebote anbieten. Konzentriert wird sich hierbei vor allem auf Fashion und Elektronik. Wir Deutschen haben dieses Phänomen seit 2006 übernommen und können uns somit auch alle Jahre wieder über unzählige Angebote freuen.

Was bedeutet dieses Massenaufgebot an Schnäppchen für den Online-Markt?

Online-Händler bemühen sich von der Konkurrenz abzuheben. Der Online-Riese Amazon beispielsweise bot sagenhafte Rabatte über eine ganze Woche an, dabei konzentriert er sich final auf den Cyber Monday, dieser ist traditionell der Montag nach dem Black Friday. Beim Fashion Händler Zalando gab es eine ganze Woche über bis hin zum Black Friday verschiedene Rabattaktionen und das mit Erfolg! Rund eine Millionen Bestellungen wurden verzeichnet, dabei lag der Rekord bei 2.000 pro Minute. Als Erflog sind zusätzlich 100.000 Neukunden registriert worden. Diese Zahlen verdeutlichen weshalb es für längere Zeiträume bei vielen Händlern wie z.B Zalando, Notebooksbilliger, H&M oder auch Mediamarkt zum Absturz von Webseiten kam.

Black Friday 2016 – The Online Spectacle Gripping the Nation

(https://yayvo.com/blog/black-friday-online-spectacle-gripping-the-nation/)

Somit hat der Black Friday sich hinsichtlich des Marketings und des Umsatzes für die Online Händler gelohnt. Aber was ist mit dem Einzelhandel?

Interessant ist, dass dieses Jahr am Balck Friday 40% mehr Einkäufe über mobile Endgeräte abgeschlossen worden sind als im Vorjahr. Dies erklärt vielleicht warum in den USA 1,7% weniger Menschen in lokalen Geschäften die Angebote nutzten. Laut den Prognosen die es für dieses Jahr gab sollte diese Zahl sogar noch weitaus höher sein. Viele Einzelhändler können sich im Vergleich zu den Konzernriesen auch keine großen Rabattaktionen leisten. Vielleicht liegt es aber auch an der Bequemlichkeit der menschlichen Natur, so ganz nebenbei ein paar Klicks zu tätigen und sich die besten Angebote nach Hause liefern zu lassen oder auch an der riesen Auswahl in den Webshops, dass sich der Einzelhandel in den kommenden Jahren wahrscheinlich immer weiter auf leicht sinkende Zahlen am Black Friday einstellen muss.

 

Quellen:

http://www.rp-online.de/wirtschaft/schnaeppchen-tage-befluegeln-den-handel-aid-1.7228655

https://www.e-commerce-magazin.de/black-friday-erfolgreiche-online-shops-verfolgen-dreistufigen-prozess

https://www.internetworld.de/e-commerce/black-friday/so-verlief-cyber-week-online-haendler-1439269.html

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Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

Längst hat die digitale Transformation Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens gehalten. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung ist ebenso rasant wie kurzlebig. Erhebliche Veränderungen der Nutzungsrelevanz von Medien finden auf beruflicher Ebene statt, in der Gesellschaft und Politik, aber eben auch im Speziellen bei Jugendlichen und Kindern.

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Generationskennzeichnend lässt sich eine altersspezifische Verschiebung beobachten die zeigt, je jünger die Generation, desto größer das generelle Interesse an der digitalen Welt und  der intuitive Umgang mit ihr. (Das klassische Dilemma: Whatsapp mit Mama, oder Skypen mit Oma und Opa).

Ist es also kontraproduktiv gegen das, nennen wir es, angeborene Interesse an zu arbeiten und den Kindern den Umgang zu untersagen, oder sollte es im Gegenteil als Chance genutzt und gefördert werden und in geregelte Bahnen geleitet werden? Die Medienpädagogik forscht hier nach dem „aber wie?“.

E-Learning Angebote gehören für Studenten zur Tagesordnung. Aber auch in den Grund- und weiterführenden Schulen lassen sich die positiven Lerneffekte einzelner Medienangebote beobachten und es stellt sich die Frage:

Ist Youtube vielleicht der bessere Lehrer?
Aber es soll hierbei wohl eher um Zusammenarbeit gehen. Kanäle wie beispielsweise Youtube, Skoyo, oder das Fernsehen ( wie z.B. Logo, Wissen macht Ah!, etc.) sollen die eigentlichen Lehrer nicht ersetzen, nein, sie fungieren vielmehr als unbegrenzt und universell zugänglicher Nachhilfelehrer.

„Medienkompetenz bildet eine Grundlage lebenslangen Lernens“. Der Unterricht sollte die Kinder vorbereiten die Medien zu hinterfragen und verantwortungsvoll, vor allem aber sicher, mit ihnen umzugehen. Die hohe Relevanz der Digitalen für Kinder & Jugendliche (Social Networks, Messenger-Apps, etc.) steht dem Bedauern der Eltern und Pädagogen gegenüber, die die „Dominanz virtueller Erfahrungen gegenüber der realen Auseinandersetzung mit der Welt“ betrachten. Planet Schule aber beispielsweise sagt: „Lebensweltliche Erfahrungen jenseits des Computers sollen nicht ersetzt, sondern unterstützt werden“ – eine Starthilfe für eine lebenslange, lernende, neugierige Auseinandersetzung mit der Welt in beiden Bereichen.

„Ist das alles denn wirklich nötig?“

  1. Ja, im Hinblick auf das Berufsbild unserer Gesellschaft in der Medienkompetenz immer stärker zur Grundvoraussetzung eines Überlebens auf dem Arbeitsmarkt wird und um die Sicherheit der Kinder im Umgang mit Medien zu gewährleisten.
  1. Nein wenn es darum geht die unersetzliche Leistung interpersoneller direkter Kommunikationsvorgänge zu würdigen und für ein ganzheitlich geschultes Weltbild persönliche Sinneseindrücke zu entkräften.

Der Umgang mit der realen Welt, und das Erleben dieser, ist die Basis für den Umgang mit Medien. Das eine wird vom anderen nicht ersetzt, es muss ergänzend wirken. Eine grundlegende Unterrichtsrevolution bleibt noch aus, teilweise sind die Bundesländer aber schon auf dem Weg: Ein Beispiel ist der 10 Punkte Plan „Medienkompetenz macht Schule“ aus Rheinlandpfalz, ein anderes ist das Medienkompetenzportal NRW, die beispielsweise mit dem so genannten „Medienpass NRW“ auffahren, oder die Niedersächsische Bildungscloud. Hierbei wird ab Februar 2017 für drei Jahre ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Unterrichtsinhalte entwickelt werden sollen, die dann auf dem Handy und Tablet der Schüler abrufbar sind. Ipadatschool.de bietet bereits digitale Materialien für das Tablet im Unterricht und Fortbildungsgegenstände für das digitale Klassenzimmer für Lehrer an. Die Grundsteine werden gelegt.

 

 

Ob nun das neuste Iphone das optimale Geschenk für einen 10 Jährigen ist, oder Ipads, in Kinderspieltischen integriert, schon für das oben beschriebene Medienkompetenztraining essentiell sind, bleibt allerdings weiterhin fragwürdig. Klar ist sicherlich, dass das Bildungssystem sich offensichtlich weiterentwickeln muss, dies teilweise schon tut und auch hier, wie so oft im Leben, ein gesundes Maß der Dinge ausschlaggebend für den Erfolg ist.

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Langeweile im Hörsaal? Zum Glück gibt es Jodel!

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Die neue App „Jodel“ ist grade mehr als angesagt an deutschen Unis. Bento nennt es „Die Hype-App an deutschen Unis“ und sogar Spiegel Online und stern berichteten jüngst über das neue Phänomen. Doch was steckt dahinter?

Das Konzept ist simpel: Nutzer posten, was ihnen gerade so durch den Kopf geht – und das völlig anonym. Eine Registration ist nicht notwendig. Doch das spielt sich – soweit das im Internet noch möglich ist – weitestgehend auf lokaler Ebene ab. Die Posts sind nur in einem Umkreis von zehn Kilometern sichtbar. Diese sogenannten „Jodel“ können dann von anderen „Jodlern“ kommentiert oder „up-1908001_1635670326648506_4522180799475124659_n“ beziehungsweise „down-gevotet“ werden. Besonders beliebte Jodel werden zudem auch auf Facebook oder Instagram gepostet. Das reicht von lustigen Sprüchen, über Verabredungen an öffentlichen Plätzen in der Nähe bis hin zu vollkommen sinnlosen Ergüssen.

Für Jodel-Entwickler Alessio Borgmeyer ist die für die Nutzer garantierte Anonymität der Schlüssel zum Erfolg der jungen App. „Die Nutzer können authentischer sein bei Jodel. Man muss nicht mehr darauf achten, was man sagt“, erklärt der 24-Jährige im Interview mit dem Spiegel. Oftmals wird seine App als 12038641_1664340517114820_541827127130300438_oPlattform für Trash-Talk beschrieben. Vor allem der Vergleich, dass Jodel wie die Klowand ist, auf der jeder mithilfe eines Stifts seinen Gedanken freien Lauf lässt, nervt den Wahlberliner. Doch laut der Nutzer ist es mehr als das. Viele sprechen schon von einer „Jodel-Sucht“.

 

Und diese weitet sich nicht nur in Deutschland aus, wo die App bis jetzt knapp 800.000 mal heruntergeladen wurde. Auch in Schweden, Österreich, Schweiz, Spanien, Finnland und Norwegen erfreut sich Jodel immer größerer Beliebtheit. Doch leider gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. So musste eine Universität im schwedischen Lund vor gut einem Monat wegen einer Amoklaufdrohung auf Jodel geschlossen bleiben.

„Einige von euch sind okay. Geht daher morgen nicht auf die Universität, wenn ihr in Lund seid. Checkt die Nachrichten morgen Früh. Bis dann“, heißt es in dem Jodel.

In einem Interview mit dem stern äußert sich Geschäftsführer Borgmeyer wie folgt dazu:

„Jodel basiert auf einer Nutzer-zu-Nutzer-Anonymität, und wir selbst haben sehr wenig Informationen über den Nutzer. Aber wenn es einen richterlichen Beschluss bei dringendem Tatverdacht gibt, arbeiten wir mit den Behörden zusammen.“

So birgt die Anonymität auf Jodel auch einige Gefahren. User können, um dem entgegenzuwirken, anstößige Jodel melden. Außerdem wird ein Jodel gelöscht, sobald er fünf „Down-Votes“ hat. Kritiker bemängeln, dass Jodel Cybermobbing und auch sexuelle Belästigung im Netz erleichtert, da sich viele Nutzer hinter ihrer Anonymität sicher fühlen. Das führte in Göttingen sogar so weit, dass die Universität Göttingen Strafanzeige gegen Unbekannt stellte, da auf Jodel mehrfach sexuell belästigende und anstößige Jodel über eine Dozentin gepostet wurden.

Trotz alledem sieht sich die Jodel-Community als friedliche Community. Solche Posts sieht man selten und wenn sie auftauchen, werden sie meist umgehend gelöscht, da sich die Community aktiv daran beteiligt. So dient die in Aachen entwickelte App vielen Studierenden als spaßiger Zeitvertreib in Vorlesungen und zur Kontaktaufnahme mit Studierenden in ihrer Nähe. Sollten sich allerdings Fälle wie in Göttingen oder Lund in Zukunft häufen, muss sich etwas ändern.

Bildquellen: Facebookseite Jodel

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EinsPlus mit Sternchen – Das Ende eines Digitalsenders

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Auch in den schnelllebigen, sensationsaffinen Tagen des digitalen Zeitalters sollte hin und wieder Zeit gefunden werden, um kurz innezuhalten und „Danke“ zu sagen. Gerade dann, wenn es gilt die Dynamik des urgermanischen Lieblingsmediums Fernsehen – wenn auch im Kleinen – in voller Arbeit zu erleben und den in diesem unaufhaltsamen Fortgang am Straßenrand Sitzengebliebenen wehmütig hinterher zu winken. Die Rede ist hier vom Abschied vom ARD-Digitalsender EinsPlus, welcher voraussichtlich zum Beginn des sich mit großen Schritten nähernden Jahres 2016 gemeinsam mit der intellektuellen ZDF-Tochter ZDFkultur den Weg in die ewigen Jagdgründe der Television antritt (die SZ berichtete). Und so darf im folgenden wohl in zumindest annähernd berechtigt zu nennenden Maße – und selbstverständlich mit allem Respekt vor zuletzt genannter Theater- und Kulturplattform des Lerchenbergs – eine bescheidene Frage geäußert werden: Warum eigentlich ausgerechnet EinsPlus?

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Das EinsPlus-Logo seit dem Frühjahr 2012 im Graffiti-Style trägt nun Trauerflor. (Quelle: https://twitter.com/einsplus)

Der Anfang vom Ende

Die Entscheidung fiel bereits vor über einem Jahr, das heißt, um näher zu den öffentlichen und offiziellen Beweggründen der öffentlich-rechtlichen Programmdirektion zu gelangen, muss der Blick zurück in den vergangenen Oktober gehen. Dort entschloss sich die Ministerpräsidentenkonferenz zur Einstellung des 1997 als „einsMuXx“ ins Leben gerufenen und seitdem mit fast schon regelmäßig zu nennenden Facelifts, Konzeptumstellungen und sonstigen mehr oder weniger weitreichenden Veränderungen bedachten Digitalsenders; doch nicht etwa aus Gründen fehlender positiver Resonanz oder ähnlichen pragmatischen Anliegen, wie sie bei der in den letzten Jahren stark erfolgsverwöhnten und was die Programmgestaltung im Hauptprogramm angeht durchaus innovativ arbeitenden Agentur der Rundfunkanstalten zu vermuten wären.

Der eigentliche Grund von ARD und ZDF ist der bereits seit nunmehr fast einer Handvoll Jahren gehegte und in der Frage um seine mediale und vor allem konzeptionelle Beschaffenheit quasi über die gesamte Länge der zeit umstrittene öffentlich-rechtliche Jugendkanal. Die Zielgruppe der 14-30-Jährigen anzusprechen offenbart sich als Anliegen, wenn nicht sogar als Wunsch der ARD, genau wie zugleich auch des ZDF.

Letztgenannte Sendeanstalt sucht ihren Zugang zu dieser zugegebenermaßen , der extrem großen Dynamik in puncto Sehgewohnheiten und -vorlieben geschuldet und somit so oder so stark im Privatfernsehen verwurzelten, schwierig zu erreichenden peer group verstärkt im crossmedialen Ausbau von Unterhaltungs-, bzw. Comedy-Formaten. Bestes Beispiel dürfte hier die seit 2014 auffällig ausgedehnt und entsprechend präsent in Sozialen Netzwerken wie Facebook agierende „heute-Show“. Das Vorgehen des Ersten wiederum zeigt sich indes beinahe ironisch.

Analoge Frischzellenkur

Ironisch deshalb, weil man im Frühsommer 2012 ausgerechnet EinsPlus mit einer breit angelegten und mit einer breit angelegten und mit in der jungen deutschen Medienmacherszene durchaus namhaften Gesichtern ausgestatteten Programmoffensive zu verjüngen suchte – auf der einen Seite mit teilweise auch in 2015 mit beachtlichem Erfolg fortlaufenden Eigenproduktionen (etwa „Ausflug mit Kuttner“, dessen deren dritte Staffel 2016 wohl im ARD-Hauptprogramm ihren Platz finden wird, wie Kuttner selbst auf ihrer Facebook-Page bekannt gab), auf der anderen Seite mit der Förderung von aufstrebenden Formaten und dahinterstehenden Talenten wie dem inzwischen Grimme Preis-gekrönten Philipp Walulis („Walulis sieht fern“ nahm 2011 seinen Anfang im privaten Spartenfernsehen auf Tele5). Dazu kamen jährliche Konzertübertragen bzw. -zusammenschnitte von dem vom für EinsPlus federführenden SWR veranstalteten „New Pop Festival“ in Baden-Baden und den in den Zuständigkeitsbereich der Südwestfunk-Tochter DasDing fallenden Auftritten bei „Rock am Ring“.

Doch diese Art von medialer Frischzellenkur genügte allem Anschein nach noch nicht. Ein aufwendig ausgebautes Web-Angebot, programmbegleitende Korrespondenz auf Facebook und Twitter, sogar ein neues – leider im zweiten Jahrzehnt nach Ende der 1990er-Jahre leicht hölzern wirkendes – Senderlogo im Graffiti-Style konnten die im besagten Oktober 2014 entschiedene Entscheidung nicht aufhalten: Nein zum mediathekgestützten linearen Digitalprogramm, Ja zu einem öffentlich-rechtlichen Online-Jugendkanal.Wie ebendieser sich letztlich präsentieren und von etwaigen anderen, sich in Richtung der selben Zielgruppe neigenden Webangeboten unterscheiden wird, steht bis dato noch in den Sternen.

Jedoch wurde vor kurzem Staffel 2 der von Kritik und Publikum gleichermaßen überraschend positiv aufgenommenen, simultan auf Youtube und linear auf EinsPlus veröffentlichten Show „1080 NerdScope“ vom SWR in Auftrag gegeben; allein schon das Vertrauen der Öffentlich-Rechtlichen in drei der erfolgreichsten deutschen Youtuber (unter anderem den durch sein Merkel-Interview im Juli 2015 einer breiteren Masse bekannt gewordenen ‚LeFloid‘ alias Florian Mundt) lässt darauf schließen, dass ARD und ZDF ihre Chancen hier darin sehen, die inhaltliche und pragmatische Affinität der anzusprechenden Altersgruppe in Richtung Internet zu nutzen; sprich, dem Trend hin zum non-linearen Fernsehen  über Plattformen wie allen voran Youtube folgen werden.

Doch niemals geht man so ganz

Doch zurück zu EinsPlus. Da nun das Feststehende geklärt ist und der Lauf der Dinge nachvollziehbar oder zumindest offensichtlich wird, sollte dem Sender an sich dennoch eine gewisse Ehrung und das versprochene Dankeschön zu Teil werden. Nicht nur, weil es durchaus eine Leistung ist, in der schnelllebigen TV-Landschaft Deutschlands fast zwei Jahrzehnte allen Experimenten und Umstrukturierungen durch die Sendermutter ARD zu trotzen und in der Nische zu überleben – schließlich gilt dies in genau demselben Maße für EinsFestival und zumindest ähnlich für ZDFneo.

Auch nicht wegen sonderlich breit angelegter oder kreativer Programmplanung, welche sich leider zumeist in einem sehr hohen Maße an Wiederholungen und entsprechend wenig Aktualität niederschlägt; ein Umstand, den wiederum fast alle öffentlich-rechtlichen Digitalprogramme teilen und der wohl letztlich auch ZDFkultur um seinen fortwährenden Platz in der deutschen Fernsehlandschaft brachte.

Viel mehr ist es letztlich einzig und allein der Umstand, dass EinsPlus eine kleine aber feine Plattform für frisches (und nicht mehr ganz so frisches), junges deutsches Fernsehen war, beziehungsweise ist. Formate wie Klub Konkret (seit 2012), das Videospiel-Magazin Reload 2012-2014) oder die Infotainment-Show „Es geht um mein Leben“ (2012-2014) mit Pierre M. Krause sind ein guter und stichhaltiger Beweis dafür, dass lineares Fernsehen auch in den 2010er-Jahren entgegen aller Behauptungen nicht tot ist. Ein Umstand, der den Dank aller Liebhaber des gepflegten, klassischen Fernsehens verdient hat.

Deshalb im Namen aller jungen Menschen, deren Abwesenheit offenbar zum Ende von EinsPlus geführt haben: Es tut uns Leid, EinsPlus, und es liegt nicht an dir – das Internet ist schlichtweg attraktiver und wir können dich nicht richtig schätzen. Du hast getan was in deiner Macht stand; und das war wohl leider zu wenig für die modernen Tage, in denen wir leben.

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Dokumentation „The Thread“ – Eine Online-Community auf der Jagd nach den Attentätern des Boston Marathon

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Als am 15. April 2013 auf der Zielgeraden des Boston-Marathons zwei Sprengsätze explodierten, kamen dabei drei Menschen ums Leben und 264 weitere wurden verletzt.

Is this the Boston Bomber?Die Dokumentation von Greg Barker („Manhunt“) rekonstruiert die Suche nach den Attentätern des Boston Marathon innerhalb der Online-Plattform „Reddit“ und thematisiert dabei auch den Konflikt zwischen traditionellen und neuen Medien. Stellt „Crowdsourcing“ eine Gefahr für den investigativen Journalismus dar?

Das Interesse an diesem Event war groß. Neben zahlreichen Reportern, die live berichteten, fotografierten und filmten vor allem tausende Zuschauer und Teilnehmer mit ihren Smartphones das Geschehen rund um den Boston Marathon. Damit gehört das Attentat zu den, am besten dokumentierten Terroranschlägen unserer Zeit.

Die Suche nach den Bombenlegern hielt die gesamten USA in Atem und entfachte natürlich einen erbitterten Kampf der Medien um die Nachrichtenhoheit. Ob Kabelsender, Online-Dienste oder Networks- alle versuchten sich als beste Informationsquelle zu profilieren. Überraschenderweise sorgte vor allem die Social-News-Plattform „Reddit“ für Furore. Deren Community teilte direkt nach dem Attentat zahlreiche Bild-und Videoaufnahmen miteinander und kommunizierte in unzähligen „Subreddits“ (Unterforen) über das Ereignis.

Reddit AnalyseIm Thread „FindBostonBombers“ kam es in den darauffolgenden Tagen zu einer perfiden Suche nach den möglichen Attentätern. Bild- und Videomaterial wurde gesichtet, analysiert und diskutiert. Wilde Spekulationen und Anschuldigungen führten schlussendlich dazu, dass mehrere Unschuldige in den Fokus der Medien und der Polizei gerieten.

Am 19. April 2013 schaffte es die Polizei schlussendlich die offiziellen Täter Tamerlan und Dschochar Zarnajew zu stellen. Im heftigen Schusswechsel wurde  Tamerlan Z. dabei tödlich verwundet. Sein Bruder Dschochar Z. konnte flüchten, wurde aber noch am selben Tag von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Die Amateuraufnahmen seiner spektakulären Verhaftung, die mitten in der Gemeinde Watertown, vor den Augen zahlreicher Anwohner stattfand, verbreiteten sich ebenfalls rasant in den sozialen Medien. –>DRAMATIC VIDEO: Intense Gunfight Between Police and Bombing Suspect

„The Thread“ zeigt, wie sich die Medienlandschaft durch Fortschritte in der Technologie und der weit verbreiteten Nutzung von Social Media verwandelt hat. Berichte aus erster Hand und Nachrichten mit einer beispiellosen Geschwindigkeit zu sammeln und zu publizieren ist schon lange nicht mehr, ein Privileg das nur professionellen Journalisten zuteilwird. Die klassischen Rollen des Produzenten und des Konsumenten verschwimmen immer mehr. Wie der Fall „Reddit“ und sein „FindBostonBombers“-Thread zeigt, ist die Eigendynamik solcher Dialoge im Web 2.0 kaum zu steuern. Durch die schneeballartige Verbreitung in Communities und dem Verlinken in Foren oder Blogs wird die Verbreitung von Gerüchten im Netz erleichtert. Weblogs dienen dem Meinungsaustausch und verhelfen durch die Anonymität des Internets zu einer neuen Qualität des Gerüchtestreuens. Aufgrund der Tatsache, dass jeder User zugleich Rezipient und Autor sein kann und Aussagen sowohl wahr als auch falsch sein können, kann der Inhalt ungeprüft auf Relevanz und Wahrhaftigkeit im Netz veröffentlicht werden.

Die 60-minütige Dokumentation glänzt besonders durch die zahlreichen Interviews mit Journalisten und Bossen der globalen Mediengiganten, wie auch den Social Media-Nutzern, die sich auf die Jagd nach den Boston-Marathon-Bombern gemacht haben.

Die Dokumentation ist u.A. auf Netflix & iTunes verfügbar.


Quellen:

„The Thread“, Courtesy of Greg Barker and Content Television

http://insider.foxnews.com/2013/04/20/dramatic-video-neighbor-captures-intense-police-gunfight-bombing-suspect-dzhokhar

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3035378/It-beast-Moderator-Reddit-s-Boston-Bombers-thread-tells-millions-users-descended-subreddit-days-attack-identified-wrong-suspect.html

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Girls und Boys – OMG!

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Die Bravo – ihr erinnert euch, diese Zeitung aus der ihr den Starschnitt von den Backstreet Boys ausgeschnitten habt – war in den letzten Tagen in den Schlagzeilen. Grund war ein Shitstorm, der sich anlässlich eines Listicles entwickelte, den die Bravo kurz zuvor veröffentlichte. „So fällst Du Jungs auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung!“ hieß die Zusammenstellung von Ratschlägen, die die Bravo jungen Mädchen ans Herz legte. Der Link führt zu einer Cache-Version des Artikels, der eigentliche Artikel ist inzwischen verschwunden und die Stelle ziert nun eine Stellungnahme anlässlich des Backlash. Den Kern des Problems treffen sie darin ganz gut:

„Kritik ist, dass wir ein rückständiges Frauenbild transportieren.“

Bei Tipps wie

„Wirf öfter mal Dein Haar lässig zurück. Das wirkt überlegen und zeigt, dass ein Junge sich ins Zeug legen muss, um Dich zu erobern. So weckst Du seinen Jagdinstinkt!“

oder

„Guck Jungs eher immer leicht von unten an. Das wirkt am süßesten auf Typen!“

ist das auch nicht besonders weit hergeholt. Weitere Tipps, die zum Beispiel empfehlen, sich auch mal alleine in der Nähe von Jungs aufzuhalten um mysteriöser zu wirken sind vielleicht auch einfach fahrlässig. Die Problematik der Bravo-Empfehlungen ist schon umfassend erörtert worden – VICE hat z.B. die gruseligsten zusammengetragen und diskutiert – aber der Shitstorm bietet eine gute Gelegenheit das Jugendmedium Bravo näher zu betrachten und zwar dort, wo sicher auch die meisten Jugendlichen mit ihr in  Berührung kommen: im Internet.

Hundeparkplätze bei IKEA

Auf den ersten Blick hat die Internetpräsenz der Bravo weit mehr mit Werbung als mit Sexismus zu tun. Die Seite zeigt meist ein Skyscraper-Banner, das höchstwahrscheinlich von Google beliefert wird, mir wird hier nämlich eine Versicherung angeboten – ziemlich sicher nicht das, worauf ich aus bin, wenn ich mir diese Seite anschaue. Die Werbung geht aber allem Anschein nach auch im redaktionellen Teil weiter. Auf der Startseite laufen heute (am 21.07) gleich zwei Artikel über IKEA, klickt man durch, erscheint auch noch ein dritter. Wir lernen, dass es bei IKEA Hundeparkplätze gibt, dass man dort Möbel kaufen kann, die das Smartphone ohne Kabel aufladen (Bravo dazu: „geil!“) und dass Jennifer Lawrence dort einkauft. Niedliche Tiere, Handy, Star – gelungene Zielgruppenansprache also.

STINKSAUER auf SNAPCHAT!

Auf den zweiten Blick, kann ich auf der Startseite etwas wichtiges einfach nicht finden: die Social Links. Die Bravo weist mich an keiner Stelle auf ihre Facebook-Seite hin. Auch nicht auf ihr Instagram-Profil oder ihren Snapchat-Usernamen, dabei ist das doch grade das neue Trend-Netzwerk. Eine Facebookseite hat die Bravo natürlich trotzdem, die Inhalte sind im Prinzip identisch mit der Website. Ein Snapchat-Profil findet sich zwar nicht, aber immerhin so etwas wie eine Erklärung: „Wir sind STINKSAUER auf SNAPCHAT!“ Die dezent click-baitige Headline führt zu einem Artikel, der darauf hinweist dass Snapchat (ein Netzwerk also, in dem unter anderem Videos versendet werden können) viel Datenvolumen aufsaugt.

YAY! WTF!

Clickbait-Headlines finden sich überdies bei mindestens jedem zweiten Artikel. Sie fangen mit „So“ an, oder mit „Krass!“ und wirken wie eine Kreuzung zwischen der Bildzeitung und Seiten wie heftig.co mit viel vermeintlicher Jugendsprache (OMG! Schock! YAY! WTF! WIN! FAIL!) und extra vielen Ausrufezeichen dazwischen. Nun bin ich keine vierzehn, aber das ganze wirkt schon ziemlich aufgesetzt. Thematisch dreht sich die Bravo größtenteils um (meist junge, weibliche) „Stars“, drauf folgen Smartphone-Themen und etwas, was man als „human touch“ beschreiben könnte. Artikel mit Überschriften wie „4-Jährige heiratet Erwachsenen – und der Grund dafür ist wunderschön“ – ihr kennt das.

Abgesehen von ihrer jüngeren Zielgruppe wirkt die Bravo online wie jedes andere Internet-Magazin, das vor allem auf Werbung und Klicks angewiesen ist. Mit Ausnahme der Ausstrahlung-Tipps ist es auch nicht sexistischer als andere. Auffällig ist hier höchstens noch der Kontrast zwischen den umfassenden Bildergalerien von Geschlechtsteilen, die den jungen Menschen zeigen sollen, dass ihre Körperteile ganz normal sind, und der „Skandal!“-Meldung über angebliche Brüste im Video eines YouTube-Stars. Wie das zusammen passt, mag sich jeder selbst überlegen.

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Ein Schlag ins Gesicht? Nicht für Martina!

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                      „Was passiert, wenn du einen Jungen einem Mädchen gegenüberstellst und ihn bittest, es zu ohrfeigen?“

Darf man Mädchen schlagen oder nicht?

„Slap Her!“ – Der Spot wirbt gegen häusliche Gewalt gegenüber Frauen

Die herzerweichende Antwort auf diese eher ungewöhnliche Frage geben Pietro, Fulvio, Domenico und Co. Seit Anfangs des Jahres rührt der drei-minütige Werbespot „Slap Her!“ die Nutzer sämtlicher sozialen Netzwerke weltweit. Mithilfe des Experiments mit vermeintlich versteckter Kamera spricht die italienische Nachrichten-Website „fanpage.it“ ein immer noch heikles Thema an: Häusliche Gewalt, speziell gegenüber Frauen. Insbesondere im eher patriarchisch ausgerichteten Südstaat stellt heimische Brutalität ein großes Problem für Private und Staat dar. Das negative Ideal des männlichen Machos setzt sich bis heute leider in vielen südländischen Familien durch –  und dies muss sich ändern.

Die Message der Website ist klar: Gewalt, ebenso wie Pazifismus, sind Charaktereigenschaften, die bereits in Kindertagen geprägt werden. Deshalb haben die Macher von „Slap Her!“ genau diese Zielgruppe in den Mittelpunkt der Kampagne gestellt: Kinder. Die Protagonisten des Videos sind zwischen sieben und elf Jahre alt, ein Alter der Verspieltheit und Sorglosigkeit. Nacheinander werden die freundlich aufgeschlossenen Jungs durch persönliche Fragen vorgestellt: Aussagen wie „Ich will Feuerwehrmann werden, um Leute zu retten!“ und „Ich werde Pizzaiolo, weil ich Pizzas liebe!“ machen die Kids sympatisch und sollen ein gezieltes Beziehungsempfinden beim Zuschauer wecken.

Dann kommt Martina ins Spiel: blond, schlank, große Augen – Ein Bild eines Mädchens. Die Jungs mögen sie auf Anhieb, schüchterne Verliebtheit macht sich breit. Den Aufforderungen, Martina zu streicheln und ihr eine Grimasse zu schneiden, folgen Domenico und die anderen gerne. Auf einmal der Schock: Der Sprecher fordert sie auf, das unbekannte Mädchen zu ohrfeigen. Auf den Gesichtern der Italiener spiegeln sich Verwirrung und Unsicherheit. Meint der Mann das ernst? Darf ich mich dieser älteren Autoritätsperson widersetzen? Nach kurzem Zögern ist die Reaktion jedoch eindeutig: Allesamt verweigern die Aufgabe. Wieso? „Mädchen soll man nicht schlagen, nicht einmal mit einer Blume!“, „Ich bin gegen Gewalt“ – oder, am wohl ausdrucksstärksten:

„Wieso? Weil ich ein Mann bin!“ 

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Ganz gezielt wirft der Spot mit der naiven Weltsicht aus Kinderaugen die Frage auf, ab wann diese Einstellung kippt und welche Umstände dazu führen, dass genau solche Jungs in Erwachsenentagen möglicherweise zu Gewalttaten bereit werden. Auf Facebook wurde das Video des Regisseurs Luca Iavarone seit der Veröffentlichung im Dezember bereits über 40 Millionen Mal geklickt, 7 Millionen Plays waren es nach nur drei Tagen bei Youtube. Doch obwohl die Resonanz beim Publikum größtenteils positiv ist, gibt es Stimmen, die den Viral-Hit im Netz arg anprangern:

Martina würde nur auf ihre Äußerlichkeit reduziert, außer ihrem Namen erfahre der Zuschauer nichts über das Mädchen, welches noch dazu das Klischee-Bild einer „perfekten“ Frau wiedergibt. Auch ihr freier Wille würde nicht respektiert, die Jungs dürfen ihren Körper ohne jegliche Zustimmung ihrerseits anfassen, dies schüre – kontraproduktiv zur eigentlichen Message des Spots – noch das Macho-Empfinden der Männer, die sich alles erlauben können. Ebenfalls der letzte Grund gegen die Verletzung des Mädchens löst bei einigen Online-Usern heftige Reaktionen aus: Ist es diese Definition eines „Mannes“, welche insbesondere Kindern vermittelt werden soll? Macht die Entscheidung für oder gegen Gewalt den Unterschied zwischen einem „richtigen Kerl“und einem… ja was denn eigentlich? Sollte diese Einstellung nicht für jeden als selbstverständlich empfunden werden, egal welchen Geschlechts? Als letzter kritischer Gedanke wird der „Missbrauch“ von Kindern für Werbezwecke formuliert: Natürlich löst der unschuldige Blick eines Kindes beim Zuschauer eine Woge der Empathie aus, dies sei jedoch ein abzulehnender Marketing-Trick, welcher weder die eigentliche Aussage des Spots zum Ausdruck bringe, noch Rücksicht auf die Menschenwürde nehme.

Gewiss, bei genauerer Analyse des Videos findet man ohne weiteres Aspekte, welche sich für Kritik regelrecht anbieten. Ob es jedoch wirklich gerechtfertigt ist, eine Sache schlecht zu reden, die eigentlich für ein positives Umdenken in der Gesellschaft wirbt und sich eben gewisser Strategien bedient, die sich bereits in der Vergangenheit beim Publikum als wirkungsvoll bewährt haben, ist jedoch fraglich. Ob und wann gezielte Manipulation sich als empfehlenswert herausstellt liegt wohl im Auge des Betrachters. Wie heißt es so schön: Der Zweck heiligt bekanntlicherweise die Mittel…

Quellen:

http://www.stern.de/familie/beziehung/italienische-video-kampagne-slap-her-kinder-gegen-gewalt-an-frauen-2164192.html

http://www.spiegel.de/video/kampagne-gegen-gewalt-slap-her-video-von-fanpage-in-italien-video-1546770.html

http://rebeccahains.com/2015/01/06/slap-her-fanpage-it-video-objectifies-girls-exploits-boys-and-trivializes-domestic-violence/

 

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Ist die ZEIT vorbei?

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Langsam schiebt sich die Masse über den überfüllten Bahnsteig. Sie kommen an einem Zeitungsstand vorbei. GRATIS steht in großen Buchstaben auf einem Schild. Ein alter Mann nimmt sich eine Zeitung. Alle anderen gehen weiter, ohne den Stand eines Blickes zu würdigen. Nach einer Weile sitzen alle im Zug. Taschen und Rucksäcke werden geöffnet, Laptops herausgeholt und Smartphones eingeschaltet. Der alte Mann geht den Gang hinunter. Er lässt sich auf einem freien Platz nieder und schlägt umständlich die Zeitung auf. Die Frau auf dem Platz neben ihm schaut genervt von ihrem Smartphone auf. „Was suchen Sie denn?“, fragt sie. „Die Bundesligaergebnisse!“, antwortet der alte Mann. „Die habe ich gestern schon nachgeschaut“, sagt sie und überreicht ihm ihr Smartphone.

Kein Überleben für die Zeitung?

Dass die Nachfrage nach Printmedien schwindet, ist nichts Neues. Doch gibt es den guten Journalismus nicht nur in der Zeitung? In der Zeitung überzeugen seit langen Jahren qualifizierte Journalisten mit gut recherchierter Arbeit, unterschiedlichen Themen und ausführlichen Hintergrundreportagen. Mit dem Kauf einer Zeitung wird versichert, dass die Artikel umfassend recherchiert und glaubwürdig sind. Dass die Journalisten Kenntnis haben, worüber sie schreiben und für den Leser die wirklich wichtigen Themen selektieren und aufbereiten.

Trotzdem greifen immer mehr Menschen zum Smartphone oder Tablet, um die Nachrichten online zu lesen.
Im Internet findet man die gesuchten Informationen schnell und zielsicher. Ohne großen Zeitaufwand. Und noch viel wichtiger ist, dass man NUR das erhält, was man wirklich möchte. Kauft man eine Zeitung, um sich über die neusten Ereignisse in Russland zu informieren, muss man auch den Rest, also den Sport und die Klatschspalte kaufen. Online ist das anders.
Kauft man eine Zeitung, entscheidet man sich nicht nur dafür mehr zu kaufen, als man eigentlich braucht, sondern es beschränkt auch auf die eine Sichtweise des Journalisten beziehungsweise die Quellen, die der schreibende Journalist wichtig hielt. Im Internet hingegen werden viele verschiedene Quellen präsentiert. Durch Verlinkungen findet man schnell viele Texte und Informationen zum selben Thema.

Natürlich hört man hier die Aufschreie der Zeitungsliebhaber. Denn Online birgt viele Risiken, die man nicht außer Acht lassen sollte. Im Internet kann jeder zum Journalist werden und jeder kann Informationen einstellen. Fehlinformationen werden nicht überprüft und verbreiten sich über das Internet wie ein Lauffeuer, bevor auffällt, dass es sich um eine Fehlinformation handelt.

Doch ist dieses Risiko nicht akzeptabel, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt?

So schön es auch sein mag eine echte Zeitung in der Hand zu halten – das bekannte Rascheln beim Umblättern der Seiten zu hören. Sind es doch trotzdem nur die Nachrichten von gestern.
Für schnelle und aktuelle Nachrichten bleibt nur der Griff zum Smartphone.

Was sich viele wünschen, sind Onlineartikel, die umfassend recherchiert sind und komplexe Sachverhalte verständlich zusammenfassen. Artikel, wie man sie zuweilen nur in der „echten“ Zeitung findet.

Die Süddeutsche Zeitung versucht zur Zeit durch den Bau eines Print – Online – Newsrooms Online und Print erfolgreich zu verbinden. „Die geschäftsführenden Redakteure, die dort arbeiten werden, sind künftig für Print, wie online gleichermaßen verantwortlich.“ (http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/) Dadurch soll es eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Print und Online geben. Es ist der Versuch „sowohl eine sehr gute Zeitung, als auch eine sehr gute Nachrichtenseite (zu) machen.“ (http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/)
Es könnte ein entscheidender Schritt sein, Online qualitativ nach vorne zu treiben, aber dabei die Zeitung nicht zu vergessen.

Kein Überleben für die Zeitung?
Das ist zur Zeit schwer zu ermessen. Aber bis jetzt schreibt sie auch noch keiner ab!

 

Quellen:

http://www.gutjahr.biz/2013/03/zukunft-zeitung/

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zukunft-der-zeitung-die-odyssee-der-online-onkels-12534852.html

http://verlag.faz.net/mediaportal/ueber-die-zukunft-von-zeitungen-ein-gespraech-mit-frank-schirrmacher-und-horizont-chef-juergen-scharrer-11885036.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zukunft-des-journalismus-das-heilige-versprechen-11970610.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-11/Tageszeitung

http://www.spiegel.de/thema/2020_die_zeitungsdebatte/

http://www.sueddeutsche.de/thema/Zukunft_des_Journalismus

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/zukunftdesjournalismus

http://www.arte.tv/guide/de/048392-000/journalismus-von-morgen-die-virtuelle-feder

http://www.theeuropean.de/debatte/342-zukunft-des-journalismus

http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/

 

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Markenidentifikation 2punktFace

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Am Anfang war es eine Seite für Studenten und wuchs mit den wenigen Jahren zum größten und einflussreichsten sozialen Netzwerk der Welt. Freunde online treffen, eigene Erfahrungen teilen und chatten – das machte die Facebook-Welt aus. Doch Anfang 2011 sieht die Sachlage ganz anders aus. Längst haben auch die Unternehmen das Medium zu Werbezwecken entdeckt. Soziale Netzwerke sind aus der heutigen Untrnehmenskommunikation kaum noch wegzudenken. Heute einen neuen Kapuzensweeter von Marke „xy“ gekauft. Cool! 5 Minuten später drücke ich den „gefällt mir“ Button auf Facebook. Doch warum? Ich will mich mit einer Marke identifizieren, anderen zeigen „hey die Marke „xy“ solltet ihr euch auch mal ansehen“. So werden meist unterbewusst bestehende Marken gehypt und auf der anderen Seite neue Marken als Trends angepriesen. Mir als Verbraucher bringt es keine Lorbeeren ein. Von Marke „xy“ bekomme ich auch kein Geld aber den Titel „Sozialer Werbeträger des Monats“ schreibe ich mir irgendwie trotzdem auf die Stirn. Facebook hat es geschafft, die Industrie der Endverbraucher neu zu erfinden.

Von Herstellerseite aus nun Fluch oder Segen? Die meisten Prozente darf gewiss die Segenseite verbuchen. Die Unternehmen finden eine kostenlose Plattform, mit der sie Millionen potentielle Kunden erreichen. Mit einem Klick bekennen sich die User zu einer Marke. Und was noch viel wichtiger ist – sie machen es netzöffentlich. Erzählen sie anderen wen sie gewählt haben? Nein – so etwas macht der Deutsche nicht. Aber Fan meiner Partei auf Facebook werden, das ist doch normal! Oder nicht? Im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten gehen wir anscheinend ganz abnormale Wege, erkennen uns oft selbst nicht und schwimmen doch mit dem Strom. Genau das erwartet man doch von uns – und die Unternehmen freuen sich.

Quelle: http://www.wuv.de/nachrichten/digital/ranking_kinder_riegel_ist_beliebteste_marke_auf_facebook (15.02.2011)

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China-Wochen im Web

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Online-Magazine, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Bild-Logo in Deutsch-Chinesisch
Die ersten Goldmedaillen für die Deutsche Olympia-Mannschaft sind eingefahren, Michael Phelps schwimmt allen davon und ist mittlerweile bester Olympionike aller Zeiten…
Das und noch viel mehr kann man seit Freitag – sofern man das halt möchte – bei Bild.de nachlesen…

Olympia-News auf Chinesisch

Na klar, warum nicht!? Das Besondere daran:

Bild.de bietet die Nachrichten – womöglich als einzige deutsche Newssite – auf CHINESISCH an!!!

Wer sich mal anschauen möchte, wie es aussieht, wenn deutsches Onlinedesign auf chinesisches Schriftgut trifft,
dem sei die olympiaaffine China-Seite der BILD ans Herz gelegt!

Wer’s lieber in good old English mag, der probiert’s mal mit Bild.de in Englisch (die Seite gibt es aber wohl immer)!

Also viel Spaß beim „Leseln“… 😉

Quelle: BILD

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