#notheidisgirl – Kampf für mehr Selbstakzeptanz

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Jeder kennt Sie: Heidi Klum, Deutschlands berühmtestes Model und Moderatorin von Germanys next Topmodel.

Bereits im Frühjahr 2018 beginnt die 13. Staffel Germanys next Topmodel.

Im August 2017 forderte die selbsternannte „Model-Mama“ auf Instagram auf, unter dem Hashtag #IchbinGntm2018 ein Bild zu posten, um sich für die neue Staffel zu bewerben.

Daraufhin rief die Feministische Gruppe Vulvarines aus Mönchengladbach, zum Protest gegen das TV Format auf. Unter dem Hashtag #notheidisgirl starteten sie die Gegenbewegung zu #IchbinGntm2018.

Wieso #notheidisgirl?

Schon seit einigen Jahren steht das ProSieben-Format Germanys next Topmodel in der Kritik der Medien.

Wer bei Germany next Topmodel gewinnen möchte, darf keine Makel haben und muss einen dünnen, fast schon mageren, definierten Körper haben.

Viele junge Mädchen glauben, dass sie nur „schön“ sein können, wenn sie diesem Schönheitsideal folgen.

Aus diesem Grund startete die Gegenbewegung #notheidisgirl, um den jungen Frauen zu zeigen, dass es sich um ein verzerrtes Schönheitideal handelt und das man auch mit Dehnungsstreifen oder Kurven schön sein kann.

Auch die Schauspielerin Nora Tschirner äußerte sich im Focus gegen Heidi Klum:„Ich würde dich an dieser Stelle gerne bitten, dass du das lässt – sehr jungen Seelen zu erzählen, dass irgendwas mit ihnen nicht oder noch nicht stimmt und dass das an ihrem Körper liegt“.

Der Hashtag #notheidisgirl ist mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet und es werden täglich immer weitere Bilder mit diesem Hashtag gepostet und geteilt.

Die Unterstützer des hashtags #notheidisgirl wollen, dass sich Frauen gegen die Schönheitsideale wehren, die Germanys next Topmodel propagiert.

Die Mitgründerin der Vulvarines, Lisa, gab in einem Interview mit Christina Wächter kund , was die Gruppe mit diesem Hashtag erreichen wolle: „Wir wollen Menschen erreichen, die betroffen sind von Sexismus und Lookism. Uns geht es um die Stärkung und Emanzipation von Betroffenen[…]“

Der Hashtag #notheidisgirl, soll demnach den jungen Frauen zeigen, dass die eigenen Werte und die Selbstakzeptanz wichtiger sind, als das Streben nach perfekten Aussehen.

Außerdem sollte man auch andere Menschen, nicht wie ein Objekt nach angeblichen Schönheitskriterien bewerten, sondern jeden Menschen so akzeptieren und respektieren wie er ist.

Quellenangabe:

http://www.jetzt.de/sex/protest-gegen-heidi-klum-und-gntm-vulvarines-starten-den-hashtag-notheidisgirl

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/nora-tschirner-keinohrhasen-schauspielerin-richtet-harte-worte-an-heidi-klum_id_7120854.html

https://www.instagram.com/notheidisgirl/?hl=de

https://www.tz.de/tv/notheidisgirl-aktion-gegen-gntm-und-heidi-klum-auf-instagram-und-twitter-zr-8756426.html

https://de.style.yahoo.com/notheidisgirl-madchen-begehren-auf-instagram-gegen-heidi-klum-auf-095109539.html

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„Digitale Fürsorgepflicht“ für Kinder und Jugendliche – Notwendig oder nicht?

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Wer kennt es nicht: Man sitzt im Bus oder einfach in der Stadt und schaut um sich. Vermehrt sieht man Menschen, die ihren Blick kaum vom Handybildschirm wenden können. Diesen Trend, das „Phubbing“, sieht man inzwischen auch immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen.

 

Aufgrund dieses nachahmenden Verhaltens der Erwachsenen stellt sich die Frage, ob die Mediennutzung sich auf die Entwicklung der Heranwachsenden auswirkt.

 

 

Diese Frage stellten sich auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und das Bundesministerium für Gesundheit, welche darauf die sogenannte BLIKK-Studie (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation) ins Leben riefen.

Bei dieser Studie wurden von Juni 2016 bis Januar 2017 5.573 Eltern und dessen Kinder bezüglich ihres Umgangs mit den Medien befragt. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der medizinischen Früherkennungsuntersuchung, also die körperliche, entwicklungsneurologische und psychologische Verfassung der Kinder, herangezogen.

Bei diesem Vergleich kam zu es zum einen zu dem Ergebnis, dass Kinder ab 7 Jahre und auch Jugendliche zur Hyperaktivität und Unkonzentriertheit tendieren, wenn diese mehr als eine Stunde am Tag an ihrem Handy oder Tablet verbringen. Zudem neigt die genannte Gruppe zu Übergewicht. Zum weiteren zeigen schon die Zwei- bis Fünfjährigen Entwicklungsstörungen bei regelmäßiger Nutzung von Bildschirmmedien, so haben sie Probleme bei der Konzentration und Sprachentwicklung.

Diese zwei aufgeführten Ergebnisse zeigen exemplarisch die von der BLIKK-Studie ausgewerteten, meist negativen Auswirkungen der Mediennutzung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Jedoch widerlegt die Kinder-Medien-Studie 2017 diese negative Darstellung. Bei dieser Studie wurden über 2.000 Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren mit ihren Eltern interviewt. Hierbei fielen die Ergebnisse jedoch positiver aus.

72% der Kinder in der genannten Altersklasse lesen in der Woche mehrmals, aber nicht wie angenommen von Tablets oder Computer, sondern noch von Papier. Zudem wird das Vorurteil, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit bloß mit digitalen Medien verbringen würden, ebenfalls widerlegt, da diese weiterhin Freunde treffen und das Spielen im freien bevorzugen.

Diese verschiedenen Studien zeigen grundsätzlich, dass das Interesse an der Medienpädagogik groß ist und man Studien und Umfragen nutzen möchte, um die Entwicklung der Kinder und deren Umgang mit den Medien bestmöglich zu fördern.

Es ist offensichtlich, dass besonders die Eltern an diesem Prozess mitwirken und daher als Vorbild vorangehen sollten. Daher stellt sich für diese auch die Frage wie sie die sogenannte „digitale Fürsorgepflicht“ am besten konkret umsetzen können. Beispielsweise in welchem Alter die Kinder ein Handy oder andere digitale Medien bekommen sollten oder ob es strikte Verbote zur digitalen Mediennutzung geben sollte, um den Kindern die Kontrolle der Nutzungszeit anfangs abzunehmen. Man dürfe aber auch nicht die grundsätzliche Mediennutzung verbieten, sondern stattdessen zusammen mit den Kindern die Medien kennenlernen und auch dessen Grenzen und Gefahren beibringen.

 

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