Archiv der Kategorie: Medienwandel

Für die Aussteiger der Always-on-Gesellschaft

Für die Aussteiger der Always-on-Gesellschaft

 

Mit 46% besitzt fast jeder zweite Deutsche heutzutage ein Smartphone. 81 Minuten verbringen wir laut der Mobile Monitor Studie 2014 täglich am Handy. E-Mails checken, mit Freunden chatten, schnell eine Runde Clash of Clans oder Quizduell zocken, nach dem Blick auf den mobilen Wetterbericht schon mal das Outfit für morgen per App planen – viele Bereiche unseres Lebens hat die ständige Verbindung zum Internet, unabhängig von Ort und Zeit, vereinfacht und (nicht nur) zum Positiven verändert.

Diesem Trend tritt die schweizerische Firma Punkt. entgegen: mit der Entwicklung des „MP01 Mobile Phone“ will Entwickler Jasper Morrison zurück zu den Wurzeln des Mobiltelefons. Die Features der „Innovation“ wirken im heutigen Alltag wie aus einer anderen Zeit: mit SMS versenden und telefonieren hat man sich bei der Entwicklung wirklich auf die nötigsten Funktionen beschränkt. Das Mobiltelefon besitzt kein Internet, kein Farbdisplay und auch keinen Touchscreen. Schwarz und schlicht verzichtet man auf jeden Schnickschnack, der ablenken könnte.

Kaum zu glauben, dass es sich bei diesem Mobiltelefon um eine 295 Euro teure Neuentwicklung handeln soll. (Quelle: t-online.de)
Kaum zu glauben, dass es sich bei diesem Mobiltelefon um eine 295 Euro teure Neuentwicklung handeln soll. (Quelle: t-online.de)

 

Das Handy soll wegführen von der gegenwärtigen Mentalität, 24 Stunden am Tag vernetzt zu sein, eine Entwicklung, die auch Probleme mit sich bringt. Vor allem Konzentrationsschwierigkeiten werden in Verbindung mit andauernder Nutzung von Smartphones hervorgerufen. Immer stärker kritisiert wird jedoch auch, dass soziale Kontakte vernachlässigt werden, weil vor allem Jugendliche sich lieber online aufhalten als sich abseits von der virtuellen Welt mit Freunden zu treffen.

Diese negativen Seiten der Handynutzung haben Schüler eines Ulmer Gymnasiums zu einer App inspiriert, die dem ständigen online-Sein entgegentreten soll. Bei „Sloffline“ soll es sich um eine Art Wettkampf handeln, bei dem der gewinnt, der am wenigsten das Handy nutzt. Die Entwicklung ist jedoch noch nicht abgeschlossen, und zurzeit werden noch Sponsoren gesucht. Die App ist also noch nicht verfügbar.

Das von verschiedenen Medien als „Anti-Smartphone“ betitelte Mobiltelefon von Punkt. dagegen soll pünktlich zum Weihnachtsgeschäft versendet werden. Wer jedoch gewillt sein soll, für ein technisch minimal ausgestattetes Gerät 295 Euro auszugeben, ist fraglich, da der Markt auch deutlich günstigere Alternativen zu bieten hat. Ebenso fraglich ist, ob ein solches Handy sich in der heutigen Gesellschaft durchsetzen kann, der das Internet und seine Vorteile so wichtig sind wie noch nie. Aber vielleicht ist es auch die Chance, einen neuen Trend zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, sich vom World Wide Web abzukoppeln.

 

Quellen:

http://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/Die-Anti-Smartphone-App-aus-Schwaben/-/id=47428/did=3578694/14f2uav/index.html

http://www.t-online.de/handy/smartphone/id_75772250/ohne-internet-und-apps-anti-smartphone-mp-01-kommt-aus-der-schweiz.html

https://www.punkt.ch/en/products/mp01-mobile-phone/

http://www.izmf.de/de/wann-wird-die-handynutzung-zum-problem

MZDW 11: 81 Minuten Smartphone-Nutzung pro Tag

#prayforparis meets Facebook

Nach den schockierenden Anschlägen in Paris trauert die ganze Welt um die ca. 129 Menschen, die dabei um’s Leben kamen. Die Solidarität die damit einhergeht wird vor allem im World Wide Web deutlich – nämlich auf der Social Media Plattform Facebook.
Denn diese bietet nun verschiedene Möglichkeiten, Unterstützung für Betroffene zu zeigen.

Zum einen füllt sich die Startseite nun nicht mehr mit lustigen Videos und sinnlosen Posts, sondern mit Profilbildern, die nun in den Farben der französischen Flagge gehüllt sind. Auf diese Weise bietet Facebook die Möglichkeit „Unterstützung für Frankreich und die Menschen in Paris zu zeigen“. Sein Profilbild zu ändern ist zudem leicht und schnell gemacht: lediglich ein Klick auf den Button „Probiere es aus“ unter dem veränderten Profilbild eines Freundes trennt einen von der Supporter Community auf Facebook.

Des Weiteren ermöglicht der Facebook-Sicherheitscheck es, den Facebook Usern, die sich zur Zeit der Anschläge in Paris befanden, anzugeben, ob sie in Sicherheit sind. Dies kann man auch stellvertretend für einen Freund machen, wenn man weiß, dass dieser sich nicht mehr im Gefahrengebiet befindet. Die Benachrichtigung erscheint auf der Timeline der Facebook Freunde der betroffenen Person.

Unter dem Hashtag #rechercheParis verbreiten sich auf Facebook und Twitter zudem herzzerreißende Aufrufe von Angehörigen der Opfer, die immernoch nach ihren Geliebten suchen. Fotos von meist fröhlich aussehenden jungen Menschen zieren die Hashtag-Seite, neben Beschreibungen von Größe, Alter und individuellen Wiedererkennungsmerkmalen wie Tattoos, Piercings, etc. Und auch über diesen Hashtag tweeten Tausende User ihr Beileid an Angehörige, teilen die Tweets, um eine maximale Anzahl an Nutzern zu erreichen, die die betroffene Person gesehen haben könnten. Wie erfolgreich und wichtig die Aktion ist, zeigt folgende Update Meldung über ein Opfer, das schwer verletzt in dem Krankenhaus Pampidou gefunden wurde.

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Quelle: https://twitter.com/DaliaEzzat_/status/665514178988371968

Doch auch während der Angriffe nutzte Konzertbesucher Benjamin Cazenoves Facebook, um die Welt über die schrecklichen Ereignisse zu informieren. Der Hilferuf wurde um 23:00 gepostet, er sei noch im ersten Stock des Bataclan und schwer verletzt. Geteilt wurde sein Post über 22 Tausend Mal. Eineinhalb Stunden später folgt ein neuer Post: Cazenoves hat überlebt.

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Quelle: https://www.facebook.com/benjamin.cazenoves/posts/10153035449936652

Eine andere Überlende, Isobel Bowdery, postete am darauffolgenden Samstag Abend ein Foto von ihrem blutverschmierten Oberteil, das sie auf dem Konzert trug, um den Horror, dem sie entkommen ist, zu demonstrieren. Über 510 Tausend Profile teilten das Bild, über 1,5 Millionen „Likes“ erhielt sie dafür, hunderte solidarische Kommentare unterstützen den Post.

 

Quelle: https://www.facebook.com/isobel.bowdery/posts/10153885280769893

Die Wichtigkeit der Sozialen Netzwerke in Katastrophen Situationen wie diesen wurde auch schon bei dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo gezeigt. Eine Solidaritätswelle unter dem Motto „Je suis Charlie“ überflutete soziale Netzwekseiten wie Facebook, Instagram und Twitter und demonstrierte so die gemeinsame Haltung von Menschen auf der ganzen Welt, die sich gegen den Terror bekennen. Umgewandelt zu „Je suis Paris“ wiederholt sich die Internet Aktion. Mit dem weltweiten Trendhashtag #prayforparis solidarisieren sich Menschen auf der ganzen Welt mit Opfern, Angehörigen und französischen Staatsbürgern, helfen bei der Suche nach Verlorenen und stärken den Zusammenhalt gegen Terroristen wie Anhänger des IS. Ob offline oder online, die Möglichkeiten die Facebook und Co uns bieten sind heute nicht mehr wegzudenken und zeigen in all dem Unglück doch Hoffnungsschimmer der überwältigenden Menschlichkeit, wo Fremde einander helfen, einem beistehen und zusammen Aufmerksamkeit erregen, wo über Probleme nicht genug geredet wird. Das Terrorproblem wird zwar sicherlich nicht durch Tausende Profilbildaktualisierungen gelöst, ist aber ein kleiner Schritt für den Einzelnen und ein großer Schritt hin zur Menschlichkeit.

 

Bezahlen für YouTube?

Wir alle kennen – und viele von uns nutzen – das Angebot einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft von Dienstleistungsunternehmen, die uns den Konsum von Medien erleichtern soll. Zum Beispiel bietet das Musikportal Spotify ein Abonnement für Spotify Premium an, das es uns ermöglicht werbefrei Lieder zu hören und diese auf unseren mobilen Geräten zu speichern und dank Amazon Prime Instant Video können wir Filme und Serien ausleihen und streamen.

Nun kündigte auch das Videoportal YouTube, das bisher vor allem durch die Möglichkeit des kostenlosen Streaming bekannt war, in einem Werbeclip eine Premiumvariante an, die seinen Nutzern viele neue Vorteile bringen soll.

https://www.youtube.com/watch?v=YL9RetC0ook

YouTube Red heißt das Bezahlangebot von YouTube, das ab sofort in der USA verfügbar ist und für ein optimales Video- und Musikerlebnis sorgen soll. Ein Abonnement kostet dort zunächst $9,99 im Monat.

Doch was unterscheidet die kostenpflichtige von der kostenlosen Variante?

YouTube Red-Nutzer können Videos nun werbefrei und ohne Unterbrechungen, wie Banner- und Suchanzeigen, abspielen. Außerdem wird die Möglichkeit geboten Videos offline zu speichern, das heißt Videos können auf unseren Mobilgeräten gespeichert werden und ohne Internetzugang immer wieder wiedergegeben werden. Damit dabei so wenig Speicherplatz wie möglich belegt wird, kann die Qualität der gespeicherten Videos frei gewählt werden.

Bislang konnten Videos auf YouTube nicht im Hintergrund, also während der Verwendung anderer Apps, abgespielt werden. Auch dies ändert sich in der kostenpflichtige Variante, bei der Videos sogar wiedergegeben werden können, obwohl der Gerätebildschirm ausgeschaltet ist. Außerdem beinhaltet das Abo eine kostenfreie Mitgliedschaft bei Google Play Musik.

Was dies für die Einnahmen von Partnern des Videoportals bedeuten wird, ist momentan noch unklar. Laut einem Bericht von TechCrunch soll YouTube den Videomachern nicht die Wahl gegeben haben, sich an dem Programm zu beteiligen oder nicht. Die Videos derer, die ihr Angebot nicht für YouTube Red freigegeben haben, seien deshalb auf keiner der beiden YouTube-Varianten mehr verfügbar.

Schon jetzt gibt es erste Kritiken und Besorgnisse derer, die Videos auf YouTube hochladen. Die amerikanische Youtuberin „PressHeartToContinue“, die seit ca. 5 Jahren aktiv auf YouTube ist und fast 700.000 Abonnenten (Stand: 11/2015) hat, macht ihre Zuschauer in ihrem Video „MY CONCERNS WITH YOUTUBE RED“ auf ihre Besorgnisse, die auch finanzielle Aspekte beinhalten, aufmerksam. Sie spricht zum Beispiel die ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung der Einnahmen der Premiumvariante an, da die Erlöse nicht mehr nach Anzahl der Klicks, sondern danach, wie lange ein Video angesehen wird, an die Partner ausgeschüttet werden sollen.

Ob sich Youtube Red bei sowohl seinen Nutzern, als auch seinen Partnern, beweisen kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Hollywoods neue Freiheit

Super Mario Bros. Mortal Kombat. Tomb Raider. Diese Titel lassen Gamer mit der Zunge schnalzen, alle drei sind unbestrittene Meilensteine des Mediums Videospiel. Die selben Titel dürften bei Cineasten jedoch blankes Entsetzen auslösen, denn neben ihrem Klassikerstatus als Games ist diesen drei außerdem gemein, dass sie als Vorlage für äußerst fragwürdige Spielfilme herhalten mussten.

Das Verhältnis zwischen den Medien Film und Videospiel darf mittlerweile durchaus als belastet angesehen werden. Peinlichkeiten wie die oben genannten sind im Genre der Videospielverfilmungen eher die Regel als die Ausnahme. Umgekehrt bekommt auch jeder erfolgreiche Film ein passendes Game spendiert und auch hier handelt es sich mehrheitlich um Wegwerfware. Die scheinbar allgegenwärtige Medienkonvergenz beißt sich an diesen beiden Medien wiederholt die Zähne aus.

Woran liegt das? Warum lässt sich aus einem guten Game kein guter Film machen und umgekehrt? Der YouTuber und selbst ernannte „Game Theorist“ Matthew Patrick (a.k.a. MatPat) hat sich in einem Video dieser Frage gewidmet und kam zu dem Schluss, dass die Verantwortlichen auf beiden Seiten konsequent ignorieren, dass Merkmale, die ein gutes Game ausmachen (Handhabung, Grafik, Narrativ, Erkundungsfreiheit etc.) noch lange keinen guten Film schaffen. Super Mario Bros. mag als Game ein absoluter Klassiker sein, aber es verfügt schlicht über keine brauchbare Story. Auf der anderen Seite hatten Games zu Filmen (abgesehen von der Lieblosigkeit ihrer Produktion) bisher immer mit den Limitierungen des Mediums, insbesondere in optischer Hinsicht zu kämpfen. Filme leben neben ihrem Narrativ auch von ihrem Schauspiel, von Mimik und Gestik, Kameraeinstellungen und Belichtungen.

Nun war dem Moore’schen Gesetz zufolge absehbar, dass zumindest die letztgenannte Hürde irgendwann fallen würde, irgendwann würde es möglich sein, über ein animiertes Gesicht die selben Emotionen auszudrücken, wie über ein abgefilmtes. Das Spiel, welches diese neue Ära einläutete war nach Meinung vieler Gamer das 2013 veröffentlichte „The Last of Us“. Ursprünglich veröffentlicht als Schwanengesang für Sonys Playstation 3, als furioser Schlussakkord der damaligen Konsolengeneration, zeigte es der Welt was mittlerweile möglich ist und was vielleicht in Zukunft noch möglich sein wird. Das Game wurde von Fachpresse, wie auch Zielgruppe frenetisch gefeiert, als –  entgegen seines Namens – erstes seiner Art, als erste gelungene Melange aus Game und Film, ein Meisterwerk, ein Meilenstein. Obwohl es keine Film- oder sonstige Vorlage hatte, schien erstmals der Begriff „cineastisch“ im Zusammenhang mit einem Game angebracht. „The Last of Us“ verband erstmals wirklich ausgereifte Charaktere mit einer packenden und emotionalen Story und einem visuell überwältigenden Setting einer postapokalyptischen Welt. Entwickler Naughty Dog genügte es nicht, spannende Kämpfe gegen Zombies und Paramilitärs zu liefern, das „drumherum“ musste stimmen und es stimmte. Wer sich davon einen Eindruck machen möchte, dem seien die zahllosen Lets-Play-Videos auf Youtube empfohlen. Trotzdem wäre es falsch davon auszugehen, dass die erfolgreiche Einbindung von cineastischen Elementen automatisch ein gutes Game hervorbringt. Die Essenz jedes Spiels (nicht nur von Videospielen) ist es, den Spieler vor Entscheidungen zu stellen, die den Spielverlauf beeinflussen. Entscheidungsfreiheit ist der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Spiels, nimmt man sie dem Spieler, so verliert das Spiel seinen Sinn. Überfrachtet man ein Game mit Filmeinlagen und vernachlässigt diesen Aspekt, ist es kein gutes Game. Aus diesem Grund werden Games-Verfilmungen nie an ihre Vorlagen heranreichen, denn die wenigsten Games verfügen über die dramaturgischen Komponenten einen Wegfall der Entscheidungsfreiheit zu kompensieren.

Schon jetzt ist die Games-Branche eine wesentlich umsatzstärkere Industrie als das Kino. Hollywood-Größen wie Kevin Spacey spielen Rollen in Games, als seien es schon Filme, die Resultate sind schon rein optisch verblüffend. Während die Technik mit Riesenschritten fortschreitet, scheint es weiterhin ausgeschlossen, dass Film dem Medium Videospiel noch einen Schub geben können, während es jedoch durchaus möglich ist, dass die Zukunft Hollywoods auf der Playstation spielt.

Kevin Spacey in Call of Duty – Advanced Warfare (2014)

Hitlers Werwölfe im Multimedia-Format

„mir ist klargeworden, dass ich von zwei unrühmlichen Bastarden groß gezogen worden bin.“

– Cordt Schnibben

Mit „Mein Vater ein Werwolf“ aus dem Jahr 2014 liefert der Spiegel eine Multimedia-Reportage im Scrollytelling-Stil. Der Journalist Cordt Schnibben arbeitet darin seine Familiengeschichte während des Nationalsozialismus auf. Sein Vater war damals Oberleutnant und arbeitete mit den sogenannten Werwölfen zusammen, einer Untergrundbewegung, die ab 1944 in feindlich besetzten Regionen zahlreiche Attentate auf deutsche Kollaborateure verübte.

Der Leser scrollt durch eine Melange aus animierten Comicausschnitten, Fotos, Videos sowie Textteilen und findet sich in einem dichten Geflecht an Ereignissen wieder, die in Zusammenhang mit der Ermordung des Bauerns Willi Rogge stehen, an der auch Schnibbens Vater beteiligt war. Rogge war kein Nazi-Sympathisant. Er machte sich durch eine kritische Haltung gegenüber des Regimes als Volksverräter strafbar und wurde spontan verurteilt. Die Werwölfe dienten als Vollstrecker. Auf dem Leichnam klebte ein Zettel: „Wer sein Volk verrät, stirbt!“

Nach dem Krieg mussten sich die Werwölfe für die Tat vor Gericht verantworten. Der eigentliche Erzählstrang rund um die Ermordung wird daher immer wieder durch Berichte aus dem Prozess unterbrochen. Cordt Schnibben will dadurch deutlich machen, „ wie schwer sich deutsche Gerichte damit taten, kleine Nazis gerecht zu bestrafen.“ Außerdem erreicht er eine multiperspektivische Darstellung rund um den Fall.

Durch einen vorgeschobenen Trailers ist von Anfang an ist klar, welchen Ausgang die Geschichte nehmen wird. Auf der einen Seite bietet dies dem Leser die Möglichkeit, die wenig chronologische Erzählung besser zu erfassen. Auf der anderen Seite wir der Spannungsaufbau dadurch eher flach gehalten. Tatsächlich ist es angesichts der Detailfülle, die über verschiedene multimodale Elemente transportiert wird, schwer, den dramaturgischen Verlauf nachvollziehen zu können. Die Zeitsprünge zwischen Prozess und Ermordung sind nicht immer leicht zu verfolgen. Die Intention scheint klar: die Verworrenheit des gesamten Falls wird unterstützt und nur langsam Licht ins Dunkle gebracht. Für bestimmte Lesergruppen kann dies jedoch zum Abbruchkriterium werden. Wer abends auf seinem Sofa hängt und nette Unterhaltung sucht, kann sich schnell erschlagen fühlen. Wirklich leichte Kost geht anders.

Etwas auflockernd wirkt der Comic-Stil, der in manchen Abschnitten tragendes Handlungselement ist. Technisch durch Parallax Scrolling realisiert, kann so visualisiert werden, wozu es keine Zeitdokumente gibt. In Graustufen bewegen sich die Werwölfe durchs Bild und geben dem Terror eine Gestalt. Mit dem Scrollen erscheinen Sprechblasen. Gelegentlich sind auch Audioeffekte eingebunden. Die gesamte Zeit über dudelt das „Radio Werwolf“ vor sich hin. Düstere Klangschwaden ergießen sich so durch die Lautsprecher eines jeden Users. Die Atmosphäre, die kreiert wird, verheißt Unheil, kann durch ihre Monotonie aber auch nerven.

Sprachlich wirkt „Mein Vater ein Werwolf“ sehr ausgewogen. Cordt Schnibben schreckt nicht vor einer Personalisierung zurück und macht seine persönliche Betroffenheit immer wieder deutlich, wenn er von „mein Vater“ spricht. Der gesamte Inhalt gewinnt dadurch an Nähe. Eine Verbindung zum Leben 70 Jahre nach dem dritten Reich wird geschaffen. Und letztendlich bleibt die immer gleiche Frage: Wie soll man mit dem Erbe dieser Zeit umgehen?

„Mein Vater ein Werwolf“ ist technisch gut gemacht und verdeutlicht, was Online-Journalismus kann. Das Stück ist gerade wegen seiner Länge und Komplexität aber nichts für die Mittagspause. Wer sich für den Nachrichtenfaktor Nationalsozialismus dennoch ein Stündchen nehmen will, dem sei die Reportage wärmstens empfohlen.


Lust bekommen? Die Multimedia-Reportage gibt’s hier:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nazi-werwolf-spiegel-reporter-schnibben-ueber-seinen-vater-moerder-a-963465.html

Der freie Autor. Oder: Warum er nicht gelesen wird.

Noch nie schien die Zeit für alle Kreativen günstiger zu sein als heute, insbesondere für Autoren und solche, die sich so nennen wollen. Denn das Internet lässt Gedrucktes immer mehr obsolet werden, Massenproduktionen etwaige Druckkosten minimieren, digitale Lesegeräte, eReader, das Buch in der Hand ersetzen. Und wo man sich als Autor früher noch durch Lektorat, Korrektorat schlagen musste, sein Werk unerfindlich vielen Verlagen mit ihren eigentümlichen Vorsitzenden und kritischen Managern vorlegen musste, man auch nach der zehnten Absage, die nicht selten unbegründet blieb, nicht aufgeben durfte, bis man endlich in die Hände eines mit jesuanischer Güte gesegneten Verlegers kam, der schon die Zeichen am Himmel für den neuen Propheten der Nationalliteratur sehen konnte – so reichen heute einige Klicks und man wird begrüßt in der Welt des schreibenden Volks.

Plattformen gibt es mittlerweile zahlreiche, zum Beispiel der deutsche Service „BoD“ (Books on demand), der für eine geringe Gebühr nicht nur eine ISBN für das geliebte Werk liefert (Denn diese ist für eine Repräsentation im klassischen Buchhandel quasi unabdingbar, da nur so die Werke in das „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ eingepflegt werden), sondern gleich einen internen Editor für die Covergestaltung und entsprechende Vertriebskanäle bereitstellt. Das Buch wird digital den Kindle-Produkten von Amazon, sowie der digitalen Konkurrenz seitens der alteingesessenen Buchhändler (z.B. Tolino)zur Verfügung gestellt; möchte der Leser hingegen sein Buch in Händen halten, so wird es nach Bedarf gedruckt und innerhalb von zwei Wochen an den Käufer ausgeliefert. Weder eine inhaltliche, noch formale Überprüfung oder Korrektur ist erforderlich, kann aber für das entsprechende Kleingeld modular dazu gebucht werden.

Zwar sträuben sich die Buchhandlungen in den deutschen Innenstädten noch, diese Werke in ihr Sortiment aufzunehmen – dennoch scheint der Siegeszug des sogenannten „self-publishing“ beschlossen zu sein. Seit neuestem wird sogar eine Kooperation mit den öffentlichen Bibliotheken angestrebt. Und es ist verständlich: Da der Service keine (katalogorientierte) Selektion und kein aufwendiges Lektorat unterhält, wird jedes Werk gedruckt, gleich wie viele Rechtschreibfehler, inhaltliche Ungenauigkeit oder sprachliche Unverschämtheit darin enthalten ist. Da der Service am Autor verdient, auch wenn sonst nichts verkauft wird (durch monatliche und einmalige Kosten), und keinerlei Werbung stellt, ist die Autorenmarge frei wählbar und wird einfach dem reinen Druckpreis als Mehrkosten für den Käufer aufgeschlagen. Der Autor wird Unternehmer, kümmert sich um Layout und Cover, Format, Papierfarbe, Marketing und Verbreitung.

Es darf zwar als erwiesen gelten, dass große Verlage noch lange keine Qualität garantieren (Das prominente Beispiel „Shades of Grey“, das auf einer Fanfiction zu Twilight basiert, erschien hierzulande im Goldmann Verlag!), aber gerade in der Verschmelzung des Self Publishings mit dem traditionellen Buchmarkt erfährt man (insbesondere auf dem eBook-Markt) eine deutliche Absenkung der Qualität. Dort findet man fragwürdige „Kinderbücher“ und „Horrorgeschichten“ zum Centpreis, voller Fehler und Ungereimtheiten, die im langen Verlauf dem eBook-Markt wieder in den Rücken fallen könnten. Denn auch 99 Cent sind zu viel für ein Werk, das man zehn Minuten später genervt von seinem Gerät löscht.

Das immer populärer werdende Self Publishing deckt ein Bedürfnis der Gesellschaft, sich auszudrücken. Wo in großen Verlagen mehr und mehr nicht nach der literarischen Qualität gefragt wird, sondern den Verkaufserwartungen, ermöglicht die eigene Veröffentlichung die Chance auf einen kleinen Teil am großen Markt und weckt bei vielen die Hoffnung, im großen Haufen an Veröffentlichungen endlich etwas von großem literarischen Wert zu erspähen. Doch dieser neue, freie Autor schafft sich in gleicher Geschwindigkeit wieder ab, wie er sich erschafft. Wenn Independent und „ohne Verlag“ zum Synonym für schlechte Belletristik geworden sind, dann spielt das nur den Verlagen in die Hände, die immerhin noch ohne Rechtschreibfehler Aufgewärmtes servieren.

Der Trend zu interaktiven App-Fernsehshows?

In letzter Zeit sehen wir immer wieder, wie Sender versuchen, die Zuschauer interaktiv in ihr Programm mit einzubeziehen. Man soll über das Smartphone für den Verbleib des Favoriten in der Casting-Show voten oder gegen die Kandidaten auf dem Bildschirm eine Denkaufgabe lösen.

Wenn die Zuschauer sowieso immer öfters parallel im Internet beschäftigt sind, kann man sie eventuell auch dazu bewegen aktiv im Geschehen der Sendung mitzuwirken. Besonders die Zielgruppe der 14-29 Jährigen wird von den Programmmachern ins Auge gefasst. Denn eben diese nutzen im Vergleich am Häufigsten einen „Second Screen“ während der Hauptsendezeit, auch wenn das Interesse beim Surfen dabei häufig nicht bei den im Fernsehen laufenden Inhalten liegt.

Das wird vermutlich auch der Anlass dafür gewesen sein, dass nicht nur die privaten Sender mit Musikshows wie „Rising Star“(RTL) oder „Keep Your Light Shining“(ProSieben), sondern eben auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten versuchen, das junge Publikum auf ihre Programme aufmerksam zu machen, es mit einzubeziehen und somit an die Sendung zu binden.

Die Realität sah und sieht aber leider ganz anders aus. Beide zuvor genannten Sendungen, bei welchen man für seinen Lieblingskandidaten per App abstimmen konnte, wurden im letzten Jahr aufgrund mangelnder Einschaltquoten abgesetzt. Im Gegensatz dazu möchte die ARD an ihrem Projekt „Quizduell“ festhalten.

Bereits im Mai letzten Jahres versuchte man die Zuschauer mithilfe der beliebten Smartphone-App zu einem Live-Quiz gegen Kandidaten im Studio zu bewegen. Doch immer wieder sind Überlastungen des Systems aufgetreten, die den reibungslosen Ablauf der Sendung gestört haben. Alternativ musste aus diesem Grund das Publikum im Studio statt der Zuschauer daheim ihre Antworten abgeben. Da die Einschaltquoten jedoch meist bei einem recht hohen Marktanteil zwischen 7 und 9% lagen, gibt man dem Projekt ab nächsten Montag eine neue Chance. Die Anwendung wurde verbessert und erneut veröffentlicht. Aber trotzdem lief bei der Generalprobe gestern Abend doch noch nicht alles rund. Zwar gab es dieses Mal keine Serverüberlastung, jedoch vereinzelt andere (technische) Bedienungsprobleme.

Das Interesse, sich via App mit Leuten in einer Sendung auf eine intellektuelle Weise zu messen, scheint bei den Zuschauern vorhanden zu sein. Falls die Fehler zum kommenden Montag behoben werden können, sieht es somit nicht schlecht für einen quotenreichen Neustart der Sendung aus. Und ist dies der Fall, werden vermutlich weitere Versuche folgen, Apps in Fernsehsendungen zu integrieren.

 

 

 

 

 

 

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=438

http://www.tagesspiegel.de/medien/pannenshow-2-0-joerg-pilawas-quizduell-besteht-stresstest-nur-knapp/11292228.html

http://www.daserste.de/unterhaltung/quiz-show/quizduell/index.html

http://www.shz.de/nachrichten/deutschland-welt/netzwelt/jede-app-show-wird-zum-flop-id7564261.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Quizduell_%28Fernsehsendung%29

http://www.t-online.de/digital/id_72658658/ard-bringt-neue-quizduell-app-fuer-ios-und-android.html

„Das Internet wird verschwinden.“

Auf dem diesjährig zum 45. Mal stattfindenden Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz machte der Google-Vorstandsvorsitzende Erik Schmidt eine Aufsehen erregende Behauptung in Bezug auf seine Vorstellung vom zukünftigen Internet: „I will answer very simply that the Internet will disappear.“

Gemeint ist mit dieser Aussage nicht, dass das Internet bald nicht mehr existieren wird (was wohl in unserer Gesellschaft auch nicht mehr vorstellbar ist), sondern im Gegenteil: „Das Internet wird verschwinden. – Weil es überall sein wird.“ Es wird nicht mehr „da“ sein, weil es so selbstverständlich werden wird, dass wir es nicht mehr bemerken, bzw. als gesondert ansehen. Gerade durch das kommende Web 3.0, das “Internet of Things”, das all unsere Geräte miteinander vernetzt, wird die eigentliche Interaktion mit dem Internet von unseren alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr zu unterscheiden sein. Laut Schmidt wird es keine Barriere zwischen Online- und Offline-Sein mehr geben; das Internet wird zu einem Teil unserer eigenen Präsenz werden.

“There will be so many IP addresses, so many devices, sensors, things that you are wearing, things that you are interacting with that you won’t even sense it.
It will be part of your presence all the time. Imagine you walk into a room, and the room is dynamic. And with your permission and all of that, you are interacting with the things going on in the room.”

Seine Vorhersagen fanden im Zuge der Diskussion „The Future of Digital Economy“ statt, an der auch weitere hochrangige Personen der IT-Branche teilnahmen:
Neben Erik Schmidt beteiligten sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella, Vodafone-CEO Vittorio Colao und Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Gespräch.
Letztere unterstützte Schmidt in seiner optimistischen Sicht und fügte hinzu: „Leute, die früher keine Stimme hatten, können sich heute einbringen. Jeder kann posten und teilen.“
Laut Schmidt ist das Internet eine der größten Errungenschaften der Menschheit und birgt immense Vorteile – nicht nur für das Individuum bei der persönlichen Beratung und Informationsbeschaffung, sondern auch für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Globale Kommunikation und Vernetzung helfen laut ihm der Bildung, Gleichberechtigung und Staatsführung.
Vom Google-Chairman werden aber ebenso wichtige, mit der Verbreitung der Internetnutzung einhergehende, negative Entwicklungen wie zum Beispiel die Verstärkung des „digital divide“, also der steigenden Ungleichheit zwischen Internetnutzern und Nicht-Nutzern nicht beachtet. Momentan haben laut dem Global Internet Report 2014 40% der Menschen Zugriff auf das Internet und können von dessen Vorteilen profitieren. Doch der Rest wird zunehmend von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, was die ohnehin schon extreme Kluft zwischen hochmodernen Industriestaaten und Entwicklungsländern vergrößert.

Quellen:
http://www.weforum.org/sessions/summary/future-digital-economy
http://www.hollywoodreporter.com/news/google-chairman-eric-schmidt-internet-765989
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/google-praesident-eric-schmidt-das-internet-wird-verschwinden-id3428753.html
http://www.internetsociety.org/sites/default/files/Global_Internet_Report_2014_0.pdf
http://wearesocial.sg/blog/2015/01/digital-social-mobile-2015/#more-10068

Globalisierung durch Kommunikation und Internet

Katastrophen- und Unwetterwarnung per App

Katastrophen- und Unwetterwarnung per App, SMS oder E-Mail, dies ist in Rheinland Pfalz zukünftig flächendeckend möglich. Die Grundlage dafür bietet das Warnsystem Katwarn. Dabei handelt es sich um „einen kostenlosen Service für offizielle Warninformationen“ (rpr1.de). Der Name „Katwarn“ ist eine Abkürzung von Katastrophenwarnung.

Katwarn wurde vom Fraunhofer Institut Fokus in Zusammenarbeit mit dem Verband Öffentlicher Versicherer entwickelt und existiert bereits seit 2010 in einigen deutschen Städten und Landkreisen (Liste). Rheinland Pfalz führt Katwarn nun als erstes Flächenland ein. Dazu äußerte sich Landesinnenminister Roger Lewentz: „Ich bin stolz, dass Rheinland-Pfalz als erstes Flächenland Katwarn einführt. Alle angemeldeten Nutzer erhalten jetzt vom Innenministerium bei großflächigen Gefahren für das Bundesland kostenlos behördliche Warnungen und Verhaltenshinweise direkt auf ihr Mobiltelefon“.

Das System sendet im Fall von Katastrophen und starkem Unwetter, wie Großbränden, Stromausfall, Sturm, Hochwasser oder Unfällen in der Nähe von Kernkraftwerken, Warnungen und Verhaltensempfehlungen ortsbezogen und direkt an die angemeldeten betroffenen Bürger. So stellt Katwarn eine weitere wichtige und im Ernstfall möglicherweise lebensrettende, Warnfunktion neben Sirenen, Rundfunk und Lautsprecheransagen dar. Aufgrund der einstellbaren Vibration beim Empfang einer Warnung und der visuellen Darstellung bietet der Dienst besonders für Gehörlose einen wichtigen Informationskanal.

Das Warnsystem bietet seinen Nutzern Warnungen für ihren aktuellen und sieben zusätzliche Standorte. Dies erlaubt es sich gleichzeitig über die Umgebung des Arbeitsplatzes, des eigenen Zuhauses und beispielsweise über den Wohnort der Eltern oder von Freunden informieren zu lassen. Zudem gibt es eine Übersicht über die Warnungen in der weiteren Umgebung, Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes ab Warnstufe rot, die Möglichkeit Warnungen weiterzuleiten oder über soziale Netzwerke zu teilen. Auch ein persönlicher Testalarm auf dem eigenen Smartphone ist möglich. Da das System die Ortsdaten der App-Nutzer nicht via GPS empfängt, sondern ausgehend von der Position des nächsten Handysendemasts ermittelt, werden keine Daten gesammelt und der Nutzer bleibt anonym.

Nach Angaben des Fraunhofer Instituts  nutzen bisher bundesweit rund 250.000 Menschen die Anwendung auf ihrem Smartphone. Es ist jedoch anzumerken, dass das System nicht alle Informationen erfasst, da die Warnung vor Katastrophen und schweren Unfällen in Deutschland förderal geregelt ist. So erfolgt die Information über Stromausfälle und Großbrände durch die Landkreise oder die kreisfreien Städte. Für Hochwassermeldungen in Rheinland Pfalz ist eine Landesbehörde zuständig. Unwetterwarnungen vor schweren Stürmen und Gewittern erfolgen bundesweit durch die Wetterdienste.

Das gesamte Angebot von Katwarn ist nur als App verfügbar, wird Katwarn hingegen als SMS- oder Email-Service genutzt erfolgen nur Warnungen zu einem Postleitzahlgebiet und mit eingeschränkter Funktionalität, z.B. keine Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Nähere Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Quellen:

http://www.rpr1.de/news/476908/warnsystem-fuer-rheinland-pfalz

http://www.katwarn.de/

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/rheinland-pfalz-tritt-warnsystem-katwarn-bei-katastrophen-warnung-direkt-aufs-handy/-/id=1682/nid=1682/did=14893406/189lhe4/

http://www.voev.de/web/html/start/verband/engagement/schadenverhuetung/katwarn/

Das Amazon-Imperium

Heutzutage ist das Online-Shopping bei Amazon völlig normal und nicht mehr wegzudenken. Vor allem zur Weihnachtszeit boomt das Geschäft und auch im Jahr 2014 kann das Unternehmen wieder eine erfolgreiche Saison mit Steigerung der Bestellungen um ca. 20 Prozent verbuchen (trotz Streiks und Imageschäden wegen schlechter Arbeitsbedingungen).

Ein Grund für die enorme Beliebtheit des Konzerns ist selbstverständlich die Schnelligkeit der Lieferung und die vermeintlich niedrigen Preise. Allerdings scheint Amazon in manchen Fällen zu täuschen. Eine Studie hat bewiesen, dass die Preise gewöhnlich eher hoch sind, diese Tatsache jedoch durch eine Strategie versteckt wird: Das Unternehmen ermittelt täglich, welche Artikel gegenwärtig populär sind, und senkt dessen Preise auf das möglichst niedrige Niveau, sodass für sämtliche Produkte der Eindruck entsteht, Amazon sei ein „Schnäppchenparadies“. Allerdings hat sich gezeigt, dass weniger bevorzugte Waren im Vergleich zu den Angeboten der Konkurrenz meist teurer sind. Vor allem bei eher günstigen Produkten funktioniert dieses Verfahren, da die potenziellen Käufer seltener Preise vergleichen. Deshalb raten Verbraucherschützer, sich nicht von vermeintlich niedrigen Preisen blenden zu lassen und stets verschiedene Angebote abzuwägen.

Ein weiterer Grund für Amazons Beliebtheit ist, dass der Konzern hohen Wert darauf legt, die Treue der Kunden auf lange Zeit zu bewahren. Durch die auf den Konsumenten abgestimmten Kaufratschläge wird die Website zwar stetig personalisiert und der Käufer zum Kauf animiert, allerdings sei die Beliebtheit Amazons bei den Kunden wichtiger als ein einzelner Verkauf; „Amazon wolle den Leuten helfen, die richtige Kaufentscheidung zu treffen“.

Auch das traditionelle und bisher etablierte Fernsehgeschäft scheinen Streamingdienste wie Amazon und Netflix zu erobern. Bei den Golden Globes konnte der Konzern zwei Awards mit einer seiner Eigenproduktionen ergattern. Seit Neustem können die Zuschauer sogar mitentscheiden, welche Serien von Amazon produziert werden.

Doch auch das scheint dem riesigen Online-Einzelhändler noch nicht auszureichen: Nun hat Amazon angekündigt, Hollywood Konkurrenz zu machen und eigene Kinofilme zu produzieren oder deren Rechte anzukaufen. Amazon Prime Kunden sollen davon profitieren und die Aufnahmen bereits wenige Monate nach dem Kinostart zu sehen bekommen.

Vom elektronischen Buchgeschäft zum Online-Versandhaus scheint Amazon sich nun auch zu einem Medienkonzern zu entwickeln. Es bleibt spannend abzuwarten, wie der Weltkonzern weiter wachsen und sich entfalten wird.

Quellen:

Amazon Weihnachtsgeschäft

Tricks bei den Preisen

Amazon Such-Algorithmus

Gewinner Golden Globes

Amazon dreht Filme

The new way to broadcast yourself

younow_logo-250x250YouNow ist eine noch relativ neue Videoplattform. Der Nutzer kann hierbei live Videos vom Handy, Tablet oder Laptop streamen. Auf der Startseite von YouNow öffnet sich direkt ein zufällig ausgewählter Broadcast von einem der Nutzer. Neben diesem befindet sich eine Kommentarbox, in der man mit dem Broadcaster kommunizieren kann und die anzeigt, wer zusieht. Außerdem kann man „Fan“ werden und Likes abgeben sowie den Broadcast in den Social Media-Netzwerken teilen. In der linken Spalte der Seite findet man die Rubriken „Trending people“ und „Trending tags“. Aufgenommen werden hier Broadcaster und Hashtags, die schnell und zahlreich Likes erhalten, viele Zuschauer haben oder besonders lange Broadcasts beinhalten. Unterhalb des bereits geöffneten Videos bekommt man auch noch Vorschläge von Broadcasts, die den selben Tag verwenden.

Auf YouNow kann jeder direkt selbst los streamen, sobald er sich mit einem seiner Social Media-Konten wie twitter, facebook, google+ oder youtube angemeldet hat. Auf dem eigenen Profil werden dann neben Profilbild und eigener Beschreibung auch die alten Broadcasts zusammen mit den Kommentaren und den dabei erhaltenen Geschenken angezeigt. Die anderen Nutzer können Kommentare direkt unter dem Profil in der Rubrik „Discussion“ hinterlassen und man sieht, von wem der Broadcaster Fan ist und wer seine Fans sind.
Der eigene Level auf YouNow zeigt an, welchen Status und wie viel Erfahrung man bereits hat. Desweiteren erhält man in den Leveln stets neue Zusatzfunktionen. Der Broadcaster hat mehrere Möglichkeiten, um einen Level aufzusteigen: beim Filmen durch das Erhalten von Geschenken und Likes, durch die Zuschauerzahl oder die Häufigkeit der Broadcasts; beim Schauen durch liken, chatten, Geschenke verteilen und Fan werden; durch das Teilen von Broadcasts auf den Social Media-Plattformen und mit den Fans und durch die Verbindung mit anderen Social Media-Konten. Steigt der Nutzer ein Level auf, so erhält er Münzen, mit denen er dann Geschenke kaufen kann. So genannte Premium Geschenke muss der Broadcaster mit Bars kaufen, die nur in den App-Shops mit echtem Geld erhältlich sind. Durch die Konzeption von Leveln und Münzen bekommt die Plattform einen spiel-ähnlichen Charakter. Um mehr Zuschauer zu erhalten, so der YouNow-Support, muss man seinen Broadcasts auf Social Media-Plattformen teilen, auf sein Publikum eingehen und möglichst viele Likes erzielen. Auf der Seite vom YouNow-Support findet man außerdem Hilfe bei technischen Problemen sowie die Nutzungsregeln und Richtlinien.
Die Seite finanziert sich über Werbung, aber auch der Broadcaster kann mithilfe des YouNow Partner Programs ab einer gewissen Zuschauerzahl Geld verdienen.
Aber es gibt auch Kritik an der Seite: Bisher ist sie nur in Englisch verfügbar. Außerdem sind die Broadcaster teilweise noch recht jung und geben deshalb bereitwillig private Daten bekannt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Dennoch nutzen auch bekanntere Youtuber wie BibisBeautyPalace und Sami Slimani die neue Video-Plattform.

Quellen:
YouNow: http://www.younow.com
Nutzungshinweise: https://younow.zendesk.com/forums/20642027-How-does-YouNow-work-
YouNow-Support: https://younow.zendesk.com/home
YouNow Partner Program: http://www.younow.com/partners/
Kritik: http://www.videolix.net/alle-beitraege/immer-mehr-warnen-vor-younow/2701/

Eine neue Goldgrube

Zu so gut wie jedem Pixar- oder Dreamworks-Film gibt es ein dazugehöriges, meist mittelmäßiges Videospiel, das meist in erstaunlich kurzer Zeit produziert und dann in riesigen Auflagen auf den Markt geworfen wird, nur um dann in den Elektronikmarkt-Ketten in den Regalen vor sich hin zu vegitieren, bis eine ahnungslose Mutter ihren Kleinen eine Freude machen will und das Spiel mitnimmt.

Dieser Prozess läuft nun schon etwa so lange wie es Videospiele gibt, doch fast genau so lange gibt es auch das Gegenteil: Verfilmungen von Videospielen. Diese haben einen zugegebermaßen schlechten Ruf; keiner dieser Filme hatte bisher wirklich überzeugt. Eine Mitschuld daran trägt der berühmt-berüchtigte deutsche Regisseur/Drehbuchautor/Produzent/Schauspieler/Geschäftsführer Uwe Boll. Bekannt als einer der schlechtesten Regisseure unserer Zeit, war er verantwortlich für etliche Videospiel-Verfilmungen, denen es allesamt an einer Daseinsberechtigung mangelt. Sein zweifelhafter Ruhm führte sogar schon zu Petitionen, welche forderten, er möge doch bitte aufhören, Videospiele auf die Leinwand zu bringen.

Ebenfalls nicht gerade ein Meilenstein der Filmgeschichte sind die zwei Tomb Raider-Filme mit Angelina Jolie als pistolenschwingende Archäologin. Diese waren aber zumindest an den Kinokassen einigermaßen erfolgreich. Regelmäßig erscheinen außerdem auch Filme zu der Resident Evil-Reihe, in denen Milla Jovovich sich gegen Zombies und skrupellose Unternehmen durchsetzen muss. Alles in allem blieb also eine Verfilmung, die der Vorlage gerecht wird, aus.

Doch es besteht noch Hoffnung. Der letzte Schrei in Hollywood sind zurzeit Comic-Verfilmungen, Werke wie The Avengers oder Guardians of the Galaxy werden weltweit in den höchsten Tönen gelobt und spielen unermessliche Beiträge ein, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Daher war es kein Wunder, dass man nach neuen Vorlagen sucht, und diese sind in den Videospielen zu finden. Ubisoft etwa, eine der größten Videospiel-Publisher, gründete sein eigenes Filmstudio, daher werden wir ab 2015 Filme wie Assassin’s Creed (mit Michael Fassbender in der Hauptrolle) oder Far Cry sehen (ein solcher Film mit Till Schweiger war 2008 im Kino, finanziell eine Katastrophe und, richtig, von Uwe Boll produziert).
Bereits in der Post-Production ist außerdem der Film „WarCraft“, dessen Story auf den gleichnamigen Strategiespielen basiert, und im Frühjahr 2016 erscheinen soll. Die Regie führt dabei David Bowies Sohn Duncan Jones, der für „Moon“ viele Preise gewann.

Genug Material, das in Filme umgesetzt werden kann, ist vorhanden, es wartet nur noch darauf, dass Filmstudios es aufgreifen und den Fans, und solchen, die es werden könnten, endlich eine Umsetzung auf der Leinwand geben, die den Spielen gerecht werden und uns in neue (oder alte und liebgewonnene) Welten entführen.

 

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lara_Croft:_Tomb_Raider
http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Boll

 

Das Internet: Fluch und Segen zugleich?

Die Wirkung der Medien, ein viel besprochenes Thema, denn sie haben sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Menschen als Individuum. Besonders im Blickfeld: das Internet, es hat uns unbestreitbar viele Vorteile gebracht, indem es eine zeitlich und räumlich entgrenzte, kostengünstigere sowie weitreichendere Kommunikation ermöglicht. An Informationen kommt nahezu jeder heran, und das vor allem schnell und einfach. Wo man früher für ein Referat oder eine Hausarbeit hauptsächlich in der Bibliothek recherchieren konnte, nachdem man den mühsamen Weg auf sich genommen hatte (falls man sich denn dazu aufgerafft hat), kann nun auch ein großer Teil der Informationen im Internet beschafft werden und dafür muss man nicht mal aufstehen. Doch hier finden sich schon die ersten Probleme – von den übergewichtigen und sozial isolierten Kindern und Jugendlichen, die den ganzen Tag vor dem Fernseher, Computer oder der Spielkonsole sitzen, einmal abgesehen – denn nicht alles, was im Internet zu finden ist, ist wahr oder richtig. Auch wenn jeder Student diese Gefahr kennt oder kennen sollte, vertrauen wir immer noch viel zu leicht einem vermeintlich wissenschaftlichen Artikel, der von einem „Professor Doktor Sowieso“ geschrieben wurde, dem glaubt man eben. Diese negtiven Auswirkungen sind zwar nicht zu unterschätzen, stellen jedoch nicht das eigentliche Problem dar, denn ein Student, der im Internet recherchiert, hat schon die erste schwierige Stufe bereits gemeistert: Das Anfangen und dran bleiben. Immer mehr Jugendliche sind süchtig und wissen es nicht einmal, oder sie wissen es und wollen bzw. können nichts dagegen unternehmen. Sich beispielsweise einmal drei Stunden am Stück auf einen Text zu konzentrieren, ohne zwischendrin aufs Handy zu gucken und WhatsApp oder Facebook zu checken, fällt zunehmend schwerer. Man denkt sich: „Ich guck nur ganz kurz“ und „es könnte ja was wichtiges sein“, doch leider schwindet die Konzentration dabei augenblicklich und wird nur sehr langsam wieder aufgebaut. Es scheint undenkbar auf eine WhatsApp- oder sonstige Nachricht erst einen Tag später zu antworten, doch wie haben das die Menschen früher gemacht? Auf einen Brief und somit die Antwort drei Tage lang zu warten, wie soll das gehen? Ich möchte doch JETZT wissen was Annika gestern zu Phillip über Lisa gesagt hat. Enorm wichtige Themen, die uns vom Lernen abhalten. Leider  gibt es noch viel mehr, was beim Erfolg an der Universität beachtet werden muss, eine einfache Formel wäre zum Beispiel: „Soziales Leben / Schlaf / gute Noten – wähle zwei davon“. Dies stimmt zum Teil, doch in Wirklichkeit ist es noch viel komplizierter. Man muss nämlich außerdem noch in die Vorlesungen gehen, für Klausuren lernen, Hausaufgaben und Referate machen, Zeit für seine Familie, Freunde und Liebesleben, Nebenjobs und freiwillige Arbeit und natürlich Schlaf und Essen finden. Alles unter einen Hut zu bekommen erscheint schon schwer genug, um nicht zu sagen unmöglich, und dann kommt noch das Internet mit seinen verlockenden Angeboten hinzu, die uns die Möglichkeit bieten, dem ganzen Stress der realen Welt zu entfliehen.  So endet man beispielsweise, wenn man ein Referat vorbereiten und außerdem für zwei Klausuren lernen muss, zusätzlich noch die Wäsche machen und das Haus putzen wollte, obwohl man sich eigentlich mit seinen Freunden zum Fußball spielen treffen wollte, mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher und sieht sich die Wiederholung irgendeiner immer gleichen Sitcom an. In dieser Situation waren bestimmt die meisten schon, man ist völlig überfordert und wählt die in diesem Moment angenehmste Alternative: einfach nichts von alldem zu erledigen. Getan werden muss es aber trotzdem und somit geht es einem hinterher schlechter und man bedauert sein Verhalten, was leider nicht dazu führt, dass man es beim nächsten Mal besser macht, bei den meisten zumindest.

 

Dies waren nur einige wenige negative Effekte der Medien, doch auch wenn es bestätigende Daten für Medienwirkungen gibt, muss man von einer alleinigen Schuldzuweisung absehen. Ungleich wichtiger sind individuelle Eigenschaften und soziale Phänomene wie dauerhafte Frustration, Überforderung, Einsamkeitsgefühle sowie ein schwieriges familiäres oder soziales Umfeld.. Von daher gilt bei der Mediennutzung das Motto, wie auch bei den meisten anderen Dingen im Leben: gut und hilfreich, aber in Maßen.

 

 

Quellen:

Wie Medien genuzt werden und was sie bewirken: http://www.bpb.de/izpb/7543/wie-medien-genutzt-werden-und-was-sie-bewirken?p=all

Studie zur Handysucht: http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Netzwelt/d/4296126/alle-zwoelf-minuten-am-smartphone.html

Internet vielfach noch ein Generationenproblem?

Beschäftigt man sich mit Medien kommt man nicht um das Thema herum. Sowohl in Zeitungen, als auch im privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden Links zu Homepages, Mediatheken und Foren angepriesen. Man könne gerne seine Meinung oder Fragen zur Sendung per E-Mail an das Fernsehteam schicken. Der gute alte Leserbriefduka ist nicht mehr zeitgemäß.

Aber offensichtlich hat vor allem die ältere Generation ihre Probleme mit der Online-Welt. Nur 45,4% der deutschen Bevölkerung über 60 Jahren nutzte im Jahr 2014 laut der ard-zdf-onlinestudie überhaupt das Internet (Tendenz jedoch steigend).

Der Grund dafür liegt wohl an einem mangelndem technischen Verständnis für das Internet oder viel elementarer, für den Computer. Seniorenfernbedienungen und Seniorenhandys sind ebenso auf dem Markt zu finden, wie seit wenigen Jahren die Senioren-Computer. Sie erleichtern die Teilnahme an Internetangeboten immens.

Der dominierende Marktführer hierfür ist der dukaPC eines dänischen Unternehmens. Dort sind alle benötigten Programme und Basissoftwares vorinstalliert. Zudem werden auf Wunsch Updates automatisch heruntergeladen, insofern man das monatlich zu bezahlende Servicepaket beansprucht. Große Symbole mit Hauptmodulen wie „Mail“, „Nachrichten“ oder „Textverarbeitung“ sind direkt auf der Startseite zu finden, sodass die Bedienung stark vereinfacht wird. Wer dann doch lieber das normale Betriebssystem von Windows nutzen möchte, kann seinen dukaPC auch umstellen (oder alternativ vom Hersteller umstellen lassen).

Ganz billig ist das Tischmodell mit 899€ dann aber doch nicht. Ob sich die Investition lohnt, oder ob man sich alternativ einen bedienungsfreundlichen Tablet-PC zulegt und Einführungskurse speziell für Senioren besucht, ist dann die Entscheidung jedes Einzelnen. Denn viele Menschen sind nicht bereit, ständig auf fremde Hilfe zurückgreifen zu müssen, wenn sie Probleme mit den neuen Medien haben.

Grundvoraussetzung ist dafür selbstverständlich, dass der Wille vorhanden ist, sich der stark digital geprägten Umwelt zuzuwenden und an den Online-Angeboten teilzunehmen. Die Möglichkeit, seine Meinung über einen Leserbrief wiederzugeben besteht ja immer noch. Ob dieser so schnell beantwortet wird wie eine verfasste E-Mail oder ein Kommentar unter einem Artikel, ist eine andere Frage.

 

 

 

 

Quellen:

https://www.aboalarm.de/blog/allgemein/senioren-internet/

http://www.focus.de/digital/computer/pcs-fuer-aeltere-die-richtigen-computer-fuer-senioren_aid_742069.html

http://www.dukapc.de/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-PC-Hardware-Duka-PC-Rechner-fuer-den-Ruhestand-8598457.html

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=504

Lesen, Schreiben, Rechnen und Programmieren

Bereits in der Grundschule sollen Kinder Programmierkenntnisse erlernen. 

Dies fordert die die Berliner Designforscherin Gesche Joost, die als Internetbotschafterin die Bundesregierung in digitalen Fragen berät. Mit ihrer Forderung stößt sie aber nicht bei allen auf Verständnis, denn viele zeigen sich zurückhaltend und sind skeptisch ihrer Idee gegenüber.

Sie warnt davor, dass die deutschen Schüler in Zukunft nicht international mithalten können. Vom Konzept zur Umsetzung kann es noch Jahre dauern, daher sieht sie nun dringenden Handlungsbedarf. Mit dieser Idee ist sie nicht die Erste.

So ist es bereits in Großbritannien seit diesem Schuljahr Programmieren ein Muss für die Schüler und ist damit ein gutes Beispiel wie die Schule der Zukunft aussehen kann. Gute Computerkenntnisse ist heutzutage nahezu in jedem Beruf eine Voraussetzung. Da das Erlernen neuer Kenntnisse in Kinderjahren noch leicht fällt, plädiert Gesche Joost dafür, dass Kindern schon früh gezeigt wird, dass sie die Medien nicht nur konsumieren können, sondern auch die Möglichkeit haben diese aktiv mitzugestalten.

Außerdem könnte man so vor allem auch Mädchen motivieren und ihnen eine bessere Chance für den „digitalen Arbeitsmarkt“ ermöglichen. Doch Joost steht nicht alleine da. Laut einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom befürworten drei Viertel der Lehrer in Deutschland den Informatik-Unterricht als Pflichtfach einzuführen.  

Die Lehrergewerkschaft GEW hingegen sieht Joosts Ideen skeptisch: es sei wichtiger zunächst die „sichere Beherrschung der Kulturtechniken – Lesen, Schreiben und Rechnen – sowie das soziale Lernen“ zu erlernen , so Ilka Hoffmann von der GEW.  Des Weiteren weist Hoffmann darauf hin, dass viele Schulen nicht den technischen Standart für eine solche Forderung erbringen können.

Laut der ICILS-2013-Studie war Deutschland das Schlusslicht im Bereich Computernutzung im Unterricht. Eine Umfrage von Bitkom bestätigt die schlechte Situation an den Schulen. Mehr als 50% der Schüler an weiterführenden Schulen in Deutschland bewerten die Computerausstattung ihrer Schule als mittelmäßig bis schlecht. Dies ist Joosts Meinung nach unvorteilhaft, da selbst die „Generation der Digital Natives“ zwar sicher mit dem Umgang mit der Technik ist, aber weiteres Fachwissen nur selten vorhanden ist. 

 

 

 

Quellen:

http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/534510/regierung-grundschuler-sollen-programmieren-lernen#gallery&0&0&534510

http://www.onlinewelten.com/games/netzweltgeschehen/news/internet-in-schule-neue-medien-programmieren-grundschueler-127937/

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internetbotschafterin-der-Bundesregierung-fordert-Programmier-Unterricht-an-Grundschulen-2507521.html

 

Wzup?

2l8 4 deutsche Rechtschreibung? – Idk
Täglich werden Millionen von Wörtern getwittert, per Email verschickt, bei Facebook gepostet, als WhatsApp oder SMS geschrieben. Alles muss mühelos und schnell gehen, dabei werden Rechtschreibung und Grammatik häufig völlig außer Acht gelassen.
Droht der deutsche Sprachverfall?
Im Gegensatz zu früher wird die gesprochene Sprache heute auch im Schriftdeutsch verwendet. Durchschnittlich wird deutlich mehr Zeit mit „texten“, „posten“ und „twittern“ verbracht. Aus Bequemlichkeit oder Zeitmangel werden häufig Abkürzungen und Emoticons verwendet. Neue Satzstellungen werden kreiert, andere Zeitformen benutzt, Satzzeichen werden weggelassen, Groß- und Kleinschreibung außer Acht gelassen und Artikel sind sowieso völlig überbewertet und kosten nur Zeit beim Tippen.
Die gesprochene Sprache wird im Schriftlichen abgebildet, dadurch entsteht für viele eine leichtere Kommunikation, es herrscht ein besseres Verständnis untereinander. Der Informationsaustausch geht einfach schneller.

Aber können Jugendlichen eigentlich noch „richtig“ schreiben?

Die Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid von der Universität Zürich hat sich mit dieser Frage beschäftigt und eine Untersuchung durchgeführt. So verglich sie Aufsätze, die Jugendliche für die Schule verfasst hatten mit Mitteilungen, die sich die Jugendlichen untereinander via WhatsApp und Co. sendeten. Die Untersuchung zeigt, dass in keinem der Bereiche Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik, Wortschatz, Stil und Aufbau der Texte „die sprachlichen Eigenarten der Netzkommunikation nennenswerte Spuren hinterlassen (hatten).“ (  http://www.zeit.de/2011/09/C-Schreibkompetenz) „Die Schüler können die Schreibwelten durchaus trennen. Sie wissen, dass in der Schule und der formellen Kommunikation andere Regeln gelten, als beim Chat mit ihren Freunden“, sagt Christa Dürscheid. (http://www.zeit.de/2011/09/C-Schreibkompetenz)

Es hat also offensichtlich doch etwas damit zu tun, mit wem man schreibt und in welcher Form. Jugendliche sind durchaus noch in der Lage zu unterscheiden, welches Sprachregister sie verwenden müssen, um ein offizielles Bewerbungsschreiben oder eine schnelle Nachricht an einen Freund zu verfassen. Die Rechtschreibung und Grammatik, sowie die gesamte Ausdrucksweise wird situativ angemessen angepasst. Der viel beklagte Sprachverfall scheint also von der heutigen Handy- und Internetkommunikation nicht beeinflusst zu werden. Vielmehr scheint ein grundsätzlicher, vielseitiger und kreativer Sprachwandel stattzufinden.
T+

MFG

Quellen:

http://www.zeit.de/2011/09/C-Schreibkompetenz

http://www.tagesschau.de/inland/meldung97642.html

http://www.zeit.de/digital/internet/2013-01/chat-sprache-forschung

http://www.focus.de/familie/erziehung/jugendsprache-voll-normal-megasupergeil_id_2138612.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/debatte-ueber-jugendsprache-was-schreibst-du/9690452.html

http://lexikon.martinvogel.de/sms-abkuerzungen.html

http://www.freenet.de/digitalewelt/handymobiles/handy/smskuerzel–das-steckt-hinter-den-akronymen_609386_1055376.html

 

Die Drohne- Ein harmloses Spielzeug oder gezielte Überwachung?

Seit einigen Jahren boomt der Verkauf der unbemannten Mini-Drohnen, die mittlerweile schon ab einem erschwinglichen Preis von 100€ erhältlich sind. Die Drohnen werden meist per Fernbedienung von einem am Boden stehenden Piloten geflogen und sind mittlerweile alle mit Kameras ausgestattet.

So können Sportevents, Festivals oder auch Naturaufnahmen einfach und mit geringem Aufwand aus der Luft gemacht werden. Doch ausgerechnet diese Aufnahmen bereiten vielen Datenschützern Sorgen. Bei solchen Events bewilligt man diese Aufnahmen meist mit dem Kauf eines Tickets.

Doch bei der Benutzung der Drohnen im privaten Bereich und auf öffentlichem Gelände werden so gut wie immer Privatpersonen oder privates Eigentum gefilmt, gespeichert und oft auch veröffentlicht, meist ohne eine direkte Einwilligung dieser „Wer gezielt und ohne Einwilligung Individuen filmt, und diese Aufnahmen auch noch online stellt, verstösst gegen das Datenschutzgesetz (DSG) und kann zivilgerichtlich belangt werden.“ , so die Pressesprecherin der eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) Eliane Schmid.

Unter 5 Kilogramm und mit einer geringeren Flughöhe als 30 Metern benötigt man auch keine Starterlaubnis um die Drohnen fliegen zu lassen, sodass keinerlei Hindernisse bestehen um Bildaufnahmen zu machen.

Weiterhin fürchtet man um die Flugsicherheit von Kleinflugzeugen mit einer geringen Flughöhe. Besonders in England hat der vermehrte Verkauf der Drohnen diese Sorge hervorgerufen: „The British Airline Pilots‘ Association (Balpa) has said that the rapid increase in the numbers of drones operated by amateur enthusiasts poses a „real risk“ to commercial aircraft.“

Dort hat die Civil Aviation Authority (CAA) bereits eine Regeln aufgestellt, die beim Fliegen zu beachten sind. Die vermeintlich wichtigste: Die Drohnen dürfen nicht näher  als 50 Meter an Personen, Autos oder Gebäude heranfliegen.

Ob sich alle Piloten der Mini-Drohnen daran halten ist natürlich fragwürdig, aber mit dieser Regel wurde schon mal ein großer Schritt in Richtung Datenschutz und Flugsicherheit gemacht. In Deutschland gibt es so eine konkrete Regel allerdings noch nicht, was sich die Behörden jedoch vielleicht nochmal überlegen sollten.

Quellen:

 

http://www.bbc.com/news/technology-30388388

http://www.pctipp.ch/news/sicherheit/artikel/drohnen-boom-gefaehrdet-datenschutz-und-flugsicherheit-68824/

http://www.welt.de/politik/deutschland/article11832427/Wenn-die-Kamera-Drohne-ueber-Nachbars-Garten-fliegt.html

http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=88287&key=standard_document_48169567

Ist die E-Mail als Kommunikationsmedium auch heute noch aktuell?

Seit rund 30 Jahren gibt es die E-Mail und im April 2007 heißt es in einer Studie „Kommunikation per Mail ist nicht mehr wegzudenken“.

Doch kann man das heute noch so sagen? „Wohl keiner neueren Kommunikationstechnik wurde schon häufiger das Aussterben vorausgesagt als der E-Mail.“ Viele Menschen denken, das Versenden von E-Mails sei veraltet, und es gäbe doch inzwischen genug andere Wege, um digital miteinander zu kommunizieren.
Rasch eine Nachricht bei Facebook abzuschicken funktioniert mindestens genauso schnell wie das Versenden einer E-Mail, und noch schneller kann man sich über einen Messenger mitteilen.Immer weniger Jugendliche nutzen die E-Mail. Sie wachsen mit den sozialen Medien auf und nutzen ganz selbstverständlich deren alternative Kommunikationskanäle. Kommunikation ist mobil geworden, auch das Mailen, aber ist die E-Mail immer noch Mittel der Wahl?Ja, sagen viele berufstätige Menschen in Deutschland und in Amerika. Im Geschäftsleben und im beruflichen Umfeld bleibt die Kommunikation per E-Mail erste Wahl.
Sowohl die Statistikbehörde Eurostat, das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center, als auch der Technikerbranchenverband Bitkom haben diesen Trend festgestellt. Es ist überraschend, wie deutlich die E-Mail im Vergleich vorne liegt und dass die Benutzung auch weiterhin noch zunimmt und nur das Wachstumstempo abgenommen hat.

Im Arbeitsleben wird die E-Mail viel wichtiger als das Telefon, egal ob Festnetz oder Mobiltelefon, eingestuft und die Bedeutung der sozialen Netzwerke ist in diesem Umfeld nur sehr gering.
Laut des Geschäftsführers Dr. Bernhard Rohleder von Bitkom liegt die Zukunft der E-Mail also eher in der beruflichen, als in der privaten Nutzung.
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Auch Universitäten nutzen die E-Mail als Haupt-Kommunikationsmittel. Der unschlagbare Vorteil ist das unkomplizierte Versenden von E-Mails an mehrere Personen gleichzeitig (auch unsichtbar, also in der Blindkopie) und das einfache Hinzufügen von Dokumenten als Anhang.

 

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, „Die E-Mail ist am Arbeitsplatz nicht wegzudenken“, 5. Januar 2015

https://wice.de/e-mails-vom-aussterben-bedroht/5581/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-E-Mail-ist-fuer-junge-Leute-beinahe-schon-veraltet-4578864.html

http://www.computerwoche.de/a/studie-kommunikation-per-mail-ist-nicht-mehr-wegzudenken,592046

Warum eigentlich Rundfunkbeitrag?

Vor allem Studenten kennen es doch. Man ist in die neue Wohnung eingezogen, die Möbel stehen, das Klingelschild hängt, man wartet auf die erste eigene Post. Und die kommt auch. Meistens nur leider kein lieber Brief von Zuhause. Der Rundfunkbeitrag steht an.

Der verlangt monatlich 17,98 €. Das sind auf drei Monate hochgerechnet sogar 53,94 €! So viel Geld. Für viele Menschen, vor allem aber für Studenten ein Dorn im Auge. Gerne wird da mal der ein oder andere Brief ignoriert bis es nicht mehr anders geht.

 

Doch was ist das eigentlich dieser Rundfunkbeitrag?

Er wird eingezogen von der öffentlich-rechtlichen Verwaltungsgemeinschaft „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Diese setzt sich zusammen aus „(…)den neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und dem Deutschlandradio (…).“

Also: Musste man früher noch Rundfunkgebühr an die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) zahlen, so zahlt man jetzt seit dem 01.01.2013 den Rundfunkbeitrag an die öffentlich-rechtliche Verwaltungsgemeinschaft. Eine so genannte Wohnungspauschale. Diese hängt jetzt weder von der Personen- noch von der Geräteanzahl ab. Jede Wohnung bezahlt den Festpreis von 17,98 €.

Dieser Betrag bezieht sich auf die Nutzung durch Privatpersonen. Sonderreglungen in Bezug auf Behinderte oder Firmen sind in diesen Zahlen ausgeschlossen.

 

Wofür zahlt man den Rundfunkbeitrag?

Wie der Endbetrag den wir alle zahlen müssen zustande kommt zeigt eine kurze Übersicht der ARD sehr gut:

Screenshot (2)
http://www.ard.de/home/intern/die-ard/die-ard-in-zahlen/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

Dort wo sich private Sender durch Werbung finanzieren, finanzieren sich öffentlich-rechtliche Sendeanstalten mit unseren Rundfunkbeiträgen. Deshalb müssen wir bei der ARD oder beim ZDF nicht mit langen Werbepausen rechnen. Sie sind nicht darauf angewiesen.

Das ist uns beispielsweise bei der Fußball-WM im vergangenen Jahr zugutegekommen. Wie viele Beschwerden hätte es wohl gegeben wenn alle fünf Minuten, ähnlich wie bei den Boxkämpfen auf RTL, ein Werbespot die Sicht aufs Spielfeld verhindert hätte?

 

Quotenanstieg:

Schaut man jetzt 2015 auf das vergangene TV-Jahr 2014 zurück, können sich „Das Erste“ und das „ZDF“ ein deutliches Plus verbuchen.

Behaupten doch viele für sie würde sich der Rundfunkbeitrag nicht lohnen, haben doch die meisten fleißig alle WM-Spiele verfolgt. Und die liefen für uns ohne Ausnahme in den oben genannten Sendern. Mit 12,5 % erzielte „Das Erste“ den besten Jahres-Marktanteil seit 2010.

Das „ZDF“ erreichte mit 13,3 % die Spitze am Markt und legte 0,5 % Marktanteilspunkte gegenüber 2013 zu. So gute Werte wurden zuletzt 2006 erzielt. Trotzdem glaubt man nicht daran, dass diese Zahlen stabil bleiben werden. Denn wie schon erwähnt war die Fußball-WM ein großer Pluspunkt, der im jetzt folgenden Jahr weg fällt.

 

Quotenabstieg:

Was ein Anstieg der Marktanteile für „Das Erste“ und das „ZDF“ bedeutet, bedeutet umgekehrt einen Abstieg für die Privatsender. Für ProSieben, Sat.1 und RTL ging es im vergangenen Jahr deutlich nach unten. Zwar bleibt RTL mit 10,3 % Marktanteil vor allem bei den jüngeren Zielgruppen weiter vorne, trotzdem erzielt der Sender damit die schlechteste Bilanz seit über 20 Jahren! Ebenso wie Sat.1 mit 8,1 % oder ProSieben mit sogar nur 5,5 %.

Natürlich erscheint das Bezahlen des monatlichen Rundfunkbeitrags den meisten immer noch nervig. Doch gerade „Das Erste“ und „ZDF“ dienen dem Allgemeinwohl und verfolgen keine privaten Ziele. Und wie man an den Zahlen sieht, werden die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender beispielsweise auch genutzt. In manchen Jahren mehr, in anderen weniger. Wieso auch nicht? Dafür bezahlen müssen wir sowieso.

 

http://www.ard.de/home/intern/die-ard/die-ard-in-zahlen/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

http://www.ndr.de/der_ndr/daten_und_fakten/Wofuer-wird-mein-Rundfunkbeitrag-von-1798-Euro-verwendet,ndrdaten115.html

http://www.studis-online.de/StudInfo/rundfunkbeitrag-fuer-studenten.php

http://meedia.de/2015/01/02/tv-jahr-2014-ard-und-zdf-stark-dank-wm-rtl-sat-1-und-prosieben-so-schwach-wie-seit-ueber-20-jahren-nicht/

http://de.wikipedia.org/wiki/ARD_ZDF_Deutschlandradio_Beitragsservice

WhatsApp als Newskanal?

Dass das, erst im Februar für 19 Milliarden Dollar von Facebook aufgekaufte, Unternehmen sich längst zum Versenden von Nachrichten etabliert hat ist kein Geheimnis. WhatsApp gehört in Deutschland zu den beliebtesten Apps und steht laut „Chip“ auf der Liste der iPhone-App-Downloads aktuell auf Platz eins. Neuerdings kommt nun die Frage auf, ob der Nachrichtendienst sich auch zur Verbreitung von Tagesnachrichten und damit als Newskanal eignet.

Mit rund 600 Millionen Nutzern bietet WhatsApp ohne Frage eine große Plattform und eine hohe Durchdringung der Gesellschaft. Während der Wahlen in Indien sammelte BBC bereits erste Erfahrungen mit verschiedenen instant-massaging-Diensten, so unter anderen auch mit WhatsApp. Die Verbreitung der Meldungen via WhatsApp wies dabei die größte direkte Beteiligung der Empfänger auf. Die Reaktion der Nutzer verlief positiv, lediglich bei der Auswahl der, sie auf diesem Weg erreichenden, Inhalte wünschten sie sich mehr Mitbestimmung. BBC sieht daher durchaus Potential in dieser Form der Nachrichtenvermittlung und hat vor diese weiterzuentwickeln. So sagte Trushar Barot von BBC: „From what we’ve done so far, there clearly seems to be potential for news content within these services“.

Der schweizer Fernsehsender SRF führte anlässlich der Schweizer Volksabstimmung im September einen Test zur Verbreitung von Nachrichten via WhatsApp, mit ebenfalls überwiegend positiver Rückmeldung, durch. 79 Prozent der Tester wünschten sich einen solchen Dienst für den Alltag. Seit dem ersten Dezember hat die Mediengruppe Oberfranken offiziell ihren WhatsApp-Nachrichtendienst „InFranken.de“ gestartet. Dieser begann zuvor im Rahmen einer Studie, die deutlich positive Resonanz aufwies. 91 Prozent der Tester gaben an, dass sie den Dienst auch gerne nach dem Ende der Studie weiternutzen möchten (die-Zeitungen.de). Die neue Version der iPhone-App der Tagesschau, Version 1.7, bietet  die Möglichkeit Meldungen über WhatsApp mit Freunden zu teilen und die Redakteure der „Heilbronner Stimme“ erzählten  am 04.12.2014 zum 70. Jahrestags des Luftangriffs die Bombardierung in Echtzeit auf WhatsApp nach.

Auch als Recherchekanal ist WhatsApp in der Diskursion, zum Beispiel beim SRF. Es lässt sich beobachten, dass Eindrücke, darunter auch die der Betroffenen von Naturkatastrophen und anderen bedeutenden Ereignissen,  immer öfter via WhatsApp geteilt werden.

Ein bedeutender Negativaspekt, die Tauglichkeit von WhatsApp als Newskanal betreffend, ist deren Beschränkung auf das Medium des Smartphones. Dies hat zur Folge, dass jede Meldung entweder direkt am Telefon eingetippt oder umständlich vom Computer an das Smartphone gemailt und dann aus dessen E-Mail-Eingang in WhatsApp kopiert werden muss, um endlich gesendet werden zu können. Einen weiteren bildet die Erstellung der Broadcast-Listen, die von Hand am Smartphone erfolgen muss. Bei etwa 2500 Abonnenten kann dies schnell zehn Stunden dauern, so zum Beispiel bei der Berichterstattung der Heilbronner Stimme zum 70. Jahrestag des Luftangriffs. Außerdem liegt hier auch keine Statistik vor, die die Anzahl der Adressen innerhalb einer Broadcast-Liste anzeigt, was eine Auswertung der Nutzung des Angebots enorm erschwert.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass WhatsApp durchaus als Newskanal gefragt und nützlich ist. Solange der Dienst nur manuell am Smartphone möglich ist, aber, aufgrund des großen Zeitaufwands, wahrscheinlich eher keinen Einzug in den Alltag des redaktionellen Journalismus finden wird.

Quellen:

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2014%2F12%2F22%2Fa0095&cHash=4fcc94dc66941f066deabc8e5b2d73f8

http://www.bbc.co.uk/blogs/blogcollegeofjournalism/posts/How-BBC-News-covered-Indian-elections-on-WhatsApp-and-WeChat

http://www.die-zeitungen.de/die-zeitungen/news/article/infrankende-nutzt-whatsapp-als-newskanal.html

http://www.chip.de/Handy-Downloads-Download-Charts-Top-100-der-Woche_50159909.html?xbl_category=59059

http://de.engadget.com/2014/12/29/iphone-app-der-tagesschau-jetzt-mit-whatsapp-integration/