„Fake News“ in Bildern – Und Wie Man Dagegen Vorgehen Kann

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, Qualität, Zukunft des InternetKeine Kommentare »

“Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben wissen, wissen wir durch die Massenmedien.”

Dieses Zitat von Luhmann, einem der führenden deutschen Systemtheoretiker, ist immernoch aktuell – durch das Aufkommen der “Fake News” vielleicht sogar wichtiger denn je. Falsche Nachrichten sind zwar kein neues Phänomen, aber durch Verbreitung in den Medien – in den letzten Jahren vor allem durch soziale Medien wie Facebook und Twitter – und gezielten Anschuldigungen etabliertem Journalismus gegenüber, nicht zuletzt von so einflussreichen Persönlichkeiten wie dem Präsidenten der USA, ist diese Debatte in den letzten Jahren wieder aufgeflammt. Und sie geht einher mit der Frage einer “Vertrauenskrise” in den Journalismus. Eine große Rolle spielen hier Fotos – jeder kann sie überall machen, und fast jeder hat die Möglichkeit, sie zu bearbeiten. Vor diesem Hintergrund sollten Bilder immer mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden. Sie zeigen nämlich nicht immer nur die Wahrheit.

Ein Twitteraccount, der sich dem Aufdecken von bearbeiteten und falsch zugeordneten Fotografien verschrieben hat, ist @PicPedant. Von zusammengefügten Bildern von malerischen Sonnenuntergängen über falsch zugeordnete Vulkane bis hin zum Ausgeben von digital erstellten Bildern als echte Fotografien lässt sich hier vieles finden. Buzzfeed hat 14 davon zusammengestellt. Auch der Account @HoaxEye verschreibt sich dieser Aufgabe – unter anderem zum Berichtigen von falschen historischen Fotos, wie in diesem Interview deutlich wird.

Ein beliebter Fehler sind fehlende Spiegelungen in den Wasseroberflächen.

Bei falsch zugeordneten Fotografien kann zudem ein weiteres Tool Aushilfe schaffen – TinEye ist eine Browsererweiterung, mit dem man das Internet nach Bildern durchsuchen kann – ähnlich also wie die Bildersuche von Google. Der Gedanke dahinter ist, dass so die originalen Zusammenhänge von geklauten Bildern gefunden werden können und unter anderem falsche Kontexte des Bildes aufgeklärt werden können.

Für Leute, die sich auf diesem Gebiet weiterbilden wollen und selbstständig erkennen wollen, woher ein Bild stammt, für die ist außerdem die Quizreihe auf Twitter die perfekte Gelegenheit. An jedem Werktag posten andere Journalisten Bilder, anhand dener ihre Follower den Ort, an dem sie sich befinden, erkennen müssen. So zum Beispiel Julia Bayer von der Deutschen Welle. Im #MondayQuiz stellt sie Aufgaben wie das Herausfinden des Künstlernamens eines Bildes. Onlinejournalismus hat Anfang November die verschiedenen Teilnehmer und ihre Hashtags zusammengetragen.

#MondayQuiz vom 13. November 2017

Von bearbeiteten und übereinandergefügten Fotos, falsch zugeordneten Zitaten oder schlichtweg rein digital hergestellten Bildern gibt es eine Fülle an Falschinformationen, die wissentlich und unwissentlich und in ungeahnter Schnelligkeit dank sozialer Netzwerke verbreitet werden. Um diesem Trend entgegenzuhalten und kritisch hinterfragen und prüfen zu können, dienen Tools wie TinEye oder Accounts wie HoaxEye oder von Journalisten, die mit ihren Aufklärungen und Aufgaben das Bewusstsein für „Fake News“ schärfen.

Die Macht der Öffentlich-Rechtlichen – Gefahr für die Vielfalt der Presse?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienkritik, Medienwandel, Printmedien, Zukunft des InternetKeine Kommentare »

Der Rundfunkstaatsvertrag, in dem zwischen allen 16 Bundesländern die Regeln für den Rundfunk aufgestellt und vereinheitlicht werden, ist ein Dokument, das seit Jahren regelmäßig überarbeitet wird. Genau solch eine Überarbeitung hatten die Öffentlich-Rechtlichen (also ARD, ZDF, Deutschlandradio) im Sinn, als sie am 29.09.2017 drei Berichte bei der Rundfunkkommission einreichten. In diesen Berichten sollte es um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehen, um Einsparungen, die Zusammenarbeit von ARD und ZDF und Programmausweitungen. Gerade diese Programmausweitungen sorgen für viel Unmut und Kritik in der Medienwelt.

 

Wünsche und Vorstellungen der Öffentlich-Rechtlichen

Es geht im Grunde um eine „crossmediale“ Aufstellung der Sender. Das bedeutet laut des Berichts der ARD, dass man die Rezipienten „frei zugänglich auf allen relevanten Wegen mit einem publizistischen Gesamtangebot“ versorgen muss. Dazu gehört auch mehr Freiheit im Internet, ein Medium, das heutzutage gerade bei den jüngeren Zielgruppen sehr viel mehr genutzt wird als zum Beispiel das Fernsehen. Das Internet ist bis jetzt durch Dinge wie die „Sieben-Tage-Regelung“ (Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen dürfen höchstens sieben Tage im Netz verfügbar sein), das Verbot presseähnliche Inhalte zu publizieren und dessen Prüfung, durch den „Drei-Stufen-Test“ des Rundfunkrats, jedoch nicht so zugänglich für die Öffentlich-Rechtlichen. Denn: „bislang dürfen die Sender längere Texte nur online veröffentlichen, wenn diese einen direkten Bezug zu einer Sendung“ aufweisen. Gewünscht ist eine Lockerung dieser Untersagung.


„Wir stehen vor einem tiefgreifenden Umbau der ARD. Die Sender sind dabei, sich crossmedialer aufzustellen. Hörfunk, Fernsehen und Online müssen unter ein Dach.“
– Karola Wille, ARD-Vorsitzende


Kritik

Schon lange wird Kritik an der „Macht“ der öffentlich-rechtlichen Sender geübt. Vor allem die Gebührenfinanzierung steht im Fokus.
In der 41. jährlichen Ausgabe des „Spiegel“ (07.10.2017), die den Titel „Die unheimliche Macht“ trägt, findet man viel Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen. Die schon erwähnte „Reform des Rundfunks“, die sich ARD, ZDF und Deutschlandradio durch ihre Berichte erhoffen, wird hier getadelt.

Auch Stimmen anderer privater Zeitungsverleger werden laut: ARD und ZDF sind im Internet immer präsenter. Die Befürchtung ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen nun auch beginnen Textjournalismus zu betreiben. Da auch diese journalistischen Aktivitäten im Internet dann durch die Gebührenfinanzierung enorm gefördert werden würden, könnten sich Nachteile für die privaten Anbieter entwickeln. Laut mancher Verleger heißt es sogar, dass ARD schon seit langem, trotz des Verbotes durch Kooperationen (z.B. Rechercheverbund NRD, WDR, „Süddeutsche Zeitung) Einfluss auf den Textjournalismus hat.
Gerade zu einer Zeit, in der die Presse sich durch zurückgehende Zeitungsverkäufe in einer Krise befindet, könnte dies eine große Bedrohung darstellen.


„Die Angebote von ARD und ZDF sind ja kostenlos. Und wenn da umfangreiche Textangebote im Netz zu finden sind, dann tun wir uns eben schwer, bezahlte Angebote angemessen zu vermarkten.“
– Helmut Heinen (ehem. Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger)


Fazit

Wie sich das Internet und die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft entwickeln, kann man nur mutmaßen. Wichtig für die Diversität der Medien und die generelle Freiheit der Presse ist es, weiterhin zu gewährleisten, dass die Presse nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verdrängt oder gar ersetzt wird, während dieser den Rundfunkauftrag (nach §11 des Rundfunkstaatsvertrags) ausführt. Auf dem Weg dorthin scheinen wir zu sein: die Regierungschefin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, setzte bei der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit den Worten: „Also das Verbot der Presseähnlichkeit bleibt selbst verständlich erhalten“ ein „Signal an die Verleger“.

Weiterlesen »

Schlagwörter: , , , ,

Digitalisierung als Zukunftssicherheit für Unternehmen

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKeine Kommentare »

Digitalisierung heißt der große Trend unserer Zeit. Doch mit dem digitalen Umbruch entstehen auch viele Unsicherheiten.

Die zunehmende Nutzung von digitalen Geräten hat kein Ende. Immer mehr Unternehmen schlagen den Weg für Werbung über das Internet ein und lassen die Anzeigen in der Zeitung links liegen. Jeder Mensch weiß, dass die Zeitung nicht mehr das ist, was sie mal war. Der größte Teil der Gesellschaft informiert sich heutzutage über das Internet. Um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zu sichern werden verschiedene Strategen angewendet. Doch jedes fünfte Unternehmen weiß noch immer nicht, wohin die Reise geht. Eine passende Strategie ist in weiter Ferne – geht es heutzutage überhaupt noch ohne Digitalisierung von Daten und Werbung für Unternehmen?

Warum ist Digitalisierung wichtig?

Im digitalen Zeitalter sind die Kernaussagen eines Unternehmens an spezielle Zielgruppen gebunden. Die heutige Gesellschaft ist sehr breit gefächert – alle haben andere Vorstellungen und wollen optimale Informationen geliefert bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte auf dem Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates der CDU: „Es wird alles digitalisiert werden, was digitalisiert werden kann.“

Mögliche Konsequenzen der Nicht-Digitalisierung?

Deutsche Händler setzten ihr Unternehmen aufs Spiel, wenn sie sich der Digitalisierung nicht anpassen. Immer mehr Menschen lesen immer weniger Zeitung, denn was in der Zeitung steht, steht auch im Internet. Die junge Generation informiert sich größtenteils Online, die ältere Generation meistens noch über Zeitung. Jedoch werden die Menschen immer mehr dazu motiviert, digitale Geräte zu verwenden, denn ohne ist es kaum noch denkbar. So kann ein Unternehmen, welches nur in Anzeigenwerbung in einer Zeitung investiert, nicht mehr so gefragt sein, wie ein Unternehmen, welches Werbung, über beispielsweise soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, etc.) macht.

Soziale Netzwerke als Möglichkeit der Digitalisierung von Unternehmen

Es gibt mehrere Möglichkeiten für ein Unternehmen einen Weg zur Digitalisierung einzulegen. In diesem Beitrag wird der Weg über den Bereich der sozialen Netzwerke eingelegt. Die sozialen Netzwerke explodieren zurzeit nur von Werbungen. Viele Unternehmen machen mit Bloggern auf Facebook, Instagram und CO. eine Kooperation. Die Unternehmen bieten den Bloggern kostenlose Produkte an und die Blogger sollen dafür dann kostenlose Werbung auf ihrem Account/Blog machen. Jedoch ist das nicht immer so einfach und kostenlos, denn immer mehr Blogger nehmen viel Geld dafür. Je nach Abonnentenanzahl kann der Blogger viel Geld für so eine Werbung auf dem eigenen Account nehmen. Bis zu 300.000€ lassen sich im Durchschnitt pro Beitrag auf Social Media Kanälen wie YouTube, Instagram und Facebook mit der richtigen Abonnentenanzahl verdienen.

Zudem kann man sagen, dass bei einer großen Abonnentenzahl derartige Werbungen eine sehr weite Reichweite haben, dies begünstigt wiederum eine Erreichung vieler verschiedener Zielgruppen, die dann dazu motiviert werden, sich das Unternehmen anzuschauen. Also eine gute Strategie für ein Unternehmen Online-Werbung zu machen.

Fazit

Die Digitalisierung verändert die ganze Welt und die Zeit der Bücher und Zeitungen, die man fest in der Hand hält sind vorbei. Um bei der Digitalisierung mithalten zu können, muss man neue Wege mit passenden Strategien eingehen. Die oben genannte Möglichkeit, Werbung über soziale Netzwerke zu machen ist nur eine von vielen. Hinter dieser stecken allerdings viele Rahmenbedingungen und Rechte die beachtet werden müssen. Das hält vermutlich viele Unternehmen davon ab, eine Kooperation dieser Art einzugehen. Letztendlich führt dieses Problem dann dazu, dass eine Großzahl von Unternehmen erst gar keine Strategie anwendet, da der Markt der Digitalisierungsstrategie heutzutage viel zu breit gefächert ist.

 

 

Quellen:

http://blog.hemartin.net/2015/07/awa-2015-ohne-uberraschungen-sinkende.html

https://www.haufe.de/marketing-vertrieb/crm/digitalisierung-einige-handelsunternehmen-ohne-strategie_124_431016.html

https://www.cdu.de/artikel/merkel-chancen-der-digitalisierung-nutzen

Weber, Andreas (2017): Digitalisierung – Machen! Machen! Machen!. Wie sie Ihre Wertschöpfung steigern und Ihr Unternehmen retten. Wiesbaden:Springer Verlag.

 

Schlagwörter: , ,

Künstliche Intelligenz – Innovative Technologie oder doch große Gefahr?

geschrieben von in Internet, Medienkritik, MedienwandelKeine Kommentare »

In der heutigen Zeit ist uns die sogenannte künstliche Intelligenz (auch genannt „KI“) mehr und mehr ein Begriff und findet teilweise schon Einzug in unseren Alltag. Damit ist zunächst einmal gemeint, dass versucht wird, die menschliche Intelligenz nachzuahmen. Computer werden so gebaut und programmiert, dass sie wie Menschen denken und auch handeln können sollen. Sie sollen in der Lage sein, eigenständig Probleme zu lösen und ebenfalls die Fähigkeit besitzen, zu lernen. KI kann in Form von Software, Computern oder Robotern auftreten. Die heute schon existierende künstliche Intelligenz wird auch „schwache KI“ genannt, da sich die Forscher erst in den Anfängen dieser Entwicklung befinden und noch keinen Weg gefunden haben, eine künstliche Intelligenz zu erschaffen, die der des Menschen sehr nahe kommt.

Ein Beispiel für künstliche Intelligenz aus dem Alltag, welches uns wahrscheinlich allen bekannt ist, ist beispielsweise „Siri“, die Sprachsteuerung von Apple, welche auf Fragen antworten kann und Aufgaben für seinen Nutzer ausführen kann. Darüber hinaus wurden mittlerweile Computer entwickelt, die den Menschen in Spielen wie Schach oder auch Poker weit überlegen sind und nun auch die Fähigkeit besitzen zu bluffen, welche von den vergleichsweise einfachen Algorithmen des Computers nicht erwartet wurde.

Ob all diese Systeme eine große Bereicherung unseres Alltags sind, oder ob sie doch einige Gefahren bergen, von denen wir möglicherweise noch gar nichts wissen, ist eine sehr umstrittene Frage. Vor allem im Internet findet man eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Meinungen.


“ Was uns Menschen zu den dominanten Einheiten auf diesem Planeten macht, das ist nicht unsere Kraft, sondern unsere Intelligenz. Wenn wir Maschinen konstruieren, die schlauer sind als wir, dann gibt es deswegen keine Garantie dafür, dass wir die Kontrolle behalten werden. Überdies könnten böswillige Menschen Künstliche Intelligenz nutzen, um andere Menschen zu dominieren. Und dann gibt es noch das eher kurzfristige Problem mit den Arbeitsplätzen: Als die Maschinen der industriellen Revolution unsere Muskeln ausstachen, bildeten wir uns aus und weiter, um bessere Arbeitsplätze zu bekommen, in denen wir vor allem unsere Gehirne nutzen. Wenn die Maschinen der KI-Revolution unsere Gehirne ausstechen, dann gibt es keine Arbeit mehr, die wir günstiger erledigen können als Maschinen.“


Dieses Zitat stammt von dem Physiker und Professor Max Tegmark aus einem Interview mit FAZ.net. Er spricht hier vor allem von einigen Risiken, die wir bedenken sollten, denn je „intelligenter“ diese Computer oder Roboter werden, desto schwieriger wird es irgendwann unter Umständen für die Menschen sein, noch die Kontrolle über die Künstliche Intelligenz zu behalten.


„KI kann in der Tat Verbesserungen für die Menschheit bewirken“, meint Bryant von Intel. „Sie hat das Potential, die Welt positiv und nachhaltig zu beeinflussen.“


Im Gegensatz dazu denkt Diane Bryant, Technologie-Führungskraft bei dem Konzern Intel, dass die KI eher eine sehr positive Innovation ist und unser Leben und unseren Alltag bereichern kann.

Man kann zusammenfassend also festhalten, dass die künstliche Intelligenz eine neue Technologie ist, die jedoch noch sehr umstritten und teilweise auch unerforscht ist. Außerdem ist zu bedenken, dass mit der foranschreitenden Erforschung und Entwicklung der künstlichen Intelligenz, unsere Welt mehr und mehr digitalisiert und vernetzt wird. Immer mehr Computer werden Umengen an Daten der gesamten Menschheit speichern, und wir werden in Zukunft von gewaltigen Datenmengen sprechen. Natürlich können verschiedene Systeme auch nützliche Funktionen besitzen, die unseren Alltag leichter machen. Dennoch sollte man darauf achten, dass diese Systeme, welche irgendwann so intelligent wie wir Menschen sein sollen, nicht zu viel Kontrolle über unser Leben und unsere Daten haben.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz

https://de.ryte.com/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#Beispiele_f.C3.BCr_K.C3.BCnstliche_Intelligenz

http://www.sueddeutsche.de/digital/kuenstliche-intelligenz-computer-lernen-bluffen-1.3354466

https://www.google.de/search?q=k%C3%BCnstliche+intelligenz&client=firefox-b-ab&dcr=0&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiDhPvkg-TXAhWE0RoKHbzkD3gQ_AUICygC&biw=1536&bih=753#imgrc=4RyQOZQaq8FP_M:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/physiker-max-tegmark-im-interview-ueber-kuenstliche-intelligenz-15311511.html

https://iq.intel.de/kunstliche-intelligenz-vielfaltige-vorteile-fur-die-gesellschaft/

 

Schlagwörter: , ,

WhatsApp – Es kann nur Einen geben

geschrieben von in Medienkritik, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

„Schreib mich einfach auf WhatsApp an, du hast ja meine Nummer“, ist ein Satz, den bestimmt jeder von uns bisher öfter als einmal gehört und gesagt hat. Jeder geht offenbar davon aus, dass, wenn jemand ein Smartphone besitzt, er ja wohl auch diesen Messengerdienst besitzen wird. Das ist allgemein bekannt – genauso auch, dass es längst das Anrufen über Mobilfunknetz abgelöst hat, da man so gut wie alle Gespräche, Verabredungen oder auch Diskussionen über Textnachrichten regeln konnte und mittlerweile zusätzlich eine Anruffunktion hat, die nur vom Internet abhängig ist. Die App bietet umfangreiche Optionen und Möglichkeiten, allerdings ist sie nicht der einzige Anbieter, der auf dem Markt mitspielt. Größte Konkurrenten sind WeChat, Tencent QQ, Skype, Viber, Line und Telegram.

https://infographic.statista.com/normal/infografik_3975_messenger_nutzung_in_deutschland_n.jpg

Das Wettrennen um die Nutzer

Bei der Erfindung des Telefons und ihrem Einzug in die Haushalte unserer Welt funktionierte private Kommunikation hauptsächlich auf diesem Weg. Es war schneller als die Post und wer möchte sich schon gegenseitig den neuesten Tratsch morsen? Eine wirkliche Telefonalternative gab es nicht. Wie steht es hierbei mit dem privaten Austausch von Textnachrichten? Anfangs war es die E-Mail, die aber zumindest im privaten Sektor schnell überholt war. Zum Chatten wurden soziale Netzwerke wie Facebook und ICQ genutzt, das fand im Regelfall jedoch am PC statt. Als sich die Telefongespräche auf Handys ausweiteten und die Handys zu Smartphones wurden, etablierte sich eine neue Kommmunikationsmöglichkeit: Instantmessaging. Das Überleben eines Kommunikationsmediums hängt vor allem von einem ab – den Nutzern. Beim Telefon gab es keine Alternativen.

Schaut man sich die obige Grafik an, werden zwei Dinge deutlich: Zum einen gibt es Alternativen und diese sind zahlreich. Zum anderen tut sich ein sehr starkes Gefälle auf. Richtet man sich nach den monatlich aktiven Nutzern, ist WhatsApp deutlich Marktführer. Kann es also nur einen Messenger geben? Mal ehrlich: Wer würde denn Telegram trotz all den herausragenden datenschutzrechtlichen Vorteilen nutzen, wenn es keiner aus dem eigenen Bekanntenkreis verwendet?

Doch wieso ist ausgerechnet WhatsApp dort oben und weshalb könnten die anderen bald noch weiter verdrängt werden?

Was haben die Anderen, was WhatsApp nicht hat

Die WhatsApp-Alternativen reiten selbstverständlich nicht ohne Waffen in den Kampf. Sie versuchen sich auf bestimmte Features zu spezialisieren, wobei Textmessaging immer der kleinste gemeinsame Nenner bleibt. Viber z.B. bot als erster Messengerdienst eine Internetanruffunktion an, noch bevor Skype seine App auf den Markt brachte – WhatsApp hat diese Funktion nun auch, Taktik? Skype hat dafür aber immer noch sein Steckenpferd: Den Videochat. Was bei den Nutzern schon damals auf dem Computer Anklang fand, wurde auch auf dem Smartphone heiß ersehnt. Apple hat dieses Angebot mit Facetime dann doch schon länger, dieses ist sogar über Mobilnetz einwandfrei verwendbar. Jeder, der diesen Blogbeitrag liest und WhatsApp installiert hat, weiß bereits: Das ist nichts Besonderes mehr, auch diese Funktion wurde übernommen. Mit den Stories (24h sichtbare Slideshows mit Bildern und Videos) wurden auch Ideen von Snapchat abgekupfert.

Wie werden die Konkurrenten weiterhin ausgeschaltet?

Einerseits werden Nachbesserung vorgenommen und Funktionen hinzugefügt, die teilweise von anderen Diensten übernommen. Beispiel hierfür ist das kommende Update, welches eine Videochatfunktion für Gruppen mitbringt – eigentlich längst überfällig mit Blick auf Skype, Messenger, JusTalk, etc.

Andererseits, was lockt Nutzer an? Das Zauberwort ist Kompatibilität. So ist WhatsApp sehr kompatibel mit AndroidAuto – die App kann dank Sprachsteuerung sogar mit stark vermindertem Risiko im Auto genutzt werden. Der Messenger ist seit Längerem auch per Laptop nutzbar, durch WhatsAppWeb oder alternativ mit einer Desktopanwendung. Das Update, mit dem nachträgliches Löschen von Nachrichten innerhalb von sieben Minuten ermöglicht wurde, konnte zu leicht umgangen werden. Deswegen ist es weiterer Erwähnung nicht wert.

Doch wogegen kein Konkurrent ankommt, ist die neuste Ankündigung unserer Smartphone-Anwendung Nummer Eins. Mehr wirtschaftlicher Nutzen durch die Wirtschaft selbst. WhatsApp Business. Firmen und Geschäfte konnten ihre Kunden über WhatsApp bisher nur inoffiziell erreichen, das soll sich nun ändern, Unternehmen sollen einen verifizierten Account erstellen können, um mit ihren Klienten in Kontakt zu bleiben. Spekuliert wird noch, inwiefern das für Unternehmen den Kundenmailverkehr ablösen, bzw. den Kundensektor erweitern wird! Viele Apotheken bieten bereits heute eine Bestellmöglichkeit für Medikamente per WhatsApp an. Ähnlich Pizzerien: Eine kurze WhatsApp-Nachricht und die Mahlzeit ist auf dem Weg. Welcher weitere Nutzen für uns User aus dem Programm gezogen werden kann, wird sich noch zeigen. Was aber bereits klar ist: Facebook wird daran verdienen. Die Unternehmen, die dieses Angebot nutzen, sollen nämlich auch zur Kasse gebeten werden. Fairerweise soll das aber nur für die größeren Dienstleister gelten.

Letztlich

Wer hätte schon gedacht, dass Instantmessaging eines Tages solch mediale Dimensionen annehmen wird. Eine Entwicklung, die, wie man anhand dieses Beitrags sieht, noch viel Neues erwarten lässt. Längst geht es nicht mehr nur um das Verschicken von Textnachrichten. Es geht um Voicemails, Anrufe, Videochats, SocialMedia Charakteristiken, Einbindung des Wirtschaftssektors und selbstverständlich auch deren Qualität. Das Medium, welches all diese Funktionen in sich vereint, gibt folglich den Ton auf dem Markt der Instantmessenger an – durch lautere und unlautere Strategien hat sich WhatsApp wie ein perfider Marktschreier die meisten Menschen für sich gewinnen.

Schlagwörter:

Youtuber als neue Medienvorbilder

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

 

„[…] wenn du [als Youtuber] 1,3 Millionen Leute erreichst, jeden Tag, hast du eine Reichweite wie Karl Diekmann mit der Bild Zeitung, jeden Tag, und bist eine ähnlich publizistische Macht.“Jan Böhmermann

In den letzten Jahren haben deutsche Youtuber ihre Reichweite stark erhöhen können: Die bekanntesten 100 haben über eine Million, die größten 30 sogar über zwei Millionen Abonnenten. Mit dieser „publizistischen Macht“ kommt ihnen gleichzeitig eine große Verantwortung zu, denn zu ihrer Zuschauerschaft gehören auch viele Jugendliche, welche die Videoplattform zur Meinungsbildung nutzen. Neben den klassischen Medienvorbildern aus Film und Musik, gelten mittlerweile auch die Influencer für Viele als Vorbild.

Was macht sie so interessant?

Medienhelden werden normalerweise durch ihre besondere Leistung (zum Beispiel aufgrund einer guten Stimme oder besonders herausragenden Fußballkünsten) zu Vorbildern. Kinder wollen das können, was auch diese Figuren können. Natürlich kommt damit auch das Interesse an dem Privatleben der Personen auf, aber dennoch steht die Leistung im Vordergrund. Bei vielen Youtubern ist die Situation anders: Sie stechen eben nicht durch ihre Leistungen heraus – was sich allein daran erkennen lässt, wie sehr sich der Inhalt der Kanäle gleicht, sie sind sozusagen austauschbare Akteure – sondern werden als Person für ihr Handeln bewundert. „Die Botschaft ist nicht: Das musst du machen, sondern so musst du sein.“Fabian Siegismund. Es lässt sich auch schwer unterscheiden, ob der Youtuber, der zu sehen ist, eine Kunstfigur oder eben die Privatperson hinter dieser ist (lange lautete der Slogan von YouTube „Broadcast yourself“). Eine Trennung zwischen Leistung und Privatleben, wie es bei einem klassischen Medienvorbild möglich ist, kann hier in den meisten Fällen nicht erfolgen. Die Frage, die nun aufkommt, ist: Was machen diese Leute überhaupt? Wie ist ihr Verhalten? Im Folgenden werden ein paar extrem negative Beispiele angeführt.

Was machen Youtuber?

Homophobie

Homophobie ist auf einigen Kanälen ein großes Problem. Der Youtuber Mert Matan spielte seinem Vater einen „Gay Prank“, in dem er ihm gegenüber erwähnt, dass er schwul sei. Daraufhin wurde er von seinem Vater vor der Kamera geschlagen.

Ein anderer Videodarsteller äußerte vor laufender Kamera seine Schwulenfeindlichkeit: „Ich sage, ich bin gegen Schwule, akzeptiert das, das müsst ihr akzeptieren, meine Meinung müsst ihr akzeptieren, aber ich muss nicht akzeptieren, dass einer schwul ist, nein, ich bin dagegen, das ist unmenschlich sowas“Mert Eksi.

Hausfriedensbruch

Die Youtuber Leon Machère und ApoRed haben einige Videos (alle mit mehreren Millionen Aufrufen) mit dem Titel „24 Stunden in…“ hochgeladen, in denen sie sich tagsüber in ein Unternehmen schlichen und sich dort angeblich einige Stunden nach Ladenschluss aufhielten. In einem der folgenden Videos zeigten sie stolz einige Anzeigen, welche auf diese Aktionen folgten.

Fazit

Diese Vorbilder machen ihren jungen Zuschauern rechtswidriges Verhalten vor und stellen es als lustig dar. Allerdings gibt es neben den „Assi-Youtubern“ auch noch Creator, welche positiv durch ihre Inhalte auffallen. LeFloid präsentiert auf seinem Kanal die aktuellsten Nachrichten und JulienBam produziert mit seinem Team hochwertige Videos mit Unterhaltungsfaktor. Diese können positive Vorbilder für Jugendliche sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die anderen Youtuber ihrer Vorbildfunktion bewusst werden und versuchen sich dementsprechend zu verhalten.

 

Quellen:

Betz, Phillip: Maert Matan’s GAY PRANK hat FOLGEN! – WuzzUp Feedback. Online verfügbar unter: https://youtu.be/JkNaeubtn6w [aufgerufen am 18.11.2017].

Böhmermann, Jan: Unge& die YouTuber Szene: Jan Böhmermann im Interview. In: zqnce. Online verfügbar unter: https://youtu.be/fgevJ-mJZFs [aufgerufen am 18.11.2017]

Klengan: MERT – Homophobie wird Mainstream?. Online verfügbar unter: https://youtu.be/Uc-Ho4UTW7w [aufgerufen am: 18.11.2017].

Klengan: Leon Machère – 24 Stunden Hausfriedensbruch. Online verfügbar unter: https://youtu.be/3KN4Jl0HoO8 [aufgerufen am 18.11.2017].

Noack, David: Youtube 2017: Falsche Vorbilder. In: derFreitag. Online verfügbar unter: https://www.freitag.de/autoren/davidnoack/youtube-2017-falsche-vorbilder [aufgerufen am 18.11.2017].

Rathgeb, Thomas: JIM 2016. Jugend, Information, (Multi-) Media. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest 2016. (auch Online verfügbar unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2016/JIM_Studie_2016.pdf [aufgerufen am 17.11.2017]).

SchauHin: Medienhelden. Online verfügbar unter: https://www.schau-hin.info/informieren/extrathemen/medienhelden.html [aufgerufen am 16.11.2017].

Siegismund, Fabian: Medienvorbilder: The Walking Dead #8. Online verfügbar unter: https://youtu.be/uAyKeMeRbYM [aufgerufen am 18.11.2017].

Socialblade (Statistikwebsite): Top 250 Youtubers in germany sorted by subscribers. Online verfügbar unter:  https://socialblade.com/youtube/top/country/de/mostsubscribed [aufgerufen am 17.11.2017].

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

DAZN, Spotify und Co. – Warum Streamingdienste den Markt übernehmen

geschrieben von in Medienwandel1 Kommentar »

Ob Musik, Serien, Sportevents oder Filme: Mit Anbietern wie Spotify, Netflix, DAZN und Amazon Prime gibt es in all diesen Genres Streamingdienste, die den eingefleischten Größen der Branche mehr und mehr den Rang ablaufen. Während die Einschaltquoten und Auflagezahlen der traditionellen Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitung seit Jahren abnehmen, baut das Internet seine Dominanz in puncto Reichweite kontinuierlich aus. In diesem Medium sind auch die Streaming-Plattformen angesiedelt, die erst seit wenigen Jahren in den Kampf um Zuschauer- und Hörerschaft eingreifen.

netflix konkurrenzUnd das tun sie trotz ihrer kurzen Anlaufzeit mit Bravour: Einer Studie des RTL-Werbezeitenvermarkters IP Deutschland zufolge nutzen 20% der 14- bis 25-jährigen Befragten den kostenpflichtigen Streaming-Dienst Netflix, um Filme und Serien zu schauen. Mit Amazon Prime zahlen weitere 14% dieser Altersklasse für eine Streaming-Plattform mit ähnlicher Funktion. Man kann davon ausgehen, dass nur wenige Kunden in beide Dienste investieren, da die Funktionen nahezu identisch sind. Folglich betrüge der Anteil an jungen zahlungsfreudigen Klienten knapp 33%, die Zahlen werden sicherlich nicht abnehmen, führt man sich einmal den Alterschnitt der Befragten und den Aktienverlauf von Amazon und Netflix vor Augen.

Wer sich statt Serien und Filmen lieber Sportereignisse zu Gemüte führt, muss mittlerweile nicht mehr auf die gängigen Plattformen à la ARD, ZDF und SKY zurückgreifen, sondern kann über den Streamingdienst DAZN kompakt und bequem auf über 8.000 Sportevents im Jahr zugreifen. DAZN übernimmt in diesem Bereich immer mehr Anteile, hat sich beispielsweise im Fußball Rechte für diverse europäische Topligen gesichert und wird ab 2018 auch Partien der Champions League übertragen. Auch Radios müssen vermehrt um Zuhörerschaft bangen, bietet die riesige Mediathek der Musikplattform Spotify doch nahezu jeden Song manuell abspielbar an.

Neben dem großen Ressourcen-Kontingent, das all diese Anbieter in sich vereinen, gibt es noch weitere Gründe, die die jüngere Generation vermehrt zu Investitionen in diese Plattformen bewegt. Einer der Hauptaspekte ist die fehlende Bereitschaft, ganze Werbeblöcke vor den Lieblingssendungen und -filmen hinzunehmen, in Zeiten von Adblockern und schnellen Mausklicks sind diese langatmigen Unterbrechungen schlicht veraltet. Auch Flexibilität und Selbstverwaltung eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten, die in den klassische Medien wenig bis gar nicht stattfanden. War das Wechseln von Fernseh- und Radio-Sendern früher das höchste der Gefühle, kann man sich heute auf Netflix zwischen hunderten Folgen tausender Serien entscheiden und in Spotify eigene Playlists erstellen, die mit über 30 Millionen Songs gefüllt werden können. Auch die Möglichkeit, Videos und Audios offline abzuspielen, ist ein entscheidender Faktor: Die entsprechenden Files können bei bestehender Internet-Verbindung heruntergeladen werden, um dann später auch ohne Datenverkehr abgespielt zu werden.

YouTube als InnovatorZu guter Letzt hat Youtube als Vorreiter der Video-Branche im Internet riesigen Anteil an dieser Einstellung der Jugendlichen: Das Videoportal bietet Content in Hülle und Fülle an; die Nutzer können sich durch Millionen von Clips klicken, müssen nur sehr kurze Werbepausen ertragen und dürfen dazu noch selbst bestimmen, was läuft. Dieses Muster verankert sich irgendwann in der Denkart – eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, das Bedürfnis nach Selbstbestimmung der Inhalte und die fehlende Bereitschaft, lange Werbepausen hinzunehmen, sind die Folgen. Damit wurde eine komplette Generation unbewusst von den klassischen Medien wegbewegt und für die Streamingdienste sensibilisiert, die sich jetzt erfolgreich etablieren.

Quellen:

https://www.ksta.de/wirtschaft/amazon-prime–netflix-und-co–deutsche-bleiben-noch-dem-fernsehen-treu-28256946

http://www.spox.com/de/specials/dazn/1706/Artikel/was-ist-dazn-streamingdienst-infos-fussball-internationale-ligen-rechte-hd.html

https://trusted.de/spotify-vs-napster

Bildquellen:

https://image.stern.de/6803226/16×9-620-349/34d19adf89d3f73062cd5fb3181fdffd/Zq/netflix-konkurrenz.jpg

https://i1.wp.com/digiday.com/wp-content/uploads/2017/04/YouTube-TV.jpg?w=1440

Influencer Marketing – erfolgsversprechende Strategie oder rechtliche Grauzone?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

„Xenia Overdose“ hat 970.000 Follower auf Instagram, „André Hamann“ 1,1 Millionen und „Stefanie Giesinger“ sogar 2,9 Millionen Abonnenten (stand November 2017). Die drei gehören zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Doch was macht sie so besonders? Was bringt uns Abonnenten dazu ihrer Meinung zu folgen und uns nach ihr zu richten ?

Ein erfolgreicher Influencer verkörpert bestimmte Eigenschaften. Diese sind nötig, um die Posts und Produkte möglichst effektiv anzupreisen und die Follower bei Laune zu halten. Dazu zählen Sympathie, Autorität, Wertekonsistenz, Reziprozität, Knappheit, und „Social Proof“. Die Eigenschaften scheinen auf den ersten Blick trivial und selbstverständlich, jedoch sind sie gerade in der heutigen Zeit nötig, da die Plattformen Instagram und Facebook gerade zu von ‚Möchtegern-Influencern‘ überschwemmt werden.

Diese Form des Marketings ist aber keinesfalls eine neue Erfindung. Keine Frage, dass sich der Stellenwert im Zeitalter von Instagram, Twitter und Co. massiv verändert hat, aber schon in den frühen 90er Jahren kam der Konzern Coca Cola auf die Idee, sich die Bekanntheit und Beliebtheit einer öffentlichen Person zu Nutze zu machen https://www.youtube.com/watch?v=qNL6xoFwR-8 . Coca Cola nutzte den weltbekannten Basketballer Micheal Jordan dazu, ihr Produkt an den Mann zu bringen. Die Werbung wurde weltweit bekannt.

Influencer-Posts sind aus unserem Alltag kaum noch weg zu denken, doch ist den meisten die Reichweite eines einzigen Selfies gar nicht bekannt. Auch die Influencerin „DagiBee“ zählt zu den berühmtesten Persönlichkeiten Deutschlands. Sie wirbt unter anderem für das Unternehmen „Duschdas“. Für die Firma postete DagiBee ein Selfie und setzte die entsprechenden Hashtags darunter. Damit erreicht sie mit ihren Fotos 5 Millionen Instagram Follower. „Duschdas“ müsste 21.000 Euro für Werbemaßnahmen investieren, um eine ähnliche Reichweite zu erzielen.

So klingt Influencer-Marketing nach der Strategie schlecht hin, um schnell viele Menschen anzusprechen. Doch steht auch diese Strategie vor Problemen. Oft ist der werbende Charakter solcher Posts nicht offensichtlich genug gekennzeichnet. Dann fällt er unter Schleichwerbung und die ist in Deutschland laut §5 des UWG verboten. In dieser rechtlichen Grauzone fand sich der Konzern „Rossmann“ dieses Jahr  wieder.

Auch Rossmann bediente sich an einem jungen Influencer, um neue Produkte schneller vermarkten zu können. Jedoch fand der „Verbund für sozialen Wettbewerb“, dass der Hashtag #ad, nicht ausreicht, um den werbenden Charakter der Anzeige deutlich zu machen und verklagte Rossmann. Das Oberlandesgericht Celle gab dem im September diesen Jahres recht und veurteilte Rossmann bei Wiederholungstat zu 250 000 Euro Strafe. Bei diesem Urteil geht es zwar überwiegend um Schleichwerbung, jedoch gerät die junge Branche des Influencer-Marketings dadurch unter Zugzwang. Es wurden nun neue Leitregeln entworfen für die Kennzeichnung von Influencer-posts, beispielsweise müssen jetzt in der ersten Reihe Hashtags wie #werbung, #anzeige zu finden sein, damit es sich um eine offenstichtliche Kennzeichnung handelt. Die Branche warnt davor nur #sponsoredby, #poweredby o.Ä. zu schreiben, da diese leicht falsch zu verstehen sind.

Das Urteil des OLG Celle wird grundlegende Veränderungen auf Instagram und Co. verursachen; bleibt abzuwarten, ob diese nun den Grad zwischen erfolgsversprechender Marketing Strategie und rechtlicher Grauzone vergrößern.

 

 

 

Das Buch – Verstaubte Medienleiche oder unsterblicher Klassiker?

geschrieben von in Medienwandel, PrintmedienKommentare deaktiviert für Das Buch – Verstaubte Medienleiche oder unsterblicher Klassiker?

„Wo schaltet man das an?“

„Kann man da nicht scrollen?“

„Ist da etwa der Ton aus?“

„Und das funktioniert tatsächlich ohne W-LAN?“

Ein wenig könnte man über derartige Fragen schmunzeln, aber beobachtet man die bemerkenswerte Technikaffinität, die bereits Kindergartenkinder an den Tag legen, ergibt sich im Umkehrschluss schon beinahe die Überlegung, ob diese Altersgruppe in zehn Jahren, fünf, oder vielleicht schon heute eben genau diese Fragen stellen könnte.

Wenn sie ein Buch in der Hand hält.

Aber trennt uns noch so viel von dieser – zugegeben etwas überspitzten – Vorstellung? Werden im Zeitalter von „Ich lad‘ mir das mal eben runter“ und „Gibt’s da auch den Film dazu?“ überhaupt noch Bücher gelesen? Und wenn ja, welche?

Jedes Jahr veröffentlicht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die neusten Zahlen zur Entwicklung der Branche. Zwar schloss diese das vergangene Jahr mit einem leichten Minus von 1,4 % ab, blickt man jedoch auf die letzten zehn Jahre zurück stellt man fest, dass die Umsätze insgesamt stabil geblieben sind.

Den größten Beitrag hierzu leistet nach wie vor die Belletristik mit knapp einem Drittel Umsatzanteil. Etwaige Umsatzanstiege sind häufig mit dem Erscheinen einzelner „Megaseller“verknüpft: so generierte die „Shades of Grey“-Reihe im Jahr 2012 deutliche Mehreinnahmen. Ein ähnliches Phänomen ließ sich 2014 in der Warengruppe der Sachbücher beobachten. Diese erhielt signifikanten Zuwachs durch den Bestseller „Darm mit Charme“.

Ebenfalls beruhigend für Verlage und Buchhandlungen dürften die aktuellen Zahlen zur Häufigkeit der Büchernutzung sein. Stolze 43% der Frauen und immerhin noch gut ein Viertel der Männer geben an täglich, oder zumindest mehrmals in der Woche in einem Buch zu lesen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass trotz der stetig wachsenden Anzahl an Alternativen zu Unterhaltung, Bildung und Informationsbeschaffung per Buch, sich der Klassiker unter den Medien sobald nicht verdrängen lassen wird. Noch scheint es genügend Liebhaber der Haptik eines Blattes Papier und des Geruchs von Druckerschwärze und vielleicht sogar ein Bisschen Staub zu geben.

Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

Längst hat die digitale Transformation Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens gehalten. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung ist ebenso rasant wie kurzlebig. Erhebliche Veränderungen der Nutzungsrelevanz von Medien finden auf beruflicher Ebene statt, in der Gesellschaft und Politik, aber eben auch im Speziellen bei Jugendlichen und Kindern.

wordle_1-medienkompetenz_ist

 

Generationskennzeichnend lässt sich eine altersspezifische Verschiebung beobachten die zeigt, je jünger die Generation, desto größer das generelle Interesse an der digitalen Welt und  der intuitive Umgang mit ihr. (Das klassische Dilemma: Whatsapp mit Mama, oder Skypen mit Oma und Opa).

Ist es also kontraproduktiv gegen das, nennen wir es, angeborene Interesse an zu arbeiten und den Kindern den Umgang zu untersagen, oder sollte es im Gegenteil als Chance genutzt und gefördert werden und in geregelte Bahnen geleitet werden? Die Medienpädagogik forscht hier nach dem „aber wie?“.

E-Learning Angebote gehören für Studenten zur Tagesordnung. Aber auch in den Grund- und weiterführenden Schulen lassen sich die positiven Lerneffekte einzelner Medienangebote beobachten und es stellt sich die Frage:

Ist Youtube vielleicht der bessere Lehrer?
Aber es soll hierbei wohl eher um Zusammenarbeit gehen. Kanäle wie beispielsweise Youtube, Skoyo, oder das Fernsehen ( wie z.B. Logo, Wissen macht Ah!, etc.) sollen die eigentlichen Lehrer nicht ersetzen, nein, sie fungieren vielmehr als unbegrenzt und universell zugänglicher Nachhilfelehrer.

„Medienkompetenz bildet eine Grundlage lebenslangen Lernens“. Der Unterricht sollte die Kinder vorbereiten die Medien zu hinterfragen und verantwortungsvoll, vor allem aber sicher, mit ihnen umzugehen. Die hohe Relevanz der Digitalen für Kinder & Jugendliche (Social Networks, Messenger-Apps, etc.) steht dem Bedauern der Eltern und Pädagogen gegenüber, die die „Dominanz virtueller Erfahrungen gegenüber der realen Auseinandersetzung mit der Welt“ betrachten. Planet Schule aber beispielsweise sagt: „Lebensweltliche Erfahrungen jenseits des Computers sollen nicht ersetzt, sondern unterstützt werden“ – eine Starthilfe für eine lebenslange, lernende, neugierige Auseinandersetzung mit der Welt in beiden Bereichen.

„Ist das alles denn wirklich nötig?“

  1. Ja, im Hinblick auf das Berufsbild unserer Gesellschaft in der Medienkompetenz immer stärker zur Grundvoraussetzung eines Überlebens auf dem Arbeitsmarkt wird und um die Sicherheit der Kinder im Umgang mit Medien zu gewährleisten.
  1. Nein wenn es darum geht die unersetzliche Leistung interpersoneller direkter Kommunikationsvorgänge zu würdigen und für ein ganzheitlich geschultes Weltbild persönliche Sinneseindrücke zu entkräften.

Der Umgang mit der realen Welt, und das Erleben dieser, ist die Basis für den Umgang mit Medien. Das eine wird vom anderen nicht ersetzt, es muss ergänzend wirken. Eine grundlegende Unterrichtsrevolution bleibt noch aus, teilweise sind die Bundesländer aber schon auf dem Weg: Ein Beispiel ist der 10 Punkte Plan „Medienkompetenz macht Schule“ aus Rheinlandpfalz, ein anderes ist das Medienkompetenzportal NRW, die beispielsweise mit dem so genannten „Medienpass NRW“ auffahren, oder die Niedersächsische Bildungscloud. Hierbei wird ab Februar 2017 für drei Jahre ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Unterrichtsinhalte entwickelt werden sollen, die dann auf dem Handy und Tablet der Schüler abrufbar sind. Ipadatschool.de bietet bereits digitale Materialien für das Tablet im Unterricht und Fortbildungsgegenstände für das digitale Klassenzimmer für Lehrer an. Die Grundsteine werden gelegt.

 

 

Ob nun das neuste Iphone das optimale Geschenk für einen 10 Jährigen ist, oder Ipads, in Kinderspieltischen integriert, schon für das oben beschriebene Medienkompetenztraining essentiell sind, bleibt allerdings weiterhin fragwürdig. Klar ist sicherlich, dass das Bildungssystem sich offensichtlich weiterentwickeln muss, dies teilweise schon tut und auch hier, wie so oft im Leben, ein gesundes Maß der Dinge ausschlaggebend für den Erfolg ist.

Schlagwörter: , , , , ,

Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

 

Was versteht man eigentlich unter Sexualisierung? Im Duden wird dieses Wort beschrieben als „jemanden, etwas in Beziehung zur Sexualität bringen und die Sexualität in den Vordergrund stellen”. Genau das scheinen die Medien dauernd zu tun. Sehr deutlich wird es vor allem in der Werbung und in Filmen.

 

Frauen, wie auch Männer werden auf ihr Äusseres reduziert. Aber war das nicht schon immer so? Mittlerweile schaut man TV und wird mit Werbung überschwemmt die einem eins ins Gesicht schreit: Sex!

Der Konzern Saturn warb einmal mit dem Motto „Geiz ist Geil“. Viele Parfum Plakate bestechen durch ein hübsches Model. Und Make-Up Firmen benutzen nur zu oft den Lippenstift als Phallussymbol.

 

 

huGO-BildID: 3440973 Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne

huGO-BildID: 3440973
Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne    lippenstift

 

 

Natürlich ist diese extreme Art der Sexualisierung erst in den letzten Jahren so hemmungslos geworden. Jedoch wurde schon immer mit Sex beziehungsweise sexuellen Reizen geworben. Vor allem ist hier auch auf die Rolle der Geschlechter zu achten: noch vor etwa 50 Jahren war die Frau die treue Hausfrau und der Mann der Arbeiter der das Geld nach Hause brachte. In anderen Worten: Der Mann wurde dominant dargestellt und die Frau wurde als unterlegen oder schüchtern betrachtet.

In der heuten Zeit ist es nicht mehr so eindeutig. Oft ist auf den ersten Blick die Frau „stärker“ geworden. Sie wird zum Beispiel als erfolgreiche Geschäftsfrau dargestellt. Ist sie nun gleichzeitig dominant? Im Vergleich: Zwei Palmers Werbungen. Links schaut die Frau verführerisch durch einen hautfarbenen Strumpf. Sie will wohl ihren Mann verführen. Man sieht aber nur bis gerade so zur Schulter. Definitiv bestärkt dies aber das Bild der liebenden Hausfrau. Rechts nun eine Gruppe Frauen mit sexy schwarzer Lingerie und starker geraden  Postur. Eine der Frauen schaut jedoch zurück als ob sie doch nur nachschaut ob  es dem Mann gefällt. Man sieht hier den ganzen Körper- fast nichts ist mehr versteckt und die Frau wird extrem sexualisiert. Wirken diese Frauen jetzt sehr dominant? Gegenüber der älteren Werbung lautet die Antwort Ja. Bei näherem Betrachten jedoch sieht man, dass es auch in der modernen Werbung darum geht dem Mann zu gefallen. Die Frau wird doch wieder als das „schwächere Geschlecht“ betrachtet. Sie ist da um zu gefallen und die Träume des Mannes zu erfüllen. Diese sexy Strümpfe tragt sie nicht nur für sich selbst.

 

 

palmers                                          palmersmodern

Doch nicht nur Frauen müssen unter dieser, oft unangebrachten Sexualisierung leiden. Männer werden genauso sexualisiert. Man(n) muss muskulös sein und vor allem…die richtige Grösse haben. Auch wenn es immer heisst das es darauf ja gar nicht ankommt. fotomorgen.de denkt da wohl anders. Die zwei Männer mit dem „Kleineren“ wohl auch, den Blicken zu urteilen.

werbungmann

Man bemerkt dass die Sexualisierung in den Medien zwar zugenommen hat aber auch dass sie schon immer anwesend war. Geschlechterrollen wurden und werden „definiert“. Die Frau ist oft immer noch rezessiv und der Mann oft dominant. Die Medien geben vor wie Mann und Frau auszusehen haben. Sie geben vor was sexy ist und was nicht. Die Wirkung auf die Gesellschaft ist enorm. Junge Mädchen leiden Hunger um so schlank zu sein, Jungs stopfen sich mit Proteinen voll um die Muskeln zu erlangen. Vielleicht ist es heutzutage nur so extrem in der Gesellschaft zu bemerken weil die sexuellen Reize zugenommen haben und viel plakativer geworden sind. Vielleicht sollten wir auch nicht immer so auf die Medien hören und einfach mal den Spiegel vorhalten und sehn wie schön wir sind- wir alle. Früher ging das doch auch.

Quellen:

http://www.duden.de/rechtschreibung/sexualisieren

http://www.zeitgeistlos.de/moralfinger/sexgesellschaft.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo bleiben eigentlich die Superheldinnen?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Wo bleiben eigentlich die Superheldinnen?

Wenn ich von Superhelden spreche, dann hat jeder sofort ein Bild im Kopf. Superman , ganz offensichtlich, Batman oder Spiderman, diese Namen kann man inzwischen schon fast zum Allgemeinwissen zählen. Bei den weiblichen Kollegen wird es dann aber schon schwieriger. Superwoman? Gibt es die?, könnte sich manch einer fragen. Nicht ganz, Supermans weibliches Gegenstück heißt Wonder Woman. Catwoman? Spätestens bei Black Widow geben viele auf. Nie gehört. Natürlich gibt es noch unglaubliche viele Helden und Heldinnen mehr, jeder Comicbuch-Fan könnte diese Liste beliebig weiter führen, der Einfachheit halber bleiben wir hier aber bei den Bekannteren.

Marvel’s Avengers bestehen in ihren bekanntesten Filmen aus sechs legendären Superhelden und tatsächlich, Black Widow ist eine von ihnen. Um genau zu sein, die Einzige ohne exorbitant hohen Testosteronspiegel. Ihre Mitstreiter nämlich, tragen die Namen Iron Man, The Incredible Hulk, Captain America, Hawkeye und Thor. Neben ihren Hormonen haben die werten Herren auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind wesentlich bekannter als ihre Kollegin. Nun halte ich es schon für traurig genug, dass Black Widow, trotz ihrer Verkörperung durch die durchaus populäre Schauspielerin Scarlet Johansson, so unbekannt blieb, doch damit nicht genug.

So will der eingefleischte Fan natürlich nicht auf sein geliebtes Merchandise verzichten. Die Jungen und Männer haben es hier leicht, ihre Lieblingshelden finden sie in zahllosen Variationen auf T-Shirts, Pullovern, Taschen, Tassen und als Spielzeug. Für Mädchen und Frauen dagegen wird es jetzt in zweierlei Hinsicht schwierig. Zum Einen ist es erschreckend zu beobachten, dass einige Heldinnen, sind sie doch ohnehin schon in der Unterzahl, auf Shirts oder Taschen, wie hier Gamora von den Guardians of the Galaxy, einfach verschwinden oder sogar ausgetauscht werden. Zum Anderen gibt es an besagten Shirts zwar eine riesige Auswahl, die meisten davon sind allerdings nur für Männer geschnitten. Ist die Frau hier dennoch nach langer Suche erfolgreich, dann ist ihr Fund entweder pink oder besagt, dass die Trägerin am Liebsten einen der männlichen Helden heiraten würde. Oder beides.
Dem weiblichen Fan ein wohlbekanntes Problem.

Was aber vermittelt das den Mädchen und jungen Frauen in unserer Gesellschaft? Dass sie kein Recht haben selbst stark zu sein? Dass sie doch bitte wie eine Disney Prinzessin süß und hübsch und rosa sein sollen und letztendlich doch immer auf ihre Prinzen angewiesen sind.

Der amerikanische Medienwissenschaftler Christopher Bell erzählt in einem seiner Vorträge die Geschichte eines elfjährigen Jungen aus North Carolina, der My Little Pony schaut und dafür in der Schule so lange gemobbt und verprügelt wird, bis er eines Tages zu Hause versucht sich zu erhängen. Der Junge hat überlebt, doch das macht seine Geschichte meines Erachtens nicht weniger tragisch.

In was für einer Gesellschaft leben wir, deren Medien Mädchen und Frauen den Männern so klar unterstellt, während es für einen Jungen als Demütigung gesehen wird Ponys zu mögen? Ponys, die noch dazu wichtige Grundwerte verkörpern, wie jeder weiß, der sich einmal die Mühe gemacht hat die Kinderserie zu recherchieren. Also gebt den Heldinnen eine Chance. Nicht nur für Mädchen, auch für Jungen. Denn von ihnen lernen können wir alle.

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Die Virtual Reality-Brille Google Cardboard – eine Alternative zu Oculus Rift?

geschrieben von in Medienwandel1 Kommentar »

Mit der Bekanntgabe des hohen Preises der Virtual Reality-Brille Oculus Rift stellt sich die Frage nach Alternativen. Eine bietet Google mit seiner Brille Cardboard.
Virtual Reality bezeichnet eine digitale Realität, die computergesteuert hergestellt wurde. In der Spieleindustrie wird versucht, dieses Konzept für ein neues Spielerlebnis zu nutzen. Dem sollen Virtual Reality Brillen wie Oculus Rift dienen, die sich allerdings in einem extrem hohen Preissegment bewegen. Jedoch kann man auch ohne dreistellige Beträge zu zahlen Virtual Reality probieren: mit Google Cardboard.

Die VR-Brille zum Zusammenbauen

Bestellt man die VR-Brille von Google, deren Preis zwischen 20€ und 25€ liegt, erhält man einen Bausatz, der aus Lingooglecardboardsen, Magneten, Gummibändern sowie Klettverschlüssen besteht. Wenn man diesen zusammenbaut, entsteht man eine Art Gehäuse, in das man ein Smartphone stecken kann. Aktiviert man nun bestimmte eigens dafür produzierte Apps und hält sich Cardboard vor das Gesicht, kann man Googles Virtual Reality Konzept ausprobieren.

Spaziergänge durch fremde Länder – von Zuhause aus

Die Apps sind beispielsweise über den Google Play Store erhältlich. Mit ihnen kann man sich durch das Sonnensystem führen lassen oder Outdoor-Erlebnisse bequem von zuhause aus erleben. Auch Unternehmen wie Volvo nutzen die VR-Brille zu Promotionzwecken.
Cardboard ist jedoch nicht auf die langfristige Nutzung ausgelegt, so muss man es stetig mit den Händen vor das Gesicht halten. Im Gegensatz dazu lässt sich die Oculus Rift am Kopf befestigen. Auch die Qualität des Erlebnisses unterscheidet sich deutlich, so reicht die Leistung eines Smartphones nicht an die eines PCs, den Oculus Rift benötigt, heran. Allerdings ist es für VR-Interessierte ausreichend, die einen Einblick in die Funktionsweise virtueller Realität erhalten wollen.

 

Bildquelle: http://www.giga.de/zubehoer/google-cardboard/

Schlagwörter: , , ,

Netflix worldwide – Globales Internet-Fernsehen

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Der Online-Streaming Dienst Netflix ist seit dem 6. Januar nun in 130 weiteren Ländern verfügbar. Bisher waren es 60 Länder. Somit agiert der ehemalige DVD-Verleiher frei nach dem Motto: „Netflix gibt es jetzt überall – fast.“ Denn mit China fehlt der größte Absatzmarkt mit 1,4 Milliarden Einwohnern. Auch auf der Krim, in Syrien und Nordkorea wird Netflix vorerst aufgrund von US-Sanktionen, denen amerikanische Unternehmen unterliegen, nicht verfügbar sein. In Indien dagegen schon. Bereits ein Fünftel der 1,3 Milliarden Einwohner ist online und der Breitbandausbau zieht massiv an, wodurch sich dieser Absatzmarkt als äußert lukrativ und zukunftsträchtig erweist.

Netflix wurde zunächst als Verleih bekannt, der DVDs in roten Briefumschlägen lieferte. Seit dem Börsengang 2002 boomt das Geschäft aber. Das zeigt auch die aktuelle Expansion, nach deren Bekanntgabe die Netflix-Aktie um ganze neun Prozent stieg. Ungefähr 70 Millionen Mitglieder nutzen den populären Streaming Dienst. Neben einer Vielzahl von bekannten Serien und Filmen, werden seit einiger Zeit auch kostenintensiv eigene Serien produziert, die mittlerweile zum Steckenpferd von Netflix geworden sind, wie zum Beispiel die Polit-Drama-Serie „House of Cards“.

Doch damit nicht genug: Reed Hastings, Gründer von Netflix, kündigte auf der Tech-Messe „CES“ in Las Vegas für 2016 31 neue Eigenproduktionen an, mit denen über 600 Stunden neues Material zur Verfügung gestellt werden. So können sich Fans von „Netflix & Chill“ bald über weitere Serien á la „Daredevil“ oder „Orange is the new black“ freuen.

Doch solche Erweiterungen und Fortschritte sind nötig. Netflix will in punkto Streaming das Fernsehen revolutionieren und hierzulande sitzen dem Unternehmen aus dem Silicon Valley zahlreiche Konkurrenten wie Amazon Instant Video oder Maxdome im Nacken, die ihr Angebot auch stetig erweitern..

Quellen: Spiegel Online, Meedia.de, Handelsblatt.com

Schlagwörter: ,

LinkNYC – Die Telefonzelle der Zukunft

geschrieben von in Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für LinkNYC – Die Telefonzelle der Zukunft

Können Sie sich kostenloses und überall zugängliches WLAN vorstellen?
Nie wieder zu MCDonald´s, Starbucks oder DM während dem Shoppingtrip, um das kostenlose WLAN auszunutzen, denn jetzt kommt das freie und kostenlose WLAN für alle!

Es ist das bislang größte und schnellste städtische WLAN-Projekt der Welt. Am Dienstag, dem 05.01.2016 wurden die ersten zwei LinkNYC-Stationen in New York enthüllt, die freien WLAN-Zugang zu mehr als 8 Millionen Menschen ermöglichen sollen. Bis 2024 sollen 7500 WLAN-Stationen verteilt in allen fünf Stadtteilen New Yorks stehen und somit die veraltete Telefonzellen-Infrastruktur ersetzen.

Neben dem frei zugänglichen WLAN haben die Stationen jedoch noch weitere Funktionen:
Man kann, wie bei den bisherigen Telefonzellen, kostenlose Telefongespräche innerhalb der USA führen, genauso Videogespräche über das Tablet. Das Tablet ist außerdem für das Surfen im Internet und als Routenplaner zugänglich. Eine 911-Taste für Notrufe ist ebenfalls vorhanden.

So sieht die WLAN-Station aus, die 8 Millionen Menschen in New York frei zugängliches WLAN ermöglichen soll.

So sieht die WLAN-Station aus, die 8 Millionen Menschen in New York frei zugängliches WLAN ermöglichen soll.

Und so funktioniert´s:
Die WLAN-Station ist eine knapp drei Meter hohe Säule und liefert eine Internetverbindung von einem Gigabyte pro Sekunde im Umkreis von 122 Metern. Die Firma CityBridge möchte die Stationen in einem Abstand von ungefähr 50 Metern voneinander in ganz New York platzieren. Laut CityBridge ist die Internetverbindung somit 100-mal schneller als der Durchschnitt des öffentlichen WLANs in den USA.

Fußgänger können sich um die WLAN-Station herum stellen und sich mit dem Netzwerk verbinden. Ist man mal mehrere Wochen nicht in Reichweite der Station und kommt zurück, verbindet sich das Gerät wieder automatisch mit dem Netzwerk. Um zu verhindern, dass sich Menschenmassen um eine Station herum bilden, gibt es weder flache Oberflächen an den Säulen, um etwas abzustellen noch Sitzmöglichkeiten.

Die zwei nun enthüllten WLAN-Stationen befinden sich an der jeweiligen Ecke der Third Avenue zur 15th Street und der 17th Street und sollen laut CityBridge Mitte Januar für die Fußgänger eröffnet werden. Sie sind jedoch noch im Beta-Status und somit sind noch nicht alle Funktionen verfügbar. Die Nutzer sollen die Stationen zunächst testen und Feedback geben. Mitte Februar soll dann die Tablet-Funktion eingeführt werden, die das Surfen an der Station selbst und die Funktion des Routenplaners ermöglicht.

In den kommenden vier Jahren sind 4550 Links geplant und bis 2024 sollen dann alle 7500 Links in ganz New York stehen. Das Projekt LinkNYC umfasst eine Auskleidung der Stadt mit mehreren hundert Metern Glasfaserkabel. Bis Mitte Juli diesen Jahres sollen 500 Stationen online sein, mit dem Ziel, 10 WLAN-Stationen pro Tag entlang der 3rd Avenue in Manhattan bis zum südlichen Teil der Bronx, in der Flatbush Avenue in Brooklyn, sowie in Jamaica, Queens und St. George, Staten Island zu installieren.

Im Jahr 2014 begann die Verwaltung des Bürgermeisters von New York, de Blasio, mit der Suche nach einer Firma zur Verwirklichung ihrer Pläne. Mit der in New York ansässigen Arbeitsgemeinschaft CityBridge, bestehend aus führenden Experten in Technologie und Medien begann dann schließlich die konkrete Planung und Durchführung.

Doch wer finanziert das alles?
Die Finanzierung wird hauptsächlich durch Investoren durchgeführt, unter anderem Qualcomm, CIVIQ und Intersection. Des Weiteren besitzt eine solche Hotspot-Station jeweils einen hellen, digitalen 55-Zoll-Display auf beiden Seiten, auf denen Werbung ausgestrahlt wird. Durch die Werbeeinnahmen werden zunächst die Errichtungskosten von $200 Millionen bezahlt und anschließend sehen die Investoren vor, nach dem 12-jährigen Vertrag $500 Millionen an die Stadt New York auszubezahlen.

Mit LinkNYC geht die Stadt New York einen großen Schritt in Richtung Kommerzialisierung des Internets und einen großen Schritt Richtung Zukunft. Man sei gespant, wie lange es dauert, bis solche WLAN-Stationen auch in Deutschland stehen.

Aus Alt mach Neu: Das läuft bald (wieder) im TV

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel1 Kommentar »

2016 werden zahlreiche Filme und Serien wieder neu aufgelegt. Unter anderem erwartet uns ein Revival der 90er-Jahre-Kultserien „Akte X“, „Full House“ und „Baywatch“. Warum ist das so? Fehlen den Produzenten neue Ideen?

Kein ganz neues Phänomen
In den letzten Jahren gibt es sowohl positive als auch negative Beispiele für das Aufwärmen bekannter Filme und Serien. So wurde „Knight Rider“ mit Justin Bruening als Michael Knight bereits nach einer Staffel wieder eingestellt. Fargo hingegen, basierend auf dem Film der Brüder Ethan und Joel Coen, wurde bereits um eine zweite und dritte Staffel verlängert. Zwischen den einzelnen Staffeln gibt es hier Zeitsprünge von mehreren Jahrzehnten, sodass Figuren von anderen Schauspielern gespielt werden, unter anderem „Hobbit“ und „Dr. Watson“-Darsteller Martin Freeman, Billy Bob Thornton und Kirsten Dunst.

2016 geht es rund
Auffällig ist, dass für das Jahr 2016 gleich mehrere Wiederansetzungen geplant sind. Und bis dahin ist es gar nicht mehr so weit: Bereits am 24. Januar läuft in den USA die zehnte Staffel von „Akte X“ an. Dana Scully und Fox Mulder werden dann in sechs neuen Fällen versuchen, weiteres über die geheimen X-Akten herauszufinden. Mit von der Partie sind nicht nur die gealterten Hauptdarsteller David Duchovny und Dana Scully, sondern auch noch weitere Nebendarsteller und Serienschöpfer Chris Carter. Großartige Änderungen am Setting wird es wohl nicht geben, die erste Episode der zehnten Staffel wurde bereits auf der MIPCOM in Cannes gezeigt.
Ende Februar, genauer gesagt am 26.2., läuft dann beim Video on Demand-Anbieter Netflix eine neue Staffel von „Full House“ unter dem Titel „Fuller House“ an. Hier gibt es einige Wechsel in der Besetzung: Statt Danny Tanner steht jetzt dessen Serientochter D.J. (immer noch gespielt von Candace Cameron-Bure) im Mittelpunkt. Unterstützung bekommt die alleinerziehende Mutter von ihren beiden Onkeln Joey (Dave Coulier) und Jesse (John Stamos). Die Süddeutsche Zeitung hat also nicht ganz damit unrecht, wenn sie hier von einem Spin-Off, einem Reboot und einem Revival in nur einer Serie schreibt.
Ebenfalls neu aufgelegt wird die Serie „Eine schrecklich nette Familie“ um Schuhverkäufer Al Bundy. Ob Ed O’Neill allerdings wieder mitspielt, ist noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Hauptrolle diesmal Sohn Bud zukommen wird. Bislang gibt es nur Pläne für eine Pilotfolge, alles weitere ist noch nicht geklärt. In diesem wird vermutlich auch Serientochter Kelly Bundy (Christina Applegate) zu sehen sein.

Ein erneuter Gefängnisausbruch?
Die Serie „Prison Break“, die eine Gruppe Gefängnisinsassen um Michael Scofield (Wentworth Miller) beim Ausbruch und bei der Flucht vor Polizei und FBI zeigt, war ursrpünglich nur für zwei Staffeln konzipiert. Da die Quoten zu gut waren, um abgesetzt zu werden, wurde die Geschichte schließlich für eine dritte und vierte Staffel erweitert und schließlich noch um den Film „The Final Break“ erweitert. Doch damit nicht genug: Sieben Jahre nach dem Ende werden voraussichtlich noch in diesem Jahr zehn Folgen einer neuen Ministaffel gezeigt. Mit dabei: Die beiden Brüder Michael Scofield und Lincoln Burrows (Dominic Purcell)! Vermutlich dürften auch weitere Ausbrecher wieder mit von der Partie sein. Thematisch sollen offene Fragen der Originalserie geklärt werden, weiteres ist über die Handlung noch nicht bekannt.
Auch für Fans von Serien, die auf Filmen aufbauen, wird es neues altes Futter geben: Der 1999er-Klamaukfilm „Galaxy Quest“ (auch bekannt als „Planlos durchs Weltall“) mit Tim Allen und Sigourney Weaver dient als Vorlage für die gleichnamige Serie. Obwohl für die Serie die gleichen Produzenten und Autoren wie im Film verpflichtet wurden, kehren Allen und Weaver wohl nicht zurück, da die Geschichte nicht direkt an den Film anschließen wird. Platz für einen weiteren Film? Läuft die Serie im nächsten Jahr an, haben die Filmemacher sogar Wort gehalten: Im Abspann des Films wird auf eine Fortsetzung der Serie (der Film handelt von den Hauptdarstellern einer Serie, die von Aliens für „echte“ Astronauten gehalten werden) nach 18 Jahren hingewiesen.

Mehr (oder weniger) Stoff für Wassernixen

„Knight Rider“ bleibt nicht die einzige Hasselhoff-Serie, die erneut verfilmt wurde. Für einen Kinofilm, der in den nächsten Monaten gedreht werden soll, hat sich Regisseur Seth Gordon den Stoff von „Baywatch“ vorgenommen. Warum David Hasselhoff seine alte Rolle nicht spielen darf, ist unbekannt. Für ihn dürfen Dwayne „The Rock“ Johnson und Zac Efron oberkörperfrei am Sandstrand entlang joggen. Auch Pamela Anderson kehrt nicht zurück, ihre Rolle übernimmt das Model Kelly Rohrbach. Verglichen mit „Knight Rider“ für Hasselhoff ein schlechtes Signal?

Keine neuen Ideen?

Doch warum werden aktuell so viele Filme und Serien noch einmal neu aufgelegt? „Akte X“ mit den gleichen Schauspielern, ebenso wie „Twin Peaks“ und „Gilmore Girls“, von denen auch neues Material kommt – gibt es keine kreativen Köpfe mehr? Der Grund ist ein anderer: Viele Revivals werden von Streamingportalen produziert. Im Gegensatz zum TV sind diese nicht direkt von Einschaltquoten abhängig. Eine neue Serie benötigt wesentlich mehr Vorausplanung, auch sind die Marketingkosten für ein unbekanntes Produkt deutlich höher. Streamingportale benötigen Abonnenten, um Geld zu verdienen. Dies geht am ehesten mit bereits bekannten Serien: Wer schließt schon ein Abo ab, wenn er nicht weiß, was er dafür bekommt? Im Gegensatz dazu schließt ein Nutzer eher ein Abo ab, wenn neue Folgen einer Serie (vorerst) exklusiv ausgestrahlt werden. Es geht also letztlich doch ums Geld – wobei auch bei einem Flop die Kasse klingelt. Aus diesem Grund bekommen die Fans der „Gilmore Girls“ sogar nur vier neue Episoden präsentiert.

Schlagwörter: , , ,

Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

Mit 2015 ist vor nunmehr fast einer Woche ein in jedem Falle ergiebiges, spannendes und vor allem abwechslungsreiches Kinojahr zu Ende gegangen. Auf der großen Leinwand sahen wir die Rückkehr des härtesten britischen Agenten aller Zeiten, hörten auch nach Paul Walkers Tod endlich wieder das Quietschen von heißgelaufenen Gummireifen vor exotischen Kulissen und verfielen kurzzeitig in Schnappatmung, als ein kaum gealterter Harrison Ford zusammen mit einem übergroßen Wookie wieder nach Hause fand. Fällt Ihnen etwas auf? Vielleicht ja der kleine und dennoch wichtige Fakt, dass bei dieser in keinem Falle Anspruch auf Vollständigkeit erhebenden Kurzzusammenfassung des vergangenen Leinwandjahres und dessen Highlights von keiner einzigen Frau die Rede ist. Natürlich finden wir bei genauerem Nachdenken schnell einen Gegenbeweis, und zwar in dem in 2015 weltweit kommerziell neunt-erfolgreichsten Film, dem vierten Teil der „Tribute von Panem„-Saga – also genau jenem Film, in dessen Hauptrolle Jennifer Lawrence als Freiheitskämpferin Katniss Everdeen brilliert. Lawrence war es nämlich, die wohl für den größten Skandal, die größte öffentliche Debatte im Filmbusiness des vergangenen Jahres sorgte, als sie als Reaktion auf den Hackerangriff auf Sony Pictures im Sommer und die Veröffentlichung geheimer Vertragsdokumente offen über die ungleiche Gagen-Verteilung von Schauspielerinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sprach (die New York Times berichtete im Oktober).

Mehr als nur Staffage - Weibliche Präsenz in "Mad Max: Fury Road"

Mehr als nur Staffage –  Weibliche Präsenz in  „Mad Max: Fury Road“

Mehr als nur geschminkte Kleiderstangen?

Nun liegt die Vermutung oder gar der Vorwurf nahe, das weltoffene und dynamische Hollywood sei auch im fünfzehnten Jahr des neuen Jahrtausends alles andere als liberal was die Gleichberechtigung der Geschlechter angeht. Ein Einwand, der schon seit Jahrzehnten von verschiedenen Verbänden, Aktivisten, Bloggern und kritischen Privatleuten geäußert wird; Frauen im großen Blockbuster seien Platzhalter, Sexobjekte, letztlich oft nichts weiter als hübsche Kulisse. Eine der lautesten Kritikerinnen dieses vermeintlichen Skandals ist die US-amerikanische Comic-Autorin und Journalistin Allison Bechdel. Ihre ganz eigene und in der Vergangenheit bereits vereinzelt in Medien und Popkultur aufgegriffene Theorie bzw. Methode um herauszufinden, ob ein Film denn nun Frauen als Menschen oder nur als Kleiderstange darstellt – der sogenannte „Bechdel-Test“ – besteht  aus drei essentiellen Fragen an den Film selbst. Diese lauten, denkbar einfach, wie folgt:

1.) Hat der Film mindestens zwei (namentlich genannte) tragende weibliche Figuren?

2.) Führen die weiblichen Figuren eine Unterhaltung miteinander?

3. ) Dreht sich besagte Unterhaltung um etwas anderes als einen Mann?

Bechdel selbst betont immer wieder, dass ein Bestehen oder Nicht-Bestehen des Tests keine Aussage über die Qualität oder den feministischen Gehalt eines Films bedeutet. Viel mehr soll die mit dem Test verbundene Fragestellung und die mit den Jahren daraus erwachsene Datenbank auf ihrer Website  Aufschluss darüber geben, ob überhaupt weibliche Präsenz vorhanden ist, sprich Frauen in irgendeiner Form eine zumindest annähernd mehrdimensionale Rolle einnehmen.

2015 verspricht Besserung – besonders an der Spitze

Nun gestaltet sich der Blick auf das vergangene, mit Blockbustern wie „Jurassic World“ oder dem zweiten Teil von Marvels „The Avengers“ an den Kassen überdurchschnittlich erfolgreiche, Jahr besonders spannend, wendet man diese drei Fragen einmal auf dessen große und vor allem erfolgreiche Streifen an. Dabei zeigt sich relativ schnell: Das Ergebnis bleibt wie in den Jahren zuvor ausbaufähig. Wie die Journalistin Kelsey McKinney im US-Onlinemagazin Fusion darstellte, bestehen mit circa 54% nur knapp die Hälfte der hundert Top-Produktionen 2015 den Test; darunter für manche sicher überraschend auch erst einmal wenig auf Geschlechtergerechtigkeit bedachte Werke wie „Mad Max: Fury Road“, dessen oft in Trailern oder sonstigen Zusammenstellungen etwa im TV hervorgehobene leicht bekleidete Darstellerinnen trotz der deutlich fehlenden Dialoglastigkeit des Werkes weibliche Präsenz weit über ihre Körperlichkeit heraus zeigen.

Dem gegenüber stehen zwei sehr erfolgreiche und mit einer umso größeren Fangemeinde ausgestattete Filme, welche ihre seit Jahren als Erfolgsgarant geltenden Franchises auch im vergangenen Jahr fortzusetzen wussten; zum einen der neueste Teil der „Mission Impossible“-Reihe (‚Rogue Nation‘), zum anderen mit „Spectre“ der lang erwartete und in der Kritik hochgelobte aktuelle James Bond-Film. Stellt man hier Bechdels Fragen an das Drehbuch, so erfüllen diese nur ein (Spectre zeigt mehr als eine tragende weibliche Figur), beziehungsweise gar kein oben aufgestelltes Kriterium. Somit sind jene Produktionen die einzigen der Top 10-Filme 2015, welche den Test nicht bestehen – 2014  und in den Jahren zuvor waren es immerhin noch mindestens doppelt so viele.

Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in "Spectre"

          Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in „Spectre“

Lässt sich Emanzipation so messen?

So interessant dieser Befund auch sein mag, gerade im Bezug auf die Unterschiede zwischen den Genres und eine Wandlung in der geschlechtsbezogenen Figurenkonstellation im Popcorn-Kino; wissenschaftlich haltbar dürften weder Bechdels sehr simple und bei dem klassischen, stringenten Filmverlauf entgegengehenden Filmen wie „Gravity“ (2013) nur eingeschränkt anwendbare Theorie, noch die darauf fußende und in erster Linie von Usern generierte, kaum ernsthaft administrativ geprüfte Film-Datenbank sein. Doch das bedeutet wiederum bei weitem nicht, dass der Bechdel-Test sinnlos sei; im Gegenteil. Er lenkt Aufmerksamkeit auf eine durchaus problematische Entwicklung in der Drehbuchentwicklung und Filmrealisierung, nämlich in der Tat die Degradierung der Frau zum sexuellen oder schlicht unmündigen Objekt in bestimmten Hollywood-Genres wie primär an Männer gerichteten Action-Produktionen. So regt er zum Reden, zum Diskutieren an- und selbstverständlich zum Blick in die Zukunft.

So haben immerhin bereits zwei der mit Hochspannung erwarteten Blockbuster des neuen Jahres den Test durchlaufen dürfen: Zum einen Leonardo DiCaprios mysteriöse amerikanische Folklore „The Revenant“ und zum anderen der zweite Western aus der Feder des selbsternannten Frauenverehrers Quentin Tarantino, „The Hateful Eight“. Wer möchte, darf als Kinogänger also auch 2016 weiterhin mit Bechdels essentiellen drei Fragen den Popcorn-Beutel konzentriert bei Seite stellen – und zwar nicht bloß als weiblicher.

Schlagwörter: , , , ,

Wenn es nicht mehr genügt milliardenschwerer Facebookgründer zu sein

geschrieben von in Kommunikationsformen, Medien und Politik, Medienwandel, Printmedien, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Neues Jahr, neue Vorsätze. Das denkt sich so mancher. Was letztendlich aus diesen Vorsätzen wird bleibt einem selbst überlassen.

Das hat sich auch Facebook founder Mark Zuckerberg gedacht als er der Facebook-Community seine Jahresvorsätze mitteilte. Nach Vorsätzen wie mehr zu lesen kommt nun ein Vorsatz der erst einmal ungewöhnlich klingt:

Zuckerbergpost 1 möchte einen Roboter erschaffen der ihm im Haushalt hilft. Man könnt meinen, dass der Mann der vermeintlich alles hat, jetzt über das Ziel hinausgeschossen sei. Kann man diesen Post denn ernst nehmen? Wie ein Scherz klingt er nicht. Der Plan von diesem Roboter, den man sich übrigens wie „Jarvis“ aus „Iron-Man“ vorstellen kann, hat bereits Form angenommen.

 

 

 

Dass Zuckerberg auch wirklich an seinen Vorsätzen festhält hat er bewiesen indem er seinen Vorsatz, aus dem Jahre 2010, Mandarin zu lernen an der chinesischen Universität Tsinghua, Peking, in einer zwanzig-minütigen Rede unter Beweis gestellt hat, so berichtet auch „The Guardian“ . Also womit werden wir zu rechnen haben? Dass wir Facebook Technologie auch irgendwann in unseren Häusern haben können? So weit entfernt ist das smarte wohnen nämlich gar nicht mehr. Samsung legt bereits mit der Gerätereihe „smart home“ vor in Sachen zukunftsorientiertem Wohnen. Das Smartphone mit allen kompatiblen Geräten verbinden und dann auf alles zugreifen können ist schon Realität, da spielt es keine Rolle mehr ob man zu Hause ist oder nicht. Das einzige was man braucht ist einen Internetzugang, um alle Geräte steuern zu können.

Nicht nur das Wohnen ist betroffen vom technischen Fortschritt, im letzten Jahr kam auch immer wieder das Wort Industrie 4.0 zum Vorschein. Was kann man sich darunter bloß vorstellen? Alles kommuniziert miteinander, alles ist vernetzt. Das scheint so der Kern der Industrierevolution zu sein. Diesen Fortschritt will auch die Universität Stuttgart nutzen und zeigen wie es ablaufen kann. Auf deren Website kann man sich individuell Joghurt zusammenstellen. Der Clou an der Sache ist, dass Maschinen mit programmierten Chips die Bestellung aufnehmen und weiterverarbeiten können. Die Roboter kommunizieren miteinander und produzieren die individuellen Joghurts. Die Technologie schreitet voran doch was heißt das konkret für den „Otto – Normalverbraucher“? Roboter in der Industrie erreichen nicht die breiten Massen doch das smarte Wohnen könnte von hoher Bedeutung für den einzelnen in der Zukunft sein.

Inwiefern wirkt sich diese technologische Entwicklung auf die Mediennutzung aus?

Dem Menschen wird so einiges erleichtert, jedoch gewinnen Smartphone und Co. an Bedeutung im Alltag. Alles wird digitalisiert, ein neues Zeitalter von Fortschritt bricht an. Doch bedeutet dies, dass Printmedien auf dem absteigenden Ast stehen? Dass die Auflagen der Zeitungen von Jahr zu Jahr sinken ist kein Geheimnis mehr, doch die Umgestaltung des Heimes könnte möglicherweise massiv dazu beitragen, dass sich der Umgang mit Medien radikal verändert. Die Sonntagszeitung wird nicht mehr beim Bäcker um die Ecke gekauft, sondern wird digitalisiert an die Wand projiziert oder erstrahlt möglicherweise als Hologramm. Jedoch wird eines feststehen, Medien egal in welcher Form werden bestehen bleiben, denn sie haben einen sehr wichtigen Platz in unserem Leben eingenommen. Was wären Politiker ohne legendäre Fernseh-Interviews oder Promis ohne Boulevardpresse. Um es nach Luhmann zu sagen, die Teilsysteme sind aufeinander angewiesen. Die Politik braucht die Medien und die Medien die Politik. Diese wechselseitige Abhängigkeit kann nicht verhindert werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Fortschritt unaufhaltsam ist, jedoch bestimmte Systeme wie die Medien bestehen bleiben. Auch wenn äußerliche Veränderungen vorgenommen werden, die nicht unbedingt kontraproduktiv sein müssen, bleibt der Kern der Kommunikation, Unterhaltung etc. in den Medien bestehen.

Schlagwörter: , , , , , , ,

Polen verabschiedet umstrittenes Mediengesetz

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, Nachrichten1 Kommentar »

Ein Kampf um die Meinungsvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Medien und die Zukunft der kommerziellen Medien

Seit der Parlamentswahl im Oktober 2015 verfügt die  nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (“PiS”) über die absolute Mehrheit im Warschauer Parlament und verabschiedet seitdem im Eiltempo eine Reihe umstrittener Gesetze, die den polnischen Staat reformieren sollen.

Die neue nationalkonservative Regierung Polens: Ministerpräsidentin Beata Szydlo,  PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski und sein Vize Ryszard Terlecki    © dpa

Mitte Dezember wurde zunächst das alte Verfassungsgericht als Hüterin der Demokratie entmachtet. Die Arbeit der Verfassungshüter wird damit neu geregelt und erheblich erschwert. Die Regierung bestimmte bereits fünf neue Verfassungsrichter und löste damit eine Welle der Kritik von Opposition,  Medien und ausländischen Politikern aus.

Zum Jahreswechsel wurde im Eilverfahren ein neues Mediengesetz verabschiedet, dass die Säuberung der öffentlich-rechtlichen Medien und des Beamtenapparats erleichtern soll. So wird es der rechtskonservativen Regierung nun möglich sein, Direktoren der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender zu berufen, die Zahl der Kontrollratsmitglieder der Stationen zu begrenzen und die Mandate der derzeitigen Amtsträger zu beenden.

Außenminister Waszczykowski: „Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann.” © REUTERS

„Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann“,  sagte Polens Außenminister Witold Waszczykowski der “Bild“-Zeitung. Bei den Medien sei unter der Vorgänger-Regierung ein bestimmtes linkes Politik-Konzept verfolgt worden. „Als müsse sich die Welt nach marxistischem Vorbild automatisch in nur eine Richtung bewegen – zu einem neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energie setzen und gegen jede Form der Religion kämpfen.” Das habe mit traditionellen polnischen Werten nichts zu tun, so Waszcykowski.

Kurz nach Verabschiedung des Gesetzes folgte eine Rücktrittswelle im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Direktoren von vier Programmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP reichten ihren Rücktritt ein. Damit wollten sie offenbar ihrer Entlassung zuvorkommen, die sie durch das neue Mediengesetz befürchteten.

Nicht nur internationale Journalisten- und Medienorganisationen hatten das Gesetz scharf kritisiert. Auch EU-Kommissar Günther Oettinger sieht in Polens neuem Mediengesetz Gefahren für die Pressefreiheit.

Günther Oettinger: „Ein Intendant darf nicht ohne Angabe von Gründen entlassen werden. Das wäre Willkür.“ © dpa

Eine EU-Kommission beschäftigt sich am 13.Januar bei ihrer 1. Sitzung im neuen Jahr über die Lage in Polen. Sie sieht durch die Eingriffsmöglichkeiten der Regierung die Unabhängigkeit der Medien bedroht. Die geplante Beratung ist die Vorstufe zu einem  Prüfverfahren, das die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit durch die Mitgliedstaaten überwachen soll.

„Es spricht viel dafür, dass wir jetzt den Rechtsstaatsmechanismus aktivieren und Warschau unter Aufsicht stellen“, sagte der für Medienpolitik zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Der Rechtsstaatsmechanismus der EU wurde 2014 eingeführt und sieht einen verstärkten Dialog mit einem Mitgliedsland vor, wenn die EU-Kommission Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit befürchtet. Wenn das Mitglied nicht auf Änderungswünsche der Kommission reagiert, droht ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen europäische Grundwerte. Bei „schwerwiegender und anhaltender Verletzung“ der im EU-Vertrag verankerten Werte kann in letzter Konsequenz das Stimmrecht des Landes bei Ministerräten und EU-Gipfeln entzogen werden. Weil diese Sanktion so hart ist, kam sie bislang nicht zum Einsatz. Diplomaten sprechen von einer „Atombombe“.

Tagesschau vom 03.01.2016 20:15 Uhr: EU Kommission droht Polen wegen Mediengesetz mit Aufsicht

 

Quellen:

http://www.tagesschau.de/thema/mediengesetz/

http://www.welt.de/politik/article150505395/Parlament-verabschiedet-umstrittenes-Mediengesetz.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/polen-das-mediengesetz-und-die-eu-polens-aussenminister-gegen-welt-aus-radfahrern-und-vegetariern/12784944.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/protest-gegen-mediengesetz-ruecktrittswelle-im-polnischen-rundfunk/12783122.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article150570603/Ist-Polen-fuer-euch-nur-Lieferant-billiger-Arbeiter.html

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Pixelinfo: Was macht eigentlich der Teletext?

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel1 Kommentar »

videotext-ard

Die Optik ist blockig und nach heutigen Maßstäben eher unattraktiv. Dennoch hat der Teletext die digitale Revolution überstanden und ist auch heute noch fester Bestandteil des deutschen Informationsangebotes und ein nicht zu unterschätzendes Massenmedium. Vor genau 35 Jahren, am 1. Juni 1980, starteten in Deutschland ARD und ZDF einen zehn Jahre währenden Teletext-Testbetrieb mit zunächst rund 70.000 Rundfunkteilnehmern. Während der Service in Großbritannien, dem Land, in dem der Teletext erfunden wurde, bereits seit fünf Jahren vollständig verschwunden ist, erfreut sich der Dienst sowohl bei den Fernsehzuschauern als auch bei den „Machern“ nach wie vor großer Beliebtheit.

Heute ist jeder Fernsehbesitzer in der Lage, Videotext zu empfangen. Geschah die Übertragung zu analogen Zeiten durch die Ausnutzung einer sogenannten „Austastlücke“ (Was ist das?) des Fernsehsignals, so wird der Service im digitalen Zeitalter ganz profan mit dem Audio- und Videostream mitgeliefert. An der optischen Aufbereitung hat sich dabei kaum etwas verändert; allein daran gemessen hätte der Teletext bereits eingestellt werden müssen.

Hohe Zugriffszahlen bei ARD und ZDF

SevenOne_TagesreichweiteEine von der GfK durchgeführte Studie ergab, dass im Jahr 2013 rund 44 Millionen verschiedene Besucher den ARD-Teletext in Anspruch genommen haben, 2014 nutzten täglich rund vier Millionen Zuschauer den Dienst.  An Spitzentagen, beispielsweise bei besonderen Ereignissen wie der Fußball-
Weltmeisterschaft, werden Zugriffszahlen jenseits der acht Millionen Grenze erreicht. Unter den Top-Drei Bereichen rangieren dabei die Nachrichten, Sportinformationen sowie das Fernsehprogramm. Insgesamt 18 zumeist freie Redakteure liefern den benötigten Content, aktuelle Themen stammen in der Regel von der Redaktion von tageschau.de. Die Kosten hierfür sind vergleichsweise gering: Nach Angaben des Senders müssen für das Angebot pro Jahr lediglich 1,7 Millionen Euro aufgewendet werden. Werbung ist bei den öffentlich-rechtlichen Teletexten jedoch tabu; private Sender hingegen
dürfen das redaktionelle Angebot querfinanzieren, was sie mit Angeboten beispielsweise aus dem Esoterik- oder Erotikbereich auch tun.

Teletwittern

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) hat für die Sender der SevenOne-Mediagruppe kontinuierlich sinkende Nutzerzahlen ermittelt. So sank bei Sat1 der Wert von über drei Millionen im Januar 2014 auf knapp zwei Millionen im September 2015. Offenbar sind die Öffentlich-Rechtlichen eher in der Lage, Fernsehzuschauer zur Nutzung des Teletext-Angebotes zu bewegen als die privaten Sendeanstalten. Das mag damit zusammenhängen, dass ARD und ZDF zum einen via Teletext Untertitel anbieten und neue interkative Kommunikationskanäle wie „Teletwitter“ (Was ist das?) vital in seinem Programm einsetzen. Ein großer Vorteil ist zudem die Aufbereitung im Sinne eines Kurznachrichtendienstes. Auf den Startseiten (einheitlich Tafel 100) werden bei allen Anbietern aktuelle Nachrichten mit Angabe der entsprechenden Tafeln sowie aktuell laufende sowie bald beginnende Sendungen angezeigt.

Pixelkunst

ZombieMitunter kann der Teletext zweckentfremdet werden, wenn die Pixel – richtig kombiniert – Kunst ergeben. So zum Beispiel bei einem Projekt der ARD „Der Reiz der Reduktion“. User können auf der Projektseite eigene Bilder hochladen, diese „verteletexten“ lassen und anschließend in den sozialen Medien teilen.

 

 

Auch wenn die Entwicklung auf tendenziell weiter abnehmende Nutzerzahlen zumindest für den kommerziellen Sektor hindeutet – bedingt vermutlich auch durch die Verbreitung von Smart-TV-Geräten, wird der Teletext in Deutschland in absehbarer Zeit nicht vom Bildschirm verschwinden. Er erfreut sich vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern großer Beliebtheit, er dient neben dem Smartphone oder Tablet der schnellen Informationsbeschaffung „on the fly“.

 

Bildquellen:
Pixelkunst: www.daserste.de/specials/ueber-uns/ard-text-teletext-art-festival-2013-120.html
Videotext-Logo: photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2010/05/videotext-ard.jpg

Sonstige Quellen:
www.daserste.de/specials/service/ard-text-35-geburtstag-infos-100.html
www.daserste.de/specials/ueber-uns/ard-text-110.html
www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/kultige-tv-funktion-warum-der-videotext-nicht-totzukriegen-ist/10358120-all.html
http://www.daserste.de/specials/service/ard-text-35-geburtstag-zahlen-100.html
https://www.sevenonemedia.de/c/document_library/get_file?uuid=a44cf50f-d110-48d6-a6be-4688bc8316a7&groupId=10143

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO