Archiv der Kategorie: Zukunft des Internet

Langeweile im Hörsaal? Zum Glück gibt es Jodel!

Die neue App „Jodel“ ist grade mehr als angesagt an deutschen Unis. Bento nennt es „Die Hype-App an deutschen Unis“ und sogar Spiegel Online und stern berichteten jüngst über das neue Phänomen. Doch was steckt dahinter?

Das Konzept ist simpel: Nutzer posten, was ihnen gerade so durch den Kopf geht – und das völlig anonym. Eine Registration ist nicht notwendig. Doch das spielt sich – soweit das im Internet noch möglich ist – weitestgehend auf lokaler Ebene ab. Die Posts sind nur in einem Umkreis von zehn Kilometern sichtbar. Diese sogenannten „Jodel“ können dann von anderen „Jodlern“ kommentiert oder „up-1908001_1635670326648506_4522180799475124659_n“ beziehungsweise „down-gevotet“ werden. Besonders beliebte Jodel werden zudem auch auf Facebook oder Instagram gepostet. Das reicht von lustigen Sprüchen, über Verabredungen an öffentlichen Plätzen in der Nähe bis hin zu vollkommen sinnlosen Ergüssen.

Für Jodel-Entwickler Alessio Borgmeyer ist die für die Nutzer garantierte Anonymität der Schlüssel zum Erfolg der jungen App. „Die Nutzer können authentischer sein bei Jodel. Man muss nicht mehr darauf achten, was man sagt“, erklärt der 24-Jährige im Interview mit dem Spiegel. Oftmals wird seine App als 12038641_1664340517114820_541827127130300438_oPlattform für Trash-Talk beschrieben. Vor allem der Vergleich, dass Jodel wie die Klowand ist, auf der jeder mithilfe eines Stifts seinen Gedanken freien Lauf lässt, nervt den Wahlberliner. Doch laut der Nutzer ist es mehr als das. Viele sprechen schon von einer „Jodel-Sucht“.

 

Und diese weitet sich nicht nur in Deutschland aus, wo die App bis jetzt knapp 800.000 mal heruntergeladen wurde. Auch in Schweden, Österreich, Schweiz, Spanien, Finnland und Norwegen erfreut sich Jodel immer größerer Beliebtheit. Doch leider gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. So musste eine Universität im schwedischen Lund vor gut einem Monat wegen einer Amoklaufdrohung auf Jodel geschlossen bleiben.

„Einige von euch sind okay. Geht daher morgen nicht auf die Universität, wenn ihr in Lund seid. Checkt die Nachrichten morgen Früh. Bis dann“, heißt es in dem Jodel.

In einem Interview mit dem stern äußert sich Geschäftsführer Borgmeyer wie folgt dazu:

„Jodel basiert auf einer Nutzer-zu-Nutzer-Anonymität, und wir selbst haben sehr wenig Informationen über den Nutzer. Aber wenn es einen richterlichen Beschluss bei dringendem Tatverdacht gibt, arbeiten wir mit den Behörden zusammen.“

So birgt die Anonymität auf Jodel auch einige Gefahren. User können, um dem entgegenzuwirken, anstößige Jodel melden. Außerdem wird ein Jodel gelöscht, sobald er fünf „Down-Votes“ hat. Kritiker bemängeln, dass Jodel Cybermobbing und auch sexuelle Belästigung im Netz erleichtert, da sich viele Nutzer hinter ihrer Anonymität sicher fühlen. Das führte in Göttingen sogar so weit, dass die Universität Göttingen Strafanzeige gegen Unbekannt stellte, da auf Jodel mehrfach sexuell belästigende und anstößige Jodel über eine Dozentin gepostet wurden.

Trotz alledem sieht sich die Jodel-Community als friedliche Community. Solche Posts sieht man selten und wenn sie auftauchen, werden sie meist umgehend gelöscht, da sich die Community aktiv daran beteiligt. So dient die in Aachen entwickelte App vielen Studierenden als spaßiger Zeitvertreib in Vorlesungen und zur Kontaktaufnahme mit Studierenden in ihrer Nähe. Sollten sich allerdings Fälle wie in Göttingen oder Lund in Zukunft häufen, muss sich etwas ändern.

Bildquellen: Facebookseite Jodel

Schleichwerbung auf YouTube – Ist jetzt Schluss damit?

Knapp 60% Marktanteil unter den Videoplattformen, knapp 70% der Jugendliche im Alter von 14-29 Jahre nutzen die Plattform regelmäßig, die beliebteste Social-Media-Plattform deutlich vor Facebook, 300 Stunden neues Videomaterial pro Minute und über 4 Milliarden Videoaufrufe pro Tag weltweit. Das alles ist YouTube. Die Videoplattform Nummer 1, die mittlerweile in der jugendlichen Zielgruppe (12-19 Jahre) dem klassischen Fernsehen den Rang abgelaufen hat. So nannten bei einer Studie nur noch 84% Fernsehen als Zeitvertreib, wobei YouTube von 93% der Befragten Jugendlichen eine Freizeitbeschäftigung ist.

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Mittlerweile nutzen knapp 50% der User die Angebote von Youtube mobil.

Klar, dass das Phänomen YouTube und seine Reichweite bei Unternehmen und vor allen Dingen bei Werbetreibenden nicht unbemerkt bleibt und das riesige Potenzial erkannt wird und genutzt werden will. Was YouTube über die Marktmacht und Reichweite hinaus überaus interessant für Werbung macht, ist die persönliche, gar freundschaftliche Bindung, die viele Fans zu ihren Idolen spüren und die auch so von den YouTubern nach außen hin vermittelt wird. Dadurch wurden Produktplatzierung immer wieder als eine ungekennzeichnete, persönliche Empfehlung von den YouTubern an ihre Fans dargestellt. Dadurch ist es vor allen Dingen für die leichtgläubigen, jungen Fans extrem schwierig nachzuvollziehen, was man davon ernst nehmen kann und was in Wirklichkeit nur bezahlte Werbung ist.

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Phil und TC von Y-Titty halten das damals neue Galaxy S4 in die Kamera, ohne irgendeine Kennzeichnung. Schleichwerbung?

Bekannt sind natürlich nur wenige Fälle von ungekennzeichneten Produktplatzierungen, man würde sich freilich ein Eigentor schießen, sollte man dies öffentlich zugeben. Verdachtsmomente gibt es aber zu genüge und auch heute auch noch immer wieder. So stehen die überaus beliebten „Haul-Videos„, in denen meistens weibliche YouTuber ihre neuesten Errungenschaften aus angesagten Geschäften, wie DM oder H&M, präsentieren und in die Kamera halten, unter Verdacht eigentlich nur Marketingmaßnahme zu sein. Darüber hinaus gibt es auch klassischere, versteckte Produktplatzierung wie man sie aus dem Fernsehen oder Kino kennt. So trank das Comedy-Trio Y-Titty in ihren Videos immer wieder Coca-Cola und präsentierte in ihren Musikvideos ein Samsung-Handy. Bei knapp 3,2 Millionen Abonnenten über die der Kanal verfügt, sicherlich kein Zufall.

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Ein klassischer DM-Haul der YouTuberin DagiBee. Darin präsensiert aktuelle Produkte der Firma DM, angeblich aus eigenem Antrieb.

So setzt auf YouTube eine zunehmende Kommerzialisierung des Contents ein, immer mehr der Videos sind gesponsert oder gar reine Werbevideos. Vom eigentlichen und ursprünglichen Kredo „Broadcast Yourself“ ist immer weniger zu sehen. Dass diese Werbevideos oftmals nicht als solche gekennzeichnet sind, beschäftigt die Medienanstalten schon länger. Bislang bewegten sich allerdings sowohl die Content-Producer, als auch die Werbetreibenden in einer Grauzone, da es noch keine eindeutigen Regelungen für den Bereich Social-Media, also auch nicht für YouTube, gab. Nun allerdings gaben die Medienanstalten in einem FAQ klare Rahmenbedingungen heraus, wie sie schon bei Film, Radio und Fernsehen längst existierten und gelten.

Darin werden alle wichtigen Fragen zur korrekten Kennzeichnung von verschiedenen Sachverhalten erklärt und vor allen Dingen auch die Konsequenz eines Imageschadens und Glaubwürdigkeitsverlusts für YouTuber bei Nichtbeachtung aufgezeigt. Wirklich neu sind die Regelungen allerdings nicht, denn auch auf YouTube gilt, wie überall: „Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).“Unbenannt

Wer dies in der Vergangenheit nicht richtig getan hat, Stichwort Y-Titty, hatte allerdings keine Strafen oder Sanktionen zu fürchten. Inwiefern sich das jetzt ändern wird und überhaupt kann, in Anbetracht der riesigen Mengen an Content, die täglich hochgeladen werden, bleibt weiterhin völlig offen und spannend.

Verlust der Selbstbestimmung in digitaler Gegenwart?

Ein Status – Upgrade in Facebook ist schnell geschrieben, inklusive der Einstellung, für welche dieser Eintrag sichtbar sein darf: nur für Freunde in der Kontaktliste oder für jeden innerhalb bzw außerhalb von Facebook. So glaubt man, mit all den Privatsphären Vorkehrungen seine Daten sicher und geschützt der Außenwelt vorzuenthalten und eben wirklich nur die Personen in seiner Freundschaftsliste all die angegeben Information über einen selbst mitzuteilen.

Dieser Statuspost wird unmittelbar in das große Facebook – Datenzentrum im schwedischen Lulea gesendet. Dort gilt natürlich der europäische Datenschutz. Doch Facebook umgeht diesen Datenschutz und spielt zudem die Nutzerdaten an einen anderen Server außerhalb der EU zu. Somit sind keine Grenzen über die Nutzung unsere Daten gegeben. Bereits längst gelöschte Fotos oder Chatverläufe können weiterhin auf irgendwelchen Servern gespeichert sein und möglicherweise an Dritte weitergegeben werden.

Der Politiker Jan Philipp Albrecht der Grünen – Fraktion kämpft mit seinem Team in Brüssel als Abgeordneter im Europäischen Parlaments um das wichtigste Gesetz im 21. Jahrhundert – dem Schutz unserer Daten. Dazu erschien nun am 12. November die Dokumentation „Democracy – Im Rausch der Daten“ in den Kinos.

In der aktuellen Neon Ausgabe # 12  spricht er über seine Mission und erklärt seine Ziele im Datenschutz. Bereits seit vier Jahren arbeitet er mit einem Team an der Neuordnung des europäischen Datenschutzrechtes in Brüssel und verlangt darin beispielsweise höhere Bußgelder bzw. härtere Sanktionen bei Verstößen. Unter anderem setzt er sich für stärkere Verbraucherrechte und eine Datenschutzverbindlichkeit für ganz Europa ein.

Des Weiteren wünscht er sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie Datenschutzerklärungen einfacher formuliert für den privat Nutzer. Beispielsweise mit Symbolen, was wirklich mit den Nutzerdaten passiert und in welches Land diese weitergeleitet werden. Denn niemand, selbst wenn er diesen kleinen Hacken betätigt, liest wirklich die langen, verwirrenden und komplizierten Datenschutzerklärungen.

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Es ist allgegenwärtig und wir sollten nicht blind darüber hinweg sehen, wie wenig Schutz unseren Daten im Internet geboten wird. Natürlich kann man sagen, dass wer Überwachung der Daten befürchtet, das Internet vermeiden solle,  so wie es einige Politiker nach der Snowden – Enthüllung geäußert haben. Doch die Präsenz des Internets ist in unserer heutigen Zeit zu stark. Folglich darf die Politik dieses Problem nicht einfach ignorieren.  Zumal unseren Daten einem ähnlichen Wert wie Öl zugesprochen werden und dieser Wert starke Gesetze zum Schutz benötigt.

Ist es nicht unser gutes Recht zu erfahren, was mit unseren Daten, mit unserem Eigentum, passiert? In wessen Hände es gerät und wer es wie weiterverwendet? Die Unternehmen entziehen sich der Pflicht zur Beantwortung dieser Fragen ganz klar und lassen uns im Ungewissen.

Dittmann-vpk-Datenschutz
http://www.w-t-w.org/de/switzerland-postfinance-will-kundendaten-verkaufen/dittmann-vpk-datenschutz/

Würden wir einen bereits geöffneten Brief von der Post erhalten, wäre unser Ärger groß. Wieso also bleibt gerade dieser Ärger so klein und still gegenüber dem Internet, in welchem alles trotz eigener Datensparsamkeit einem offenem Tagebuch gleicht? Die Ignoranz darüber fällt uns leicht, schließlich spüren wir die Kontrolle und Beobachtung nicht direkt. Gleichzeitig reden wir uns eventuell ein, alles würde zu unserem Schutz vor Terror passieren. Doch es ist ein Eingriff in unsere Grundrechte, es werden immerhin nicht nur Verdächtige überwacht, sondern ebenso auch normale Menschen wie du und ich, ohne besonderen Sicherheitsgrund. Die Selbstbestimmung, was mit unserem Eigentum passiert, ist im Netz nicht vorhanden.

 

Welch Ironie, dass in einer Welt, in welcher Sicherheit einen enorm hohen Stellenwert hat und sich fast alles darum dreht, wir die Sicherheit unserer digitalen Privatsphäre selbst schützen müssen.
Hoffentlich gewinnt  Jan Philipp Albrecht den Kampf um den Schutz unserer digitalen Daten.

Dokumentation „The Thread“ – Eine Online-Community auf der Jagd nach den Attentätern des Boston Marathon

Als am 15. April 2013 auf der Zielgeraden des Boston-Marathons zwei Sprengsätze explodierten, kamen dabei drei Menschen ums Leben und 264 weitere wurden verletzt.

Is this the Boston Bomber?Die Dokumentation von Greg Barker („Manhunt“) rekonstruiert die Suche nach den Attentätern des Boston Marathon innerhalb der Online-Plattform „Reddit“ und thematisiert dabei auch den Konflikt zwischen traditionellen und neuen Medien. Stellt „Crowdsourcing“ eine Gefahr für den investigativen Journalismus dar?

Das Interesse an diesem Event war groß. Neben zahlreichen Reportern, die live berichteten, fotografierten und filmten vor allem tausende Zuschauer und Teilnehmer mit ihren Smartphones das Geschehen rund um den Boston Marathon. Damit gehört das Attentat zu den, am besten dokumentierten Terroranschlägen unserer Zeit.

Die Suche nach den Bombenlegern hielt die gesamten USA in Atem und entfachte natürlich einen erbitterten Kampf der Medien um die Nachrichtenhoheit. Ob Kabelsender, Online-Dienste oder Networks- alle versuchten sich als beste Informationsquelle zu profilieren. Überraschenderweise sorgte vor allem die Social-News-Plattform „Reddit“ für Furore. Deren Community teilte direkt nach dem Attentat zahlreiche Bild-und Videoaufnahmen miteinander und kommunizierte in unzähligen „Subreddits“ (Unterforen) über das Ereignis.

Reddit AnalyseIm Thread „FindBostonBombers“ kam es in den darauffolgenden Tagen zu einer perfiden Suche nach den möglichen Attentätern. Bild- und Videomaterial wurde gesichtet, analysiert und diskutiert. Wilde Spekulationen und Anschuldigungen führten schlussendlich dazu, dass mehrere Unschuldige in den Fokus der Medien und der Polizei gerieten.

Am 19. April 2013 schaffte es die Polizei schlussendlich die offiziellen Täter Tamerlan und Dschochar Zarnajew zu stellen. Im heftigen Schusswechsel wurde  Tamerlan Z. dabei tödlich verwundet. Sein Bruder Dschochar Z. konnte flüchten, wurde aber noch am selben Tag von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Die Amateuraufnahmen seiner spektakulären Verhaftung, die mitten in der Gemeinde Watertown, vor den Augen zahlreicher Anwohner stattfand, verbreiteten sich ebenfalls rasant in den sozialen Medien. –>DRAMATIC VIDEO: Intense Gunfight Between Police and Bombing Suspect

„The Thread“ zeigt, wie sich die Medienlandschaft durch Fortschritte in der Technologie und der weit verbreiteten Nutzung von Social Media verwandelt hat. Berichte aus erster Hand und Nachrichten mit einer beispiellosen Geschwindigkeit zu sammeln und zu publizieren ist schon lange nicht mehr, ein Privileg das nur professionellen Journalisten zuteilwird. Die klassischen Rollen des Produzenten und des Konsumenten verschwimmen immer mehr. Wie der Fall „Reddit“ und sein „FindBostonBombers“-Thread zeigt, ist die Eigendynamik solcher Dialoge im Web 2.0 kaum zu steuern. Durch die schneeballartige Verbreitung in Communities und dem Verlinken in Foren oder Blogs wird die Verbreitung von Gerüchten im Netz erleichtert. Weblogs dienen dem Meinungsaustausch und verhelfen durch die Anonymität des Internets zu einer neuen Qualität des Gerüchtestreuens. Aufgrund der Tatsache, dass jeder User zugleich Rezipient und Autor sein kann und Aussagen sowohl wahr als auch falsch sein können, kann der Inhalt ungeprüft auf Relevanz und Wahrhaftigkeit im Netz veröffentlicht werden.

Die 60-minütige Dokumentation glänzt besonders durch die zahlreichen Interviews mit Journalisten und Bossen der globalen Mediengiganten, wie auch den Social Media-Nutzern, die sich auf die Jagd nach den Boston-Marathon-Bombern gemacht haben.

Die Dokumentation ist u.A. auf Netflix & iTunes verfügbar.


Quellen:

„The Thread“, Courtesy of Greg Barker and Content Television

http://insider.foxnews.com/2013/04/20/dramatic-video-neighbor-captures-intense-police-gunfight-bombing-suspect-dzhokhar

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3035378/It-beast-Moderator-Reddit-s-Boston-Bombers-thread-tells-millions-users-descended-subreddit-days-attack-identified-wrong-suspect.html

Raus aus den Zwängen

Der Bundestag beschließt diese Woche das Gesetz gegen den Routerzwang

Irgendwo in der Wohnung blinkt es immer, meistens grün im Arbeitszimmer oder im Keller. Unser Zugang zum Internet ist derzeit durch einen vom Anbieter vorgeschriebenen Router gesichert.

Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, soll sich dies nun am heutigen Tage ändern. Die schwarz-rot geführte Koalition setzt hiermit eine weitere Vereinbarung aus ihrem Koalitionsvertrag um: „Nutzerinnen und Nutzern müssen die freie Auswahl an Routern behalten. Daher lehnen wir den Routenzwang ab“.

Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten“ , so lautet der sperrige Name des Gesetzes, welches den Internetnutzern in Zukunft mehr Freiheit bieten soll. Besonders Verbraucherschützer erhoffen sich hierdurch einen größeren Wettbewerb, wovon die Nutzer profitieren sollen. Sie werfen den Internetanbieter ebenfalls vor, dass die Provider oftmals billige und unsichere Geräte liefern. Ebenfalls könnte auf „freien“ Routern Software installiert werden, wie zum Beispiel um „Freifunk“   anzubieten.

Doch wieso ist das bisher nicht der Fall?

Nach jetziger Rechtssprechung ist der Netzabschlusspunkt als Endgerät definiert. Das bedeutet, dass der Anbieter auch für den Router zuständig ist und Teil seines Netzes darstellt.

Mit der Änderung des Gesetztes wird die Anschlussdose in der Wand als neuer Netzabschlusspunkt definiert. Der Router gehört dann nicht mehr dazu.

Federführend für dieses Gesetz war das Bundeswirtschaftsministerium. Bereits Februar 2015 arbeitete dieses einen entsprechenden Entwurf aus. In der heutigen zweiten und dritten Lesung im Bundestag werden keine Änderungsanträge erwartet. Somit kann das Gesetz spätestens Ende Februar 2016 in Kraft treten. (Quelle: http://www.heise.de/netze/meldung/Routerzwang-So-geht-es-weiter-mit-dem-Gesetz-zur-freien-Routerwahl-2834230.html)

Überwachung 2.0 – Die neuen Nutzungsbedingungen von Facebook

Ab dem 30. Januar 2015 treten mit dem Einloggen automatisch die neuen Nutzungsbedingungen von Facebook in Kraft. Die Änderungen der Nutzungsbedingen und Datenrechtlinien von Facebook, die eigentlich bereits am 01. Januar eingeführt werden sollten, sind diesen Monat heftig von Politikern und Datenschützern diskutiert worden.

Als Probleme beim Datenschutz sehen Experten vor allem, dass Facebook es sich nun vorbehält, sämtliche Informationen über das Surfverhalten der Nutzer außerhalb von Facebook zu sammeln und zu kommerziellen Zwecken zu nutzen. Diesen soll zwar ein besserer Überblick über ihre gesammelten Daten geboten werden, doch müssen die Nutzer hierfür selbst aktiv werden und erst einmal herausfinden, wie sie das alles einsehen können. Nun soll zum einen die ohnehin schon penetrante „personalisierte Werbung“ auf der Startseite von Facebook zunehmen, zum anderen wird aber auch die Standortbestimmung verbessert. Durch die Auswertung der GPS-Daten von Smartphones soll es möglich sein, passgenaue Vorschläge blitzschnell an das Handy des Users zu schicken. Läuft er zum Beispiel an einem Fast-Food-Restaurant vorbei, kann Facebook ihm genau in diesem Moment Gutscheine für das betreffende Restaurant anzeigen. Außerdem soll es zukünftig einen „Kauf-Button“ direkt im sozialen Netzwerk geben. Surfen auf anderen Shopping-Seiten würde so fast schon unnötig.

Die Problematik hierbei ist nun, dass Facebook keine Erklärung dazu abgeben kann oder will, was genau mit diesen gesammelten Daten geschehen wird und inwiefern Dritte darauf Zugriff haben werden. Dazu kommt, dass Facebook mittlerweile auch das Foto-Netzwerk Instagram und den Instant-Messenger Dienst Whatsapp besitzt. Experten sorgen sich in diesem Zusammenhang um den möglichen Datenaustausch zwischen diesen Diensten, der nun möglich zu sein scheint.

Fakt ist, dass der User in Zukunft noch enger an das soziale Netzwerk Facebook gebunden wird und Facebook gleichzeitig eine noch größere und wichtigere Rolle in der gesamten Online-Welt spielen wird. Um Teil von dieser Welt zu sein, muss der Nutzer die Bedingungen wohl oder übel hinnehmen. Ein Widerspruch der Bedingungen ist nicht möglich, es scheint lediglich die Möglichkeit zu geben, das GPS an seinem Smartphone auszuschalten oder der App Facebook den Zugriff darauf zu verweigern. Des weiteren existiert eine Website (http://www.youronlinechoices.com/de/), auf der man der „nutzungsbasierten Online-Werbung“ von Facebook zwar widersprechen können soll, keineswegs aber den Nutzungsbedingungen an sich. Das heißt, die Daten werden so oder so gesammelt.

Um dieser Überwachung zu entgehen, bleibt nur der Austritt aus dem Netzwerk, und für die meisten Nutzer scheint dies keine Alternative zu sein. Dafür besitzt die Nutzung von Facebook schon eine zu große Wichtigkeit in ihrem Leben.

Eine Info-Website zeigt "Maßnahmen zum Schutz deiner Privatsphäre auf Facebook".

Quellen:

http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/das-friss-oder-stirb-prinzip-facebook-aendert-nutzungsbedingungen-ab-dem-30-januar-44f56-51ca-16-2192696.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ab-30-Januar-Trotz-Kritik-will-Facebook-neue-Nutzungsbedingungen-einfuehren-2533171.html

http://www.sueddeutsche.de/digital/neue-nutzungsbedingungen-was-facebook-nutzer-jetzt-wissen-muessen-1.2324575

Grafik:

http://1.f.ix.de/imgs/18/1/4/2/4/2/5/2/privacy_basic-e592569b905771ce.png

 

Ecosia – Die Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Endlich eine Google-Alternative: Ecosia.org startet "Suchmaschine die Bäume pflanzt" / Die grüne Suchmaschine will innerhalb eines Jahres eine Million Bäume pflanzen

Seit 2009 existiert die Suchmaschine, die Bäume pflanzt. Wie bei anderen Suchmaschinen auch, werden neben den Suchergebnissen auch Werbeanzeigen geschaltet. Doch anders als die herkömmlichen Suchmaschinen, spendet Ecosia mindestens 80% ihrer Einnahmen an Regenwaldprojekte z.B. von WWF.

Die aktuell 2.201.166 aktiven Benutzer haben bereits dabei geholfen 1.115.648 Bäume zu pflanzen. Jeder dieser Nutzer kann auf der Startseite von Ecosia nachvollziehen bei wie vielen Baumpflanzungen er schon mitgeholfen hat. Wenn man überlegt, wie oft jeder von uns tagtäglich etwas bei Google eingibt, staunt man, wie viele Bäume man schon hätte pflanzen können.

Mit einer neuen und verbesserten Version, die 2013 erschien, ist Ecosia zur echten Alternative zu Google, Bing und co. geworden, denn die Qualität der Suchanfragen soll ebenso gut sein, wie die anderer Suchmaschinen. Weiterhin gibt es auch eine Smartphone-app, mit der man die Suchmaschine auch bequem und mobil nutzen kann. Als Browsererweiterung für Firefox oder Chrome kann man Ecosia ganz bequem als Standardsuchmaschine festlegen.

Bewundernswert ist auch die Transparenz der Suchmaschine. Sie veröffentlichen jegliche Einnahmen, z.B. dass sie 0,5 Cent pro Suchanfrage verdienen und wie viel es kostet einen Baum im Regenwald zu pflanzen. Während der letzten 6 Jahre hat Ecosia bereits mehrere Regenwaldschutzorganisationen unterstützt und jedesmal genaue Summen veröffentlicht, die an die jeweilige Organisation gespendet wurde. Ebenso werden Spendennachweise veröffentlicht. Es besteht also kein Zweifel, dass das Geld auch wirklich bei den Organisationen ankommt.

Es bestehen also keine Nachteile gegenüber bereits etablierten Suchmaschinen, die einen Grund darstellen Ecosia nicht zu verwenden. Mit ein paar Mausklicks ist Ecosia die Standardsuchmaschine und kann wie jede Andere genutzt werden.

Wenn Ecosia also noch mehr Nutzer gewinnen kann, wird die Suchmaschine einen erheblichen Beitrag leisten um unseren Planeten zu retten.

Quellen:

Bild: obs/ecosia.org

https://www.ecosia.org/what

http://www.presseportal.de/pm/110661/2544183/endlich-eine-google-alternative-ecosia-org-startet-suchmaschine-die-b-ume-pflanzt-die-gr-ne

http://www.ecosiawatch.org/das-ecosia-regenwaldprojekt.html

„Das Internet wird verschwinden.“

Auf dem diesjährig zum 45. Mal stattfindenden Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz machte der Google-Vorstandsvorsitzende Erik Schmidt eine Aufsehen erregende Behauptung in Bezug auf seine Vorstellung vom zukünftigen Internet: „I will answer very simply that the Internet will disappear.“

Gemeint ist mit dieser Aussage nicht, dass das Internet bald nicht mehr existieren wird (was wohl in unserer Gesellschaft auch nicht mehr vorstellbar ist), sondern im Gegenteil: „Das Internet wird verschwinden. – Weil es überall sein wird.“ Es wird nicht mehr „da“ sein, weil es so selbstverständlich werden wird, dass wir es nicht mehr bemerken, bzw. als gesondert ansehen. Gerade durch das kommende Web 3.0, das “Internet of Things”, das all unsere Geräte miteinander vernetzt, wird die eigentliche Interaktion mit dem Internet von unseren alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr zu unterscheiden sein. Laut Schmidt wird es keine Barriere zwischen Online- und Offline-Sein mehr geben; das Internet wird zu einem Teil unserer eigenen Präsenz werden.

“There will be so many IP addresses, so many devices, sensors, things that you are wearing, things that you are interacting with that you won’t even sense it.
It will be part of your presence all the time. Imagine you walk into a room, and the room is dynamic. And with your permission and all of that, you are interacting with the things going on in the room.”

Seine Vorhersagen fanden im Zuge der Diskussion „The Future of Digital Economy“ statt, an der auch weitere hochrangige Personen der IT-Branche teilnahmen:
Neben Erik Schmidt beteiligten sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella, Vodafone-CEO Vittorio Colao und Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Gespräch.
Letztere unterstützte Schmidt in seiner optimistischen Sicht und fügte hinzu: „Leute, die früher keine Stimme hatten, können sich heute einbringen. Jeder kann posten und teilen.“
Laut Schmidt ist das Internet eine der größten Errungenschaften der Menschheit und birgt immense Vorteile – nicht nur für das Individuum bei der persönlichen Beratung und Informationsbeschaffung, sondern auch für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Globale Kommunikation und Vernetzung helfen laut ihm der Bildung, Gleichberechtigung und Staatsführung.
Vom Google-Chairman werden aber ebenso wichtige, mit der Verbreitung der Internetnutzung einhergehende, negative Entwicklungen wie zum Beispiel die Verstärkung des „digital divide“, also der steigenden Ungleichheit zwischen Internetnutzern und Nicht-Nutzern nicht beachtet. Momentan haben laut dem Global Internet Report 2014 40% der Menschen Zugriff auf das Internet und können von dessen Vorteilen profitieren. Doch der Rest wird zunehmend von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, was die ohnehin schon extreme Kluft zwischen hochmodernen Industriestaaten und Entwicklungsländern vergrößert.

Quellen:
http://www.weforum.org/sessions/summary/future-digital-economy
http://www.hollywoodreporter.com/news/google-chairman-eric-schmidt-internet-765989
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/google-praesident-eric-schmidt-das-internet-wird-verschwinden-id3428753.html
http://www.internetsociety.org/sites/default/files/Global_Internet_Report_2014_0.pdf
http://wearesocial.sg/blog/2015/01/digital-social-mobile-2015/#more-10068
http://www.globalisierung-fakten.de/globalisierung-informationen/gruende/globalisierung-durch-kommunikation-und-internet/

The new way to broadcast yourself

younow_logo-250x250YouNow ist eine noch relativ neue Videoplattform. Der Nutzer kann hierbei live Videos vom Handy, Tablet oder Laptop streamen. Auf der Startseite von YouNow öffnet sich direkt ein zufällig ausgewählter Broadcast von einem der Nutzer. Neben diesem befindet sich eine Kommentarbox, in der man mit dem Broadcaster kommunizieren kann und die anzeigt, wer zusieht. Außerdem kann man „Fan“ werden und Likes abgeben sowie den Broadcast in den Social Media-Netzwerken teilen. In der linken Spalte der Seite findet man die Rubriken „Trending people“ und „Trending tags“. Aufgenommen werden hier Broadcaster und Hashtags, die schnell und zahlreich Likes erhalten, viele Zuschauer haben oder besonders lange Broadcasts beinhalten. Unterhalb des bereits geöffneten Videos bekommt man auch noch Vorschläge von Broadcasts, die den selben Tag verwenden.

Auf YouNow kann jeder direkt selbst los streamen, sobald er sich mit einem seiner Social Media-Konten wie twitter, facebook, google+ oder youtube angemeldet hat. Auf dem eigenen Profil werden dann neben Profilbild und eigener Beschreibung auch die alten Broadcasts zusammen mit den Kommentaren und den dabei erhaltenen Geschenken angezeigt. Die anderen Nutzer können Kommentare direkt unter dem Profil in der Rubrik „Discussion“ hinterlassen und man sieht, von wem der Broadcaster Fan ist und wer seine Fans sind.
Der eigene Level auf YouNow zeigt an, welchen Status und wie viel Erfahrung man bereits hat. Desweiteren erhält man in den Leveln stets neue Zusatzfunktionen. Der Broadcaster hat mehrere Möglichkeiten, um einen Level aufzusteigen: beim Filmen durch das Erhalten von Geschenken und Likes, durch die Zuschauerzahl oder die Häufigkeit der Broadcasts; beim Schauen durch liken, chatten, Geschenke verteilen und Fan werden; durch das Teilen von Broadcasts auf den Social Media-Plattformen und mit den Fans und durch die Verbindung mit anderen Social Media-Konten. Steigt der Nutzer ein Level auf, so erhält er Münzen, mit denen er dann Geschenke kaufen kann. So genannte Premium Geschenke muss der Broadcaster mit Bars kaufen, die nur in den App-Shops mit echtem Geld erhältlich sind. Durch die Konzeption von Leveln und Münzen bekommt die Plattform einen spiel-ähnlichen Charakter. Um mehr Zuschauer zu erhalten, so der YouNow-Support, muss man seinen Broadcasts auf Social Media-Plattformen teilen, auf sein Publikum eingehen und möglichst viele Likes erzielen. Auf der Seite vom YouNow-Support findet man außerdem Hilfe bei technischen Problemen sowie die Nutzungsregeln und Richtlinien.
Die Seite finanziert sich über Werbung, aber auch der Broadcaster kann mithilfe des YouNow Partner Programs ab einer gewissen Zuschauerzahl Geld verdienen.
Aber es gibt auch Kritik an der Seite: Bisher ist sie nur in Englisch verfügbar. Außerdem sind die Broadcaster teilweise noch recht jung und geben deshalb bereitwillig private Daten bekannt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Dennoch nutzen auch bekanntere Youtuber wie BibisBeautyPalace und Sami Slimani die neue Video-Plattform.

Quellen:
YouNow: http://www.younow.com
Nutzungshinweise: https://younow.zendesk.com/forums/20642027-How-does-YouNow-work-
YouNow-Support: https://younow.zendesk.com/home
YouNow Partner Program: http://www.younow.com/partners/
Kritik: http://www.videolix.net/alle-beitraege/immer-mehr-warnen-vor-younow/2701/

Die Drohne- Ein harmloses Spielzeug oder gezielte Überwachung?

Seit einigen Jahren boomt der Verkauf der unbemannten Mini-Drohnen, die mittlerweile schon ab einem erschwinglichen Preis von 100€ erhältlich sind. Die Drohnen werden meist per Fernbedienung von einem am Boden stehenden Piloten geflogen und sind mittlerweile alle mit Kameras ausgestattet.

So können Sportevents, Festivals oder auch Naturaufnahmen einfach und mit geringem Aufwand aus der Luft gemacht werden. Doch ausgerechnet diese Aufnahmen bereiten vielen Datenschützern Sorgen. Bei solchen Events bewilligt man diese Aufnahmen meist mit dem Kauf eines Tickets.

Doch bei der Benutzung der Drohnen im privaten Bereich und auf öffentlichem Gelände werden so gut wie immer Privatpersonen oder privates Eigentum gefilmt, gespeichert und oft auch veröffentlicht, meist ohne eine direkte Einwilligung dieser „Wer gezielt und ohne Einwilligung Individuen filmt, und diese Aufnahmen auch noch online stellt, verstösst gegen das Datenschutzgesetz (DSG) und kann zivilgerichtlich belangt werden.“ , so die Pressesprecherin der eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) Eliane Schmid.

Unter 5 Kilogramm und mit einer geringeren Flughöhe als 30 Metern benötigt man auch keine Starterlaubnis um die Drohnen fliegen zu lassen, sodass keinerlei Hindernisse bestehen um Bildaufnahmen zu machen.

Weiterhin fürchtet man um die Flugsicherheit von Kleinflugzeugen mit einer geringen Flughöhe. Besonders in England hat der vermehrte Verkauf der Drohnen diese Sorge hervorgerufen: „The British Airline Pilots‘ Association (Balpa) has said that the rapid increase in the numbers of drones operated by amateur enthusiasts poses a „real risk“ to commercial aircraft.“

Dort hat die Civil Aviation Authority (CAA) bereits eine Regeln aufgestellt, die beim Fliegen zu beachten sind. Die vermeintlich wichtigste: Die Drohnen dürfen nicht näher  als 50 Meter an Personen, Autos oder Gebäude heranfliegen.

Ob sich alle Piloten der Mini-Drohnen daran halten ist natürlich fragwürdig, aber mit dieser Regel wurde schon mal ein großer Schritt in Richtung Datenschutz und Flugsicherheit gemacht. In Deutschland gibt es so eine konkrete Regel allerdings noch nicht, was sich die Behörden jedoch vielleicht nochmal überlegen sollten.

Quellen:

 

http://www.bbc.com/news/technology-30388388

http://www.pctipp.ch/news/sicherheit/artikel/drohnen-boom-gefaehrdet-datenschutz-und-flugsicherheit-68824/

http://www.welt.de/politik/deutschland/article11832427/Wenn-die-Kamera-Drohne-ueber-Nachbars-Garten-fliegt.html

http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=88287&key=standard_document_48169567

Ist die E-Mail als Kommunikationsmedium auch heute noch aktuell?

Seit rund 30 Jahren gibt es die E-Mail und im April 2007 heißt es in einer Studie „Kommunikation per Mail ist nicht mehr wegzudenken“.

Doch kann man das heute noch so sagen? „Wohl keiner neueren Kommunikationstechnik wurde schon häufiger das Aussterben vorausgesagt als der E-Mail.“ Viele Menschen denken, das Versenden von E-Mails sei veraltet, und es gäbe doch inzwischen genug andere Wege, um digital miteinander zu kommunizieren.
Rasch eine Nachricht bei Facebook abzuschicken funktioniert mindestens genauso schnell wie das Versenden einer E-Mail, und noch schneller kann man sich über einen Messenger mitteilen.Immer weniger Jugendliche nutzen die E-Mail. Sie wachsen mit den sozialen Medien auf und nutzen ganz selbstverständlich deren alternative Kommunikationskanäle. Kommunikation ist mobil geworden, auch das Mailen, aber ist die E-Mail immer noch Mittel der Wahl?Ja, sagen viele berufstätige Menschen in Deutschland und in Amerika. Im Geschäftsleben und im beruflichen Umfeld bleibt die Kommunikation per E-Mail erste Wahl.
Sowohl die Statistikbehörde Eurostat, das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center, als auch der Technikerbranchenverband Bitkom haben diesen Trend festgestellt. Es ist überraschend, wie deutlich die E-Mail im Vergleich vorne liegt und dass die Benutzung auch weiterhin noch zunimmt und nur das Wachstumstempo abgenommen hat.

Im Arbeitsleben wird die E-Mail viel wichtiger als das Telefon, egal ob Festnetz oder Mobiltelefon, eingestuft und die Bedeutung der sozialen Netzwerke ist in diesem Umfeld nur sehr gering.
Laut des Geschäftsführers Dr. Bernhard Rohleder von Bitkom liegt die Zukunft der E-Mail also eher in der beruflichen, als in der privaten Nutzung.
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Auch Universitäten nutzen die E-Mail als Haupt-Kommunikationsmittel. Der unschlagbare Vorteil ist das unkomplizierte Versenden von E-Mails an mehrere Personen gleichzeitig (auch unsichtbar, also in der Blindkopie) und das einfache Hinzufügen von Dokumenten als Anhang.

 

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, „Die E-Mail ist am Arbeitsplatz nicht wegzudenken“, 5. Januar 2015

https://wice.de/e-mails-vom-aussterben-bedroht/5581/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-E-Mail-ist-fuer-junge-Leute-beinahe-schon-veraltet-4578864.html

http://www.computerwoche.de/a/studie-kommunikation-per-mail-ist-nicht-mehr-wegzudenken,592046

#Freiheit

Unter dem Hashtag #Freiheit brach kurz vor Weihnachten ein gewaltiger Shitstorm in den sozialen Medien aus. Grund dafür war ein Video des YouTube-Stars Simon Unge, in dem er ankündigte, seine beiden Kanäle „ungespielt“ und „ungefilmt“ aufgrund unüberwindbarer Differenzen mit dem Netzwerk Mediakraft zu beenden.

Simon Unge (bürgerlich Wiefels) ist 24 Jahre alt, hat Erziehungswissenschaften studiert und im Juli 2012 angefangen, Videos auf dem Videoportal YouTube hochzuladen.
Und das mit Erfolg. Über 30 Millionen Mal im Monat wurden seine Videos angeklickt und über zwei Millionen Menschen hatten seine Kanäle abboniert. Seine Themen: Computerspiele und Lifestyle, Minecraft und Longboardtour. Damit hat der Zocker mit den Dreadlocks eine größere Reichweite als so mancher TV Sender und ebenso einen gutbezahlten Job. Warum also gibt er das auf?

In seinem am 20. Dezember hochgeladenen Vlog mit dem pathetischen Namen „#FREIHEIT. Die schwerste Entscheidung meines Lebens“ nennt er den Grund: Das Netzwerk Mediakraft, dem er vor circa einem Jahr beigetreten ist, hat Unge zufolge seinen Teil des Vertrages nicht eingehalten: „Ich habe von Mediakraft noch nie finanzielle Unterstützung für große Projekte oder coole Ideen bekommen“. Zu weiteren Vorwürfen gehören fehlende Sponsoren für seine Longboardtour, das Löschen einzelner Videos und Mediakrafts Drohung, ihn in eine Privatinsolvenz zu treiben, falls er vor Gericht ziehen würde. Mit dem „Scheißhaufen“, wie Unge die Kölner Firma bezeichnet, möchte er in seinem ganzen Leben nie wieder etwas zu tun haben. Er beendet seine beiden Kanäle und will mit einem Neuen (youtube.com/unge) ohne Netzwerk wieder von vorne anfangen. Deshalb sucht er nun eine juristische Auseinandersetzung, um sich vor Vertragsende vom Netzwerk zu trennen.

Sich an ein Netzwerk zu binden, ist für viele YouTuber ein Weg zu mehr Reichweite und darauf aufbauend bessere Vermarktung. Netzwerke bündeln Videokünstler, beraten und unterstützen sie und verschaffen ihnen außerdem Werbepartner und finanzielle Unterstützung fuer Projekte. Mediakraft hat als das größte Netzwerk in Deutschland dazu einiges vorzuweisen: „Wir haben vielen Künstlern dabei helfen können, ihren Weg auf YouTube zu gehen und sich als erfolgreiche Entertainer zu etablieren.“
Der YouTuber wird sozusagen „aufgepumpt“ und mit ihm auch der Wert des Netzwerkes, um dieses dann lohnend zu verkaufen. Unge meint im Video dazu, Mediakraft sei „investorenorientiert“, aber nicht „partnerorientiert“. Es habe keinerlei Interesse an seiner Person gehabt, sondern nur an den Zahlen, die er erreicht.

Auf Unges Video reagierte das Netzwerk zunächst mit einer vorübergehenden Abschaltung seiner Webpräsenzen und gab am Sonntag darauf eine Stellungnahme ab. Olsson Spartacus, der CEO von Mediakraft Network, weist darin sämtliche Anschuldigungen von sich und verteidigt sich: „Nun ist es so, dass Simon Unge einen gültigen Vertrag unterschrieben hat, der nicht einseitig aufgehoben werden kann.“ Allerdings nimmt er laut dieser Meldung, die am 21.12. auf Mediakrafts Facebookseite online ging, die Kritik von Unge ernst und bedauert die Angelegenheit: „Wir hätten uns gewünscht, diesen Streit auf andere Weise beilegen zu können. „

Unges Austritt bei Mediakraft ist nicht der erste Fall, der Aufsehen erregt. Ein weiterer prominenter YouTuber, der Nachichtenvlogger LeFloid (Florian Mundt), hat das Netzwerk im Oktober aus ähnlichen Gruenden verlassen, darf aber aufgrund der einzuhaltenden Küdigungsfrist nicht mit Dritten darüber reden.
Unge allerdings hat diesen Teil des Vertrags verletzt und seine hohe Reichweite genutzt, um auf die Vorfälle aufmerksam zu machen. Unklug, aber höchst medienwirksam.

Das Phänomen Unge wird der Fall auch genannt. Plötzlich berichten Zeitungen darüber. Das Thema beschäftigt die Menschen, was 700 Tweets pro Minute in der Höchstphase der Diskussion auf Twitter bezeugen. Doch die Meinungen zu #Freiheit gehen auseinander. Auf der einen Seite wird Mediakraft von Unges Fangemeinschaft, der selbsternannten #raupenarmy, die zum Großteil aus 14-30-Jährigen besteht, kritisiert und beschimpft, auf der anderen wird Unge auch von YouTube-Kollegen daran erinnert, dass auch er einen Vertragsbruch begangen hat und sich über die Folgen im Klaren sein muss.

Doch sein öffentlicher Abgang von Mediakraft hat nicht nur eine große Welle in den sozialen Medien ausgelöst, sondern auch eine grundlegende Problematik in der noch jungen YouTubewelt sichtbar gemacht: Die Meinungsverschiedenheiten zeigen auf, wie sehr sich das Videoportal in den letzten Jahren verändert und entwickelt hat. Immer mehr Werbepartner werden auf die reichweitenstarken Kanäle aufmerksam und investieren in die meist noch unmündigen und naiven Videoblogger. Das führt weg vom sicheren Community-Gefühl und hin zum gewinnorientierten Markt. „Aus der Szene wird eine Branche“ meint Markus Hündgen von der European Webvideo Academy dazu. Und wie andere YouTuber und auch die Netzwerke damit in Zukunft umgehen, bleibt zu beobachten.

 

Quellen:

http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/unge-freiheit-youtube-100.html
https://www.youtube.com/watch?v=z_SdbC1aThU
https://www.facebook.com/MediakraftNetworks/posts/573327879466908
http://www.vice.com/de/read/interview-mit-lefloid-wenn-ich-eine-frau-waere-waere-ich-beauty-blogger-058
http://www.netzpiloten.de/mehr-freiheit-youtube-star-simon-unge-kritisiert-mediakraft/
http://www.mediakraftnetworks.de/about-us/
http://dispositiv.uni-bayreuth.de/freiheit-lieber-unge-willkommen-in-der-wirklichkeit/

EU Parlament Vs. Suchmachinenmonopole

Das EU Parlament hat in einer nicht bindenden Resolution dafür gestimmt, dass Großkonzerne sich künftig in der EU gewissen Spielregeln unterwerfen sollen. Gemeint sind Unternehmen wie Google, die eine unglaublich facettenreiche Palette an Angeboten haben: von emails über youtube, android und maps ist alles miteinander verbunden. Was ja eigentlich kein Problem ist. Problematisch wird es dann, wenn alle Bereiche des Unternehmens Daten sammeln und diese für das Erstellen von Suchergebnissen mit einfliessen lassen, sodass die Angebote der eigenen Firma vorne stehen, denn das verstösst gegen die Europäische Vorstellung von Kompetitivität.

Fairnesshalber muss man sagen, dass der Europäische Markt den Anschluss an die Innovation der Suchmaschinen weitgehend verpasst hat. Das benutzt die Amerikanische Regierung jetzt, um zu Argumentieren dass Europa einen Sündenbock dafür sucht, dass weitgehend Amerikanische Unternehmen den Großteil dieses Marktsektors in Europa kontrollieren. Die Entscheidung, Suchmachinenmonople wie Google an die Eurpäischen Marktverhältnisse anzupassen könnte somit zu Problemen in den Handelsbeziehungen mit den USA zur Folge haben.

Die USA jedoch, als Sitz dieser Unternehmen, sind viel weniger sensibel im Umgang mit persönlichen Daten im Internet wie Europa, weshalb die meisten Nutzer hierzulande auch kein Vertrauen in eine Kontrollfunktion der Unternehmen durch die USA haben. Eine Aufspaltung der Verschiedenen Funktionen ist also der bisher beste Lösungsvorschlag, denn das würde für Mediennutzer bedeuten, dass sie sich keine Gedanken mehr machen müssen, wieviele Daten denn jetzt welcher Account wozu speichert: Um einen Youtube Account zu eröffnen, bracht man eine Google-mail Adresse, diese ist mit Google+ verlinkt, wer ein Android Smartphone hat braucht die email Adresse also in vielen Fällen auch, um das Telefon überhaupt in Betrieb zu nehmen. Also benutzt man entweder für jeden einzelne Funktion eine andere email Adresse oder man stellt seinen ganzen Alltag Google zur Verfügung.

Nur wie will das Europäische Parlament und die Kommission dagegen vorgehen?

Das Unternehmen ist Amerikanisch, schon allein rechtlich stellt sich also die Frage ob überhaupt etwas gemacht werden kann, und wenn ja was? wie? und vor allem: wer ist dann zuständig? Transparenz in den Medien zu fordern ist schön und gut, aber viele von uns würden sich sicher auch wünschen, in der Politik einen besseren Durchblick zu haben.

 

Quellen:

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Netzwelt/d/5777194/eu-parlament-stimmt-fuer-aufspaltung-von-suchmaschinengiganten.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/maechtige-internetriesen/vorschlaege-des-eu-parlaments-washington-warnt-vor-zerschlagung-von-google-13287188.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/ipsos-umfrage-bezahlbares-internet-ist-ein-menschenrecht-13284964.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/eu-verfahren-gegen-google-eine-aufspaltung-koennte-die-beste-loesung-sein-13285316-p2.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/maechtige-internetriesen/europaeisches-parlament-fordert-aufspaltung-von-google-13289643.html

http://www.zeit.de/digital/internet/2014-11/google-eu-parlament-zerschlagung-suchmaschinen

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-europaparlament-fuer-aufspaltung-von-suchmaschinen-a-1005317.html

Die Sicherheit unserer Daten

Ob Facebook, Whatsapp oder diverse andere andere Applikationen, sie alle nehmen, speichern und geben unsere Daten weiter. In welchem Ausmaß ist nicht bekannt und wird es wohl so schnell auch nicht werden.

Doch sind wir zu leichtsinnig mit unseren Daten? Fortwährend werden neue Abhörskandale bekannt, ob von der NSA oder dem BND. Doch kaum einer verschwendet einen zweiten Gedanken darüber, was mit unseren Daten passiert: „Was wollen die schon machen? Ich habe nichts zu verheimlichen.“

Aber dieses Phänomen haben wir im Verlauf der Geschichte schon häufig gesehen. Zum Beispiel in der DDR, dort gab es auch immer wieder Gerüchte, dass Telefone abgehört, oder die Post gelesen wurde. Manche Menschen waren sich dessen auch sehr wohl bewusst. Heute denken wir: Wie konnten die Menschen damals so leichtsinnig sein? Wieso haben sie nicht gemerkt, dass sie abgehört wurden? So etwas merkt man doch. Aber hinterher ist man immer schlauer. Die Chance, dass wir in zwanzig Jahren ebenso über unsere Leichtsinnigkeit denken ist hoch.

Da bleibt nur zu hoffen, dass wir Whatsapp und Konsorten vertrauen können, dass sie neue Datenschutzrichtlinien umsetzen und ihre Verschlüsselungsprogramme auch keine Lücken haben.

Immerhin veröffentlichte Facebook gerade heute erst neue Datenschutzrichtlinien, die ab 1.1.2015 in Kraft treten sollen. Und das, obwohl Facebook als die größte Datenquelle überhaupt gilt und die Fotos und Posts ihrer Nutzer unwiderruflich im Internet und auf ihren Servern speichert. Verbraucherschützer haben sich lange für neue Richtlinien im Datenschutz eingesetzt, doch jetzt zeigen sie sich skeptisch. Es sei der nette Tonfall, der die Nutzer glauben lässt ihre Daten sein jetzt sicherer. Doch tatsächlich sei das Gegenteil der Fall:

Beim Verbraucherzentrale Bundesverband warnt man davor, sich vom Tonfall täuschen zu lassen. „Letztendlich bedeuten die Änderungen, dass Facebook künftig noch mehr Daten sammelt und verknüpft und ein noch größeres Profil von jedem seiner Nutzer erstellt“, erklärt Internet-Experte Dennis Romberg…

Doch was tun um sich und seine Daten zu schützen?

Hier zeigt sich nun das größte Problem der Datensicherheit. In unserer heutigen modernisierten und auch technisierten Gesellschaft kommt man kaum drumherum Daten von sich preis zugeben, es sei denn man verzichtet bewusst auf die Benutzung des Internets, oder sogar die eines Smartphones. Dies wiederum zieht ebenfalls Konsequenzen mit sich. Wie oft am Tag benutzen wir das Internet? Nur um mal eben kurz zu gucken, wann der nächste Bus kommt, oder um die Mails zu checken während wir auf diesen warten. Auch der komplette Uni-Alltag wird über das Internet geregelt. Dort meldet man sich für Vorlesungen und Prüfungen an. Ein Studium ohne Internet? Undenkbar!

Wer will auf solche Annehmlichkeiten denn schon verzichten? Niemand. Also müssen wir damit leben, dass unsere Daten weitergegeben oder gespeichert werden. Zur Zeit ist das nicht vermeidbar, aber wer weiß welche Datenschutzrichtlinien die Zukunft bringt?

 

Quellen:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/internet-ueberwachung-datensicherheit-kommentar

http://www.augsburger-allgemeine.de/digital/Was-hinter-den-neuen-Bedingungen-und-Richtlinien-bei-Facebook-steckt-id32142292.html

http://www.tagesspiegel.de/themen/nsa/

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/whatsapp-android-update-mit-verschluesselung-von-textsecure-a-1003660.html

http://www.berliner-zeitung.de/politik/neue-dokumente-im-abhoerskandal-bnd-und-nsa-kooperieren-ueberaus-eng,10808018,27937746.html

 

Video kills the TV star

Mehr als 1 Milliarde einzelner Nutzer besuchen YouTube jeden Monat.“ Für eine Generation des Internets mag dieses Phänomen zum Alltag gehören. Erstmals 2005 in den USA erschienen, gibt es Youtube mittlerweile in „61 Ländern und 61 Sprachen“.

Dabei ist das beliebte Videoportal schon lange weit aus mehr als nur ein Ort für Musikvideos oder Interviews. So genannte Youtuber erstellen stattdessen lieber eigenen Content und werden dadurch zu richtigen Stars im Netz.

Weshalb diese gerade bei Teenagern immer beliebter werden ist einfach: es sind Menschen wie du und ich, die absolut frei bestimmen können, was sie machen und worüber sie reden. Von Film-Rezensionen über Comedy-Clips bis hin zu Beauty-Tutorials – das Videoportal bietet Unterhaltung für alle Interessen.

Die Nutzer sind dabei, anders als beim Fernsehen, nicht an ein bestimmtes Programm gebunden. Sie entscheiden selbst wann und, dank den Möglichkeiten von Tablets und Smartphones, auch wo sie sich die Videos anschauen möchten.

Aber nicht nur die große Vielfalt und die zeitliche Unabhängigkeit machen dem alten Fernseher Konkurrenz, vor allem die soziale und interaktive Videokultur sorgen bei den Nutzern für Beliebtheit. Videos können bewertet und kommentiert werden, man kann direkt Meinungen und Verbesserungsvorschläge äußern und damit aktiv zu neuem Content beitragen. Es ist ein direkter Austausch mit anderen Nutzern möglich, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene und man wird automatisch Teil einer Community.

Was für viele Youtuber als Hobby in ihrem Kinderzimmer begann, wurde heute zu weit aus mehr, nämlich einem richtigen Job: „ Mehr als eine Million Videokünstler aus 30 Ländern verdienen mit ihren Videos Geld“, „Tausende von Kanälen jährlich sechsstellige Beträge“. Diese Einnahmen ermöglichen den Youtubern die Qualität ihrer Videos durch professionelles Equipment ständig zu verbessern und sie immer weiter an teure Fernsehproduktionen anzunähern.

Die Qualität der Videos und die langjährige Erfahrung und Präsenz im Netz erhöhen nicht nur den Bekanntheitsgrad vieler Youtuber sondern helfen auch dabei eine eigene Fangemeinde aufzubauen.

Es ist also nicht verwunderlich, dass auch das Fernsehen schon auf die Youtube-Stars aufmerksam geworden ist und vor allem in den USA immer mehr Youtuber für Fernsehproduktionen angeworben werden. Dass sich davon allerdings viele bewusst gegen einen Wechsel zum Fernsehen entscheiden, mag verschiedene Gründe haben.

Freiheit und ohne Anweisungen selbst zu entscheiden, was man wann drehen möchte ist sicherlich einer davon. Ein anderer mag der Blick in die Zukunft sein: Wieso einen Schritt zurück gehen, wenn man vielleicht bereits im Fernsehen von Morgen Fuß gefasst hat?!

 

 

Quellen:

https://www.youtube.com/yt/press/de/statistics.html

http://de.wikipedia.org/wiki/YouTube

http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/internet-youtube-statt-fernsehen/1254666.html

http://www.seo-analyse.com/google-optimierung/google-dienste/youtube/

Mal kurz mit dem Smartphone ein paar Euro verdienen

Wie genau soll das möglich sein?  Die Antwort lautet: Microjobbing-Apps. Hinter diesem Namen verbergen sich Applikationen, die einen kreuz und quer durch die Stadt jagen, immer auf der Suche nach neuen Missionen, die dem Nutzer dann wiederum Geld oder Punkte einbringen. „Die erhobenen Daten werden […] zu Marktforschungszwecken verwendet, dienen der Vervollständigung von Stadtportalen oder Gastronomie-Suchmaschinen.“

Berühmte Vertreter dieser Apps heißen zum Beispiel Streetspotr, AppJobber oder Metafoto.

Bei Streetspotr kann der User zum Beispiel Fotos von vorgegebenen Gebäuden, Schildern und  Werbetafeln schießen, Umfragen durchführen oder bestimmte Produkte in Geschäften, Bistros oder auch Cafés bewerten. So möchte der Getränkehersteller RedBull von den Nutzer wissen, „welche Kiosks oder Dönerläden seine Energy-Drinks verkaufen. Denn kleine Geschäfte beziehen die Dosen meist nicht per Direktvertrieb und sind bei Red Bull noch nicht als Kunden gelistet„. Vergütet werden diese Tätigkeiten dann entweder mit Punkten oder mit kleinen Geldbeträgen, die zwischen 1€ und 10€ liegen können. Die Punkte lassen den Nutzer dann in der Rangliste aufsteigen und schalten besser bezahlte Jobs in der Umgebung frei.

Die Apps AppJobber und Metafoto funktionieren im Grunde genommen genauso wie  Streetspotr, jedoch gibt es hier nur bezahlte Jobs und kein Punktesystem. Die Bezahlung liegt in der Regel zwischen 1€ und 5€, für den ein oder anderen „Spot“ kann es aber auch bis zu 10€ geben. Metafoto bietet seinen Usern zusätzlich noch zwei zeitlich unbefristete Missionen, bei denen Fotos aus der eigenen Stadt, dem Urlaub o.ä. hochgeladen werden können. Findet sich ein Kunde für die Fotos, wird der Nutzer informiert und die Fotos können an Verlage verkauft werden.

So schön sich dieses ganze Konzept anhört, hat es doch auch ein paar Schwächen. Oftmals ist es nämlich nicht klar, für wen genau man dort eigentlich Fotos macht, Beschreibungen verfasst oder einen Energydrink verkostet. Die fehlende Transparenz ist kein Beinbruch, jedoch würde man sich als Nutzer wahrscheinlich etwas sicherer fühlen, wenn man seinen genauen „Auftraggeber“ kennt. Hinzu kommt, dass die App zur Überprüfung der abgeschlossenen Missionen die ganze Zeit über die GPS-Daten der User aufzeichnet. Natürlich möchten die Damen und Herren hinter Streetspotr, AppJobber und Metafoto sichergehen, dass ihre Nutzer auch wirklich an besagter Location waren und dort die Aufgabe wie vorgegeben erfüllt haben. Aber müsste es nicht ausreichen, wenn der User nur an genau diesem Ort und während er die Aufgabe erledigt, sein GPS aktiviert?

Dass man mit den Apps nicht das große Geld machen kann, ist nicht verwunderlich bei der Vergütung, aber das ist auch gar nicht die Absicht. Die Unternehmen und Kunden der Appbetreiber wollen Geld sparen und natürlich kostet ein Nutzer, der kurz zu einem Restaurant marschiert, deren Speisekarte fotografiert und dafür ein paar Euro verdient, weniger als ein Mitarbeiter, der sich darum kümmern muss. Dazu kommt auch noch der Werbeaspekt. Die Nutzer sollten diese Apps als spaßigen Zeitvertreib sehen, der nebenbei ein wenig Geld einbringen kann.

Da sich schon jetzt Nutzer über die wenigen oder auch immer gleichen Jobs beschweren, bleibt es interessant, was die Zukunft bringt und ob bzw. wie lange sich das Konzept der Microjobbing-Apps hält.

 

Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/geld/geld-verdienen-per-app-jobs-die-auf-der-strasse-liegen-1.1748335

http://www.androidpit.de/mikrojob-apps-streetspotr-appjobber-test

http://www.you-fm.de/index.jsp?rubrik=76271&key=standard_document_52798127

http://www.teltarif.de/metafoto-social-media-ios-android/news/56109.html

http://www.netzwelt.de/news/137601-metafoto-app-smartphone-fotos-geld-verdienen.html

(Anti-)social networking?

Im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co. wird die zwischenmenschliche Kommunikation neu definiert. „Freundschaften“ werden binnen Sekunden via Facebook geschlossen, doch so manch eine Beziehung wird ebenso schnell beendet. Was noch vor einem Jahrzehnt persönlichem Kontakt bedurfte, kann nun schnell und problemlos virtuell von statten gehen. Ein paar wenige Worte, ein Klick genügen. Doch es stellt sich die Frage, in wie weit die permanente Präsenz in den sozialen Netzwerken das Bedürfnis nach sozialen Kontakten und Zugehörigkeit stillen kann. Bereichert „Zuckerbergs Imperium“ unser aller Leben durch die Vielzahl an (Internet-)Bekanntschaften, oder sind wir vielmehr im Endeffekt „gemeinsam einsam“?

Betrachten wir zunächst einmal, wie Kommunikation in social networks von statten geht. Während Mimik und Gestik in realen Interaktionen die Intentionen der Personen unterstreichen und insbesondere dabei behilflich sind, Emotionen zu vermitteln, entfällt der Aspekt der non-verbalen Kommunikation bei virtuellem Austausch, was jedoch oftmals Missverständnisse nach sich zieht, da Geschriebenes vom Empfänger falsch aufgefasst wird. Insbesondere Körpersprache ist jedoch ein maßgeblicher und notwendiger Bestandteil zwischenmenschlicher Interaktion, so besagt die Studie “Inference of Attitude from Nonverbal Communication in Two Channels” (aufgestellt von Albert Mehrabian und Susan Ferris,1967), dass Kommunikation lediglich zu 7% rein verbal interpretiert wird, während 38% durch Mimik, Stimmlage und Augenkontakt und 55% durch die Körpersprache definiert werden. Daraus lässt sich also folgern, dass non-verbale Kommunikation überwiegend über die Intention einer Botschaft entscheidet und dass verbale und non-verbale Kommunikation in sich stimmig sein müssen, um ideal interagieren zu können. (http://www.bmtd.de/7-38-55_botschaften_und_kommunikationswirkung)

Des weiteren besteht die Gefahr, dass social media unsere sozialen Fähigkeiten dahingehend verarmen lässt, dass verlernt wird, sich abseits von Facebook und Co. die Zeit zu nehmen, personal und real zu kommunizieren. Direkte Kommunikation „verkümmere“, so Kommunikationsexperte Robert Spengler, da angesichts der Vielzahl an Kommunikationsströmen kein Raum mehr dafür bleibt, sich einzelnen Personen dauerhaft zu widmen.

(http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/leadership/article106568479/Soziale-Netzwerke-schaedigen-soziale-Faehigkeiten.html)

Vielmehr stehen wir unter dem indirekten Zwang, jede offene Kommunikationsanfrage schnellstmöglich zu beantworten. Diese These lässt sich mit einem Beispiel belegen, welches für Außenstehende banal klingen mag, doch jedem Nutzer von Facebook und Whatsapp bekannt ist: Es wird angezeigt, dass und wann genau eine Nachricht zugestellt und vom Gegenüber gelesen wurde. Was als rein informative Funktion gedacht war, verursacht oftmals Stress, Ärger und Missverständnisse, denn wer sieht es schon gerne, dass eine von ihm verfasste Nachricht gelesen, aber nicht beantwortet wurde? Eben dieses Phänomen erhöht den Zwang, Nachrichten schnell zu beantworten, damit sich das (virtuelle) Gegenüber nicht ignoriert oder vernachlässigt fühlt.

Abschließend lässt sich sagen, dass die weltweite Vernetzung durch soziale Netzwerke keinesfalls rein negativ betrachtet werden darf, sie vereinfacht Kommunikation, vervielfältigt Interaktion und ermöglicht rasche Organisation, dies kann und darf nicht geleugnet werden. Ich selbst nutze viele Formen von sozialen Netzwerken und meiner Meinung nach läuft keine Person, welche sich auch außerhalb der social networks bewegt Gefahr, all ihre bestehenden, realen Kontakte zu verlieren und aufgrund virtueller Welten zu vereinsamen, doch man sollte sich fragen, ob es nicht ratsam und erholsam ist, das geliebte Smartphone dann und wann beiseite zu legen, um seine ungeteilte Aufmerksamkeit für ein paar Stunden nur sich selbst oder dem realen Gegenüber zu schenken.

The German Dream

Die Stadt New York steht vor einem großen Umbauprojekt: alte Telefonzellen sollen in 10 000 neue WLAN-Stationen umgebaut werden, welche 24/7 kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Zugang zum Internet bieten. Sie sollen über einen Android Tablet Touchscreen bedient werden, mit welchem Inlandstelefonate und Notrufe getätigt werden können, als auch Ladestationen für Smartphones besitzen.

Das Projekt „LinkNYC“ ist für alle fünf Stadtteile New Yorks geplant und hat neben den Intentionen, das Straßenbild durch bunte Werbung an den modernen Stationen aufzubessern und die Attraktivität für  Touristen durch kostenloses WLAN zu steigern, ebenso den ökonomischen Aspekt des Wandels im Fokus: allein durch die Erstellung jener Säulen sollen 100-150 Vollzeit Arbeitsstellen geschaffen werden, hinzu kommen weitere, die für die Pflege und den Service der WLAN-Säulen zuständig sein sollen.

Realisierbar sei dieses Projekt mithilfe von Werbefinanzierung an den Hotspots und der finanziellen Beteiligung städtischer Firmen, wodurch des New Yorkers Geldbeutel verschont wird, da laut Bürgermeister Bill de Blasio „das Wifi-Netz keine Kosten für den Steuerzahler verursachen“ soll. In den nächsten 12 Jahren werden geschätzt mehr als 500 Millionen US-Dollar Einnahmen erzielt.

Warum also nicht in Deutschland?

Der erste deutsche Vorreiter ist die Stadt Pforzheim, die kostenfreies Surfen in der Innenstadt und am Stadtrand anbietet. Ab einer Nutzung von über 300 Megabyte Datenvolumen kann man den kostenlosen Service jedoch nicht mehr nutzen, es sei denn man zahlt 8,99€ und erhält einen Gigabyte Datenvolumen oder es wird eine Monatsflatrate für 19,99€ erworben und das Angebot der Stadt ist uneingeschränkt nutzbar.

Weitere Großstädte, wie zum Beispiel Hamburg, streben ganz nach dem Beispiel „LinkNYC“ das Offerieren von Hotspots an. Gänzlich unpraktisch ist jedoch die Rechtslage in Deutschland, da durch die Störerhaftung der Netzbetreiber die Verantwortung dafür trägt, wofür das WLAN genutzt wird. Dass deutsche Städte oder Kooperationspartner diese Bürde nicht auf sich nehmen wollen, lässt sich mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen.

Eine Ausweichmöglichkeit fand die Non-Profit-Organisation „Medien-/IT-Initiative-Pforzheim“, welche für den dortigen WLAN Hotspot zuständig ist, indem sie die Firma Skytron mit der Betreiberhaftung beauftragte.

Zusätzlich dazu erschien bereits ein Antrag zur Abschaffung der Störerhaftung, der jedoch am 14.11 von der CDU und der SPD im Bundestag abgelehnt wurde. Fragwürdig ist hierbei, wieso ein entwickelter Staat wie Deutschland diese Regelung nicht abschaffen will, denn laut Chaos Computer Club Mitglied Michael Hirdes gebe es kaum ein Land mit dieser Regelung.

Quellen:

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/hamburg-will-vorreiter-werden-kostenloses-wlan-in-der-innenstadt-/10990372.html

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/wlan-experimente-moebel-werden-zum-hotspot/8786314-2.html

http://www.skytron.de/de/mobilesinternet/index.php

http://www.link.nyc/

http://www.welt.de/wirtschaft/article134462676/New-York-plant-groesstes-gratis-WLAN-Netz-der-Welt.html

Sprache im Netz: Wie uns Onlinezeitungen zum Klick verführen wollen

Schon seit jeher verfolgen Journalisten vorrangig ein Ziel: Ihre Texte sollen gelesen werden. Publizität ist neben Aktualität, Universalität und Periodizität ein wesentliches Kriterium des Mediums Zeitung. Der Lohn für tiefgründige Recherche, originelle Formulierung und spannende Texte ist die Aufmerksamkeit der Leser.

So sollte es zumindest sein. Denn seit der Etablierung von Online-Medien hat sich eines verändert: Der Erfolg einzelner Beiträge innerhalb eines Angebots ist quantifizierbar geworden. Konnte man im analogen Zeitalter anhand von Verkaufszahlen, Abonnements und der Auflage die Größe der Leserschaft einer Zeitung bestimmen, ist es in der digitalen Epoche längst möglich, anhand der Klickzahlen einzelner Artikel Rückschlüsse auf sie zu ziehen. Somit werden diese Klickzahlen zur Maßeinheit im Netz – und im Kampf um diese hat sich auch die Sprache verändert. Als Beispiele hierfür lassen sich insbesondere zwei Webportale nennen, die im Gegensatz zu den zahlreichen Onlineangeboten der etablierten Printmedien von Anfang an nur im Netz zuhause waren: Die „Huffington Post“ und „Heftig.co“.

Schaut man sich die Startseiten dieser beiden Websites an, so fällt eines ins Auge: Eine zentrale Rolle spielen hier Überschriften und Bilder; längere Texte oder zumindest Vorspanne für Artikel sind von stark untergeordneter Bedeutung. Bei „Heftig.co“ fehlen diese gar komplett – die Startseite besteht fast ausschließlich nur aus Bildern und Überschriften. Diese sind zugleich Hyperlinks, die von der jeweiligen Startseite als Absprungstelle auf portal-interne Seiten mit dem eigentlichen Inhalt verlinken.

Dabei fällt nicht nur die auffällige optische Gestaltung dieser Links ins Auge (wie etwa die große, bunte Schrift bei der „Huffington Post“), sondern auch die sprachliche Gestaltung. Die Seiten gehen mit einem Stil vor, der Überschrift und Cliffhanger verbindet. Exemplarisch zu nennen sind etwa die Überschriften „Tierschützer befreien Elefanten nach 50 Jahren Gefangenschaft. Dann passiert etwas Magisches“ oder „9 Monate. 98 Männer. Das habe ich gelernt“ bei der Huffington Post. Während die „Huffington Post“ auch noch teilweise längere, einführende Texte auf ihrem Portal anbietet, geht „Heftig.co“ bei all seinen Links nach diesem Muster vor. Beispiele hierfür sind: „Was macht man, wenn die Liebe nachlässt? Ich wollte es selbst nicht glauben, aber die Lösung ist denkbar einfach!“, „Es ist nur eine Minute. Aber diese Rede von Jim Carrey kann dein Leben verändern. Für immer!“ oder „Etwas bewegte sich im Brunnen. Als er es erkannte, stockte ihm der Atem.“ Die genannten exemplarischen Überschriften stehen alle ohne weitere Informationen und nur begleitet von einem Bild auf der Startseite.

Das Ziel dieses Vorgehens ist offenkundig: Die Leser sollen neugierig gemacht und dazu gebracht werden, die Links zu den einzelnen Beiträgen anzuklicken – ohne dass vorher dargestellt werden muss, welcher konkrete Inhalt in diesen enthalten ist. Aufmerksamkeit als Lohn für tiefgründige Recherche, originelle Formulierung und spannende Texte wirkt vor diesem Hintergrund geradezu anachronistisch.

 

Quellen:

  • Bucher, Hans-Jürgen, 1999: Die Zeitung als Hypertext. Verstehensprobleme und Gestaltungsprinzipien für Online-Zeitungen. In: Lobin, Henning (Hrsg.): Text im digitalen Medium: Linguistische Aspekte von Textdesign, Texttechnologie und Hypertext-Engineering. S. 9-32. Opladen: Westdt. Verlag.
  • Neuberger, Christoph, 2003: Online – die Zukunft der Zeitung? Das Engagement deutscher Tageszeitungen im Internet. 2. Auflage. Wiesbaden: Westdt. Verlag.
  • http://www.huffingtonpost.de/, Zugriff am 08.07.2014, 11:00 Uhr
  • http://heftig.co/, Zugriff am 08.07.2014, 11:00 Uhr

Anglizismen auf Twitter – #really?!

Was tun, wenn in meinem „Newsfeed“ ein interessanter „Tweet“ angezeigt wird? Ich könnte ein „Follower“ des Verfassers werden (keine Bange, „unfollow“ geht immer!) oder gleich den ganzen Beitrag „Retweeten“. Versehen mit einem netten „Hashtag“ wird dieser auch andere „Twitterer“ erreichen, die dieselben Interessen haben.

Nein, es geht nicht um die englische Version des beliebten Mikroblogging-Dienstes, diese Begriffe werden natürlich auch den deutschen Nutzern angezeigt  – ob diese nun Englisch verstehen oder nicht, spielt dabei keine große Rolle. Werden oben genannte Begriffe nämlich frei ins Deutsche übersetzt, wird in meiner „Nachrichteneinspeisung“ ein interessantes „Zwitschern“ angezeigt, von dessen Verfasser ich ein „Anhänger“ werden, den Beitrag „zurückzwitschern“ und das Ganze mit einem „Rauteetikett“ versehen kann. Hä?

Anglizismen sind aus den neuen Medien nicht mehr wegzudenken. Wir alle kennen und nutzen sie, oft gibt es für Begriffe erst gar kein deutsches Pendant („Hashtag“) oder die Übersetzung macht im Kontext schlichtweg keinen Sinn („Zwitschern“).  Die Welt hat in einer langjährigen Studie das Vorkommen von Anglizismen untersucht und dabei unter anderem festgestellt, dass sich der Gebrauch von Anglizismen bei Substantiven zwischen 1994 und 2004 verdoppelt hat. Mögliche Gründe dafür, warum nicht einfach ein deutsches Gegenstück verwendet wird, gibt es viele. Möglicherweise hat die fortschreitende Globalisierung mit Englisch als Weltsprache etwas damit zu tun, oder dass englische Wörter die Bedeutung eines Begriffes oft einfacher, besser oder genauer ausdrücken können („Oldie“ anstatt „Lied aus einer älteren Generation“).

Anglizismen sind überall. Seit 2010 wird einmal jährlich der „Anglizismus des Jahres“ gewählt; im Jahr 2011 war dieser beispielsweise „Shitstorm“ (ein weiteres Wort, das übersetzt nicht wirklich Sinn ergibt). Trotzdem gibt es genug Gegner, die im Anglizismus eine Bedrohung für die deutsche Sprache sehen. Die Deutsche Bahn plante sogar eine Aktion gegen Anglizismen in ihrem Betrieb, bei der aus einem „Flyer“ ein „Handzettel“ und aus einer „Hotline“ eine „Service-Nummer“ werden sollte.

Ob das im Jahr 2014 noch viel Sinn macht, sei dahingestellt.  Zumindest in den sozialen Netzwerken, allen Voran Twitter, werden sich die eingeführten Begriffe wohl nicht mehr ändern. „Nachrichteneinspeisung“ ist eben nicht so einfach wie „Newsfeed“ und Jesus hatte zwar Anhänger, ich dafür aber „Follower“.

 

Quellen:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-geht-gegen-Anglizismen-vor-article10873656.html

http://www.anglizismusdesjahres.de

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-geht-gegen-Anglizismen-vor-article10873656.html

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article2085604/Wie-viel-Englisch-vertraegt-Hamburg.html