Archiv der Kategorie: Zukunft des Internet

WhatsApp Chatbot der Öffentlich-Rechtlichen – Die „Zeitung“ der Generation Z?

Der Tag mit Novi

7:30 –  „Guten Morgen (Kaffee-Emoji)„, wünscht mir Novi und stellt mir Anschluss die 3 wichtigsten Themen des Tages vor. Novi ist der Whatsapp Chatbot der Tagesschau,entwickelt von ARD und NDR für das öffentlich-rechtliche Jugendangebot „funk„.

Morgens gegen 7:30 stellt er mir die 3 wichtigsten Themen des Tages vor. Eine Überschrift wie sie in der Zeitung stehen könnte, dann zwei bis drei Sätze die das Thema weiter erklären. Die obligatorischen Emojis, dann folgt der Link zum dem Artikel der Tagesschau, den auch die restlichen Nutzer des Tagesschau Internetangebots über App oder Website abrufen können.
Je nach Möglichkeit wird der Nachricht noch ein Bild, GIF oder ein kurzes Video beigefügt.

Abends gegen 18:30 kommt die nächste Nachricht von Novi – drei Themen im gewohnten Format (wie morgens). Die Besonderheit der Abend-Nachricht ist jedoch, dass ein weiteres Thema aufbereitet wird – „ausführlich“. Dazu wird die Thematik mithilfe von drei Fragestellungen abgearbeitet, man will den Millenial schließlich nicht überfordern. Vergleichsweise kurze Satzstrukturen, visuell unterstützt durch Emojis und der in Whatsapp möglichen Textformatierung.

Die dritte Nachricht die Novi mir schickt ist keine die planmäßig verschickt wird. Wie das Blitz-Emoji am Anfang der Nachricht bereits signalisiert, handelt es sich hierbei um eine Eilmeldung: „Das britische Unterhaus hat heute Abend den Brexit Deal mit der EU abgelehnt“ updatet Novi um 21 Uhr die um 18:30 vorausgegangene Nachricht.



Was genau ist ein Chatbot?

Chatbots sind Dialogsysteme, welche mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Kontakt mit realen Personen treten. Dies geschieht in der Regel über Online-Angebote wie Facebook, Telegram und Whatsapp. Sie erklären z.B. Produkte und Dienstleistungen ihrer Betreiber in dem sie auf einfache Fragestellungen antworten können.
Dieser Definition nach ist es fraglich ob „Novi“ in Whatsapp als Chatbot anzusehen ist. Novi ist es noch nicht möglich auf Rückfragen zu reagieren, zumindest in Whatsapp. Der Konkurrent „Telegram“ verfügt bereits über die Möglichkeit mit Novi zu interagieren. Dort kann man mit vorgefertigten Antworten mehr Infos über ein Thema abfragen oder zu einem anderem Thema wechseln. Bei der internen Konkurrenz, dem „Facebook-Messenger„, ist dies auch so.

Die Sprache

Sprachlich sind die Nachrichten von Novi überwiegend neutral, jedoch wird dies durch einzelne Formulierungen aus der Umgangs- oder Jugendsprache ergänzt. Zudem wird die Ernsthaftigkeit mancher Beiträge durch den übermäßigen Gebrauch von Emojis herabgesetzt.
Die Themen werden so ausgewählt, dass sie sich nicht täglich wiederholen. Es sei denn unerwartete Änderungen finden statt. Das sorgt dafür, dass ein großes Themenfeld abgedeckt wird, zwar in begrenztem Umfang, die Leser bleiben so auf dem aktuellen Stand und können bei Bedarf auf die Links der Tagesschau-Website zurückgreifen.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Chatbot Novi, trotz der jugendlichen Sprache, ein guter Vorstoß der Öffentlich-Rechtlichen ist, um die vermeintlich „unpolitische“ Generation zu erreichen. Es ist davon auszugehen, dass Chatbots erst im Kommen sind. Mit Intensivierung der KI-Forschung können immer mehr Funktionen erfüllt werden. Bereits jetzt verkaufen oder informieren Geschäfte mit Hilfe von Chatsbots (Bsp: ebay). Sogar die Politik interessiert sich für Chatbots oder macht Gebrauch von ihnen wie die Einführung eines Chatsbots der CSU, während des Wahlkampfes zeigt

Das Phänomen Second Screen

Um informative Daten eines Fußballspiels abzurufen, um mit Freunden über sozialen Netzwerken Sendungen oder Schauspieler zu kommentieren, laufen Krimis oder Quiz-Shows im Fernsehen, haben Smartphone, Tablet und Notebook immer seltener Pause – der Grund: der Second Screen.

Was bedeutet eigentlich Second Screen?

Second Screen ist die parallele Nutzung vom TV-Gerät und einem anderen Endgerät, beispielsweise eines Smartphones oder Tablet. Dabei nimmt die Nutzung vom mobilen Endgerät Bezug auf den Inhalt des laufenden Fernsehprogrammes.  

Laut Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 steigt die Nutzung des Second Screens. Mehr als jeder zweite deutsche Fernsehzuschauer ab 14 Jahren nutzte 2014 Second Screen.

Der Second Screen ist für viele Zuschauer nicht mehr wegzudenken. Das Fernsehen und die Produktion der Inhalte haben sich verändert. Viele Formate bieten nun Apps an die zum Second Screen genutzt werden können. Beispielsweise die Tatort-App, bei der jeder während Tatort läuft ein Teil des Ermittlerteams werden kann oder Informationen über die Schauspieler nachlesen kann. Ziel der App ist es, als erster den richtigen Täter zu vermuten.

Quelle: https://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/tatort-app100.html

Nun stellt sich für mich die Frage, wie sich das Phänomen Second Screen auf die Gesellschaft auswirkt. Für mich zählt Second Screen zur Erweiterung des Unterhaltungsmediums. Meiner Meinung nach wird die Unterhaltung, sowie das Programm generell im Fernsehen immer stumpfer.  Dadurch verlieren viele den Bezug zur Realität. Das Kommentieren von Schauspielern oder Darsteller auf sozialen Netzwerken während einer Show wird als selbstverständlich gesehen. Dass dadurch schnell Onlinemobbing entstehen kann, ist glaube ich nicht vielen bewusst und konstruktive Kritik entwickelt sich zu Hass-Kommentaren. Manche Kommentare die man lesen kann sollten nicht von Kindern gelesen werden. Online mobben, das sogenannte Cyber-Mobbing, ist zu einem großen Thema geworden und kann durch das Second Screen und den damit verbundenen „Getratsche“ über sozialen Netzwerken verstärkt werden.

Jedoch bin ich auch der Meinung, dass der Second Screen auch positive Auswirkungen hat. Durch die ständige Vernetzung mit Freunden pflegt man die sozialen Kontakte. Man nimmt Aktiv an Sendungen teil, was auch viel Spaß machen kann.

Quellen: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/files/2014/0708-2014_Busemann_Tippelt.pdf
https://www.usabilityblog.de/second-screen-studie-das-fernsehen-im-wandel/

Die gefährliche Selbstinszenierung in den sozialen Medien

Schon seit vielen Jahren wird Photoshop in der Mode- und Beautyindustrie heiß diskutiert und vor allem kritisiert. Heute ist der Traum von einer makellosen Haut oder einer dünnen Taille, durch kostenlose Apps wie Facetune oder Adobe Photoshop, nur noch wenige Klicks entfernt und für jeden zugänglich.

Welcher Social-Media-Nutzer hat sich nicht schon einmal eines Filters bedient, einen Pickel retuschiert oder seine Zähne heller geschummelt? Man müsste meinen ein kleiner Selbstbewusstseinsschub ist harmlos, aber welche Auswirkungen hat diese Inszenierung der Realität auf unsere Gesellschaft und vor allem auf Jugendliche?

Laut neuen Studienergebnissen der MaLisa Stiftung, die Ende Januar in Berlin präsentiert wurden, betrachten jugendliche Social-Media-Nutzer Influencer auf sozialen Medien als Vorbilder und ahmen deren Posen und Aussehen nach. Insbesondere Mädchen, die Influencern folgen, sollen ihre Bilder stärker bearbeiten als solche die keinen folgen.

Quelle: Maya Götz – Selbstinszenierung von Mädchen auf Instagram. München 2018

Aber was zählt als Schönheitsnorm? Wie müssen Bilder aus der Perspektive der Nutzer aussehen um als „gut genug zum Posten“ wahrgenommen zu werden?

Mit diesen Fragen befasste sich der renommierte britische Mode- und Porträtfotograf Rankin in seinem Projekt Selfie Harm. Er lichtete insgesamt 15 Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren ab. Die Teenager traten ungeschminkt und so natürlich wie möglich vor die Kamera um ein Porträt von sich schießen zu lassen. Das Bild wurde der jeweiligen Person zurückgegeben mit der Aufgabe es so zu bearbeiten, dass es auf ihren sozialen Kanälen gepostet werden könnte.


RANKIN PHOTOGRAPHY LTD

RANKIN PHOTOGRAPHY LTD

Die Mädchen sind teilweise nicht wiederzuerkennen. Nasen wurden kleiner, Lippen voller und das Makeup stärker gemacht.

Gegenüber „Business Insider“ sagte Rankin zwar, dass die Teenager eigentlich die natürlichen Bilder besser fanden, aber als es um die Nutzung sozialer Medien ging, alle trotzdem die Bearbeitungs-Apps nutzten.

„Es ist Zeit, dass wir die gefährlichen Auswirkungen, die soziale Netzwerke auf das Selbstbild von Menschen haben, anerkennen.“ – Rankin

Junge Mädchen empfinden ihr natürliches Aussehen also zunehmend als unzureichend. Wenn ihre Erscheinung nicht dem „Influencer-Standard“ entspricht wird mit genannten Apps nachgeholfen. So kommt es zu einer Verzerrung des Verständnisses von „natürlich“ und „real“. Außerdem wird durch diese Orientierung an der Norm die Selbstinszenierung immer gleichförmiger, wodurch die Vielfalt verloren geht.

Quellen:
https://www.glamour.de/beauty/wellness-gesundheit/selfie-harm-rankin
https://www.instagram.com/p/BtRMUjKF-e7/?utm_source=ig_share_sheet&igshid=5azwwyycahc6 https://malisastiftung.org/wp-content/uploads/Selbstinzenierung-in-den-neuen-Medien.pdf
https://www.thetimes.co.uk/article/4501d4f6-2718-11e9-8a1b-74db4c6005e7

Personalisierte Werbung auf Social Media – Spioniert Facebook uns aus?

Wer kennt es nicht: Man stöbert in Onlineshops, sieht ein schönes Paar Schuhe und plötzlich tauchen sie überall auf. Sei es Facebook, Instagram oder Twitter, personalisierte Werbung ist das A und O für jede Online Plattform. Doch wie weit dürfen die Anbieter gehen, um an Informationen für die zielgerichteten Anzeigen zu gelangen?


Datenschutz

Die EU unternimmt Schritte, um eben diese Frage zu regeln. So trat beispielsweise am 25. Mai 2018 die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Diese legt fest, dass personenbezogene Daten nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers verarbeitet werden dürfen. Das macht es für Unternehmen wie Facebook schwieriger, an Daten für personalisierte Angebote zu gelangen. Trotz allem haben Nutzer sozialer Medien immernoch wenig Kontrolle darüber, was mit ihren Daten passiert. Bei den meisten Anbietern sind die Voreinstellungen oft nicht datenschutzfreundlich gestaltet. Verbraucherschützer kritisieren unter anderem die Apps Facebook und Instagram.


Aber wie genau funktioniert Personalisierung eigentlich?

Die wohl beliebteste Methode ist Programmatic Advertising. Hierbei werden freie Anzeigenplätze auf einer Website in Echtzeit versteigert, während diese Seite auf dem Gerät des Nutzers lädt. Informationen wie IP-Adresse, technische Details über das verwendete Gerät und persönliche Daten über den Nutzer werden innerhalb von Sekunden an hunderte von Werbefirmen gesendet. Viele Anbieter nutzen zusätzlich Cookies, die ihnen das Tracking ihrer Kunden durchs Internet ermöglichen. Tracking dient dazu, Interessenprofile eines Nutzers zu erstellen und ihm somit personalisierte Werbung anzeigen zu können. Durch das Abgleichen der Cookie-IDs, sind die Firmen in der Lage, Werbung nicht nur websiteübergreifend, sondern auch geräteübergreifend zu schalten. Als Nutzer ist man sich dessen in den meisten Fällen nicht bewusst und hat im Prinzip keine Kontrolle darüber, was mit den eigenen Daten passiert.


Facebook-Tracker in Android Apps

Facebook geht allerdings noch weiter um an Informationen über seine Nutzer zu gelangen. Forscher der University of Oxford haben herausgefunden, dass fast die Hälfte der Apps im Google Play Store einen Facebook-Tracker enthalten. Eine Großzahl davon sendet schon beim ersten Öffnen der App Informationen an Facebook, ohne dass der Nutzer die Möglichkeit hat, dem zuzustimmen oder es abzulehnen. Die wichtigste Information ist die Google-ID, durch die Verbindungen zwischen unterschiedlichen Apps hergestellt werden können, so auch mit der Facebook-App. Wenn sich der Nutzer auf dem verwendeten Gerät schon einmal beim sozialen Netzwerk angemeldet hat, können die Daten direkt mit dem Profil verknüpft werden. Allerdings muss nicht zwangsläufig ein Facebook-Konto vorliegen, damit die Daten an den Konzern gesendet werden. Das heißt, dass auch diejenigen, die kein Facebook nutzen, vor der Datenübertragung nicht sicher sind. All das ist für Nutzer meist nicht transparent, zumal viele der betroffenen Apps den Facebook-Tracker in ihrer Datenschutzerklärung nicht erwähnen. Laut Facebook selbst stehe es jedem Nutzer frei, sich für oder gegen personalisierte Werbung zu entscheiden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass im Falle der Entscheidung dagegen die Datenübermittlung komplett eingestellt wird, sondern dass die Daten lediglich nicht zu Werbezwecken genutzt werden (Mobilsicher).


Hört Facebook uns ab?

Seit einiger Zeit ist außerdem ein neues Phänomen aufgetreten: Plötzlich erscheint Werbung für Produkte, über die man lediglich gesprochen, aber niemals online danach gesucht hat. Werden wir durch unsere Smartphones, Tablets und Laptops abgehört?

Tatsächlich hat Facebook, wie 2018 bekannt wurde, ein Patent beantragt, das es ermöglicht das Mikrofon seiner Nutzer einzuschalten und die Umgebung aufzunehmen. Es soll laut Facebook jedoch nicht verwendet werden, sondern nur dazu dienen, Konkurrenz-Unternehmen zuvor zu kommen. Aufgezeichnet werde nur dann, wenn eine Funktion verwendet wird, die den Zugriff auf das Mikrofon erfordert. Dazu zählen Anrufe oder Sprachnachrichten im Messenger oder Videos, die über die Facebook- oder Instagram-App aufgenommen werden. Angeblich werden diese Daten vertraulich behandelt. Dennoch sind viele Nutzer skeptisch. Nicht nur YouTuber haben versucht der Sache mit Selbstexperimenten auf den Grund zu gehen, auch Galileo hat Nachforschungen angestellt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Werbeanzeigen zu Produkten, über die gesprochen wurde, oft nicht auf Facebook selbst, sondern beim Tochterdienst Instagram auftauchen. Es scheint an den Gerüchten, Facebook würde uns abhören, also doch etwas dran zu sein.


Werbung auf WhatsApp

Vor den Werbestrategien von Facebook scheint auch WhatsApp nicht mehr sicher zu sein. Als der Facebook Konzern den Messengerdienst 2015 aufkaufte, wurde einer fünfjährigen Frist zugestimmt, in der auf WhatsApp keine Werbung geschaltet werden durfte. Diese läuft im Februar diesen Jahres aus und Facebook hat bereits angekündigt, dass ein werbefreies WhatsApp, wie wir es kennen, bald nicht mehr geben wird. Wie die Umsetzung aussehen soll, ist allerdings noch nicht bekannt. Eine Möglichkeit wäre, die Anzeigen zwischen den Status-Stories zu platzieren, wie man es bereits von Instagram kennt. Es ist auch fraglich, wie die Personalisierung der Werbebeiträge funktioren soll, da die Nachrichten auf WhatsApp verschlüsselt sind. Facebook kann diese also nicht nach Stich- und Schlagwörtern durchsuchen. Es bleibt abzuwarten, wie personalisierte Werbung im beliebten Messengerdienst realisiert werden wird.


Quellen

Molly Burke – Wie eine blinde YouTuberin das Internet verändert

Auf den ersten Blick wirkt die 24-Jährige Molly Burke aus Los Angeles wie eine ganz normale YouTuberin, die ihren Alltag mit ihren Zuschauern teilt. Sie trinkt gerne Kaffee bei Starbucks, liebt Shoppen und färbt ihre Haare oft in knalligen Farben. Was man ihr erst anhand des Zitterns ihrer Augen oder ihrem Blindenhund namens Gallop anmerkt: Sie ist seit zehn Jahren blind ist.

Im Alter von 14 Jahren hat die, übrigens auch als Motivationssprecherin tätige, Molly ihre Sehkraft in Folge der Krankheit „Retinitis Pigmentosa“ verloren. Heute sieht sie nur noch Licht und Schatten. Ein Grund dafür, weswegen sie Glitzer liebt. Die Lichtreflexionen kann sie nämlich noch immer erkennen.


There is no medical model of disability, there is no hope of fitting in or belonging to a world that buys into or supports that framework. I am not broken. And I don’t need to be fixed. Society does.

Zitat aus der Rede von Molly Burke, hochgeladen am 14.11.17 auf YouTube

Molly Burke mit ihrem Blindenhund Gallop
(Bildquelle: Instagram)

In ihren Videos zeigt sie, wie die Medien stellenweise mit der Barrierefreiheit hinterher hinken oder an welchen Stellen schon einiges erreicht wurde. Zum Beispiel zeigt sie die VoiceOver Funktion ihres Smartphones und ihres Laptops, welche eine Sprachausgabe ermöglicht und alles auf dem Bildschirm laut ausspricht.

Andere Möglichkeiten, wie sie zum Beispiel Social Media nutzen kann, sind Fotobeschreibungen auf Instagram.

Dafür hat Instagram vor kurzem zwei neue Funktionen ins Leben gerufen, die sehbehinderten Menschen die Nutzung der App erleichtern soll. Zum einen gibt es einen automatischen Alternativtext, der mit einer Objekterkennungs-Technologie das Bild beschreibt, zum anderen kann jeder Nutzer selbst zur normalen Bildbeschreibung zusätzlich eine barrierefreie Bildbeschreibung einfügen.

Eine Studie, gefördert von den Medienanstalten und Aktion Mensch, hat sich mit genau diesen Zugangsproblemen, von denen Molly spricht, befasst. Hier wurden unter anderem Defizite wie fehlende Audiodeskriptionen im Fernsehen oder die nicht mögliche Nutzung von Zeitungen oder dem Internet genannt. Man merkt also, dass dieses Problem global ist und nicht nur in Mollys Heimat, den USA, zu einer Exklusion von Menschen mit Behinderung führt.

Kollaboration mit YouTuber Shane Dawson

In Kollaborationen mit anderen YouTubern, wie zum Beispiel Shane Dawson, versucht Burke der Welt zu zeigen, wie es ist, blind zu sein. Hierfür nutzt sie ihre Reichweite von 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten. (Stand: 30.1.19) Unter anderem erklärt Molly auch, welche Klischees es gibt, welche Fragen man Sehbehinderten nicht stellen sollte oder wieso man Blindenhunde nicht streicheln darf, während sie arbeiten.

Im Video mit Shane Dawson erwähnt die gebürtige Kanadierin, dass sie Dawsons Buch nur deswegen kannte, weil er es als Hörbuch eingesprochen hatte und sie liebend gerne das zweite Buch hören würde, es aber leider zu ihrem großen Bedauern nicht vertont wurde. Dawson reagierte darauf emotional. Er war sich nicht bewusst, welchen Einfluss solch kleinen Gesten auf das Leben anderer haben können.

Gerade im Social Media Zeitalter, während des regelrechten Boom der Influencer-Branche, hat Molly Burke eine Nische gefunden, in der sie sowohl unterhaltende, als auch informierende Videos, Fotos oder Texte teilt. Sie selbst fungiert so als Sprachrohr für die Community der Sehbehinderten, die bis dato keine Plattform hatten, um sich zu repräsentieren. Damit öffnet sie auf der ganzen Welt Augen für Probleme, für die die Gesellschaft vorher blind war.

Medienkompetenz – Das Bilderbuch der Digitalisierung

Der Konsum von Bildinhalten, insbesondere der von Jugendlichen, steigt immer weiter an. Wie das mit dem Internet und der Digitalisierung zusammenhängt, das lesen Sie hier: 

Der Zugang zu Medien ist noch nie so einfach gewesen. Das ist der zunehmenden Digitalisierung zu verdanken. Hierbei gelangt der Konsument immer häufiger über das Internet zu Inhalten wie Videos, Bildern und Zeitungsartikeln.
Das Internet bietet einen enormen Pool an Informationen. Diese Informationen variieren stark und sind nicht immer nutzbringend. Falsch gestreute Informationen wie „Fake-News“ tendieren die Meinungsbildung zu verfärben. Es ist daher offenkundig ratsam, nicht allem zu trauen, was man im Netz vorfindet. Dazu zählen auch Bildinhalte. Selektives Vorgehen wäre da gefragt.

Um aber überhaupt selektieren zu können, wird ein Vorwissen benötigt, das mit höherem Alter wahrscheinlicher vorhanden ist. 
Unsere Jugend könnte sich dieses Vorwissen meist nur in der Schule und im Zuge der häuslichen Erziehung aneignen. Allerdings wird Medienkompetenz in Schulen weitestgehend nicht unterrichtet und Eltern halten eher an tradierten Medien fest. 
Die Jugend ist also gerade im Bezug auf die neuen Medien, wie etwa „Social-Media“, sich selbst überlassen.

Nun haben Jugendliche die Wahl, was sie rezipieren möchten. Spoiler:Tageszeitungen und andere längere Texte sind meistens nicht.

Bildquelle: https://goo.gl/images/3fhmn8

Laut der Jim-Studie schauen 65% der befragten Jugendlichen täglich Videos (3% mehr als im Vorjahr).
Allerdings lesen nur
19% auch täglich Bücher (2% weniger als im Vorjahr).
E-Books und Online-Zeitungen liegen prozentual sogar noch weiter darunter.

Medienkonsum, insbesondere der jugendliche, gleicht mit frappierender Ähnlichkeit dem Konsum von Bilderbüchern
Analogien finden sich in der Mehrung der Bild- gegenüber den Textinhalten und in der Ursache des Konsums.

Die ist darin begründet, dass wir Bilder tendenziell leichter und intensiver wahrnehmen als Texte. War es zu Beginn der Printmedien ein äußerst komplexes Unterfangen, Bilder in großer Zahl zur Verfügung zu stellen, so fällt der Arbeitsaufwand für derartiges heute bestenfalls marginal aus: Beinahe jede Privatperson in Deutschland kann als Video- Bild- und Textproduzent fungieren und vermag es prinzipiell die gesamte Bevölkerung zu erreichen, die Zugang zum Internet besitzt. Unzählige Meinungen und Informationen, ob valide oder nicht, sind abrufbar. 

https://goo.gl/images/5uNVWN

Und hier spielt die Selektion eine exorbitante Rolle: Woher wissen Kinder und Jugendliche welche gesellschaftliche Tragweite ihr Konsumverhalten in sich birgt? Zum drögen Lesen von bildenden Büchern wird man ja bereits in der Schule gezwungen, wieso sich also auch noch in der Freizeit den Kopf zermartern? – Dann konsumiert man doch lieber Themen, die im „wahren“ Leben wirklich interessant sind. Wie etwa das neuste YouTube-Video zu Beziehungsdramen. 

https://www.youtube.com/channel/UCK274iXLZhs8MFGLsncOyZQ
(Stand: 12. Dezember 2018)

Die Folgen sind genutzter Raum für Meinungsmache von unlauteren Personen und Krisen in Printmedien wie beispielsweise der Zeitungskrise.

Oft wird unsere ehemalige Kanzlerin Angela Merkel für die Aussage, dass das Internet für uns alle Neuland sei belächelt. Doch Fakt ist: Das ist es tatsächlich. Das Internet kann, in seiner gesellschaftlichen Tragweite, mit dem Buchdruck verglichen werden. Wir gehören zu den ersten Generationen, die seine Auswirkungen erleben. Der richtige Umgang damit möchte von uns allen weiter verbessert werden. 

Es ist daher schlussendlich essenziell, dass zukünftige Generationen im Umgang mit Medien geschult und sensibilisiert werden, um größere Zusammenhänge, in Wechselwirkung mit der Digitalisierung, erfassen zu können. Die Zeit ist reif, die Früchte zu ernten, welche die Menschheit gesät hat, anstelle sie unkontrolliert vegetieren zu lassen.

“Vor dem Netz sind alle gleich.” – Von wegen!

Eine kurze Abhandlung über den Verlust der Netzneutralität in den Vereinigten Staaten und was uns das alles überhaupt angeht 

 

„Tritt nicht auf mir herum“ *- Die LAN-Schlange versucht, sich gegen die bevorstehende Malträtierung zu wehren; leider vergeblich.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden in den USA Anstrengungen unternommen, die Einführung der Netzneutralität rückgängig zu machen. Darüber zu entscheiden hatte die FCC (Federal Communications Commission). Am 14. Dezember letzten Jahres war es dann so weit: Mit einem 3/2-Verhältnis gewannen die Befürworter des Amendements das Votum und das neue Gesetz war verabschiedet.

Auch wenn das Stichwort Net Neutrality erst vor Kurzem im großen Stil Einzug in die journalistischen Medien gehalten hat – der Begriff an sich existiert schon bedeutend länger. Das erste Mal fiel er im Zusammenhang mit der Telefonie im Jahre 2002, mittlerweile wird darunter die Gleichbehandlung von im Internet verschickten Daten verstanden. Die Übertragungsrate darf weder zu Gunsten noch zu Ungunsten des Senders beziehungsweise des Empfängers und auch nicht aufgrund von Inhalt oder Erstellungsmethode gedrosselt oder erhöht werden.

Nur so kennen wir das Internet, genau so und nicht anders gestaltet sich unser Erleben des World Wide Webs seit – naja, seit jeher eben! Scheint ein fundamentales Prinzip zu sein, diese Netzneutralität. Warum also in Frage stellen?

So grundlegend es sich auch anhört, zementiert wurde dieses „Recht auf Gleichheit“ zum frühesten Zeitpunkt erst im Jahre 2012, und das nur in der Niederlande und in Slowenien. 2015 wurden dann sowohl vom Europäischen Parlament als auch von der amerikanischen Regierung diesbezüglich Verordnungen verabschiedet. Bis dato galt er als „Informationsdienst“, nun aber wird der Internetzugang als ein „Kommunikationsdienst“ angesehen. Das bedeutet, dass das Surfen im Web fortan ähnlich wie Wasser und Elektrizität zur Grundversorgung gehört.

Ajit Pai’s Ziel war es, der Net Neutrality ein Ende zu bereiten.            Sein Vorhaben ist geglückt.

Nun, dem von Trump handverlesenen Vorsitzenden der FCC Ajit Pai war diese Entscheidung offensichtlich ein Dorn im Auge. Er hat es sich seit dem Zeitpunkt seiner Ernennung zur Aufgabe gemacht, diesen Schritt rückgängig zu machen. Er behauptet, im Geiste des kompetitiven Marktes zu handeln und sieht die unter Obama vorgenommene Änderung als eine Lösung zu einem nicht dagewesenen Problem an.

Abertausende Nutzer haben vergeblich versucht, gegen den Plan des Politikers vorzugehen; die Angst vor den Konsequenzen ist groß: durch das Angebot von Paketangeboten seitens der ISPs (Internet Service Provider, hierzulande bspw. Vodafone, 1&1, etc.) fände eine Förderung des ohnehin schon bestehenden Monopolstatus‘ von Facebook, Netflix & Co. statt, nicht zahlungsfähige oder unliebsame Domainen könnten gedrosselt oder gar geblockt werden und Start-Up-Unternehmen werden noch mehr Steine in den Weg gelegt als sowieso schon überwunden werden müssen. Schon 6 Wochen später haben die Staaten New York und Montana sich entschlossen, aktiv gegen die Durchsetzung des Beschlusses vorzugehen.

Netzneutralität als ein Grundrecht, das verteidigt           werden möchte: Die Frustration der Menschen zeigt        sich in einer Vielzahl von Protesten.

Natürlich kommt bei der ganzen Debatte die Frage auf, was das alles für eine Bedeutung für die EU und Deutschland im Besonderen hat. Noch hat das Europäische Parlament keine Anstalten gemacht, sich die USA zum Vorbild zu nehmen. Es wird jedoch bemängelt, dass in der Verordnung von 2015 diverse Schlupflöcher offen gelassen wurden. Ein heiß umstrittener Fall des Zuwiderhandelns gegen die Datengleichheit ist die Implementierung von sogenannten Zero-Rating-Diensten. Das von der Telekom angebotene Tarifpaket StreamOn ist nur ein Beispiel dafür. StreamOn ermöglicht es, im mobilen Netz Streaming-Dienste von Partnerunternehmen zu nutzen, ohne das Datenvolumen zu belasten. Gegen das Angebot selbst wird nicht vorgegangen, jedoch wurde eine Änderung bezüglich des Surfens in der EU verordnet: bis jetzt funktioniert der Dienst nur im deutschen Netz – wenn sich das nicht ändert, droht der Telekom ein Zwangsgeld, so die Bundesnetzagentur.

Der Fakt, dass die USA sich trotz unzähliger Gegenstimmen für die Abschaffung der Net Neutrality entschieden hat, ist beängstigend. Deutschland setzt sich zwar offensichtlich bis zu einem gewissen Grad für den Erhalt der Netzneutralität  ein. Trotzdem gilt es aufzupassen, denn der Grat zwischen Privileg und Diskriminierung ist schmal.


* Die Illustration ist eine Reminiszenz an die Gadsden-Flagge. Früher ein Symbol für amerikanischen Patriotismus, so wird sie heute zunehmend von Anhängern des Libertarismus in den USA verwendet. Ein passendes Motiv zu den jüngsten Geschehnissen in Amerika.


 

Quellen

Artikel
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Net_neutrality_in_the_European_Union
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Net_neutrality_in_the_United_States
  • https://www.purevpn.com/blog/arguments-against-net-neutrality/
  • https://www.savetheinternet.com/net-neutrality-what-you-need-know-now
  • https://arstechnica.com/tech-policy/2018/01/net-neutrality-will-be-enforced-in-new-york-under-orders-from-governor/
  • http://www.zeit.de/digital/internet/2017-12/netzneutralitaet-streamon-bundesnetzagentur-verbraucher-interesse
Bilder
  • https://pbs.twimg.com/media/DPVOdwtX4AA2Ucl.jpg
  • https://static01.nyt.com/images/2017/11/21/business/21NETNEUTRALITY/21NETNEUTRALITY-superJumbo.jpg
  • http://forupon.com/wp-content/uploads/2017/12/018-nyc-net-neutrality-protest-verizon-hq-dec-7-2017.jpg

Sorgen Amazon und Co für das Aussterben des Einzelhandels?

Es gibt in unserer digitalisierten Welt heutzutage vermutlich nur noch wenige Menschen, die noch nie von Internetplattformen wie beispielsweise Amazon oder Ebay gehört haben. Immer mehr Einkäufe werden dort getätigt, immer weniger Einkäufe werden im Einzelhandel in Innenstädten verrichtet. Betroffen ist davon nahezu jede Branche: Bekleidung, Elektronik, Kosmetik, Medikamente und viele weitere. Die Möglichkeit, Lebensmittel im Internet zu erwerben wird bisher eher weniger genutzt, aber auch diese wird immer populärer und verbreitet sich. Aber warum?

Es ist nun mal einfach bequemer, von zu Hause aus Dinge im Internet zu bestellen. In Zeiten, in denen es das Internet noch nicht gab, hatte man keine andere Möglichkeit, als sich in oftmals überfüllte Städte zu begeben. Heute jedoch ist man nicht mehr daran gebunden, sondern kann auch auf das Internet zurückgreifen, was dementsprechend auch viele Menschen tun. Außerdem hat das Internet keine „Öffnungszeiten“, sodass bestellen jederzeit möglich ist und man sich nicht an Öffnungszeiten von lokal vorhandenen Geschäften halten muss. Die folgende Grafik zeigt weitere Gründe für Online-Handel, allerdings auch die Gründe, die für „Offline-Handel“ sprechen könnten.

Probleme bestehen auch darin, dass es dem Einzelhandel nicht mehr gelingt, sich vom Online-Markt abzuheben. Egal wie speziell oder ausgefallen die angebotene Ware ist, es wird auf jeden Fall möglich sein, die selben oder zumindest ähnliche Produkte zu einem günstigeren Preis im Internet zu finden. Ein weiteres Beispiel ist, dass viele Menschen vor Ort Schuhe anprobieren, um diese dann letztendlich doch nicht zu kaufen, weil man sie im Internet vermutlich günstiger kaufen kann. Bezüglich des Services kann gesagt werden, dass Schuhgeschäfte wie Sidestep oder Footlocker auf ein direktes Ansprechen des Kunde, sobald dieser den Laden betritt, setzen. Dies schreckt viele, die sich nur in Ruhe umsehen möchten, ab. An dieser Stelle wäre der Verbesserungsvorschlag, dass weniger manchmal mehr ist, meiner Meinung nach angebracht. Beratung auf Anfrage des Kunden reicht völlig aus, allerdings sollte dann ein guter Service geboten werden können, bei dem der Kunde merkt, dass der Verkäufer sich mit dem, was er verkaufen möchte auch auskennt. Neben dem Thema Service ist auch die leidige Parkplatzsuche ein Problem, an dem es zu arbeiten gilt.

Fazit

Prognosen von Experten besagen, dass in ungefähr 15 Jahren jedes zweite größere Unternehmen vom Markt verschwunden sein wird. Dies sollte jeden einzelnen von uns nachdenklich machen und zu Überlegungen darüber anregen, ob dies wirklich so geschehen soll oder ob man sich dazu entscheidet, den Einzelhandel doch etwas mehr zu unterstützen. Letztendlich bleibt aber wohl jedem selbst überlassen, wo er seine Einkäufe tätigt und uns bleibt nichts anderes übrig, als die in unseren Augen richtige Entscheidung zu treffen und abzuwarten, ob die Tendenz eher in Richtung Erhaltung des Einzelhandels oder in Richtung weiterer Vormarsch des Online-Handels geht. Abschließend kann gesagt werden, dass trotz allem wohl kein gutes Geschäft, welches auch weiterhin in einer Innenstadt weiter existieren möchte, an einer Online-Präsenz vorbeikommt. Diese sollte aber in gewissem Maße auch dafür sorgen, dass der stationäre Handel durch sie gestärkt wird und umgekehrt.

Textquellen:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/innenstaedte-der-einzelhandel-verschwindet-und-das-ist-gut-so-1.3045300

https://www.welt.de/wirtschaft/article161812481/Dem-deutschen-Einzelhandel-droht-ein-Massensterben.html

https://e-commerce-blog.de/einzelhandel-stirbt-ursachen-loesungen-stationaeren-handels/

https://blog.lombego.de/zukunft-im-handel-digital/

Bildquelle:

https://www.locafox.de/blog/wp-content/uploads/2015/07/GfK_eCommerce_rational-emotional.jpg

„Fake News“ in Bildern – Und Wie Man Dagegen Vorgehen Kann

“Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben wissen, wissen wir durch die Massenmedien.”

Dieses Zitat von Luhmann, einem der führenden deutschen Systemtheoretiker, ist immernoch aktuell – durch das Aufkommen der “Fake News” vielleicht sogar wichtiger denn je. Falsche Nachrichten sind zwar kein neues Phänomen, aber durch Verbreitung in den Medien – in den letzten Jahren vor allem durch soziale Medien wie Facebook und Twitter – und gezielten Anschuldigungen etabliertem Journalismus gegenüber, nicht zuletzt von so einflussreichen Persönlichkeiten wie dem Präsidenten der USA, ist diese Debatte in den letzten Jahren wieder aufgeflammt. Und sie geht einher mit der Frage einer “Vertrauenskrise” in den Journalismus. Eine große Rolle spielen hier Fotos – jeder kann sie überall machen, und fast jeder hat die Möglichkeit, sie zu bearbeiten. Vor diesem Hintergrund sollten Bilder immer mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden. Sie zeigen nämlich nicht immer nur die Wahrheit.

Ein Twitteraccount, der sich dem Aufdecken von bearbeiteten und falsch zugeordneten Fotografien verschrieben hat, ist @PicPedant. Von zusammengefügten Bildern von malerischen Sonnenuntergängen über falsch zugeordnete Vulkane bis hin zum Ausgeben von digital erstellten Bildern als echte Fotografien lässt sich hier vieles finden. Buzzfeed hat 14 davon zusammengestellt. Auch der Account @HoaxEye verschreibt sich dieser Aufgabe – unter anderem zum Berichtigen von falschen historischen Fotos, wie in diesem Interview deutlich wird.

Ein beliebter Fehler sind fehlende Spiegelungen in den Wasseroberflächen.

Bei falsch zugeordneten Fotografien kann zudem ein weiteres Tool Aushilfe schaffen – TinEye ist eine Browsererweiterung, mit dem man das Internet nach Bildern durchsuchen kann – ähnlich also wie die Bildersuche von Google. Der Gedanke dahinter ist, dass so die originalen Zusammenhänge von geklauten Bildern gefunden werden können und unter anderem falsche Kontexte des Bildes aufgeklärt werden können.

Für Leute, die sich auf diesem Gebiet weiterbilden wollen und selbstständig erkennen wollen, woher ein Bild stammt, für die ist außerdem die Quizreihe auf Twitter die perfekte Gelegenheit. An jedem Werktag posten andere Journalisten Bilder, anhand dener ihre Follower den Ort, an dem sie sich befinden, erkennen müssen. So zum Beispiel Julia Bayer von der Deutschen Welle. Im #MondayQuiz stellt sie Aufgaben wie das Herausfinden des Künstlernamens eines Bildes. Onlinejournalismus hat Anfang November die verschiedenen Teilnehmer und ihre Hashtags zusammengetragen.

#MondayQuiz vom 13. November 2017

Von bearbeiteten und übereinandergefügten Fotos, falsch zugeordneten Zitaten oder schlichtweg rein digital hergestellten Bildern gibt es eine Fülle an Falschinformationen, die wissentlich und unwissentlich und in ungeahnter Schnelligkeit dank sozialer Netzwerke verbreitet werden. Um diesem Trend entgegenzuhalten und kritisch hinterfragen und prüfen zu können, dienen Tools wie TinEye oder Accounts wie HoaxEye oder von Journalisten, die mit ihren Aufklärungen und Aufgaben das Bewusstsein für „Fake News“ schärfen.

Die Macht der Öffentlich-Rechtlichen – Gefahr für die Vielfalt der Presse?

Der Rundfunkstaatsvertrag, in dem zwischen allen 16 Bundesländern die Regeln für den Rundfunk aufgestellt und vereinheitlicht werden, ist ein Dokument, das seit Jahren regelmäßig überarbeitet wird. Genau solch eine Überarbeitung hatten die Öffentlich-Rechtlichen (also ARD, ZDF, Deutschlandradio) im Sinn, als sie am 29.09.2017 drei Berichte bei der Rundfunkkommission einreichten. In diesen Berichten sollte es um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehen, um Einsparungen, die Zusammenarbeit von ARD und ZDF und Programmausweitungen. Gerade diese Programmausweitungen sorgen für viel Unmut und Kritik in der Medienwelt.

 

Wünsche und Vorstellungen der Öffentlich-Rechtlichen

Es geht im Grunde um eine „crossmediale“ Aufstellung der Sender. Das bedeutet laut des Berichts der ARD, dass man die Rezipienten „frei zugänglich auf allen relevanten Wegen mit einem publizistischen Gesamtangebot“ versorgen muss. Dazu gehört auch mehr Freiheit im Internet, ein Medium, das heutzutage gerade bei den jüngeren Zielgruppen sehr viel mehr genutzt wird als zum Beispiel das Fernsehen. Das Internet ist bis jetzt durch Dinge wie die „Sieben-Tage-Regelung“ (Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen dürfen höchstens sieben Tage im Netz verfügbar sein), das Verbot presseähnliche Inhalte zu publizieren und dessen Prüfung, durch den „Drei-Stufen-Test“ des Rundfunkrats, jedoch nicht so zugänglich für die Öffentlich-Rechtlichen. Denn: „bislang dürfen die Sender längere Texte nur online veröffentlichen, wenn diese einen direkten Bezug zu einer Sendung“ aufweisen. Gewünscht ist eine Lockerung dieser Untersagung.


„Wir stehen vor einem tiefgreifenden Umbau der ARD. Die Sender sind dabei, sich crossmedialer aufzustellen. Hörfunk, Fernsehen und Online müssen unter ein Dach.“
– Karola Wille, ARD-Vorsitzende


Kritik

Schon lange wird Kritik an der „Macht“ der öffentlich-rechtlichen Sender geübt. Vor allem die Gebührenfinanzierung steht im Fokus.
In der 41. jährlichen Ausgabe des „Spiegel“ (07.10.2017), die den Titel „Die unheimliche Macht“ trägt, findet man viel Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen. Die schon erwähnte „Reform des Rundfunks“, die sich ARD, ZDF und Deutschlandradio durch ihre Berichte erhoffen, wird hier getadelt.

Auch Stimmen anderer privater Zeitungsverleger werden laut: ARD und ZDF sind im Internet immer präsenter. Die Befürchtung ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen nun auch beginnen Textjournalismus zu betreiben. Da auch diese journalistischen Aktivitäten im Internet dann durch die Gebührenfinanzierung enorm gefördert werden würden, könnten sich Nachteile für die privaten Anbieter entwickeln. Laut mancher Verleger heißt es sogar, dass ARD schon seit langem, trotz des Verbotes durch Kooperationen (z.B. Rechercheverbund NRD, WDR, „Süddeutsche Zeitung) Einfluss auf den Textjournalismus hat.
Gerade zu einer Zeit, in der die Presse sich durch zurückgehende Zeitungsverkäufe in einer Krise befindet, könnte dies eine große Bedrohung darstellen.


„Die Angebote von ARD und ZDF sind ja kostenlos. Und wenn da umfangreiche Textangebote im Netz zu finden sind, dann tun wir uns eben schwer, bezahlte Angebote angemessen zu vermarkten.“
– Helmut Heinen (ehem. Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger)


Fazit

Wie sich das Internet und die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft entwickeln, kann man nur mutmaßen. Wichtig für die Diversität der Medien und die generelle Freiheit der Presse ist es, weiterhin zu gewährleisten, dass die Presse nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verdrängt oder gar ersetzt wird, während dieser den Rundfunkauftrag (nach §11 des Rundfunkstaatsvertrags) ausführt. Auf dem Weg dorthin scheinen wir zu sein: die Regierungschefin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, setzte bei der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit den Worten: „Also das Verbot der Presseähnlichkeit bleibt selbst verständlich erhalten“ ein „Signal an die Verleger“.

Die Macht der Öffentlich-Rechtlichen – Gefahr für die Vielfalt der Presse? weiterlesen

Digitalisierung als Zukunftssicherheit für Unternehmen

Digitalisierung heißt der große Trend unserer Zeit. Doch mit dem digitalen Umbruch entstehen auch viele Unsicherheiten.

Die zunehmende Nutzung von digitalen Geräten hat kein Ende. Immer mehr Unternehmen schlagen den Weg für Werbung über das Internet ein und lassen die Anzeigen in der Zeitung links liegen. Jeder Mensch weiß, dass die Zeitung nicht mehr das ist, was sie mal war. Der größte Teil der Gesellschaft informiert sich heutzutage über das Internet. Um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zu sichern werden verschiedene Strategen angewendet. Doch jedes fünfte Unternehmen weiß noch immer nicht, wohin die Reise geht. Eine passende Strategie ist in weiter Ferne – geht es heutzutage überhaupt noch ohne Digitalisierung von Daten und Werbung für Unternehmen?

Warum ist Digitalisierung wichtig?

Im digitalen Zeitalter sind die Kernaussagen eines Unternehmens an spezielle Zielgruppen gebunden. Die heutige Gesellschaft ist sehr breit gefächert – alle haben andere Vorstellungen und wollen optimale Informationen geliefert bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte auf dem Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates der CDU: „Es wird alles digitalisiert werden, was digitalisiert werden kann.“

Mögliche Konsequenzen der Nicht-Digitalisierung?

Deutsche Händler setzten ihr Unternehmen aufs Spiel, wenn sie sich der Digitalisierung nicht anpassen. Immer mehr Menschen lesen immer weniger Zeitung, denn was in der Zeitung steht, steht auch im Internet. Die junge Generation informiert sich größtenteils Online, die ältere Generation meistens noch über Zeitung. Jedoch werden die Menschen immer mehr dazu motiviert, digitale Geräte zu verwenden, denn ohne ist es kaum noch denkbar. So kann ein Unternehmen, welches nur in Anzeigenwerbung in einer Zeitung investiert, nicht mehr so gefragt sein, wie ein Unternehmen, welches Werbung, über beispielsweise soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, etc.) macht.

Soziale Netzwerke als Möglichkeit der Digitalisierung von Unternehmen

Es gibt mehrere Möglichkeiten für ein Unternehmen einen Weg zur Digitalisierung einzulegen. In diesem Beitrag wird der Weg über den Bereich der sozialen Netzwerke eingelegt. Die sozialen Netzwerke explodieren zurzeit nur von Werbungen. Viele Unternehmen machen mit Bloggern auf Facebook, Instagram und CO. eine Kooperation. Die Unternehmen bieten den Bloggern kostenlose Produkte an und die Blogger sollen dafür dann kostenlose Werbung auf ihrem Account/Blog machen. Jedoch ist das nicht immer so einfach und kostenlos, denn immer mehr Blogger nehmen viel Geld dafür. Je nach Abonnentenanzahl kann der Blogger viel Geld für so eine Werbung auf dem eigenen Account nehmen. Bis zu 300.000€ lassen sich im Durchschnitt pro Beitrag auf Social Media Kanälen wie YouTube, Instagram und Facebook mit der richtigen Abonnentenanzahl verdienen.

Zudem kann man sagen, dass bei einer großen Abonnentenzahl derartige Werbungen eine sehr weite Reichweite haben, dies begünstigt wiederum eine Erreichung vieler verschiedener Zielgruppen, die dann dazu motiviert werden, sich das Unternehmen anzuschauen. Also eine gute Strategie für ein Unternehmen Online-Werbung zu machen.

Fazit

Die Digitalisierung verändert die ganze Welt und die Zeit der Bücher und Zeitungen, die man fest in der Hand hält sind vorbei. Um bei der Digitalisierung mithalten zu können, muss man neue Wege mit passenden Strategien eingehen. Die oben genannte Möglichkeit, Werbung über soziale Netzwerke zu machen ist nur eine von vielen. Hinter dieser stecken allerdings viele Rahmenbedingungen und Rechte die beachtet werden müssen. Das hält vermutlich viele Unternehmen davon ab, eine Kooperation dieser Art einzugehen. Letztendlich führt dieses Problem dann dazu, dass eine Großzahl von Unternehmen erst gar keine Strategie anwendet, da der Markt der Digitalisierungsstrategie heutzutage viel zu breit gefächert ist.

 

 

Quellen:

http://blog.hemartin.net/2015/07/awa-2015-ohne-uberraschungen-sinkende.html

https://www.haufe.de/marketing-vertrieb/crm/digitalisierung-einige-handelsunternehmen-ohne-strategie_124_431016.html

https://www.cdu.de/artikel/merkel-chancen-der-digitalisierung-nutzen

Weber, Andreas (2017): Digitalisierung – Machen! Machen! Machen!. Wie sie Ihre Wertschöpfung steigern und Ihr Unternehmen retten. Wiesbaden:Springer Verlag.

 

WhatsApp – Es kann nur Einen geben

„Schreib mich einfach auf WhatsApp an, du hast ja meine Nummer“, ist ein Satz, den bestimmt jeder von uns bisher öfter als einmal gehört und gesagt hat. Jeder geht offenbar davon aus, dass, wenn jemand ein Smartphone besitzt, er ja wohl auch diesen Messengerdienst besitzen wird. Das ist allgemein bekannt – genauso auch, dass es längst das Anrufen über Mobilfunknetz abgelöst hat, da man so gut wie alle Gespräche, Verabredungen oder auch Diskussionen über Textnachrichten regeln konnte und mittlerweile zusätzlich eine Anruffunktion hat, die nur vom Internet abhängig ist. Die App bietet umfangreiche Optionen und Möglichkeiten, allerdings ist sie nicht der einzige Anbieter, der auf dem Markt mitspielt. Größte Konkurrenten sind WeChat, Tencent QQ, Skype, Viber, Line und Telegram.

https://infographic.statista.com/normal/infografik_3975_messenger_nutzung_in_deutschland_n.jpg

Das Wettrennen um die Nutzer

Bei der Erfindung des Telefons und ihrem Einzug in die Haushalte unserer Welt funktionierte private Kommunikation hauptsächlich auf diesem Weg. Es war schneller als die Post und wer möchte sich schon gegenseitig den neuesten Tratsch morsen? Eine wirkliche Telefonalternative gab es nicht. Wie steht es hierbei mit dem privaten Austausch von Textnachrichten? Anfangs war es die E-Mail, die aber zumindest im privaten Sektor schnell überholt war. Zum Chatten wurden soziale Netzwerke wie Facebook und ICQ genutzt, das fand im Regelfall jedoch am PC statt. Als sich die Telefongespräche auf Handys ausweiteten und die Handys zu Smartphones wurden, etablierte sich eine neue Kommmunikationsmöglichkeit: Instantmessaging. Das Überleben eines Kommunikationsmediums hängt vor allem von einem ab – den Nutzern. Beim Telefon gab es keine Alternativen.

Schaut man sich die obige Grafik an, werden zwei Dinge deutlich: Zum einen gibt es Alternativen und diese sind zahlreich. Zum anderen tut sich ein sehr starkes Gefälle auf. Richtet man sich nach den monatlich aktiven Nutzern, ist WhatsApp deutlich Marktführer. Kann es also nur einen Messenger geben? Mal ehrlich: Wer würde denn Telegram trotz all den herausragenden datenschutzrechtlichen Vorteilen nutzen, wenn es keiner aus dem eigenen Bekanntenkreis verwendet?

Doch wieso ist ausgerechnet WhatsApp dort oben und weshalb könnten die anderen bald noch weiter verdrängt werden?

Was haben die Anderen, was WhatsApp nicht hat

Die WhatsApp-Alternativen reiten selbstverständlich nicht ohne Waffen in den Kampf. Sie versuchen sich auf bestimmte Features zu spezialisieren, wobei Textmessaging immer der kleinste gemeinsame Nenner bleibt. Viber z.B. bot als erster Messengerdienst eine Internetanruffunktion an, noch bevor Skype seine App auf den Markt brachte – WhatsApp hat diese Funktion nun auch, Taktik? Skype hat dafür aber immer noch sein Steckenpferd: Den Videochat. Was bei den Nutzern schon damals auf dem Computer Anklang fand, wurde auch auf dem Smartphone heiß ersehnt. Apple hat dieses Angebot mit Facetime dann doch schon länger, dieses ist sogar über Mobilnetz einwandfrei verwendbar. Jeder, der diesen Blogbeitrag liest und WhatsApp installiert hat, weiß bereits: Das ist nichts Besonderes mehr, auch diese Funktion wurde übernommen. Mit den Stories (24h sichtbare Slideshows mit Bildern und Videos) wurden auch Ideen von Snapchat abgekupfert.

Wie werden die Konkurrenten weiterhin ausgeschaltet?

Einerseits werden Nachbesserung vorgenommen und Funktionen hinzugefügt, die teilweise von anderen Diensten übernommen. Beispiel hierfür ist das kommende Update, welches eine Videochatfunktion für Gruppen mitbringt – eigentlich längst überfällig mit Blick auf Skype, Messenger, JusTalk, etc.

Andererseits, was lockt Nutzer an? Das Zauberwort ist Kompatibilität. So ist WhatsApp sehr kompatibel mit AndroidAuto – die App kann dank Sprachsteuerung sogar mit stark vermindertem Risiko im Auto genutzt werden. Der Messenger ist seit Längerem auch per Laptop nutzbar, durch WhatsAppWeb oder alternativ mit einer Desktopanwendung. Das Update, mit dem nachträgliches Löschen von Nachrichten innerhalb von sieben Minuten ermöglicht wurde, konnte zu leicht umgangen werden. Deswegen ist es weiterer Erwähnung nicht wert.

Doch wogegen kein Konkurrent ankommt, ist die neuste Ankündigung unserer Smartphone-Anwendung Nummer Eins. Mehr wirtschaftlicher Nutzen durch die Wirtschaft selbst. WhatsApp Business. Firmen und Geschäfte konnten ihre Kunden über WhatsApp bisher nur inoffiziell erreichen, das soll sich nun ändern, Unternehmen sollen einen verifizierten Account erstellen können, um mit ihren Klienten in Kontakt zu bleiben. Spekuliert wird noch, inwiefern das für Unternehmen den Kundenmailverkehr ablösen, bzw. den Kundensektor erweitern wird! Viele Apotheken bieten bereits heute eine Bestellmöglichkeit für Medikamente per WhatsApp an. Ähnlich Pizzerien: Eine kurze WhatsApp-Nachricht und die Mahlzeit ist auf dem Weg. Welcher weitere Nutzen für uns User aus dem Programm gezogen werden kann, wird sich noch zeigen. Was aber bereits klar ist: Facebook wird daran verdienen. Die Unternehmen, die dieses Angebot nutzen, sollen nämlich auch zur Kasse gebeten werden. Fairerweise soll das aber nur für die größeren Dienstleister gelten.

Letztlich

Wer hätte schon gedacht, dass Instantmessaging eines Tages solch mediale Dimensionen annehmen wird. Eine Entwicklung, die, wie man anhand dieses Beitrags sieht, noch viel Neues erwarten lässt. Längst geht es nicht mehr nur um das Verschicken von Textnachrichten. Es geht um Voicemails, Anrufe, Videochats, SocialMedia Charakteristiken, Einbindung des Wirtschaftssektors und selbstverständlich auch deren Qualität. Das Medium, welches all diese Funktionen in sich vereint, gibt folglich den Ton auf dem Markt der Instantmessenger an – durch lautere und unlautere Strategien hat sich WhatsApp wie ein perfider Marktschreier die meisten Menschen für sich gewinnen.

Memes – die etwas andere Publicity

Niemand ist mehr sicher vor ihnen: Memes. Sei es US-Präsident Donald Trump, Nationalmannschaftsstürmer Sandro Wagner oder gar der Big Ben in London. Mittlerweile ist es möglich, über alles und jeden eins dieser viralen Fotos oder Videos anzufertigen. Memes sind allgegenwärtig.

Was das genau ist, hat dieser Blogbeitrag eines MeWi-Studenten des vergangenen Jahrgangs erklärt. Doch welchen Einfluss hat dieses Internetphänomen – auch wenn es total abwegig klingt – auf Wirtschaft und Politik?

Erstmal ist zu berücksichtigen, dass Memes vor allem bei jüngeren Internetnutzern äußerst beliebt und populär sind. Es ist schwer vorstellbar, einen Jugendlichen zu finden, dem dieser Begriff nicht geläufig ist. In den sozialen Netzwerken wird man zudem praktisch mit diesen Bildern oder Videos überschwemmt: Facebook, Twitter und YouTube laufen vor Content praktisch über – und dort verbringen viele junge Leute einen nicht geringen Teil ihrer Freizeit.

 

Jeder kann über alles ein Meme kreieren

 

Die Variationen der Memes reichen von harmlosen Bildchen über aktuelle Themen bis hin zu grenzwertigen (schwarzem) Humor, welcher auch häufig als zu anstößig angesehen wird. Auch Videos und Collagen, die auf den ersten – oder auch zehnten – Blick absolut keinen Sinn ergeben und nur in bestimmten Kontexten funktionieren, sind reichlich vorhanden und eher für die „Hardcorefans“ vorgesehen.

Nichtsdestotrotz überwiegt die Anzahl an tatsächlich gesellschaftsfähigen Unterhaltungsinhalten die Internetlandschaft. Und wie man es bereits aus der Modewelt kennt, gibt es natürlich auch hier Trends. Bestes Beispiel hierfür sind die „Lindner-Memes“, welche vor allem nach dem plötzlichen Abbruch der Sondierungsgespräche durch den FDP-Politiker in der vergangenen Woche in Mengen aufgekommen sind. Oder auch Präsident Donald Trump: Der 71-Jährige steht praktisch durchgängig in den Schlagzeilen der Medien und sorgt mit seinen öffentlichen Auftritten oder Tweets für ordentliches Memepotenzial.

Womit wir auch wieder bei der Ausgangsfrage sind. Unternehmen und Parteien erkennen natürlich auch das Potenzial in dem Internetphänomen und möchten dieses für Marketingzwecke nutzen. Das gelingt meist eher schlecht als recht. Entweder geht der Schuss nach hinten los und sorgt für schlechte Publicity, man läuft einem total veralteten Trend hinterher oder macht einfach alles falsch.

 

Ein Versuch der Sparkasse – Eher zum fremdschämen

 

Wenn man jedoch alle wichtigen Faktoren beachtet – Aktualität, Verständnis und Umsetzung der Meme – dann kann man durch die folgliche Viralität als Unternehmen bei potenziellen Kunden punkten. Daher werden auch immer häufiger Memes in den Marketingstrategien eingebaut. Beispiele für gelungenes Mememarketing sind u.a. Sixt und Leibniz-Kekse.

Auch in der Politik sind Memes reichlich vertreten – aber meist um jemanden auf die Schippe zu nehmen. Neben den angesprochenen Trump und Lindner gibt es natürlich auch noch weitere Politiker, die auf unfreiwilliger Basis ganze Datenbänke von Memes gewidmet bekommen haben. Man könnte argumentieren, dass durch die mögliche Gefahr der Verspottung ein mancher auf seine Ausdrucksweise mehr achten würde. Jedoch ist die Hemschwelle für Memes mittlerweile sehr gering, sodass selbst harmlose Aussagen parodiert werden.

Alles in allem haben Memes natürlich keinen so hohen Stellenwert wie andere Medien. Und es ist kaum zu erwarten, dass dies sich in Zukunft ändern wird. Allerdings sollte man die „Macht“ dieser Inhalte nicht unterschätzen. Man kann sie bei richtigen Gebrauch zu seinen Vorteilen nutzen, aber sich auch ins eigene Fleisch schneiden.

Quellen:

http://www.social-media-knigge.de/2013/07/03/verlockend-marketing-mit-memes/

http://tobesocial.de/blog/social-media-marketing-memes-unternehmen-strategie-vorteile-tipps-engagement

https://www.cyber-spaces.de/2017/09/20/internet-memes-niederschwelliger-zugang-zur-politik/

http://blog.consense-communications.de/social-media-memes/

 

Werbung 2.0 – Werbung in Facebook

Das Web 2.0 und somit auch soziale Netzwerke sind zu unserem Hauptkommunikationsmittel geworden. Durch die Smartphone Entwicklung können wir über diverse Soziale Netzwerke täglich Kontakt zu unseren Freunden halten und bekommen ständig neue Informationen auf unserer Pinnwand angezeigt. Diese Entwicklung ist auch für Unternehmen interessant, die längst das Werbepotenzial entdeckt haben.

Vorteile von Werbung in Facebook:

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen bietet Facebook die ideale Möglichkeit mit wenig Geld eine große Masse an Personen zu erreichen und sich so ins Gespräch zu bringen. Durch intelligentes, multimediales Marketing schaffen es so Unternehmen ihre Verkaufszahlen nicht nur zu steigern, sondern gleichzeitig im Vergleich zu herkömmlichen Werbeanzeigen in Zeitungen bares Geld zu sparen.

Facebook bietet nämlich nicht nur die Möglichkeit von der Verknüpfung vieler medialer Werbemöglichkeiten wie Videos, Bilder, Gewinnspiele und Grafiken, sondern es ist eine gezielte individuelle Werbung möglich. An Hand einer benutzerfreundlichen Anzeige-Erstellungsmaske kann ich innerhalb weniger Klicks eine Werbeanzeige schalten. Neben den geringen Kosten für ein vergleichsweise großes Publikum kann ich auch genau mein Interessenpublikum ansprechen. Im Klartext: Ich kann ganz gezielt Individualwerbung auf potentielle Interessenten für mein Produkt schalten. Welche Zeitungsannonce kann das schon, auch noch in diesem Kostenrahmen, garantieren?

Wie funktioniert das:

Wir alle hinterlassen bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken Spuren. Zum einen ganz bewusst durch unsere Kommentare, Likes und Shares. Aber eher unbewusst, nämlich dadurch, dass wir uns unser eigenes soziales Umfeld in Facebook aufbauen: Wir befreunden uns miteinander, wir geben unsere Interessen preis und wir liken natürlich auch Seiten, die potentiell interessant für uns sein könnten. Sei es nun wegen Informationen, lustigen Videos oder Gewinnspielen.

Wir scheinen hierbei zu vergessen, dass eben nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen auf Facebook unterwegs sind. Mit Hilfe von Werbeagenturen werden nun Zielgruppen für Facebook ermittelt; also welche Interessen und welcher geografische Raum passen am ehesten zu meinem Produkt und erzielen so die größte Aufmerksamkeit. Es wird quasi ein individuelles Werbeprofil von den Usern erstellt, in welches man dann mit eben gleichen Interessensangaben hineinkommt und so die Werbung auf seiner eigenen Pinnwand angezeigt wird.

Doch die Facebook Werbung geht noch viel weiter: Über den Conversion Pixel (eingestellt Februar 2017) und nun den neuen Facebook Pixel haben die Unternehmen die Möglichkeit eure Bewegungen auf ihrer Facebookseite zu verfolgen. Der Facebook Pixel wird in den HTML- Code der Unternehmenswebseite oder der Seite, auf die die Werbeanzeige uns führen soll, eingebaut  Somit können die Unternehmen  sehen,  wer, was, und wie oft gekauft hat. An Hand dieser Informationen   können immer weitere neue Zielgruppen erschlossen werden, welche ein ähnliches Werbeprofil haben und potentielle Neukunden sein könnten.

Video zu Conversion Pixel

Fazit:

Durch unsere Angaben auf den sozialen Netzwerken sind wir nicht nur als Privatperson unterwegs, sondern immer auch als potentieller Kunde oder als Werbeträger. Denn natürlich beeinflussen wir durch unsere Likes von Seiten unser gesamtes soziales Umfeld in Facebook und animieren vielleicht andere auch dieses Produkt sich zu betrachten.

 

Quellen:

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/whatsapponlinecommunities/

https://www.facebook.com/business/help/1686199411616919?helpref=faq_content

https://ting.info/

 

 

 

Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

Was früher noch an Klowände gekritzelt wurde, verbreitet sich heute wie ein Lauffeuer über die Smartphones der Studenten. Die App Jodel sammelt den Trash-Talk des Campus und verbreitet Nachrichten und Bilder an alle Nutzer im Umkreis von 10 km. Das Raffinierte daran?
Völlige Anonymität.

 

Egal, ob man grade im Bus, im Hörsaal oder einfach zu Hause auf der Toilette sitzt: Gejodelt wird eigentlich überall. Über alles. Sei es die #gadse, die aus dem Fenster schaut oder der Professor, der im #audimax fast alle zum Einschlafen bringt. Wer jodelt, der möchte sich seinen Mitmenschen mitteilen. Ungeachtet dessen, ob es sich dabei um mehr oder weniger Geistreiches handelt. Und wer mit seinen rhetorischen Künsten überzeugt, wird belohnt:
Je „lauter“ ein Jodel ist, also je mehr Upvotes er erhält, desto mehr Karmapunkte gibt es. Und je mehr man sammelt, desto besser fühlt man sich. Ob sich dieses Karma auch im realen Leben widerspiegelt, ist jedoch fraglich.
Aber über Karma spricht man nicht- internes Jodelgesetz!

Jodel ist wie Twitter,nur bunt 

Die kostenlose iOS- und Android-App benötigt keine Registrierung oder ähnliches. Das Prinzip ist so simpel, dass es fast schon genial ist. Man muss sich nicht verstellen oder selbst inszenieren. Authentizität ist gefragt.
Je hemmungsloser, offener und ehrlicher desto besser. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es auf Jodel Moderatoren, die Inhalte prüfen und zur Not fragwürdige Posts löschen.
Längst sind auch die großen sozialen Netzwerke auf die App aufmerksam geworden und auf Facebook erfreuen sich die besten Jodel Sprüche großer Beliebtheit.
Wer auf Jodel unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass hinter den sarkastischen und schamlosen Sprüchen und Kommentaren eine große Gemeinschaft steckt, die im Zweifel zusammenhält.
So wie bei dem fast schon legendären Münchner Jodel, bei dem ein Student von seiner Freundin anscheinend betrogen wurde und die ganze Jodel-Community wie ein Fels in der Brandung hinter dem armen Kerl stand und ihn mit weit über 2000 Kommentaren unterstütze.

Jodel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Anonymität nicht auch ausgenutzt werden kann. Schließlich weiß man nicht, wer sich hinter welchen Jodel versteckt und am Ende gibt man womöglich noch seinem eigenen Partner Trennungstipps.

Jodel bietet jedem die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, ohne dass man mit ernsthaften Folgen rechnen muss. Es vernetzt die Menschen und ist an erster Stelle Unterhaltungsmedium. Darüber hinaus bietet es sicherlich Forschungsansätze bezüglich Anonymität und Selbstdarstellung im Netz.
Deshalb stehen die Zukunftschancen nicht schlecht, dass diese App uns noch ein wenig begleiten und unterhalten wird.

 

Bildquellen:

https://lh3.googleusercontent.com/zfY0kgT6Iy4G7WiKcIM9sVyOfD3P6riAXKOniVDjrqTh5zzmx3IkuPnIW8fgRSIO5Jg=w300

http://www.jetzt.de/jodel/muenchner-jodel-freundin-geht-fremd

Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

Längst hat die digitale Transformation Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens gehalten. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung ist ebenso rasant wie kurzlebig. Erhebliche Veränderungen der Nutzungsrelevanz von Medien finden auf beruflicher Ebene statt, in der Gesellschaft und Politik, aber eben auch im Speziellen bei Jugendlichen und Kindern.

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Generationskennzeichnend lässt sich eine altersspezifische Verschiebung beobachten die zeigt, je jünger die Generation, desto größer das generelle Interesse an der digitalen Welt und  der intuitive Umgang mit ihr. (Das klassische Dilemma: Whatsapp mit Mama, oder Skypen mit Oma und Opa).

Ist es also kontraproduktiv gegen das, nennen wir es, angeborene Interesse an zu arbeiten und den Kindern den Umgang zu untersagen, oder sollte es im Gegenteil als Chance genutzt und gefördert werden und in geregelte Bahnen geleitet werden? Die Medienpädagogik forscht hier nach dem „aber wie?“.

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[weiterführend:Medienkompetenz Studie der LfM NRW]
 

E-Learning Angebote gehören für Studenten zur Tagesordnung. Aber auch in den Grund- und weiterführenden Schulen lassen sich die positiven Lerneffekte einzelner Medienangebote beobachten und es stellt sich die Frage:

Ist Youtube vielleicht der bessere Lehrer?
Aber es soll hierbei wohl eher um Zusammenarbeit gehen. Kanäle wie beispielsweise Youtube, Skoyo, oder das Fernsehen ( wie z.B. Logo, Wissen macht Ah!, etc.) sollen die eigentlichen Lehrer nicht ersetzen, nein, sie fungieren vielmehr als unbegrenzt und universell zugänglicher Nachhilfelehrer.

„Medienkompetenz bildet eine Grundlage lebenslangen Lernens“. Der Unterricht sollte die Kinder vorbereiten die Medien zu hinterfragen und verantwortungsvoll, vor allem aber sicher, mit ihnen umzugehen. Die hohe Relevanz der Digitalen für Kinder & Jugendliche (Social Networks, Messenger-Apps, etc.) steht dem Bedauern der Eltern und Pädagogen gegenüber, die die „Dominanz virtueller Erfahrungen gegenüber der realen Auseinandersetzung mit der Welt“ betrachten. Planet Schule aber beispielsweise sagt: „Lebensweltliche Erfahrungen jenseits des Computers sollen nicht ersetzt, sondern unterstützt werden“ – eine Starthilfe für eine lebenslange, lernende, neugierige Auseinandersetzung mit der Welt in beiden Bereichen.

„Ist das alles denn wirklich nötig?“

  1. Ja, im Hinblick auf das Berufsbild unserer Gesellschaft in der Medienkompetenz immer stärker zur Grundvoraussetzung eines Überlebens auf dem Arbeitsmarkt wird und um die Sicherheit der Kinder im Umgang mit Medien zu gewährleisten.
  1. Nein wenn es darum geht die unersetzliche Leistung interpersoneller direkter Kommunikationsvorgänge zu würdigen und für ein ganzheitlich geschultes Weltbild persönliche Sinneseindrücke zu entkräften.

Der Umgang mit der realen Welt, und das Erleben dieser, ist die Basis für den Umgang mit Medien. Das eine wird vom anderen nicht ersetzt, es muss ergänzend wirken. Eine grundlegende Unterrichtsrevolution bleibt noch aus, teilweise sind die Bundesländer aber schon auf dem Weg: Ein Beispiel ist der 10 Punkte Plan „Medienkompetenz macht Schule“ aus Rheinlandpfalz, ein anderes ist das Medienkompetenzportal NRW, die beispielsweise mit dem so genannten „Medienpass NRW“ auffahren, oder die Niedersächsische Bildungscloud. Hierbei wird ab Februar 2017 für drei Jahre ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Unterrichtsinhalte entwickelt werden sollen, die dann auf dem Handy und Tablet der Schüler abrufbar sind. Ipadatschool.de bietet bereits digitale Materialien für das Tablet im Unterricht und Fortbildungsgegenstände für das digitale Klassenzimmer für Lehrer an. Die Grundsteine werden gelegt.

 

 

Ob nun das neuste Iphone das optimale Geschenk für einen 10 Jährigen ist, oder Ipads, in Kinderspieltischen integriert, schon für das oben beschriebene Medienkompetenztraining essentiell sind, bleibt allerdings weiterhin fragwürdig. Klar ist sicherlich, dass das Bildungssystem sich offensichtlich weiterentwickeln muss, dies teilweise schon tut und auch hier, wie so oft im Leben, ein gesundes Maß der Dinge ausschlaggebend für den Erfolg ist.

Hallo Echo – Amazon zieht jetzt auch bei uns ein

„Alexa“- Dies wird in Zukunft wohl in einigen Haushalten das meist genutzte Wort sein.

Hierbei handelt es sich um das Weckwort für den Sprachassistenten Echo, den Amazon nun auch endlich in Deutschland und Österreich einführt. Echo ist ein intelligenter Lautsprecher, der durch Sprachsteuerung Fragen beantworten oder Aufgaben erledigen kann.

„Wir haben das Gefühl, das wird extrem groß und erfolgreich“

Der Deutschland-Chef von Amazon Ralf Kleber redet von einer wahren Revolution was Echo betrifft. Nach der Einführung in Deutschland erlebt der Amazon Echo eine enorme Nachfrage und ist im Moment nur per Einladung zu erhalten. Wer Echo kaufen will muss erst auf eine Einladung warten bevor er sich diesen bestellen kann. Erst dadurch wird sichtbar wie groß die Nachfrage am Alltagsassistenten ist. Laut einer Umfrage von Bitkom könnten sich jetzt schon 39% der Bundesbürger vorstellen einen solchen Sprachassistenten zu nutzen.

Was kann der Amazon Echo? 

Echo’s Funktionen sind in vielen Hinsichten die Gleichen wie schon bei anderen Sprachassistenten, etwa Siri von Apple, Google Now von Android oder Cortana von Microsoft. Echo kann Erinnerungen erstellen, Timer setzen, Musik von Musikdiensten abspielen oder einen Tagesüberblick der Nachrichten erstellen wie von N-TV oder Spiegel Online.

Weitere Funktionen die Echo von anderen Systemen unterscheidet sind zum Beispiel die Beantwortung von komplexeren Fragen durch die Verlinkung mit der Enzyklopädie Wikipedia oder auch die Steuerung eines ganzen Hauses durch Smarthome Produkte. Somit kann man per Sprachsteuerung die Heizung höher stellen oder die Lichter einschalten. Die Zusammenarbeit mit Apps wie MyTaxi oder Chefkoch ermöglicht es ein Taxi zu bestellen oder ein Rezept zu suchen. Echo’s wohl einzigartigste Funktion ist es Einkaufslisten zu erstellen und diese direkt bei Amazon zu bestellen, unter der Voraussetzung, dass das Produkt bereits einmal gekauft wurde.

Sämtliche Funktionen sind bequem per Sprachbefehl zu erreichen. Die Aktivierung des Sprachassistenten erfolgt durch die Erwähnung des Weckwortes „Echo“ oder „Alexa“. Danach hört Echo aufmerksam zu und erledigt die gewünschte Aufgabe.

Hört Echo jedoch nur zu wenn er „geweckt“ wurde? 

Das ist wohl die Frage die sich die meisten Nutzer stellen, allerdings ohne eine eindeutige Antwort zu erhalten. N-TV schwächt diese Bedenken ab und stützt sich dabei auf Praxistests von Computerbild. Echo hört tatsächlich die ganze Zeit zu, löscht aber alle 3 Sekunden automatisch die Aufnahmen, solange das Weckwort nicht gefallen ist. Erst wenn Echo geweckt wurde, werden die Daten an Amazon weitergeschickt.

Dagegen spricht allerdings ein Artikel von WIWO. Alles was in der Umgebung von Echo geredet wird, soll direkt zu den Servern von Amazon weitergeleitet werden um dort mit Hilfe von Algorithmen analysiert zu werden. Dies soll dazu dienen Profile der Hausbewohner zu erstellen und deren Lebensstil und Einkaufsverhalten besser bestimmen zu können.

Jetzt muss sich jeder die Frage selbst beantworten ob er Echo in seinem Wohnzimmer haben will, oder doch lieber einmal mehr aufsteht um das Licht anzuschalten oder einen Einkaufszettel zu schreiben.

https://www.youtube.com/watch?v=KkOCeAtKHIc

 

Big Brother is watching you

„Alles was wir [über die Welt] wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“ – Luhmann

Ausgehend von diesem Zitat von Luhmann muss man sich die Frage stellen: wenn wir alles über die Welt durch die Medien wissen, wissen dann nicht automatisch die Medien auch alles über uns? Wie real ist Mediale Überwachung in unserer Gesellschaft? Wie viel weiß Google und Co über uns, unsere Interessen und Freunde?

 

Zunächst ist eine Ambivalenz zwischen den guten und negativen Eigenschaften von medialer Überwachung (beispielsweise durch das Internet oder GPS) festzustellen:

Auf der einen Seite bietet uns das Internet personalisierte Werbung aufgrund dessen, was wir in der Suchmaschine Google eingeben. Durch die Daten, die die Medienrezeptionsforschung uns liefern, kann aufgezeigt werden, wo Verbesserungsbedarf besteht und somit auch Sicherheitslücken gefüllt werden. Genauso ist die Polizei anhand von Datenerhebung dazu fähig, Organisationsstrukturen aufzudecken, um somit rechtsradikale Gruppen oder organisiertes Verbrechen aufzudecken und damit eine aktive Terrorbekämpfung zu betreiben. Das Orten von Handys ist auch vor Allem für die Polizeiarbeit bei Vermissten oder bei Verbrecherfahndungen von Vorteil.

Auf der anderen Seite ist der Datenschutz massiv in Gefahr bei solchen Datenspeicherungen. Und die Datenbanken vergessen nichts. So bleibt alles, was wir heute im Internet tun, gespeichert und kann jederzeit benutzt werden. Durch das Auslesen von Daten gibt es zudem ein erhöhtes Risiko an Identitätsklau oder -missbrauch.

 

Man kann das Phänomen von Medialer Überwachung entsprechend des ‚Panoptischen Prinzips‘ sehen: Demnach ist das gleichzeitige Überwachen vieler Menschen durch einen Überwacher möglich. Als einer der Überwachten weiß man aber nie, wann und ob man überwacht wird. Jedoch bringt dieser Druck des möglichen Überwachen einen dazu, sich automatisch regel-konform zu verhalten.

Wer ein Bewusstsein geschaffen hat, dass über jeden Daten gesammelt werden im Internet – vor allem durch Google und Facebook – der wird gleichwohl dem Panoptischen Prinzip sich jeden weiteren Schritt im Onlinebereich zwei mal überlegen.

 

Was kann man dagegen tun?

Jacob Appelbaum hat in einem Interview mit der Zeit online einige Ratschläge gegeben, die die persönliche Privatsphäre schützen können. Demnach schlägt er vor, keine Smartphones mehr mit sich zu führen, da diese nicht nur Auskunft über den Standort geben können, sondern auch wie lange man für den Weg zu Uni oder Arbeit braucht, wie oft man in der Woche zur Arbeit oder Uni geht und um wie viel Uhr jeweils. Auf Basis dessen können dann auch Rückschlüsse gezogen werden mit welchem Fortbewegungsmittel man dorthin gelangt ist und ähnliches.

Nur wenn man gänzlich der ‚Ausspionage‘ der eigenen Daten entgegen wirken möchte, müsste auf viele technische Dinge verzichtet werden. Applebaum selbst hole seine Post nur an einem Postfach ab, so dass seine wahre Adresse erst mal geheim bleibe.

 

Ob wir wirklich mal in einem Überwachungsstaat, wie ihn Orwell 1948 in seiner Antiutopie „1984“ zeigt, leben werden, ist ungewiss. Jedoch sei jedem anzuraten, sich kritisch mit Themen wie Vorratsdatenspeicherung oder ständiger Standortübermittlung via Mobiltelefon auseinander zu setzen.