Podcasts bei Spotify, Deezer & Co.

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Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um sich zu informieren und vor allem zur Unterhaltung, dazu gehören auch Musik-Streamingdienste wie Spotfiy und Deezer. Beide Anbieter sind bekannt für ihre große Online-Musikauswahl, wobei sich die angebotenen Songs und die Charts kaum voneinander unterscheiden, deshalb bieten die Konkurrenten immer mehr Abwechslung in Form von Podcasts an, durch sie können sie sich thematisch unterscheiden und sogar einzigartige Inhalte anbieten.
Podcasts sind Audiobeiträge, welche im Internet veröffentlicht werden. Das Wort Podcast setzt sich aus zwei Teilen zusammen, das Wortteil „Pod“ steht für „play on demand“ und „-cast“ ist eine Abkürzung von Boardcast (Rundfunk).
Podcasts sind in den USA schon längst erfolgreich, als Beispiel ist die auch bei Spotify und Deezer zu findende Audio-Show „WTF“ von Marc Maron zu nennen, bei ihm schütten die Stars ihr Herz aus, sogar Barack Obama war schon in Marons Garage, wo die Podcasts aufgenommen werden, zu Gast. Jetzt sind Podcasts auch in Deutschland im Kommen, die Zahl der Hörer wächst.

https://sendegate.de/uploads/default/original/2X/f/fb250c671d6bc79756b122fe5cfdd256ead86652.pdf
SPOT ON PODCAST   HÖRER &
NUTZUNG IN DEUTSCHLAND 2017/18
*Weiß: Wissen Sie was ein Podcast ist?
Ja/Nein Häufigkeiten in Prozent
**Blau: Haben Sie in den letzten 12 M.
Podcasts gehört, egal in welcher Form?
Ja / Nein | Häufigkeiten in Prozent
***Gelb: Wie häufig hören Sie Podcast?

 

Vor allem jüngere Menschen hören Podcasts, Spotify nutzt das und wirbt mit Starbesetzung. Das zahlt sich aus, der 2016 eingekaufte Podcast „Fest & Flauschig“ mit Jan Böhmermann und Olli Schulz ist der erfolgreichste deutschsprachige Podcast, mit geschätzten 100.000 Zuhörern und nur bei Spotify hörbar. Böhmermann und Schulz sprechen über alltägliche Situationen und Erlebnisse, machen sich lustig über Stars und sprechen über politische Themen, immer mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Sarkasmus.
Diese Mischung macht nicht nur „Fest & Flauschig“ so erfolgreich, sondern macht Podcasts allgemein so attraktiv.
Man selbst kann entscheiden zu welchem Thema man sich einen Podcast aussucht, ob man etwas zur Unterhaltung oder zur Weiterbildung hören möchte. Die Bandbreite reicht von fachspezifischen Themen, über Lifestyle, bis hin zu Politik und aktuellen Nachrichten.
Auch die zeitliche Ungebundenheit ist ein Vorteil, man kann die Folgen hören wann man möchte und vor allem so oft man möchte. Die Musik-Streaming Anbieter stellen die Podcasts natürlich auch in ihren Apps zur Verfügung, dadurch ist auch eine mobile Nutzung möglich. Die Streamingdienste arbeiten mit Freemium Angebote, dadurch kann theoretisch jeder auf die Podcasts zugreifen. Durch den Erwerb der Premium Accounts, kann man sich die Folgen dann auch downloaden und offline hören.
Menschen die Podcasts nutzen, wollen nicht nur Fakten aufgezählt bekommen, sondern auch die Meinung und die Sicht von anderen Menschen hören, oder sogar Diskussionen zwischen verschiedenen Meinungen. Deshalb kann jeder seine Podcasts an Streaming Anbieter wie Spotify oder Deezer schicken, und nach einer Prüfung durch die Unternehmen kann der eigene Podcast auf den Webseiten online gehen. Podcasts die nicht selbst von den Unternehmen angeworben worden sind, finanzieren sich durch Werbung oder Crowdfunding, die Betreiber können so fast uneingeschränkt über die Themen sprechen, die sie interessieren.

 

Amerika macht es vor und Deutschland zieht nach. Auch wenn hier bisher verhältnismäßig wenig Menschen Podcasts hören, 2014 haben erst 7% immerhin von Podcasts gehört, doch die Zahl steigt schnell, 2017 hören bereits 15% Podcasts regelmäßig und das vor allem durch die Präsenz in den Musik-Streaming Anbieter und deren Angeboten wie „Fest & Flauschig“. Weitere solcher Eigenproduktionen sind sowohl bei Spotify, als auch bei Deezer geplant.

 

Quellen:

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Jetzt haben wir den Ratingsalat! Wie bemisst sich der Erfolg von US-Serien und deren Wechselwirkung mit Social Media?

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In den Vereinigten Staaten war in diesem Sommer eine große Diskussion darüber entbrannt, wie die langerwartete Wahl im Herbst 2016 wohl ausgehen würde – wen würde es den nun treffen? Wer jetzt an Donald Trump denkt, hat entweder die falsche Wahl im Kopf oder sehr böse Fantasien.

Die Frage bezog sich natürlich auf Negan’s Opfer im 7. Staffelauftakt der AMC-Erfolgsserie “The Walking Dead“. Negan (gesp. v. Jeffrey Dean Morgan), seines Zeichens neuer Hauptantagonist der Zombieapokalypse, wurde im letzten Staffelfinale eingeführt, aber weit vorher durch geschicktes Social-Media-Promoting angekündigt. Die Figur war vielen Fans bereits durch die Comic-Vorlage (sowie infolge der Verbreitung auf Social Media) und dessen Hang zum übersteigerten Fluchen und Gewaltausbrüchen mittels eines Baseballschlägers – namens “Lucille“ – bekannt und berüchtigt.

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Dementsprechend fieberten und diskutierten viele Fans, verbunden durch Twitter, Facebook und allerlei Foren, monatelang dem Erscheinen entgegen. Im besagten Finale nahm Negan sodann die Heldentruppe um Hauptfigur Rick Grimes gefangen und machte unmissverständlich klar, dass eine lieb gewonnene Figur Bekanntschaft mit Lucille machen werde. Natürlich erst in der nächsten Staffel, um den Serienliebhabern ausreichend Zeit zu geben, angeheizt durch fragwürdige Promotionals, das Virale Marketing auf Hochtouren zu bringen. Das Ziel hierbei klar vor Augen: Das bisher beste Rating der Serie zu erzielen.

Die Klassifizerungs- und Analysesucht im Kernland des Kapitalismus ist nicht erst seit der Bankenkrise und der einhergehenden Kritik an den Bank-Ratings bekannt. Aber was versteht man genau unter Serien-Ratings und warum sind diese oftmals Gradmesser für Erfolg/Misserfolg einer TV-Serie? Bei einem Rating wird, anders als bei der zusammfassenden und in Deutschland wichtigeren Einschaltquote, nur die werberelevante Zielgruppe der 18- 49 Jährigen gemessen. Ein Rating-Punkt entspricht dabei einem Prozent-Punkt der möglichen Zuschauerschaft die in den USA laut serienjunkies.de 115 Millionen Fernsehhaushalte umfasst. Ein gutes Rating ist vor allem für die werbeabhängigen Networks und Kabelsender wirtschaftlich entscheidend, kann somit über Serienleben- und Tod entscheiden. Zusätzlich ist die werberelevante Gruppe hervorragend vernetzt und damit über virales Marketing gut zu erreichen, ein Marketingfeld, welches sich die Nielsen Company auf die Fahne geschrieben hat. Von Nielsen noch nie etwas gehört? Dies verwundert nicht, ist der Marktforschungsriese der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt, jedoch für die Industrie ein maßgeblicher Informant.

Als solcher ist Nielsen davon überzeugt, dass die heutige Zuschauerschaft ihre Lieblingsserien nicht mehr nur allein oder mit Freunden/Familie gebannt vor einem Gerät verfolgt. Demnach nutzen etwa 60% der Zuschauer Smartphones/ Tablets während sie TV schauen. Sogenanntes Multi-Screen-Behaviour verwandelt Serien zu gemeinsamen sozialen Erlebenissen über viele Orte hinweg, welches viele Zuschauer überhaupt erst animiert am Ball zu bleiben. Aber eben auch kostenloses Marketing, da sie werberelevante Inhalte zur Diskussion stellen, weiterleiten und konsumieren. Aufgrund dessen kündigte Nielsen für 2016 eine Kooperation mit Twitter, Facebook und weiteren Social-Media-Anbietern an, um programmorientierte Social-Media-Aktivitäten während des Fernsehens weiter zu analysieren und in verwertbare Marketingstrategien zu formulieren, die hohe Ratingwerte und damit Wirtschaftlichkeit versprechen.

Zurück zu The Walking Dead, welches in der Zuschauerbindung und in den Ratingwerten als Klassenbester gilt.

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Mit einem Ratingwert von 17,03, wurde der Bestwert (17,30) zwar nicht erreicht, jedoch ein achtbares Ergebnis eingefahren, welches aber durch einen so nicht wiederholbaren Cliffhanger, sowie einer eher geschmacklosen Werbestrategie, um die Frage, wer totgeprügelt wird und anschließender – nicht unkritischen – Gewaltdarstellung erkauft wurde.

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Es ist fraglich, ob sich die Serienmacher nicht selbst in eine Situation bringen, in der sie immer extremere Reizpunkte setzen müssen, um die Social-Media-Maschinerie am Laufen zu halten und sich selbst in ihrer künstlerischen Freiheit beschneiden.

 

Quellen

Bilder:https://metrouk2.files.wordpress.com/2016/10/walking-dead-season-7.jpg?w=748&h=440&crop=1

https://pmchollywoodlife.files.wordpress.com/2016/04/the-walking-dead-negan-kill-abraham-ftr.jpg

https://en.wikipedia.org/wiki/Template:The_Walking_Dead_ratings

https://cdn.fansided.com/wp-content/blogs.dir/280/files/2016/07/Cn0e3X1VIAAGdm-.jpg

Links:https://twitter.com/hashtag/negan?lang=de

http://www.serienjunkies.de/news/ask-junkie-ratings-37971.html

http://www.serienjunkies.de/news/braindead-american-gothic-staffel-79131.html

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Nielsen_Company

http://sites.nielsen.com/newscenter/nielsen-to-measure-total-program-related-activity-across-twitter-and-facebook/

[STUDY] Integrated Marketing: How Does Social Media Influence TV Ratings?

 

 

Genug googeln, lassen wir uns sprechen

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Einstein sagte:  „Ich fürchte den Tag an dem die Technologie  unsere Menschlichkeit  überholt. Die Welt wird dann eine Generation von Idioten sein.“ Hatte der Physiker  das Recht ? Sind wir schon soweit, dass wir ohne die Netzwerke zu benutzen , nicht existieren können?

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Das sehen wir nicht, fühlen aber sehr stark. Statistiken zeigen, dass es immer mehr und mehr Internetsurfers geben wird. „Anzahl der Nutzer sozialer Netzwerke weltweit in den Jahren 2010 bis 2013 sowie eine Prognose bis 2018 (in Milliarden) :

 

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Diese Statistik zeigt die Anzahl der Nutzer sozialer Netzwerke weltweit in den Jahren 2010 bis 2013 und eine Prognose zur Entwicklung der Nutzerzahl bis zum Jahr 2018. Laut eMarketer werden 2018 weltweit rund 2,44 Milliarden Personen soziale Netzwerke nutzen..“

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Quelle:(https://www.facelift-bbt.com/de/facebook-dominiert-bei-der-nutzung-sozialer-netzwerke/ )

Es ist erstaunlich, oder? Im Jahr 2018 wird es 2,44 Milliarden Nutzer prognostiziert.

Die Alltagskommunikation hat heutzutage ein paar Regeln; darüber spricht man aber nicht laut. Unsere Geräte sind nicht nur schöne  Accessoires , sondern psychologisch starke Anlagen, die unser Leben als auch uns selbst von innen wechseln.  Wir können unsere Handys in einem anderen Zimmer ruhig liegen lassen. Doch aber nicht länger als für 1-2 Stunden. Dann streckt sich die Hand nach den vertrauten Facebook, Twitter und MySpace aus.

Es ist jetzt Zeit  anzuerkennen , dass echte, lebendige Beziehungen  viel wichtiger sind  als Chats in Facebook  oder WhatsApp . Wir sind einzigartig und verdienen herzliche , hemmungslose Verbindungen.

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„Das Internet wird verschwinden.“

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Auf dem diesjährig zum 45. Mal stattfindenden Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz machte der Google-Vorstandsvorsitzende Erik Schmidt eine Aufsehen erregende Behauptung in Bezug auf seine Vorstellung vom zukünftigen Internet: „I will answer very simply that the Internet will disappear.“

Gemeint ist mit dieser Aussage nicht, dass das Internet bald nicht mehr existieren wird (was wohl in unserer Gesellschaft auch nicht mehr vorstellbar ist), sondern im Gegenteil: „Das Internet wird verschwinden. – Weil es überall sein wird.“ Es wird nicht mehr „da“ sein, weil es so selbstverständlich werden wird, dass wir es nicht mehr bemerken, bzw. als gesondert ansehen. Gerade durch das kommende Web 3.0, das “Internet of Things”, das all unsere Geräte miteinander vernetzt, wird die eigentliche Interaktion mit dem Internet von unseren alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr zu unterscheiden sein. Laut Schmidt wird es keine Barriere zwischen Online- und Offline-Sein mehr geben; das Internet wird zu einem Teil unserer eigenen Präsenz werden.

“There will be so many IP addresses, so many devices, sensors, things that you are wearing, things that you are interacting with that you won’t even sense it.
It will be part of your presence all the time. Imagine you walk into a room, and the room is dynamic. And with your permission and all of that, you are interacting with the things going on in the room.”

Seine Vorhersagen fanden im Zuge der Diskussion „The Future of Digital Economy“ statt, an der auch weitere hochrangige Personen der IT-Branche teilnahmen:
Neben Erik Schmidt beteiligten sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella, Vodafone-CEO Vittorio Colao und Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Gespräch.
Letztere unterstützte Schmidt in seiner optimistischen Sicht und fügte hinzu: „Leute, die früher keine Stimme hatten, können sich heute einbringen. Jeder kann posten und teilen.“
Laut Schmidt ist das Internet eine der größten Errungenschaften der Menschheit und birgt immense Vorteile – nicht nur für das Individuum bei der persönlichen Beratung und Informationsbeschaffung, sondern auch für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Globale Kommunikation und Vernetzung helfen laut ihm der Bildung, Gleichberechtigung und Staatsführung.
Vom Google-Chairman werden aber ebenso wichtige, mit der Verbreitung der Internetnutzung einhergehende, negative Entwicklungen wie zum Beispiel die Verstärkung des „digital divide“, also der steigenden Ungleichheit zwischen Internetnutzern und Nicht-Nutzern nicht beachtet. Momentan haben laut dem Global Internet Report 2014 40% der Menschen Zugriff auf das Internet und können von dessen Vorteilen profitieren. Doch der Rest wird zunehmend von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, was die ohnehin schon extreme Kluft zwischen hochmodernen Industriestaaten und Entwicklungsländern vergrößert.

Quellen:
http://www.weforum.org/sessions/summary/future-digital-economy
http://www.hollywoodreporter.com/news/google-chairman-eric-schmidt-internet-765989
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/google-praesident-eric-schmidt-das-internet-wird-verschwinden-id3428753.html
http://www.internetsociety.org/sites/default/files/Global_Internet_Report_2014_0.pdf
http://wearesocial.sg/blog/2015/01/digital-social-mobile-2015/#more-10068
http://www.globalisierung-fakten.de/globalisierung-informationen/gruende/globalisierung-durch-kommunikation-und-internet/

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60 Sekunden im Internet oder: Der ganz normale Wahnsinn

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Dienstagabend, ca. 18 Uhr.  Ich sitze an meinem Schreibtisch und sinniere über ein potentielles Thema für einen Blogeintrag. Mir will partout nichts einfallen. Statt also weiter darüber nachzudenken, was man alles thematisieren könnte und meine kreativen Ergüsse niederzuschreiben, klicke ich auf das kleine blaue Icon mit dem weißen „f“ in meiner Lesezeichen-Symbolleiste und besuche Facebook. Wie beinahe jedes Mal ärgere ich mich auch an diesem kalten Dienstagabend wieder über diverse Einträge, neudeutsch Posts, die wenn überhaupt nur semi-interessant sind.

In meinen Gedanken lasse ich meinem Unmut freien Lauf, überlege kurz, ob ich das „weiße F“ nicht doch zur Gänze aus meinem Leben verbannen soll, verwerfe diesen Gedanken aber wieder und frage mich wutentbrannt, was denn bitte alles in so kurzer Zeit im Internet geschehen kann?! …

…wobei wir beim Thema wären: Was geschieht überhaupt in 60 Sekunden auf dem Superhighway, der Datenautobahn?

Bei meiner Recherche, die ich anfangs für recht aussichtslos hielt, da es meine kognitiven Fähigkeiten überstieg, mir vorzustellen, dass tatsächlich jemand zählt (oder eher ausrechnet), was so alles vor sich geht, stieß ich nach einiger Zeit auf eine Infografik, herausgegeben von der Statista GmbH aus Hamburg, laut eigenen Aussagen das „führende deutsche Statistikunternehmen im Internet“.1

Dieser Grafik ist u.a. zu entnehmen, dass pro Minute (!) etwa 1,9 Millionen „Likes“ und Kommentare von Facebook-Usern, sowie 411 gänzlich neue Mitglieder auf die Menschheit losgelassen werden.

In der Zeit, in der ich vielleicht 15 Atemzüge tätige, bearbeitet unser aller liebste Suchmaschine Google etwa 833.333 Suchanfragen, auf Youtube werden etwa 2,8 Millionen Videos angeschaut, 72 Stunden Videomaterial hochgeladen und via WhatsApp werden 4,2 Millionen Nachrichten verschickt.

In der Zeit, in der ich etwa zehn- bis 15-mal blinzle, werden etwa 86 Millionen Spam-Mails verschickt, 277.778 Tweets veröffentlicht und 1.005.579 Gigabyte an Daten übertragen.

In der Zeit, in der mein Herz etwa 50- bis 100-mal schlägt, entstehen aber auch rund 157.000€ an Schaden, verursacht durch sogenannten „Cyber-Crime“. Zeitgleich wiederum verbucht das marktführende E-Commerce-Versandhaus Amazon 77.036€ Umsatz (woran ich wohl durchaus nicht ganz unschuldig bin…).

Zwar sei die Grafik laut Statista eher „als nicht ganz ernsthafte Spielerei zu verstehen“2, dennoch sind die Zahlen, ob nun zu 100% richtig oder nicht, beeindruckend und regen zum Nachdenken darüber an, ob das „globale Dorf“ nicht viel eher eine Mega-Metropole der Quantität ist. Die Qualität lässt ja, wie meine eingangs geschilderte Wut beweist, bisweilen zu wünschen übrig. Aber das ist eine andere Geschichte…

Zur Veranschaulichung die Grafik2:

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Quellen:

1 Statista GmbH: Über Statista. URL: http://de.statista.com/statistik/info/. (04.02.2013)

2 Brandt, Mathias (2013): 60 Sekunden im Internet. URL: http://de.statista.com/themen/42/internet/infografik/790/60-sekunden-im-internet/. (04.02.2013)

Facebook – Der Untergang für StudiVZ und Co?

geschrieben von in Internet, Internetstatistik, Kommunikationsformen, Medienkritik, Medienwandel, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Unter dem Titel Die Folge der Facebook-Dominanz: Deutsche Social Networks am Scheideweg gibt es bei netzwertig einen absolut lesenswerten Artikel darüber über Facebook. Am Beispiel Schweden wird erläutert, wie Social Network Marktführer alteingesessene nationale Netzwerke in die Bedeutungslosigkeit verbannte.
Die Frage die sich zu Recht stellt, ist ob eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland wahrscheinlich ist. Oder hängen die Deutschen zu sehr an ihrem StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Wer-kennt-wen oder gar an Lokalisten?

Problemkind VZNetzwerke

Die VZ Netzwerke, sind wie der Name schon sagt mehrere Netzwerke, die sich aber mehr oder weniger miteinander verbinden lassen. Lässt man den positiven Aspekt des, letzten Endes umgehbaren Jugenschutzes bei SchülerVZ beiseite, ist das eine ziemlich lästige Angelegenheit. Hier zeigt sich, dass der einstige Trumpf von StudiVZ von inzwischen zu einem Problem geworden ist. Waren es einst die Studenten als Early Adopters und Zugpferd des Social Networks, schließen diese nach dem Studium ihren Account und denken in der Regel nicht daran, zum hochgradig altbacken klingenden MeinVZ zu wechseln.
Wobei ich zumindest aus meinem Umfeld sagen kann, das viele StudiVZ Profile den Studienabschluss ihrer Besitzer nicht miterleben. Viele User kehren StudiVZ den Rücken zu. Sei das Datenschutzgründen oder weil sie einfach keinen Mehrwert in dem sozialen Netzwerk mehr sehen. Ersterer Grund mag zwar von hohen Idealen zeugen, aber wer fair sein will, muss den VZ Netzwerken zugestehen, dass sich etwas in Sachen Datenschutz getan hat und Facebook oder auch Google eine größer Datensammelwut antreibt. Aus diesem Grund preist StudiVZ sich ja inzwischen gerne als kleines deutsches Datenschutzparadies an, und macht so geschickt PR gegen Facebook.
Das weit größere Problem von StudiVZ ist der fehlende Mehrwert. Partyfotos sind für Nutzer die irgendwann einmal die Uni Richtung Arbeitswelt verlassen wollen eher ein Grund, StudiVZ zu verlassen, als dort aktiv zu sein. Der in den Anfangstagen des Studentenverzeichnis oft beschworene Gedanke, es bestünde die Möglichkeit alte Schulfreunde zu finden, gilt einerseits auch für Facebook und Co und war andererseits schon immer ein Scheinargument für soziale Netzwerke. Auch wenn wer seinen kompletten Abijahrgang als Freund hinzufügte, hat letzten Endes doch eher mit den Leuten in Kontakt gestanden zu denen eine engere soziale Bindung bestand. Der „Aha X studiert jetzt in Y das Fach Z – Effekt“ der einst den Reiz von StudiVZ ausmachte, ist nunmal keine Langzeitmotivation.
Das jedoch größte Problem, dass StudiVZ immer hatte und auch noch jetzt hat, ist seine Innovationsarmut. Es war immer ein Facebook Clon in rot, der sich erstaunlich langsam weiterentwickelte. Exemplarisch dafür ist immer das Fehlen von Hyperlinks gewesen. Wo Facebook sich heute selbst ins offene Internet katapultiert, sich mit diesem vernetzt und die Nutzerseiten von außen einsehen lässt, war StudiVZ immer ein in sich geschlossener Mikrokosmus. Wer einen Link teilen wollte, musste diesen kopieren und in die Browseradresszeile einfügen. Ein Usability Alptraum. Der noch größere Alptraum sind bei StudiVZ aber nach wie vor die Gruppen. Diese haben nie als Kommunikationskanal funktioniert sondern waren für gefühlte 90% der Nutzer nur eine lustige Erweiterung des Profils. „Ich glüh härter vor als du Party machst“, um nur eine dieser Juxgruppen zu nennen, erfüllt keinen kommunikativen Zweck sondern ist nichts weiter als ein Gag. Das Fehlen von Apps und Spielen hat mich hingegen nie wirklich gestört.Aber wer bei Facebook sieht, wie viele Freunde den halben Tag damit verbringen ihren virtuellen Bauernhof zu beackern, versteht wie sehr die Apps die Nutzer binden.

Was die Zukunft bringt

Eine derart ausgeprägte Analyse von Wer-Kennt-wen und Lokalisten spare ich mir an dieser stelle. Die Google-Statistik zeigt, dass es mit Wer-kennt-wen nach einem kleinen Boom schon wieder bergab geht und Lokalisten war niemals wirklich bedeutend. Aus der Google-Statistik geht klar hervor, dass die VZNetzwerke insgesamt zwar noch schlagkräftig sind, aber das gigantische Wachstum von Facebook macht nicht den Eindruck als würde sich stoppen lassen. Zumal der Funktionsumfang schon jetzt gewaltig ist und hinter diesem Social Network wesentlich mehr Kapital steht, dass sich in die Weiterentwicklung stecken lässt.
Ich kann mich Medienlese als nur anschließen und sagen, es harte Zeiten für die nationalen sozialen Netzwerke werden und dass es wahrscheinlich ist, das einige von ihnen in die Bedeutungslosigkeit abdriften werden. Wobei nicht gesagt ist, dass Facebook das Ende vom Lied ist.

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30 Jahre Pac Man oder: die gefressene Arbeitszeit

geschrieben von in Allgemeines, Internet, InternetstatistikKommentare deaktiviert für 30 Jahre Pac Man oder: die gefressene Arbeitszeit

Kleine Spiele am Arbeitsrechner im Büro kosten Zeit. Arbeitszeit. Deswegen wird das in vielen Firmen streng überwacht und ist meist verboten (vgl. Quelle 1). Was aber, wenn man ganz ohne Wissen Teil eines Spiels wird? So geschehen in der vergangenen Woche. Hintergrund: Eines der ältesten Computerspiele, das Spiel „Pac Man“, feierte sein 30-jähriges Bestehen. Die Internetsuchmaschine Google huldigte einem der Grundsteine rechnergestützter Unterhaltungselektronik mit einem so genannten „Doodle“. Dabei wird die Eingabemaske der Suchseite entsprechend eines Anlasses verändert (vgl. Quelle 2). Erstmals wurde die Eingabemaske derart verändert, dass statt der Suchoption „Auf gut Glück“ ein Spiel gestartet werden konnte. Alle 255 Levels, inklusive des Zweispielermodus standen zur Verfügung.  Doch der Effekt erntete herbe Kritik.

So hatten die Programmierer die originalen Spielgeräusche zusätzlich eingebaut, was dazu führte, dass, sobald die Startseite, wenn auch nur im Hintergrund, geöffnet wurde, sofort auf dem Rechner die ungewohnten Start-Geräusche abgespielt wurden. Dies führte beispielsweise auf den Hilfe-Seiten des Internetbrowsers Mozilla dazu, dass die Seiten aufgrund besorgter Anfragen der Firefox und Mozilla-Nutzer zusammenbrachen (vgl. Quelle 3).

Während die eine Hälfte der Suchmaschinennutzer hilflos den schrillen Sounds ausgeliefert war, hatten jene, die die Ursache sofort erkannten, und sich darauf einließen offenbar ihren Spaß, während der Arbeitszeit den Computerspiele-Klassiker nachzuspielen. Ein amerikanischer Medienblog errechnete, dass die Spielerei insgesamt rund 4,82 Millionen Stunden Arbeitszeit fraßen. Als Grundlage diente die durchschnittliche Verweildauer auf der Google-Seite von 4,5 Minuten. Der Blog legt einen durchschnittlichen Stundenlohn von 25 Dollar zu Grunde und errechnete damit einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von 120.483.800 Dollar (vgl. Quelle 4).

Die Betreiber der Suchmaschine selbst kommentierten die Resonanz mit den Worten: „Wir sind überwältigt, aber nicht überrascht vom Erfolg unseres Doodles zum 30. Pac Man Geburtstag. Aufgrund der regen Nachfrage werden wir das Spiel permanent auf www.google.com/pacman zur Verfügung stellen“ (Quelle 5).

Quelle 1:  http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/private-computernutzung-der-chef-sieht-mit-541157.html

Quelle 2: http://www.google.com/logos/index.html

Quelle 3: http://derstandard.at/1271377313371/Bittere-Pille-Googles-Pac-Man-zwingt-Mozilla-in-die-Knie

Quelle 4: http://blog.rescuetime.com/2010/05/24/the-tragic-cost-of-google-pac-man-4-82-million-hours/

Quelle 5: http://googleblog.blogspot.com/2010/05/pac-man-rules.html

Bruttonationalglück – Die Deutschen werden glücklicher …

geschrieben von in Internet, InternetstatistikKommentare deaktiviert für Bruttonationalglück – Die Deutschen werden glücklicher …

… zumindest behaupten sie es in ihren Statusmeldungen auf Facebook, die  seit September 2009 computergestützt und anonym ausgewertet werden.

Durch die fachmännische Unterstützung von Sozialpsychologen (www.liwc.net) lassen sich Listen von Wörtern zusammenstellen, die positiv bzw negativ  konnotiert sind wie zum Beispiel „großartig“ oder „tragisch“ .
Diese Wörter werden dann in den entpersonifizierten Statusmeldungen gezählt, wobei man davon ausgeht, dass die kurzen Meldungen einen kleinen Einblick in das Gefühlsleben der User geben.
In Deutschland kann man nun durch  Veröffentlichungen der neuesten Auswertungen feststellen, dass die Zahl positiver Wörter leicht zugenommen hat, während die Zahl negativer abnahm, woraus man schließen könnte, dass die Deutschen glücklicher sind. Im Vergleich zu anderen Ländern wie USA, Kanada, Indien oder Großbritannien ist die Steigrung aber nur geringfügig.  Der Index selber bezeichnet die Differenz beider Werte, der sich aber nicht direkt international vergleichen lässt, da das Modell länderspezifisch angewendet wird.

Über einen Zeitraum beobachtet zeigt sich, dass Feiertage in allen Ländern den Stimmungsbarometer deutlich nach oben ausschlagen lassen, während nationale Trauertage wie zum Beispiel der Tod des Nationaltorhüters Robert Enke ein Tief markierten. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. So brach der Index in Chile nach den Erdbeben im Februar 2010 zusammen.

Von Representativität kann in diesen Analysen nicht gesprochen werden. Zwar ist in Deutschland schon fast jeder zehnte Facebook Mitglied aber nicht jeder kommentiert die ganze Zeit sein Leben.  Die aktiven User sind im Schnitt  jüngere, gebildetere Menschen aus der gehobenen Mittelschicht und auch hier sind es eher die postiv gestimmten, die ihr Glück in alle Welt hinausposaunen.

Vielleicht sind sie aber auch allesamt nur ironischer geworden, was nicht wirklich messbar ist.

Quellen:

apps.facebook.com/gnh_index/?c=DE_de
netzwertig.com/2010/05/06/facebook-analysiert-status-updates-die-deutschen-werden-gluecklicher/
blog.facebook.com/blog.php?post=387623222130

Wer ist eigentlich noch offline?

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Für den bloggenden und twitternden Medienwissenschaftsstudierenden unvorstellbar: Es gibt in Deutschland tatsächlich noch Menschen, die ihr Leben komplett offline führen!!!
Wer sind diese Menschen? Die ARD/ZDF-Offlinestudie 2009 hat erhoben, dass immerhin 32,4 % der Deutschen ab 14 Jahren, das Internet überhaupt nicht nutzen. In absoluten Zahlen: 21,34 Millionen.
Am höchsten ist der Anteil der Offliner bei den über 60-jährigen Frauen: Zwei Drittel dieser Gruppe meiden das Internet. Die Gründe für das Leben offline sind sehr verschieden und reichen von Berührungsängsten mit der neuen Technik über finanzielle Aspekte bis zum Suchtpotenzial, das das Internet haben soll.
Naja, wer die Wahlergebnisse erst nach 18 Uhr erfahren will…

Quelle: Media Perspektiven 7/2009

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Veränderungen in der Mediennutzung

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internetstatistik, Medienwandel, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Veränderungen in der Mediennutzung

Ein Artikel in der aktuellen Ausgabe der Media Perspektiven wirft die höchstinteressante Frage auf, ob man aus der Mediennutzung der heutigen Jugendlichen auf die Mediennutzung der Bevölkerung von Morgen schließen kann.
Die Jugendlichen 2009 (14-19 Jahre) stellen laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 einen neuen Nutzertypus dar: multimedial und interaktiv. Werden im Jahre 2030 alle Nutzer so souverän und aktiv im Internet handeln?
Der Artikel aus Media Perspektiven sagt: Nein. „Mit zunehmendem Lebensalter und zunehmender Eibindung in feste Berufs- und Familienstrukturen gewinne linear verbreitete Programmangebote an Bedeutung.“ (Media Perspektiven, 7/2009, S.348).
Auch 2030 werden also die meisten Berufstätigen abends vor den Fernseher setzen und ein kühles Feierabendbier genießen.

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Belastungsprobe fürs Netz – Michael Jackson wird mit Trauerfeier verabschiedet

geschrieben von in Fernsehen, Internet, Internetstatistik2 Kommentare »
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war die gestrige Zeremonie für den kürzlich verstorbenen „King of Pop“, die in Kalifornien, USA,  stattfand, auch im Internet ein Großereignis.
Viele Websites übertrugen die Veranstaltung per Livestream und kämpften mit hohen Serverbelastungen durch viele Userzugriffe.  Serverzusammenbrüche waren keine Seltenheit.
Leider gebe es laut Nadja Elias (Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung AGOF) noch keine Werkzeuge zum Messen von Besucherzahlen von Websites in einer kurzen Zeitspanne, sodass genaue Zahlen noch nicht veröffentlicht werden könnten.
Quelle:

Wolfram Alpha: man wartet und wartet…

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Wolfram Alpha ist kein neuer Yoghurt oder ähnliches, sondern nichts anderes als eine neue Suchmaschine. In der Presse wurde sie im Vorfeld schon als „Google-Killer“ gehandelt, wie man liest. Frohen  Mutes wollte ich mir also selbst ein Bild von Wolfram machen, doch nachdem ich die Seite angewählt hatte, die Enttäuschung: „Launching May 2009“. Tja, jetzt haben wir zwar „May“, aber scheinbar ist die Suchmaschine für den Normalsterblichen noch nicht nutzbar. Dann muss man sich eben auf die Fakten der Fachwelt beschränken.

Wenn es nach dem Erfinder geht, dem Physiker Stephen Wolfram, ist Wolfram Alpha eigentlich gar keine Suchmaschine im herkömmlichen Sinne, sondern eine revolutionäre „Antwortmaschine“.  Was ist darunter zu verstehen? „Es wirft nicht einfach Dokumente aus, die vielleicht die Antwort enthalten, wie Google, und es ist nicht einfach eine gigantische Wissensdatenbank wie Wikipedia. Es versteht nicht nur natürliche Sprache und benutzt diese Fähigkeit, Dokumente zu finden, wie etwa Powerset“, sagt der Erfinder selbst über sein Werk.

Schön und gut, aber wie schlägt sich Wolfram Alpha im Vorabtest der Online-Fach-Magazine? Die Begeisterung hält sich in Grenzen: Die Redaktuere von Spiegel Online zeigen auf, dass Wolfram Alpha mit Suchbegriffen wie „presidential election 2008 results“ bislang nicht viel anfangen kann ( „isn’t sure what to do with your input“). Wo sie aber offenbar punktet, ist bei numerischen Angaben: gibt man z.B. „Nokia vs. Motorola“ ein, so erhält man eine detaillierte Gegenüberstellung der Geschäftsdaten. Die Redakteure kommen zu dem Urteil, dass Wolfram Alpha bislang ein sehr schönes Design aufweist, aber in Sachen Datenbasis Google noch weit hinterherhinkt.Blogs wie „Mashable“ sehen in der neuen „Antwortmaschine“ eher ein neues Instrument für die akademische Forschung, weniger für den Hausgebrauch.

Ob sich Wolfram Alpha tatsächlich neben Google etablieren kann, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vorhersagen, da sie für die breite Masse noch nicht zugängig ist. Eine neue graphische Suchmaschine, die einem vor allem Statistiken übersichtlich darstellen kann, halte ich aber für gar nicht mal so verkehrt. Es muss ja auch nicht immer direkt ein „Google-Killer“ sein.

Das liebe Geld und die Chinesen

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Die Olympischen Spiele in Peking stehen vor der Tür und die chinesische Regierung um Präsident und KPC-Chef Hu Jintao ist fleißig dabei, alle Vorbereitungen zu treffen: Da werden die Unruhen in der autonomen Region Tibet blutig niedergeschlagen, da wird der Fackellauf einfach mal unterbrochen und der im Ausland wohl bekannteste Regimekritiker Hu Jia für 3 1/2 Jahre ins Gefängnis gesteckt. Nichts soll von dem großen Ereignis ablenken, das am 8. August feierlich mit der Eröffunugsfeier beginnen soll.

Während die westlichen Politiker gerade dabei sind, sich gegenseitig in symbolhafter Schaufensterpolitik zu überbieten (alle fordern sie den „Dialog über die Menschenrechte“ und Horst Köhler nebst Angela Merkel bleiben sogar der Eröffnungfeier fern, aber zu den Geschäften mit den Chinesen wird weiter schön „Ja“ gesagt, weil das ja etwas vollkommen anderes wäre und man das ja differenziert betrachten müsste) schnürt die kommunistische Partei China gerade das nächste Paket, dem das US-Magazin „Newsweek“ den Namen „Repression 2.0“ gegeben hat.

Was ist nun also diese „Repression 2.0“? Der Kern ist der folgende: Früher haben die chinesischen Zensoren eher aus dem Verborgenen heraus agiert. Es wurde speziell für die Internetübewachung eine eigene Abteilung innerhalb der Verwaltung eingerichtet, die nur dafür zuständig ist, mögliche Regimekritiker im Internet zu identifizieren und aufzuspüren. Die Chinesen selbst wussten zunächst nichts davon, außer, dass gewisse Seiten einfach gesperrt waren (z.B. Menschenrechtsseiten). Jetzt hat sich die Taktik geändert: „Repression 2.0“ bedeutet, dass jetzt offen gegen die Kritiker vorgegangen wird und dafür macht man sich auch die Technik zu Nutze. In einem Land, das mittlerweile über 210 Millionen Internetnutzer zählt und in dem am Tag über eine Millarde SMS verschickt werden, bietet sich das geradezu an. So wurden in der tibetischen Haupstadt Lhasa nach den Unruhen tausende von SMS an die Handybesitzer verschickt, in denen die Tibeter aufgefordert wurden, die Gesetze einzuhalten. Der Sinn der neuen Vorgehensweise erscheint eindeutig: Die Menschen in China sollen sich beobachtet fühlen und somit schon vorher abgeschreckt werden, ihre negativen Gedanken über das Regime in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

 Die chinesische Regierung scheint durch diese Maßnahmen zumindest die Stabilität im Innland noch halten zu können. International gesehen verlieren sie jedoch weiter an Reputation. Das dürfte die Führung der KPC jedoch reichlich wenig kümmern, solange die Geschäfte mit dem Westen unvermittelt weiterlaufen.

Meiner Meinung nach, würde nicht ein Boykott der Olympischen Spiele China zum Einlenken in der Menschenrechtspolitik bewegen, sondern wenn überhaupt eine kleine Chance da ist, dann besteht sie nur in einem Wirtschaftsboykott. Diesen Preis dürften die westlichen Länder aber nicht bezahlen wollen. Geld regiert eben doch die Welt.

Denkanstoß: http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,547576,00.html

Der „digitale Schatten“ verfolgt uns…

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Spiegelonline berichtete erst kürzlich über den „digitalen Schatten“ der uns Menschen, bei jeder kleinen Tätigkeit, wie Telefonieren oder im Internet surfen verfolgt und immer größer wird. Denn immer werden Datenmengen erzeugt und gespeichert. Sie beschreiben oder erklären ihn als passiven Beitrag, den jeder Mensch täglich zum Informationswachstum beiträgt. Als Beispiel werden hier die täglichen Internetaktivitäten eines jeden genannt, wie Online-Banking oder Suchmaschinenanfragen, die ebenfalls gespeichert werden. Um die größe dieser Datenmengen nochmals deutlich zu machen, zeigt Spiegelonline auf, dass die Größe der enstehenden Datenmengen eines jeden Menschen höher ist als die Datenmengen, die beim Abspeichern von Digitalfotos oder Emails entstehen – und das pro Tag. Werden wir vielleicht irgendwann nur noch durch unseren „digitalen Fußabdruck“ (Zitat) identifiziert werden?

Nordkorea: Lichtschalter gefunden?

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Wenn man Nordkorea hört, dann denkt man warscheinlich zuerst einmal an Kim Jong-il und an eine Atombombe. Der politisch Interessierte vielleicht auch an die vollzogene Schließung des Atomreaktors Yongbyon.

Aber mal ehrlich: Wer würde denn erwarten, dass die Machthaber in Nordkorea nun plötzlich Ebay und Konsorten Konkurrenz machen wollen? Wie Spieglel-Online berichtet, steigt Nordkorea nun ins E-Commerce ein: Auf einer speziellen website, die den Kauflustigen in 5 Sprachen anlachen soll, gibt es wohl alles, was das Herz begehrt: ein schnelles Fahrrad mit zwei Reifen, ein sportliches Auto made in Nordkorea und ein paar schicke Briefmarken mit dem Konterfei des Dikators sollten auch erhältlich sein. „Sollten“, denn tatsächlich ist es so, dass die Seite sich de facto einfach nicht laden lässt und einem das alleseits bekannte „Die Website kann nicht angezeigt werden“ entgegenstrahlt. Vielleicht haben einfach Käufer aus Deutschland keinen Zugriff auf die Seite. Viel warscheinlicher ist aber die Variante, dass die Technik einfach nicht mitspielt.

In einem Land, das so arm ist, dass nachts das Licht ausgeschaltet werden muss, ist die Infrastruktur für einen E-Commerce-Versuch einfach nicht gegeben. Während das Pro-Kopf-Einkommen beim Nachbarn Südkorea fast stolze 20.000 US-Dollar beträgt (2006), müssen in Nordkorea die Menschen im Schnitt mit gerade einmal (geschätzten) 914 US-Dollar im Jahr (2004) auskommen. Folglich wirkt der Schritt der nordkoreanischen Führungsspitze fast schon verzweifelt: Es wird versucht, mit etwas Geld zu machen, obwohl die Basis (technische Infrastruktur) nicht gegeben ist. Ein weiteres Problem dürfte die Qualität der Produkte darstellen; denn mit hochwertiger Ware wird wohl nicht zu rechen sein (Nachbar China kann ein leidiges Lied davon singen).

Vielleicht sollte sich Nordkorea ersteinmal darüber Gedanken machen, wie sie ihrer Bevölkerung das Überleben sichern kann (mit Nahrung!!!), bevor das eh nicht gerade üppig vorhandene Geld für Atomwaffen oder Internetspielereien ausgegeben wird.

w00t des Jahres

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Eine Ende Januar nicht mehr überfrische, aber doch noch interessante Nachricht: Das amerikanische Wörterbuch Merriam-Webster (einigen vielleicht aus dem Englisch-Unterricht bekannt) verkündete Mitte Dezember das „Wort des Jahres“. Statt der langweilig-ernsten Klimakatastrophe Deutschlands kamen die Amerikaner allerdings auf ein Stück „Internetkultur“: w00t.

Auch bei uns haben es Netzwörter auf die Liste geschafft (Second Life, Platz sieben, Bundestrojaner, Platz acht), jedoch nicht an die Spitze. Das mag damit zusammenhängen, dass in Deutschland die Gesellschaft für deutsche Sprache für die Wahl zum Wort des Jahres verantwortlich ist (auch wenn jeder jederzeit Vorschläge einsenden kann), und nicht die Besucher einer Wörterbuch-Website. Das Ergebnis beruht nämlich auf einer durch das Wörterbuch durchgeführten Onlineabstimmung.

„Generation Google“ ein Mythos?

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Eine neue Studie des „University College London“ hebt mit dem Vorurteil auf, dass die  so genannte „Generation Google“  – also Kinder und Jugendliche, welche im Internet-Zeitalter aufgewachsen sind  –  dieses auch am besten  und am effektivsten zu nutzen weiß.  Zwar zeigen sie eine gewisse Leichtigkeit und Vertrautheit im Umgang mit Computern und dem Internet, allerdings  soll es ihnen an analytischem Verständnis und  Hinterfragung dieser Informationen fehlen. Auf deutsch: „Die Generation Google findet alles,  kann aber damit nichts anfangen.“

Außerdem will man herausgefunden haben, dass das Recherche-Verhalten von Nutzern insgesamt einem starken Wandel unterliegt. Nicht nur Jugendliche zeigen demnach weniger Geduld bei der Suche und Navigation, sondern dieses Verhalten soll sich zunehmend durch alle Gesellschaftsschichten ziehen.

Die Studie richtet sich damit an alle Bibliotheken, welche aufgefordert werden sich den wandelnden Bedürfnissen der Nutzer anzupassen. Am wichtigsten sei die Einbindung der Möglichkeiten des Internet, andernfalls drohe den Bibliotheken eine zunehmende Obsoleszenz.

Quellen:

http://www.bl.uk/news/2008/pressrelease20080116.html

http://www.theinquirer.de/2008/01/21/generation_google_schnell_aber_nicht_schlau.html

Onliner-Anteil in Schweden stagniert

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Der Anteil der Internetnutzer an der schwedischen Bevölkerung wächst nicht mehr. 2007 nutzten etwa 80 Prozent der Schweden zwischen 16 und 74 Jahren das Internet, 2006 waren es noch 84 Prozent. Damit hat sich der Anteil der Onliner ungefähr beim Wert von 2004 und 2005 eingependelt. Schweden nimmt – wie die übrigen skandinavischen Länder – eine Vorreiterrolle bei der Internetnutzung ein. Die Entwicklung dort kann daher als Indikator gesehen werden, dass bei 80 Prozent eine Art Sättigungsmenge erreicht wird.

Zum Vergleich: In Deutschland nutzen laut ARD/ZDF-Online-Studie derzeit etwa 60 Prozent der Erwachsenen ab 14 Jahre das Internet.

Quelle: Statistics Sweden, Use of computers and the Internet by private persons in 2007.

Zensur des Zeitgeistes: Google veröffentlicht Online-Ranking

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Wie heise online berichtet, wurde vor kurzem das Google Zeitgeist-Ranking 2007 vorgelegt, indem statistisch dargestellt werden soll, welche Begriffe deutschlandweit die Beliebtesten bzw. die Meistgesuchtesten sind. Hier die Top Ten:

1. Routenplaner (z.B. googlemaps oder map24)
2. Telefonbuch
3. Wetter
4. Wikipedia
5. Leo (Online-Wörterbuch)
6. Bild
7. StudiVZ
8. ICQ
9. IKEA
10. Das Örtliche

Ich finde es schon ein bisschen bizarr, dass Menschen bei Google Wikipedia eingeben…wozu gibt es denn die Suchleiste!?!

auf chip.de findet man eine schöne Fotostrecke zum Zeitgeist-Ranking.

Bei Betrachtung der Top Ten fällt auf, dass der sogenannte Zeigeist der deutschen Internetkultur bezüglich der meistgesuchten Begriffe unter einer erheblichen Zensur steht. Wörter wie Sex und YouPorn werden überhaupt nicht erwähnt, obwohl ich mir sicher bin (und dafür brauche ich keine statistische Überprüfung), dass die braven Deutschen (und nicht nur die) das weltweite Web nicht nur zum Routenplanen oder Telefonnummern suchen benutzen, sondern auch (nicht nur) um pornographische, erotische, perverse Bilder und Fotos zu sehen, die im Müllkorb der Welt beinahe unbegrenzt angeboten werden.
Es ist schon eine gewisse Ironie dabei, wenn Google vom Zeitgeist redet und im selben Moment eine Zensur vornimmt…

Das Zeitgeist-Ranking zeigt noch ein paar andere interessante Internet-„Tatsachen“ auf bezüglich der Suchbegriffswahl der Deutschen: Der meistgesuchte Mensch im Web ist Bushido, die meistgesuchte Diät „Brigitte Diät“, die meistgesuchte TV-Sendung DSDS (ich glaube, eine genaue Erklärung dieser Buchstabenreihe ist nicht nötig)…die Liste könnte noch fortgeführt werden: über Automarken bis zu Tickets wurden die Begriffe auf Google’sche Weise statistisch aufgeführt.

Als Abschluss bleibt noch eine Frage: Was sagen all diese Daten über den „wahren“ (ein vager Begriff, ich weiß) Zeitgeist der Deutschen bzw. der deutschen Internetkultur aus?!

Meinungen (oder Antworten) sind erwünscht…

zu wenig 3…2…1… Meins bei Ebay

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internetstatistik, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Ebays Höhenflug bekommt weitere Dämpfer. Die Anzahl der Auktionen ist weltweit um 6% gesunken. ? Der Rückgang in Deutschland ist noch ein wenig dramatischer? (Bob Swan, Finanzchef Ebay). Der Grund läge aber darin, dass die Zahlen im letzten Jahr so hoch waren und Ebay die Gebühren erhöht hat.

Da Deutschland der größte Markt neben den USA ist besteht kräftig Handlungsbedarf.

Daher plant Ebay einige Verbesserungen von denen sich die nordamerikanischen Kunden schon mal ein Eindruck auf playground.ebay.com verschaffen können.

Die Änderungen stecken dabei eher im Detail, z.B. wurde die Suchfunktion verbessert und die Bietfunktion verändert, so dass man in mehreren Auktionen bieten kann aber nur einmal den Zuschlag erhält und man den gleichen Artikel nicht mehrfach ersteigert. Damit erhofft sich Ebay neu gewonnenen Spaß beim bieten. Außerdem soll das ?Bewertungssystem verbessert werden, der Web-Auftritt neu gestaltet und der Kundenservice ausgebaut? werden.

Der Rückgang, der durch diese Maßnahmen gestoppt werden soll herrscht aber nicht weltweit vor. In Süd-Korea verzeichnete Ebay ein Plus von 34 % bei den abgeschlossenen Auktionen.

Auch sonst gab es nicht nur Schwund bei Ebay, denn man ist längst nicht mehr aufs bloße Auktionsgeschäft fixiert. So brachte es das Online-Zahlungssystem Paypal zu einem Umsatzplus von 34% auf 454 Millionen Dollar, der vor allem durch einen 50 prozentigen Zuwachs der Zahlungen außerhalb von Ebay zustande kam. Neben Paypal könnte auch die zweite Tochterfirma Skype mächtig Gewinn machen und ihren Umsatz verdoppeln.

Quelle: sz

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