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Die negative Entwicklung des Fußballs – Fragwürdige Medien, Kommerzialisierung, Korruption und vieles mehr

Zunehmende Kommerzialisierung, falsche bzw. fragwürdige Medienberichterstattungen sowie Korruptionen verschiedener Fußballstars und –funktionäre. Der Fußball hat in den letzten Jahren eine negative Entwicklung genommen.

Es ist der 3. August 2017. Der Transfer ist perfekt. Der Brasilianer Neymar da Silva Santos Júnior wechselt für unfassbare 222 Millionen Euro vom spanischen Topklub FC Barcelona zum französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain. Ein neuer Transferrekord. Spästestens durch diese Ablösesumme wird jedem klar – mittlerweile sind im Fußballgeschäft Unmengen an Geld im Umlauf. Und es ist kein Ende in Sicht.

Die Kommerzialisierung im Fußball hat inzwischen eine so hohe Dimension erreicht, weshalb sich nun schon die ersten Fußballfans von ihrem geliebten Sport abwenden. Es wurden bzw. werden neue Wettbewerbe eingeführt, damit noch mehr Geld fließt, sei es die Nations League oder die Europa League 2. Diese Wettbewerbe dienen nicht dazu, die sportliche Qualität zu erhöhen, sondern ausschließlich darum, finanziell von diesen Ideen zu profitieren. Desweiteren wurde die Weltmeisterschaft 2022 nach Katar vergeben, trotz erdrückender Temperaturen von 50 Grad im Sommer. Aus diesem Grund wird 2022 erstmals die WM im Winter ausgetragen. Als Fußballfan stellt man sich da die Frage: Wann nimmt dieser Wahnsinn ein Ende?

Doch die Kommerzialisierung sowie die wahnwitzigen Transfersummen sind nicht die einzigen Probleme, die sich innerhalb der letzten Jahre gebildet haben. Auch die Korruption steht maßgeblich für das Image des Fußballs der letzten Jahre. Seien es Weltklassespieler wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Fußballfunktionäre wie z.B. Uli Hoeneß – sie alle begingen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe und bekamen eine Bewährungsstrafe. Und sie sollen Vorbilder für kleine, fußballbegeisterte Kinder sein?!

Die negative Entwicklung des Fußballs kommt durch die Medienwelt zum Vorschein. Denn die Medien sind es, die die Fußballer auf Schritt und Tritt begleiten und den Außenstehenden mit brandaktuellen Informationen versorgt. So bleibt jeder Fußballfan auf dem neuesten Stand. Doch die Medien haben im Fußballgeschäft nicht nur positive Seiten. Täglich gibt es neue Gerüchte um Spielertransfers, die jedoch meistens nicht der Wahrheit entsprichen. Das liegt daran, dass die Medien oft falsche Informationen bezüglich möglicher Ablösesummen in die Welt setzen, ohne richtig zu recherchieren. Dies veranlasste vor wenigen Monaten das Präsidium des FC Bayern München dazu, eine extra einberufene Pressekonferenz abzuhalten, bei der die Funktionäre einzelne Medien aufgrund ihrer unwahren Informationen an den Pranger stellten. Von „hämischer Berichterstattung“ und „Respektlosigkeit“ war die Rede.

Es wird immer deutlicher, dass es beim Fußball in die falsche Richtung geht. Egal ob Medien oder die Akteure des Fußballgeschäfts selber – niemand gibt in diesen Tagen ein positives Gesamtbild ab. Aufgrund der genannten negativen Aspekte im Text hätte auch ich (als Fußballfan) genügend Gründe, mich vom Fußball zu distanzieren. Doch für mich – wie auch für viele andere – hat der Sport eine wichtige Bedeutung, der nichts mit Geld oder sonstigem zu tun hat. Als Fußballfan ist der Fußball eine Art Leidenschaft, es ist ein Sport, der viele Menschen zusammen bringt und einen unglaublich hohen Spaßfaktor erzeugt. Für diese Punkte sollte der Fußball auch in der Öffentlichkeit wieder stehen. Und nicht für übertriebene Summen, Korruption oder falsche Berichterstattungen.

Quellen:

http://kleisisblog.blogspot.com/2014/09/kommerzialisierung-im-sport.html

http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-pressekonferenz-geht-s-eigentlich-noch-a-1234168.html

https://www.tagesspiegel.de/sport/fuenfjahresvertrag-wechsel-zu-psg-perfekt-neymar-zahlt-die-222-millionen-euro-selbst/20146720.html

Selbstdarstellung im Netz

Ob es ein Flug in die USA, das neu eingerichtete Zimmer, eine Shopping- Tour mit der besten Freundin oder nur ein netter Abend mit Freunden ist – wer seinem Umfeld das nicht via social media Plattformen mitteilt, der hat es auch nicht erlebt.

Das Internet spielt eine immer wichtiger werdende Rolle für uns, und das nicht nur, weil wir Nachrichten lesen, Streamingdienste in Anspruch nehmen oder schauen können, was der Supermarkt um die Ecke im Angebot hat. Nein – auch die Selbstdarstellung findet ihren Platz im Netz. Und die wird durch zunehmende Digitalisierung und ihrer damit einhergehenden Interaktion und Transparenz begünstigt.

Chancen und Risiken

Plattformen wie Facebook, Instagram oder Snapchat leben zum Teil von der Selbstdarstellung ihrer Nutzer. Die Einen verdienen ihr Geld damit, die Anderen machen es aus Spaß. Aber warum eigentlich ? Wieso setzen sich Menschen tagtäglich aufs Neue in Szene, auch wenn sie wahrscheinlich über die Hälfte ihrer Follower, Facebook – und Snapchatkontakte nicht einmal persönlich kennen?

Schon im 19. Jahrhundert schrieb der englische Essayist William Hazlitt, dass die Sehnsucht der Menschen natürlich sei „das Objekt fortwährender Beobachtung zu sein, [und] überall Bilder von sich selbst zu erblicken“. Etwas extrem sieht es der US-amerikanische Psychotherapeut Alexanders Lowen. Denn diese Art von Selbstdarstellung wirkt auf ihn wie eine Form des Narzissmus.


“Wenn Reichtum einen höheren Rang einnimmt als Weisheit, wenn Bekanntheit mehr bewundert wird als Würde, wenn Erfolg wichtiger ist als Selbstachtung, überbewertet die Kultur selbst das ,Image‘, und man muss sie als narzisstisch ansehen“, schrieb der US-Psychotherapeut Alexander Lowen.


Das mag dann zwar manch Einer belächeln, aber auch das komplette Gegenteil kann der Fall sein. Einige Menschen nutzen social media Plattformen als Bewältigungsstrategien von Unsicherheiten. Gehört jemand einer Minderheit an oder findet in seinem sozialen Umfeld keinen Kontakt findet er hier Gehör.

Welcher Grund auch immer die Menschen dazu antreibt, sich selbst im Netz darzustellen, was wäre dafür geeigneter, als die für jeden zugänglichen sozialen Medien?

Quellen:

http://www.bpb.de/apuz/157546/das-web-als-spiegel-und-buehne-selbstdarstellung-im-internet?p=all
https://www.welt.de/icon/article134352155/Hawaiiiii-Das-taegliche-Grauen-der-Facebook-Postings.html
http://www.haz.de/Sonntag/Top-Thema/Instagram-und-Co-Wieso-der-Narzissmus-zur-Volkskrankheit-wird

Spiegel Affäre 2.0 – der Journalismus erneut in der Vertrauenskrise ?

Geschichten sind etwas wunderschönes. Schon als Kind sass ich aufgeregt, mit großen Augen und voller Begeisterung, mit gespitzten Ohren vor dem Erzähler und lauschte fantasievollen und ausgefallenen Geschichten. Auch noch Jahre später ergreifen uns Reportagen wie die Geschichte von Ahmed und Alina, zwei geflüchteten Kindern aus Aleppo, die sich alleine in der Türkei durchschlagen. Der Leser wird mitgerissen und emotional berührt. Schockierend, wenn es sich bei dieser Reportage um Protagonisten handelt, die es so nie gegeben hat. Dieses traurige, herzzerreißende Märchen von Ahmed und Alina ist nahezu frei erfunden und stammt von dem nun ehemaligen Spiegel Journalist Claas Relotius.

Relotius, ein mehrfach ausgezeichneter Journalist, national hochgepriesen, nahm das Storytelling für seine Reportagen zu ernst. Der 33-jährige Journalist wurde vom eigenen Haus, dem Spiegel, aufgedeckt, denn eine erfundene Geschichte hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Er soll mehrere Artikel komplett gefälscht, Protagonisten erfunden und viele weitere Unwahrheiten in seine Texte eingebaut haben, zudem besteht der Vorwurf er habe Spendengelder veruntreut. Nicht nur Artikel des Spiegel sind betroffen sondern auch für andere Printmedien hat Relotius geschrieben, wie beispielsweise ,,die Welt“.

Ein Skandal für das ohnehin schon zur Zielscheibe gewordene System Journalismus, der nicht leicht zu ignorieren ist. Seit einigen Jahren hagelt es heftige Kritik. Vorwürfe wie ,,Lügenpresse“, ,,Fake news“ und mehr sind leider zu geläufigen Begriffen geworden. Dabei hatten die aktuellsten Ergebnisse der Langzeitstudie für Medienvertrauen ein positives Bild gezeichnet, welches ein wieder wachsendes Vertrauen in den Journalismus aufzeigt.

Was treibt einen Journalisten aber nun dazu solch einen Vertrauensbruch zu begehen und die eigene Berufsethik so mit Füssen zu treten ?

,, Es ging nicht um das nächste große Ding. Es war die Angst vor dem Scheitern“. Und ,, mein Druck nicht scheitern zu dürfen, wurde immer größer, je erfolgreicher ich wurde“ – Claas Relotius

Ist dies wirklich ein Grund die Wahrheit so zu manipulieren und tausende von treuen Lesern so zu hintergehen ? Nein ist es eben nicht und aus diesem Grund geht der Spiegel in die Offensive und macht den Betrugsfall im hauptsächlich eigenen Haus zur Titelstory und schafft somit Transparenz.


Spiegel Cover zur Enthüllung

Mit der Titelstory ,, Sagen was ist“, gibt die Redaktion zahlreiche Infos um den Fall, als auch online, um die Öffentlichkeit dauerhaft über die neuesten Erkenntnisse im Fall Relotius auf dem Laufenden zu halten.

Der Schaden ist angerichtet. Viele Leser sind schockiert und verunsichert. Erneut gerät das Vertrauen in den Journalismus ins Wanken, doch die Langzeitstudie Mediennutzung und eine solche Transparenz wie der Spiegel sie nun betreibt, lassen die Hoffnung bestehen, dass Vertrauen doch noch aufrecht erhalten zu können.

Quellen:

http://www.spiegel.de/spiegel/syrien-krieg-schicksal-von-waisenkindern-aus-aleppo-reportage-a-1102372.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Der_Spiegel_-_Sagen_was_ist.jpg

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fall-claas-relotius-spiegel-legt-betrug-im-eigenen-haus-offen-a-1244579.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article188031587/In-eigener-Sache-Was-Claas-Relotius-bei-WELT-schrieb-eine-Ueberpruefung.html

Black Friday – Schnäppchenjagd führt zum Tod

Kennen Sie das auch? – Es ist Black Friday und Sie werden von einer nach Schnäppchen dürstenden Menschenmenge niedergetrampelt. Nein? Damit hat wahrscheinlich auch ein 34 jähriger Wal-Mart Angestellter nicht gerechnet.

Es ist dieser besondere Tag im Jahr, auf den viele Menschen hin fiebern um die besten Deals zu ergattern – der Black Friday, welcher ursprünglich auf den New Yorker Börsencrash 1929 zurück zu führen ist.

Der Ursprung liegt somit bei den Vereinigten Staaten, jedoch hat sich der Tag durch die steigende mediale Präsenz über die Jahre immer stärker globalisiert und gewinnt nun in vielen weiteren Ländern an Bedeutung.

Die Idee dahinter ist die Kaufkraft der Wirtschaft zu stärken, mithilfe von Sonderangeboten, Rabatten und Werbegeschenken. Dank der etablierten digitalen Medien ist es nun fast unmöglich einen solch überaus wichtigen Tag zu verpassen. Klingt doch fantastisch, oder? Wenn du im Besitz eines digitalen Mediums bist, ob Smartphone, Computer oder Tablet, wirst du es kennen – Jeder Klick, ob auf der Suche nach einem Backrezept bei Google, bei dem durchchecken von Instagram Beiträgen, oder sonstigen Aktivitäten, das Internet lauert nur so mit Werbeangeboten zu allen möglichen Produkten, von Elektrogeräten über die angesagtesten Sportschuhe bis hin zu Wohnaccessoires nach dir.

Was ursprünglich nach einer win-win-situation klingt, da wir als Käufer unsere Produkte zu Schnäppchenpreisen erhalten und seitens des Werbemarktes der Absatz gefördert wird, entpuppt sich immer öfter zu einem nervenaufreibenden Ereignis, mit teils schwerwiegenden Folgen. Damit ist nicht nur die überreichliche Werbung gemeint, sondern auch der Kaufrausch der Menschen, welcher eine gewisse Brutalität auslösen kann. Einige Menschen gehen wortwörtlich über Leichen, um ihr gewünschtes Produkt zu erhalten. Immer öfter resultieren Unfälle mit Verletzungen, bis hin zu Todesfällen, Szenen, vergleichbar mit einem Schlachtfeld. So erging es wohl auch Jdimytai Damour, 34, ein Leihmitarbeiter einer Wal-Mart-Filiale, Nähe New York, der durch die Kraft der gierigen Käufer in den Tod getrampelt wurde. Als die Polizei die Filiale schließen will, drängen Käufer mit der Rechtfertigung vorbei, sie stehen ja seit Freitagmorgen in der Schlage für 20 Dollar Rabatt auf eine PS3. Klingt plausibel oder?


Foto: SEBASTIAO MOREIRA/EPA-EFE/REX

Um solchen Umständen zu umgehen hat man natürlich auch die Möglichkeit Online-Angebote bequem von zu Hause aus in Anspruch zu nehmen. Als Feature kann man sich sogar einen Preis-Alarm einstellen, der einen auf allen Wegen des sozialen Netzwerks informiert, sobald ein bestimmtes Angebot aktiv ist, damit man auch bloß kein Schnäppchen verpasst.

Das Beste darin ist, durch die zeitliche Begrenzung aller Angebote, haben wir auch keine Zeit die Gesamtheit dessen zu hinterfragen. Dabei sollten wir genau das einmal tun! Wir sollten uns fragen, ob all diese Angebote tatsächlich in dem Maß zu unserem Nutzen führen wie wir es wahrnehmen, oder wir lediglich durch mediale Formen der Inszenierung und Manipulation beeinflusst und in den Wahnsinn getrieben werden.

Quellen:

Die Zukunft von YouTube: Wird die Video-Plattform bald kostenpflichtig?

In den letzten Monaten kommen endliche Diskussionen über YouTube Premium auf. Manche sagen, dass YouTube bald alle Videos von der Plattform herunternehmen wird, die nicht von großen Unternehmen stammen und andere, dass wir bald für die Videos unserer Lieblings-YouTuber zahlen müssen. In diesem Artikel werden wir einige Hintergründe und Ideen der Änderung YouTubes näher beleuchten. 

Vorab zu sagen ist, dass YouTube mit mehr als eine Milliarde monatlichen Nutzern aus 90 Ländern eine der beliebtesten Video-Plattformen der heutigen Zeit ist. Laut der JIM-Studie von 2018 nutzt fast jeder 14-29-Jährige die Plattform. 

Doch es soll bald zu Änderungen kommen. Auslöser dafür ist der Aufruf der YouTube-Chefin Susan Woycicki, die sich folgendermaßen äußert:

“Falls Artikel 13 wie vorgeschlagen umgesetzt wird, sind hunderttausende Arbeitsplätze bedroht (…). Der Vorschlag könnte Plattformen wie YouTube dazu zwingen, nur eine kleine Anzahl von Inhalten großer Unternehmen zuzulassen. Es wäre schlichtweg zu riskant, Inhalte von kleinen Videomachern zu präsentieren.”

Grund für den ganzen Aufruhr ist also Artikel 13, der über die “Urheberrechtgesetzgebung der Europäischen Union zum umfassenden Schutz der Kreativität” spricht. 

Der Hintergrund dieser Debatte hat ihren Ursprung auch in der Idee von YouTube Premium. Schon seit längerer Zeit versucht die Plattform, alternative Geldquellen zu finden. Die erste umgesetzte Idee war “Music Key”, welches aufgrund seiner geringen Auswahl nur bedingt funktioniert hat. Bei den Nachfolgern “YouTube Red” und “YouTube Music” sollte eine Premium-Mitgliedschaft nur dazu beitragen, dass die Inhalte ohne geschaltete Werbung geguckt werden können. Problem dabei war das Benutzen von Add-Blockern. 

Ihr dritter Versuch ist nun “YouTube Premium”, welches werbefreie Videos verspricht und neue Funktionen, wie einen direkten Fan-Shop auf dem Kanal oder der “Premiere”, bietet. Darunter versteht man eine synchrone Wiedergabe für alle Zuschauer, wobei ein Chat-Fenster zur Interaktion mit ihren YouTubern in Echtzeit besteht. Voraussetzung dafür ist das Mindestalter von 18 Jahren und eine Mindestzahl von 1000 Abonnenten. 

Auch wenn es viele Diskussionen zu diesem Thema gibt, können wir noch nicht genau sagen, wie sich YouTube in den nächsten Monaten oder Jahren für uns verändern wird.

Quellen:

https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Abo-Fanartikel-YouTube-kostenpflichtig-21943743.html

https://www.augsburger-allgemeine.de/digital/YouTube-will-kostenpflichtige-Mitgliedschaft-einfuehren-id51437361.html

http://www.manager-magazin.de/digitales/it/warum-youtube-bald-geld-kostet-a-1027799.html

https://www.youtube.com/watch?v=RJIVzkfpvN0

Guerilla Marketing

Egal ob der letzte Datenleakskandal von Facebook, dem Shitstorm wegen Lidl-Kampagne „Loch ist Loch“ oder der heftigen Kritik an der neuen Gillette Anti-Sexismus Werbung – Marketing in unserer heutigen Zeit scheint ein stetiger Kampf der Konzerne zu sein um die meiste Aufmerksamkeit zu generieren. Die Mehrzahl der Konzerne scheut aufgrund dessen allerdings vor solch einem Skandal zurück und hält sich an die altbekannten ähnlich aufgebauten Konzepte. Doch muss Werbung heutzutage entweder total langweilig sein oder gleich den nächsten Shitstorm ins Rollen bringen?

Eine relativ neue Lösung für dieses Problem nennt sich „Guerilla Marketing“, das kostengünstig ist und gleichzeitig eine große Reichweite ermöglicht. Was also ist Guerilla Marketing genau?

Die Idee kam Mitte der 1980er Jahre Jay Conrad Levinson, der dabei auf die Guerilla-Kriegsführung zurückgreift. Hierbei soll der Gegner durch den Überraschungseffekt von ungewöhnlichen Taktiken überlistet werden. So sollen also nun potentielle Kunden von der unkonventionellen Werbung überrascht werden, die durch ihr ungewöhnliches Konzept länger im Kopf bleibt. Bei der genauen Umsetzung ist dann Kreativität gefragt.

Arten:

Ambient-Marketing kann sowohl außen, als auch innen angebracht werden, kann aber zusätzlich eine Produktinszenierung an bereits vorhandenen Gebäuden oder Objekten, wie zum Beispiel auf Bussen, Kunstwerken, Litfaßsäulen oder Zebrastreifen, aber auch als Street-Art auf den Böden sein.

Beim Ambush Marketing wird die mediale Aufmerksamkeit einer anderen Marke, eines Events oder bekannten aktuellen Themas genutzt, um einen Imagetransfer hervorzurufen. Dies geschieht jedoch meist ohne vorherige Erlaubnis und ist deswegen oft umstritten. Für Zuschauer allerdings bietet sie auf humorvolle Art eine willkommene Abwechslung.

Sensations Marketing zeichnet sich dadurch aus, dass ungewöhnlichere Mittel oder größere Inszenierungen eingesetzt werden, um einen noch spektakuläreren Effekt zu erzeugen. Dazu zählen beispielsweise überraschende Modenschauen, Pop-Up Läden oder Flashmobs.

Eine Mischform der verschiedenen Arten bildet das Virale Marketing, dass alle Guerilla-Marketing Formen beinhalten kann die im Internet verbreitet werden. Dies sorgt für eine möglichst große Reichweite und so eine hohe Aufmerksamkeit der angesprochenen Zielgruppe.

Fazit:

Guerilla Marketing punktet vor allem durch seine Vielseitigkeit der Anwendungsmöglichkeiten und kann so nicht nur für große, sondern vor allem auch für kleinere Unternehmen eine günstigere Alternative zu altbekannten Konzepten des Marketing sein. Doch auch das Publikum findet Spaß an den kreativen Konzepten des Guerilla Marketing, die eine tolle Abwechslung zur herkömmlichen Werbung sind.

Quellen:

Problem: Kennzeichnung von Werbung in Sozialen Medien

Soziale Medien wie Facebook, Twitter und Co. sind heute längst ein wichtiger Teil unseres Alltages. Der „Social-Media-Atlas 2017/2018“ davon aus, dass 90% der Internetnutzer in Deutschland auch Soziale Medien nutzen.

Auch Unternehmen haben mittlerweile die Reichweite von Sozialen Netzwerken erkannt und nutzen diese um ihre Produkte zu vermarkten. Häufig werden sogenannte Influencer mit einer gewissen Reichweite und Einfluss als Markenbotschafter eingesetzt. 

Mit dieser neuen Form des Marketings kommen jedoch neue Probleme hinzu: Vielen Influencern wird vorgeworfen Schleichwerbung zu praktizieren und Werbung nicht sachgemäß zu kennzeichnen.

Leitfaden der Landesmediaanstalten:

„Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).“

Trotz dieses Leitfadens kommt es jedoch häufig zu Unsicherheiten, was das ordentliche Kennzeichnen von Werbung betrifft. Der Verband Sozialer Wettbewerbe sorgt seit kurzer Zeit mit einer „Abmahnwelle“ für Furore, da dieser Influencer aufgrund angeblicher Verstoße gegen die Kennzeichnungspflicht von Werbung abmahnt.

Influencer werden abgemahnt, auch wenn es sich bei der angeblichen Werbung zum Beispiel um persönliche Empfehlungen oder Verlinkungen von Freunden handelt. Der Verband geht gerichtlich gegen viele Influencer vor und bisher wurde von den Landes- und Kammergerichten meist zu Gunsten des Verbandes entschieden. Dies führt bei vielen Nutzern der Plattformen für Panik und außerdem dazu dass viele jeden ihrer Posts mit „Anzeige“ oder „Werbung“ kennzeichnen. Jedoch ist auch diese Entwicklung problematisch, da auch selbstgekaufte Artikel als Werbung gekennzeichnet werden, obwohl keine Kooperation mit dem jeweiligen Unternehmen besteht. Dies führt dann zwar nicht zu einer Abmahnung, provoziert jedoch potenzielle Konflikte mit dem jeweiligen Unternehmen.

Zum Schluss lässt sich sagen, dass es wichtig ist das in der nächsten Zeit genauere Vorschriften und rechtliche Regelungen ausgearbeitet werden, um die Unsicherheit zu beenden und die richtige Kennzeichnung der Werbung zu ermöglichen.

Quellen:

https://blog.hubspot.de/marketing/social-media-in-deutschland

http://www.absatzwirtschaft.de/abmahnwellen-gegen-influencer-und-blogger-135195/

https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/influencer-marketing-das-steckt-hinter-der-abmahnwelle-des-verbands-sozialer-wettbewerb-168472

https://digitalgefesselt.de/schleichwerbung-in-sozialen-netzwerken/user

„Bird Box“-Challenge: Ein Film wird zum Wahn im Internet

Quelle: Netflix, Film:„Bird Box“

Mit verbundenen Augen Auto fahren oder den gesamten Alltag unter diesen Umständen bewältigen und sich dabei filmen lassen – klingt verrückt? Das ist es auch! Denn es bringt nicht nur einen selbst, sondern auch viele Unbeteiligte in große Gefahr. Und trotzdem ist genau das momentan Trend und nennt sich „Bird Box“-Challenge.

Doch worum geht es hier eigentlich genau? Es handelt sich um einen Horrorthriller namens „Bird Box“, der am 21.12.2018 auf dem Streaming-Dienst Netflix erschienen ist. Inhaltlich geht es in dem Film darum, dass die Menschen vor einer übernatürlichen Macht fliehen, deren Anblick sie in den Selbstmord treibt. Um sich vor dem Suizid zu schützen, tragen die Akteure Augenbinden, mit denen sie der dunklen Macht und damit ihrem eigenen Tod zu entkommen versuchen.

Quelle: Netflix, Film:„Bird Box“

Durch diesen Film hat sich die sogenannte „Bird Box“-Challenge entwickelt. Dabei verbindet man sich die Augen, erledigt alltägliche Dinge wie Autofahren, Treppensteigen, Einkaufen, Essen.., lässt sich dabei filmen und stellt das Video mit dem passenden Hashtag #BirdBoxChallenge ins Netz. Diese banalen Aktivitäten können durch das Tragen der Augenbinde allerdings schnell zu gefährlichen und waghalsigen Handlungen werden, mit denen man sich selbst und auch unbeteiligte Menschen in Gefahr bringen kann. Beispiel dafür ist ein Autounfall im US-Staat Layton, bei dem ein 17-jähriges Mädchen „blind“ Auto gefahren, dabei auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem anderen Fahrzeug kollidiert ist. Schwer verletzt wurde bei dem Crash glücklicherweise niemand. Dennoch ist an diesem Ereignis zu erkennen, welche Ausmaße die Challenge mit sich bringt.

Im Internet kursieren unzählige Videos, die überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene zeigen, die sich der „Bird Box“-Challenge stellen. Dabei gilt: Je riskanter, desto besser. Netflix selbst hat sich zu dieser Angelegenheit auf Twitter geäußert und warnt vor der Challenge.

Quelle: Twitter

Auch YouTube, als eine der Veröffentlichungsplattformen dieser Videos, reagiert auf die „Bird Box“-Challenge. Die Nutzungsbedingungen wurden so abgeändert, dass keine Inhalte mehr veröffentlicht werden dürfen, die zu gefährlichen Handlungen motivieren.

Auch wenn es unfair erscheint, das Posten von bestimmten Inhalten nicht zu gestatten, weil dies Zuschauer zu bestimmten Aktionen verleiten könnte, ziehen wir doch eine Grenze bei Inhalten, die Gewalt provozieren oder zu gefährlichen oder illegalen Handlungen aufrufen, bei denen ein Risiko für Leib und Leben besteht.

https://support.google.com/youtube/answer/2801964?hl=de

Likes und Aufmerksamkeit im Internet sind hier das eindeutige Ziel. Viele Nutzer überschreiten Grenzen, nur um sich von anderen abzuheben und „Anerkennung“ zu erhalten. An dieser Stelle ist wirklich von einem „Wahn“ zu sprechen. Denn die eigene Gesundheit und das Wohl der Mitmenschen wird für Likes außer Acht gelassen.

Quellen:

  • https://noizz.de/serien/netflix-hat-gewarnt-17-jahrige-macht-bird-box-challenge-und-verletzt-sich-bei/cfzlnd7
  • https://www.bz-berlin.de/kultur/fernsehen/gefaehrlicher-trend-netflix-warnt-vor-der-bird-box-challenge
  • https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/bird-box-youtube-verbietet-gefaehrliche-clips-15993450.html
  • https://support.google.com/youtube/answer/2801964?hl=de
  • http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bird-box-challenge-und-andere-mutproben-fuer-likes-gegen-die-wand-a-1247542.html

Wie wird es mit Netflix weitergehen?

Quelle: https://pixabay.com/de/netflix-filme-youtube-digital-3733812/

Jeder Student kennt die typische Qual der Wahl eines Samstag Abends: gehe ich heute mit Freunden etwas trinken oder bleibe ich zu Hause und widme mich den nächsten 20 Folgen meiner derzeitigen Serie auf Netflix? Oder tue ich beides und nenne es dann gekonnt „Netflix and Chill“?

Trotz stetig wachsendem Angebot und einem konstanten Zuwachs der Abonnentenzahlen gibt es noch einen weiteren drastischen Anstieg: der Schuldenberg. Das bisherige Erfolgskonzept beruht darauf, Rechte an den Produktionen der sechs großen Filmkonzerne Disney, Warner Brothers, 20th Century Fox, Sony Pictures, Paramount und Universal (sowie kleineren Konzernen) aufzukaufen und deren Filme exklusiv auf ihrer Seite anzubieten. Problematisch wird es nur dann, wenn bereits ein anderer Streaming Dienst die Rechte besitzt. Dann kann es zu Verhandlungen kommen, bei deren Ende Deals abgeschlossen werden, bei denen gut und gern mal mehrere Millionen Dollar den Besitzer wechseln.

„Die Serie Friends etwa, die von 1994 bis 2004 auf dem amerikanischen TV-Sender NBC lief, gehört zu den beliebtesten auf dem Streamingportal. Netflix hat erst kürzlich etwa 100 Millionen Dollar an Warner Media überwiesen, um die Serie auch 2019 im Portfolio halten zu können.“

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/netflix-streaming-prime-1.4293186

Durch die Entscheidung Disneys, einen eigenen Streaming-Dienst anzubieten, gehen dem Internetriesen Netflix einige beliebte Filme verloren. Dazu zählen sämtliche Inhalte von Pixar, den Walt Disney Studios und alle Marvel Produktionen. Da Disney auch seit Kurzem die Recht aller FOX Produktionen besitzt, wird demnächst auch „Titanic“ das sinkende Schiff verlassen. Zudem wird Netflix einige andere Angebote verlieren, dessen Rechte NBC Universal gehören.

Folglich bleibt Netflix langfristig nur noch eine Alternative: Eigenproduktionen müssen weiter gefördet werden. Doch genau diese Filme und Serien sind es, die den Schuldenberg weiter erhöhen. Laut Netflix CEO Reed Hastings kosteten 2016 eigene Produktionen zwischen fünf und fünfzig Millionen Dollar. (https://www.welt.de/kultur/medien/article151949498/Ich-persoenlich-bin-kein-Hardcore-Gucker.html)

Die Kosten der Netflix Originals Serie „The Get Down“ belaufen sich aber auf insgesamt 120 Millionen Dollar und die Serie „The Crown“ kostet rund 13 Millionen pro Episode. 2017 wurden rund sechs Milliarden Dollar für die Produktion von eigenen Angeboten ausgegeben. Letztes Jahr wurde der Betrag auf 10,5 Milliarden Dollar geschätzt. Die Angaben von vor drei Jahren scheint also längst überholt zu sein.

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/771509/umfrage/geschaetztes-budget-fuer-eigenproduktionen-von-streamingportalen/

Um  anfallenden Ausgaben auch nur ansatzweise decken zu können, erhöht Netflix kurzerhand die Monatsbeiträge in den USA um ganze 18 Prozent. Das würde dann etwa 13 Dollar entsprechen. Bei diesem Preis und der Anzahl der zahlenden Nutzer würde Netflix rund 1,8 Millionen Dollar monatlich zur Verfügung haben. Für Vorhaben dieser Größe wird das bei Weitem nicht auszureichen.

Befindet sich Netflix damit endgültig in einer finanziellen Abwärtsspirale? Wird es sich gegen Disney langfristig durchsetzen können? Wir werden es wohl erst endgültig herausfinden, wenn Disney+ diesen September online geht.

Quellen:

  • https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/netflix-streaming-prime-1.4293186
  • https://www.welt.de/kultur/medien/article151949498/Ich-persoenlich-bin-kein-Hardcore-Gucker.html
  • https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/netflix-gruender-reed-hastings-im-gespraech-13584327-p3.html
  • https://meedia.de/2017/12/11/von-the-get-down-bis-stranger-things-das-sind-die-teuersten-netflix-serien-aller-zeiten/
  • https://eimia.eu/dach/statistik-milliarden-fuer-neue-filme-und-serien/
  • https://meedia.de/newsline-detail/konkurrenz-zu-netflix-nbc-universal-plant-eigenen-videostreamingdienst/
  • https://www.youtube.com/watch?v=3QTEpXdlUIU

Virtual Reality und dessen mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft

„Virtual Reality“ oder kurz VR klingt aus der Ansicht vieler Menschen auch heutzutage noch nach einem sehr futuristischem Konzept. Und wie möchte man es den Personen verdenken? Denn das Idealbild der virtuellen Realität mit dem 100%-igen Eintauchen in virtuelle Realitäten ist immer noch nicht in Gänze möglich.

Darstellung eines VR-Setups aus dem Film „Ready Player One“ (2018)

Jedoch sollte man nicht aus den Augen verlieren welchen Wandel und Fortschritt das Konzept VR über die Jahre hinweg gemacht hat. Vor allem zu Beginn der 90er Jahre wurde viel mit VR-Technik experimentiert und der Masse zugänglich gemacht.

Ausführung eines „Virtual Boy“ von Nintendo (1995)

Anfängliche Versuche wie der „Virtual Boy“ von Nintendo waren bei weitem nicht so ausgefeilt und populär wie heutige Äquivalente. Der Virtual Boy versuchte damals ein Gefühl von virtueller Realität zu bieten, konnte jedoch weder gute Software für das Gerät, einen erschwinglichen Preis oder ein Farbdisplay aufweisen. Es wurde ausschließlich mit roten LEDs auf schwarzem Hintergrund projiziert. Hinzu kamen zusätzliche Nachteile des Gerätes wie die fehlende Portabilität am Kopf und Kopfschmerzen bei längerem Spielen, was zum Marktflop des Gerätes führte.

Heutige VR-Brillen scheitern beim Anschließen an die Masse mittlerweile nicht mehr an den technischen Gegebenheiten, sondern an den Preisen der Geräten und der fehlenden Kaufbereitschaft von vielen potenziellen Kunden beim Betrachten dieser. Ein „Oculus Rift“ Starterset kostet auf der Händlerseite 399€. Warum dann als Interessent für eine realistische Videospielerfahrung nicht zu einer Konsole mit einem neu-erschienen Spiel greifen? VR-Brillen bleiben dadurch eher ein Luxusgut für Menschen mit besonderen Engagement in der Thematik und dem entsprechenden Geld.

Matrix – Einer der ersten Filme, der sich mit den Problematiken von virtueller Realität auseinandersetzt

Doch was könnten gesellschaftliche Auswirkungen von fortgeschrittener virtueller Realität sein? Dystopische Ansätze wie in Matrix wurden schon in verschiedensten Weisen ausgeleuchtet: Es wird eine Illusion erschaffen, in der die Entscheidungsfreiheit des Individuums äußerst fragwürdig ist. Menschen könnten sich leicht in Idealwelten verlieren und sich zeitgleich aus der „echten“ Realität ausklinken, beziehungsweise je nach Realismusgrad den Unterschied zwischen echter und virtueller Realität verlieren.

Diese Sichtweisen gehen jedoch von einer gesellschaftlich integrierten Realität aus, von der wir momentan noch weit entfernt sind. In erster Linie bleibt es abzuwarten wie rasant sich das wachsende Feld entwickeln wird und in welchen Weisen der technologische Fortschritt genutzt wird. Die dystopischen Betrachtungsweisen dienen dabei als Warnhinweis für den Verlust von Freiheit, in einer Welt, in der jetzt schon viele Freiheiten gegen das wacklige Sicherheitsversprechen von wachsender Überwachung eingetauscht wird.

Quellen:

https://virtualspeech.com/blog/history-of-vr

https://www.oculus.com/

https://cdn-static.denofgeek.com/sites/denofgeek/files/styles/main_wide/public/the-matrix-expanded-universe_0.jpg?itok=LW3Qi77B

https://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Boy

https://scr.wfcdn.de/15025/Nintendo-Virtual-Boy-1462881254-0-0.jpg

https://cdn1.thr.com/sites/default/files/imagecache/scale_crop_768_433/2018/03/ready_player_one_still_19.jpg

Steigende Gewalt in Deutschland? Oder: Warum der Erwerb des Waffenscheins und der Kauf von Waffen zunimmt

Kleiner Waffenschein boomt – Immer mehr Deutsche bewaffnen sich

Die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland ist laut einem Medienbericht weiter gestiegen. Laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) bei den Innenministerien der 16 Bundesländer waren Ende Oktober 2018 insgesamt 599.940 Kleine Waffenscheine registriert. Das ist ein Anstieg um rund 130 Prozent seit 2014, als es demnach noch 261.332 solche Erlaubnisse gab.[…]

Stand: 07.12.2018 07:20 Uhr , Tagesschau.de (Zugriff am 08.02.2019)

Was steckt überhaupt hinter diesem kleinen Waffenschein und welche Waffen darf man dadurch besitzen oder nutzen?

Mit dem kleinen Waffenschein ist der Besitzer berechtigt, bestimmte Waffen zur Ausübung tatsächlicher Gewalt, auch außerhalb seiner Wohnung, seines umfriedeten Besitzes oder seiner Geschäftsräume, bei sich zu tragen.“ (aus: Alle-Schuetzenvereine.de, Zugriff am 08.02.2019)

https://www.tagesschau.de/inland/kleiner-waffenschein-111~magnifier_pos-0.html (Zugriff am 08.02.2019)

Mit dem kleinen Waffenschein ist das Führen von sogenannten SRS-Waffen (Schreckschusspistolen, Reizstoffwaffen und Signalwaffen) erlaubt. Voraussetzung für das Mitführen solcher Pistolen ist, dass sie gemäß § 8 Beschussgesetz mit einem Siegel bzw. einer Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, ausgestattet sind. Beim Transportieren darf die Waffe nicht sichtbar für andere oder unmittelbar zugriffsbereit sein. Zudem muss die Munition getrennt und der Waffenschein mit sich geführt werden. Einen kleinen Waffenschein kann erwerben, wer mindestens 18 Jahre alt ist, keine Vorstrafen hat, nicht Alkohol- oder Drogenabhängig ist und die Waffen fachgerecht aufbewahrt.

Doch hat in Deutschland die Gewalt in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass sich nun jeder mit Waffen ausrüsten muss, um überhaupt einen Fuß vor die Tür setzen zu können? Oder befriedigt es nur das Gefühl der Sicherheit?

Laut der Statistik „Anzahl der polizeilich erfassten Fälle von Gewaltkriminalität in Deutschland von 1999 bis 2017“ ist die Kriminalität von 1999 bis 2007 um 31 268 Fälle gestiegen. Dabei war 2007 das Jahr mit den meisten Gewalttaten. Nach 2007 sind die Fälle der Gewaltkriminalität immer weiter gesunken. Deutlich wird, dass ab 2017 die Anzahl der Kriminalfälle auf 188 946 gesunken ist. Es gab also gerade mal 2291 Fälle mehr als 1999. Wie man also sehen kann, hat die Gewalt und Kriminalität nicht drastisch zugenommen, sondern ist eher konstant geblieben.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153880/umfrage/faelle-von-gewaltkriminalitaet/ (Zugriff am 08.02.201)

Wieso legen sich die Menschen dann trotzdem Waffen zu, auch wenn die Kriminalität und Gewalt in Deutschland gar nicht zugenommen hat?

Aufgrund der Medien; denn durch diese erfahren die Menschen überhaupt von Gewalt und Kriminalität in der Gesellschaft. Skandalöse Geschehnisse erregen schnell die Aufmerksamkeit der Bürger und sie werden dadurch emotional getroffen und schockiert. Da Medien deshalb oft von Gewalttaten berichten, scheint es für die Bürger so, als ob die Kriminalität zunimmt, obwohl dies nicht der Fall ist. Die Medien selektieren, auf Basis der Nachrichtenfaktoren, die Informationen die sie bekommen und entscheiden anschließend welche Informationen zur Nachricht werden und welche nicht. Da Gewalt und Kriminalität plötzlich auftreten, ein hohes Aggressionslevel und z.B. oft geografische, politische oder kulturelle Nähe besitzen, werden sie deshalb eher zu Nachrichten als andere Geschehnisse. Die Medien lassen also bei den Menschen ein Bild, eine sogenannte Medienrealität entstehen, die zeigt, dass es immer mehr Gewalt in Deutschland gibt. Das löst natürlich Angst in den Menschen aus und verursacht den Erwerb des kleinen Waffenscheins und den Kauf von Waffen. Ob das allerdings die Kriminalität und Gewalt verhindert, ist fraglich.

„Mehr private Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit-im Gegenteil: Sie haben das Potenzial, Konflikte in Gewalt eskalieren zu lassen.“

Innenpolitische Sprecherin der Grünen, Irene Mihalic

Medienrealität vs. eigene Realität anhand eines Artikels des trierischen Volksfreunds

Wie in der Epistemologischen Auffassung der Realität beschrieben, geht man heutzutage davon aus, dass die Medien nicht nur Spiegelbild der Realität sind, sondern auch durch Selektionskriterien, wie bspw. dem Gatekeeper Ansatz und bestimmte Formen journalistischer Realitätskonstruktion (z.B. Irrtum) eine eigene Medienrealität konstruieren.
Zuletzt ist mir klar geworden, dass man sich der Konstruktion einer Medienrealität oftmals nicht im Vordergrund bewusst ist, als es bei meiner Freundin im November 2018 gebrannt hat und wir uns am nächsten Tag darüber informiert haben ob und wie die Medien darüber berichtet haben.

Bei unserer Recherche am nächsten Morgen, sind wir auf einen Artikel des trierischen Volksfreund gestoßen. In diesem wird von einem Brand in einem Mehrfamilienhaus mit ungefähr 70 gemeldeten Personen berichtet, bei dem zwei Menschen eine Rauchvergiftung erlitten haben und ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Aus meiner eigenen Perspektive als Anwesende kann ich jedoch sagen, dass meine Freundin und ihre Nachbarin beide keine Rauchvergiftung erlitten haben und nicht unbedingt ins Krankenhaus gebracht werden mussten, sondern eine kurze Untersuchung der Blutwerte von dem Notarzt lediglich empfohlen wurde.
Des Weiteren war es meiner Meinung nach eine eher unwichtige Information, wie viele gemeldete Personen in dem Haus wohnen, da der Brand keinen Effekt auf die anderen Mieter hatte und somit diese Information in meinen Augen einzig aus dem Grund der Emotionalisierung der Leser genannt wurde.

Ein Grund für die Unwissenheit über die Situation meiner Freundin und deren Nachbarin, könnte die Zeit der Veröffentlichung sein, da er um 2:30 Uhr öffentlich veröffentlicht wurde und wir gegen Mitternacht zur Kontrolle in das Krankenhaus sind.
Nichtsdestotrotz könnte man durch diese von den Medien gestaltete Realität, ein anderes Bild der Realität erlangen als ich es erfahren habe.
Um am nächsten an die Wirklichkeit zu kommen, müsste man sich, wie Luhmann mit dem Begriff der transzendentrale beschreibt mehrere Paralleldarstellungen anschauen.
Da, dass was in dem Artikel des Volksfreunds geschrieben wurde nicht zu hundert Prozent der Wahrheit und meiner eigenen Realität des Ereignisses, die ich als Beteiligte gemacht habe entsprach, wurde mir aufs Neue gezeigt, dass wir Berichterstattungen nicht als Wirklichkeit ansehen können, sondern uns immer bewusst machen sollten, dass die Medien eine eigene Realität konstruieren.

Quellen: https://www.volksfreund.de/blaulicht/zwei-menschen-bei-brand-in-trier-kuerenz-verletzt_aid-34712791?output=amp

Influencer – Mehr als nur Posten, Reisen, Werbesäule sein?

Das Smartphone immer dabei haben, das ein oder andere Selfie machen, jede Woche eine neue Stadt oder ein neues Land bereisen, hier und da ein wenig Werbung einblenden und leicht Geld verdienen.- doch ist es wirklich so einfach, wie es scheint ?

Eva Burkowsky ist tätig als Influencerin. Ich habe sie getroffen, um mit den Vorurteilen zum Thema Arbeiten als Influencer aufzuräumen.

Eva Burkowsky ist hauptberuflich Influencerin und dies sogar offiziell gewerblich angemeldet seit 2017. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Influencer“ ? Sie selbst bezeichnet sich als Content-Creator, Fotografin, Model. Es ist eben nicht nur schnell mal ein Foto posten. Ihre Arbeitsfelder sind komplex und vielschichtig. Angefangen bei der Ideenentwicklung, dem Erstellen von Konzepten, den richtigen Kameraeinstellungen bis hin zum fertigen Posting können schnell mal bis zu fünf Stunden Arbeitszeit vergehen.

https://www.instagram.com/evaburkowsky/?hl=de
INSTAGRAM : evaburkowsky

Das Beantworten von Nutzer-Kommentaren oder sogenannten Direct-Messages nimmt ebenfalls bis zu drei Stunden in Anspruch. Der Ein oder Andere mag dies vielleicht nicht unbedingt Arbeit nennen, aber fest steht, ohne eine gewisse Sympathie und Nähe zu seinen „Followern“ aufzubauen, bleibt die Reichweite aus und somit auch die Chance, Teil von Kooperationen mit Unternehmen zu werden, oder im durch den Algorithmus verursachten Ozean des Instagram-Feeds unterzugehen.

Mit steigender Reichweite werden auch Unternehmen auf sie aufmerksam und es kommt zu Werbekooperationen. Auch dies ist nicht nur mit “ schnell mal Werbung machen und ein paar tolle Dinge zeigen “ erledigt. Nach Vertragsabschluss erfolgt ebenfalls die Erstellung eines Konzepts, Besprechung der Ergebnisse, der Aufbau des Settings, die Bildbearbeitung, und noch vieles mehr, wie sie mitteilte.

Nach eigener Aussage ist auch sie davon überzeugt, dass sich dieses Berufsbild bereits fest etabliert hat, da auch Unternehmen große Aspekte auf Influencer Marketing setzen.

 “Influencer marketing is one of the most popular marketing strategies for many brands and marketers. It is a successful way to reach out to and get involved with online audiences. The quality and authenticity of the content are the basis of a successful influencer marketing campaign. Influencer marketing is a very powerful marketing tool with a better return on investment (ROI)”

Shane Barker

Werbung auf Instagram ist ein großer Teil, aber auch nicht alles. Die Influencer verfolgen nicht nur das Ziel aus den Followern Konsumenten zu machen, sondern ihren Lebensstil, ihre Träume und eigenen Ziele zu verbreiten, anderen damit Mut zu machen und sie zu motivieren. Es ist aber auch klar dass nicht jeder Sympathisant dieser Perspektive ist, es lohnt sich auch ein kritischer Blick auf das Thema Influencer

Es ist also nicht nur das Werbung machen, die tollen Fotos, die wohl rückblickend nicht mehr als 1000 Worte sagen, sondern die Akteure, die dahinter stehen.

Quellen:

INSTAGRAM (2018) : Eva Burkowsky. -URL: https://www.instagram.com/evaburkowsky/?hl=de [08.02.2019]

GRIN (2018) : 20 Influencer Marketing Quotes of 2018.- URL: https://www.grin.co/blog/20-influencer-marketing-quotes-of-2018 [08-02-2019]

INFLUMA (2015) : Was ist Influencer Marketing? -URL: http://www.influma.com/blog/was-ist-influencer-marketing/ [08.02.2019]

DIE ZEIT (2018): Influencer – Die Einfluss-Reichen. URL: https://www.zeit.de/2018/13/influencer-internet-social-media-instagram-werbung/ [08.02.2018]

Von hämischen Kommentaren und eingeworfenen Fensterscheiben – der Fall Drachenlord

Seit mehreren Jahren ist Rainer W. unter dem Alias „Drachenlord“ auf YouTube aktiv. Seine Videos befassen sich mit Metal-Musik, Videospielen und Filmen – begegnet wurde ihm mit Kritik, Hohn und Vandalismus.

Das offizielle Vorstellungs-Video des Drachenlords.

Angefangen hat er mit amateurhaften Tanzvideos und obskuren Schwertkampf-Choreographien. Aufgrund der unfreiwillig-komischen Natur seiner Videos und dem fragwürdigen Lebensstil des Drachenlords entwickelte sich mit der Zeit ein Personenkult, welcher sich auf seine Kosten amüsiert. Diese dem Drachenlord gegenüber negativ eingestellte Community bezeichnet das Geschehen um den YouTuber als Drachengame. Ziel ist es, zu trollen, also durch provokante Handlungen eine (negative) Reaktion seines Gegenübers zu erzwingen – teils mit extremen Mitteln.

Dies geschieht im Netz über Kommentare, Fotomontagen oder Videos, die den Drachenlord aufs Korn nehmen. Auf der einen Seite gibt es Inhalte, die das Thema niveauvoll behandeln und somit die teils absurden Aussagen und Entscheidungen von Rainer W. aufzeigen. Auf der anderen Seite gibt es z.B. hämische YouTube-Kommentare, die dazu aufrufen, den verstorbenen Vater des Drachenlords auszugraben.

Katalysator für die Ereignisse um den Drachenlord war ein Video, welches er 2014 hochgeladen hat. Als Reaktion darauf, dass seine Schwester anonym per Anruf bedroht wurde, forderte er die Täter zur persönlichen Konfrontation heraus. Dabei nannte er in Rage seine komplette Adresse – ein folgenschwerer Fehler.

Seitdem bekommt er täglich ungefragten Besuch. Auch von der Feuerwehr. Somit wurde er 2015 das erste deutsche Opfer von Swatting – einem bösartigen Scherz der ursprünglich aus den USA stammt, bei welchem durch falsche Notrufe für Polizeizugriffe bei Live-Streamern gesorgt wird.

Noch extremer sind die Vorfälle des letzten halben Jahres. So wurden Rainer W. mehrmals Fensterscheiben eingeschmissen – teils auch zu hören in seinen eigenen Videos.

Den Höhepunkt bildet aber das Schanzenfest, eine unangemeldete Demonstration die im August 2018 stattfand. Vorallem über YouTube mobilisierte sich die Community mit der Absicht, die Drachenschanze zu stürmen und dem Drachen das Fürchten zu lehren. Drachenschanze steht hier für das Haus des Drachenlords – in Anlehnung an die Wolfsschanze.
Da das lokale Landratsamt schon im Voraus die Veranstaltungsplanung bemerkte, wurde kurzerhand ein Versammlungsverbot ausgesprochen. Dazu sicherte die Polizei den Ortseingang Altschauerberg – dennoch fanden sich mehrere hunderte Personen in der Dorfgemeinde Emskirchen ein. So kam es zu einem kleinflächigen Waldbrand, mehreren Sachbeschädigungen und ungefähr 300 ausgesprochenen Platzverweisen.

Das Video eines Schanzenfest-Teilnehmers zeigt die Ausmaße des Treffens.

Nach all diesen Ereignissen fragt man sich: Wie soll das nur weitergehen? Sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und eventuell sogar umzuziehen sind Maßnahmen die Rainer W. in Erwägung ziehen müsste, um der Situation zu entkommen. Stattdessen zieht er durch seine unreflektierten Aktionen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich. So eröffnete er erst im Dezember 2018 einen Account auf einer Erotik-Website und lädt dort seitdem pornografische Inhalte von sich hoch – nach den Geschehnissen der letzten Jahre bestimmt nicht die beste Idee. Und solange er seinen Hassern weiter in die Karten spielt, wird es auch weiterhin zu unangemeldeten Demonstrationen und Besuchern vor seiner Haustür kommen.

Die Pressefreiheit in der Krise – ein globales Problem?

Große Freude und strahlende Gesichter in Deutschland. Deniz Yücel, der deutsche Journalist, der 2017 wegen „Terrorpropaganda“ in der Türkei verhaftet worden war, wurde aus der Haft entlassen. Doch die Freude ist nicht von langer Dauer. Noch am selben Tag wurden in der Türkei mehrere Journalisten zu lebenslanger Haft verurteilt wegen angeblicher Beteiligung am Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten. Jedoch stehen nicht nur in der Türkei die Arbeitsbedingungen kritischer und unabhängiger Journalisten unter einem schlechten Stern.

Myanmar. Noch im letzten September wurden zwei Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zu je sieben Jahren Haft verurteilt, da sie „Staatsgeheimnisse“ verbreitet haben sollen. Die beiden Journalisten hatten über die organisierte Misshandlung und Vertreibung der Rohingya in Myanmar berichtet. Sie waren bei der Recherche über den Mord an zehn Männern der muslimischen Minderheit mit geheimen staatlichen Dokumenten erwischt worden. Laut den Aussagen der beiden Reporter waren sie vor der Festnahme in einen Hinterhalt gelockt worden, wobei ihnen die Dokumente von der Polizei zugesteckt worden waren. Doch damit sind sie nicht allein. Seit 2017 „wurden in Myanmar mindestens elf Journalisten verhaftet“ (Zeit Online).

Ägypten. Im August letzten Jahres berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ über den ägyptischen Fotojournalisten Mohamed Abu Zeid, der nun seit über fünf Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Er hatte das so genannte „Rabaa-Massaker“, bei welchem staatliche Sicherheitskräfte ein Lager der Regierungskritiker gestürmt und mehrere hundert Demonstranten getötet hatten, durch Fotoaufnahmen dokumentiert. Seit dem Tag des Massakers sitzt der Journalist nun unter katastrophalen Bedingungen in Untersuchungshaft, wobei sein Prozess bis dato „mehr als vierzigmal verschoben“ wurde (Süddeutsche Zeitung). Ihm droht die Todesstrafe.

Die Lage der Pressefreiheit weltweit in 2018

Quelle: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/pics/Weltkarte_2018_Deutsch_Webaufloesung.jpg


All dieses Geschehnisse decken sich mit den Befunden der Organisation „Reporter ohne Grenzen“. 2018 wurden weltweit 64 hauptberufliche Journalisten auf Grund ihrer Arbeit getötet. Dreizehn mehr als noch im Jahr zuvor. Besonders wird jedoch die extreme Verschlechterung der Lage in Europa moniert.

„Vier der fünf Länder, deren Platzierung sich in der neuen Rangliste der Pressefreiheit am stärksten verschlechtert hat, liegen in Europa“

Reporter ohne Grenzen

Nicht nur die Feindseligkeit gegenüber der Presse in Ungarn und Polen sei ein gravierendes Problem, mehrere Spitzenpolitiker verschiedener EU-Staaten wie Malta, Tschechien und der Slowakei griffen regelmäßig die Journalisten ihres Landes verbal aufs Schärfste an. Obwohl Deutschland auf Platz 15 der Weltrangliste steht, kritisiert die Organisation auch hierzulande die zunehmende Gewalt und Diffamierung gegenüber Journalisten.

Zusammenfassend ist die Gefährdung der Pressefreiheit tatsächlich ein globales Problem. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Aufstieg von Rechtspopulisten und die rasante Verbreitung von zahlreichen Falschmeldungen im Netz sind nur Beispiele dafür, warum sich die Lage auch in eigentlich demokratischen Staaten zuspitzt. Die Pressefreiheit sei so „bedroht wie lange nicht“ mehr (Berliner Zeitung), ein Zustand der uns allen zu denken geben sollte.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/journalisten-haft-101.html
https://www.welt.de/politik/ausland/article181399052/Staatsgeheimnisse-verletzt-Reuters-Journalisten-in-Myanmar-zu-sieben-Jahren-Haft-verurteilt.html
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-09/myanmar-haftstrafe-reuters-journalisten-recherchen-rohingya
https://www.sueddeutsche.de/politik/aegyptischer-fotograf-seit-fuenf-jahren-in-untersuchungshaft-1.4090062
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2018/
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/barometer/2018/journalisten-in-haft/
https://www.berliner-zeitung.de/politik/tag-der-pressefreiheit-meinungsfreiheit-ist-so-bedroht-wie-lange-nicht-30109424
https://www.merkur.de/welt/pressefreiheit-ist-weltweit-bedroht-zr-9836032.html

Mit Handy am Steuer, wird es teuer.

Foto von Pexels

Letztens stand ich gedankenversunken an einer Ampel. Ein Hupen ließ mich aufschrecken, denn ein Autofahrer hatte seinen Vordermann mit dem Signal darauf aufmerksam gemacht, dass die Ampel eigentlich grün ist. Eilig fuhr dieser los, nachdem er den Grund seiner Ablenkung verschwinden ließ, sein Handy.

Situationen wie diese sind leider keine Seltenheit. Immer öfter sieht man Autofahrer, die an einer roten Ampel ihr Smartphone auspacken oder auch während eines Staus auf der Autobahn. Dabei können Ablenkungen wie diese, schlimme Folgen haben. Laut einer E-Mail der Zentralen Bußgeldstelle in Rheinland-Pfalz kam es im vergangenen Jahr zu 28 Verkehrsunfällen mit Kraftfahrzeugen und vier Unfälle durch Radfahrer. Nicht mit inbegriffen sind Unfälle bei denen Personen zu Schaden kamen, da Fälle dieser Art an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden. Die Beteiligten zahlen dabei nicht nur mit einem Schock oder Sachschäden bis körperliche Verletzungen, sondern können sich auch darauf einstellen, Bußgeld zahlen zu müssen.

Quelle: Bußgeldkatalog

Schnell ist man 100 Euro los und besitzt einen Punkt mehr oder muss sogar 200 Euro zahlen, hat zwei Punkte und darf einen Monat kein Auto mehr fahren. Statistiken beweisen, dass die Ablenkung durch mobile Geräte nicht zu den häufigsten Unfallsursachen gehört. Doch ist dies meist schwer feststellbar, weil es einfach ist, das Handy in einer Tasche verschwinden zu lassen und somit dieser Tatbestand nicht nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund gibt es auch keine Statistiken für Unfälle dieser Art.

Für besonders viel Aufsehen, sorgte ein Autounfall in den USA. Vor drei Jahren verursachte eine Autofahrerin einen Verkehrsunfall, weil sie einen Snap verschicken wollte.

Ihr Ziel war 180 km/h zu erreichen, um dies mit dem „Speed-Filter“ fest zu halten. Stattdessen rammte sie ein Auto. Der andere Fahrer erlitt traumatische Hirnschäden und verklagte nicht nur die Fahrerin, sondern auch den Social Media Konzern. Die Klage wurde allerdings abgelehnt, weil die Hauptschuld bei dem Nutzer läge.

Wenn man 180 km/h fährt und für zwei Sekunden auf sein Handy schaut, riskiert man einen Blindflug von 100 Metern. Das sollte einem bewusst sein, denn was sind schon zwei Sekunden am Handy, wenn die Auswirkungen im schlimmsten Fall, über Leben und Tod entscheiden.  

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2188/umfrage/verunglueckte-im-strassenverkehr-in-deutschland-nach-unfallart/

https://www.bussgeldkatalog-mpu.de/bussgeld/sicherheit-im-strassenverkehr/10-haeufigsten-unfallursachen.php

Personalisierte Werbung auf Social Media – Spioniert Facebook uns aus?

Wer kennt es nicht: Man stöbert in Onlineshops, sieht ein schönes Paar Schuhe und plötzlich tauchen sie überall auf. Sei es Facebook, Instagram oder Twitter, personalisierte Werbung ist das A und O für jede Online Plattform. Doch wie weit dürfen die Anbieter gehen, um an Informationen für die zielgerichteten Anzeigen zu gelangen?


Datenschutz

Die EU unternimmt Schritte, um eben diese Frage zu regeln. So trat beispielsweise am 25. Mai 2018 die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Diese legt fest, dass personenbezogene Daten nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers verarbeitet werden dürfen. Das macht es für Unternehmen wie Facebook schwieriger, an Daten für personalisierte Angebote zu gelangen. Trotz allem haben Nutzer sozialer Medien immernoch wenig Kontrolle darüber, was mit ihren Daten passiert. Bei den meisten Anbietern sind die Voreinstellungen oft nicht datenschutzfreundlich gestaltet. Verbraucherschützer kritisieren unter anderem die Apps Facebook und Instagram.


Aber wie genau funktioniert Personalisierung eigentlich?

Die wohl beliebteste Methode ist Programmatic Advertising. Hierbei werden freie Anzeigenplätze auf einer Website in Echtzeit versteigert, während diese Seite auf dem Gerät des Nutzers lädt. Informationen wie IP-Adresse, technische Details über das verwendete Gerät und persönliche Daten über den Nutzer werden innerhalb von Sekunden an hunderte von Werbefirmen gesendet. Viele Anbieter nutzen zusätzlich Cookies, die ihnen das Tracking ihrer Kunden durchs Internet ermöglichen. Tracking dient dazu, Interessenprofile eines Nutzers zu erstellen und ihm somit personalisierte Werbung anzeigen zu können. Durch das Abgleichen der Cookie-IDs, sind die Firmen in der Lage, Werbung nicht nur websiteübergreifend, sondern auch geräteübergreifend zu schalten. Als Nutzer ist man sich dessen in den meisten Fällen nicht bewusst und hat im Prinzip keine Kontrolle darüber, was mit den eigenen Daten passiert.


Facebook-Tracker in Android Apps

Facebook geht allerdings noch weiter um an Informationen über seine Nutzer zu gelangen. Forscher der University of Oxford haben herausgefunden, dass fast die Hälfte der Apps im Google Play Store einen Facebook-Tracker enthalten. Eine Großzahl davon sendet schon beim ersten Öffnen der App Informationen an Facebook, ohne dass der Nutzer die Möglichkeit hat, dem zuzustimmen oder es abzulehnen. Die wichtigste Information ist die Google-ID, durch die Verbindungen zwischen unterschiedlichen Apps hergestellt werden können, so auch mit der Facebook-App. Wenn sich der Nutzer auf dem verwendeten Gerät schon einmal beim sozialen Netzwerk angemeldet hat, können die Daten direkt mit dem Profil verknüpft werden. Allerdings muss nicht zwangsläufig ein Facebook-Konto vorliegen, damit die Daten an den Konzern gesendet werden. Das heißt, dass auch diejenigen, die kein Facebook nutzen, vor der Datenübertragung nicht sicher sind. All das ist für Nutzer meist nicht transparent, zumal viele der betroffenen Apps den Facebook-Tracker in ihrer Datenschutzerklärung nicht erwähnen. Laut Facebook selbst stehe es jedem Nutzer frei, sich für oder gegen personalisierte Werbung zu entscheiden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass im Falle der Entscheidung dagegen die Datenübermittlung komplett eingestellt wird, sondern dass die Daten lediglich nicht zu Werbezwecken genutzt werden (Mobilsicher).


Hört Facebook uns ab?

Seit einiger Zeit ist außerdem ein neues Phänomen aufgetreten: Plötzlich erscheint Werbung für Produkte, über die man lediglich gesprochen, aber niemals online danach gesucht hat. Werden wir durch unsere Smartphones, Tablets und Laptops abgehört?

Tatsächlich hat Facebook, wie 2018 bekannt wurde, ein Patent beantragt, das es ermöglicht das Mikrofon seiner Nutzer einzuschalten und die Umgebung aufzunehmen. Es soll laut Facebook jedoch nicht verwendet werden, sondern nur dazu dienen, Konkurrenz-Unternehmen zuvor zu kommen. Aufgezeichnet werde nur dann, wenn eine Funktion verwendet wird, die den Zugriff auf das Mikrofon erfordert. Dazu zählen Anrufe oder Sprachnachrichten im Messenger oder Videos, die über die Facebook- oder Instagram-App aufgenommen werden. Angeblich werden diese Daten vertraulich behandelt. Dennoch sind viele Nutzer skeptisch. Nicht nur YouTuber haben versucht der Sache mit Selbstexperimenten auf den Grund zu gehen, auch Galileo hat Nachforschungen angestellt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Werbeanzeigen zu Produkten, über die gesprochen wurde, oft nicht auf Facebook selbst, sondern beim Tochterdienst Instagram auftauchen. Es scheint an den Gerüchten, Facebook würde uns abhören, also doch etwas dran zu sein.


Werbung auf WhatsApp

Vor den Werbestrategien von Facebook scheint auch WhatsApp nicht mehr sicher zu sein. Als der Facebook Konzern den Messengerdienst 2015 aufkaufte, wurde einer fünfjährigen Frist zugestimmt, in der auf WhatsApp keine Werbung geschaltet werden durfte. Diese läuft im Februar diesen Jahres aus und Facebook hat bereits angekündigt, dass ein werbefreies WhatsApp, wie wir es kennen, bald nicht mehr geben wird. Wie die Umsetzung aussehen soll, ist allerdings noch nicht bekannt. Eine Möglichkeit wäre, die Anzeigen zwischen den Status-Stories zu platzieren, wie man es bereits von Instagram kennt. Es ist auch fraglich, wie die Personalisierung der Werbebeiträge funktioren soll, da die Nachrichten auf WhatsApp verschlüsselt sind. Facebook kann diese also nicht nach Stich- und Schlagwörtern durchsuchen. Es bleibt abzuwarten, wie personalisierte Werbung im beliebten Messengerdienst realisiert werden wird.


Quellen

Molly Burke – Wie eine blinde YouTuberin das Internet verändert

Auf den ersten Blick wirkt die 24-Jährige Molly Burke aus Los Angeles wie eine ganz normale YouTuberin, die ihren Alltag mit ihren Zuschauern teilt. Sie trinkt gerne Kaffee bei Starbucks, liebt Shoppen und färbt ihre Haare oft in knalligen Farben. Was man ihr erst anhand des Zitterns ihrer Augen oder ihrem Blindenhund namens Gallop anmerkt: Sie ist seit zehn Jahren blind ist.

Im Alter von 14 Jahren hat die, übrigens auch als Motivationssprecherin tätige, Molly ihre Sehkraft in Folge der Krankheit „Retinitis Pigmentosa“ verloren. Heute sieht sie nur noch Licht und Schatten. Ein Grund dafür, weswegen sie Glitzer liebt. Die Lichtreflexionen kann sie nämlich noch immer erkennen.


There is no medical model of disability, there is no hope of fitting in or belonging to a world that buys into or supports that framework. I am not broken. And I don’t need to be fixed. Society does.

Zitat aus der Rede von Molly Burke, hochgeladen am 14.11.17 auf YouTube

Molly Burke mit ihrem Blindenhund Gallop
(Bildquelle: Instagram)

In ihren Videos zeigt sie, wie die Medien stellenweise mit der Barrierefreiheit hinterher hinken oder an welchen Stellen schon einiges erreicht wurde. Zum Beispiel zeigt sie die VoiceOver Funktion ihres Smartphones und ihres Laptops, welche eine Sprachausgabe ermöglicht und alles auf dem Bildschirm laut ausspricht.

Andere Möglichkeiten, wie sie zum Beispiel Social Media nutzen kann, sind Fotobeschreibungen auf Instagram.

Dafür hat Instagram vor kurzem zwei neue Funktionen ins Leben gerufen, die sehbehinderten Menschen die Nutzung der App erleichtern soll. Zum einen gibt es einen automatischen Alternativtext, der mit einer Objekterkennungs-Technologie das Bild beschreibt, zum anderen kann jeder Nutzer selbst zur normalen Bildbeschreibung zusätzlich eine barrierefreie Bildbeschreibung einfügen.

Eine Studie, gefördert von den Medienanstalten und Aktion Mensch, hat sich mit genau diesen Zugangsproblemen, von denen Molly spricht, befasst. Hier wurden unter anderem Defizite wie fehlende Audiodeskriptionen im Fernsehen oder die nicht mögliche Nutzung von Zeitungen oder dem Internet genannt. Man merkt also, dass dieses Problem global ist und nicht nur in Mollys Heimat, den USA, zu einer Exklusion von Menschen mit Behinderung führt.

Kollaboration mit YouTuber Shane Dawson

In Kollaborationen mit anderen YouTubern, wie zum Beispiel Shane Dawson, versucht Burke der Welt zu zeigen, wie es ist, blind zu sein. Hierfür nutzt sie ihre Reichweite von 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten. (Stand: 30.1.19) Unter anderem erklärt Molly auch, welche Klischees es gibt, welche Fragen man Sehbehinderten nicht stellen sollte oder wieso man Blindenhunde nicht streicheln darf, während sie arbeiten.

Im Video mit Shane Dawson erwähnt die gebürtige Kanadierin, dass sie Dawsons Buch nur deswegen kannte, weil er es als Hörbuch eingesprochen hatte und sie liebend gerne das zweite Buch hören würde, es aber leider zu ihrem großen Bedauern nicht vertont wurde. Dawson reagierte darauf emotional. Er war sich nicht bewusst, welchen Einfluss solch kleinen Gesten auf das Leben anderer haben können.

Gerade im Social Media Zeitalter, während des regelrechten Boom der Influencer-Branche, hat Molly Burke eine Nische gefunden, in der sie sowohl unterhaltende, als auch informierende Videos, Fotos oder Texte teilt. Sie selbst fungiert so als Sprachrohr für die Community der Sehbehinderten, die bis dato keine Plattform hatten, um sich zu repräsentieren. Damit öffnet sie auf der ganzen Welt Augen für Probleme, für die die Gesellschaft vorher blind war.

Sind wir süchtig nach Social Media?

Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn rund 3 Billionen Menschen benutzen regelmäßig Social Media Angebote und die Auswahl ist groß, von Instagram, WhatsApp, Snapchat, Twitter bis hin zu Facebook ist für jeden etwas dabei. Doch was wenn das tägliche Abchecken der einzelnen Social Media Apps zur Sucht wird? Natürlich stellt sich auch die Frage ob es überhaupt so etwas wie eine „Social-Media-Sucht“ gibt.

#socialmediasick

Kennen Sie das wenn Sie mit Ihren Gedanken ständig bei Ihrem Smartphone sind? Man möchte immer auf dem neuesten Stand sein und wenn dann mal der Internet-Empfang nicht so mitspielt, wie man es gerne hätte, oder das Handy zu Hause vergessen wurde, zeigen sich typische Entzugserscheinungen: Traurigkeit, Unruhe und Gereiztheit. Eine Studie österreichischer Psychologen ergab, dass mehr als die Hälfte der daran teilnehmenden Probanden es nicht schaffte, eine sieben tägige Social-Media-Abstinenz durchzuhalten, ohne „rückfällig“ zu werden und „nur mal eben kurz“ ins Profil zu schauen.

Doch wie wird man eigentlich süchtig?

Eine allgemeine Antwort auf die Frage: Durch Übung und Wiederholung. Social Media ist bei uns fest in den Alltag integriert und hat eine bestimmte Wirkung auf uns. Obwohl es keine stoffgebundene Sucht ist, wie beispielsweise bei Alkohol oder Drogen, liegt die Ursache ebenso im Belohnungssystem. Hier wird direkt oder indirekt das Glückshormon Dopamin beeinflusst, welches dann als „Belohnung“ dient.

3 Indizien dass auch Sie süchtig sind:

  • Sie nehmen Ihr Smartphone mit ins Bett: Ihr erster und letzter Blick gehört dem Bildschirm
  • Sie leiden unter „Nomophobie“: Die Angst ihr Smartphone zu vergessen oder nicht dabei zu haben
  • Sie brauchen „Likes“ für ihr Ego: Sie sind schlecht gelaunt wenn Ihre Posts nicht genug positive Resonanz bekommen

„It takes discipline not to let social media steal your time.“

– Alexis Ohanian

Social Media hin oder her, letztendlich leben wir in einer realen Welt mit realen Personen. Es tut gut das Smartphone bei Seite zu legen und Zeit mit Familie, Freunden & Co. zu verbringen, denn das ist schließlich alles was zählt und das was uns wirklich im Leben weiterbringt.


Vom Titel kommt der Erfolg

Wirft man einen Blick auf das Kinoprogramm, könnte es vorkommen, dass man sich folgende Fragen stellt: „Sind das schon 4 Teile? Ist der nicht schon 20 Jahre alt? Und spielt da nicht eigentlich Michael Caine mit?“
Remakes, Sequels und Prequels sind aus der heutigen Kinolandschaft nicht mehr wegzudenken, doch können sie mit dem Original mithalten?


Omar Sy (links) und François Cluzet (rechts) in „Intouchables“ (2011)

Mit „The Upside“ bekam der französische Erfolgsfilm „Intouchables“ ein Hollywood-Remake mit Starbesetzung. Übermäßig positive Stimmen kamen vor allem seitens der amerikanischen Kinobesucher. Auch in Europa wurde der Film viel gelobt, jedoch wurde meist das Original als besser empfunden. Auf der Webseite „Rotten Tomatoes“ bekam die US-Adaption ein Rating von 5.2/10, wobei das Zuschauer Rating deutlich positiver ausfällt.

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„The Upside“ bei Rotten Tomatoes

Die Vorlage kommt bei den Kritikern zwar deutlich besser weg, doch die Bewertung der Zuschauer fallen bei beiden Filmen ähnlich aus.

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„Intouchable“ bei Rotten Tomatoes

Julie Andrews (links) und Dick Van Dyke (rechts) in „Marry Poppins“ (1964)

„Mary Poppins Returns“ läuft seit Ende letzten Jahres in den Kinos. Damit kehrt die Kultfigur nach 44 Jahren zurück und führt die Geschichte des magischen Kindermädchens fort. Das Sequel punktete beim Publikum mit Nostalgie und dem Charme des Originals. Dieses Bild spiegelt sich auch in den Bewertungen wieder.

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„Mary Poppins Returns“ bei Rotten Tomatoes

Trotz der positiven Resonanz kommt die Fortsetzung nicht an die nahezu perfekte Wertung des ersten Teiles heran.

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„Mary Poppins“ bei Rotten Tomatoes

(von links) Emma Watson, Matthew Lewis, Daniel Radcliffe, Alfred Enoch, Devon Murray und Rubert Grint in „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001)

Die Phantastic Beasts-Reihe , die mit „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ startet, erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte, dennoch ist sie ein Prequel zu „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ und damit zur ganzen Harry-Potter-Filmreihe.
Die meisten kritischen Stimmen beschwerten sich über Ungereimtheiten in der Timeline des Filmuniversums, die durch den zweiten Teil „Fantastic Beasts 2“ entstanden.

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„Fantastic Beats And Where To Find Them“(oben) und „Fantastic Beats: The Crimes Of Grindelwald“ (unten) bei Rotten Tomatoes

Die Filme der Harry Potter-Reihe wurden von den Zuschauern positiver bewertet, doch auch die Prequel-Reihe wurde von ihnen im Großen und Ganzen als gut empfunden.

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„Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (oben) und „Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2“ (unten) bei Rotten Tomatoes

Es sollte jedem bewusst sein, dass hinter jedem Film eine Produktionsfirma steht, also ein gewinnorientiertes Unternehmen. Kommt ein Film gut bei den Zuschauern an, so ist die Produktion von Prequels, Sequels oder auch einem Remake eine ökonomisch logische Überlegung, denn das Publikum ist bereits da.
Dabei ist es wichtig das Original zu würdigen und darauf aufzubauen. Jeder Zuschauer merkt auf Anhieb, wenn die neue Produktion nichts mehr mit dem geliebten Original verbindet außer dem Namen. Die Zufriedenheit der Zuschauer ist entscheidend für den Erfolg und die Fortführung eines Franchise.
Es gibt genug Negativbeispiele für Filmproduktionen, die davon ausgingen, dass vom Titel alleine der Erfolg käme.
Die vorangegangenen aktuellen Beispiele zeigen, dass es auch anders geht.