Serienboom – Eine Chance für Deutschland?

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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/52/Das_Cabinet_des_Dr._Caligari.JPGLange sind die Zeiten vorbei, in denen Deutschland die internationale Filmbranche geprägt hat. Filme wie Nosferatu, Das Kabinett des Dr. Caligari oder die Meisterwerke des Regisseurs Fritz Lang, allen voran Metropolis und M – Eine Stadt sucht einen Mörder formten das internationale Filmgenre. Begriffe wie deutscher Expressionismus gingen in die Geschichte ein. Die UFA Studios Babelsberg erreichten in den Jahren der Weimarer Republik Weltruhm. Doch dann kam der Nationalsozialismus. Die Filmbranche wurde gleichgeschaltet und stark zensiert. Dies blieb nicht ohne Folgen. Dutzende Regisseure, Schauspieler und Produzenten flüchteten ins Exil. Hollywood profitierte davon nachhaltig. Wo einst deutsche Filme die Filmlandschaft prägten, wurde dies nun fast ausschließlich von Filmen aus Hollywood übernommen.

Nach dem Krieg lag nicht nur Europa in Trümmern, auch das deutsche Kino, dass so viele Jahre die Anfänge des Films geprägt hatte, existierte nicht mehr. Die neue deutsche Filmlandschaft spielte in der internationalen Filmwelt eine geringere Rolle, wenn sie auch durchaus erfolgreiche Filme zustande brachte. Aber erst ab Mitte der neunziger Jahre startete die kreative Renaissance des deutschen Kinos und feierte unter dem Begriff Neue Deutsche Welle auch internationalen Erfolg. Filme wie Nach fünf im Urwald oder 23 des Regisseurs Hans Christian Schmid, Lola rennt des Regisseurs Franka Potente oder Filme des Regisseurs Fatih Akin weckten das deutsche Kino aus seinem Dornröschenschlaf. Auch Filme wie Das Experiment, Der Untergang oder Das Leben der Anderen feierten internationale Erfolge und gaben dem deutschen Film seine Würde zurück.

Serienboom

Doch wo die Filmbranche an alte Erfolge anknüpfen konnte, da war auch die Serie nicht weit. Durch neu aufkommende Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime Video erlebt das Seriengenre eine Hochphase. Produktionen wie Breaking Bad, Orange is the new Black, Game of Thrones sind in aller Munde und viele weitere feiern riesige internationale Erfolge. Diagramm

Wo bleibt da die deutsche Serie?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/2/20/DarkNetflixPoster.jpgSie kommt zurück! Das Jahr 2017 geht wohl in die Geschichte ein, als das wichtigste Jahr in der deutschen Serienbranche überhaupt. Serien wie Babylon Berlin, die teuerste deutsche Serie aller Zeiten, 4 Blocks vom Pay-TV Sender TNT, Dark, die erste deutsche Eigenproduktion von Netflix oder auch Deutschland 83 feiern einen Erfolg nach dem anderen. Wo einst die tristen Krimiserien der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten oder die oft billig wirkenden Eigenproduktionen der privaten Sender das Bild prägten, laufen Hochglanzserien ihnen den Rang ab. Dies hat auch Folgen für den deutschen Fernsehmarkt. Serien haben im linearen Fernsehen oft keine Chance mehr. Dies hat zur Folge, dass neue Synergien entstehen. Die Serie Deutschland 83, ursprünglich von RTL, wird von Amazon fortgesetzt, weil sie im Programm des Senders selbst keinen Erfolg verbuchen konnte. Ein weiteres Beispiel wäre Babylon Berlin. Sie ist die erste Gemeinschaftsarbeit eines öffentlich-rechtlichen und eines Pay-TV-Senders.

Auch die Bekanntheit deutscher Drehbuchautoren profitiert von dieser Entwicklung. Jahrelang waren diese nichtmal eine Randnotiz wert, anders als im angelsächsichen Raum, wo diese als „Producer“ oder „Showrunner“ oftmals sehr bekannte Gesichter sind.

„Wir würden den Autoren gerne eine ähnliche Wertschätzung erweisen, indem wir sie an Produktionsentscheidungen beteiligen. Wer bisher nur geschrieben hat, soll im nächsten Projekt auch mal die Leitung übernehmen. Also den Job eines sogenannten Creative Producers machen.“ (Simon Amberger)

Ausblick

Doch ein Ende dieses Booms ist weder international, noch hierzulande in Sicht. 2018 folgen weitere deutsche Serien, darunter vier Eigenproduktionen des Pay-TV-Anbieters SKY. Auch Genres wie Endzeitszenarien, Weltuntergang und Science-Fiction scheinen wieder möglich und sind nicht ausgeschlossen, wie dies jahrelang der Fall war. Sind die Zeiten der Krimi- und Polizeiserien im deutschen Fernsehen damit gezählt? Sicher nicht, allerdings gesellen sich dazu neue prägende Genres, die viel zu lange aus der Film- und Serienlandschaft verschwunden sind. Es ist noch ein weiter Weg, dass wieder deutsche Produktionen die internationale Film- und Serienbranche nachhaltig prägen, dennoch hinterlassen sie schon heute erste große Fußabdrücke. Es ist eine gute Zeit für Regisseure, Schauspieler und Produktionsstudios in Deutschland und die Chancen stehen gut, dass dies so bleibt.

 

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Film

http://www.filmszene.de/eine-kurze-einf%C3%BChrung-in-die-geschichte-des-deutschen-kinos

http://de.engadget.com/2018/01/12/der-serienboom-auf-einen-blick/

http://www.zeit.de/kultur/film/2017-12/deutsche-serien-rueckblick-2017-ausblick-2018-neuesuper

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/52/Das_Cabinet_des_Dr._Caligari.JPG

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/2/20/DarkNetflixPoster.jpg

 

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Der Presserat – Zahnloser Wachhund der Demokratie?

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„Es entspricht fairer Berichterstattung, vom Deutschen Presserat öffentlich ausgesprochene Rügen zu veröffentlichen, insbesondere in den betroffenen Publikationsorganen bzw. Telemedien.“
(Ziffer 16 des Pressekodex)

Abb. 1 Das Logo des Presserates

 

Doch was sind die Folgen, wenn sich eine Zeitung weigert, diesem Kodex zu folgen und die öffentliche Rüge abzudrucken?

Der Presserat gründete sich am 20. November 1956 aus fünf Zeitungsverlegern und fünf Journalisten als Gegenreaktion auf das geplante Bundespressegesetz. Dieses sah vor, dass die Innenministerien Zeitungen bis zu sechs Monate verbieten können, „in Fällen besonderer Gefährdung der Staatssicherheit auf immer“. Eine besondere Gefährdung der Staatssicherheit läge vor allem vor, wenn eine Zeitung „im Dienste einer auswärtigen Macht steht oder überwiegend ihre Interessen vertritt“. Dieses Gesetz wurde allerdings nie in Kraft gesetzt.

Abb. 2 Der Pressekodex

Der Presserat sieht sich aber auch weiterhin als Organ, das dafür zuständig ist, die Berufsethik der Presse festzulegen und zu überwachen. Das Überwachen der Presse geschieht mit Hilfe des Pressekodex, dieser besteht aus 16 Ziffern, welche die Richtlinien für journalistische Arbeit festlegen.
Jeder Mensch hat die Möglichkeit, beim Presserat eine Beschwerde einzureichen, dieses kann kostenlos und einfach über die Webseite des Presserates erfolgen. Im Jahr 2016 gingen 1851 Beschwerden beim Presserat ein, 2015 waren es sogar 2358. Doch was passiert dann? Der jeweils zuständige Beschwerdeausschuss des Presserates überprüft den Antrag und entscheidet, ob es sich um eine begründete oder unbegründete Beschwerde handelt. Im Jahr 2016 wurden z.B. 312 der Beschwerden als unbegründet abgelehnt. Wenn es sich um eine begründete Beschwerde handelt, hat der Presserat die Möglichkeiten keine Maßnahme zu ergreifen, einen Hinweis, eine Missbilligung, eine nicht-öffentliche Rüge oder eine öffentliche Rüge auszusprechen. Hat das Verlagshaus, in welchem das gerügte Medium erscheint, die Selbstverpflichtungserklärung des deutschen Presserates unterschrieben, verpflichtet es sich damit, die Regeln/Ziffern des Presserates zu befolgen und eine öffentliche Rüge abzudrucken oder bei einer Online-Zeitung als Zusatz zu

Abb. 3 Die Entscheidungen des Presserates

dem kritisierten Artikel hinzuzufügen. Die Mehrheit aller deutschen Verlagshäuser hat diese Selbstverpflichtungserklärung unter- schrieben. Doch trotzdem drucken manche die öffentlichen Rügen nicht ab. Die BILD-Zeitung hat z.B. 2004 nur drei von acht Rügen abgedruckt. Der Presserat hat zwar die Möglichkeit dann eine Folgerüge auszusprechen, doch macht er davon so gut wie nie Gebrauch. Warum sollte er auch? Die Zeitung wird dann höchstwahrscheinlich die Folgerüge auch nicht abdrucken. Eine Zeitschrift kann auch ganz gut leben, ohne sich an den Pressekodex zu halten und muss keine Konsequenzen fürchten.

Quellen:
Frei, Norbert (2012): „Auf immer verbieten“, Zeit Online, 11.10.2012, http://www.zeit.de/2012/42/Geschichte-Bundesrepublik-Pressefreiheit-Stern-Spiegel-Affaere (21.01.2018).
Heimann, Felix (2008): Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik, Frankfurt a.M.: Peter Lang.
Presserat (2018): Homepage, http://www.presserat.de (21.01.2018).

 

 

Podcasts- Die Zukunft des Fernsehens

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Mit dem Slogan „It’s Televison for your Ears“ wirbt der Podcast Tanis und zeigt, dass die Formate fiktionale Podcasts und Fernsehserien enger verwandt sind, als es zunächst erscheint. Fiktionale Podcasts erzählen eine Geschichte, die in jeder neuen Episode weitergeführt wird. Hören kann man über iTunes oder Podcast-Apps wie beispielsweise Stitcher. Anders als beim Radio-Hörspiel können Podcasts noch Jahre später nachgehört werden. Jeder Podcast, meist von Laien hergestellt, ist kostenlos und die Finanzierung erfolgt durch Werbe-Sponsoren und Spenden von Fans, organisiert durch Spendenwebsites wie Patreon und Kickstarter.

Ein kleiner Einblick in die Welt der fiktionalen Podcasts                          https://player.fm/en/featured/audio-theater

Daher erwägen viele amerikanische TV-Sender, fiktionale Podcasts für das Fernsehen zu adaptieren. Geschichten aus einem anderen Format zu übernehmen, hat sich für die Serienbranche bewährt. Bisher werden Bücher und Comics zu Serien adaptiert und erzielen hohe Einschaltquoten, beispielsweise Game of Thrones und The Walking Dead. Da zunehmend Adaptation und weniger „Original Content“ die Fernsehlandschaft der letzten Jahre prägte, kommt es zu einem Adaptations-Engpass, d.h. das, was adaptiert wird, ist doch immer wieder typähnlich. Auf der Suche nach dem gänzlich Neuen schauen sich Produzenten nach Alternativen um. Hier kommt der Podcast ins Spiel, dem konzeptionsmäßig keine Grenzen gesetzt sind.

Der Vorteil jeder Adaptation ist die Gewissheit des Built-in-Audience, da es Fans geben wird, die sie sich auf jeden Fall anschauen werden, also eine Risikoverminderung. So kann an Pilot-Episoden gespart werden, da Produzenten wissen, dass sich der Podcast bereits bewährt und beim Publikum ankommt.

Abzuwarten bleibt, wie erfolgreich die Umsetzung ins Fernsehen ist. Einige Podcasts wie Wolf 359 und Wooden Overcoats bieten Theaterabende an, in denen sie eine ausgewählte Folge vortragen. Dies erinnert aber noch eher an Live-Lesungen als an eine visuelle Adaptation. Der wohl meistgehörte Podcast Welcome to Night Vale ist als Radiosendung konzipiert und der Protagonist berichtet über die merkwürdige Stadt Night Vale, bleibt aber die gesamte Sendezeit in seiner Aufnahmekabine. Inwieweit diese erzählerischen Mittel beibehalten oder ganz gestrichen werden, stellt eine wichtige Entscheidung dar. Hinzu kommt, dass die meisten Sprecher keine Schauspieler sind, sodass ihre Rollen gecastet werden müssen, was allerdings das Built-in Audience als Rezipienten abschrecken kann, das eine emotionale Bindung zum bisherigen Sprecher hatte.

Trotz der genannten Risiken könnten Fernsehadaptationen die Welt der Podcasts einem größeren Publikum zugänglich machen. Ein guter Trend, da Podcasts durch ihre Beschränkung auf „Nur-Audio“ gezwungen sind, kreativer zu sein, da Rezipienten mehr Fantasie einsetzen müssen, sich das Dargebotene vorzustellen. Zudem besteht eine höhere Partizipationsmöglichkeit, da viele Podcasts die Plattform Reddit nutzen, um Fan-Feedback einzuholen, umzusetzen, Fans als Sprecher einzubeziehen oder Plot-Ideen übernehmen. Neben ihrem kostenlosen Zugriff ist es also der „User-generated-Content“-Aspekt, der Podcasts das Potenzial gibt, ein disperses Publikum zu erreichen, und die Zukunft des Fernsehens nachhaltig zu verändern.

Quellen:

http://www.denofgeek.com/us/tv/podcasts/266240/8-podcasts-making-the-move-to-television

https://www.wired.com/story/podcasts-getting-tv-adaptations/

https://filmschoolrejects.com/on-the-emerging-trend-of-adapting-podcasts-into-tv-shows-and-movies-4c731b13aa38/

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“Vor dem Netz sind alle gleich.” – Von wegen!

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Eine kurze Abhandlung über den Verlust der Netzneutralität in den Vereinigten Staaten und was uns das alles überhaupt angeht 

 

„Tritt nicht auf mir herum“ *- Die LAN-Schlange versucht, sich gegen die bevorstehende Malträtierung zu wehren; leider vergeblich.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden in den USA Anstrengungen unternommen, die Einführung der Netzneutralität rückgängig zu machen. Darüber zu entscheiden hatte die FCC (Federal Communications Commission). Am 14. Dezember letzten Jahres war es dann so weit: Mit einem 3/2-Verhältnis gewannen die Befürworter des Amendements das Votum und das neue Gesetz war verabschiedet.

Auch wenn das Stichwort Net Neutrality erst vor Kurzem im großen Stil Einzug in die journalistischen Medien gehalten hat – der Begriff an sich existiert schon bedeutend länger. Das erste Mal fiel er im Zusammenhang mit der Telefonie im Jahre 2002, mittlerweile wird darunter die Gleichbehandlung von im Internet verschickten Daten verstanden. Die Übertragungsrate darf weder zu Gunsten noch zu Ungunsten des Senders beziehungsweise des Empfängers und auch nicht aufgrund von Inhalt oder Erstellungsmethode gedrosselt oder erhöht werden.

Nur so kennen wir das Internet, genau so und nicht anders gestaltet sich unser Erleben des World Wide Webs seit – naja, seit jeher eben! Scheint ein fundamentales Prinzip zu sein, diese Netzneutralität. Warum also in Frage stellen?

So grundlegend es sich auch anhört, zementiert wurde dieses „Recht auf Gleichheit“ zum frühesten Zeitpunkt erst im Jahre 2012, und das nur in der Niederlande und in Slowenien. 2015 wurden dann sowohl vom Europäischen Parlament als auch von der amerikanischen Regierung diesbezüglich Verordnungen verabschiedet. Bis dato galt er als „Informationsdienst“, nun aber wird der Internetzugang als ein „Kommunikationsdienst“ angesehen. Das bedeutet, dass das Surfen im Web fortan ähnlich wie Wasser und Elektrizität zur Grundversorgung gehört.

Ajit Pai’s Ziel war es, der Net Neutrality ein Ende zu bereiten.            Sein Vorhaben ist geglückt.

Nun, dem von Trump handverlesenen Vorsitzenden der FCC Ajit Pai war diese Entscheidung offensichtlich ein Dorn im Auge. Er hat es sich seit dem Zeitpunkt seiner Ernennung zur Aufgabe gemacht, diesen Schritt rückgängig zu machen. Er behauptet, im Geiste des kompetitiven Marktes zu handeln und sieht die unter Obama vorgenommene Änderung als eine Lösung zu einem nicht dagewesenen Problem an.

Abertausende Nutzer haben vergeblich versucht, gegen den Plan des Politikers vorzugehen; die Angst vor den Konsequenzen ist groß: durch das Angebot von Paketangeboten seitens der ISPs (Internet Service Provider, hierzulande bspw. Vodafone, 1&1, etc.) fände eine Förderung des ohnehin schon bestehenden Monopolstatus‘ von Facebook, Netflix & Co. statt, nicht zahlungsfähige oder unliebsame Domainen könnten gedrosselt oder gar geblockt werden und Start-Up-Unternehmen werden noch mehr Steine in den Weg gelegt als sowieso schon überwunden werden müssen. Schon 6 Wochen später haben die Staaten New York und Montana sich entschlossen, aktiv gegen die Durchsetzung des Beschlusses vorzugehen.

Netzneutralität als ein Grundrecht, das verteidigt           werden möchte: Die Frustration der Menschen zeigt        sich in einer Vielzahl von Protesten.

Natürlich kommt bei der ganzen Debatte die Frage auf, was das alles für eine Bedeutung für die EU und Deutschland im Besonderen hat. Noch hat das Europäische Parlament keine Anstalten gemacht, sich die USA zum Vorbild zu nehmen. Es wird jedoch bemängelt, dass in der Verordnung von 2015 diverse Schlupflöcher offen gelassen wurden. Ein heiß umstrittener Fall des Zuwiderhandelns gegen die Datengleichheit ist die Implementierung von sogenannten Zero-Rating-Diensten. Das von der Telekom angebotene Tarifpaket StreamOn ist nur ein Beispiel dafür. StreamOn ermöglicht es, im mobilen Netz Streaming-Dienste von Partnerunternehmen zu nutzen, ohne das Datenvolumen zu belasten. Gegen das Angebot selbst wird nicht vorgegangen, jedoch wurde eine Änderung bezüglich des Surfens in der EU verordnet: bis jetzt funktioniert der Dienst nur im deutschen Netz – wenn sich das nicht ändert, droht der Telekom ein Zwangsgeld, so die Bundesnetzagentur.

Der Fakt, dass die USA sich trotz unzähliger Gegenstimmen für die Abschaffung der Net Neutrality entschieden hat, ist beängstigend. Deutschland setzt sich zwar offensichtlich bis zu einem gewissen Grad für den Erhalt der Netzneutralität  ein. Trotzdem gilt es aufzupassen, denn der Grat zwischen Privileg und Diskriminierung ist schmal.


* Die Illustration ist eine Reminiszenz an die Gadsden-Flagge. Früher ein Symbol für amerikanischen Patriotismus, so wird sie heute zunehmend von Anhängern des Libertarismus in den USA verwendet. Ein passendes Motiv zu den jüngsten Geschehnissen in Amerika.


 

Quellen

Artikel
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Net_neutrality_in_the_European_Union
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Net_neutrality_in_the_United_States
  • https://www.purevpn.com/blog/arguments-against-net-neutrality/
  • https://www.savetheinternet.com/net-neutrality-what-you-need-know-now
  • https://arstechnica.com/tech-policy/2018/01/net-neutrality-will-be-enforced-in-new-york-under-orders-from-governor/
  • http://www.zeit.de/digital/internet/2017-12/netzneutralitaet-streamon-bundesnetzagentur-verbraucher-interesse
Bilder
  • https://pbs.twimg.com/media/DPVOdwtX4AA2Ucl.jpg
  • https://static01.nyt.com/images/2017/11/21/business/21NETNEUTRALITY/21NETNEUTRALITY-superJumbo.jpg
  • http://forupon.com/wp-content/uploads/2017/12/018-nyc-net-neutrality-protest-verizon-hq-dec-7-2017.jpg
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Skandal um YouTuber Logan Paul – Warum faszinieren uns Grausamkeiten derart?

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YouTube-Star Logan Paul löst mit neusten Videos einen viralen Shitstorm nach dem anderen aus. Nun legt er eine Besinnungspause ein, doch das Internet nutzt die um schamlos weiter zu diskutieren. Pauls Abonenntenzahlen steigen trotz rassistischer und respektloser Kommentare sowie grafischer Darstellung von Gewalt und Grausamkeit weiter an. Weiterlesen »

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Sorgen Amazon und Co für das Aussterben des Einzelhandels?

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Es gibt in unserer digitalisierten Welt heutzutage vermutlich nur noch wenige Menschen, die noch nie von Internetplattformen wie beispielsweise Amazon oder Ebay gehört haben. Immer mehr Einkäufe werden dort getätigt, immer weniger Einkäufe werden im Einzelhandel in Innenstädten verrichtet. Betroffen ist davon nahezu jede Branche: Bekleidung, Elektronik, Kosmetik, Medikamente und viele weitere. Die Möglichkeit, Lebensmittel im Internet zu erwerben wird bisher eher weniger genutzt, aber auch diese wird immer populärer und verbreitet sich. Aber warum?

Es ist nun mal einfach bequemer, von zu Hause aus Dinge im Internet zu bestellen. In Zeiten, in denen es das Internet noch nicht gab, hatte man keine andere Möglichkeit, als sich in oftmals überfüllte Städte zu begeben. Heute jedoch ist man nicht mehr daran gebunden, sondern kann auch auf das Internet zurückgreifen, was dementsprechend auch viele Menschen tun. Außerdem hat das Internet keine „Öffnungszeiten“, sodass bestellen jederzeit möglich ist und man sich nicht an Öffnungszeiten von lokal vorhandenen Geschäften halten muss. Die folgende Grafik zeigt weitere Gründe für Online-Handel, allerdings auch die Gründe, die für „Offline-Handel“ sprechen könnten.

Probleme bestehen auch darin, dass es dem Einzelhandel nicht mehr gelingt, sich vom Online-Markt abzuheben. Egal wie speziell oder ausgefallen die angebotene Ware ist, es wird auf jeden Fall möglich sein, die selben oder zumindest ähnliche Produkte zu einem günstigeren Preis im Internet zu finden. Ein weiteres Beispiel ist, dass viele Menschen vor Ort Schuhe anprobieren, um diese dann letztendlich doch nicht zu kaufen, weil man sie im Internet vermutlich günstiger kaufen kann. Bezüglich des Services kann gesagt werden, dass Schuhgeschäfte wie Sidestep oder Footlocker auf ein direktes Ansprechen des Kunde, sobald dieser den Laden betritt, setzen. Dies schreckt viele, die sich nur in Ruhe umsehen möchten, ab. An dieser Stelle wäre der Verbesserungsvorschlag, dass weniger manchmal mehr ist, meiner Meinung nach angebracht. Beratung auf Anfrage des Kunden reicht völlig aus, allerdings sollte dann ein guter Service geboten werden können, bei dem der Kunde merkt, dass der Verkäufer sich mit dem, was er verkaufen möchte auch auskennt. Neben dem Thema Service ist auch die leidige Parkplatzsuche ein Problem, an dem es zu arbeiten gilt.

Fazit

Prognosen von Experten besagen, dass in ungefähr 15 Jahren jedes zweite größere Unternehmen vom Markt verschwunden sein wird. Dies sollte jeden einzelnen von uns nachdenklich machen und zu Überlegungen darüber anregen, ob dies wirklich so geschehen soll oder ob man sich dazu entscheidet, den Einzelhandel doch etwas mehr zu unterstützen. Letztendlich bleibt aber wohl jedem selbst überlassen, wo er seine Einkäufe tätigt und uns bleibt nichts anderes übrig, als die in unseren Augen richtige Entscheidung zu treffen und abzuwarten, ob die Tendenz eher in Richtung Erhaltung des Einzelhandels oder in Richtung weiterer Vormarsch des Online-Handels geht. Abschließend kann gesagt werden, dass trotz allem wohl kein gutes Geschäft, welches auch weiterhin in einer Innenstadt weiter existieren möchte, an einer Online-Präsenz vorbeikommt. Diese sollte aber in gewissem Maße auch dafür sorgen, dass der stationäre Handel durch sie gestärkt wird und umgekehrt.

Textquellen:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/innenstaedte-der-einzelhandel-verschwindet-und-das-ist-gut-so-1.3045300

https://www.welt.de/wirtschaft/article161812481/Dem-deutschen-Einzelhandel-droht-ein-Massensterben.html

https://e-commerce-blog.de/einzelhandel-stirbt-ursachen-loesungen-stationaeren-handels/

https://blog.lombego.de/zukunft-im-handel-digital/

Bildquelle:

https://www.locafox.de/blog/wp-content/uploads/2015/07/GfK_eCommerce_rational-emotional.jpg

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Forbidden Stories: die Gefahren des investigativen Journalismus

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Weltweit wurden im Jahr 2017 65 Medienschaffende getötet, wie Reporter ohne Grenzen im Dezember berichtete.

Ein Todesopfer: die Journalistin Miroslava Breach.

Dem Netzwerk Forbidden Stories ist es zu verdanken, dass die Recherchearbeit einiger mexikanischen Journalisten überhaupt veröffentlicht werden konnte.

Forbidden Stories ist ein gemeinnütziges Projekt, das von Freedom Voices Netzwerk initiiert wurde. Reporter Ohne Grenzen (ROG) ist Partner des Projektes.

„Ziel des Projekts Forbidden Stories ist es, die Arbeit von Journalisten fortzusetzen, die das selber nicht mehr tun können – weil sie bedroht, inhaftiert oder getötet wurden. Wir möchten ihre Geschichten am Leben erhalten und sicherstellen, dass so viele Menschen wie möglich Zugang zu unabhängigen Informationen haben über so wichtige Themen wie Umwelt, Gesundheitswesen, Menschenrechte und Korruption“, sagte Freedom Voices Network-Gründer Laurent Richard.

Investigative Journalisten, deren Leib und Leben durch ihre Recherchen gefährdet ist, können ihre Daten mittels verschlüsselter Kommunikation an Forbidden Stories schicken. Mögliche Programme der verschlüsselten Kommunikation können hier der Messenger-Dienst Signal oder die Whistleblower-Software SecureDrop sein.  Die Journalisten müssen der Veröffentlichung der Daten zustimmen und können weiterhin Anweisungen geben, wie und wann ihre Recherchen fortgesetzt werden sollen.  Sollte den Journalisten zwischenzeitlich etwas zustoßen, so kann Forbidden Stories die Recherchearbeiten abschließen und mittels eines Kooperationsnetzwerkes verschiedener Medien  umfassend verbreiten.

So auch im Fall der getöteten mexikanischen Journalistin Miroslava Breach:

 

Das Projekt Forbidden Stories kann allerdings nur der Anfang sein. Viel zu häufig werden Journalisten, die kriminelle Aktivitäten aufklären möchten, noch ermordet. Viel zu häufig werden auch noch heute Grundrechte wie Presse – und Meinungsfreiheit auch von den regierenden Parteien von Ländern angegriffen, die sich selbst als demokratisch bezeichnen.

Um die Verantwortlichen für solche Verbrechen endlich zur Rechenschaft zu ziehen und den Kreislauf der Straflosigkeit zu durchbrechen, wirbt Reporter ohne Grenzen bei den Vereinten Nationen intensiv für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten. Dieser sollte die Bemühungen der verschiedenen UN-Institutionen zum Schutz von Journalisten koordinieren, die bestehende völkerrechtliche Vorschriften durchsetzen und auf diese Weise die Zahl von Übergriffen und Gewaltakten gegen Journalisten endlich wirksam verringern.

Es bleibt zu sehen inwiefern sich die UN dieser Aufgabe in Zukunft annehmen wird. Bislang bleiben ihre Resolutionen zum Schutz der Journalisten fast vollkommen wirkungslos, was die steigenden Anzahl an ermordeten Journalisten leider beweist.

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„Fake News“ in Bildern – Und Wie Man Dagegen Vorgehen Kann

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“Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben wissen, wissen wir durch die Massenmedien.”

Dieses Zitat von Luhmann, einem der führenden deutschen Systemtheoretiker, ist immernoch aktuell – durch das Aufkommen der “Fake News” vielleicht sogar wichtiger denn je. Falsche Nachrichten sind zwar kein neues Phänomen, aber durch Verbreitung in den Medien – in den letzten Jahren vor allem durch soziale Medien wie Facebook und Twitter – und gezielten Anschuldigungen etabliertem Journalismus gegenüber, nicht zuletzt von so einflussreichen Persönlichkeiten wie dem Präsidenten der USA, ist diese Debatte in den letzten Jahren wieder aufgeflammt. Und sie geht einher mit der Frage einer “Vertrauenskrise” in den Journalismus. Eine große Rolle spielen hier Fotos – jeder kann sie überall machen, und fast jeder hat die Möglichkeit, sie zu bearbeiten. Vor diesem Hintergrund sollten Bilder immer mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden. Sie zeigen nämlich nicht immer nur die Wahrheit.

Ein Twitteraccount, der sich dem Aufdecken von bearbeiteten und falsch zugeordneten Fotografien verschrieben hat, ist @PicPedant. Von zusammengefügten Bildern von malerischen Sonnenuntergängen über falsch zugeordnete Vulkane bis hin zum Ausgeben von digital erstellten Bildern als echte Fotografien lässt sich hier vieles finden. Buzzfeed hat 14 davon zusammengestellt. Auch der Account @HoaxEye verschreibt sich dieser Aufgabe – unter anderem zum Berichtigen von falschen historischen Fotos, wie in diesem Interview deutlich wird.

Ein beliebter Fehler sind fehlende Spiegelungen in den Wasseroberflächen.

Bei falsch zugeordneten Fotografien kann zudem ein weiteres Tool Aushilfe schaffen – TinEye ist eine Browsererweiterung, mit dem man das Internet nach Bildern durchsuchen kann – ähnlich also wie die Bildersuche von Google. Der Gedanke dahinter ist, dass so die originalen Zusammenhänge von geklauten Bildern gefunden werden können und unter anderem falsche Kontexte des Bildes aufgeklärt werden können.

Für Leute, die sich auf diesem Gebiet weiterbilden wollen und selbstständig erkennen wollen, woher ein Bild stammt, für die ist außerdem die Quizreihe auf Twitter die perfekte Gelegenheit. An jedem Werktag posten andere Journalisten Bilder, anhand dener ihre Follower den Ort, an dem sie sich befinden, erkennen müssen. So zum Beispiel Julia Bayer von der Deutschen Welle. Im #MondayQuiz stellt sie Aufgaben wie das Herausfinden des Künstlernamens eines Bildes. Onlinejournalismus hat Anfang November die verschiedenen Teilnehmer und ihre Hashtags zusammengetragen.

#MondayQuiz vom 13. November 2017

Von bearbeiteten und übereinandergefügten Fotos, falsch zugeordneten Zitaten oder schlichtweg rein digital hergestellten Bildern gibt es eine Fülle an Falschinformationen, die wissentlich und unwissentlich und in ungeahnter Schnelligkeit dank sozialer Netzwerke verbreitet werden. Um diesem Trend entgegenzuhalten und kritisch hinterfragen und prüfen zu können, dienen Tools wie TinEye oder Accounts wie HoaxEye oder von Journalisten, die mit ihren Aufklärungen und Aufgaben das Bewusstsein für „Fake News“ schärfen.

Die Macht der Öffentlich-Rechtlichen – Gefahr für die Vielfalt der Presse?

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Der Rundfunkstaatsvertrag, in dem zwischen allen 16 Bundesländern die Regeln für den Rundfunk aufgestellt und vereinheitlicht werden, ist ein Dokument, das seit Jahren regelmäßig überarbeitet wird. Genau solch eine Überarbeitung hatten die Öffentlich-Rechtlichen (also ARD, ZDF, Deutschlandradio) im Sinn, als sie am 29.09.2017 drei Berichte bei der Rundfunkkommission einreichten. In diesen Berichten sollte es um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehen, um Einsparungen, die Zusammenarbeit von ARD und ZDF und Programmausweitungen. Gerade diese Programmausweitungen sorgen für viel Unmut und Kritik in der Medienwelt.

 

Wünsche und Vorstellungen der Öffentlich-Rechtlichen

Es geht im Grunde um eine „crossmediale“ Aufstellung der Sender. Das bedeutet laut des Berichts der ARD, dass man die Rezipienten „frei zugänglich auf allen relevanten Wegen mit einem publizistischen Gesamtangebot“ versorgen muss. Dazu gehört auch mehr Freiheit im Internet, ein Medium, das heutzutage gerade bei den jüngeren Zielgruppen sehr viel mehr genutzt wird als zum Beispiel das Fernsehen. Das Internet ist bis jetzt durch Dinge wie die „Sieben-Tage-Regelung“ (Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen dürfen höchstens sieben Tage im Netz verfügbar sein), das Verbot presseähnliche Inhalte zu publizieren und dessen Prüfung, durch den „Drei-Stufen-Test“ des Rundfunkrats, jedoch nicht so zugänglich für die Öffentlich-Rechtlichen. Denn: „bislang dürfen die Sender längere Texte nur online veröffentlichen, wenn diese einen direkten Bezug zu einer Sendung“ aufweisen. Gewünscht ist eine Lockerung dieser Untersagung.


„Wir stehen vor einem tiefgreifenden Umbau der ARD. Die Sender sind dabei, sich crossmedialer aufzustellen. Hörfunk, Fernsehen und Online müssen unter ein Dach.“
– Karola Wille, ARD-Vorsitzende


Kritik

Schon lange wird Kritik an der „Macht“ der öffentlich-rechtlichen Sender geübt. Vor allem die Gebührenfinanzierung steht im Fokus.
In der 41. jährlichen Ausgabe des „Spiegel“ (07.10.2017), die den Titel „Die unheimliche Macht“ trägt, findet man viel Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen. Die schon erwähnte „Reform des Rundfunks“, die sich ARD, ZDF und Deutschlandradio durch ihre Berichte erhoffen, wird hier getadelt.

Auch Stimmen anderer privater Zeitungsverleger werden laut: ARD und ZDF sind im Internet immer präsenter. Die Befürchtung ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen nun auch beginnen Textjournalismus zu betreiben. Da auch diese journalistischen Aktivitäten im Internet dann durch die Gebührenfinanzierung enorm gefördert werden würden, könnten sich Nachteile für die privaten Anbieter entwickeln. Laut mancher Verleger heißt es sogar, dass ARD schon seit langem, trotz des Verbotes durch Kooperationen (z.B. Rechercheverbund NRD, WDR, „Süddeutsche Zeitung) Einfluss auf den Textjournalismus hat.
Gerade zu einer Zeit, in der die Presse sich durch zurückgehende Zeitungsverkäufe in einer Krise befindet, könnte dies eine große Bedrohung darstellen.


„Die Angebote von ARD und ZDF sind ja kostenlos. Und wenn da umfangreiche Textangebote im Netz zu finden sind, dann tun wir uns eben schwer, bezahlte Angebote angemessen zu vermarkten.“
– Helmut Heinen (ehem. Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger)


Fazit

Wie sich das Internet und die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft entwickeln, kann man nur mutmaßen. Wichtig für die Diversität der Medien und die generelle Freiheit der Presse ist es, weiterhin zu gewährleisten, dass die Presse nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verdrängt oder gar ersetzt wird, während dieser den Rundfunkauftrag (nach §11 des Rundfunkstaatsvertrags) ausführt. Auf dem Weg dorthin scheinen wir zu sein: die Regierungschefin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, setzte bei der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit den Worten: „Also das Verbot der Presseähnlichkeit bleibt selbst verständlich erhalten“ ein „Signal an die Verleger“.

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Fomo – die Angst etwas zu verpassen

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Facebook, Instagram und Co. sind schon längst fest in den Alltag unserer heutigen Gesellschaft integriert und eröffnen uns vorher nie dagewesene Möglichkeiten.

Dank unzähliger sozialer Netzwerke ist es uns möglich, immer und überall miteinander in Verbindung zu stehen und noch so jedes, womöglich auch uninteressante, Detail aus unserem Leben zu teilen.

Rund um die Uhr steht uns eine Flut von Informationen zu Verfügung, die es zu verarbeiten und zu ordnen gilt. Etwas zu verpassen, da es in der Masse von Bildern, Posts und Tweets unter geht, ist da nicht unwahrscheinlich, aber dennoch hoch gefürchtet.

Fomo – Die Angst, etwas zu verpassen

Jeder kennt es und jeder hasst es, das Gefühl etwas zu verpassen oder ausgeschlossen zu werden.

In einer Welt, in der uns alle Möglichkeiten offen stehen, über alles up to date und informiert zu sein, in der es nahezu keine Ausrede gibt, über etwas nicht auf dem neusten Stand zu sein, gilt  Fomo, fear of missing out, nun als die erste Social Media Krankheit.

Ein unwohles Gefühl im Bauch, vielleicht schon ein leichter Anflug von Panik, der sich breit macht, wenn man seinen Instagramfeed öffnet und scheinbar endlos durch das Vergnügen anderer scrollt. Ein Partybild hier, ein Urlaubsbild da und man selbst fragt sich, ob man nicht gerade seine Zeit vergeudet und das selbst Erlebte verliert an Bedeutung – das ist Fomo.

Das was wir tun, sei es das Zusammensein mit Freunden Zuhause, auf einer Party oder im Urlaub, scheint gar ungenießbar mit dem Wissen, dass es da Draußen vielleicht doch noch eine viel bessere Option gibt, die das gerade Erlebte womöglich in den Schatten stellt.

Was, wenn man gerade zur richtigen Zeit am falschen Ort ist und das Event, das gerade in meiner Facebook-Timeline auftaucht, viel mehr Spaß verspricht?

Somit werden wir, unfähig den Moment zu genießen und gelähmt von der Angst, die Zeit unseres Lebens zu verpassen, zu Sklaven unseres Smartphones und befinden uns in einem permanenten ,,Standby-Modus abwartender Aufgeregtheit’’, wie es Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, beschreibt.

Betroffene: Vor allem Digital Natives

Als junger Mensch, der doch erheblich öfter und intensiver mit sozialen Netzwerken in Kontakt steht, als die ältere Generation, ist Fomo mittlerweile allgegenwärtig.

Laut einer Umfrage geben etwa 64 Prozent britischer und amerikanischer Teenager im Alter von

13 -17 Jahren an, mit diesem Phänomen vertraut zu sein.

Erschreckende Zahlen, die klar machen, wie präsent die andauernde Angst etwas zu verpassen, schon im Alltag junger Erwachsener, wirklich ist.

 

Fomo gilt somit als Ursache für die teilweise zwanghafte Nutzung sozialer Plattformen und das ständige Aktualisieren des Feeds.

Folgen dieses Phänomens sind Unsicherheit, enormer Stress und starke Zweifel an sich selbst und dem eigenen Leben.

Junge Menschen setzten sich zunehmend unter Druck, diesen ,,Idealen’’, die ihnen tagtäglich auf Instagram und Co. begegnen, zu entsprechen und vergessen dabei, im Hier und Jetzt zu leben und das, was sie haben zu schätzen.
Und auch der Druck, das eigene Leben festzuhalten und zu teilen, damit auch wirklich jeder weiss, wie viel Spaß das Konzert oder der Urlaub gemacht haben, lassen einem wenig Zeit um diese Erlebnisse dann auch wirklich selbst zu genießen.

Gerade das Aufkommen und immer populärer Werden der ,,Storys’’, die es längst nicht mehr nur bei der App ,,Snapchat’’ zu füttern gilt, gewähren kein Pardon, wenn es darum geht, sein Leben mit seinem Umfeld zu teilen, denn: Wurde es nicht gepostet, dann hatte man auch sicher keinen Spaß.

FoMo als Werbemittel

Auch die Werbebranche weiß die neue Trend-Krankheit gezielt für sich einzusetzen und nennt FoMo immer öfter als Kaufargument.

Die Angst der Verbraucher, ein einmaliges Erlebnis oder Lebensgefühl zu verpassen, wenn sie das Produkt nicht erwerben, kommt den meisten Firmen zugute.

Eine Gruppe von Jugendlichen, die die Zeit ihres Lebens haben, während sie eine alkoholfreie Biermarke konsumieren?
Die Werbung einer Fluggesellschaft vermittelt das Gefühl von Selbstfindung und Zufriedenheit?

Alles Teil einer Marketingmasche, denn auch die Wirtschaft weiß, wie sie ihre Vorteile aus ,,fear of missing out’’ ziehen kann.

Der Angst entgegensteuern

Die Angst etwas zu verpassen, ist keine Erfindung des digitalen Zeitalters, denn sie ist so alt wie der Mensch selbst.

Niemand ist gerne der Einzige, der nicht mitreden kann und sich von der Masse ausgeschlossen fühlt, damit bedarf es nicht mal sozialer Netzwerke.
Jedoch bieten genau diese, aufgrund der ständigen Präsenz und Verbindung unter- und miteinander, den perfekten Nährboden für ,,Fomo’’.

Somit ist es wichtig sich selbst klar zu machen, dass man sich nicht länger dieser Angst und der damit eingehenden Unruhe, ausgesetzt sein möchte.

Man muss lernen mit der Tatsache umzugehen, dass man nicht Teil jedes Events und jeder Veranstaltung sein muss und auch nicht kann.
Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass soziale Medien und Postings nur bedingt Einblicke in den realen Ablauf einer Partynacht oder eines Urlaubs gewähren, da sie nur eine Momentaufnahme abbilden, die auch oftmals gekonnt in Szene gesetzt wurde.
Auch das Reduzieren von sozialen Medien im Alltag stellt letztendlich einen wichtigen Aspekt dar, denn somit bleibt Zeit sich auf das selbst Erlebte zu besinnen und dies auch schätzen zu lernen.

Und sei es auch nur ein Kaffee mit der besten Freundin, während Blogger vom anderen Ende der Welt Bilder von Cocktails am Strand posten.

 

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/reeperbahnfestival/fomo-mode-erscheinung-fear-of-missing-out-a-992740.html
http://mashable.com/2013/07/09/fear-of-missing-out/#0JuRe8mBWiqE
https://de.wikipedia.org/wiki/Fomo
https://psychcentral.com/quizzes/fomo-quiz.htm

Jamaika-Sondierungsgespräche – eine Politiksimulation für Medien

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Der Traum von einer Jamaika-Koalition ist geplatzt. Mit den Worten: „Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“, beendete Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, die Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU, der FDP und den Grünen. Die Nachricht über den Abbruch der Verhandlungen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Vorangegangen waren wochenlange Gespräche, die als Dauerthema die deutsche Medienlandschaft dominierten.

Gefühlt endlos begleiteten die Medienvertreter die Verhandlungsführer nicht nur bei ihrer Ankunft, sondern auch bei der Abfahrt vom Verhandlungsort, dem Reichstagspräsidentenpalais, und nicht zu vergessen die Stellungnahmen vor einem Wald von Mikrofonen. Der, mehr oder weniger interssierten und aufmerksamen, Öffentlichkeit werden vorallem die Bilder von „Balkonien“ im Gedächtnis bleiben.

Trotz gemeinsamen Pausen auf den Balkon, keine gemeinsame Einigung.

Den nach Neugikeiten und Ergebnissen lechzenden Medienvertretern lieferten die Verhandlungsteilnehmer in unterschiedlicher Zusammensetzung stimmungsvolle Bilder vom Balkon  des Reichstagspräsidentenpalais, gelegentlich garantiert mit royalen Winken. Auf Grund von Mangel an Ergebnissen und substanziellen Aussagen über den Stand der Gespräche, blieb den Berichterstattern nur die Interpretation von Blicken, Gesten und verschiedenen Interviews, die sich eher mit der allgemeinen Stimmung als mit wichtigen Inhalten beschäftigen. Die Sondierungsverhandlungen waren für die Medien eine große Herausforderung, galt es doch das „große Nichts“ von Tag zu Tag neu zu bewerten, „neu aufzuziehen“, zu interpretieren und vielleicht daraus doch noch konkrete Ergebnisse herauszufiltern.

Zermürbt von den wochenlangen Verhandlungen ohne Ergebnis, griffen die Journalisten dankbar jeden noch so kleinen Hinweis auf Einigung,  bei den „Knackpunkten“ wie beispielsweise Migration, Klima und Digitalisierung, auf.  So hielten sie die Spannungskurve aufrecht und erhielten mediale Aufmerksamkeit. Immer kurz vor der Einigung, gelingt jetzt der große Durchbruch? Der geübte Serienfan würde diese Methode wohl als Cliffhanger bezeichnen.

Der Verlauf der Sondierungsgespräche zeigt deutlich, dass die Medien sich bei solchen Verhandlungen in der Zwickmühle befinden, einerseits sind sie zur Informationsvermittlung gegenüber der Öffentlichkeit verpflichtet, anderseits können sie aber auch gezwungen werden durch die Informationspolitik der Parteien, jede Kleinigkeit als ein großes Ereignis darzustellen. Die Eigendarstellung in den Medien wird durch die ständige Berichterstattung wieder an den Verhandlungstisch zurückgespielt und beeinflusst so auch die Verhandlungspartner und deren Positionen. So ähneln die Gespräche eher einer politische Simulation und Inszenierung der handelnden Akteure als konstruktive Koalitionsverhandlungen.

Nun da die Jamaika-Sondierungsgespräche gescheitert sind, ergeben sich verschiedene Optionen einer zukünftige Regierung für Deutschland. Zu den Optionen wie Neuwahl oder Minderheitsregierung gesellt sich inzwischen auch eine Möglichkeit einer GroKo von CDU/CSU und SPD. Auch diese Gespräche werden wohl unter großer medialer Beobachtung stehen. In diesem Zusammenhang ergibt sich durchaus die Frage für Medienvertreter, ob sich etwas mehr mediale Zurückhaltung nicht förderlicher ist und dazu beitragen könnte, dass sich die Verhandlungsführer mehr auf die Inhalte konzentrieren, als denn auf deren Selbstinszenierung.

Auch das Fernsehmagazin ZAPP sieht die Schwierigkeit der Berichterstattung über die Sondierungsgespräche.

Quellen:

http://www.deutschlandfunk.de/sondierungsgespraeche-die-journalisten-spielen-dieses.862.de.html?dram:article_id=400834

http:// www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/die-reise-nach-jamaika-id17925866.html

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-10/sondierungsgespraeche-jamaika-koalition-themen-gegensaetze-verhandlungen-2

https://www.welt.de/politik/deutschland/article170178001/Die-Kakofonie-bei-den-Jamaika-Verhandlungen.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jamaika-sondierungen-fdp-brechen-eigenen-angaben-zufolge-gespraeche-ab-a-1179250.html

http://www.ardmediathek.de/tv/Morgenmagazin/Beginn-der-Sondierungsgespr%C3%A4che/Das-Erste/Video?bcastId=435054&documentId=46997964

http://www.sueddeutsche.de/politik/sondierungsgespraeche-mutlos-in-europa-1.3751825

https://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/983462/polit-prominenz-beim-noz-herbstempfang-in-berlin#gallery&64967&0&983462B

http://www.ardmediathek.de/tv/Zapp/Sondierungsgespr%C3%A4che-Mediale-Herausford/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3714742&documentId=47811738

Bundeswehr Exclusive – eine raffinierte PR-Strategie

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Ende des letzten Jahres startete auf YouTube die bundeswehreigene Webserie „Die Rekruten“, welche vor allem Jugendliche dazu anwerben sollte, über eine Ausbildung bei dieser nachzudenken. Dieses Jahr geht die PR in die nächste Runde: Der Kanal „Bundeswehr Exclusive“ wird in der neuen Serie „Mali“ Soldaten in Westafrika direkt am Einsatzort zeigen.

Aber wie viel Nutzen hat das Projekt für die Bundeswehr überhaupt und wie sieht es mit einem realistischen Bild der Umstände in Mali aus?

 

 

 

 

 

 

 

Insgesamt lässt sich der Arbeitgeber Bundeswehr das Ganze 6,5 Millionen Euro kosten, wie Die Zeit berichtet.
Lohnenswert scheint diese kostspielige Angelegenheit allerdings zu sein, da im Vorjahr nach dem Erfolg von „die Rekruten“ die Anzahl der Bewerbungen tatsächlich um 21 Prozent gestiegen worden seien.
Der Versuch einer zweiten Anwerbung des Nachwuchses macht also ganz offensichtlich Sinn. Daneben geht es allerdings auch um eine Aufbesserung des allgemeinen Images der Bundeswehr.

Betrachtet man allerdings die Art des Filmens, welche nicht nur im Trailer einem Actionfilm mehr als nahekommt, gerät das Konzept doch etwas ins Schwanken. Zwar sind der eigene Soundtrack und die ästhetischen Eindrücke von Afrika gut und schön, Mali besitzt mit Sprengfallen und Kriminalität aber auch andere Seiten, welche die Serie zwar zeigt, aber mit „Camping in der Wüste“ und anderen netten Abenteuern für die Soldaten darstellt.

„Wir wollen die Scheu und die Bedenken vor Auslandseinsätzen abbauen, indem wir ein realistisches Bild von ihnen zeigen, auch den banalen, langweiligen Alltag im Camp“, erklärt Dirk Feldhaus, Pressesprecher der Arbeitgebermarke der Bundeswehr, laut der Welt.
An sich keine schlechte Strategie, doch wie realistisch oder eben gestellt die Szenen tatsächlich sind, lässt sich aus Zuschauersicht nun mal nicht sagen – was ein gefährlicher Punkt in Hinblick auf die Wahrnehmung der Serie sein kann.
Situationen können so dargestellt werden, wie sie dem Rezipienten präsentiert werden sollen, ohne dass dieser die Szenen groß infrage stellen kann, da er keinen Vergleich hat.

 

 

 

 

 

 

 

Vor Anlauf der Serie fielen die Kritiken jedoch nicht nur negativ aus. Teils wurde zwar vorher Genanntes bemängelt, aber auch erwähnt, dass eine Verzerrung der Situation nicht gegeben sei, da Tode und Gefahren in der Serie ebenfalls thematisiert werden sollen. Jetzt, da alle Folgen schon ausgestrahlt wurden, würden einige ihre Kritiken wohl aber sicher noch einmal überdenken.

Hier gehen die Meinungen also stark auseinander. Fest steht jedoch, dass es der Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht extrem an Soldaten mangelt. Ob diese Art der PR eine geeignete Lösung für dieses Problem ist oder nicht, ist allerdings eine Frage, die so leicht nicht zu beantworten ist.

 

Quellenangabe

„Bild Dir Deinen Militärnachwuchs – Kriegswerbung von Bundeswehr und Bild-Zeitung“. RT Deutsch, https://deutsch.rt.com/gesellschaft/59249-bild-dir-deinen-militarnachwuchs-millionen-bundeswehr-werbung-statt-journalismus/. Zugegriffen 1. Dezember 2017.

Bundeswehr. http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeswehr-nachfrage-fuer-freiwilligen-wehrdienst-bricht-ein/20630890.html. Zugegriffen 25. November 2017.

„Bundeswehr Exclusive“. YouTube, https://www.youtube.com/channel/UCZPAni75bkLnjGO8yhuJpdw. Zugegriffen 25. November 2017.

Havermann, Benjamin. „Bundeswehr-Serien: TV-Sender für ‚Die Rekruten‘ gesucht und neue Serie ‚Mali‘ | svz.de“. svz, https://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/tv-sender-fuer-die-rekruten-gesucht-und-neue-serie-mali-id18358246.html. Zugegriffen 25. November 2017.

Klapsa, Kaja. „Nichts für Weicheier“. DIE WELT, 20. Oktober 2017. www.welt.de, https://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article169829808/Nichts-fuer-Weicheier.html. Zugegriffen 25. November 2017.

„Nach ‚Rekruten‘ kommt ‚Mali‘“. FAZ.NET, 14. Oktober 2017. www.faz.net, http://www.faz.net/1.5246472. Zugegriffen 25. November 2017.

Stresing, Laura, und Matthias Gebauer. „Neue Bundeswehr-Serie ‚Mali‘: Mit Gefühlsdusel auf Rekrutensuche“. Spiegel Online, 17. Oktober 2017. Spiegel Online, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bundeswehr-youtube-serie-mali-mit-gefuehlsdusel-auf-rekrutensuche-a-1173293.html. Zugegriffen 25. November 2017.

Wiegold, Thomas. „‚Bundeswehr Exclusive‘: Werde Soldat, yo!“ Die Zeit, 25. Oktober 2017. Die Zeit, http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-10/bundeswehr-exclusive-mali-youtube-serie-die-rekruten. Zugegriffen 25. November 2017.

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Virtual Reality

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http://cryptocurry.com/news/innovative-vision-blockchain-virtual-reality/

Etwas, das alle Menschen von Zeit zu Zeit versuchen, ist, in andere Welten einzutauchen. Ob dies nun mittels eines Buches, eines Films oder eines Computerspiels geschieht, ist optional. Eine relativ neuartige Möglichkeit dazu bietet ,,Virtual Reality“.

Mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen (kurz: VR-Brillen) wird es ermöglicht,in computergenerierte Welten einzutauchen. Durch diese Immersion entsteht beim Benutzer ein ,,Mittendrin-Gefühl“, welches maximale Empathie verspricht und sich durch die Nähe zum Geschehen von herkömmlichen Erfahrungen von Gaming oder Film unterscheidet.

Die Entwicklungsgeschichte der ,,Virtual Reality“ begann 1965, als Morton Heilig den ersten Entwurf eines VR-Systems (,,Sensorama„) vorstellte. In den folgenden Jahrzehnten wurden neue Technologien rund um den Bereich der virtuellen Realität entwickelt. Dabei markiert das Jahr 2012 mit der Vorstellung des ersten Prototypen der VR-Brille ,,Oculus Rift“ den Beginn einer neuen Phase der ,,Virtual Reality“.

Mittlerweile gibt es neben der ,,Oculus Rift“ noch weitere VR-Brillen: Zu nennen wären unter anderem ,,HTC Vive“, ,,PlayStation VR“, ,,Samsung Gear VR“ (mobile VR-Brille; Verwendung mit Smartphone) und verschiedene Produkte von Google, beispielsweise ,,Daydream View“.

 

Anwendung findet die Technologie in vielen verschiedenen Bereichen (unter anderem):

 

Gaming

Ob in einer Unterwasserlandschaft, auf der Rennpiste oder einem Horrortrip – die Immersion lässt den Spieler unmittelbar am Geschehen teilnehmen. Neben den Erfahrungen, die der Benutzer durch die Verwendung einer VR-Brille sammeln kann, birgt diese jedoch auch Risiken. Die sogenannte VR-Krankheit (Motion Sickness) kann durch den Sinneskonflikt zwischen ruhigem Sitzen bzw. Stehen und den wahrgenommenen Bewegungen durch die Augen entstehen, was in Übelkeit resultiert. Des Weiteren gibt es noch keine Studien zur langfristigen Verwendung von VR-Brillen. Wie sich der häufige Gebrauch der speziellen Brillen auf den Benutzer auswirken kann, ob er die Augen schädigt oder abhängig macht, ist somit noch nicht geklärt. Zudem kann sich die Erfahrung einer virtuellen Realität auch negativ auf manche Benutzer auswirken, da die emotionale Distanz zum Geschehen fehlt (z.B. bei virtueller Gewalt).

 

Medizin und Therapie

Virtuelle Simulationen von Operationen werden schon heute durchgeführt. Vor allem für angehende Ärzte ist die Möglichkeit, virtuelle Operationen zu üben sehr ansprechend, um so Erfahrungen für die Praxis zu sammeln. Auch können so 3D-Modelle von Organen erstellt und Operationen demnach detailliert geplant werden. Im therapeutischen Bereich wird ,,Virtual Reality“ zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen und Angstzuständen genutzt. Beispielsweise kann ein Patient, der an Höhenangst leidet, die ersten Schritte zur Bewältigung der Angst virtuell durchführen – indem er sich in eine Gebirgslandschaft oder auf ein hohes Gebäude versetzen lässt – bevor er sich dann der Angst in der Realität stellt.

 

Architektur

Die von Architekten geschaffenen Räumlichkeiten, sowie deren Wirkung, können nicht nur vom Architekt selbst besser wahrgenommen werden, auch die Kunden haben ein besseres Bild von ihrem künftigen Zuhause. Auch ist es möglich, die Immobilien virtuell zu begehen und so ein optimales Gefühl für das Objekt zu gewinnen.

 

Social-VR

,,Social-VR“ bedeutet, dass man sich durch Avatare an virtuellen Orten treffen kann. Ein Beispiel dafür ist die VR-Plattform ,,Sansar„, die es ermöglicht gemeinsam mit anderen VR-Nutzern Museen, Cafés oder anderes zu besuchen. Allerdings kommt es auf solchen Plattformen auch zu Grenzüberschreitungen. Zum Beispiel kam es auf ,,AltspaceVR“ (mittlerweile eingestellt) zu sexuellen Belästigungen. Da die Bedrängnis für die Opfer nur emotional und nicht körperlich spürbar ist, ist es demnach auch schwer die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jeder-fuenfte-Deutsche-hat-schon-eine-Virtual-Reality-Brille-benutzt.html

,,Virtual Reality“ kann und wird in den nächsten Jahren wohl noch einen größeren Aufschwung als bisher erfahren. Die Technologien werden immer besser, und somit die Möglichkeiten immer größer.

 

Quellen:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/virtuelle-realitaet.html

http://www.ard.de/home/ard/Virtual_Reality_und_360_Videos/3363414/index.html

https://upload-magazin.de/blog/10600-ueber-20-beispiele-fuer-das-potenzial-von-virtual-reality-jenseits-von-spielen/

https://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelle_Realit%C3%A4t

https://en.wikipedia.org/wiki/Sensorama

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Social-VR-Plattform-Sansar-ist-in-der-Open-Beta-Phase-3788287.html

 

 

Digitalisierung als Zukunftssicherheit für Unternehmen

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKeine Kommentare »

Digitalisierung heißt der große Trend unserer Zeit. Doch mit dem digitalen Umbruch entstehen auch viele Unsicherheiten.

Die zunehmende Nutzung von digitalen Geräten hat kein Ende. Immer mehr Unternehmen schlagen den Weg für Werbung über das Internet ein und lassen die Anzeigen in der Zeitung links liegen. Jeder Mensch weiß, dass die Zeitung nicht mehr das ist, was sie mal war. Der größte Teil der Gesellschaft informiert sich heutzutage über das Internet. Um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zu sichern werden verschiedene Strategen angewendet. Doch jedes fünfte Unternehmen weiß noch immer nicht, wohin die Reise geht. Eine passende Strategie ist in weiter Ferne – geht es heutzutage überhaupt noch ohne Digitalisierung von Daten und Werbung für Unternehmen?

Warum ist Digitalisierung wichtig?

Im digitalen Zeitalter sind die Kernaussagen eines Unternehmens an spezielle Zielgruppen gebunden. Die heutige Gesellschaft ist sehr breit gefächert – alle haben andere Vorstellungen und wollen optimale Informationen geliefert bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte auf dem Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates der CDU: „Es wird alles digitalisiert werden, was digitalisiert werden kann.“

Mögliche Konsequenzen der Nicht-Digitalisierung?

Deutsche Händler setzten ihr Unternehmen aufs Spiel, wenn sie sich der Digitalisierung nicht anpassen. Immer mehr Menschen lesen immer weniger Zeitung, denn was in der Zeitung steht, steht auch im Internet. Die junge Generation informiert sich größtenteils Online, die ältere Generation meistens noch über Zeitung. Jedoch werden die Menschen immer mehr dazu motiviert, digitale Geräte zu verwenden, denn ohne ist es kaum noch denkbar. So kann ein Unternehmen, welches nur in Anzeigenwerbung in einer Zeitung investiert, nicht mehr so gefragt sein, wie ein Unternehmen, welches Werbung, über beispielsweise soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, etc.) macht.

Soziale Netzwerke als Möglichkeit der Digitalisierung von Unternehmen

Es gibt mehrere Möglichkeiten für ein Unternehmen einen Weg zur Digitalisierung einzulegen. In diesem Beitrag wird der Weg über den Bereich der sozialen Netzwerke eingelegt. Die sozialen Netzwerke explodieren zurzeit nur von Werbungen. Viele Unternehmen machen mit Bloggern auf Facebook, Instagram und CO. eine Kooperation. Die Unternehmen bieten den Bloggern kostenlose Produkte an und die Blogger sollen dafür dann kostenlose Werbung auf ihrem Account/Blog machen. Jedoch ist das nicht immer so einfach und kostenlos, denn immer mehr Blogger nehmen viel Geld dafür. Je nach Abonnentenanzahl kann der Blogger viel Geld für so eine Werbung auf dem eigenen Account nehmen. Bis zu 300.000€ lassen sich im Durchschnitt pro Beitrag auf Social Media Kanälen wie YouTube, Instagram und Facebook mit der richtigen Abonnentenanzahl verdienen.

Zudem kann man sagen, dass bei einer großen Abonnentenzahl derartige Werbungen eine sehr weite Reichweite haben, dies begünstigt wiederum eine Erreichung vieler verschiedener Zielgruppen, die dann dazu motiviert werden, sich das Unternehmen anzuschauen. Also eine gute Strategie für ein Unternehmen Online-Werbung zu machen.

Fazit

Die Digitalisierung verändert die ganze Welt und die Zeit der Bücher und Zeitungen, die man fest in der Hand hält sind vorbei. Um bei der Digitalisierung mithalten zu können, muss man neue Wege mit passenden Strategien eingehen. Die oben genannte Möglichkeit, Werbung über soziale Netzwerke zu machen ist nur eine von vielen. Hinter dieser stecken allerdings viele Rahmenbedingungen und Rechte die beachtet werden müssen. Das hält vermutlich viele Unternehmen davon ab, eine Kooperation dieser Art einzugehen. Letztendlich führt dieses Problem dann dazu, dass eine Großzahl von Unternehmen erst gar keine Strategie anwendet, da der Markt der Digitalisierungsstrategie heutzutage viel zu breit gefächert ist.

 

 

Quellen:

http://blog.hemartin.net/2015/07/awa-2015-ohne-uberraschungen-sinkende.html

https://www.haufe.de/marketing-vertrieb/crm/digitalisierung-einige-handelsunternehmen-ohne-strategie_124_431016.html

https://www.cdu.de/artikel/merkel-chancen-der-digitalisierung-nutzen

Weber, Andreas (2017): Digitalisierung – Machen! Machen! Machen!. Wie sie Ihre Wertschöpfung steigern und Ihr Unternehmen retten. Wiesbaden:Springer Verlag.

 

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#elsagate – Skandal um YouTube Kids

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Das Schlagwort #elsagate bezeichnet ein Phänomen bei welchem unangebrachte, meist pädophile Inhalte in verharmloster Form in YouTube Videos für Kinder zugänglich gemacht werden.

 

Die Internetplattform YouTube Kids ist seit neustem auch in Deutschland zugänglich, bei dieser Seite handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine vermeintlich kinderfreundliche Version der Streamingplattform YouTube. Sie ist mit einem speziellen Filter ausgestattet welcher dafür sorgen soll Videos mit inadäquatem Inhalt zu filtern und diese für die Kinder nicht zugänglich zu machen. Dies funktioniert jedoch nicht immer.

Die sogenannten ElsaGate Videos zeigen den Kindern vertraute Figuren aus Film, Fernsehn und Comics (Elsa aus Frozen, Spiderman, Joker, usw.), wie sie für ihren Charakter untypische Handlungen durchführen. Es gibt animierte, jedoch auch Videos mit realen „Schauspielern“.

Sie lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen. Um nur ein paar der prägnantesten zu nennen:
1.Alkoholismus
Die immer als Kinder dargestellten Charaktere trinken Bier welches sie vom unachtsamen Vater entwendet haben und stoßen sich danach den Kopf blutig.

2.Angst
In diesen Videos wird die Angst vor beispielsweise Insekten oder Spritzen in den Vordergrund gestellt mit welcher die Kinder dann bewusst und penetrant konfrontiert werden.
3.obszönes Verhalten
In einem der ältesten bekannten Elsagate Videos kann man sehen wie eine als Elsa (Die Eiskönigin) verkleidete Person in der Badewanne sitzt und eine als Spiderman verkleidete Person in diese Badewanne uriniert.
4.sexuelle Inhalte:
Diese Videos treten meist in animierter Form auf, hier sind beispielsweise auch wieder bei einem der bekanntesten Videos Elsa und Spiderman zu sehen, wie sie sich betrinken. Nachdem Elsa scheinbar ohnmächtig geworden ist fängt Spiderman an sie zu küssen, dies entwickelt sich dann so weit, dass am Ende des Videos Elsa 9 Monate später schwanger dargestellt wird.

Solche Videos haben alle eine subtile Informationsvermittlung welche die Kinder verstört und verängstigt. Diese Videos sollen auch die Unterlegenheit der Kinder gegenüber der erwachsenen darstellen.

Der meines Erachtens schlimmste Punkt ist jedoch der pädophile Hintergedanke bei diesen manipulativen Videos. Denn ElsaGate ist eine Verschleierungstaktik für ein Netzwerk von Pädophilen welche sich in den Kommentaren austauschen.
Erste dieser besagten Videos gibt es schon seit zwei Jahren, glücklicherweise ist YouTube darauf aufmerksam geworden und hat begonnen solche Videos und Kanäle welche diese zu verbreiten zu entfernen. Alleine in den letzten Monaten wurden rund 50 Kanäle mit solchen Inhalten gelöscht. Jedoch wird es noch dauern bis eine vollständige Ausmerzung erfolgt ist.

Quellen:
-https://www.oliverjanich.de/elsagate-unfassbar-youtube-kids-zeigt-videos-die-kinder-traumatisieren-und-paedophile-befriedigen

-https://dommecil.de/elsagate-paedophile-netzwerke-auf-youtube/

-https://www.youtube.com/watch?v=lk8efMXnB0w

-http://www.readwipedandblew.com/2017/06/06/elsagate-pedogate-many-faces-youtube/

-http://www.stuff.co.nz/technology/93311354/creepy-violent-videos-on-youtube-kids-app-concerns-auckland-mother

-http://hankookilbo.com/v/4da9d75aee4145d1825c594c689aa0db?google_editors_picks=true

Harry Potter: Wizards Unite – Das neue Pokémon Go?

geschrieben von in AllgemeinesKeine Kommentare »

Am 8. November wurde auf Pottermore.de bekannt gegeben, dass Warner Bros. Interactive Entertainment eine Handy- und Konsolenspiele Kollektion auf den Markt bringen wird. Diese soll in der Welt der Magie von Harry Potter spielen und unter dem Label Portkey Games rauskommen. Harry Potter: Wizards Unite wird eines dieser Spiele sein und wird zusammen mit Niantic Inc., einer Firma welche lebensnahe Erfahrungen für Handyspiele kreiert und Macher von Pokémon Go und Ingress sind, realisiert. So soll man mithilfe seines Smartphones in der realen Welt unter anderem magische Wesen fangen oder sich mit anderen Spielern in Zauberduellen messen können.

Bei Pokémon Go handelt es sich um ein Spiel für Smartphone und Tablet in dem die Spieler virtuelle Fantasiewesen, sogenannte Pokémon fangen, trainieren und entwickelt können. Außerdem kann man sein eigenes Pokémon gegen das Pokémon eines anderen Spielers kämpfen lassen. Es ist ein Location-based Game, nutzt also eine Spielumgebung auf dem Prinzip der erweiterten Realität.

Nach dem Release im Sommer 2016 folgte ein wahrer Hype um das Spiel. Die Nutzerzahlen lagen bei fast 30 Millionen (bezogen auf tägliche Nutzerzahlen) und geschätzt hat das Spiel zwischen $3,9 Millionen und $4,9Millionen allein am ersten Tag eingebracht. Auch der Wert von Nintendo ist in dieser Zeit um $23 Milliarden gestiegen, das sind ungefähr 120 Prozent.

Doch hatte das Spiel auch einige Gesellschaftliche Auswirkungen. Als Pokémon Go auf den Markt kam waren die Server regelmäßig überlastet und fielen aus. Auch stieg es schnell an die Spitze der Download-Charts im iTunes-Store und Android-Store und wurde am 12. Juli 2016 zum aktivsten Mobile Game in den USA erklärt. Mit 21 Millionen aktiven Nutzern brach das Spiel mit dieser Auszeichnung den Rekord.

Allerdings sind Pokémon Go auch eine Menge Unfälle zu verdanken. So sind in Kalifornien zwei Männer während des Spielens eine Klippe runtergestürzt, es kam zu Überfällen an sogenannten Pokéstops und in Chiquimula (Guatemala) wurde ein Spieler erschossen, weil er, um ein Pokémon zu fangen, auf Privatgelände eingebrochen war.

Allerdings hielt dieser außergewöhnliche Hype nicht allzu lange an. Schon im Herbst 2016 sind die Nutzerzahlen von fast 30 Millionen auf 5 Millionen gefallen und bis April 2017 sind ganze 80 Prozent der User abgesprungen. Doch trotz dieses starken Rückgangs besitzt das Spiel noch immer eine konstante Fan Base von ungefähr 5 Millionen täglichen Nutzern. Man kann also sagen, dass es sich bei Pokémon Go nicht um einen graduellen Abstieg handelt, sondern eher um einen Hype der nur wenige Monate anhielt und aus dem sich aber dann eine stabile Spielerbasis rauskristallisiert hat.

Ob man bei der Harry Potter Version einen ähnlichen Hype sehen wird ist fraglich da die Größe der Fangemeinschaft schwer einzuschätzen ist. Allerdings stehen die Chancen sehr gut, dass auch Harry Potter: Wizards Unite ein Erfolg wird. Mehr Informationen zu dem Spiel folgen aber erst 2018.

‘With this game, we are allowing the passionate, worldwide fan base to explore J.K. Rowling’s deeply powerful and imaginative universe in a new, truly immersive way,’

– David Haddad, Präsident von Warner Bros. Interactive Entertainment

 

 

Quellen:

https://www.pottermore.com/news/new-augmented-reality-mobile-game-harry-potter-wizards-unite-announced

https://www.harrypotterwizardsunite.com/

https://de.Wikipedia.org/wiki/Pok%C3%A9mon_Go

http://www.pcgameshardware.de/Pokemon-GO-Spiel-56108/News/GO-Company-User-Nutzer-1224826/

https://expandedramblings.com/index.php/pokemon-go-statistic/

https://www.redbull.com/de-de/pokemon-go-8-beeindruckende-zahlen

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Deutscher Qualitätsjournalismus in Gefahr? – Zwischen unprofessioneller Berichterstattung und Populismusvorwürfen

geschrieben von in Allgemeines, Medien und Politik, Medienkritik, Qualität1 Kommentar »

Schon lange ist es kein seltenes Phänomen mehr, dass durch selbsternannte Journalisten oder gar Laien wenig vertrauenswürdige Berichte, besonders im Zeitalter des Internets verfasst und letztlich auch veröffentlicht werden.

Jedoch macht es stutzig, dass auch die ganz Großen der Medienbranche, die man als besonders erfahren und seriös beurteilt, kritikwürdige Nachrichten und teils empörende Meinungen öffentlich kund tun. Grundsätzlich sollte bei der voran gestellten Fragestellung klar sein, welchen Stellenwert unsere Medien in unserer demokratischen Gesellschaft haben und welche Erwartung wir insbesondere an den (Qualitäts-) Journalismus stellen.

Kritik über Berichterstattung zum US-Wahlkampf 

Ein wichtiger Leitwert der Berichterstattung sollte die Sachlichkeit und Unparteilichkeit, vor allem in Konfliktfällen sein. Dieser wurde nach Hans-Hermann Tiedje (ehemaliger Chefredakteur der Bild) allerdings bei der ohnehin furiosen Berichterstattung zum Wahlkampf des US-amerikanischen Präsidenten ‚Donald Trump‘ verletzt.                                                                                                                      

Eine direkte Kritik äußerte er gegen die Berichterstattung der ARD und des ZDF. Herr Tiedje hielt die Berichterstattung  zum Thema ‚Trump‘ für zu einseitig und unprofessionell.  

„Ein guter Journalist macht sich mit keiner Sache gemein – nicht einmal mit einer guten“. […] Wo ist diese Definition von Journalismus geblieben? (Hans-Hermann Tiedje)

Zudem wollten die deutschen Medien einen möglichen Sieg Trumps nicht wahrhaben und ließen dessen durchaus realistische Chance zu gewinnen meist unter das Moderationspult fallen. 

„Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte: Das nenne ich miserablen Journalismus“ (Tiedje)

 

                                  In 98% der Fälle berichtete der ARD negativ.

Befremdlicher ‚Sensationsjournalismus‘

Ein anderes immer öfter auftretendes Phänomen, das Reporter und Medien in Verruf bringt ist die oft überstarke mediale Präsenz an Unfallorten. Beispiel dafür, ist das für einige Personen tödlich endende Busunglück auf der A9 bei Münchberg, Anfang Juli diesen Jahres.

Die Vorgehensweise der vor allem überregionalen Presse, die sich anscheinend emotional von dem tragischen Geschehen distanzierte, kann ohne Übertreibung als pietätlos bezeichnet werden.

Reporter wurden zu ‘sensationsgierigen Gaffern’ und setzen beim Versuch der Feuerwehr, die Rettungsaktion abzuschirmen sogar Fotodrohnen ein, um das womöglich schockierendste, polarisierendste und somit vielleicht wertvollste  Bild zu bekommen. Diese neue Strategie der ‘Rezipientengewinnung’ lässt durchaus an den Qualitäten der Reporter zweifeln, die weder Opferschutz noch Anstand wahrtn. Jedoch ist es der Rezipient der leider immer öfter Interesse an solchen Darstellungsformen zeigt. Deshalb ist es fraglich, welche der beiden Parteien wie zu diesem Vorgehen beitragen.

Großer Medienauflauf am Unfallort. Foto: Alexander Wunner, News5/Fricke, dpa Bildautor: Joachim Dankbar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterschätzte Meinungsmache

Auch von Populismus ist in der deutschen Medienlandschaft die Rede. An dieser Stelle wird Claus Strunz, der als politischer Kommentator bei Sat.1 und Moderator der Sendung ‘Akte’ bekannt ist aktuell häufig genannt. Zunehmend wird der Vorwurf laut er sei  vielmehr Rechtspopulist als Vertreter unseres Qualitätsjournalismus. Gewisse Aussagen die er in seinen politischen Kommentaren trifft, wie z. B., dass das Problem mit Linksextremismus größer sei als das mit Rechtsextremismus, weil 

 „für weite Teile der rot-rot-grünen Elite, […] , Terror von links noch immer niedliche Folklore ist“  oder  „Populismus ist das Viagra der erschlafften Demokratie“ werfen ein gewisses Unbehagen auf.

 

Auffällig scheint die allzu häufige Kritik gegen linksorientierte Parteien und vermutlich gleichzeitig gegen die Spitze unseres Landes. 

Auch Themen wie die Flüchtlingskrise, die Vorfälle an Silvester in Köln, sowie die Krawalle in Hamburg während des G20-Gipfels sind für ihn klare Folgen des StaatsversagensMit solchen Beiträgen und diversen Auftritten, auch in Talkshows, erregt er immer wieder große Aufmerksamkeit. Kein Wunder, dass man unter solcher Art der Meinungsmache  schnell auf die Begriffe ‚Rechtspopulismus‘ und ‚Scharfmacher‘ stößt und seine mediale Vorgehensweise teilweise mit der, der AfD verglichen wird.

Fazit

Natürlich dürfen auch Journalisten wie alle anderen Staatsbürger von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch machen und eine Haltung vertreten. Aber dennoch müssen bestimmte Werte ihrer Berufsethik  gewahrt werden um Qualität gewährleisten zu können. Meinungen sollen ein Angebot sein, keine Vorschrift. Zudem sollten sie sich auf Argumente stützen, um einen Diskurs möglich zu machen und Transparenz zu schaffen. Themen sollten aus mehreren Perspektiven beleuchtet werden. Und letztlich ist es auch die Aufgabe der Medien zu kontrollieren, wem eine öffentliche Plattform geboten wird und wem nicht (soweit möglich). Dabei sollte letztlich, auch die Frage nach den Konsequenzen und der Wirkung der Aussage bzw. Nachricht auf den Rezipienten, eine vordergründige Rolle spielen. 

 

Quellen:

http://reporter-24.com/2017/07/medienaerger-nach-busunglueck-gaffer-drohnen-und-poebel-reporter/

http://meedia.de/2017/09/04/scharfmacher-und-rechtspopulist-warum-claus-strunz-zum-glaubwuerdigkeitsproblem-des-journalismus-beitraegt/

https://www.journalistenkolleg.de/lexikon-journalismus/qualitaetsjournalismus

http://meedia.de/2017/01/11/unertraeglich-unprofessionell-hans-hermann-tiedje-ueber-die-trump-berichterstattung-deutscher-medien/

http://meedia.de/2017/07/11/zack-zack-zack-kapuze-auf-die-fremdschaem-populismus-show-des-claus-strunz-zum-thema-g20-krawalle/

http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-moderator-claus-strunz-der-spalter-1.3647805

 

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Medienrealität vs. Realität

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Der Mangel an objektiven medialen Informationen lässt uns die Glaubwürdigkeit der Medien anzweifeln. Fake news, mediale Manipulationen ob Fotoshop, Inszenierungen oder falsche Aussagen, sie alle prägen unser Weltbild über die Medien. Die Kredibilität heutiger Medien scheint immer mehr in Verruf zu geraten. Aus gutem Grund, würde so mancher behaupten. Die Frage die sich jedoch stellt ist, ob die Medien die Realität nach ihren Vorstellungen anpassen oder ob sie überhaupt einen objektiven Standpunkt vertreten können um uns das Wesentliche und wahrhaftige Geschehen realitätstreu mitteilen zu können.

Subjektivität der Information

Fakt ist, dass Akteure ( Journalisten, Redakteure etc. ) bevor eine Meldung publiziert wird, diese bereits sorgfältig nach ihren Kriterien aussortiert und erstellt haben. Dies bedeutet dass mediale Akteure ein Thema nach ihren Wertvorstellungen strukturieren und somit verschiedene Auffassungen und Darstellungsmöglichkeiten schaffen. Jede Nachricht beinhaltet also subjektive Aspekte, denn wie es bereits Heinz von Foerster passend formulierte :

„Objektivität ist die Illusion, dass Beobachtungen ohne einen Beobachter gemacht werden können“.

Medienrealität Beispiel Trump

Ein Beispiel für diese, durch die Medien, erschaffene Realität ist einer der wohl umstrittensten Personen im öffentlichen Bereich, US President Donald Trump. Am 6. November 2017 war Donald Trump auf Staatsbesuch in Japan. Dieser sollte mit dem japanischen Premierminister  unter anderem die preisgekrönten Koi Fische füttern. Dabei entstand ein Video welches zeigte wie Trump und Shinzo Abe das Fischfutter aus einer kleinen Box an die Fische verfütterte. Für Furore sorgte dieser Film jedoch erst als CNN bewusst die Aufnahme manipulierte, indem man um die 42. Sekunde auf Donald Trump zoomte und somit Staatsoberhaupt Shinzo Abe nicht mehr zu sehen war. Der Fokus lag auf Donald Trump der die ganze Box auf einmal ausleerte anstatt mit Sorgfalt, löffelweise, das Futter in das Wasser zu geben. Betitelt wurde dieses Video, welches mit voller Absicht der Verspottung Trumps galt, mit „Trump joined his Japanese counterpart Shinzo Abe in feeding fish, emptying the whole box of food into a koi pond“

Sofort regnete es ein Sturmhagel an Hasskommentaren gegenüber Trump. Was man jedoch nicht auf dem Video sieht, ist dass der japanische Premierminister ebenfalls den Rest seiner Box komplett über dem Teich entleerte bevor es Trump tat.

Fake-News, Mittel zum Zweck ?

Das veröffentlichte  Video von CNN, wurde in kürzester Zeit durch eine Vollaufnahme des Geschehnisses widerlegt. Jedoch haben zu diesem Zeitpunkt, namenhafte Medien ( Bsp. The Guardian, Jezebel ) diese Version aufgefasst und selbst Artikel verfasst die das Verhalten Trump als unerhört und unsittlich abstempeln, ihn verspotten und beleidigen.

Anhand dieses Beispiels erkennen wir also, dass die Medien die Realität verfälschen können um die öffentliche Meinung zu Personen, wie Trump, oder Geschehnissen zu manipulieren und zu beeinflussen. In fachlicher Sprache ist die Rede von Konstruktivismus. Medien konstruieren eine eigene Medienrealität welche nicht notwendigerweise der Realität entsprechen muss. Für Laien ist es schwierig zwischen Wahrheit und medialer Konstruktion zu unterscheiden, denn „was wir über die Gesellschaft ja über die Welt in der wir leben wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ Luhmann Niklas. Das bestmögliche Resultat an Informationen erlangt ein Rezipient also nur wenn er verschiedene Medien und deren Artikel zu einem bestimmten Thema analysiert und sich aus der gesammelten Information seine eigene Meinung zu den Geschehnissen bildet.

Quellenangabe :

https://www.enca.com/life/in-tweets-nothing-koi-about-trumps-fish-feeding

http://www.breitbart.com/big-journalism/2017/11/06/fake-news-cnn-uses-misleading-video-fabricate-trump-koi-pond-blunder/

https://kurier.at/politik/ausland/haeme-fuer-trump-nach-karpfen-fuettern-in-japan/296.573.088

https://www.snopes.com/did-trump-impatiently-dump-fish-food-in-japanese-koi-pond/

https://twitter.com/

Sportliche Leistungen oder wirtschaftliche Erfolge? – Wie die (neuen) Medien sich auf den Fußball auswirken

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Die Wichtigkeit der außersportlichen Erzielung wirtschaftlicher Profite im Profifußball, ist längst kein neues Phänomen. Die erstmalige Nutzung eines Trikotsponsors lässt sich bis in die 1970er zurückdatieren. Zudem werden prominente Fußballspieler schon seit vielen Jahren von namenhaften Firmen zur Produktvermarktung eingesetzt, man denke beispielsweise an die deutsche Nationalmannschaft und ihr gemeinsames Engagement mit der italienischen Firma Ferrero. Die Relevanz, die neue Medien für unser heutiges Unterhaltungskonsumverhalten haben, führt jedoch dazu,          dass  der sportliche Aspekt zunehmend vernachlässigt wird und wirtschaftliche Erfolge, seitens des Vereins und der Spieler, erheblich an Bedeutung gewinnen.

Es lohnt sich den Fokus auf die Insel zusetzen, spezifisch gesehen auf die English Premier League (EPL).

Im Februar 2015 unterzeichnete die Premier League mit den Firmen Sky und British Telecom einen dreijährigen TV-Vertrag in Höhe von 5.14 Milliarden Pfund. Auf die internationalen Verträge für die Rechte der Premier League Spiele wollen wir erst gar nicht zu sprechen kommen. Alleinstehend, spiegelt diese astronomische Summe die Transformation der Liga nämlich wahrhaftig wieder. Die Liga gilt besonders im 21. Jahrhundert als das Zuhause der fußballerischen Elite und wird bezüglich des Unterhaltungsfaktors, der Wettbewerbsfähigkeit  und der sportlichen Klasse, als unvergleichbar angesehen. Was aber bedeuten die knapp fünf Milliarden Pfund denn überhaupt für die EPL? Mehr Geld für die Vereine und Spieler. Der traditionsverherrlichende Fußballfan sieht im ökonomischen Aufschwung jedoch vor allem negative Aspekte. Dies wird bei verschiedenen Saisonzielen der Vereine deutlich. Ein Platz unter den „Top Vier“ bedeutete früher, in der Champions League mitspielen zu dürfen. Heute wird die Bedeutung unter den ersten vier Plätzen zu landen, durch höhere TV-Boni erklärt. Der Klassenerhalt galt als Privileg, ein weiteres Jahr in der höchsten Liga spielen zu dürfen, während sich heute die bangenden Geschäftsführer bei dem Gedanken, keine Verluste zumachen, eine Schweißperle von der Stirn wischen.

Diese Dissonanz suggeriert, dass der wirtschaftliche Wachstum auf englischer Vereinsebene erstrangig ist und nicht der sportliche. Doch Vereine sind im jetzigen Zeitalter nun mal wirtschaftliche Institutionen, daher sollten uns ihre Motive nicht allzu sehr überraschen. Anders sieht das bei den Spielern aus, die diesen Berufsweg doch vermutlich aus ihrer Liebe für den Sport gewählt haben. In finanzieller Hinsicht ist es ihnen nie besser ergangen, ein Aspekt der durch die Medienvielfalt, besonders der neuen Medien verstärkt wird. Die sozialen Netzwerke ermöglichen es den Fußballspielern für eigene Produkte/Dienstleistungen oder die einer Firma zu werben. Dadurch, dass die Apps wie Instagram, Facebook und Twitter, insbesondere bei Jugendlichen, einen sehr hohen Nutzungsgrad haben, erreichen die Fußballspieler die Massen und machen sich für Werbeagenturen unentbehrlich.

Der moderne Fußballspieler zeichnet sich jedoch nicht bloß durch finanzieller Vollkommenheit aus. Durch die neuen Medien, insbesondere durch die sozialen Netzwerke, verbreitet sich im Fußball eine von Individualismus geprägte Atmosphäre, welche sich in früheren Zeiten, wie es bei Mannschaftssportarten für gewöhnlich ist, durch Teamgeist auszeichnete. Fußballspieler wurden schon immer verherrlicht, das Internet hat jedoch zur Folge, dass sie omnipräsent sind und keine Privatsphäre haben. Nach Siegen, sind gemeinsame Bilder mit Teamkollegen mittlerweile an der Tagesordnung, dabei werden die anwesenden Fans vernachlässigt. Ein Beispiel dafür wäre die Meisterfeier des Chelsea FC im Mai, auf der diverse Spieler die Vorgänge Live auf ihren sozialen Netzwerkkonten übertrugen. Das Gefühl von Verblüffung ist gerechtfertigt, jedoch wäre es falsch die alleinige Schuld bei den Spielern zu suchen. Da die Fußballprofis im Zeitalter der neuen Medien, eine größere Präsenz in unserem alltäglichen Leben haben, als je zuvor, haben sie eine Reputation, die es zu pflegen gilt. Die Anhänger aus aller Welt, die nur über einen medialen Zugang verfügen, dürfen nicht isoliert werden und gegenüber den zahlenden Zuschauern benachteiligt werden. Demzufolge können die neuen Medien im Profifußball als zweischneidiges Messer angesehen werden.

 

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Korrelation zwischen der Fußball Industrie und der neuen Medien stagnieren oder sich gar verringern wird. Wie „The Guardian“ berichtet, sollen sowohl Amazon als auch Facebook an Premier League Streaming Rechten interessiert sein. Solange wirtschaftliche Motive im Fußball schwer wiegen, ist das vermehrte Eingreifen ins Geschäft durch die Medien nicht wegzudenken.

Quellen:

http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-4527010/Man-Utd-v-Crystal-Palace-EPL-LIVE-SCORE.html

https://www.theguardian.com/football/2017/oct/04/facebook-premier-league-bidding-live-matches

https://www.theguardian.com/football/2015/feb/10/premier-league-tv-rights-sky-bt

Terror durch die Medien – Angemessene Berichterstattung oder doch Beihilfe zum Terror?

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Montag, 13.11.2017 – zwei Jahre nach den Terroranschlägen in Paris 2015, gedenken die Menschen von Paris den Opfern. Diese Gedenkfeiern rufen unwillkürlich Erinnerungen an diesen Abend zurück, sowohl bei Überlebenden und Angehörigen, als auch bei allen anderen welche die Ereignisse vom 13. November 2015 online und in den Medien mit verfolgt haben.

Rückblickend erinnert sich fast jeder an das Informationschaos in der Nacht vom 13. November 2015. Überall in den sozialen Medien kursierten Beiträge zur Situation während und nach den Anschlägen. Somit auch schockierende Bilder von Verletzten, gar Toten, und Videos wie z.B. Menschen der Schießerei im „Bataclan“ versuchen zu entfliehen.

Diese schockierenden Bilder und Videos wurden von den klassischen Medien, wie den Printmedien und dem Fernsehen, übernommen oder auch selbst erstellt und somit verbreitet. Anstößiges Material wie dieses trägt natürlich zur allgemeinen Panik und Angst der Menschen bei. Die Journalisten spielen damit indirekt den Terroristen in die Hände, weil sie ihnen somit helfen die Medien und die Gedanken der Menschen möglichst lange mit ihren Schreckenstaten zu dominieren.

Hier stellt sich die Frage: Sollten Medien überhaupt noch über diese Anschläge berichten und somit die Angst und Panik der Bevölkerung schnüren?

Angenommen, professionelle Journalisten würden auf diese Frage damit antworten keine Berichterstattung mehr zu solchen Anschlägen zu veröffentlichen, dann wären die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Twitter, immer noch mit Fotos, Videos und Beiträgen überflutet. Nur diesmal kann man sich in keiner Weise auf dessen Wahrheit verlassen. Ob nun gewollt oder nicht, kursieren hier immer viele Spekulationen und Gerüchte welche sich dann nach und nach, durch mehrfaches Teilen, als Fakten durchsetzen und festigen.

Außerdem benötigen solche Extremisten nicht unbedingt die traditionellen westlichen Medien um ihre Taten in die Öffentlichkeit zu drängen. Sie selbst sind in den sozialen Netzwerken aktiv. So werden über mehrere kleinere Propaganda-Accounts, wie z.B. bei Twitter, regelmäßig islamistische Botschaften verbreitet.

Nicht mehr über solche Ereignisse zu berichten wäre also keine Lösung. Man darf nicht die Augen vor diesen Berichterstattungen verschließen, sondern man muss angemessen über solche Themen berichten. Eine angemessene Berichterstattung sollte objektiv über die Geschehnisse informieren und weitgehend auf schockierende Bilder verzichten. Dies schließt auch das Berichten über Hintergründe einer solchen Tat und die ausreichende Aufklärung über die Motive der Attentäter ein.

Im Allgemeinen sollten Journalisten bei diesen Themen auf große Schlagzeilen verzichten und eine Sensationalisierung vermeiden. Die Medien müssen ihrer Verpflichtung nachkommen, die Menschen über solche Anschläge zu informieren, jedoch ohne die Absicht ihre Verkaufszahlen zu steigern.

 

Quellen:

http://meedia.de/2015/12/01/wenn-das-gefuehl-zur-nachricht-wird-wie-medien-auf-die-pr-maschine-der-terroristen-aufspringen/

https://orange.handelsblatt.com/artikel/28048

http://www.sueddeutsche.de/medien/terrorismus-und-journalismus-warum-medien-ueber-den-terror-berichten-1.2540931

https://www.welt.de/debatte/kolumnen/der-onliner/article132733595/Twitter-ist-fuer-den-IS-ueberlebenswichtig.html

Bildquellen: 

http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/So-berichteten-die-deutschen-Medien-ueber-die-Terroranschlaege-von-Paris

http://www.horizont.net/medien/nachrichten/ParisAttacks-Wie-sich-die-Zeitungen-mit-Frankreich-solidarisieren-137437

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