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PornoPotenz

In einer britischen Serie wurde einmal die These aufgestellt , dass jede Erfindung des Mannes in erster Linie zur
Betrachtung des weiblichen Körpers gemacht wurde, zumindest aber immer dafür genutzt wurde.
Das Feuer zu Betrachtung weiblicher Rundungen auch bei Nacht.  Malerei, Fotografie , Film dienten zur Konservierung und Abrufbarkeit von Körpern und was man in Zweisamkeit oder in der Gruppe damit anstellen kann.
Das Internet als konvergentes Medium fasst all diese Formen der Darstellung zusammen und die Pornoindustre ist schon von Anfang ganz vorne mit dabei. Immense Serverkapazitäten werden aufgebracht, um ein Angebot millionenfacher Videos, Clips und Bilder bieten zu können.Dabei hat die Pornoindustrie eine große Macht entwickelt, die sich sowohl wirtschaftlich als auch bestimmend ausdrückt.  Dies wird zum Beispiel daran klar, dass Flash als Videostream Code im Internet einpacken kann, wenn sich die Pornoindustrie abwendet, da doch gefälligst auch mobil Pornos abrufbar sein sollten.

Was passiert mit unserer Gesellschaft durch diese ständige Abrufbarkeit Millionen von Videos, die in vielen Seiten aggriegiert und spartenweise aufbereitet sind. Diese Frage stell ich mir oft. Was macht es mit den kommenden Generationen, die vielleicht von älteren Freunden oder Geschwistern über die Pornoplattformen aufgeklärt werden und jederzeit auf jeglichen Fetisch zurückgreifen können. Kann es sein, dass ein Ekel entsteht vor der Sexualdarstellung wie sie in Pornos geschieht oder sich ein zunehmender Exhibitionismus dieses doch sehr intimen Bereiches durch die Verzerrung der Sexualität in Amateur Videos kultiviert?
Aber auch ältere Generationen. Was stellt diese riesige Archiv bestehend aus jeglichem Fetisch mit Leuten an, die sexuell unausgeglichen sind? Zur Mittagspause sind die Server überlastet. Von Kinderpronografie ganz zu schweigen.

Meiner Meinung muss hier was passieren wie zum Beispiel eine gesetztlich geregelte Webidentität für Kinder, die von ihren Eltern aufgesetzt und bestätigt werden sollte und bei Eintritt in eine Pornoplattform „vorgezeigt“ werden muss.
Letztendlich ist dazu die Mitarbeit der Eltern vonnöten, was über  alle anderen Medienkanäle der Bevölkerung aufklärerisch zwingend nahe gelegt werden sollte. Ansonsten könnte unsere Gesellschaft im Querschnitt immer mehr abstumpfen, was nur Leid hervorbringt.

Google.me vs Social Search

Die Gerüchteküche kocht über: Google will den sozialen Markt.
Nach einem mittlerweile gelöschten Tweet von Digg-Gründer Kevin Rose gibt es bei Google Pläne für dieses Projekt, durch das sie einen weiteren Versuch starten, in das Feld von Facebook vorzudringen.Schon zweimal hat das Unternehmen versucht ein Social Network zu etablieren. Zum einen mit Google Buzz, das Statusmeldungen nach Echtzeit – Prinzip mit Gmail Kontakten in Verbindung bringen möchte. Zum anderen mit Google Orkut als soziales Netwerk , das aber nur in Südamerika und Indien angekommen ist. Bestätigt wird diese Neuigkeit von Adam D`Angelo, Ex-Facebook CTO und Quora Gründer. Er schriebt dort, dass dieses Projekt schon lange Zeit höchste Priorität habe, dass viele Leute daran arbeiten, es demnach auf keinen Fall nur ein Gerücht sei.
Eine Kombination aus Gmail, Buzz, Google Profiles, Latitude und Picasa würde einen  Dienst schaffen, der sich an die Funktionalität Facebooks anlehnt, wobei Google die Mittel hat, diesen Dienst noch attraktiver zu machen.
Nach Martin Weigert könnte Google noch einen weiteren Trumpf ausspielen, wenn sie von Beginn an, dem Nutzer seine Datenhoheit lässt. Dazu gehört völlige Transparenz, Opt-In statt Opt-out und die Möglichkeit seine Daten zu jeder Zeit und ohne großen Aufwand transportieren bzw löschen zu können. Zudem ist Google als strukturbedingte Datenkrake bekannt. Selbst wenn sie vordergründig Transparenz zulässt, gibt es immer noch Mittel und Wege immer mehr Daten zu Konsumgruppen oder Individuen zusammenzustellen. Der Lock-In Effekt von Facebook dürfte dabei aber eine große Hürde darstellen.
Auch Facebook ist durch mediale Proteste an ihren Vormärschen in Hoheitsgebiete vorbelastet. Im Facebook-Blog rechtefertig Koordinatorin Sheryl Sandberg daher die Werbemaßnahmen und dies  auf eine plausible Art und Weise. Sie versichert dem Benutzer ein anonymes  semantisches System, das Produkte und Dienstleistungen mit dem Profil verbindet, dabei demografische Entwicklungen und gesichtlose Klickzahlen Statistiken an den Werber weitergibt.
Das ist was auch Google will, denn dieses System lokaler und konzentrierter Werbung bietet ein enormes Potential und unvorstellbare Werbeerträge. Dazu brauch man aber die „freiwillig“ preisgegebenen, weil sozialen Informationen über den Benutzer.
An anderer Stelle kristalisiert sich ein weiteres Kräftemessen zwischen David gegen Goliath heraus.
Über Facebook Connect und die Like Buttons soll ein Suchfunktion geschaffen werden, die externe Webseiten in Facebook integriert. Deren Anordnung ist durch die Häufigkeit der Likes geregelt. Social Search könnte die Produkt-und Diesntleistungssuche aber auch die Informationssuche in den verschiedensten Bereichen stark verändern.
Immer mehr zeigt sich, dass sich (vielleicht erst durch Google.me) aggregierte, gesichtlose Webidentitäten herausbilden werden, die dem Nutzer trotz erhöhter Transparnez die Datenhoheit lassen und daher angenommen werden müssen.

Die Verschmelzung von Internet und Fernsehen

Stellt euch vor ihr sitzt zuhause und zappt durchs Fernsehen. Aber das Fernsehen hat nicht nur 100 Kanäle, nein es hat Millionen, denn das Fernsehprogramm ist mittlerweile vollständig über das Internet distribuiert und dementsprechend erweitert. Zu den professionellen Inhalten (Filme, Serien, Dokus, Shows, Nachrichten, Bildern, Spielen…) gesellen sich immer mehr semiprofessionelle und leihenhafte Webdarbietungen. Die Frage ist nur ob diese sich vermischen und der Fernsehgucker der Zukunft diese Vielfalt an Unterhaltung annimmt bzw mit ihr klar kommt. Ich kann es mir vorstellen. So langsam gewöhnt man sich an die Flut an Information und Unterhaltung in Echtzeit, wie sie uns das Internet bietet.

Warum sie also auch nicht in das Wohnzimmer bringen und sich daraus sein persönliches Fernsehprogramm zusammenstellen, das völlig neue Formate bringen wird, die wahrscheinlich auch immer interaktiver werden. (zum Beispiel die Abstimmung über den weiteren Verlauf einer Soap) Natürlich werden professionell produzierte Inhalte sich immer von den anderen abheben und durch Marketingleistung bekannt bleiben. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass das ein oder andere Zielgruppenfernsehen (für Hausfrauen, Jugendliche einer Subkultur) aus einer Hobbyunternehmung entspringt und eine Karriere hinlegt, die durch zunehmende Aufmerksamkeit und ein partizipatives Finanzierungsmodell begünstigt wird.

Dazu müssen aber erstmal verschiedene Innovationen vonstatten gehen. Denn wenn jede Show oder Serie (sei sie professionell oder von einer Theatergruppe produziert) einen Kanal darstellt, so kommt die Navigation durch diese Vielzahl an Angeboten einem vor, als ob man sich einen Weg durch den Dschungel schlägt. Deshalb müssen die einzelnen Kanäle zu immer dickeren Kanalbündeln aggregiert werden, die wiederum beliebig oft ausdifferenziert werden können.

Das Modell des semantischen Web ist hierbei angebracht und einsetzbar. Jedes Angebot ist mit vielen Metadaten besetzt, sodass technische Aggregatoren wissen, welche Bedeutung Inhalte haben und diese selbstständig miteinander in Verbindung bringen können. (zum Beispiel ein Kindersender aus einzelnen animierten Filmprojekten von Designstudenten aus aller Welt)

Letzenendlich stell ich mir das ganze so vor. Über ein hauptsächlich ikonographisch geprägtes Interface, das den User zu Beginn aus groben Kategorien (Film, Spiel, Serie, Doku, Chat…) auswählen lässt, dringt der User immer tiefer in die Cloud ein und kann sich immer mehr in den thematischen Verzweigungen verlieren. Man surft nicht mehr, man schwimmt durch die Informations- und Unterhaltungsfluten und das gemütlich im Fernsehsessel. Ein intuitive Bedienung wie man sie vom Ipad kennt wird dazu unumgänglich sein.

Ich glaube, dass dieser Schritt, das Internet in den Fernseher zu bringen eine ultimative Unterhaltungsmaschiene schöpfen wird, die weitreichende Konsequenzen für die Gesellschaft der Zukunft haben wird. Die Demokratisierung der Fernsehproduktion steht dabei aber vor vielen Problemen (Rechtliche, Lizenzbedingte, Finanzierung, Technische Infrastruktur, Interface) und Hürden (tradiertes Wahrnehmungsschemata).

Interessant finde ich, dass sowohl Google als auch Apple diesen Markt von Anfang an bestimmen wollen und bin gespannt welches Modell sich in dieser neuen Plattform durchsetzen wird. Ein abgeschlossenes oder offenes? Die Werbeumsätze werden alle bekannten Maßstäbe sprengen. Sinnvoll fände ich eine automatische Werbeplatzvergabe an Webdarbietungen, die sich durch gesteigerte Aufmerksamkeit abheben und dafür etwas vom Kuchen abbekommen.

An dieser Stelle geht es zu weit über die Gefahren dieser möglichen Entwicklungen für die öffentliche Meinung zu sprechen. Dazu vielleicht mehr beim nächsten Mal. Es bleibt zu sagen, dass durch die Verschmelzung des Internets mit dem Fernsehen ein neues Leitmedium entstehen könnte, das fesselnder kaum sein kann.

http://evideo.htw-berlin.de/weblog/kolumnen/gugel/gugel-kolumne-googletv-ist-zu-klein-gedacht/ ?

Spendet Aufmerksamkeit und Dankbarkeit!!

Bisher hatte man nicht die großartige Möglichkeiten über Blogs Geld zu verdienen. Ebensowenig konnte man seine Aufmerksamkeit gegenüber deren Existenz  beweisen (außer vielleicht über lobende Kommentare). Mit zwei neuen Micropaymentdiensten, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte, werden Systeme geschaffen, die beides wechselwirkend erreichen wollen, indem Nutzer von Blog Angeboten oder sonstigen autorschaftlichen Werken diesen ihre Dankbarkeit  durch einen Klick zum Ausdruck bringen  können.
Zum einen gibt es Kachingle aus den USA, gegründet von Cynthia Tipaldos, das ganze Seiten, Rubriken oder Autoren institutionell unterstützt. Man schließt ein Abo mit einem gewissen Betrag (mindestens 5 Dollar) ab. Dieses Spendenguthaben wird dann je nachdem, wie oft ein Button auf einer bestimmten Seite geklickt wird, prozentual und völlig transparent auf die genossenen Webpräsenzen verteilt. Betreiber eines Angebots können sogar sehen, wer wieviel gespendet hat.
Auf dieser  Seite des Atlantik wurde eine ähnliche Variante mit Namen Flattr von Pirate Bay-Gründer Peter Sunde geschaffen. Auch hier wird ein virtuelles Konto eröffnet, das sich am Ende des Monats kleinteiliger in einzelne flattr-bare Artikel (Videos, Fotos…) auflöst und somit Einmalbesucher, die Chance zum Spenden gibt. Beide Dienste erhalten für ihre Vermittlerrolle eine Provision von 20 Prozent.
Das Ganze basiert auf Freilwiligkeit und der Bereitschaft für die Nutznießung von Angeboten inhaltlicher oder unterhaltender Art einen Obolus in die Kaffekasse der Urheber abzutreten.
Die Ausweitung auf Open-Source Programme oder gemeinnützige Zwecke ist vorgesehen.

Mit Anfangsschwierigkeiten haben beide zu kämpfen, da es sich um einen zweiseitigen Markt handelt, der das berüchtigte Henne- Ei Problem zu lösen hat. Denn für Betreiber und Produzenten ist es nur sinnvoll die Buttons einzusetzen, wenn es auch auf breite Akzeptanz stößt, während die Nutzer nur dann ihre Dankbarkeit ausdrücken können, wenn eine Vielzahl von Inhaltsangeboten die Buttons in ihre Seiten einbauen und von dieser Möglichkeit der Monetariesierung Gebrauch machen. Zu Beginn wird es daher, wie so viele Angebote im Internet,  eher etwas für den Long Tail sein, das nur an Popularität gewinnen kann, wenn sich große Blogs  beteiligen oder ein immenser Marketingeinsatz betrieben wird.

Es wurde viel darüber diskutiert, ob dieses Modell der Thank you Economy ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte, indem ein Weg um die angefochtenen Paid Content Festungen herum eingeschlagen wird, so dass auch Verlage von diesem System profitieren können,  wenn sie ihren Profistatus und ihre Ressourcen nutzen.
Angenommen einige Millionen Surfer, deren Informationsinteresse und Unterhaltungsbedürfnis im Internet gestillt wird, würden sich beteiligen, dann ist es möglich, dass für weitläufig Beachtetes, das sich durch besondere Güte asuzeichnet, einiges herausspringt, da sich selbst Minimalbeträge summieren.
Ich persönlich glaube aber nicht, dass das so schnell passieren wird, auch nicht bald oder in den nächsten Jahren.
Auf eine bestimmte Schicht aktiver User trifft der Spendenwille zu. Sie sind sich der Gedankenleistung der Produzenten diverser (multi-)medialer Beiträge  und der Relevanz für ihr eigenes Schaffen und Denken bewusst.
Der Großteil der Internetcommunity wird diesen Aufwand aber nicht betreiben wollen. Sie sind es gewohnt, Inhalte gratis zu konsumieren, haben die Gratiskultur mit dem Erlernen dieses Medienschemata internalisiert.
Immer noch wird sehr viel an Musik, Filmen, Programmen und Spielen heruntergeladen und das, obwohl es einem klar ist, dass den geliebten Bands oder Produzenten durch die bloße Sympathie nicht geholfen ist.  Man denkt sich aber, dass die Industrien doch noch genug Geld haben. So wird an diesem gemütlichen und vor Allem billigen Zustand nichts geändert.

Die Kulturflatrate muss daher früh auf den Weg gebracht werden und sich in einem großflächigen Prozess zu behaupten wissen. Wenn zum Beispiel verantwortungsbewusste Eltern ihren Kindern ein Abo einrichten würden, sodass diese das dankbare Konsumieren schon bei den ersten Schritten im Internet erlernen.
Oder wenn dieses System sich immer mehr an soziale Netzwerke binden würde, sodass man mit anderen teilt, wem oder was man Anerkennung zuspricht.  Der Like-It Button von Facebook gekoppelt mit ein paar Cent würde große Erträge bringen.

Bis zu einem Mentalitätswandel dieser Art  ist es aber noch ein langer Weg, weshalb ich glaube,  ein abgeschlossenes System prognostizieren zu können, in dem die aktiven Nutzer um einen Blog herum, die meist selbst Autor von Beiträgen sind, sich gegenseitig unterstützen. Ein autopoietisches System, das sich selbst erhalten mag, aber für die breite Masse (noch lange) keine Relevanz haben wird.

kachingle.com:

http://carta.info/26320/die-deutschen-kachingle-charts-oder-quo-vadis-kachingle/

http://carta.info/20487/paid-content-kachingle/

flattr.com:

Flattr: Pirate Bay-Gründer Peter Sunde will Paid Content revolutionieren

http://netzwertig.com/2010/02/11/flattr-neuer-micropaymentdienst-setzt-auf-die-thank-you-economy/

Bruttonationalglück – Die Deutschen werden glücklicher …

… zumindest behaupten sie es in ihren Statusmeldungen auf Facebook, die  seit September 2009 computergestützt und anonym ausgewertet werden.

Durch die fachmännische Unterstützung von Sozialpsychologen (www.liwc.net) lassen sich Listen von Wörtern zusammenstellen, die positiv bzw negativ  konnotiert sind wie zum Beispiel „großartig“ oder „tragisch“ .
Diese Wörter werden dann in den entpersonifizierten Statusmeldungen gezählt, wobei man davon ausgeht, dass die kurzen Meldungen einen kleinen Einblick in das Gefühlsleben der User geben.
In Deutschland kann man nun durch  Veröffentlichungen der neuesten Auswertungen feststellen, dass die Zahl positiver Wörter leicht zugenommen hat, während die Zahl negativer abnahm, woraus man schließen könnte, dass die Deutschen glücklicher sind. Im Vergleich zu anderen Ländern wie USA, Kanada, Indien oder Großbritannien ist die Steigrung aber nur geringfügig.  Der Index selber bezeichnet die Differenz beider Werte, der sich aber nicht direkt international vergleichen lässt, da das Modell länderspezifisch angewendet wird.

Über einen Zeitraum beobachtet zeigt sich, dass Feiertage in allen Ländern den Stimmungsbarometer deutlich nach oben ausschlagen lassen, während nationale Trauertage wie zum Beispiel der Tod des Nationaltorhüters Robert Enke ein Tief markierten. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. So brach der Index in Chile nach den Erdbeben im Februar 2010 zusammen.

Von Representativität kann in diesen Analysen nicht gesprochen werden. Zwar ist in Deutschland schon fast jeder zehnte Facebook Mitglied aber nicht jeder kommentiert die ganze Zeit sein Leben.  Die aktiven User sind im Schnitt  jüngere, gebildetere Menschen aus der gehobenen Mittelschicht und auch hier sind es eher die postiv gestimmten, die ihr Glück in alle Welt hinausposaunen.

Vielleicht sind sie aber auch allesamt nur ironischer geworden, was nicht wirklich messbar ist.

Quellen:

apps.facebook.com/gnh_index/?c=DE_de
netzwertig.com/2010/05/06/facebook-analysiert-status-updates-die-deutschen-werden-gluecklicher/
blog.facebook.com/blog.php?post=387623222130

Das Dispositiv des Tabloid oder die fortschreitende Amalgamierung von Medien in ihre Umwelt

In meiner Vorstellung sehe ich eine Wiese an einem schönen Sommerabend, bevölkert mit kleinen Grüppchen, die in der Runde Spaß zu haben scheinen. Allerorts hört man fröhliches Lachen und angeregte Kommunikation. Doch halt. Ihre Aufmerksamkeit ist nicht vollständig auf die Gegenseitigkeit konzentriert, sondern jeder der Runde starrt auf einen kleinen Bildschirm in der Mitte des Kreises. Hin wieder bricht einer aus und verändert irgendwas darauf mit einigen leichten Berührungen, woraufhin erneut Gelächter und verschiedene Kommentare erklingen.

Schon heute ist die Amalgamierung von nicht-medialen Tätigkeiten mit medialen in unser gesellschaftliches Leben eingetreten. Schon oft erlebte ich, dass beim gemütlichen Zusammensein der Laptop, der zuvor noch Jukebox war, genutzt wurde, diesen oder jenen interessanten Beitrag aus der Unerschöpflichkeit des Internets für die Runde zu leisten. Seien es Videos, kleine Spiele und Anwendungen, Chatroulette oder einfach Kurioses aus aller Welt, die mit den anderen geteilt werden. Jeder kann mitmachen und zeigen, was man witzig, spannend und gut findet, aber auch Lächerliches oder Erschütterndes, das in direkter und zeitnaher Anschlusskommunikation besprochen werden kann. Selbst meine Eltern erzählten mir von einem Abend mit Bekannten, an dem mit einem Video eines Kabarettisten das Eis gebrochen wurde.

Mit dem Ipad oder jeder anderen gegenwärtigen oder kommenden Form des Tabloid wird der Halbkreis zum Kreis und die Durchdringung des Alltag durch die Medien auf eine neue Ebene gehoben.

Wenn Leute sich im Cafe treffen und sich gegenseitig scherzhaft fragen, wessen heute? Wenn das Padden bei keinem Treffen fehlen darf, da das Internet so viel Potential hat sich gegenseitig zu informieren, zu unterhalten und Genaueres über Gesprächsthemen herauszufinden sowie mit Nicht-Anwesenden zu kommunizieren.

Das mag vielleicht irgendwie fremd klingen aber die Gesellschaftsschicht der Early Adopters wird bald anfangen, genau diese Art der Kommunikation durch und über das Medium hinweg zu praktizieren. So etwas kann nur zum Trend werden, so dass das Tabloid immer mehr ins Zentrum menschlicher face-to-face Kommunikation gerückt wird.

Witzig wird es wenn Gesellschaftspiele konzipiert werden, die über die Plattform des Tabloid gespielt werden können und vielleicht das Internet in irgendeiner Wiese in ihr Spielprinzip einbeziehen. Denkbar wären dabei auch jegliche Formen der augmented reality durch eine integrierte Webcam.

Hoffentlich wird es nicht unverzichtbar, eine bereichernde Komponente gesellschaftlichen Beisammenseins werden die Tabloids durch die Neustrukturierung des Dispositivs aber auf jeden Fall.

3D – Faszination und Angst

Einen Vorgeschmack für 3D Live Übertragungen von Fußballspielen hatten am Dienstag Abend 200 geladene Gäste in der T-Home Lounge in München beim Spiel Bayern gegen Manchester United.
Für dieses Ereignis wurde von SAT 1 ein besonders hoher Aufwand betrieben. Ein weiterer Aufnahmewagen mit eigenem Regisseur wurden eingesetzt .
Als Fan des gepflegten Fussballabends wäre ich gern dabei gewesen und hätte mich von der Wirkung überzeugt, die die 3D Technik in Kombination mit Fußball auf mich gehabt hätte, denn ich kann es mir nur ein wenig vorstellen.
Als ich diesen Wunsch verspürte, musste ich mir unweigerlich die Zukunft dieser Technik vorstellen.
Wenn bald die 3D Technik in unseren Wohnzimmern Einzug hält. Was passiert dann mit der Wahrnehmung bei hohem Fernsehkonsum? Inwieweit wird die Unterhaltungsindustrie die dafür anfällige Gesellschaftsschicht noch mehr einlullen? Wird der apathische Fernsehkonsum gefördert? Ich frage mich, welche TV Formate entwickelt werden, um das 3D Erlebnis in seiner Wirkung zu unterstreichen und den Zuschauer zu fesseln.
Auch Computer – und Konsolenspiele werden dann nur noch in 3D gespielt.
Wird die Suchtgefahr bei Jugendlichen wie Erwachsenen noch mehr gesteigert? Man kann es sich gut vorstellen, dass es viele geben wird, die nach der Arbeit oder Schule in eine 3D – Welt flüchten, da diese den Menschen viel mehr als  bekannt in sich aufzusaugen vermag. Ist es möglich, dass in einem Kopf dadurch etwas kaputt geht?
Vielleicht sehe ich die Zukunft zu schwarz, fest steht, dass es mich nicht davon abhalten wird, all die Erneuerungen selbst einmal auszuprobieren und schon jetzt gespannt darauf zu sein.

http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/103350-bartl-greift-zur-brille-sat1-liebaeugelt-mit-3-d-technik.html

http://www.digital-world.de/artikel/_Ratgeber/1260653/3d_tv_fuers_wohnzimmer/

Geschichten-des-Augenblicks.de für Hobbyautoren

Jeder hat eine Geschichte zu erzählen.
Bilder haben eine Geschichte.
Musik suggeriert die Atmosphäre.

Davon ausgehend will das Forum Geschichten-des-Augenblicks.de diese Formen der Darstellung kombinieren und den Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich über alle drei Wege auszudrücken.

Foren für Hobbyautoren gibt es im Internet zuhauf, hier jedoch können sie Kurzgeschichten oder Gedichte zeigen, die von einem Bild ausgehen oder in eines münden, seien sie nun wahr oder erfunden.
Zusätzlich haben sie die Möglichkeit das Gefühlte durch Musik zu unterstreichen, indem sie auf Youtube ihr passendes Lied suchen und es auf der Seite ohne Video einbinden.

Grafisch ist das Ganze recht schlicht gehalten. Auf der Startseite sind viele Bilder zu sehen, die chronologisch geordnet und durch den Titel der Geschichte sowie den Musiktitel ergänzt sind. Beim Klicken auf ein Bild wird dies vergrößert, die dazugehörige Geschichte angezeigt und die Musik abgespielt.

Ansonsten funktioniert dieses Angebot wie jede andere Community auch. Durch Profile werden mehrere Geschichten des jeweiligen Autors zusammengefasst. Außerdem kann man noch mehr über diesen erfahren, falls er oder sie dies zulassen, indem sie ihr Profil dahingehend pflegen.
Die Geschichten können bewertet werden, so dass die meistgelesenen und besten in Rubriken gesammelt betrachtet werden können.

Der Leser kann dann in aller Ruhe stöbern, weinen, lachen, fühlen und somit an den Ideen und Schicksalen anderer teilhaben.

Sight Being – Eine Geolokalisations-App

Ihr kennt die Bilder: Ein Sehenswürdigkeit, die durch die die Positionierung einer Person davor und die Perspektive der Kamera ein witziges Bild ergibt.
Gemeint sind Fotos wie Ich-halte-den-Eifelturm oder Ich-stoße-den-schiefen-Turm-von-Pisa-um. Solche Fotos, die mit auf interessante Weise mit der Perspektive arbeiten, kann man aber nicht nur von berühmten Sehenswürdigkeiten machen. Sie sind überall möglich selbst bei der Statue um die Ecke. Man muss nur wissen wo d.h. aus welcher Distanz und welcher Perspektive.

Früher wolle ich Schilder aufstellen an Orten, wo ein solches Bild möglich ist. Heute ist das einfacher. Zwei Entwicklungen der letzten Jahre müssen dazu herangezogen werden. Zum einen ist es das System der Geolokalisation oder anders ausgedrückt die local based services, denen man großes Potential zusprechen darf und muss. Durch dieses System kann erkannt werden,wo man sich gerade befindet, so dass die benötigte Information nicht gesucht werden muss, sondern den Nutzer finden können, wenn der  jeweilige Informationskanal aktviert wurde.
Zum anderen sind es die Apps, die mobile Angebote verschiedenster Art für uns nutzbar machen, seien es nun wirklich nützliche oder Spielereien wie ich es beschreibe.

Zuerst dachte ich daran, dass diese App doch in die beiden Geo Caching Spiele Gowalla und Forsquare eingebunden werden könnte, jedoch ist hier der Personenkreis, der erfahren darf, wo man gewesen ist, ähnlich Twitter, auf Freunde beschränkt, so dass eine neue Plattform her muss.
Auf dieser werden Menschen mit Freude am Aufspüren solcher Orte diesselbigen virtuell markieren können und über ein selbstgemachtes Foto auch belegen aus welcher Perspektive das Bild möglich ist.
Dann können zum Beispiel Touristen, die eine neue Stadt erkunden,  diese App aktivieren und bekommen beim Stadtrundgang mitgeteilt, wo in der Nähe sie ein Sight Being Bild schießen können.
Das ist schon der ganze Nutzen von Sight Being aber zum Glück ist das Internet so groß, dass es auch für solche Spielereien Platz hat.

Voting/Quoting ? Lass die Community entscheiden!!

Mein Feund Pützens hat im letzten Jahr eine seltsame Aktion gestartet, in der man durch eine öffentliche Umfrage Einfluss auf seine Wahlstimme zur Bundestagswahl haben konnte. Auf seiner Homepage konnten seine Freunde entscheiden bei welcher Partei er sein Häkchen macht. Diese Art Netz-Kunst sollte aufrütteln, sollte einen Gedankenanstoss für das Verhältnis zum Web sein. Mir zeigte diese Idee auf eine neue Weise, wie das Internet und seine Netzwerkstruktur immer wieder neues Potential aufweist und die Sozialen Netzwerke für außervirtuelles Leben immer prägender werden können.

Was nämlich, wenn jeder solche Umfragen starten könnte?

Die sozialen Netzwerke bilden die Grundlage dafür. Auf der eigenen Profilstartseite und auf den Startseiten anderer aufgeführt, würden nur wenige Sekunden draufgehen, um ein Häkchen zu machen. Leute, denen es wichtig ist, können über eine Kommentarfunktion ihre Stimmabgabe begründen. Für den Umfragensteller würden die Ergebnisse im nicht öffentlichen Teil seines Profils aufbereitet dargestellt werden, wobei dieser wiederum die Möglichkeit hat, die Ergebnisse (und Grafiken) zu veröffentlichen. Es könnten allgemeine Dinge sein, die den Umfragesteller interessieren, zum Beispiel: ?Welchen Lehrer findet ihr doofer?? oder ?Welchen Jungen findet ihr süßer?? Wohl nicht so ausgedrückt, dennoch decken diese Beispielfragen die Zielgruppe für ein solches Unterfangen auf. Es ist vor allem die nächst jüngere Generation, die von dieser Funktion Gebrauch machen würde. Wir würden wohl doch noch eher ein paar Freunde anrufen und diese direkt um einen Rat fragen. Die zur Zeit Pubertierenden aber sind stark geprägt vom Netzwerkgedanken, bisher jedoch eher zu Selbstdarstellungs- und Kommunikationszwecken, welche durch ein neues Feature nicht unberührt bleiben würden. Sie haben nicht nur Freunde, die sie ständig sehen oder anrufen würden. Sie haben viele ?Bekannte?. Zu Beginn würde wohl viel Quatsch gemacht wie diverse Mobbingattacken, in der weiteren Entwicklung jedoch würden nach sachlichen und Schul- oder Konsum relevanten Fragestellungen auch persönliche Fragestellungen auftauchen.

Positiv betrachtet könnte man dann von einem Ratschlagsystem zur Entscheidungsfindung sprechen. Denn, die Schwarmintelligenz oder Weisheit der Vielen, angewendet auf unterster Ebene, kann meiner Meinung nach zu erheblichen Umdenkungsprozessen im Verhältnis zum Internet führen.

Wie schon gesagt, für uns mag das unverständlich klingen. Was interessiert es mich, was ein Mensch, den ich zweimal im Leben gesehen habe, in meiner Lage entscheiden würde. Wenn aber er oder sie etwas relevantes dazu weiß, bin ich vielleicht dankbar. Kindern würde es aber zuallererst einmal Spaß machen solche Stimmungsbilder zu erstellen. Erst später entdecken sie dann wie die persönliche Umfrage möglicherweise zur Entscheidungsfindung beiträgt. In diesem Zusammenhang kristallisiert sich aber auch eine Schattenseite heraus. In der intensiven Nutzung richtet der Einzelfall, der durch familiäre Situation oder Außenseiterrolle dazu veranlagt ist, all sein Denken auf die Community aus und lässt sie wirklich über vieles und allzu persönliches abstimmen.

Ich weiß nicht inwieweit das Projekt technisch umsetzbar ist und vielleicht gingen meine Ausführungen zur Zukunft dessen zu weit und daneben. Trotzdem könnte ich mir ein solches Feature mit ein paar Restriktionsmöglichkeiten für jegliche Social Networks bis hin zu Xing vorstellen. Zudem wäre es einfach interessant von Anfang an zu beobachten, ob und inwieweit das Angebot genutzt werden würde und um sich greifen würde. Vielleicht wäre es zum Einen eine Möglichkeit Trendforschung zu betreiben oder weiter gedacht die Gruppendynamik im Internet zu beobachten, indem man sie verändert.

iCarly – Kinder im Netz

Wer von euch hat kleine Geschwister und verbringt hin und wieder Zeit mit ihnen vor dem Fernsehen? Ich für meinen Teil habe einen kleinen Bruder und schaue mir manchmal gemeinsam mit ihm die Fernsehsendungen an, die er gern schaut. Denn auch Kindersendungen sind von Erwachsenen gemacht und bergen da und dort einen Witz, der Kindern noch nicht greifbar ist, unsereins aber manch fröhliches Stündchen bescheren kann, aber das ist ein anderes Thema.

Während unserer gemeinsamen Fernsehzeit fiel mir ein Serie des Senders Nick auf, die sich iCarly nennt und auf interessante Weise intermedial arbeitet. Es geht um drei präpubertierende Freunde, die damit beginnen eine Webshow für Gleichaltrige zu produzieren, in der diese sich und ihre besonderen, teils abstrusen teils wirklich erstaunlichen Fähigkeiten vorstellen können. Das sind natürlich nur die Rahmenbedingungen für allerlei andere Handlungsstränge, trotzdem wird hierdurch Kindern das Internet und sein Potential näher gebracht.

Mit dem Potential meine ich in Bezug auf dieses Beispiel das große Publikum, das durch das Internet erreicht werden kann. Das Trio bringt es nämlich zu einigem Ruhm und hat großen Spaß dabei. Weiterhin wird den zuschauenden Kindern im Rahmen der Serie die Möglichkeit gegeben für ihre eigenen besonderen Fähigkeiten eine breite Öffentlichkeit herzustellen, indem sie dazu aufgerufen werden, ihre eigenen Videos auf die Homepage der Serie hochzuladen. Die besten und witzigsten dieser Videos werden dann sogar im Abspann der Serie auch im Fernsehen gezeigt.

Ob diese frühe Hinführung zu medialer Selbstdarstellung pädagogisch wertvoll sein könnte oder im Blick auf Gefahren negativ bewertet werden muss, sei dahingestellt. Denn Fakt ist, dass Selbstinszenierung auf Basis öffentlich zugänglicher Plattformen schon lange zum festen Bestandteil der nachfolgenden Generation gehört, da sie damit aufgewachsen sind. Auch glaube ich, dass dieses selbstvermittelnde Medium immer mehr zum Sozialisationsprozess von Kindern gehören wird. Serien wie iCarly dürften für diese Entwicklung mehr als förderlich sein.

www.icarly.com