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Professor Jonathan Zittrain über die Zukunft des Internet

Der junge Professor Jonathan Zittrain ist Leiter des Lehrstuhls Steuerung und Regelung des Internets in Oxford. In einem Interview erzählt er über sein jüngst erschienenes Buch „The Future of the Internet and how to stop it“ (gratis download der Datei bei futureoftheinternet.org ) und behauptet die Zukunft des Internet sei in Gefahr und stünde an einem Scheideweg.

Damit meint er, dass das Datennetz, bis dato noch offen für die individuelle Gestaltung des Web leider nicht mehr sicher genug sei, wegen der zunehmenden Zahl an Virenschreibern oder sonstigen Kriminellen. Um eine Abhilfe gegen den Missbrauch zu schaffen wäre eine Alternative, in Zukunft den Zugang nur noch auf vom Hersteller geprüften Computern zuzulassen. Dies würde aber gleichzeitig ein Ausschluss jeglicher kreativen Innovationen aus der Web-Community bedeuten, auf welches leider schwer zu verzichten wäre, denn viele Technologien wurden ursprünglich von „Laien“ entwickelt und erst später von Unternehmensexperten übernommen (wie z.B. YouTube,oder die Online-Enzyklopädie Wikipedia)

Der Preis der Offenheit kann somit sowohl eine Bereicherung für alle als auch der Ruin sein, denn Viren können nicht nur private PC’s, sondern ganze Firmen lahmlegen.

Das Problem ist also keineswegs zu unterschätzen, aber da man ja auch von der Annahme ausgeht, es wären doch ausschliesslich nur integre Nutzer am Werk, hat Zittrain Hoffnung und hat selbst einige Projekte gestartet um Kriminellen das Handwerk zu legen und den Computer wieder sicherer zu machen.

Also avis aux amateurs: alle Ideen sind willkommen um künftig das Internet weiterhin sicher zu halten und uns solche unkreativen Kontrollmassnahmen zu ersparen…

 

Focus, 23. Juni 2008, Modernes Leben INTERVIEW “ Wir haben eine Chance“ S.112

 

Indymedia – Luxemburgs neue Onlinezeitung

Indymedia (IMC, Independent Media Center) ist ein internationales Kollektiv unabhängiger Medienorganisationen, das eine frei zugängliche Nachrichtenabdeckung anbietet, und sich dabei an die von Chris Burnett 1999 ausgearbeitete Charta hält. Ziel ist die demokratische Produktion von wahrheitsgetreuen Berichten über das Alltagsgeschehen. Indymedia stellt eine Alternative zu den privatisierten und kommerziellen Medien dar, ohne sich dabei politischen, wirtschaftlichen oder ideologischen Vorgaben zu unterwerfen.

Nun hat dieses Kollektiv Zuwachs bekommen: „indymedia-letzebuerg.net“ ist ein ebenfalls unabhängiges Pressemedium, das auf den oben genannten Grundsätzen basiert, und seinen Sitz in Luxemburg hat. Im Gegensatz zu den Kollektiven des Netzwerks „IMC“ setzt sich jedoch das luxemburgische Kollektiv hauptsächlich aus Journalisten mit Berufserfahrung sowie aus ausgewählten Korrespondenten zusammen. Alle Kommentare, Berichte und Kritiken unterstehen der Eigenverantwortung des jeweiligen Redakteurs. Alle Beiträge sind der Deontologie verpflichtet und unterliegen den Richtlinien des nationalen Mediengesetzes.

Im Gegensatz zu den existenten Pressemedien Luxemburgs kann sich Indymedia-Letzebuerg als unabhängiges Presseorgan eine objektive, neutrale Berichterstattung über Innen- und Gemeindepolitik, Wirtschaft, Sozialwesen, sowie Kultur leisten. Neben den Landesthemen werden aber auch wichtige Ereignisse der Großregion sowie internationale Themen (Schwerpunkte: Mittlerer und Naher Osten) angeboten, die dem Kollektiv von eigenen Korrespondenten geliefert werden. Das Kollektiv prüft auch hier den Wahrheitsgehalt vor der Veröffentlichung und der bearbeitende Redakteur übernimmt die Verantwortung.

Zurzeit wird das luxemburgische Indymedia-Projekt von einer Arbeitsgruppe Studierender der Universität Wien analysiert, und zwar bis Ende 2008. Es soll festgestellt werden, wer die Besucher sind, wie lang die durchschnittliche Besucherzeit ist, welche Artikel gelesen und wie die Zukunftsperspektiven der Internet-Zeitung sich gestalten werden, bzw; wie es um die Überlebensfähigkeit eines solchen Mediums bestellt ist. Die aktuelle Analyse weiß zu berichten, dass die durchschnittliche Besucherzeit bei circa 9-10 Minuten liegt, die Leserzahl bei über 50.000 pro Monat liegt und dass einige Artikel von mehr als 40.000 Lesern angeklickt respektiv ausgedruckt wurden. Das luxemburgische Indymedia-Projekt läuft seit Beginn des Jahres.

Quellen:

Interview mit Patrick Kleeblatt und Norry Goedert, Administratoren und Journalisten des Kollektivs

www.indymedia-letzebuerg.net