„Aus den Augen aus dem Sinn“ und die „Farge“ um die Fehler

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Betrachtung der Themenverteilung, die mir nach der Woche Lektüre der „Frankfurter Rundschau“ von Montag 14.12.2009 bis Sonntag 20.12.2009  im „Sinn“ geblieben ist.

An zwei Themen kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich nenne sie „Guttenberg“ und „Kopenhagen“. Das erste Thema beschäftigt sich mit den Folgen des Angriffs auf die beiden Tanklaster und Guttenbergs Verhalten. Das zweite Thema beschäftigt sich mit dem Klimagipfel in Kopenhagen. Ich war der Meinung, dass am meisten über „Guttenberg“ berichtet wurde. An andere Themen konnte ich mich nicht erinnern. Im Nachhinein habe ich mir die Inhalte des Titelblatts und das „Thema des Tages“, immer auf Seite zwei und drei, noch einmal angeschaut. Ebenfalls habe ich mir angeschaut wie oft die Themen „Guttenberg“ und „Kopenhagen“ vorkamen. Beide Themen waren in jeder Ausgabe vertreten, natürlich mit unterschiedlicher Gewichtung und nicht immer auf den ersten vier Seiten. Mein Eindruck war falsch. „Guttenberg“ wurde weniger thematisiert als „Kopenhagen“. Was ich selber auch für richtig halte.

Auf dem Titelblatt der „Frankfurter Rundschau“ ist immer ein Bild abgebildet, ein Foto oder eine Karikatur. Meistens befindet sich unter dem Bild ein Text. Bild und Text müssen aber nicht den gleichen Inhalt thematisieren. „Guttenberg“ befand sich zweimal auf dem Titelblatt und war einmal „Thema des Tages“. „Kopenhagen“ hingegen wurde dreimal auf dem „Titelblatt“ thematisiert und war auch dreimal „Thema des Tages“. Zweimal befand sich ein anderes Thema auf dem Titelblatt und zweimal wurde ein anderes Thema in der Rubrik „Thema des Tages“ abgebildet. Die zwei Themen die mir im „Sinn“ geblieben sind kamen zwar am häufigsten vor, aber mein Eindruck der Verteilung stimmte nicht. Woran könnte das liegen? Ich war selber verwundert warum das Thema „Guttenberg“ so häufig vorkam. Wenn ich mir die jeweils neue Ausgabe anschaute, habe ich mich schon gefragt, was ihnen wohl heute wieder zu dem Thema eingefallen ist. Ich denke, dass ich den Eindruck hatte, dass „Guttenberg“ häufiger vorkam, weil ich finde, dass zuviel darüber berichtet wurde. Die anderen Themen, die auf dem Titelblatt und unter „Thema des Tages“ erschienen sind, habe ich vermutlich vergessen, weil sie jeweils nur einmal in diesen Kategorien vorkamen.

Ich möchte hier noch auf eine andere Beobachtung eingehen. In der Ausgabe von Donnerstag den 17.12.2009 habe ich auf den ersten sieben Seiten sieben Fehler gefunden: Auf Seite drei: “ ‚Militärisch angemessen‘  sei der Angriff gewesen, mehr noch, selbst wenn man alle Verfahrensfehler beiseite lasse, sei der Luftschlag ‚zwingend‘ gewesen gewesen.“, auf Seite drei: „Der politische Streit über den verheerenden Luftanschlag auf die entführten Tanklaster in Kunds ‚verunsichert und entsetzt die deutschen Soldaten‘ sagte Solze.“, auf Seite vier: “ ‚Meilensteine zu Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise'“. Dieser Fehler irritierte mich sehr. Es handelt sich um eine Bildunterschrift zu einem Bild auf dem Schäuble eine Karte hochhält, auf der dieser Satz ebenfalls gut erkennbar zu lesen ist und zwar grammatikalisch richtig. Auf der Seite vier befindet sich noch folgender Fehler: „Gesine Lötzsch von Linken warf der Koalition vor, (…)“. Weiter ging es auf der Seite sieben mit den „Streitfargen“ und folgenden Fehler: „Allerdings könnte es Schlupflöcher geben, die es den Staaten erlauben, zumindest einen Teil ihre Verpflichtungen durch Anrechnungen von CO2-speichernden Wäldern oder den Handels mit Emissionsrechten zu erfüllen“. Und ebenfalls auf Seite sieben „Doch vor einigen Jahre war (…)“. In den anderen Ausgaben sind mir keine Fehler aufgefallen. Ich „farge“ mich wirklich was da los war. Hatten die Redaktionen Weihnachtsfeier?

Quelle: Betrachtung der Printausgaben der „Frankfurter Rundschau“ von Montag 14.12.2009 bis Sonntag den 20.12.2009

„Frankfurter Rundschau“ im handlichen Format?

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Seit Ende Mai 2007 erscheint die „Frankfurter Rundschau“ jetzt schon im Tabloid-Format. Handlicher sollte sie werden. Handlicher als vorher ist sie sicherlich.

Sie im Zug zu lesen ist immer noch eine kleine Herausforderung:  Zeitung aufschlagen. So geöffnet ist sie allerdings noch zu groß, denn der Sitznachbar möchte vielleicht etwas anderes lesen. Ich versuche also die Seite umzuschlagen. Das ist bei der ungebundenen „Frankfurter Rundschau“ garnicht so einfach. Die Zeitung auf den Knien ablegen, die Seite in der Mitte umschlagen… Schließlich beginne ich aber doch mit der Lektüre. Nun muss ich die „Frankfurter Rundschau“ aber ständig umdrehen, denn die meisten Artikel umfassen eine Doppelseite. Die Überschriften und einleitenden Sätze umfassen auf jeden fall beide Seiten. Problematisch ist auch, dass die nun umgeschlagene Seite lose an dem Rest der Zeitung liegt und leicht herunterfällt. Oft wird das Argument angeführt, dass die ungebundene „Frankfurter Rundschau“ von mehreren Menschen gleichzeitig gelesen werden kann. Wenn ich Zeitung lese, bin ich allerdings allein unterwegs. Würde mich Jemand begleiten, würde ich nicht lesen, sondern mich unterhalten. Für mich ist es ein großes Rätsel, wie man die „Frankfurter Rundschau“ früher im großen Format unterwegs lesen konnte. Lese ich eine größere Zeitung, sitze ich auf dem Boden, um sie auch umblättern zu können.

Gebundene, in einem noch kleineren Format als dem Tabloid-Format erscheinende Zeitungen wären meiner Meinung nach für unterwegs eigentlich am idealsten. Die Frage ist dann allerdings, wie sich damit der Inhalt verändern würde. Größere Fotos oder Grafiken sind dann zum Beispiel schwer unter zubringen. Ich fahre sehr oft Zug und ganz ehrlich ich fand es anstrengend die „Frankfurter Rundschau“ im Zug zu lesen. Ich werde bei „Der Spiegel“ als Zuglektüre bleiben.

Quelle: Betrachtung der Printausgaben der „Frankfurter Rundschau“ von Montag 14.12.2009 bis Freitag 18.12.2009

Warum so viel Internet in der Zeitung?

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Hinter jedem zweiten Artikel: „FR-ONLINE.DE Lesen Sie die Langfassung unter …“ oder „FR-ONLINE.DE Bilder, Videos, interaktive Grafiken und Hintergründe“. Warum verweist die „Frankfurter Rundschau“ so oft auf das Internet?

Wenn man das liest hat man die Zeitung doch schon gekauft. Die Langfassung gibt es dann aber nur im Netz. Ich versteh nicht ganz. Heißt das ich solle mich doch besser gleich im Internet informieren, weil ich dort mehr Informationen bekomme? Ich schaue mir die Seiten im Internet meist trotzdem nicht an. Ich lese nicht gerne am Computer. Aus diesem Grund kaufe ich mir ja auch die Printausgabe. Wenn ich jetzt aber in dieser Printausgabe lesen muss, dass in der Onlineausgabe mehr Informationen zu finden sind, dann ergibt sich für mich der Eindruck als buhlen Printausgabe und Onlineausgabe um genau die gleiche Leserschaft. Ich denke, dass ist eher destruktiv für die Printausgabe.  Ich könnte mir vorstellen, dass einige Leser ihr Abonnement abbestellen und sich nur noch aus der Onlineausgabe informieren.

Mittlerweile scheinen diese Verweise auf das Internet aber völlig normal zu sein. Denn nicht nur die „Frankfurter Rundschau“ verweist so häufig auf ihre Onlineausgabe.

Quelle: Betrachtung der Printausgaben der „Frankfurter Rundschau“ von Montag 14.12.2009 bis Freitag 18.12.2009

Relaunch bei „Focus“ – aber wann?

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Der „Focus“ war für den Burda-Verlag ein Millionengeschäft. Gegründet unter Helmut Markwort konnte sich der „Focus“ neben dem „Spiegel“ auf dem Markt behaupten. Er galt als konservativ-liberal und unternehmerfreundlich. Jetzt soll Markwort gehen, denn der „Focus“ hat innerhalb von einem Jahr 17 Prozent an Kioskverkäufen verloren und 26 Prozent an Abonnementen (vgl. journalist 12/2009).  Nachfolger soll Wolfram Weimer werden, der aktuelle Cicero-Chefredakteur. Er soll am 1.September mit Uli Baur den „Focus“ übernehmen.

Nun spricht Markwort von Relaunchplänen. Soll Weimer ein modernisiertes Heft übernehmen? Warum dann überhaupt ein Wechsel an der Spitze des „Focus“. Ein Relaunch unter Weimers Federführung ergibt für mich mehr Sinn. Wie könnte ein Relaunch dem „Focus helfen? Der Leipziger Journalistik Professor Michael Haller spricht beim „Focus“ von einem „wachsenden Glaubwürdigkeitsverlust“( vgl. journalist 12/2009). „Die großen Schwankungen im Einzelverkauf zeigen, dass Focus zuletzt hauptsächlich nach dem Thema der Covergeschichte gekauft wurden, nicht wegen des Vertrauens der Leser in den Titel“ so Haller (journalist 12/2009). Die Zahlen stimmen Haller zu und das kann auch der „Focus“ nicht leugnen. Die Relaunchpläne zeigen die Chefs bei „Focus“  wissen um den Glaubwürdigkeitsverlust. Die Mitarbeiter haben in diesen Zeiten erstmals einen Betriebsrat gewählt, denn die Redaktionen bleiben von den Sparmaßnahmen nicht verschont. Bisher mussten sich die Redakteure des „Focus“ nicht beschweren. Ein Betriebsrat war nicht da nicht nötig.

Beim „Focus“ hat früher alles gestimmt. Das Fakten-Fakten-Fakten-Prinzip ging auf. Das konservativ-liberale Profil hat dem „Focus“ gut gestanden. Meiner Meinung nach könnte eine Rückbesinnung auf dieses Profil dem „Focus“ helfen. Weimer könnte es möglich machen, aber nur wenn ihm die Chance dazu gelassen wird. Ein Relaunch noch unter Markwort würde es Weimer wohl eher schwer machen. Ich kann mir deswegen ehrlich gesagt schwer vorstellen, dass ein Relaunch ohne Weimer ablaufen wird.

Quelle:

journalist 12/2009; Feldmer, Simon: „Initiative Zapfenstreich“ S.46-49

Wo bleibt die Qualität?

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In den Verlagen fehlt Geld. Durch die Wirtschaftskrise sind die Werbeeinnahmen zurückgegangen, durch das Internet die Abonnements. Die Verleger müssen erfinderisch sein, ob Burda, Gruner und Jahr oder die WAZ Mediengruppe. Alle wollen und müssen sparen, aber auch neue Kunden werben. Da stellt sich die Frage, wie man auf der einen Seite billiger produzieren kann, gleichzeitig aber mehr Käufer anlocken kann?

Die Zeitungen haben sich viele Strategien einfallen lassen. Viele haben ihr Format verändern. So erscheinen mittlerweile viele Zeitungen im Tabloidformat. Dahinter steckt sicherlich der Gedanke, Reisende als neue Kunden zu erreichen. Eine andere Strategie der Zeitungsverleger ist der Relaunch. In den letzten Jahren wurden viele Zeitungen gerelauncht. Ihr neues Erscheinungsbild ist meist weißer, mit mehr Weibraum und weniger Text und zugleich bunter, denn die Fotos werden jetzt bunt gedruckt. Oft wählt die Zeitung eine prägnante Farbe, die auf jeder Seite auftaucht, zum Beispiel im Logo, als Markenzeichen sozusagen. Oft wird auch mit einem Farbleitsystem gearbeitet. Eine weitere Idee ist die Veränderung der Struktur der Zeitung. So stellt die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ ihre regionalen Seiten mittlerweile an den Anfang. Diese Veränderungen sollen für mehr Käufer sorgen. Die Zeitungen sollen leserfreundlicher werden.

Da gibt es ja noch die Seite billiger produzieren. Auch hier hatten die Verleger viele Ideen. So hat zum Beispiel die eben genannte Zeitung im letzten Jahr versucht ohne den teuren dpa-Nachrichtendienst auszukommen. Auch andere Zeitungen probieren es. Gleichzeitig werden Stellen gestrichen. Doch wie bleibt so die Qualität gesichert? Mittlerweile richten viele Verlage gemeinsame Newsdesks für ihre Zeitungen ein. Die „Frankfurter Rundschau“ und die „Berliner Zeitung“ zum Beispiel tauschen jetzt schon ihre Medien- und Wirtschaftsseiten aus. Die Medienseiten kommen aus Berlin, die Wirtschaftsseiten aus Frankfurt. Und das ist nicht das Ende weitere Verzahnungen sind geplant. Ist es irgendwann egal ob wir die Frankfurter Rundschau kaufen oder die Berliner Zeitung, weil hinter den beiden Titeln die gleiche Zeitung steckt? Der Zeitungswissenschafter Carlo Imdoben sieht diese Entwicklung skeptisch. Er hat herausgefunden, dass derselbe Text in zwei Zeitungen abgedruckt in der einen Zeitung viele Leser findet, in der anderen sich kaum jemand für den Text interessiert. „der Versuch, den selben Text in unterschiedliche Kulturen hineinzustellen misslingt meistens“, so Carlo Imboden (Der Spiegel Nr.50). Leser aus Frankfurt konsumieren eben anders als Leser aus Berlin. Früher wurden die Zeitungen auf eine Region zugeschnitten. Einem Leser fällt vielleicht nicht auf, dass der Artikel aus seiner Zeitung in einer weiteren steht, aber er merkt, „dass die Zeitung nicht mehr für ihn gemacht ist“ (Der Spiegel Nr.50)

Das ist doch aber auch eine Form von Qualität. Mag der Text noch so gut sein, wenn er seine Leser oder die Menschen aus der Region nicht anspricht, verfehlt er seine Funktion. Aber die Zeitungen haben eben nicht mehr genug Ressourcen. Sie müssen sparen. Fragt sich nur welcher der richtige Weg ist. Verlieren die Zeitungen durch die Schaffung gemeinsamer Newsdesk nicht nur Personal sondern auch Leser?

Quellen:

– Der Spiegel Nr. 50 7.12.09; Brauch, Markus; Hülsen, Isabell: „Die Qualitäts-Lüge“; S.106-108

– journalist 12/2009 Karle, Roland: „Die Welle schwappt weiter“; S.74-78

Kulturkampf – „taz“ und „Bild“

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Sie kämpfen schon seit fast 40 Jahren, die konservative „Bild“ und die linkskritische „taz“. Der Streit geht zurück auf die Studentenunruhen in den sechziger Jahren. Damals berichtete die „Bild“ negativ über die Studenten und stiftete so  zum Volkszorn gegen sie. Die 68er glaubten die Berichterstattung der „Bild“  sei mit für den Tod Benno Ohnesorgs und das Attentat auf Rudi Dutschke verantwortlich.

Es scheint ein ungleicher Kampf. Die „taz“, von einer Genossenschaft herausgegeben, mit einer Auflage von 65.000 gegen die „Bild“, mit ihrem Chefredakteur Kai Diekmann, die größte Zeitung Europas mit einer Auflage von mehr als drei Millionen.

Doch bis heute hat die „taz“ es geschafft sich gegen die „Bild“ zu behaupten. Ihr Erfolg lässt sich unter anderem auf ihren Witz, die Frechheit und die Satire zurückführen. Im Jahr 2002 berichtete die „taz“ auf der Satire-Seite über eine angeblich durchgeführte, missglückte Genitalverlängerung des „Bild“-Chefredakteurs Kai Diekmann. Den anschließenden Rechtsstreit mit der „taz“ verlor Diekmann. Nun hat der Künstler Peter Lenk mit Zustimmung der „taz“ an deren Redaktionsgebäude in Berlin eine „Anti-Springer-Installation“ (Spiegel Nr.49) mit dem Titel: „Friede sei mit dir“ angebracht. „Es zeigt einen Mann der Diekmann ungeheurer ähnlich sieht, mit einem übergroßen Geschlechtsteil“ (www.derwesten.de 30.11.09) Diese Skulptur sorgt für Aufruhr. Es scheint als verliere die „taz“ ihren eigenen Humor und vielleicht somit einen Teil ihrer Identität. Denn Einigkeit über die Skulptur herrscht in den Reihen der „taz“ nicht. Die neue Chefredakteurin Ines Pohl ist alles andere als erfreut über diese Art der Kunst. Das Selbstverständnis der „taz“ wird in diesen Tagen auf die Probe gestellt. Leser sind genervt und Redakteuren ist der „Riese“ peinlich. Doch was würde es bedeuten die Skulptur jetzt wieder abzunehmen? Stärkt man damit nicht Diekmann? Er nutzt die Gelegenheit und blogt was das Zeug hält über den internen Streit der „taz“-Redaktion.

Fest steht, dass die Skulptur erst mal bleibt. Denn Peter Lenk droht mit einer hohen Summe Schadensersatz. Für Ines Pohl ist das wohl eine bittere Tatsache. Ihr Einsatz gegen die Skulptur scheint nicht geglückt. Nach der Kritik an ihrer Vorgängerin Mika und ihrer Reaktion auf den „Riesen“ wird es für Pohl schwer sein, den internen Konflikt beizulegen.

Man könnte sagen die „taz“ hat sich mit ihren eigenen Mitteln, dem Witz und der Satire, im Kampf mit Kai Diekmann schwer zugesetzt. In meinen Augen lässt genau diese Tatsache, die ganze „Riesen“-Affäre so lächerlich erscheinen. Mit dieser Skulptur hat die „taz“ Diekmann in die Arme gespielt. Der die Empörung in der Medienwelt und Gesellschaft zu nutzen weiß. Ich finde die „taz“ ist etwas über das Ziel hinausgeschossen. Solch eine Skulptur passt nicht an das Redaktionsgebäude der „taz“. Meiner Meinung nach käme die Funktion der Skulptur die Methoden der Boulevardpresse zu entlarven an einer anderen Stelle, ohne eine Verbindung zur „taz“, besser zur Geltung.

Quellen:

– „der Westen“ das Portal der WAZ Mediengruppe (zuletzt gesichtet am 09.12.09): http://www.derwesten.de/kultur/Bild-und-taz-streiten-um-eine-Penis-Skulptur-id2182548.html

– „Der Spiegel“ Nr.49 2009, Thomas Hüetlin: „Tanz den Axel Springer“ S.184-186

Wahlkampf im Internet

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Seit der Präsidentschaftswahl in den USA spricht jeder vom Wahlkampf im Internet. In den USA muss die Nutzung des Internets ja ein enormes Ausmaß angenommen haben, dass dies jetzt hier so wild diskutiert wird.

Für mich hat sich nichts geändert. Meine Informationen ziehe ich wie schon bei der letzten Wahl aus dem Fernsehen und den Wahl-O-Mat gab es ebenfalls schon bei der letzten Wahl. Wo sind also die Veränderungen. Vielleicht kann ich sie nicht wahrnehmen, weil ich mich bei der vorigen Wahl nicht damit beschäftigt habe und so keine Vergleichsmöglichkeiten haben. Hinzu kommt ich nutze kein Twitter und bin treibe mich auch eher selten auf Youtube herum.

Doch genau da scheinen die Veränderungen zu sein, im Detail. So kommt es mir vor. Mir kommt es auch so vor, als versuche man jetzt hier in Deutschland irgendwie diesen Wahlkampf aus den USA zu kopieren. So recht scheint das aber nicht zu funktionieren.

Die Parteien werben immer noch am meisten über ihre eigene Internetplattform. Welche aber eher selten besucht wird. Die Kandidaten geben kaum was von sich Preis und versuchen mit kleinen Videos die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Da erzielt ein kleiner Fernsehauftritt aber immer noch mehr Aufmerksamkeit.

Vielleicht liegt dies daran, dass es vielen Menschen so geht wie mir,  dass sie das Internet nicht so nutzen wie die Menschen in den USA? Vielleicht auch, weil die Politiker das Internet nicht so nutzen und viele Optionen nicht kennen oder für befremdlich finden. Viele wollen nicht über Twitter Informationen zu ihrer eigenen Person verschicken. Und so scheint es mir als bliebe der Wahlkampf im Internet stecken und verlaufe im Dunkeln.


Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Barack-Obama-Online-Wahlkampf-StudiVZ-Facebook-Dieter-Kronzucker;art15532,2844807

Dialekte im Fernsehen

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Sonntag Abend Tatort. Dialekte? Komisch der bayerische Tatort nutzt ihn unentwegt, den Dialekt. Hingegen sprechen im sächsischen Tatort, wenn überhaupt Nebenfiguren ihren Dialekt. Schaue ich mir den Tatort an, finde ich es meistens eher gewöhnungsbedürftig die verschiedenen Dialekte zuhören.  Es ist befremdlich.

Doch die regionalen Sender haben den Auftrag, die Identität der Zuschauer zu stärken, sagt Steffen Heitmann, CDU-Landtagsabgeordneter in Dresden. Besonders legt da der Bayerische Rundfunk auf seinen Dialekt wert. Während ich mich nicht erinnern kann so oft den entsprechenden Dialekt in anderen regionalen Sendeprogrammen zu hören.

Woran mag das liegen? Bayern scheint sehr stolz auf seine regionalen Begebenheiten zu sein, während andere ihren Dialekt vielleicht selber nicht so schön finden. Oder liegt es daran, dass Bayerisch ein besonders schöner Dialekt ist? Sächsisch in jedem Fall ist sehr unbeliebt. Ganz ehrlich ist es für mich auch eher eine unangenehme Vorstellung Sächsisch öfter im Fernsehen zu hören.

Wenn der MDR nun also mehr sächsischen Dialekt einbringt in sein Programm, könnte das den Einschaltquoten schaden. Aber die meisten Zuschauer sprechen wahrscheinlich selber sächsisch. Der MDR könnte so seiner Aufgabe, der Identität der Zuschauer stärken, nachkommen. Ich glaube allerdings, dass eine Vielzahl der Zuschauer aus anderen Regionen, den MDR dann vermeiden.

Und an dieser Stelle stellt sich mir eine Frage, die ich nicht beantworten kann, wieso finden die viele  Menschen den sächsischen Dialekt so schlimm?

Quelle:

DER SPIEGEL Nr.28/06.07.09.“CDU will mehr Sächsisch im Fernsehen“ S.84

Lottokugeln verlieren gegen Fußball

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Die ARD ändert ihre Sendezeiten am Samstag. Die Ziehung der Lottozahlen soll zu Gunsten einer erweiterten Sportschau verschoben werden.

Fußball scheint im deutschen Fernsehen die meisten Zuschauer zu binden. Alle Programme reißen sich um die Ausstrahlung der Bundesligaspiele. Und wenn diese nicht möglich ist, dann doch bitte zumindest eine Zusammenfassung des Spieltages. Die bekannteste Sendung dieser Art ist wohl die Sportschau auf der ARD. Ab dem 8.August, dem Sart der Bundesliga-Saison soll diese nun verlängert werden. 90 Minuten Zusammenfassung der fünf Spiele, die samstags Nachmittag stattfinden. Das sechste Fußballspiel, dass erst um 18.30uhr beginnen wird, kann somit nicht in die Berichterstattung miteinbezogen werden. Dieses wird dann zeitgleich mit der Sportschau auf der ARD auf Premiere live übertragen. Die Sportschau soll also künftig von 18.30 Uhr bis 20 Uhr gesendet werden.

Da werden die vielen fleißigen Lottospieler hellhörig. Was ist mit der Ziehung der Lottozahlen, die um 19.50 Uhr ausgestrahlt wird? Sie soll wieder, wie von 1965 bis 1993, im Anschluss auf die Unterhaltungssendung übertragen werden. Aber ein Trostpflaster gibt es: Um 19.57 Uhr werden immerhin schon die Gewinnzahlen der Glücksspirale bekanntgegeben.

Auch die ARD muss wohl auf ihre Einschaltquoten achten. Gerade auch in Konkurrenz mit Premiere, wird hier gehandelt. Der dort stattfindenden Live-Übertragung des sechsten Spiels soll durch die Verlängerung der Sportschau, meiner Meinung nach, auch etwas entgegengesetzt werden. Die meist älteren Lottospieler müssen dann wach bleiben, wenn sie die Ziehung der Lottozahlen miterleben wollen. Allerdings sollten sie ja an den traditionellen späten Sendetermin gewöhnt sein. Doch seien wir mal ehrlich so einen richtigen Fußballfan hält doch eine verlängerte Sportschau nicht davon ab, dass sechste Spiel live mitzuverfolgen, ob in einer Kneipe oder durch das Abonnement von Premiere.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Lotto-ARD-Ziehung-der-Lottozahlen-Verschiebung-Fussball-Bundesliga-Bundesliga-Fussball-Fernsehen;art15532,2825027

http://www.netzeitung.de/medien/1380500.html

http://www.sueddeutsche.de/sport/932/459573/text/

Presse in der Krise

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Presse in der Krise


Nun beginnen wir auch in Deutschland über staatliche Hilfen für die Presse nachzudenken.

Mehr und mehr treten die Folgen der Weltwirtschaftskrise in das tägliche Leben auch von uns Studenten. Zu Beginn meines Studiums habe ich mehrfach gehört, dass wir es gut hätten, jetzt, in Zeiten der Weltwirtschaftskrise wären wir an der Universität gut aufgehoben. Auf dem Arbeitsmarkt sähe es eher schlecht aus und wenn wir fertig wären, könnte das schon wieder ganz anders sein. Doch was ist mit dem jährlichen Semesterferienjob immer wieder über den Sommer? Der ist weg. Und so sind auch immer mehr Betriebe weg. Nun beginnen wir auch in Deutschland über staatliche Hilfen für die Presse nachzudenken.

Pressevielfalt ist da ein viel verwendetes Stichwort. Pressevielfalt als Argument für staatliche Hilfen. Aber ist es nicht auch das größte Argument gegen staatliche Hilfen? Wäre eine Unabhängigkeit der Presse noch gegeben, würde sie staatliche Hilfe erhalten? Der Staat würde doch dadurch auch Einfluss auf die Presse und deren Inhalt nehmen. Können Journalisten, die sozusagen vom Staat subventioniert werden noch unbefangen über den Staat schreiben? Ich sehe die Pressevielfalt dadurch eher bedroht. Der Spiegel Nr.24/8.6.09 Seite 86 berichtet, dass auch die meisten Verleger staatliche Subventionen für nicht angebracht sehen. Sie fordern zum Beispiel eine Lockerung der Kartellregeln. Neben dem Argument der Pressevielfalt wird oft ein weiteres angeführt, nämlich der Verlust der Leser. Aber wodurch sollten sie verloren gehen? Sie gingen ja bis jetzt auch nicht verloren und das trotz Internet, Fernsehen und Radio. Nun sollen sie verloren gehen, wegen der Weltwirtschaftskrise.


Und so greift die Weltwirtschaftskrise auch in unser tägliches Leben ein. Ich für meinen Teil kann mir ein Leben ohne Presse nicht vorstellen, denn so lange ich Zug fahren werde oder reisen werde, brauche ich eine gute Zeitung und so sehe ich täglich viele Menschen in den Bahnhöfen, die mit Zeitungen in den Zug aus- und einsteigen, die scheinbar genauso gerne im Zug lesen wie ich.


Quellen
DER SPIEGEL Nr. 24/8.6.09 : „Wir wären ja verrückt“ S.86

Finanzspritze für Journalisten

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Die niederländische Regierung stellt für zwei Jahre 60 Jungjournalisten ein und bezahlt sie auch. Damit wolle man die jungen Journalisten unterstützen, die in der Wirtschaftskrise als erste ihre Arbeit verloren haben, erklärt der niederländische Minister für Medien Ronald Plasterk.

Diese vom Staat bezahlten Journalisten werden dann in den niederländischen Zeitungen als Redakteure eingesetzt. Die Unterstützung kostet den Staat 4 Millionen Euro. Und die niederländische Regierung plant weitere Unterstützungen.

Ich frage mich, was die niederländische Regierung damit erreichen will? Will sie die Vielfalt der Medienlandschaft gewährleisten? Oder schafft sie so vielleicht eher unbewusst den „Beamtenjournalisten“, der nicht mehr gegen die Regierung aufmuckt? Werden vom Staat bezahlte Journalisten noch einen kritischen Blick auf die Regierung werfen können? Für mich hört sich das sehr nach einem Versuch der niederländischen Regierung an, ihre eigenen Schwächen in der Wirtschaftskrise nicht von den Redakteuren in den Medien diskutieren zu lassen. Es ist ja sehr löblich, Arbeitsplätze für Journalisten zu erhalten, aber ob damit eine Meinungsvielfalt gewährleistet bleibt, ist meiner Meinung nach, sehr fraglich.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Medienkrise-Niederlande;art15532,2798982

Chance für die „Erklärkanzlerin“?

geschrieben von in Fernsehen, Medien und Politik, Medienkritik, QualitätKommentare deaktiviert für Chance für die „Erklärkanzlerin“?

Am Sonntag um 21:45 Uhr leitet RTL mit einem so genannten Townhall Meeting den TV-Wahlkampf ein. Bei diesem aus den USA stammenden und dort traditionell erfolgreichen Konzept erhalten Wähler die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die oder den Kandidaten zu stellen, entweder in der Sendung oder via Internet bzw. Videobotschaft. Moderiert wird diese, von SpiegelTV und RTL koproduzierte Sendung von Maria Gresz und Peter Kloeppel. Damit ergibt sich grundsätzlich eine offenere und spontanere Darstellung des Kandidaten und seiner politischen Ansichten als bei den klassischen Duellen oder politischen Diskussionsrunden. Auch bei den Kandidaten selbst kommt dieses Format in der Regel gut an. ?Politikern ist das Townhall-Format lieber: die Fragen sind nicht so scharf, es gibt keine bissigen Nachfragen, es simuliert Bürgernahe?, so der Medienexperte Michael Spreng. Ausserdem käme dieses Konzept Angela Merkel mit ihren Stärken zugute, da sie die Fähigkeit habe, in Einzelgesprächen (und nichts anderes stellt dieses Format im Grunde dar) authentisch, humorvoll und schlagfertig zu sein, meint Gerd Langguth, Politikwissenschaftler und Merkel-Biograf. ?Sie ist eine Erklärkanzlerin?, stellt er zusammenfassend fest.

Man kann festhalten, dass dieses Format ein weiteres Instrument des Wahlkampfes ist und somit zur Vielfalt beiträgt, was dem Format positiv anzurechnen ist. Für mich stellt sich hier allerdings die Frage des Amateurjournalismus. Sind Bürger in der Lage mit ihren Fragen eine kritische Sicht auf die Politik der einzelnen Parteien zu ziehen? In Deutschland werden ja immerhin noch Parteien gewählt und nicht nur diese eine ?Erklärkanzlerin?. Ich denke, um diese kritische Sicht über die Parteipolitik zu geben, bedarf es eben ausgebildeten Journalisten, die auch in der Lage sind, geladene Fragen zu stellen ohne das Neutralitätsprinzip zu vergessen.

Quellen:

http://www.medienhandbuch.de/news/rtl-chefredakteur-peter-kloeppel-zum-townhall-meeting-mit-kanzlerin-merkel-am-sonntag-24753.html

http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Fernsehen-Town-Hall-Meeting-RTL;art15532,2799558

Neue Sendung für Stefan Raab

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Qualität5 Kommentare »

Spätestens seit „Schlag den Raab“ kennt jeder den ProSieben Moderator Stefan Raab. Ab dem 13.März wird er eine weitere Sendung auf ProSieben moderieren.

Diese Sendung erinnert an „Schlag den Raab“. Nur das Stefan nicht selber an den Wettkämpfen teilnimmt. In Jeder Show soll ein Star gegen einen Herausforderer aus dem Publikum antreten. Es handelt sich dabei um Stars wie den Ex-Handballer Stefan Kretzschmar. Der Gewinner der ersten Sendung gewinnt 50.000 Euro. Auch der Name der Sendung “ Schlag den Star“ ist wohl an “ Schlag den Raab“ angelehnt. Bis jetzt sind vier Folgen dieser neuen Sendung geplant.

Der ProSieben-Geschäftsführer Thilo Proff sagt dazu, dass Stefan Raab in zehn Jahren auf ProSieben zum erfolgreichsten Show-Innovator im deutschen Fernsehen geworden sei. Mit“ Schlag den Star“ mache er den Zuschauern ein spannendes Jubiläumsgeschenk.

Meiner Meinung nach wäre eine neue Idee  um einiges spannender, als ein im Grunde genommen bereits bestehendes Format als Jubiläumsgeschenk zu verkaufen. Gut, Stefan Raab bringt Einschaltquoten aber ich finde es wird auch Zeit für ein neues Moderatorgesicht bei ProSieben. Ich schaue mir zumindest lieber  Max Giermanns Interpretation von Stefan Raab bei Switch Reloaded an.

Wir werden sehen, was die neue Sendung bringt. Auf jeden Fall eine höhere Einschaltquote und irgendwo muss die ja herkommen.

Quellen:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-01/12866374-stefan-raabs-neue-show-schlag-den-star-auf-prosieben-007.htm

http://www.netzeitung.de/entertainment/1254017.html

http://newsticker.sueddeutsche.de//ist/id/374647

Unveröffentlicht

geschrieben von in Allgemeines, Internet2 Kommentare »

Seit Mitte November gibt es eine Website, auf der unveröffentlichte Texte auf ihre zweite Chance warten: www.nicht-erschienen.de .

Die Seite wird verwaltet von Tanja Schwarzenbach, Journalistin und Ines Alms. Tanja Schwarzenbach begann nach einem zweijährigen Volontariat bei der Sueddeutschen Zeitung als Redakteurin zuarbeiten. Allerdings kündigte sie die Stelle nach eigenen Angaben wegen „zu viel Produktion und zu wenig schreiben“. Nun arbeitet sie in Deutschland als freie journalistin, an ihrer Promotion und natürlich an ihrem Internetprojekt.

Anstoß für die Website war, dass die Sueddeutsche Zeitung einen Text von Tanja Schwarzenbach über die Fotografin Rachael Dunville nicht drucken wollte. Somit veröffentlichte die Journalistin ihre Arbeit kurzer Hand auf dieser Website.

Die Seite ist in Ressorts unterteilt: Politik, Kultur und Leben. Desweiteren gibt es Überlegungen, auch unveröffentlichte Hörfunkbeiträge und unveröffentlichte Kurzfilme anzubieten.

Die Idee hinter der Website ist völlig unkommerziell. Entdeckt ein Blatt auf dieser Website einen Artike oder einen Text, den das Blatt abdrucken möchte, wird an Schwarzenbach und Alms keine Provision gezahlt. Um die Website zu finanzieren wird allerdings überlegt, ob unveröffentlichte Werbung gegen Bezahlung auf der Seite plaziert werden solle.

Meiner Meinung nach ist das ein großartiges Projekt. Es wird so viel hochwertiges geschrieben, was letztendlich nicht gedruckt wird. Wäre doch schade, wenn das einfach im Papierkorb landet. Außerdem stellt die Website auch eine Chance dazu dar, dass die Texte doch noch gefunden und gedruckt werden.Mich hat es auf jeden Fall gefreut, zu lesen, dass die Website jeden Tag einige hundert neue Leser hat.

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Nichterschienen;art15532,2709264

Verkauf des Berliner Verlags

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Printmedien, Qualität, Zeitschriften, ZeitungskriseKommentare deaktiviert für Verkauf des Berliner Verlags

Die Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg hat der Montgomery Mecom-Gruppe für 152 Millionen Euro den Berliner Verlag abgekauft.

Der britische Investor hat diesen 2005 für 180 Millionen Euro von der Holtzbrinck-Verlagsgruppe erworben. Der Investor hat sich wohl am deutschen Regionalzeitungsmarkt verschätzt. Montgomery soll hoch verschuldet sein. Seine Sparpolitik und sein Renditeziel waren in den Redaktionen allerdings unbeliebt.

Viel interresanter finde ich jedoch, dass mit diesem Verkauf nun drei führende Regionalzeitungen Deutschlands unter einem Verlag geführt werden. Denn im Kölner Verlag erscheinen schon der „Kölner Stadtanzeiger“ und die „Frankfurter Rundschau“ und mit dem Verkauf jetzt unter anderem auch  die “ Berliner Zeitung“.

Da stelle ich mir die Frage, auf welche Bereiche sich nun die Zusammenarbeit beziehen wird? Um die Kosten zu senken sind weitreichende Kooperationen ja zu erwarten. Finden wir jetzt in drei Zeitungen Artikel, die von den gleichen Journalisten geschrieben werden?

Die Gerüchte um ein gemeinsames Newsdesk wurden schon hart dementiert. Dass nun aber der Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“ Uwe Vorkötter auch die „Berliner Zeitung“ leiten soll, spricht in meinen Augen eher für diese eben angesprochene enge Zusammenarbeit. Er selber behauptet hingegen, dass die beiden Blätter publizistisch eigenständig blieben und eine sinnvolle Zusammenarbeit erst noch ausgearbeitet werden müsse.

Durch den Verkauf erwirbt die Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg neben der „Berliner Zeitung“, das Stadtmagazin „tip“, die Boulevardblätter „Berliner Kurier“ und die „Hamburger Morgenpost“ wie auch die „Netzeitung“. Zusammen haben die Blätter eine Millionen Leser pro Tag.

In meinen Augen ist da eine Zusammenarbeit zwischen den Blättern notwendig. Nur so können die Kosten gesenkt werden. Wenn diese Zusammenarbeit, wie Vorkötter versichert, die publizistische Eigenständigkeit sichert, sehe ich da auch kein Problem. Was dabei auch zu berücksichtigen ist, ist die Tatsache, dass es sich dabei um Regionalzeitungen handelt, welche zwingend unterschiedliche Inhalte publizieren müssen. Zudem sollen die 900 Beschäftigten der deutschen Mecom-Gruppe übernommen werden. Was aus meiner Sicht auch für die Eigenständigkeit der Blätter spricht.

Nur frage ich mich, wie der Kölner Verlag das finanzieren will. Gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit mit dem einbrechenden Anzeigenmarkt.Ich hoffe, dass trotz dieser Tatsache die publizistische Eigenständigkeit gewährt bleibt.

Quellen:

Kölner kaufen „Berliner Zeitung“ (13. Januar 2009); Spiegel online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,600944,00.html

Montgomery beendet Deutschland-Abenteuer ( 7.Januar 2009) ; Spiegel online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,600003,00.html

„FR“ -Chef nennt Sparpläne „Quatsch“ ( 12. Januar 2009); Spiegel online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,600774,00.html

Kein Platz für Kompromisse?

geschrieben von in Allgemeines, Medien und Politik, Medienkritik, Printmedien, Qualität, Zeitschriften9 Kommentare »

In der ersten Ausgabe des Spiegels in diesem Jahr habe ich einen interessanten Artikel gefunden, indem es um den Konflikt zwischen  politischem Inhalt einer Zeitung und ihrer wirtschaftlichen Rentabilität geht.

Die israelische Zeitung „Haaretz“ wurde international bekannt durch ihr Eintreten gegen die israelische Besetzung der Palästinensergebiete. Die englischsprachige Internetseite der Zeitung wird pro Monat eine Million Mal besucht. In Israel selber hat die Zeitung nur 66.000 Leser. Denn die Kompromissbereitschaft der Zeitung gegenüber den Palästinensern ist in Israel nicht gern gesehen.

Nun steckt “ Haaretz“ in Geldsorgen. 2006 wurden schon 25 Prozent an den Kölner Verleger Alfred Neven DuMont verkauft. Dieser hebt besonders den Aspekt hervor, dass die Zeitung Anstrengungen unterstützt, die einen Frieden Israels mit den arabischen Nachbarn zum Ziel haben. Doch wegen der Geldsorgen beginnt sich die Zeitung zu verändern. Ihre politische Grundline solle allerdings nicht verändert werden, versichert Alfon, der Chefredakteur. Die Zeitung soll zum Tabloid Format wechseln ( in Form und Bild angelegt an Boulevardzeitungen).

Mir ist dieser Artikel besonders ins Auge gefallen, weil mir dabei bewusst wurde, wie die Interessen der Leserschaft eine Zeitung verändern können, denn nur so kann sie wirtschaftlich rentabel bleiben. Fast jeder hier in Europa würde wohl den selben Inhaltspunkt der Zeitung wichtig finden, den auch der deutsche Verleger ins Zentrum rückt, nämlich eben die Sicherung des Friedens beider Nachbarn. Dies sieht man ja auch an den vielen Aufrufen der Internetseite. Die Leser in Israel scheinen die politische Richtung der Zeitung allerdings nicht zu vertrteten. So kommt es also zu einem Interessenkonflikt. Vertritt die Zeitung weiterhin so radikal ihre bisherige politische Richtung, wird sie wohl wirtschaftliche Probleme bekommen. Aber sollte sie nun eben diese ändern?

Meiner Meinung nach ist es aber fraglich, ob die Änderung des Formats das gewünschte Ergebnis liefert und so muss zwangsweise gehandelt werden, damit das Blatt weiterhin bestehen kann. Allerdings hoffe ich für die Zeitung, dass es ohne inhaltliche Änderung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kommt. Denn ich finde es ehrlich gesagt sehr schlimm, wenn man etwas nur aus wirtschaftlichen Gründen inhaltlich ändern würde.

Quelle: Spiegel, Ausgabe vom 29.12.08

FC Bayern contra ?Sport Bild?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für FC Bayern contra ?Sport Bild?

Nachdem die ?Sport Bild? Auszüge aus dem Vertrag von Bastian Schweinsteiger veröffentlich hatte, erklärte die Mannschaft in einem von allen Spielern des Vereins unterzeichneten Brief, dass sie vorerst nicht mehr mit dem Blatt zusammenarbeiten werde. Es werde keine Interviews mit Mitarbeitern der ?Sport Bild? mehr geben. Ebenso hat Trainer Jürgen Klinsmann angeordnet, dass Redakteure der Zeitung an Pressekonferenzen, an denen er persönlich teilnimmt, nicht mehr anwesend sein dürfen. Als Reaktion hat das Magazin eine Unterlassungserklärung bezüglich der Veröffentlichung von Vertragsdetails abgegeben.

Diesem Streit liegt meiner Meinung nach der Konflikt zwischen Pressefreiheit einerseits und den Interessen einer Person oder Gruppierung andererseits zugrunde.

Denn auf der einen Seite fühlen sich Personen angegriffen, es werden teilweise falsche und überzogene Berichte veröffentlicht und somit Menschen bloßgestellt oder verletzt. Viele Berichte stellen einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der betroffenen Personen dar. Haben öffentliche Personen kein Recht auf Privatleben?

Aber ist das auf der anderen Seite nicht das Los, mit dem eine Person leben muss, wenn sie in der Öffentlichkeit steht? Könnte man nicht damit argumentieren, dass Menschen wie Schweinsteiger durch ihr immenses Gehalt schließlich mehr als gut für derartige Unannehmlichkeiten entlohnt werden? Ist es also berechtigt, deswegen einzelne Blätter gänzlich zu boykottieren?

Für mich viel gravierender ist der Aspekt der Manipulation der Öffentlichkeit. Denn wird die öffentliche Meinung durch den Ausschluss einer oder mehrerer Zeitungen durch eine daraus folgende einseitige Berichterstattung nicht beeinflußt?

Für mich lassen sich diese Fragen nicht eindeutig klären. Wir befinden uns hier meiner Meinung nach in einer moralischen Grauzone.

Quellen:

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,587834,00.html

Zum Fall Jürgen Emig: Ist der hr wirklich das Opfer?

geschrieben von in Fernsehen, Medien und Politik, Qualität1 Kommentar »

Anfang Oktober diesen Jahres wurde Jürgen Emig, der frühere Sportchef des hessischen Rundfunks, wegen Untreue und Bestechlichkeit vom Landgericht Frankfurt zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Emig legte Revision beim Bundesgerichtshof ein.

Der 63 jährige Jürgen Emig soll laut Urteil Produktionskostenzuschüsse von Sponsoren und Sportveranstaltungen erhalten haben, diese aber nicht vollständig an den hr weitergeleitet haben. Über die von seiner Frau gegründete Tarnfirma SMP soll er zwischen 2001 und 2003 mehr als 300.000 Euro kassiert haben. Emig behauptet allerdings, dass der Sender seine Aktivitäten zur Geldbeschaffung für die Produktion von Sportsendungen ausdrücklich gebilligt habe. Emig soll also über Jahre hr- Sportsendeplätze an Verbände und Vereine verkauft haben. Somit wirft dieser Prozess die Frage nach der journalistischen Unabhängigkeit auf.

Helmut Reitze, hr-Intendant, sagte aus, dass er Emig im Juli 2003 verboten habe, zusammen mit seiner Frau Atlanta Killinger Produktionsgelder zu besorgen, weil es da einen Interessenkonflikt gebe. Er habe die sogenannten Beistellungen zur Finanzierung von Sportsendungen bereits im Jahr 2004 abgeschafft. Durch den Prozess rückt auch die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Mittelpunkt. Der hr erklärt auf www.hr-online.de, dass seit 2005 Wirtschaftsprüfer jährlich alle Buchungsvorgänge des hr untersuchen. Außerdem seien die Führungskräfte erneut auf die Einhaltung der Richtlinien zur Trennung von Werbung und Programm hingewiesen worden.

Emig spricht von neuen Zeugen aus den Reihen des hr und wirft der Rundfunkanstalt vor, die frühere Praktik der Beistellung sei ?im Grunde Schleichwerbung? gewesen. Das erste Urteil des Frankfurter Landgerichts erklärt jedoch den hr als Opfer. Ob an Emigs Anschuldigungen etwas dran ist, wird das Revisionsverfahren zeigen.

Meiner Meinung nach geht es für den hr vor allem darum, seine Vertrauenswürdigkeit wiederherzustellen. Es stellt sich für mich in diesem Zusammenhang generell die Frage, ob die Methode, Sponsorengelder für TV- und Rundfunkproduktionen zu verwenden, bei einer öffentlich-rechtlichen Anstalt moralisch vertretbar ist. Schliesslich finanziert sich eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt durch staatliche Gelder, die über Gebühren eingezogen werden. Wer garantiert, dass Sponsoren über das Finanzieren von diversen Sendungen nicht Einfluss auf das Programm nehmen und damit das Prinzip der Öffentlich-rechtlichen ad absurdum geführt wird?

Quellen:

http://www.hr-online.de/website/derhr/home/presse_meldung_einzel.jsp?rubrik=4820&key=presse_lang_35401016

http://www.sueddeutsche.de/kultur/888/308830/text/

http://www.netzeitung.de/medien/1210818.html

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