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Facebook-Account für mein Baby! Top oder Flop?

Es ist nicht ungewöhnlich, auf diversen sozialen Netzwerken mal die eine oder andere Verrücktheit zu finden. Mal erblickt man Accounts mit putzigen Hundegesichtern als Profilfoto, weil Frauchen oder Herrchen ihre Haustiere dementsprechend verewigen wollen. Mal erstellen Leute Accounts für ihre Abiturballkleider. O-Ton: „In Echt bin ich noch schöner.“ Ob dieser Spaß mit Tieren nun moralisch korrekt ist oder nicht, das sei mal dahingestellt. Hunde, Katzen oder Wellensittiche können sich ja schließlich nicht wehren. Sie können nicht den Mund öffnen, um zu protestieren. Zum Glück. Aber bewegt man sich noch auf legalem Grund, wenn Eltern ihr ungeborenes Baby  bei Facebook anmelden? Im Namen ihrer Tochter Postings veröffentlichen? So, wie die werdenden Eltern aus Texas, USA? Der neue Trend in der Internetgesellschaft hat die neueste hippe Idee hervorgebracht. Gehen Sie mit ihrem Baby online. Am Besten noch ungeboren. Ein Fötus, sowie ein Baby, können sich nämlich auch nicht wehren. Mehr oder weniger freiwillig wird Marriahs, das ungeborene Mädchen aus Texas, Werdegang auf Facebook minutiös dokumentiert. Sie hat bereits beachtliche 100 „Freunde“, die kuriose Kommentare zu den von den Eltern bereitwillig hereingestellten Infos abliefern. Beispielsweise heißt es in der Rubrik Infos, Arbeitgeber: Gott. „Ich bin ein ziemlich guter Kicker“, steht unter Hobbys geschrieben. Wieso erstellt die Facebook-Elterngeneration einen Account für ihre Tochter? Sind sie so ignorant, dass sie die Konsequenzen nicht erwägen?

„Ich bin ein ziemlich guter Kicker“

Sicherlich ist diese Tat auch mit viel Humor zu verstehen. Dennoch sollte man die Folgen von unbedacht veröffentlichten Fotos und Informationen Ernst nehmen. Einmal im Meer des Netzwerks und nie wieder aus den Wellen heraus. Der elektronische Fingerabdruck surft auch alleine weiter.

 

www.merkur-online.de, Stand: 12/06/11

URL: http://www.merkur-online.de/nachrichten/welt/facebook-trend-account-ungeborene-babys-zr-1268389.html

 

Atomausstieg 2021- Es hat sich ausgestrahlt

21 Großdemonstrationen in der ganzen Bundesrepublik. Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Kiel, Bremen, Hannover, Göttingen, München, Fürth, Landshut, Mannheim, Freiburg, Ulm, Bonn, Münster, Essen, Mainz, Dresden, Magdeburg, Güstrow, Erfurt. Mehr als 160 000 Menschen demonstrierten am 28. Mai 2011 für den Atomausstieg. Während die Demonstranten sich für die vorläufig letzten Demonstrationen zusammenfinden, wird in Berlin derweil hitzig debattiert. Nicht um den Atomausstieg, denn bis spätestens 2022  soll das letzte Deutsche Atomkraftwerk vom Netz gehen, so heißt es. Merkels Energiewende wird jedoch nicht wie erwartet freudig begrüßt. Im Gegenteil, die Opposition fürchtet eine Revisionsklausel und fordert einen Atomausstieg mit eigenen Bedingungen. So ganz koscher scheinen die Regierungspläne nicht zu sein. Erst vor knapp sieben Monaten ließ die Koalition den Ausstieg aus dem Automausstieg verlauten. Auch auf Seiten der Bevölkerung bleibt die Skepsis hartnäckig hängen. Auf der Internetseite www.ausgestrahlt.de rufen die Organisatoren mit ihrem Flugblatt „Mogelpackung“ zu bundesweiten Montags-Aktionen auf. Die BürgerInnen vertrauen der Bundesregierung nicht, selbst wenn der Ausstieg nach der Stilllegung von sieben Atomkraftwerken sicher zu sein scheint.

Weitere zehn Jahre kann es jederzeit auch in Deutschland zu einer Katastrophe wie in Fukushima kommen. Bis dahin ist Fukushima wieder vergessen und die jetzt beschlossenen Laufzeitverkürzungen können wieder zurückgenommen werden. (ausgestrahlt e.V., Jochen Stay)

Der Atomausstieg wirft viele komplizierte Fragen auf, die es im Laufe des Beschlusses zu beantworten gilt. Kann der Ausstiegsplan rückgängig gemacht werden? Wie wird die wirtschaftliche Lage Deutschlands aussehen? Welche regenerativen Energien sollen ausgebaut werden? Und was passiert letztlich mit den Atommeilern?

Nicht zuletzt die Katastrophe in Fukushima zeigte der Welt die Machtlosigkeit der Menschen gegenüber Naturkatastrophen. Videoaufnahmen  von der Tsunami-Welle wurden im Internet und Fernsehen verbreitet. Die Menschen konnten fast live mit verfolgen, wie die Welle große Teile Japans zerstörte. Wenn selbst das erdbebengewohnte Land Japan nicht sicher ist gegen solche Katastrophen, so fragt man sich, wie sieht die Zukunft Europas aus? Reicht der mutmaßliche Tod des Terrorchefs Osama Bin Laden nicht aus für zahlreiche Racheangriffe gegen westliche Staaten?

Das dreimonatige Moratorium sollte alle deutschen Atommeiler auf ihre Sicherheit überprüfen. Tatsächlich hat die Untersuchung der Meiler nichts mit einer Experteneinschätzung zu tun gehabt. Einzig die Mitarbeiter der jeweiligen Standorte berichteten über ihre eigenen AKWs, sodass keine objektive Beurteilung zu Stande kam. Die Berichte der Untersuchungskommission führten nun zur Schließung von sieben AKWs.

Eine gefürchtete Revisionsklausel gebe es nicht, der Ausstieg sei also bis 2021 sicher. Es soll höchstens bis 2022 nur noch ein Atommeiler im Stand-by-Betrieb für Engpässe bei der Stromversorgung bleiben.

Die Webseite www.ausgestrahlt.de beobachtet jeden Schritt der Regierung kritisch. Interessant ist zu untersuchen, wie die Reichweite und der Einfluss dieser Webseite ausfällt. Aus welchen Gründen registrieren sich NutzerInnen? Sicherlich, um sich in erster Linie zu informieren. Dennoch sollte die Frage erörtert werden, inwieweit Deutschland zu einer Protestkultur wird. Wie stark ist das Internet dabei involviert?

Viele Demonstrationen werden auch auf sozialen Netzwerken wie z.B. „Facebook“ oder „StudiVZ“ ausgerufen. Vergleicht man nun die Reichweite der Webseite mit dem von sozialen Netzwerken, so könnte man eine wissenschaftliche Studie über die Beteiligung der NutzerInnen an Atomausstiegs-Demonstrationen erörtern. Die Forschung ist interessant für Internetportale. Wird es zukünftig immer einfacher, Menschen über das Internet zu mobilisieren? Das Medium Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung, sodass von der fast zeitgenauen Berichterstattung aus Japan, bis hin zur kurzfristigen Demonstrationen, möglich ist.

Im Bereich der Nutzungsforschung sollten Web-Surveys durchgeführt werden. Sowohl die NutzerInnen auf mehreren sozialen Netzwerken, als auch die der www.ausgestrahlt.de Webseite.

Das Nutzungsverhalten der UserInnen soll dabei ermittelt werden, im Hinblick auf die Häufigkeit der Nutzung und die Aktualität der Meldungen(für Protest-Aktionen in jedweder Form).

Quellen:

– www.spiegel.de

URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,765595,00.html

Stand: 31/05/11

– www.ausgestrahlt.de

URL: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/protestpost.html

Stand: 31/05/11

T2E – Talk to the enemy

Talk to the enemy ist der erste Videoblog, der eine neue Streitkultur lanciert und somit eine Grundlage für Debatten im Internet bietet. Die Plattform startete bereits im August 2010 und gewann das Ideenwettbewerb „Scoop“ des Axel Springer Verlags. Das neue Konzept soll zwei verfeindeten Lagern eine Möglichkeit bieten, Konflikte argumentativ und diplomatisch vorzutragen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, sich zu registrieren, um die eigene Meinung zu Videoblogeinträgen zu äußern.

„Richtig streiten – Besser verstehen“

Mit solchen Slogans wirbt die von Katrin Eigendorf und Sabine Streich entworfene Plattform für besseren Umgang mit heiß diskutierten aktuellen Themen. Zwei gegnerische Gruppen mit jeweils fünf MitgliederInnen stellen ihre selbstgedrehten Videoblogs, für alle zugänglich, online. „Lässt sich Gewalt und Terror religiös rechtfertigen?“ ist das aktuelle Thema. Angesichts der rasanten Verbreitung von Terror – Schlagzeilen, aktuell Osama Bin Ladens Tod, ist es nicht verwunderlich, dass solche Inhalte vor allem im Internet große Wellen schlagen. Das Projekt soll provozieren, da zum Beispiel Themen wie „Arm gegen Reich“ dargestellt werden. Zwangsläufig polarisiert dies und führt zu angeregten Diskussionen, welches von einem Experten überwacht wird. Eigendorf und Streich wollen junge Menschen schulen und dazu motivieren, auf hohem Niveau zu debattieren.

Der Videoblog überzeugt mit interessanten Beiträgen und ist ein idealer Ort, um journalistische Qualität auszubauen. Junge Menschen können ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem richtigen Bloggen üben und haben die Chance, ihrer eigenen Stimme auch ein Gesicht zu geben. Dieses Portal unterscheidet sich insofern von anderen  Foren und Blogs, dass sich Amateure zum aktuellen Weltgeschehen mit selbst produzierten Videos äußern können. Im Vergleich zur Plattform „Youtube“, bietet T2E einen angemessenen Rahmen, um junge Talente zu fördern.

„Konflikte sind der Urstoff journalistischer Arbeit. Das Projekt hat uns überzeugt, weil es das Potenzial hat, eine neue Streitkultur zu entwickeln und so auch eine junge Zielgruppe anzusprechen.“ Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie

Das Auskunftsrecht bietet die Möglichkeit, jederzeit Auskunft über die von der Axel Springer Akademie gespeicherten Daten zu bekommen. Einziger Kritikpunkt stellt das Recht des Betreibers dar, die von NutzerInnen hochgeladenen Beiträge unter Angabe der Urheberkennzeichnung weitergeben zu dürfen. Vorsicht ist geboten, denn wer später seinen Beitrag irgendwo anders liest, sollte sich nicht wundern. Das Projekt T2E soll nach einem Jahr Laufzeit (seit August 2010) eingestellt werden.

Quellen:

 

André Hellers „Magnifico“

Wer schon immer mal ein Einhorn sehen wollte, ist hier richtig.

http://www.magnifico-show.com/index.php?id=42

„Eine Wucht der Ästhetik“, ZDF aspekte

„Das neue bunte Wunderding“, Die Rheinpfalz

1947 wird das Genie André Heller geboren und versprüht seitdem seine künstlerische Energie in der ganzen Welt. Allein sein letztes Kunstwerk „Magnifico“ raubt manch einem den Atem. Absolut sehenswert und spektakulär präsentiert Heller in München die Weltpremiere seiner phantastischen, märchenhaften Illusionsbühne.

Vom Prosa-Lyrik und Liederautoren bis hin zum Co-Autoren der TV-Samstag-Hauptabendkultsendung „Wünsch Dir was“ (1967-1971). Vom Chansonnier bis hin zum Intendanten, André Hellers Talente sind unendlich. Und das freut das Publikum, denn seine neue Show ist sowohl für Jung als auch für Alt eine Entführung in magische Welten voller Fabelwesen, ferne Universen und harmonisch-skurrile Träume.

Diese Show beeindruckt nicht nur mit sagenhaften Pferdekünsten, atemberaubenden Meisterartisten, sondern auch mit überraschenden Lichtelementen. So als hätte sich Heller persönlichen auf die Suche nach allen Kindheitsphantasien gemacht und letztlich 30 bizarr-schöne Szenen realisiert. „Magnifico“ ist eine Weltreise mit wunderbaren Souvenirs aus dem Abend- und Morgenland. Von drehenden Derwischen bis zu exzentrischen japanischen Künstlerinnen und einer zu Leben erwachten Hand. Alles was das Herz begehrt.

Magnifico ist bis 13. März in München zu sehen, anschließend in Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, Zürich, Frankfurt und Wien.

Quellen:

(Stand: 11.02.11)

The A-Team: Dschungelcamp

Das Highlight des Jahres 2011 – die Crème de la Crème des Unterhaltungsfernsehens – das Tüpfelchen auf dem I oder einfach: Das DSCHUNGELCAMP.

Wer nun leugnet, dieses Spektakel gesehen zu haben, lügt ohne Zweifel. Tatsächlich ist das diesjährige Dschungel-Gemetzel in Australien, besser bekannt unter SAW 3D VIII Reloaded ein voller Erfolg für RTL. Wir wollten sie schwitzen sehen, die Z-Promis und ja, das haben wir. RTL lieferte uns eine grandiose 16-tägige Dokumentation menschlicher Abgründe. Im Finale am vergangenen Samstag wurde der würdige Dschungelkönig Peer Kusmagk gekürt. Ab Tag 8 bis zum Schluss durften die ZuschauerInnen für 50cent ihre Stimme abgeben, somit mussten erst Frank Matthée, Eva Jacob, Gitta Saxx, Rainer Langhans, Mathieu Carrière, Indira Weis und schließlich Jay Khan gehen. Sarah Knappik verließ freiwillig das Camp.

Peer Kusmagk alias per Tränen

Der symphatische Emo fand seinen Platz in den Herzen der Zuschauer mit rührenden emotionalen Auftritten. Er war der Einzige, der das Mitgefühl in uns hervorbrachte und sich zur absoluten Nr. 1 in einem gelben Stretch-Body für immer in der TV-Landschaft verewigte. Sein Support bei Sarahs beinahe „Steinigung“, angezettelt von Jay, und die liebe Geburtstags-Überraschung für Gitta Saxx zeigte uns, dass in ihm ein wahrer Gentleman steckt. Ehrliche Haut oder heimlicher Fäden-Zieher?

Die Zweit-Platzierte Katy Karrenbauer und der Dritt-Platzierte Thomas Rupprath(alias Bademeister) verblassen im Schein des glorreichen Königs.

Jay Khan alias Gay-äh-Jay

Um sein Image zu retten, sind ihm auch Flüsterattacken mit Indira recht. Das dies alles aufgezeichnet wird, muss der gestandene Medien-Profi doch wissen? Weit gefehlt. Spätestens kurz vor seinem Rauswurf ist klar: Die Love-story zwischen Indira und ihm ist nicht ganz koscher. Man fragt sich bisweilen, wie weit ein Promi gehen darf, um sich selbst zu vermarkten. Eines ist sicher: Falschheit und Aggressivität gegenüber anderen rächt sich. Wer sich verbal nicht auseinandersetzen kann, gehört nicht ins Fernsehen.

Mathieu Carrière alias Drama-Queen

Pathetischer und überaus dramatischer Kniefall – welche Frau wünscht sich das nicht. Nun ja – situationsabhängig kann es auch mal durchaus negativ gemeint sein. Als Carrière Sarah K. anflehte das Camp zu verlassen, um den Camp-BewohnerInnen, sich und ihrer „angeknacksten Psyche“ einen Gefallen zu tun, werden die ZuschauerInnen nicht vergessen. War dieser spontane Ausbruch berufsbedingt (da Schauspieler)vorhersehbar oder war er schon so weit in den Intrigen verstrickt, dass er sich gezwungen sah, sich der Gruppenmeinung anzupassen?

Rainer Langhans alias Der Einsiedler

Er kam, sah und verließ das Camp. Ohne bleibenden Eindruck? Man sah ihn öfters milde-lächelnd vor sich hin sinnieren. Man wusste, er dachte sich seinen Teil, wurde aber von RTL kaum ins Rampenlicht gerückt. Besser gesagt, gar nicht. Er blieb dennoch bis zum Schluss relativ friedlich analysierend.

Sarah Knappik alias Sarah K. – Zickenstar

An manchen Tagen getarnt als Zebra (im Gesicht) und an manch anderen als wehrhafte, fleischgewordene Vegetarierin.

Erfolgreich setzte sie sich zur Wehr, bis Tag 12 alle Dschungelbewohner außer Peer Kusmagk ihre Disqualifizierung forderten oder selbst alle gehen wollten. Sie ging freiwillig – mehr oder weniger mit Würde – ließ aber zum Abschluss eine Bombe platzen. Jay Khan soll sie vor der Show um eine inszenierte Love-Story gebeten haben. Dies habe sie abgelehnt und sich somit selbst zu Jay Khans Erzfeind Nr.1 gemacht. Inszenierung oder feige Intrige?

Wir erinnern uns also an die abenteuerlustigen 11 Kandidaten, die unter extremen Bedingungen, das muss man ihnen zusprechen, im australischen Dschungel 16 Tagen ausharren mussten.  Am Ende waren es nur noch drei. Aber der Weg zum Ziel veranschaulicht, wie weit Menschen gehen oder aber auch getrieben werden, wenn sie isoliert von der Außenwelt und mit gänzlich unterschiedlichen Charakteren miteinander auskommen müssen. Es erinnert mich zum Teil an „Das Experiment“ – wo die Situation zwischen Wärter und Gefangene ebenso eskaliert.

Quellen:

  • RTL, Das Dschungelcamp 2011
  • Kuzmany, Stefan, Im Angesicht der Kreatur

URL: http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,742438,00.html

(Stand: 31.01.11)

(Stand: 31.01.11)

Steffen Hallaschka- Stern TVs neues Gesicht

„Stern TV ist meine Traumformat.“

Steffen Hallaschka übernahm am 12.Januar 2011 die Rolle des smarten Moderators im Stern TV und löst damit Günther Jauch nach 20 Jahren Fernsehgeschichte ab. Auf den ersten Blick scheint Hallaschka eine jüngere Version Jauchs mit ebenso sympathischem Augenzwinkern zu sein.                                                © Stefan Gregorowius/RTL

Doch wer ist denn dieser junge Mann mit dem jungenhaften Hundeblick? Der Sohn eines ehemaligen SPD-Mitgliedes und eines Lehrers und der Bruder des heutigen Merian-Chefredakteurs Andreas Hallaschka, wuchs schon früh mit Politik und Medien auf. Den ersten Kontakt mit dem Rundfunk hatte er als Mitarbeiter für den hessischen Rundfunk(Radio unfrisiert). Später moderierte er mit Holger Klein beim Jugendradio Fritz die Morningshow. In einer seiner letzten Sendungen moderierten sie auf Helium und redeten wie die Schlümpfe. RTL braucht sich dahingehend wohl keine Sorgen zu machen, ein junges Talent sichert das große Erbe von 3 Millionen Zuschauern.

Seit 2006 moderierte er das Verbrauchermagazin Markt im NDR. In einer seiner letzten Sendungen informierte er über Abzocke beim Städteverlag und ging der Frage nach, ob der Euro ein Preistreiber sei. Vor sieben Jahren moderierte er für den WDR die Sendung Kanzlerbungalow – ein Politikformat für junge Erwachsene.

„Es ist die große Kunst der Moderation, im Fernsehen nahbar zu sein. Und trotzdem tut ein Moderator gut daran, am Ende doch nur die eigene Medienperson in den Ring zu schicken.“

Ein interessantes Statement für einen Mann, der sich nun vor einem Millionen-Publikum beweisen muss. Authentizität und Nähe zum Publikum sind heutzutage sehr gefragt. Darauf legt Hallaschka großen Wert. Der „Männer-Tausch“ Jauch(„Sonntagabendtalk“, ARD) gegen Hallaschka ist also quasi ein Nullsummenspiel. Beide sind witzig, unterhalten und sichern die Aufmerksamkeit der ZuschauerInnen. Wir sind gespannt, wie Steffen Hallaschka seine Reifeprüfung übersteht.

Quelle:

Ralf Geißler(Text) und Jan Zappner(Bild), Schwiegermutters Traum in: Das Medienmagazin journalist, Rommerskirchen, Nummer 1 Januar 2011

The Truman Show

Im April 2010 wurden in Ungarn die seit 8 Jahren regierenden Sozialisten mit vernichtender Mehrheit von der rechts-konservativen Fidesz-Partei abgelöst(2/3 Mehrheit). Nun regiert der Ministerpräsident Viktor Orbán seit knapp 10 Monaten erstmals nach 20 Jahren postkommunistischer Geschichte ohne Koalitionspartner. Durch den Niedergang der Sozialisten(19,3%) und den zusätzlichen Einzug der rechtsextremen Jobbik-Partei ins Parlament, welche bekannt sind für ihre rassistischen, antisemitischen und Roma-feindlichen Ambitionen, machte Ungarn Nägel mit Köpfen.

Die Früchte dieser Regierung ernten Jung wie Alt nun mit dem neu in Kraft getretenen Medienzensuren ab dem 01.Januar 2011. Ein Medienrat soll eingerichtet werden, bestehend aus fünf Mitgliedern der Regierungspartei, und die nationale Medien und Kommunikationsbehörde(NMHH) sollen hohe Geldbußen an private Rundfunkbetriebe, Zeitungen und Zeitschriften sowie Online-Medien verhängen, welche „nicht politisch ausgewogen“, bedrohlich „für die allgemeinen Interessen“ oder „öffentlichen Sitten“ sind. Zudem haben die Journalisten ihre Informationsquellen offen zu legen, sobald die nationale Sicherheit in Frage steht.

Offensichtlich versucht hier der Staat bessere Kontrollen einzuführen, gefährdet dabei aber die Gewaltenteilung, Demokratie – und Europas Ruf. So sehen Merkel und Co. europäische Werte und rechtsstaatliche Prinzipien im Umgang mit Medien in Gefahr. Hoppla – hat sich da nicht jemand zu weit aus dem Fenster gelehnt? Wir erinnern uns an das Jahr 2007, CDU, CSU und SPD beschlossen gegen die Stimmen von FDP, Grüne und Linke, eine Vorratsdatenspeicherung einzuführen. Vom 01.01.2008 – 02.03.2010 war nachvollziehbar, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat, auch der jeweilige Standort des Benutzers konnte ermittelt werden. Allerdings hielt sich die Empörung über EU-Werte seitens Regierung in Grenzen.

Dass dabei das Brief-Post und Fernmeldegeheimnis, die Würde des Menschen und etliche andere Grundrechte angegriffen werden, regte keine Gemüter auf. Seitens der Bevölkerung schon, denn niemand will als potentieller Terrorist gesehen und beobachtet werden. Sowohl in Deutschland, als auch letztlich in Ungarn will der Staat nun ihre Bevölkerung überwachen und entsprechend maßregeln, wenn nötig. Wer aber darf eine Norm bestimmen? Sicher ist, diese Zensurmaßnahmen missachten die Grundprinzipien der Demokratie und den Geist der Freiheit, ferner bedrohen sie die Presse- und Meinungsfreiheit.

Schade ist auch die zu erwartende Selbstzensur, da viele Rundfunkanstalten mehr oder weniger unter normalen Bedingungen schon um ihre Existenz kämpfen müssen, ein Bußgeld würde ihren sicheren Ruin bedeuten. Ferner wird die staatliche Agentur MIT ab März das öffentliche Fernsehen, den Rundfunk und den Internetauftritt Ungarns mit Nachrichten versorgen, scheinbar um jeglichen Protest im Keim zu ersticken. Künftig soll es auch keine reinen Musiksender mehr geben, denn alles, ob Wort oder Musik, soll zu mindestens 20% magyarischen(ungarischen) Ursprungs sein.  Wenn schon Zensur, dann schon richtig, so stellen sich das die rechts-populistischen Akteure wohl vor.

Ja, sie bemüht sich, die Regierung Ungarns. Genügend Spielraum für Interpretationen bietet die biegsame Gesetzesvorlage glücklicherweise, denn nichts freut die Herzen der“Quasi-Stasi“ mehr, als noch dazu jeden Bediensteten der Regierung oder öffentlichen Institution binnen zwei Monaten ohne jegliche Begründung entlassen zu dürfen.

Jetzt noch ein Mal für alle Regierungen zum mitschreiben, weder die Medienzensur in Ungarn, noch die EU-Richtlinie zur Wiedereinführung eines Gesetzes der Vorratsdatenspeicherung gewinnt das Vertrauen der WählerInnen. Ohne Frage, Ungarn hat ihre ausufernde Rechte zu bändigen und Deutschland das beharrliche Glauben an potentielle Terroristen unter ihren BürgerInnen.

Quellen:

  • Michael Frank: „Es stellt Zensur wieder her“, In: www.sueddeutsche.de

URL: http://www.sueddeutsche.de/medien/ungarn-reaktionen-auf-mediengesetz-es-stellt-zensur- wieder-her-1.1044678

(Stand: 14.01.2011)

  • „Ungarischer Presse droht Maulkorb“, In: www.spiegel.de

URL: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,735895,00.html

  • „Rechtskonservative holen Zwei-Drittel-Mehrheit“ , In: www.spiegel.de

URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,691146,00.html

(Stand: 14.01.2011)

  • „Berlin warnt Ungarn vor Missachtung der EU-Werte“, In: www.welt.de

URL: http://www.welt.de/politik/ausland/article11783655/Berlin-warnt-Ungarn-vor-Missachtung-der-EU-Werte.html

(Stand:14.01.2011)

  • „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!“, In: www.vorratsdatenspeicherung.de

URL: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/static/portal_de.html

(Stand: 14.01.2011)

Was kostet die Welt?…der öffentlich-rechtlichen.

Muss ich. Muss ich nicht. Muss ich. Muss ich nicht…..So oder so ähnlich geht es in den Köpfen unserer lieben MitbürgerInnen vor. Große Verwirrung herrscht bei den Trierer Neuzugängen, da jetzt wohl die allermeisten ihren Erstwohnsitz in Trier angemeldet haben. Nun trudeln die GEZ Anmelde-Anträge bei vielen ein und verlangen eine Gebühr von 17,98 Euro.

Selbstverständlich regt sich in uns sofort der Widerstand, denn nicht umsonst wurde „Wutbürger“ von der Gesellschaft zum Wort des Jahres 2010 gekürt. Die Zeiten der Revolution sind angebrochen:  das Bahnprojekt-Fiasko veranschaulichte uns jüngst, dass der Staat nicht immer freiwillig preisgibt, wo denn das ganze Geld für Prestige-Projekte hergezaubert wird. Aber dies ist nun ein anderes Thema, kehren wir zu den Rundfunk-Gebühren zurück, die jeder und jede BürgerIn zu zahlen hat. Soweit so gut.

Neulich montags im Bus wurde ich zufällig Augenzeugin einer hitzigen Diskussion. Eine Kommilitonin beschwerte sich lautstark über die Behörden, die sich anmaßen, den GEZ-Antrag an ihre alte Adresse ihren Eltern zu schicken und noch dazu von ihr verlangen, für ein „neuartiges Rundfunkgerät“, also ein PC/Notebook oder Internet-fähiges Handy eine Gebühr zu bezahlen. Berechtigterweise empört, da dieses Gerät, laut ihrer Aussage, zum einen beschädigt war und zum anderen besaß sie gar keinen Internet-Anschluss und letztlich auch kein Geld für zusätzliche monatliche Kosten.

„Betroffen sind nur Privathaushalte, die weder ein Radio noch einen Fernseher angemeldet haben und auch mit keinem Autoradio angemeldet sind, sondern beispielsweise nur einen internetfähigen PC oder ein UMTS-Handy zum Empfang bereithalten.“

Auch wenn man gar kein Internet-Anschluss besitzt, dies besagt ausdrücklich die GEZ-Homepage. Meiner Kommilitonin im Bus hätte ich verraten können, dass sie von den Gebühren befreit ist, da sie Empfängerin von Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz ist und nicht bei den Eltern lebt. Befreit werden auch alle diejenigen, die sonstige Empfänger von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, etc. sind, sowie Seh- oder Hörbehinderte Menschen. Aber die Uhr tickt und 2013 ist es schon soweit, niemand kann sich jetzt noch vor den Gebühren drücken, das neue Gesetz verlangt von allen Haushalten die 17,98 Euro, ausgenommen HartzV-EmpfängerInnen. Und jetzt kommt es faustdick, auch Haushalte ohne jeglichen Fernseher oder Radio. Selbst Seh-oder Hörbehinderte werden zur Kasse gebeten. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Man fragt sich bisweilen, worin die Öffentlich-Rechtlichen die 7,6 Milliarden Euro pro Jahr investieren?

Grundlage dieser Reform bildet die Annahme, das die neuartigen Rundfunkgeräte fähig sind, Radio und Fernsehen mobil zu empfangen. Der Entwicklung der Medien haben wir dies also zu verdanken, aber weit gefehlt, zum krönenden Abschluss kommt die Stellungnahme des ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust hinzu: „Mit dem neuen System werde die Privatsphäre besser geschützt“. So dürfe die Gebühreneinzugszentrale in Zukunft bei Einwohnermeldeämtern die Adressen eintreiben, sie aber nicht mehr mit „Adressenhändlern vergleichen“. Ein Tropfen auf dem heißen Stein. In einer Umfrage im Focus 45/2010(Sind sie der Auffassung, dass Sie für die 17.98 Euro ein gutes Programm bekommen?) sind 42-63 % der WählerInnen nicht zufrieden mit dem Programm der öffentlich-rechtlichen Sender.

Quellen:

Printmedien: Focus-Ausgabe 45/2010

Online: www.focus.de „Jeder zahlt, aber nicht mehr“ (Stand: 04.01.11)

www.gez.de (Stand: 04.01.11)