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Let’s find some friends nearby!

…Und schon wieder arbeitet Facebook an einem Feature, das uns dabei helfen soll, soziale Kontakte via Internet zu erweitern, oder besser gesagt, bereits das Knüpfen eben solcher Kontakte zu ver“facebook“lichen. Denn diese neuste Funktion ( „Find Friends Nearby“ genannt) soll uns Nutzern ermöglichen herauszufinden, welche Menschen sich gerade im unmittelbaren Umkreis befinden. Wozu haben wir eigentlich noch Augen und unseren Mund? Aber nun gut, erst einmal eine genauere Erläuterung:

Facebook arbeitet an der so genannten „Find Frieds Nearby“ Funktion, die bisher allerdings noch nicht richtig zu funktionieren scheint. Womöglich ein Grund dafür, dass diese noch nicht offiziell der Öffentlichkeit schmackhaft gemacht worden ist. Allerdings ist es bereits möglich über den Browser www.fb.com/ffn  und über die App die noch nicht voll funktionstüchtige Facebook Innovation zu benutzen. Sobald man diese aufruft, kann man überprüfen, wer sich in 3,2 km Umgebung befindet- egal ob es sich dabei um sogenannte Facebook friends handelt, oder nicht. Voraussetzung ist nur, dass der virtuelle und auch reale „Gegenüber“ auch gleichzeitig diese Applikation nutzt. Möglich wird dies durch das Abrufen von GPS Daten. Bis zwei Stunden nach dem letzten Check-In werden dann im zwei-Minutentakt die narby friends aktualisiert.

 „Interessant ist das auf Partys oder auf einer Messe – oder um endlich mal die Nachbarn kennenzulernen. Auch zum Kennenlernen in Bar, Restaurant oder Diskothek ist es spannend: Man kann anhand des Facebook Profils und der angegebenen Interessen direkt prüfen, wen man gerne kennenlernen möchte, und wen besser nicht.“1

Solche Aussagen sollten uns doch so langsam zu denken geben. Mediengesellschaft hin oder her –  eine Gesellschaft lebt von ihren direkten, sozialen Kontakten. Und wenn wir nicht einmal mehr in der Lage dazu sind, unserem Nachbarn „hallo“ zu sagen, bevor wir nicht sein Facebook Profil auf Gründe die dagegensprechen könnten durchstöbert haben, dann sollten wir uns doch fragen, wo diese Sozialisation per Internet noch hinführen wird. Wo genau verbirgt sich der Vorteil von FFN? Vielleicht bin ich auch zu kritisch und man kann dem Ganzen doch etwas Positives abgewinnen. Fragt sich nur was daran gut sein soll, wenn mein Hintermann im Kino weiß, wie ich heiße, wer ich bin. Natürlich bin ich nicht dazu verpflichtet meine Standorte preiszugeben, beziehungsweise überhaupt (zu viele) Informationen über mich im Internet zu verbreiten. Aber so still und heimlich wie diese weitere Facebook Erweiterung erscheint, so still und heimlich könnten ja auch die GPS Tracks irgendwann online und ohne unser Wissen oder geschweigedenn unsere Zustimmung verbreitet werden, während wir uns in vollkommener Anonymität wiegen… eigentlich ist die Vorstellung, dass man überhaupt von Anonymität im Zusammenhang mit dem Internet oder Facebook spricht ja ohnehin schon paradox. Vielleicht müssen wir uns einfach damit abfinden. Also auf geht’s – let’s find some friends nearby…

 

 

1http://www.computerhilfen.de/news/friendshake-facebook-zeigt-friends-nearby-06822.html, Stand vom 25.06.2012

 

http://www.cio.de/news/cio_worldnews/2012/2885221/index.html

https://apps.facebook.com/nearbyfriends/

http://www.sueddeutsche.de/digital/neue-geo-funktion-find-friends-nearby-facebook-kennt-den-mann-von-nebenan-1.1392967

Es ist nicht alles „live was live“ !

Als am Mittwoch den 13.06.12 der Fußballklassiker Deutschland- Niederlande über mehrere Millionen Bildschirme fußballbegeisterter (oder sagen wir mal solcher, die sich von der Euphorie der  Europameisterschaft auch in deren Bann des Ballsports ziehen lassen) Zuschauer flackerte, zauberte eine Szene der 22. Spielminute wohl den meisten von ihnen ein Lächeln ins Gesicht – ein kecker, kaugummikauender Bundestrainer Joachim Löw stupst einem Balljungen heimlich von hinten den Fußball aus der Hand, schmunzelt und hebt diesen schnell wieder auf.

Ein Tag später, am 14.06 morgens um 11:09 Uhr, erscheint auf www.stern.de ein Artikel, in dem über dieses amüsante „Zwischenspiel“ berichtet wird. Im Nebensatz wird allerdings angemerkt, dass Vermutungen über ein nachträgliches Einblenden der Szene anstehen. Und selbst Jogi, der kurz nach dem Spiel von dem ZDF Reporter Michael Steinbrecher auf seine Einlage angesprochen wurde, bemerkte nur, dass sie wohl unmittelbar vor dem Spiel stattgefunden haben müsse. Steinbrecher jedoch korrigierte Jogi und die Szene erhielt kurze Zeit später bereits die ersten Klicks auf youtube und wurde in sozialen Netzwerken „gehyped“.

Doch sollte man vielleicht manchmal ein wenig kritischer mit solchen Details umgehen. Denn bereits wenige Stunden später, nämlich um 21:07 Uhr, erschien auf derselben Internetpräsenz vom Stern ein Artikel mit folgender Überschrift: „Aufgezeichnete Bilder von Löw und Balljungen: UEFA-Fehler führt Millionen in die Irre“. Eigentlich bedarf diese eindeutig Falsifikation der für uns alle so sympathischen Geste von Jogi keine weiteren Erläuterungen mehr- dennoch, hier kurz und knapp: Stern fragte direkt bei UEFA nach und erhielt die ehrliche Aussage des Europäischen Fußballverbundes, dass sich die Szene etwa 15-20 Minuten vor dem Spiel ereignete und wohl nachträglich von der Produktionsfirma HBO eingespielt wurde. Nun wird gemutmaßt, dass das nachträgliche Einblenden den Eindruck der guten Laune während der EM bestärken sollte. So wurden beispielsweise parallel Plakate von Abgeordneten der Grünen mit Protestaufschriften gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine gar nicht erst gezeigt. Und wenn man so recht überlegt, dann hätten uns eben auch diese fehlenden Proteste/ Aufschriften bereits aufmerksam machen sollen…aber das ist wiederum ein anderes Thema.

 

Abschließend bleibt wohl zu sagen, dass selbst Live nicht immer Live ist. Die Medien haben uns um einmal mehr gezeigt, wer in einer höheren Position ist – außer nachfragen und nachforschen und hoffen, dass solche fehlerhaften Realitätsabbildungen irgendwie ans Licht kommen, können wir ohnehin nichts tun. Nun gut, die Moral von der Geschichte, spätestens am nächsten Sonntag, wenn Deutschland gegen Dänemark spielt und natürlich auch gewinnt (…) werden wir vielleicht den nächsten „Jux“ von der UEFA untergejubelt bekommen, wir werden es höchstwahrscheinlich wieder einmal nicht bemerken und die Freude über einen weiteren Sieg der deutschen Nationalmannschaft wird all diese Realitätsverfälschungen übertrumpfen… Ach, und Jogi ist und bleibt weiterhin Trainer der Herzen, mit oder ohne Comedyeinlage.

 

Quellen:

http://www.youtube.com/watch?annotation_id=annotation_141866&src_vid=lm0iHLqQzmI&feature=iv&v=qSyd6Q3GWLo

http://www.stern.de/sport/fussball-em/em-2012/entspannter-bundestrainer-jogis-jux-mit-dem-balljungen-1840817.html

http://www.stern.de/sport/fussball-em/em-2012/aufgezeichnete-bilder-von-loew-und-balljungen-uefa-fehler-fuehrt-millionen-in-die-irre-1841010.html

http://www.welt.de/sport/fussball/em-2012/article106599305/Loews-Spaesschen-mit-dem-Balljungen-war-ein-Fake.html

 

Radio La Colifata – „Radio des liebenswerten Verrückten“

„ Samstags machen sie hier ihr Radio.

Und das Erstaunlichste ist: Die Welt hört zu.“ [1]

Sie-  das sind Patienten der größten Nervenheilanstalt Argentiniens, der Borda in Buenos Aires. In diesen über 170 Jahre alten maroden Mauern fehlt es an Vielem, nur nicht an Kreativität und Menschen, die etwas bewegen wollen. So war es im Jahr 1991 der damalige Psychologiestudent Alfredo Olivera, der anstatt selbst bei einem Radiosender von seiner Arbeit und dem Alltag in einer Psychiatrie zu erzählen, einfach die Patienten zum Interview mitnahm und berichten ließ. Nach großen Interesse der Hörer etablierte er die Radiostation „Radio La Colifata“, die weltweit erste Radiostation, die von psychisch kranken Menschen betrieben wurde[2].

Jeden Samstag von 14:30 bis 19:30 Uhr [3] moderieren, erzählen, dichten, zitieren oder musizieren seit mittlerweile mehr als 20 Jahren die Patienten des Hospitals, die gemeinsam mit Alfredo und seinen Mitarbeitern selbst Themen zusammenstellen und ausarbeiten. Die Radiostation, die zur nichtstaatlichen Bürgerinitiative „ La Colifata, Salud Mental y Comunicación“ gehört, macht es sich zur Aufgabe, Wissen über psychische Krankheiten zu vermehren, soziale Kränkung psychisch kranker Menschen zu vermindern und stattdessen durch Integration in das soziale Leben mehr Toleranz zu schaffen. [4]

Die Erfolge und das Erreichen dieser geforderten Toleranz zeigt sich darin, dass LT22 Radio La Colifata bis heute immer noch aus dem Hospital Borda in Buenos Aires sendet und man auf der Internetseite www.lacolifata.org einzelne Sendungen als Stream hören kann, die Facebook Seite des Radios heute  130 573 Fans hat und das Projekt und ihre Initiatoren schon viele nationale und auch internationale Preise gewonnen haben.  Außerdem stehen Radio Colifata und der Musiker Manu Chao in enger Zusammenarbeit –er steuerte die Titelmusik zur Radiosendung bei und besucht die Station immer wieder. Ein Film, der die Patienten von der Borda Klinik begleitend und beobachtend über zehn Jahre lang gedreht wurde, zeigt zum Ende des Films sogar ein Konzert von Manu Chao, an dem er gemeinsam mit einigen psychisch kranken Menschen musiziert. [5]

Genau das traut sich bei Weitem nicht jeder! Und zeigt uns, wie sehr Medien zur sozialen Integration beitragen. In diesem Falle tun sie allerdings noch einiges mehr:

Sie bieten Menschen ein Sprachrohr, um ihre eigenen Gefühle und Erfahrungen preiszugeben, oder, um mit Musik, Dichtkunst oder Humor eben ihre Krankheit zu überlisten und der Realität für wenige Stunden der Woche zu entfliehen. Das Wichtigste ist allerdings, dass die Welt zuhört und sie ernst genommen werden. Das Publikum nimmt sie als würdevolle Menschen wahr, so wie sie es auch sind und verdient haben behandelt zu werden, allerdings leider noch nicht immer angesehen werden.

Da das Radio La Colifata immer mehr Nachahmer (zum Beispiel in Costa Rica und Italien) findet, besteht eine Chance, diese positiven Ziele mit Hilfe des Mediums Radio weiterhin zu verfolgen und zu verbreiten.

Alles andere als SCHWEIG-sam, der Til

Til Schweiger, der wohl bekannteste und sympathischste „Macho“ Deutschlands hat sich innerhalb der letzten Wochen alles andere als schweigsam in den Medien präsentiert – ob eine Rolle in einem neuen Kinofilm, eine zukünftig neue Rolle als Kommissar oder aber als Querdenker und einen- über- den- Durst- Trinker.

Die zeitnächste Meldung über Til Schweiger ging mit der Meldung über den Kinostart der Komödie „Happy New Year“ am vergangen Donnerstag in Deutschland zusammen: Verschiedene Menschen, verschiedene Leben und verschiedene Bedingungen an die Silvesternacht. Ob als Organisator einer Party am Times Square, einen steckengebliebenen Fahrstuhl in der Silvesternacht und viele andere Versuche, den Silvesterabend perfekt zu verbringen . Zu dem schauspielerischen Aufgebot gehören Größen wie Robert de Niro, Hilary Swank, Halle Berry und gemeinsam mit einer Hand voll anderer hochkarätiger Akteure auch der deutsche Schauspieler Til Schweiger, der im Film alles daran setzt, dass sein Kind das Erstgeborene im neuen Jahr ist und ihn um 25000Dollar reicher macht.

Während der deutsche Vorzeigemacho in der amerikanischen Produktion eine kleine Rolle spielt (kleine Anmerkung: Laut FilmKritikTv wurde extra eine deutsche Version des Trailers geschnitten, damit Til nicht nur namentlich erwähnt wird, sondern auch kurz zu sehen ist ¹), wird er im nächsten Jahr im Hamburger Tatort als Kommissar eine Hauptrolle spielen:

Nachdem der nordische Tatort mit dem ersten deutsch türkischen Kommissar, gespielt von Mehmet Kurtulus, die Erwartungen an die Quoten nicht erfüllen konnte und der dieser bereits im März des Jahres seinen Austritt aus der Serie bekannt gab, wurde nun offiziell vom ARD bestätigt, das Til Schweiger der neue Kommissar wird und ab September 2012 bei den Dreharbeiten aktiv werden wird. Seine Freude über die Zusage des Schauspielers tut der Sender auch öffentlich, und vor Allem überbetont, kund: So sagt der Intendant des NDR Lutz Marmor: „Die Besten gehören ins Erste. Der ‚Tatort‘ ist Deutschlands TV-Krimi Nr. 1. Ich freue mich sehr, dass wir den erfolgreichsten deutschen Kinostar für den NDR-‚Tatort‘ aus Hamburg gewinnen konnten.“ ²

Doch nicht nur seitens der Produktion herrscht dieser Einklang mit der neuen Besetzung, denn Til selbst, der jahrelang in Hamburg gewohnt hat und dessen Kinder mit Mutter Dana dort beheimatet sind, ist immer schon ein großer Fan von Schimanski gewesen und daher umso begeisterter, jetzt selbst als Kommissar auftreten zu dürfen. Auch der zukünftige Tatort Kollege Prahl, der bislang gemeinsam mit Jan Joseph Liefers im Münsteraner Tatort die besten Quoten einspielt, glaubt, dass in Til großes Potential stecken könnte:  „Til knackt die magische 12-Millionen-Marke.“ ³

Doch wie immer hagelt es nicht nur positive Reaktion auf die neue Besetzung. Die BILD beispielsweise tituliert einen Bericht mit: „Hier stirbt ein Tatort Kommissar für Til Schweiger“4. Zudem ist das Profil Schweigers durch seine typische Besetzung als arroganten Frauenheld und die da mitschwingende Konnotation eine große Herausforderung für ihn. Wird er glaubwürdig sein, oder setzt das Erste deutsche Fernsehen hier auf einen modernen Kommissar, der, wie auch Tatortkollegen in Münster und Frankfurt, eben auch menschlich, triebgesteuert und emotional handeln kann, um, wie es sich bereits bewährt hat, auch das jüngere Publikum anzusprechen.

Diesen Typus Mensch zeigte Schweiger kurz nach der Verkündung auf der Verleihung des Querdenkers, der ihm aufgrund seiner gradlinigen und eigenen Art und Weise der Schauspielerei und Regieführung verliehen wurde. Hier nahm er beschwipst und lallend den Preis entgegen, schlabberte einem Kollegen über die Wange und begründete diesen Vorfall im Nachhinein mit der unratsamen Mischung aus Wein und Zahnschmerzmittel. Doch gerade diese kleine Eskapade hat doch nur einmal mehr gezeigt, dass die Auszeichnung als Querdenker verdient war, denn wenn Til Durst hat, dann hat er Durst, und wenn er Lust auf Wein hat, dann trinkt er eben ein Glas, oder auch zwei, drei, vier.  Ist es nicht das, was ihn so sympathisch macht? Jedenfalls muss er keine Angst haben, dass sich das deutsche Publikum deswegen von ihm abgwendet. Im Gegenteil, es wird umso interessanter zu sehen sein, wie der gutaussehende Schauspieler, Rollenmacho und Querdenker in Zukunft seine Rollen meistern wird und vor Allem, wie er die neue Aufgabe bei der Hamburger Kripo umsetzt und das Publikum mal wieder für sich gewinnen wird und selbst die vorherrschende Skepsis beseitigen wird.

Da können wir nur hoffen, dass wir uns nicht irgendwann doch einmal an Til satt und schweig- sam sehen werden!

 

 

 Quellen [11.12.2011]

http://www.fr-online.de/leute/til-schweiger-der-mann-fuers-grobe,9548600,11261572.html

http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article1829196/Ein-Superstar-will-es-noch-einmal-wissen.html

http://www.daserste.de/tatort/beitrag_dyn~uid,yej40imync76awci~cm.asp

http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5980&key=standard_document_43361948

http://www.stern.de/kultur/film/filmstart-von-happy-new-year-neujahrstrubel-im-big-apple-1760050.html

http://www.focus.de/panorama/vermischtes/til-schweiger-nie-wieder-alkohol-mit-schmerzmittel_aid_690365.html

http://www.morgenpost.de/printarchiv/leute/article1845456/Til-Schweiger-der-Tatort-und-der-Wein.html

 

¹ Deutscher Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=ASOlxK0EszA

² http://www.daserste.de/tatort/beitrag_dyn~uid,yej40imync76awci~cm.asp

³ http://www.berliner-kurier.de/promi—show/prahl-ueber-neuen-tatort-kollegen-kommissar-til-wird-der-quoten-koenig,7169226,11287888.html

 4http://www.bild.de/unterhaltung/tv/tatort/mehmet-kurtulus-stirbt-fuer-til-schweiger-21458456.bild.html?wtmc=go.off.edpick.

Coming Soon!

MY WEEK WITH MARILYN,

ein Kinofilm über das Leben der Schauspielerin, Sängerin und  des Sexsymbols  Norma Jeane Mortensen, alias Marilyn Monroe:

Marilyn, liiert mit Arthur Miller, begibt sich für die Dreharbeiten von  „ The Prince and the Showgirl“ nach England, wo sie gleichzeitig ihre Flitterwochen mit Miller verbringt.  Als dieser abgereist ist, beobachtet der Assistent am Set, Colin Clark, die Interaktion zwischen den beiden Darstellern Monroe und  Olivier, wobei er selbst die wahre Marilyn, die unter dem Druck der Filmbranche zu leiden hat, kennenlernt und sie eine Woche lang aus dieser Hollywoodwelt flüchten lässt.

Neben diesem anspruchsvollen Inhalt, das auf einem Tagebuch über die Dreharbeiten beruht, versprechen auch die Schauspieler ein Meisterwerk: Neben Michelle Williams als Marilyn Monroe werden auch unter Anderem namenhafte Künstler wie Kenneth Branagh, Eddie Redmayne, Judi Dench oder Emma Watson versuchen das Publikum zu begeistern. Die schwierigste Aufgabe dürfte jedoch, was auf der Hand liegt, Michelle Williams haben, die als Schauspielerin, Michelle Williams, eine andere Schauspielerin, Marilyn Monroe, in zwei Facetten darstellen muss. Nämlich einmal ihre Erscheinung als Marilyn in der Öffentlichkeit und in den Medien und zum Anderen ihr reales Ich, die depressive und zugleich leidenschaftliche Norma Jeane Mortensen.

Bereits am 25.11.11 war der Kinostart in dem Vereinigten Königreich-  ein offizielles Release Datum für Deutschland ist leider noch nicht bekanntt. Wir dürfen gespannt sein und hoffen, dass Regisseur Simon Curtis diese Aufgabe geglückt ist.

 

 

 Tip: Auf www.youtube.de kann man sich den englischprachigen Kinotrailer anschauen und einen ersten Eindruck gewinnen!

 

http://www.imdb.de/title/tt1655420/

http://www.imdb.com/title/tt1655420/

http://myweekwithmarilynmovie.com/

 

Die Flucht vor der „Realität“?! Supernanny abgesetzt!

Nun ist es offiziell: Die SUPERNANNY Katja Saalfrank wird nach sieben Jahren Zusammenarbeit mit RTL keine weitere Staffel mehr drehen. Grund dafür, laut Saalfrank, sei die „Entwicklung des medialen Marktes hin zu gescripter, also inszenierter, Realität“[1]. Immer Öfter habe RTL in ihre pädagogischen Maßnahmen eingegriffen, auch gegen „pädagogische Interessen“[2].

Zunächst muss einmal geklärt werden,  in wie weit man bei einem Format wie „Die Supernanny“ überhaupt von einem pädagogischen Gehalt sprechen kann?

Eine studierte Erzieherin wird zu einem beobachtendem Familienmitglied: Katja Saalfrank besucht die Familien und analysiert die Interaktion zwischen Kindern und Eltern. Sie lässt zunächst geschehen und handeln. Was folgt sind die Maßnahmen – sie tritt in ihrer Rolle als Erzieherin auf und gibt den Eltern einen Leitfaden im richtigen Umgang mit den Kindern.

Fragwürdig ist allerdings, in wie weit überhaupt das Verhalten der Kinder natürlich ist.

Denn auch diese merken, dass ständig eine dritte Person im Hintergrund auftritt, neben den vielen Kameramännern. Die Kinder stehen also bewusst unter Beobachtung und ihr Verhalten ist einem Ausnahmezustand ausgesetzt. Und nun soll eben dieses Agieren in einer gekünstelten Sonderform gerügt werden?  Hier liegt bereits der erste Faux Pas des Formats und der inszenierten Realität vor, der gerade einer Pädagogin schon von Beginn ein Dorn im Auge hätte sein müssen. Schließlich werden die Kinder hier zu Akteuren, Hauptdarstellern, was sie, wenn auch nur latent, wahrnehmen und somit ihr Verhalten nicht als alltäglich angesehen werden kann. Wenn nun eben die Hilfestellungen und therapeutischen Maßnahmen der Nanny durchgesetzt werden, wird eben das Handeln vor der Kamera kritisiert und verändert, nicht aber das reale. Lediglich die Maßnahmen sind echt!

Wenn die Rezipienten also, genau wie die Supernanny anscheinend auch, getäuscht werden können und diese inszenierte Realität nicht als eine solche aufnehmen, dann zieht dies weitere Folgen mit sich:

Die Sendung  „Die Supernanny“ wurde laut Medienberichten schon mehrfach verklagt, weil sie Fehlverhalten von Kindern und Elternteilen im Fernsehen zeigt. Dabei handelt es sich nicht nur um verbale, sondern auch um physische Auseinandersetzungen. Dieses Vorführen von Familiengewalt soll laut RTL und Katja Saalfrank die Zuschauer und Familien mit ähnlichen Problemen für die Erkenntnis dieser Missverhalten und der Suche nach professioneller Hilfe „sensibilisieren“[3].

Doch wie soll jemand seine eigenen Fehler erkennen, wenn nicht direkt eingegriffen wird? Sondern, im Gegenteil, dieses offensichtlich falsche Verhalten erst einmal geschehen darf. Vermutlich, weil es den Unterhaltungsfaktor der Sendung ausmacht, was wiederum von sozialer Schwäche seitens der Produzenten der Sendung, als auch seitens der Zuschauer zeugt, die dies amüsant finden?! Abgesehen davon  ist die Tatsache der Sensibilisierung auch insofern nicht glaubwürdig, als dass man erstens immer wieder andere Familienmuster mit anderen Problemen auftreten lässt  und somit eine individuelle Identifikation nicht möglich sein kann, und zweitens, ein Lern Effekt aus einem TV “Reality“ Format wohl nicht der Regelfall ist, vor allem dann, wenn diese pädagogischen Maßnahmen fernab vom Familienalltag liegen. Oder welches Elternteil würde sich gemeinsam mit seinen Kindern in einen Garten stellen und sich gegenseitig auffangen, um eine Vertrauensbasis herzustellen, oder umgekehrt, welches Kind würde seelenruhig auf der allseits bekannten “stillen Treppe“ sitzen bleiben.

Wie kann also ein Format als realistisch anerkannt werden, wenn falsche Verhaltensmuster geschehen lassen werden und man nicht, wie man im „echten Leben“ sollte, direkt einschreitet? Wie kann ein Format als realistisch anerkannt werden, wenn die pädagogischen Maßnahmen nicht alltagstauglich und, ich wage zu sagen, teilweise veraltet sind? Wie kann ein Format als realistisch anerkannt werden, wenn eine nicht zum natürlichen Familienumfeld gehörende Person plötzlich hinzutritt und in den natürlichen Alltag eingreift, so wie es normalerweise nicht der Fall ist?

Nun sollte also erläutert sein, warum „Die Supernanny“ schon seit je her als „inszeniert“ abgestempelt werden kann. Wenn nun selbst RTLs Superpädagogin merkt, dass Erziehung nach Drehbuch nicht möglich ist, dann werden dies, hoffentlich, auch bald die Zuschauer solcher scheinbaren Reality Shows.

Wo soll für Sendern, die diese Formate ausstrahlen, hinführen, wenn nun schon die Schützlinge und realen – Darsteller (ein Paradoxon an sich) dem Sender entfliehen?

 

 

 

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13736884/Die-Super-Nanny-geht-und-das-ist-schade.html, 26.11.2011

 http://www.morgenpost.de/kultur/article1837807/RTL-setzt-Super-Nanny-Katharina-Saalfrank-ab.html, 26.11.2011

 http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,800054,00.html, 26.11.2011

 


 

[1] http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,800054,00.html, 26.11.2011

[2] http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13736884/Die-Super-Nanny-geht-und-das-ist-schade.html, 26.11.2011

 [3] http://www.focus.de/kultur/medien/rtl-stellt-die-super-nanny-ein-saalfrank-hat-genug-vom-trash_aid_688096.html, 26.11.2011

Flash M-/ROB

 „Der Begriff Flashmob […] bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Flashmobs werden über Online-Communitys, Weblogs, Newsgroups, E-Mail-Kettenbriefe oder per Mobiltelefon organisiert.[1] Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive direkte Aktionen zu organisieren.“ 1

Wie diese Definition hergibt, handelt es sich bei Flashmobs also um eine scheinbar spontane Zusammenkunft von Menschen, die sich über Kommunikationsmedien verabreden, um gemeinsam an einem Ort durch eine ungewöhnliche Aktion Aufmerksamkeit zu erregen. Diese Flashmobs wurden in der Vergangenheit, und werden immer noch, oftmals genutzt, um die Mitmenschen zu unterhalten oder um etwas publik zu machen. In diesem Kontext gelangte zum Beispiel der öffentliche Flashmob für den Eurovision Songcontest 2010 ins Auge, wo in den verschiedenen Ländern massenweise Menschen zusammenkamen, um eine Choreographie zu dem Song „Glow“ von der Band Madcon aufzuführen. Dieser europaweite Flashmob wurde live im Fernsehen übertragen. Doch schon zuvor erlangte ein Flashmob besondere Beachtung, an dem sich an einem Tag tausende Menschen in Stockholm versammelten, um eine Choreographie als Michael Jackson Tribute aufzuführen. Diese Welle schwappte auch in andere Länder über und so wurden Videos auf www.youtube.de veröffentlicht, die es ermöglichten, eine Choreographie zu Hause einzuüben und dann gemeinsam bei einem Flashmob aufzuführen (auch in Trier fand ein Michael Jackson Tribute Flashmob statt). Doch nicht nur der künstlerische Aspekt steht im Vordergrund dieser Aktionen, oftmals tragen sie lediglich zur Belustigung und zum Spaß bei, wie zum Beispiel die Flashmob Kissenschlacht vorm Kölner Dom im Jahr 2009.

 Allerdings sollte es bei diesem harmlosen und unterhaltsamen Charakter nicht bleiben. Seit etwa einem Jahr gelangt immer mal wieder eine andere Sorte der Flashmobs in das Interesse der Öffentlichkeit, die diese Menschenaufläufe allgemein in ein schlechtes Licht rückt – nämlich die, bei denen vor Allem Jugendliche zusammenkommen, um gemeinsam kriminell zu werden:

Im Zusammenhang mit diesen gewalttätigen Ausschreitungen wird meist die Stadt Philadelphia genannt. Seit 2010 wird berichtet, dass vor Allem am Abend sich Jugendliche dort arrangiert treffen, um in den Straßen zu randalieren. Jedoch sollte es nicht bei Sachbeschädigungen bleiben. Immer öfter wurden diese Flashmobs genutzt, um Passanten zu verprügeln und somit die Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen. Folge dieser Überfälle ist eine Ausgangsperre für Minderjährige am Wochenende ab 21:00. Doch diese Regelung kann den neuen Trend des kriminellen Flashmobs nicht umgehen, der sich zum Flash R O B entwickelt hat:

Über soziale Netzwerke verabreden sich junge Leute, um zu rauben. Sie stürmen massenweise in Supermärkte, Klamottenläden oder sonstige Geschäfte, „stopfen“ sich wortwörtlich die Taschen voll und flüchten dann wieder gemeinsam schlagartig aus den Läden ohne bezahlt zu haben. In der Gruppe fühlen sich die Jugendlichen dann so sicher und stark, dass sie nicht einmal maskiert agieren, obwohl sie wissen müssten, dass die meisten Märkte mit Kameras ausgestattet sind. Mit Hilfe des Videomaterials wird dann nach den Tätern fahndet. (auf www.youtube.de kann man sich diese Flashrob Videos auch anschauen) Diese Raubüberfälle sind nicht nur aus Philadelphia, sondern auch aus Ottawa und Washington bekannt und immer noch aktuell, wie ein gestriger Fernsehbericht in RTL aktuell (14/11/211) erneut zeigte. 

Eine Mitschuld wird hierbei immer wieder den sozialen Netzwerken gegeben, was auch der Minister für öffentliche Sicherheit in Philadelphia, Everett Gillison, stellt, auf den Punkt bringt: „What is making this unique today is the social media aspect […] they can communicate  and congregate at a moment’s notice“2

Fakt ist, dass die soziale Plattform Facebook den Jugendlichen sowohl bei der Organisation von Flashmobs, als auch bei der Organisation eben dieser kriminellen FlashROBS eine Möglichkeit bietet, sich schnell mit Jugendlichen mit gemeinsamen Interessen in einer bestimmten Umgebung in Verbindung zu setzen und diese Aktionen spontan anzukündigen. Aber es muss nicht der Aspekt der Kommunikation über soziale Netzwerke angeprangert werden, denn, wie wir alle wissen, beabsichtigen das Medium Internet und diese sozialen Netzwerke nicht die Kommunikation und Interkation zum Zwecke der Kriminalität, man kann auch von organisiertem Verbrechen sprechen.

Vielmehr muss hier der Ursache auf den Grund gegangen werden, warum die Communities auf diese Art und Weise und zu diesem „Fremdzweck“ missbraucht werden und zu einer gesteigerten Gewaltbereitschaft und Ausführung dieser in der Öffentlichkeit führt:

Wie kann es überhaupt soweit kommen, dass Jugendliche sich in Massen zusammenfinden wollen, um Mitmenschen zu schädigen, zu verletzen, und sich freiwillig und in aller Öffentlichkeit strafbar zu machen? Woher kommt dieser Aufmerksamkeitsdrang, diese Bereitschaft zu Kriminalität? Und daran anschließen müssen wir die Frage, warum diese wohl heimliche Organisation im Internet niemand auf die Schliche kommt und die FlashROBS verhindert werden können. Kontrollieren Eltern ihre Kinder nicht genug? Wissen Jugendliche zu wenig über den Umgang mit dem Internet und lassen sich mitreißen? Nehmen Sicherheitsministerien die dort entspringende Gewalt nicht ernst genug und sind eben nicht so vertraut mit dem meist genutztem Medium der Tage? Müssten sie nicht mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter kooperieren, um diese Art der Verbreitung krimineller Aktionen zu unterbinden?

Wem auch immer wir die Schuld geben, die These, dass die sozialen Plattformen  wie Facebook und Twitter die Gewalt der Jugendlichen fördern, darf nicht propagiert werden. Denn hinter dieser Entwicklung und hinter den offensichtlichen Gefahren, die eine grenzenlose Kommunikation eben auch birgt, stehen Menschen und Charaktere, die eine falsche Auffassung von sozialer Kommunikation haben und das dafür gedachte Medium Internet für Fremdzwecke missbrauchen und eben viel mehr als Plattform für eine a- soziale Kommunikation nutzen.

 

 


[1] www.wikipedia.de

[2] http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-14466369

http://www.sueddeutsche.de/panorama/philadelphia-ausgangssperre-gegen-gewalt-1.1131700

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2018835/Facebook-Twitter-used-plan-flashrob-raid-Victorias-Secret-store.html

http://observers.france24.com/content/20110823-usa-washington-flash-mob-robberies-youth-crime

http://www.cbc.ca/news/canada/ottawa/story/2011/08/02/ottawa-flash-rob.html