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Liebe im Kino

Wir schreiben die Zeit der Blockbuster.
Filme wie „After earth“ (die geballte Familienladung von Will und Jaden Smith) „White house down“ und „Olympus has fallen“ (zwei Filme bei denen in jeder zweiten Einstellung die amerikanische Fahne gezeigt wird) dominieren die Kinoprogramme. Da fällt es schwer sich für das Medium Kino zu begeistern und mal wieder nachdenklich aus einer Vorstellung zu kommen, weil der Inhalt so packend war.

Doch Gott sei Dank gibt es noch Institutionen, die Kino als Kunstform bewahren. Dazu zählen die Berlinale oder auch die Filmfestspiele in Venedig und Cannes. Letzteres hat dieses Jahr wieder vom
15-26. Mai 2013 stattgefunden, allerdings ohne großes mediales Aufsehen.
Es gab ein paar Beiträge im Radio unter der Rubrik Kultur, aber im Fernsehen ist mir das Spektakel kaum begegnet.
Hängt das vielleicht mit der thematischen Brisanz des diesjährigen Gewinnerfilms der goldenen Palme „La vie d’Adèle“ zusammen?
Der Film des französischen Regisseurs Abdellatif Kechiche erzählt die Liebesgeschichte zweier junger Frauen: vom Kennenlernen über das gemeinsame Zusammenleben bis hin zur Krise, eine ganz normale Beziehungskiste eben.
Dennoch wirkt diese Geschichte besonders spektakulär vor dem Hintergrund der Protestbewegungen in Frankreich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, die am 18.Mai 2013 von dem französischen Parlament legitimiert wurde.
Bei Ausschreitungen kurz nach den Filmfestspielen sollen sich Anhänger der Bewegung Straßenschlachten mit der Polizei geliefert haben und 350 Demonstranten festgenommen worden sein.
Obwohl Jury-Präsident Steven Spielberg keine Parallelen zu den tagespolitischen Ereignissen ziehen will, wird in dieser Szenerie der Film einer lesbischen Liebe geehrt.

Natürlich darf man den gerade dominierenden Kontext nicht zum Auswahlkriterium der Gewinner erheben, dennoch sehe ich die Entscheidung der Jury in Cannes als durchaus positiv an, da sie einen ruhigen und tiefsinnigen Film mit einem absolut aktuellen Thema ausgezeichnet hat.
Er mag nicht jedermanns Sache sein (sei es wegen des Inhalt, oder wegen der Tiefe der Darstellung), aber er ist zum Glück keine Beweihräucherung schon erfolgreicher Filmstars oder (wie schon oft gesehen) der USA in Krisensituationen.

Quellen:

http://www.festival-cannes.fr/en.html (18.06.13; 11:24)
http://www.zeit.de/kultur/film/2013-05/cannes-resumee-vie-adele (18.06.13; 11:00)
http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-05/gewalt-nach-demonstration (18.06.13; 11:25)

Wie Twitter und Facebook die Großen das Fürchten lehren

„Für mich sind die sozialen Medien die schlimmste Bedrohung der Gesellschaft.“ 1
Kurze Preisfrage: wer könnte das gesagt haben? Baschar al-Assad? Wladimir Putin?
Muammar al-Gaddafi?

Es war Tayyip Erdogan,derzeitig türkischer Ministerpräsident,der zurzeit durch seinen autoritären Regierungsstil und das brutale Eingreifen der Staatsgewalt gegenüber ursprünglich friedlichen Demonstranten, von sich reden macht.
Ursache der aktuellen Auseinandersetzungen in Istanbul, Ankara und über 60 weiteren Städten der Türkei, war ein Protest von Naturschützern, die gegen die Entstehung eines weiteren Einkaufszentrums demonstriert hatten, welche die Rodung von Bäumen im Gezi-Park in Istanbul zur Folge gehabt hätte.
Als die Polizei daraufhin mit massiver Gewalt reagierte, entwickelte sich der Konflikt zu einem Massenprotest für die Demokratie und gegen die autoritäre Regierung Erdogans.

Dass die sozialen Medien ein wichtiges Mittel für Transparenz und Unabhängigkeit darstellen und somit über ein gewisses Druckpotenzial verfügen, ist spätestens seit Beginn des Arabischen Frühlings bewiesen.
Somit können sie „die Unterdrücker“ unserer Zeit wirklich noch das Fürchten lehren.

Mittlerweile reicht ihr Einfluss schon so weit, dass in der Nacht auf Mittwoch bei Protesten in der Stadt Izmir über 25 Twitter-User wegen veröffentlichen „irreführender Botschaften“ festgenommen wurden.2
Dieser Angriff auf die freie Meinungsäußerung wird international äußerst scharf kritisiert, besonders mitten im Geschehen von den Demonstranten selbst: sie beklagen die mangelnde Berichterstattung von Seiten der nationalen Medien, die entweder gar nicht oder nur sehr vereinfacht über die aktuellen Proteste berichten.
Für die Verfechter der Demokratie stellen die sozialen Netzwerke die einzige Möglichkeit dar, das Ausland zu informieren und Unterstützung aus demselben zu erhalten.

Gegen diese Willkür muss sich die Weltöffentlichkeit dringend erheben und einen „(#)Aufschrei“ starten.
Also: zückt eure Tablets, Smartphones oder anderen mobilen Geräte und lasst den Worten freien Lauf!

1 Dachsel, F. (2013). Papi fürchtet das Internet. taz.die tageszeitung (NR. 10123,23.Woche,35. Jahrgang), 14.
2 Dachsel, F. (2013). Papi fürchtet das Internet. taz.die tageszeitung (NR. 10123,23.Woche,35. Jahrgang), 14.

-Dachsel, F. (2013). Papi fürchtet das Internet. taz.die tageszeitung (NR. 10123,23.Woche,35. Jahrgang), 14.
-Gottschlich, J. (2013). Hunderte Verletzte bei neuen Protesten. taz.die tageszeitung (NR. 10123,23.Woche,35.
Jahrgang), 2.
-Gottschlich, J. (2013). Willkommen in der befreiten Zone von Istanbul. taz.die tageszeitung (NR. 10123,23.Woche,35.
Jahrgang), 4.

Jugendmedientage 2013 – die Jobs die „irgendwas mit Medien“ machen boomen

Beim morgendlichen Zeitungslesen stolpere ich plötzlich über die Anzeige auf Seite sieben: „Jugendmedientage 2013 in Karlsruhe Berufseinblicke gewinnen, Medien selbst machen“. Im Internet nachgeguckt wird mir klar, dass dies erstens nicht die erste Messe für medienbegeisterte Jugendliche in Baden-Württemberg ist und es zweitens vergleichbare Angebote in Berlin und der Schweiz gibt, die bisher völlig an mir vorbeigegangen sind.

Auf der Website wird mit Berufseinblicken, informativen Workshops und dem Knüpfen hilfreicher Kontakte für die zukünftige Karriere geworben. Es ist alles für die Journalisten, Fotografen, Video – und Radioreporter, Blogger und Redakteure von morgen zugeschnitten und auch das Programm liest sich wie das eines (zugegeben jugendfreien) Kongresses.

Ich weiß gar nicht genau was mich daran so irritiert, vielleicht ist es diese Professionalisierung die stattfindet und so Zielgruppengerecht die ab 14jährigen (das Mindestalter für die Teilnahme) in den Medienberuf führt. Mit solchen Tagungen und Angeboten werden indirekt die neuen Tätigkeiten dieses Berufszweigs in der Gesellschaft legitimiert und offiziell als eigenständiger Beruf anerkannt, was für uns Medienwissenschaftler ja nur von Vorteil sein kann.

Es findet, wie so oft mit den technischen Entwicklungen der Menschheit, eine Veränderung in unserem gesellschaftlichen Denken statt, diesmal wird nicht beispielsweise der Luftraum, sondern der Cyberspace erschlossen und mit ihm zahlreiche neue Jobs.

Dann heißt es im Kindergarten wohl auch nicht mehr: „Wenn ich mal groß bin, will ich Pilot werden.“

Jetzt heißt es: „Wenn ich mal groß bin, will ich Screendesigner werden!“.

 

 

Quellen: http://www.jugendmedientage-bw.de/programm

           (Stand: 17.04.13, 12:58)

 

Brief an die Bundeswehr

Liebe Bundeswehr,

in den letzten Wochen habe ich auf unterschiedlichsten Kanälen Nachrichten und vor allem Werbung von und über euch erhalten: in der Zeitung, im Fernsehen, in diesem Blog und sogar im Kino.
Jetzt reicht es mir langsam!
Ich möchte weder Flugshows von euren hippen Düsenjets , oder eine Gruppe junger dynamischer Soldaten in Camouflageuniformen durch die Wüste robben sehen, noch mir von der Soldatin XY mit ihrem Zahnpastalächeln sagen lassen wie toll sie die Bundeswehr findet .
Ich möchte das nicht und bin der Meinung, dass viele andere meines Alters das auch so sehen!

Ich verstehe, dass ihr nach der Reform im letzten Jahr, die Verringerung der Bundeswehr von 220.000 auf 185.000 Mann1 Mangel an Nachwuchs habt, denn meine erste Idee wäre es nicht nach der Schule freiwillig zur Armee zu gehen.
Wenn ihr euch dann also auf Karrieremessen, auf die Straße oder auch Schulen mit euren Informationsstände hinstellt ist das euer gutes Recht Werbung zu machen, der Auszubildende/Schüler/Unorientierte kann dann selbstständig entscheiden ob er sich euer Beratungsgespräch anhört oder nicht.

Aber wenn ihr Werbespots mit Actionfilmmäßiger Musik, waghalsigen Manövern auf See und tausende glückliche Soldaten im Fernsehen oder Kino zeigt und in der Bravo für ein „Adventure Camp“ werbt (http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/13284),
ist das ein penetranter (man könnte fast sagen manipulierender) Versuch junge Menschen zum Dienst an der Waffe zu verführen, denn das ist ja gar nicht gefährlich und macht voll viel Spaß!

Weil mein Fass nun übergelaufen ist, möchte ich an dieser Stelle sagen: NEIN! Einfach NEIN!
Keine Gewaltverherrlichenden Werbespots und Freizeitcamps mehr, dann habt ihr eben weniger Soldaten zur Verfügung. Vielleicht ist es ja auch ganz gut Deutschlands Sicherheit nicht am Hindukusch zu verteidigen2 und in Krisenherde zu intervenieren sobald die NATO und der Weltsicherheitsrat rufen.
Meiner Meinung nach solltet ihr euch wieder auf eure eigentliche, mittlerweile leider fast schon vergessene, Aufgabe konzentrieren: den Einsatz im Verteidigungsfall.

1Peter Blechschmidt: Werbung für den Wehrdienst; Süddeutsche.de vom 2.2.2011; http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-wird-zum-unternehmen-werbung-fuer-den-wehrdienst-1.1054163 (abgerufen am 22.12.12, 15:24)
2 Struck, Peter (aus seiner Rede im Bundestag über die neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien für die Bundeswehr vom 4. Dezember 2002 )

Internet für alle?

Aufmerksam auf das Thema wurde ich neulich durch einen Beitrag im Deutschlandfunk, es ging um das Internet in Afrika: wie weit ist das World Wide Web dort schon ausgebaut und wie viele Menschen können es überhaupt nutzen?
Für uns gehört es zum Alltag dazu, wir treten durch Mails und soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt, bestellen unsere Weihnachtsgeschenke über Kaufportale und holen uns unser Lernmaterial für die Uni aus dem Internet. Sogar im Arbeitslosengeld Regelsatz wird das Nutzen von Medien (hier vor allem Internet und Fernsehen) einberechnet, es gilt quasi als Grundrecht. 1
Doch was wenn die Benutzung eines Computers und dann noch des Internets viel zu teuer für den Ottonormalverbraucher wäre? Würden wir sofort an den Rand der Gesellschaft katapultiert werden?

Ganz so drastisch sieht es in Afrika noch nicht aus, denn dort haben nur Wenige einen regelmäßigen Zugang zum Internet und die Mehrheit der Bevölkerung weiß noch nicht wie man einen Computer überhaupt benutzt. Es können sich nur die Reichen ein solches Gerät leisten und das heißt noch nicht, dass sie auch zwangsläufig mit dem Internet verbunden sind. In Zahlen: dreizehn Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind regelmäßig online. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 75 Prozent.
Es ergibt sich sogar noch ein weiteres Problem: das Stromnetz ist noch nicht genügend ausgebaut, in Kenia zum Beispiel haben die Menschen nur einige Stunden Strom am Tag, ein Computer würde da gar nicht funktionieren.

Man könnte vielleicht sagen, dass es heute vielleicht besser sei den Wahnsinn des Medienrummels nicht mitzumachen; doch heißt kein Internet heute, keine Beteiligung am Weltgeschehen. Die Bevölkerung Afrikas (wobei man dabei zwischen den reichen, z.B. Mosambik und armen Ländern, z.B. dem Tschad unterscheiden muss) kann nicht auf Wissen und Nachrichten zugreifen, wobei gerade der klassenübergreifende Gedanke dahinter so reizvoll ist:
Kinder aus Bildungsfernen Familien, die nicht zur Schule gehen können, könnten über Online-Portale unterrichtet werden, junge Erwachsene könnten sich auch privat weiterbilden und und und…
Der UN-Generalsekretär Kofi Annan geht laut „Zeit Online“ sogar so weit, auf dem zweiten Weltgipfel zur Informationsgesellschaft in Tunis 2005 zu sagen, dass ein Zugang zum Internet und damit zu freier Information für ein funktionierendes Staatswesen unabdingbar sei.2

Fakt ist: an der Ostküste Afrikas wurde 2009 ein neues Glasfaserkabel über 15.000 Kilometer Meeresboden verlegt, dass Kenia, Südafrika, Mosambik und Tansania mit Europa und Asien vernetzen sollte. Erstmal profitierten davon nur Firmen und wohlhabende Menschen, in Sierra Leone beispielsweise kostete eine satellitengestützte Verbindung mit einer Geschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde 8000 Dollar im Monat. Heute verbinden neun Glasfaserkabel Afrika mit Europa, wobei die Unterschiede in der Qualität, Geschwindigkeit und Nutzung immer noch zwischen den einzelnen Staaten und Regionen riesig sind.

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat Afrika auf jeden Fall einen großen Sprung nach vorne gemacht und vielleicht wird innerhalb der nächsten Jahre auch eine ganz einfache Angestellte in Kenia ungestört im Internet surfen können. Wenn der Strom reicht.

Quellen:
1 Hartz IV Ratgeber (http://www.hartz-iv.info/ratgeber/regelbedarf.html)
(abgerufen am 3.1.13, 15:02)
2 Dürr, Benjamin: Internet in Afrika – Ein Kabel bringt Hoffnung, Zeit Online (http://www.zeit.de/online/2009/33/afrika-internet-      seekabel/seite-2)
(abgerufen am 23.12.12, 16:39)
Rühl , Bettina: Afrika und das weltweite Netz – Chancen und Grenzen der digitalen Revolution, Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1955491/)
(abgerufen am 23.12.12, 16:37)

Ich weiß was du dieses Jahr gemacht hast…

Egal ob wir den Fernseher einschalten oder unsere Mails checken, selbst die FAZ haut sie einem auf ihrer Website um die Ohren: Jahresrückblicke. Sie sind überall!
Und es gibt sie in allen nur denkbaren Kategorien: die Todesfälle 2012, die schönsten bzw. schlimmsten Pärchen, die Bilder des Jahres, die Zitate des Jahres…die Liste ist endlos!
Doch was sollen wir mit diesen Informationen anfangen?
Sollen wir uns besser bzw. schlechter fühlen, weil wir sehen wie es anderen besser bzw. schlechter ergangen ist?
Den einzigen Nutzen den ich in diesen Rückblicken erkennen kann, ist dass wir wichtige Dinge nicht vergessen sollen. Wichtig ist hierbei ein Schlüsselwort!
Ich meine damit nicht das peinliche Kleid, das Angelina Jolie bei der Oscarverleihung trug, oder das neue Tattoo von Lady Gaga.
Ich meine damit zum Beispiel die Präsidentenwahl in Amerika, die Wahl des Politbüros in China, dass die EU den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, die immer noch andauernden Proteste in der arabischen Welt, die Euro-Finanzkrise…auch hier lässt sich die Liste noch lange fortführen.
Dinge, die ab sofort zum Allgemeinwissen gehören und die vielleicht bei der ein oder anderen Trivial Pursuit Frage wieder auftauchen könnten.

Ich bin während des Schreibens an diesem Beitrag zu der Erkenntnis gekommen, dass Jahresrückblicke doch gar nicht so schlecht sind wie ich dachte.
Man muss bloß sehr genau filtern was man wirklich wissen will, sonst startet man in 2013 wieder mit so unsinnigen Informationen wie: Miley Cyrus adoptierte 2012 drei Hunde.
Und das will ja wohl niemand!

Quellen:

Frankfurter Allgemeine/FAZ.NET vom 25.12.12 (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jahresrueckblick-2012/)
(abgerufen am 25.12.12, 18:59)

JOY (http://www.joy.de/stars/klatsch-und-tratsch/a-34041/hunderetterin-miley-cyrus.html)
(abgerufen am 25.12.12, 18:48)

„Neues aus der Anstalt“ – Der Name ist Programm

„Neues aus der Anstalt“ – der Name ist Programm

 

Vor zwei Wochen war es wieder so weit: Urban Priol, als Anstaltsleiter und Erwin Pelzig, als sein Pressereferent luden den Zuschauer wieder in ihre kleine Anstalt ein, wo sie ihrem bitterbösen, aber leider doch so treffenden Sarkasmus über das politische Geschehen freien Lauf lassen konnten:

„Meine Damen und Herren bald ist Volkstrauertag, das Erntedankfest der Rüstungsindustrie!“[1].

Mit dabei unter anderem Griechenland, eine Steilvorlage um über die Finanzkrise herzuziehen, um dann auf das Bankenhaus Goldmann Sachs zu sprechen zu kommen und dem Zuschauer die Wirren des Finanzmarkts zu erklären.

 

All das findet vor einer stark an eine Psychiatrie erinnernden Kulisse statt, aus der immer wieder neue Gäste mit Verhaltensstörung herauskommen, um ihre Portion rabenschwarzen Senfs dazuzugeben, dank deren das Gefühl des Zuschauers noch verstärkt wird sich in einer absoluten Freakshow zu befinden. Erschreckend ist nur, dass dieser Umstand weniger auf das Ambiente, sondern vor allem auf den irren Inhalt der Satiresendung zurückzuführen ist.

Einziger Kritikpunkt ist dennoch die recht vorhersehbaren Schlagabtäusche zwischen Priol und Pelzig, bei denen jedes Wort auf Abruf kommt und es keinen Spielraum für Spontaneitäten und Improvisationen gibt.

 

Seit der Erstausstrahlung am 23.Januar 2007 mit 3,86 Millionen Zuschauern hat sich die vom ZDF produzierte Politiksatiresendung mit  durchschnittlich 2,77 Millionen Zuschauern (2009)[2] einen Namen gemacht und ist für viele schon zum Pflichtprogramm geworden.Einmal im Monat findet dieses  Spektakel statt und bietet dem Zuschauer einen unterhaltsamen Gesamtüberblick über das Weltgeschehen. Dank guter Recherche, weit vernetztem Wissen und bissigem Humor wird die Sendung zu einem Fernseherlebnis der besonderen Art, bei dem (zumindest meinerseits) auch mal die Tränen fließen können (vor Lachen, versteht sich!).

„Neues aus der Anstalt“ ist natürlich kein Ersatz für Tagesschau oder andere Nachrichtenquellen, aber ab und zu die schwerwiegenden politischen Ereignisse komplett durch den Kakao zu ziehen macht einfach unheimlich viel Spaß!


[1]ZDF Mediathek: „Neues aus der Anstalt“  vom 13.11.12 http://anstalt.zdf.de/# [27.11.12, 12:59]

 

[2] Quotencheck: «Neues aus der Anstalt»( http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=38262&p3=)  [19.11.12, 20:00]