eSports – Ein Spiel, das kein Spiel mehr ist

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Rund 50 Millionen Menschen haben das vergangene Wochenende gespannt vor dem Computerbildschirm verbracht. Dabei ging es jedoch nicht um eine neue heiß erwartete Serie, oder gar ein weltpolitisches Ereignis. Sie alle haben zugeschaut, wie andere Computer spielen. Über die letzten Wochen wurde an den vier Standorten Wuhan, Guangzhou, Shanghai und Beijing die Weltmeisterschaft in dem Videospiel League of Legends ausgespielt.

Bereits 2016 standen insgesamt 28 Übertragungen in 18 unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung. Streamingdienste wie Twitch.tv, oder YouTube Gaming zeigen die Spiele live im Internet. Inzwischen steigt aber auch der Fernsehmarkt zunehmend ein. Der deutsche Privatsender SPORT1 sowie die amerikanischen Kollegen von ESPN erweitern stetig ihr Portfolio im Bereich eSports.

Dabei ist dies nur ein Beispiel von vielen.
Counter Strike: Global Offensive, Overwatch, Rocket League, DOTA, FIFA. All diese Spiele werden bereits hauptberuflich professionell gespielt.  Die zu gewinnenden Preisgelder sind längst in die Millionenbeträge geschossen. So wurde beispielsweise ein Preisgeld von insgesamt 24,7 Millionen USD bei der diesjährigen Meisterschaft im Spiel DOTA ausgeschüttet. Das ein großer Teil des Preisgeldes durch die Spielercommunity selbst gezahlt wurde, lässt die Zahl noch surrealer wirken.

Aber wie können diese Nerds überhaupt eine solche Masse anlocken? Es ist die Qualität der Spieler, die sie von der Masse abhebt. Die Teams leben gemeinsam in so genannten Gaming Houses zusammen, die überhaupt nicht mit Wohnungen Gleichaltriger vergleichbar sind. Eigene Bäder für jeden Spieler, Sportplatz hinter dem Haus und natürlich Räume vollgepackt mit leistungsstarken Rechnern, um möglichst unter den besten Voraussetzungen trainieren zu können.

Und trainiert wird reichlich. Täglich verbringen die Profis etwa 8-12 Stunden im Spiel. Dabei werden Strategien mit den Teammitgliedern eingespielt, sowie Techniken verfeinert. Wird mal nicht trainiert, so wird über den eigenen Twitch Kanal das Spiel übertragen. So besteht der Tag wortwörtlich nur noch aus dem Zocken.

Steht ein großes Turnier an, werden die Spieler in die jeweiligen Länder eingeflogen und übernachten in teuren Hotels. Pressetermine sowie stetig aktualisierte Social Media Kanäle sind hier Pflicht.  Dabei ist es auch unabdingbar, die mit Sponsoren vollgepackten Shirts und Hoodies zu tragen.
Computerteile-Hersteller kooperieren bereits mit vielen Teams, um ihre Produkte gekonnt zu platzieren.
Begonnen mit PC Zubehör und extra angefertigten Gaming-Stühlen, steigen inzwischen auch große Unternehmen, wie etwa Red Bull, oder Coca Cola in den Werbemarkt mit ein.

Aber auch echte Sportclubs sind bereits im eSports-Bereich tätig. So haben Vereine wie Schalke 04, Paris Saint Germain, oder Manchester City längst Profisparten für die oben genannten Spiele. Wenn ein Markt gewinn verspricht, scheinen also auch die altehrwürdigen Fußsballclubs einen neuen Weg einzuschlagen.

Ob diese irgendwann die Namensprägenden Fußballvereine in ihrer Popularität und Werbefähigkeit ablösen können, scheint jedoch unwahrscheinlich. eSports gewinnt immer weiter an Bedeutung, hat aber seinen Zenit noch lange nicht erreicht.

Quellenangabe:

https://esc.watch/tournaments/lol/2017-world-championship

https://www.summoners-inn.de/de/news/47481-by-the-numbers-zahlen-der-worlds-2016

http://www.zeit.de/2017/04/computerspiele-geld-umsatz-gewinn-leistungssport

https://www.esportsearnings.com/tournaments

 

 

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