Terror durch die Medien – Angemessene Berichterstattung oder doch Beihilfe zum Terror?

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Montag, 13.11.2017 – zwei Jahre nach den Terroranschlägen in Paris 2015, gedenken die Menschen von Paris den Opfern. Diese Gedenkfeiern rufen unwillkürlich Erinnerungen an diesen Abend zurück, sowohl bei Überlebenden und Angehörigen, als auch bei allen anderen welche die Ereignisse vom 13. November 2015 online und in den Medien mit verfolgt haben.

Rückblickend erinnert sich fast jeder an das Informationschaos in der Nacht vom 13. November 2015. Überall in den sozialen Medien kursierten Beiträge zur Situation während und nach den Anschlägen. Somit auch schockierende Bilder von Verletzten, gar Toten, und Videos wie z.B. Menschen der Schießerei im „Bataclan“ versuchen zu entfliehen.

Diese schockierenden Bilder und Videos wurden von den klassischen Medien, wie den Printmedien und dem Fernsehen, übernommen oder auch selbst erstellt und somit verbreitet. Anstößiges Material wie dieses trägt natürlich zur allgemeinen Panik und Angst der Menschen bei. Die Journalisten spielen damit indirekt den Terroristen in die Hände, weil sie ihnen somit helfen die Medien und die Gedanken der Menschen möglichst lange mit ihren Schreckenstaten zu dominieren.

Hier stellt sich die Frage: Sollten Medien überhaupt noch über diese Anschläge berichten und somit die Angst und Panik der Bevölkerung schnüren?

Angenommen, professionelle Journalisten würden auf diese Frage damit antworten keine Berichterstattung mehr zu solchen Anschlägen zu veröffentlichen, dann wären die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Twitter, immer noch mit Fotos, Videos und Beiträgen überflutet. Nur diesmal kann man sich in keiner Weise auf dessen Wahrheit verlassen. Ob nun gewollt oder nicht, kursieren hier immer viele Spekulationen und Gerüchte welche sich dann nach und nach, durch mehrfaches Teilen, als Fakten durchsetzen und festigen.

Außerdem benötigen solche Extremisten nicht unbedingt die traditionellen westlichen Medien um ihre Taten in die Öffentlichkeit zu drängen. Sie selbst sind in den sozialen Netzwerken aktiv. So werden über mehrere kleinere Propaganda-Accounts, wie z.B. bei Twitter, regelmäßig islamistische Botschaften verbreitet.

Nicht mehr über solche Ereignisse zu berichten wäre also keine Lösung. Man darf nicht die Augen vor diesen Berichterstattungen verschließen, sondern man muss angemessen über solche Themen berichten. Eine angemessene Berichterstattung sollte objektiv über die Geschehnisse informieren und weitgehend auf schockierende Bilder verzichten. Dies schließt auch das Berichten über Hintergründe einer solchen Tat und die ausreichende Aufklärung über die Motive der Attentäter ein.

Im Allgemeinen sollten Journalisten bei diesen Themen auf große Schlagzeilen verzichten und eine Sensationalisierung vermeiden. Die Medien müssen ihrer Verpflichtung nachkommen, die Menschen über solche Anschläge zu informieren, jedoch ohne die Absicht ihre Verkaufszahlen zu steigern.

 

Quellen:

http://meedia.de/2015/12/01/wenn-das-gefuehl-zur-nachricht-wird-wie-medien-auf-die-pr-maschine-der-terroristen-aufspringen/

https://orange.handelsblatt.com/artikel/28048

http://www.sueddeutsche.de/medien/terrorismus-und-journalismus-warum-medien-ueber-den-terror-berichten-1.2540931

https://www.welt.de/debatte/kolumnen/der-onliner/article132733595/Twitter-ist-fuer-den-IS-ueberlebenswichtig.html

Bildquellen: 

http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/So-berichteten-die-deutschen-Medien-ueber-die-Terroranschlaege-von-Paris

http://www.horizont.net/medien/nachrichten/ParisAttacks-Wie-sich-die-Zeitungen-mit-Frankreich-solidarisieren-137437

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