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60 Jahre Bild

Wer von euch hat sich auch so gewundert wie ich, als er vorletztes Wochenende eine Bildzeitung in seinem Briefkasten fand?

Als nichtregelmäßige Bild-Leserin ist es an mir völlig vorbei gegangen, dass dieses Blatt schon 60 Jahre wird. Zuerst wollte ich die Zeitung einfach wegschmeißen, doch dann hab ich gedacht „Wirf doch mal nen Blick rein“. Ich lese Bild nie, vielleicht habe ich diese Zeitung bisher 10 mal in meinem Leben gelesen. Ich kann Menschen nicht verstehen, die Bild als Zeitung lesen und sich ihre politische Bildung daraus ziehen. Für mich ist Bild keine Zeitung, sondern nichts weiter als ein Boulevardblatt. Doch eben diese Bild gewinnt den Henri-Nannen-Preis oder den renommierten Herbert-Quandt-Medienpreis. Da stimmt doch was nicht?!

Bild polarisiert, provoziert und beleidigt. Doch eben ohne diese Bild sähe die Medienlandschaft vielleicht auch sehr langweilig aus. Kai Diekmann, der Chefredakteur der Bild sagt:

Die „Bild“-Zeitung will nicht die beliebteste Zeitung des Landes sein. Journalismus ist auch kein Beliebtheitswettbewerb. Diese Zeitung will unbequem sein, und sie will aufregen. Das ist der Markenkern von „Bild“. Und wenn Sie aufregen wollen, müssen Sie Leuten auf die Füße steigen, provozieren, polarisieren. Dann müssen Sie mit Ihren Geschichten, mit den Schlagzeilen, mit der Gestaltung an Grenzen gehen, manchmal auch an die Grenzen des guten Geschmacks.

Damit hat er wohl Recht, Bild geht oft an die Grenzen des guten Geschmacks und oft fragt man sich, wer sowas lesen bzw . wissen will. Doch es ist das gemeine Volk und wahrscheinlich auch viele, die gar nicht zugeben wollen, dass sie Bild lesen, die eben darauf anspringen.

Die Bild rühmt sich damit für jeden zu schreiben. Jeder kanns verstehen und jeden betriffts.

Anders als die „FAZ“ oder die „Welt“ berichten wir nicht nur darüber, was in der Welt los ist, sondern wir versuchen auch, darüber zu berichten, wie das, was passiert, von den Menschen empfunden wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser emotionale Zugang bei vielen Geschichten direkter zur Wahrheit führt als das Bemühen um Ratio und Logik.

Bild spricht die Emotionen der Leser an und hat damit Erfolg, denn sie ist mit 12 Millionen Lesern die meistgelesene Zeitung Deutschlands und sogar europaweit. Irgendwas muss diese Zeitung also ziemlich richtig machen.

Bild wird von vielen Menschen kritisiert für ihren Journalismus und für ihre Meinungsmache. Doch gibt man der Bild-Zeitung nicht eben damit die Plattform, um so erfolgreich zu sein. Wenn nicht über sie so sehr gestritten und gesprochen würde, wäre diese Zeitung vielleicht auch nicht so mächtig. Macht Bild Meinungen oder nimmt sie nur Meinungstrends auf und gibt sie wieder? Anscheinend hat die Bild aber einen großen Einfluss auf die Meinung der Bevölkerung und das finde ich zum Teil fatal. Ich finde, dass die Bild ihre Machtposition oft missbraucht, um gegen andere zu hetzen und sie durch den Dreck zu ziehen. Dabei ist es mir egal, ob das alles qualitativ richtig recherchiert ist. Man kann auch qualitativen hochwertigen Journalismus machen und trotzdem nicht so ausfallend berichten.

Ich werde diese Zeitung auch in Zukunft meiden und nachdem ich jetzt doch mal drin gelesen habe, hat sich diese Meinung nur verfestigt.

 

Quellen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106737780/Schlechtes-Gewissen-Kai-Diekmann-sagt-Nein.html

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1670186/60-Jahre-Bild-Tagtaegliche-Polarisation#/beitrag/video/1670186/60-Jahre-Bild-Tagtaegliche-Polarisation

Bildzeitung vom 23./24. 6. 2012

Was bekommen wir mit?!

Ich bin geschockt. Vor ein paar Minuten hat ein Mädchen aus meinem Haus an meiner Wohnungstür geklingelt – sie sei wieder da. Die Lehramtsstudentin war nach ihrem Bachelor für ein Jahr nach Mali gegangen, um dort die Kinder einer Familie zu unterrichten.

Sie erzählt, wie toll es dort war in Mali, in der Familie und wie sehr sie sich dort wohlgefühlt hat in der anderen Kultur. Dann frage ich seit wann sie denn wieder hier wäre und da fängt die Geschichte an. Eigentlich sollte sie erst im Juli wiederkommen, aber sie ist jetzt schon seit Mitte Mai wieder in Trier, da in Mali Krieg ausgebrochen ist und sie mit ihrer Familie fliehen musste. Ich bin geschockt! Vor was für einem Krieg musste sie fliehen und warum hab ich davon noch nichts gehört?!

Sie erzählt die Geschichte, dass in Mali die Regierung sehr instabil war und seit einem Militär- Putsch nur noch blanke Anarchie in dem Staat herrsche. Die Tuareg, die im Norden Malis leben, kämpfen schon seit Jahrzehnten für ihre Unabhängigkeit und nun sind die Kämpfe eskaliert und die Bedrohung im Norden des Landes rückt immer weiter Richtung Süden. Zudem hat sich seit Jahren kontunierlich eine Ablegergruppe von „Al-Quaida“, die sogenannten“Aqmi“ im Norden eingenistet und unterstützt die Tuareg-Rebellen. In dem Land herrscht Chaos und die Lage ist so riskant geworden, da die gefährlichen Gruppen immer näher an ihren Wohnort vorrückten, dass ihre Familie innerhalb eines Tages geflohen ist und sie im Flugzeug Richtung Paris saß.

Wenn ich das so höre und sie von Massakern und Vergewaltigungen spricht, bin ich so geschockt und wie gelähmt. Jetzt  nachdem ich ein bisschen über alles nachdenken konnte, was sie mir erzählt hat, frage ich mich, warum ich davon nichts mitbekommen habe. Ist es meiner eigenen Ignoranz geschuldet oder liegt es an den Medien – an den Nachrichten, Magazinen und Zeitungen, dass dieses Thema gar nicht publiziert wurde.

Ich habe jetzt etwas nachgeforscht und habe im Internet Zeitungsartikel gefunden, die aber auch schon älteren Datums sind. Warum  erreicht so ein wichtiges Thema ( vor allem ist in den Artikel die Rede, dass dieser Krieg eine Bedrohung für ganz Westafrika sein könnte) nicht die breite Öffentlichkeit?
Wir haben in unseren Seminaren und in den ersten beiden Vorlesung viel über Nachrichtenselektion gelernt, dass der Status der Ereignisnation, die deutsche Beteiligung, räumliche Nähe, Gewalt, Aktualität etc. eine Rolle spielen.
Dieses Ereignis hat jetzt keinen direkten Bezug zu Deutschland, aber es ist doch ein wichtiges internationales Thema, dass jeden betrifft, aber im Moment wird nur über Syrien gesprochen, die Bankenkrise in Spanien und die EM, was sonst noch in der Welt passiert ist zweitrangig bzw. findet keine Erwähung in den Nachrichten.
Was passiert auf der Welt, in Afrika, in Indien, in Südamerika oder sonst wo?! Wenn nicht gerade eine verheerende Hungersnot oder ein Monsum oder Menschen beim Bergbau verschüttet werden, hört man in den tagesaktuellen Nachrichten herzlich wening.
Natürlich ist jeder selbst dafür verantworlich wie viele Medien man konsumiert und wie informiert man durch die Welt geht, aber seien wir doch mal ehrlich. Die meisten lesen im Grunde eine Tageszeitung oder/und schaut die Nachrichten im Fernsehen. Was dort nicht erwähnt wird, erreicht uns nicht.
Ich denke, man würde die Welt mit anderen Augen sehen, wenn man mehr wüsste was in der Welt passiert.
Quellen und weitere Zeitungsartikel:
http://www.zeit.de/2012/14/Mali
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/mali-putsch-fluechtlinge
http://www.taz.de/!90069/
http://infokrieg.tv/wordpress/2012/03/24/un-sicherheitsrat-und-eu-drangen-putschisten-in-mali-zum-einlenken/

Beziehungskiller Facebook

Wenn der Beziehungsstatus bei Facebook zu einem Statussymbol der Beziehung wird.

Gestern Abend war noch alles gut auf dem Facebook-Profil, alles sieht so aus wie immer. Am nächsten Morgen steht jedoch nicht mehr „In einer Beziehung mit…“ sondern nur noch „In einer Beziehung“ oder sogar nichts mehr. Was ist passiert?! Wer seine Liebe bei Facebook öffentlich macht, läuft Gefahr auch angreifbarer zu sein und Spekulationen Raum zu geben. Freunde fragen nach, ob man noch zusammen sei oder ob alles in Ordnung wäre, nur weil man seinen Beziehungsstatus verändert hat, dabei geht es die Menschen da draußen ja eigentlich nichts an, wenn man Probleme hat.

Doch leider wird Facebook immer mehr zum Schauplatz von öffentlich ausgetragenen Beziehnungsschlachten und stürtzt Beziehungen in Krisen. Durch Facebook oder anderer Soziale Netzwerke ist es heutzutage sehr einfach seinen Partner zu kontrollieren oder auszuspionieren. Wie oft verirrt man sich auf das Profil des Partners nur um dann festzustellen, dass er schon wieder 5 neue Freunde hat – 3 davon weiblich/männlich. Je öfter man seinen Partner virtuell ausspioniert, desto misstrauischer und verärgerter wird man.

„Wieso schreibt er/sie mir nicht zurück, obwohl er grade on ist?“

„Wieso postet er/sie die ganze Zeit an die Pinnwand von XY?“

„Was sind das für Leute auf den Fotos? Die kenn ich ja gar nicht.“

Auf dem Facebook-Profil sieht man auf einmal eine neue Seite des Partners und nicht alle kommen damit klar, dass er/sie sein/ihr Leben und auch die Beziehung so öffentlich auslebt. Es scheint unumstritten, dass Soziale Netzwerke unsere Kommuniaktion und unsere Beziehungen auf eine völlig neue Dimension katapultieren und wir für uns selber herausfinden müssen, inwieweit wir davon unser Leben beeinflussen lassen und inwieweit wir dadurch unerer Beziehungen verändern lassen.

In Amerika gab es eine Studie, bei der herauskam, dass 20 % der Scheidungen durch Facebook beinflusst wurden und dass Beweise von Sozialen Netzwerken immer wichtiger in Scheidungsprozessen wurden. In der Vergangenheit gab es auch so krasse Fälle, dass zum Beispiel ein Mann seine Frau ermordete, weil sie ihren Beziehungsstatus von „Verheiratet“ zu „Single“ änderte. Dieser Fall ist natürlich sehr extrem, zeigt jedoch, dass es mittlerweile wirklich gefährlich sein kann seine Beziehung virtuell öffentlich zu machen.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was man von seinem Leben preisgeben will und man ist ja auch stolz, wenn man in einer Beziehung ist und es anderen zeigen kann, wie glücklich man ist. Jedoch sollte man aufpassen und mit seinem Partner auch besprechen, was man posten und veröffentlichen darf ohne die Privatsphäre des anderen zu verletzten. Außerdem sollte man sich nicht zu sehr von dem Profil und den Aktivitäten des Partners beeinflussen lassen und sich seiner Eifersucht hingeben.

Ich denke, dass es Soziale Netzwerke noch einen viel größeren Einfluss auf unser Leben haben, als man vermutet und man sich auf manche Werte und das Vertrauen in die Beziehung und auf den Partner zurückbesinnen sollte, damit es am Ende nicht heißt: “ Ich mache Schluss, weil du deine Exfreundin geadded hast“.

 

Quellen:

http://socialmedia.kkandk.de/2011/01/15/facebook-%E2%80%93-beziehungskiller-schlechthin/

http://meedia.de/background/meedia-blogs/nils-jacobsen/nils-jacobsen-post/article/beziehungskiller–scheidungsgrund-facebook_100031882.html

http://lifestyle.t-online.de/eifersucht-wenn-der-computer-zum-beziehungskiller-wird/id_20157394/index

http://www.zeit.de/digital/internet/2012-01/mythos-scheidungsgrund-facebook

http://derstandard.at/1334796265420/Streit-Social-Media-als-Beziehungskiller

 

Deutsche lesen weniger

Ich möchte diesen Artikel dem Buch widmen. Meiner Meinung nach ein Medium, das viel zu sehr benachteiligt wird. Bücher sind überall – in der Schule, im Studium, im Beruf, in der Freizeit. Doch leider wird in Deutschland immer weniger gelesen, dafür immer mehr Fernsehen geguckt oder im Internet gesurft. Die „digitale, neuen“ Medien haben das Buch abgelöst.

Dabei wird und wurde mit Büchern so viel Geschichte erzählt und geschrieben, Geschichten erfunden und Wissen aufbewahrt. Doch leider wird immer mehr auf digitale Medien gesetzt, als auf das gute, alte Buch.

Die Deutschen lesen in ihrer Freizeit nicht mehr, dafür schlafen sie lieber aus, gehen Essen, machen Sport oder lesen Zeitungen oder Zeitschriften. Wenn man bei Google „Freizeitbeschäftigung der Deutschen“ eingibt, kommen Artikel, dass die Deutschen passiver geworden sind.

„Die meisten Freizeitaktivitäten sind Passivitäten“, sagte der Wissenschaftliche Leiter des Instituts für Zukunftsfragen, Ulrich Reinhardt.

Man will sich heute nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach nur noch berieseln lassen und schaltet dafür den Fernseher ein. Dabei findet man Enstpannung doch viel mehr, wenn man nicht gleichzeitig zuhören muss und der kompletten Reizüberflutung ausgesetzt ist. Schön eingemummelt im Bett liegen und ein gutes Buch lesen – das ist Entspannung.

Der Reiz der Bücher liegt in der Möglichkeit seine eigene Fantasie zu benutzten, eigene Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Man ist mit sich allein und kann ganz in die Geschichte versinken. Mit einem Buch hält man etwas in der Hand und starrt nicht nur auf einen Bildschirm.  Das immer weniger gelesen wird, finde ich schade. Dabei gibt es so viele gute Geschichten.

Bücher sind als Informationsmedium immer noch ungeschlagen. Allein die ganzen Bibliotheken sprechen für sich, doch beispielsweise Studenten setzen bei ihrer Informationsbeschaffung immer mehr auf Internetquellen. Allein die Tatsache, dass Dozenten in Aufgabenstellungen reinschreiben, dass als Quelle mindestens ein Buch verwendet werden muss, spricht für sich.

Die Krise der Zeitungsverleger hat die Bücherbranche noch nicht erreicht und ich hoffe, dass dies auch nicht passieren wird.

 

 

Quellen:

http://www.welt.de/lifestyle/article13572503/In-der-Freizeit-sind-die-Deutschen-am-liebsten-passiv.html

http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Am-liebsten-sitzen-wir-faul-vor-dem-Fernseher-id16485096.html

Schon digitalisiert?

In manchen Haushalten wird ab dem 30.4.2012 der Bildschirm des Fernsehen schwarz bleiben und das Radio stumm. Das liegt an der Digitalisierung der Fernseh- und Radioprogramme, die von den Landesmedienanstalten bis zum 30. April um 3 Uhr nachts durchgeführt wird. Das analoge Fernsehen und Radio wird auf digital umgestellt.

Rund 3 Millionen betrifft diese Umrüstung, da sie immer noch analog empfangen. Die Umstellung ist notwendig, da sie sich aus ökologischer Sicht nicht mehr lohnt, die Übertragung in analog UND digital ist schlichtweg zu teuer. Gleichzeitig bietet der digitale Empfang eine bessere Bild- und Tonqualität und die digitalen Programme benötigen eine geringere Übertragungskapazität. Dadurch entsteht für die Sender die Möglichkeit bis zu 10 Programme auf einer Frequenz zu senden, sodass eine größere Programmvielfalt entstehen kann. Außerdem werden die neuen Frequenzen besonders für HDTV-Programme genutzt, sodass in diesem Bereich ein größeres Angebot entsteht, das mit dem allgemeinen Trend geht.

Insgesamt hat die digitale Übertragung eine Menge Vorteile:

  • größere Programmvielfalt durch digitale Sender wie EinsExtra, ZDFneo, RTL Crime (u.v.m.)
  • alle Landes- und Regionalprogramme der ARD sowie Regionalfenster bei Sat.1 und RTL
  • bessere Bild- und Tonqualität aller Rundfunkangebote (Fernsehen und Radio)
  • hoch auflösendes Fernsehen – HDTV (und ggf. 3DTV)
  • Elektronische Programmführer (EPG)
  • zeitversetztes Fernsehen (PVR-Funktion)
  • zusätzliche verschlüsselte Programme
  • moderner Video- bzw. Teletext mit Fotos und Videos
  • Nutzung von Online-Diensten auf dem TV-Bildschirm (Hybrid-TV)
  • Filme und Serien auf Abruf über Mediatheken und Videotheken

Um das digitale Fernsehen und Radio empfangen zu können, muss man weder seine Satellitenschüssel neu ausrichten noch einen neuen Fernseher kaufen. Man muss lediglich einen neuen Digitalen Receiver kaufen und an den Fernseher und die Satellitenschüssel anschließen.

Dann hat man ab dem 30.4. ein uneingeschränktes Seh- und Hörvergnügen ohne plötzlich auf einen scharzen Bildschirm starren zu müssen.

 

 

 

 

Quellen:

http://www.digital-umstellung.de/index.php?id=7

http://www.bild.de/digital/multimedia/digitales-fernsehen/was-verbraucher-ueber-die-umstellung-auf-digital-wissen-muessen-20719678.bild.html

„Unpolitischer“ Songcontest

Am 26. Mai soll in Baku, Aserbaidschan der diesjährige European Song Contest ausgetragen werden. Der ESC sagt selbst „er sei unpolitisch“. Aber wie sehr kann ein solches Großereignis überhaupt unpolitisch sein, wenn es in einem Land ausgetragen wird, das die Menschenrechte missachtet.

In Aserbaidschan herrscht Ilcham Alijew mit strenger Hand. Wer ihn oder seine Regierung kritisiert wird verfolgt und bedroht. Presse,- Meinungs- und Redefreiheit gibt es nicht. Die Medien werden vom Staat regiert. Wie kann da das Kommitee des ESC wegsehen?!

Aserbaidschan nutzt den Trubel und die PR rund um den ESC aus, um sich der Welt als offenes, modernes, pro westliches Land zu zeigen. Das Siegerpaar um Ell & Nikki verkörpert dies perfekt, doch dieses ganze Bild ist nur Fassade und verschleiert die eigentlichen Probleme. In Wahrheit leidet das Volk unter der Herrschaft von Alijew, dass Land ist zwar durch seine Gas- und Ölvorkommen reich, doch davon bekommt das Volk nichts ab.

„Aserbaidschan hat Erdöl und Gas und dadurch viele Einnahmen“, sagt Amnesty-Experte Schröder. „Aber das Geld fließt in dunkle Kanäle und kommt nicht bei der Bevölkerung an. Faktisch gibt es dadurch mafiöse Strukturen.“

Die Bevölkerung in Baku leidet unter dem ESC der im Mai diesen Jahres dort ausgetragen werden soll. Anwohner werden aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben, die schließlich abgerissen werden. Denn seit Monaten wird an der „Baku Crystal Hall“ gebaut. Das die Menschen einfach verscheucht werden ohne Entschädigung scheint niemanden zu stören, geschweige denn zu interessieren.

Bewohnerin aus Baku: „Sie jagen uns raus. Schicken uns weg. Es ist einfach Nonsens. Meiner Meinung darf man so etwas in keinem anderen Land der Welt. Wir haben Angst. Morgen kommt der Bagger und zerstört das Haus.“ (BBC, dt. Übersetzung).

Baku will ein würdiger Austragungsort für den ESC sein und dass steht Aserbaidschan durch den Sieg im vergangen Jahr auch zu. Doch es ist einfach problematisch, dass in Ländern, in denen ein Teil der Menschenrechte missachtet werden und in denen der Präsident sein Volk beherrscht, solche weltweiten wichtige Events ausgetragen werden. Genau das gleiche Problem gibt es ja rund um die EM in Polen und Tschechien. Dort wurden tausende Straßenhunde umgebracht, um es „sauberes“ Bild des Landes zu zeigen.

Auf der einen Seite darf man diese Länder nicht von weltweit wichtigen Veranstaltungen aussschließen, da diese Events auch immer eine Chance für die Länder darstellen. Sie werde für einige Zeit ins Rampenlicht gerückt und Probleme werden aufgezeigt und können vielleicht zum Teil sogar bekämpft werden. Auf der anderen Seite, nutzen die Herrscher dieser Länder diese Events, um ein falsches Bild zu entwerfen und unseren Blick und unsere Meinung zu verklären.

Es ist für die Veranstalter des ESC oder eines anderen weltweiten/europäischen Großereignisses sicher nicht leicht diese Entscheidungen zu treffen, aber ich denke, dass in Zukunft mehr darüber nachgedacht werden sollte, ob man damit nicht die Unterdrückung von Menschen fördert, die von der Diktatur ihres Landes kontrolliert werden.

 

Quellen:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/film_fernsehen_radio/aserbaidschan255.html

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,817621,00.html

http://www.n-tv.de/politik/Pomp-und-PR-in-Baku-article5505216.html

„The Artist“ verschlägt Hollywood die Sprache

Mit „The Artist“ triumphiert bei den diesjährigen Oscars ein Film, der ganz anders ist als alle anderen. Im Zeitalter von 3D, Super-Spezialeffekten und HD ist es verwunderlich, dass sich jemand traut einen solchen Film zu machen. Ohne Ton und in schwarz-weiß, so wie in den 20iger Jahren besticht dieser Film durch seine Einfachheit.

Der Film handelt von dem Abstieg eines gefeierten Stummfilm-Stars und dem Aufstieg einer Tänzerin aus der 3. Reihe. Der Film spielt zu der Zeit des Umbruchs von Stumm- zu Tonfilm. Der gefeierte Star kann sich nicht mit dem neuen Medium anfreunden und sieht im Ton seinen Untergang. Die unbekannte Statistin hingegen, feiert mit dem Tonfilm ihren Durchbruch.

Der Film will an die große Anfangszeit des Kinos erinnern, als Emotionen nicht mit überladenen Special-Effekten erzeugt wurden, sondern mit eindrucksvoller und einfühlsamer Gestik und Mimik. Dazu kommen sparsam, aber effektiv eingesetzte Zwischentitel und wundervoll gefühlvolle Musik.

Das diese Produktion ein Wagnis war, ist allen klar. Aber der Regisseur Michel Hazanavicius hatte eine Vision und hat diese auf die Leinwand gebracht – gestern Nacht wurde seine Arbeit belohnt.

Doch warum ist gerade ein Stummfilm so erfolgreich? Der Stummfilm-Komponist Stephan von Bothmer meint, dass es zum Teil einer Nostalgiewelle geschuldet ist, aber das der eigentlich Grund eben der Stummfilm an sich ist.

“ Allein in den letzten zehn Jahren sind über 60 Prozent der Stummfilmfestivals weltweit gegründet worden, 2008 gab es mindestens 37 – der Stummfilm erlebt derzeit eine Renaissance.“

Heutzutage werden die Filme immer phantastischer, überladener und opulenter. Man gerät in Rauschzustände und kann oft gar nicht alles aufnehmen was gezeigt und vor allen Dingen gesprochen wird. Bei den heutigen Filmen ist der Zuschauer oftmals einer Reizüberflutung ausgesetzt, die den eigentlichen Filmgenuss überschatten.

Beim Stummfilm ist dies anders. Der Zuschauer muss aufpassen, um den Film zu verstehen. Er muss auf die Mimik achten und Gesten bzw. Bilder interpretieren. Ein Stummfilm ist „so gesehen“ ein Stück weit mehr Arbeit für den Zuschauer, aber auch ein Erlebnis, das einen komplett einnimmt.

 

 

Quellen:

http://theartist-derfilm.de/inhalt/

http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Freizeit%C3%BCberblick/4191628-6/das-stumme-kinowunder-in-schwarz-wei%C3%9F-the-artist.csp

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,812184,00.html

http://www.stern.de/kultur/film/oscar-gewinner-warum-the-artist-ein-wunder-ist-1778696.html