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« Tout peut être dit »

Wahrlich lassen sich Charb und sein Team den Mund nicht verbieten. Jede Woche erscheint die französische Zeitschrift „Charlie Hebdo“ und jede Woche wieder scheinen sich Menschen über sie zu empören. Das Wochenblatt das sich selbst als links und antireligiös bezeichnet, hat schon für viel Aufsehen erregt und musste sich schon in mehreren Gerichtsverfahren verteidigen; es wurde jedoch immer für unschuldig befunden. Schon seit 1992 kämpft das Blatt, das aus dem Magazin „Hara-Kiri“ hervorging, für Meinungsfreiheit.

Die Struktur ist immer gleich; die Titelseite enthält eine Karikatur, die sich auf ein aktuelles Thema bezieht und es gibt feste Rubriken, die immer von gleichen Autoren verfasst sind (hier geht es oft um die Verdeutlichung der Sicht des Autors zu einem Thema). Außerdem gibt es feste Reportagen mit investigativem Journalismus, sowie eine Kulturseite und einen Teil mit Artikeln über Internationales. Ein Merkmal der Zeitung ist, dass sich in der ganzen Zeitschrift kein einziges Foto befindet; alle Illustrationen sind Karikaturen, die Themen überspitzt darstellen. Gerade durch ihre satirischen Zeichnungen wird die Zeitung oft nicht ernst genommen und als „Witzzeitung“ bezeichnet, aber die darin enthaltenen Reportagen und Berichte sind durchaus nicht zum Lachen gedacht. Schon oft hat das Team mit ihren Untersuchungen Sauereien enthüllt und immer wieder Meinungen zum Anregen veröffentlicht.

Wie Charb in einem Interview sagte: „Tout peut être dit » (zu deutsch : Alles darf gesagt werden), sagen er und sein Team auch alles was sie wollen, ohne Rücksicht. Dies hat am 2. November 2011 dazu geführt, dass ein Brandschlag auf die Redaktionsräume des Magazins in Paris durchgeführt wurde, höchstwahrscheinlich in Folge der damaligen aktuellen Titelseite, die eine Karikatur Mohammeds zeigte. Doch davon schienen die Journalisten und Karikaturisten wenig beeindruckt und betonten, dass sie mit der Veröffentlichung der Karikaturen von Mohammed ein Zeichen für Meinungsfreiheit setzen wollten. Viele Leute kritisieren diese Radikahlheit, man solle nicht noch mehr Öl ins Feuer werfen und unnötig provozieren. Doch genau das wollen Charb und sein Team: kritisieren und aufmerksam machen und vor allem sich nicht den Mund verbieten lassen. Als die Skandale um die Missbrauchsvorfälle in der Kirche ans Licht kamen, hat „Charlie Hebdo“ wochenlang Karikaturen von Pfarrern, die Kinder mit einem Kreuz vergewaltigen, oder anderen solchen Motiven veröffentlicht. Jedoch wurde immer die Sicht des Karikaturisten deutlich, der mit solchen Bildern die Absurdität und Abscheulichkeit dieser Skandale betont.

Eine Infragestellung des Magazins religiös geführter Kriege zeigt sich durch die Abbildung, die auf der einen Seite Bush, auf der anderen Seite Bin Laden zeigt wie sie sich gegenseitig eine Pistole vors Gesicht halten und den Satz sagen: „Dieu est amour“ (zu deutsch: Gott ist Liebe).

Doch auch Politiker bleiben nicht verschont, wie beispielsweise die aktuelle Titelseite, die Marine Le Pen zeigt, eine französische Politikerin, die der für ihren Rechtsextremismus bekannten Partei „Front National“ (zu deutsch: Nationale Front) angehört. Die Karikatur zeigt drei Wachtürme im französichen Parlament die an KZ’s erinnern. Im Vordergrund sieht man eine ungünstig dargestellte Karikatur von Marine Le Pen, das Ganze mit dem Titel: Der „Front National“ hofft auf drei Sitze. (Bild hier links)

 

Ist das zuviel? Soll ein Medium sich mehr zurückhalten? Auch wenn die Karikaturen manchmal ein kleines empörtes Stöhnen hervorrufen, finde ich die Zeitschrift sehr gelungen. Wie Charb selbst in einem Interview sagte, gibt es auch für den „Charlie Hebdo“ Grenzen: das Privatleben und Sexualleben der Politiker wird weitestgehend nicht abgebildet, außer das Thema befindet sich schon in der Öffentlichkeit. Ebenfalls befinden sich weder Rassistisches, noch Sexistisches in den Ausgaben und falls doch, dann nur um die Sicht einer in der Öffentlichkeit stehenden Persönlichkeit zu zeigen. Trotz der überspitzten und waghalsigen Karikaturen sind diese nie zu beleidigend oder geschmacklos. Auch sind die Reportagen sehr ausführlich und gut recherchiert, sowie interessant aufgearbeitet. Es ist erfrischend zu sehen wie diese Zeitschrift einfach unverblümt das zeigt, worüber die meisten Menschen schweigen und mit allen Mitteln für Meinungsfreiheit kämpft. Trotzdem kann man auch nachvollziehen wieso sich gläubige Menschen von dem Blatt angegriffen fühlen, auch wenn „Charlie Hebdo“ nicht auf solche Gefühle abzielt, sondern sich einfach das Recht nimmt seine Meinungen frei zu verkünden. Alles in allem ist diese Zeitschrift mutig, ehrlich und natürlich auch frech, außerdem pocht sie auf Menschen- und Tierrechte.

Quellen:

http://www.liberation.fr/medias/01012329811-a-charlie-hebdo-c-est-l-eclat-de-rire-qui-decide

http://www.morbakisback.com/archives/2010/08/28/18916049.html

http://www.charliehebdo.fr/index.html

 

 

Online versus Print

Die wöchentliche Printausgabe von DER SPIEGEL wurde im dritten Quartel 2011 ganze 971.524 mal verkauft. Diese Zahl spricht für sich selbst und auch ich finde, dass dieses Magazin sehr interessante und gutgeschriebene Artikel beinhaltet.

Natürlich hat DER SPIEGEL, wie die meisten Wochenmagazine, auch eine Onlineausgabe. Diese ist so aufgebaut, dass es eine so genannte Hauptnachricht gibt, die ganz oben auf der Startseite mit Foto abgebildet ist. Weiter unten findet man dann weitere Artikel, die sich meist auf aktuelle Themen beziehen und auch jeweils mit Foto. Ebenfalls dort finden kann man Videos und Reisetipps, sowie einen Überblick über die Börsenkurse und vieles weitere. Die Navigation durch die Webseite stellt sich auch als sehr leicht zu handhaben heraus. Man kann oben in der Navigationsleiste zwischen den verschiedenen Themen und Angeboten der Webseite wählen, so dass man sich sehr gut zurecht finden kann.

Was ich sehr an der Printausgabe von DER SPIEGEL schätze ist die gute Qualität des journalistischen Textens; die meisten Artikel sind wirklich sehr gut geschrieben und geben einem ein gutes Lesegefühl. Genau dies fehlt mir in der Onlineausgabe. Die meisten Artikel sind nicht schlecht, aber auch nicht mit den Artikeln der wöchentlichen Ausgabe des Magazins zu vergleichen. Natürlich steht die Onlineausgabe mehr unter Druck Aktualität liefern zu müssen und die Redakteure können sich nicht so viel Zeit lassen die Artikel zu verfassen. Die Journalisten der Printausgabe hingegen können sich voll und ganz in ein Thema vertiefen und ihr ganzes Können in punkto Texten unter Beweis stellen. Daher fehlt auch die Tiefe der Artikel in der Onlineausgabe, die sonst in der Printausgabe vorhanden ist.

Es zeigt sich also ganz klar, dass die Website www.spiegel.de eher einen Überblick über verschiedene Themen geben soll und es scheint so, als ob sie die Aufgabe habe, die Printausgabe schmackhaft machen zu sollen.

Wenn ich DER SPIEGEL lese, will ich mich voll und ganz in die Themen vertiefen können und durch die gute Qualität der Artikel und die zahlreichen Hintergrundinformationen die jeder von ihnen zu den jeweiligen Themen beinhaltet fühle ich mich gut informiert. Genau dies kann ich nicht in der Onlineausgabe finden. Diese scheint mir eher nützlich, falls man ein paar Informationen von aktuellen Themen auf die Schnelle finden will. Doch sich in die Onlineartikel zu vertiefen fällt mir schwer, auch weil mir die Gemütlichkeit fehlt, die mir Printausgaben mit dem Umblättern von Seiten und dem nicht andauernden Ausgesetztsein von Werbung geben.

Als Fazit kann ich sagen, dass die Onlineausgabe kleine gutgeschriebene Beiträge enthällt, die qualitativ jedoch nicht an die Artikel in der Printausgabe heranreichen.

 

Quelle:
Michael Schallmeyer (2011): Quartalsauflagen- Spiegel.Der, In:
Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.,
Berlin. http://daten.ivw.eu/index.php?
menuid=1&u=&p=&20113=ON&20112=ON&detail=true&titelnrliste=122;&alle=[Det
ails] (Stand vom 28.05.2011).
SPIEGEL ONLINE GmbH (2011): DER SPIEGEL 2011,URL:
http://www.spiegel.de (Stand vom 28.05.2011).

Satire vom Feinsten

Jeden Freitag um 22 Uhr 30 kann man sich im ZDF die „Heute-Show“ ansehen. Die 30 minütige Nachrichten-Satiresendung, die von dem Autor, Comedian und Moderator Oliver Welke moderiert wird, nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Sendung ist wie eine echte Nachrichten-Show aufgezogen, mit Anchorman, Reportern, Experten und Kommentatoren. Aktuelle öffentliche Themen, sowie große und kleine Unternehmen, doch am liebsten Politiker und ihre Parteien werden durch den Kakao gezogen. Ob es die Piraten-Partei ist, die auf die Frage was es mit einem ihrer Slogan auf sich hat, keine Antwort findet, oder das „gute Beispiel“ das der spanische Präsident bei seiner Elefantenjagd abgibt, niemand wird verschont.

Während Welke als Anchorman einen super Job macht, scheint die „Expertin“ und „Außenreporterin“ Tina Hausten (gespielt von der Comedian Martina Hill) mit ihren Präsentationen oft zu übertrieben und wirkt nach einiger Zeit sehr nervig, so dass es schwer fällt ihr zuzuhören. Auch der „Außenreporter“ Albrecht Humbold (gespielt von dem Comedian Alexander Schubert) scheint öfters zu versuchen einen Lacher zu landen, als er es tatsächlich tut. Jedoch gibt es auch erfrischende und lustige Mitwirker, wie beispielsweise der „Außenreporter“ Lutz van der Horst, der Umfragen mit Politikern und Menschen auf der Straße macht, oder Carsten van Ryssen, der ebenfalls verzweifelt versucht Interviews mit hochrangigen Politikern zu ergattern.

Mit bissigen Kommentaren und dem Mut sich selbst lächerlich machen zu können bringt dieses Team, dem nichts entgeht, mich jede Woche zum Lachen. Obwohl es schon Vorreiter einer solchen Sendung gab, wie beispielsweise die „Wochenshow“ im Sat1 mit Ingolf Lück und Anke Engelke, empfinde ich die „Heute-Show“ als die bisher beste Serie eines solchen Formats.
Es kann vorkommen, dass einige in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten sich wegen den zugespitzten Beiträgen und der lächerlich machenden Position, in der sie dargestellt werden, zu sehr angegriffen fühlen. Denn so richtig will niemand Welke und Co.’s „Opfer“ werden; sobald die Politiker einen der Reporter der „Heute-Show“ erblicken suchen sie schnell das Weite, oder verweigern manchmal ganz einfach die Antwort. Wer sich doch traut sich dem Team zu stellen wird mit viel Sympathiepunkten belohnt. Claudia Roth und Rainer Brüderle beispielsweise trauten sich schon in die Sendung um gemeinsam mit Welke ihre peinlichsten Auftritte in gelockerter Stimmung zu kommentieren. Politiker die in solchen Situationen mitlachen sind herrlich sympathisch.

Obwohl einige ernste Themen manchmal wohl doch zu sehr ins Lächerliche gezogen werden, finde ich die Serie insgesamt sehr gelungen. Sehr schön ist, dass sie die sonst so ernste und strenge Politik auflockert und auch die Politiker können davon profitieren eine neue Seite von sich zu zeigen, indem sie Humor beweisen und sich der Show stellen. Daher denke ich, dass die seit 2009 existierende Show die sechs Preise die sie gewonnen hat (vier mal für die beste Comedy-Show, einmal für die beste Unterhaltung und einmal für herausragenden Fernsehjournalismus) auch verdient hat.

Bittersüße Schokolade

Jeden Tag werden in Afrika von Mali aus Kinder in die Elfenbeinküste verschleppt um dort als Sklaven auf Kakaoplantagen zu arbeiten. Manchmal werden die Kinder verführt und mit dem Versprechen angelockt viel Geld zu verdienen, das ihre Familie dringend benötigt. Manchmal werden sie aber auch einfach gegen ihren Willen entführt.

Jedoch erwartet die Kinder, auf den Plantagen angekommen, kein Geld, sondern nur harte Arbeit, Krankheit und Gewalt. Viele dieser kleinen Sklaven sind mangelernährt und verstört. Manche haben schon welche versucht wegzulaufen, wurden gejagt und oft wieder eingefangen. Nur Wenigen gelingt die Flucht und auch wenn sie ihnen gelingt ist es oft schwierig für die unter anderem aus Burkina Faso, Mali oder Nigeria stammenden Kinder sich zurecht zu finden. Viele können die Landessprache nicht sprechen und haben Angst.

Ungefähr 230 Euro bezahlt ein Plantagenbesitzer um ein Kind zu kaufen. Dieses wird dann von Händlern zur Grenze der Elfenbeinküste gebracht. Von dort aus nimmt ein anderer Händler es mit über die Grenze und noch ein anderer Mann bringt es zur Kakaoplantage. 230 Euro kostet das Leben eines Kindes, das man dann bis aufs Letzte ausbeuten kann. Sie sind normalerweise zwischen 10 und 14 Jahre alt, es gibt aber auch Jüngere.

Obwohl Kinderarbeit und Kinderhandel auch in der Elfenbeinküste verboten sind wird nicht viel unternommen um den Kindern zu helfen. Es gibt Freiwillige, Sozialarbeiter und auch verschiedene Organisationen, die gelegentlich versuchen Kinder zu befreien, jedoch ist das längst nicht genug. Auch wenn Regierungsmitglieder der Elfenbeinküste und die großen Kakaokäufer, die ihren Sitz dort haben, abstreiten, dass es Kinderarbeit auf Kakaoplantagen gibt, oder die Verantwortung ablegen, beweist der Beitrag den man unter Quelle findet, dass es diese Kindersklaven mit Sicherheit gibt und dass man viel mehr dagegen unternehmen könnte.

Wer profitiert von dem Kinderleid? Nestlé, Barry Callebaut, Cargill, ADM, Mars und weitere. Und schlussendlich der Käufer von diesen Produkten, der froh ist, dass seine Schokolade nicht teuer ist.
Na dann, guten Appetit!

Quelle:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8577084

I wanna do bad things with you

In einer kleinen Stadt in Louisiana namens Bon Temps lebt eine blonde Kellnerin names Sookie Stackhouse, die die unglaubliche Fähigkeit hat die Gedanken Anderer hören zu können. Eines Abends während ihrer Schicht macht sie Bekanntschaft mit dem Vampir Bill Compton und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Dass er sich unter Menschen aufhält liegt daran, dass in Japan synthetisches Blut entwickelt wurde. Die eigentlich für die Medizin entwickelte Substanz wird nun jedoch von Vampiren getrunken, so dass diese zum Überleben nicht mehr auf das Blut von Menschen angewiesen sind. Dies hat zur Folge, dass die Vampire sich an die Öffentlichkeit trauen und ihre Rechte einfordern. Sie wollen sich nicht mehr verstecken, sondern sich emanzipieren und mit den Menschen gemeinsam leben. Neben Bill gibt es noch andere zwiespaltige Wesen, die die Welt von Sookie durcheinanderbringen, darunter der blutrünstige Vampir Eric Northman, der Gestaltenwandler Sam Merlotte und der Werwolf Alcide Herveaux.

Natürlich gibt es weder Bon Temps, noch Sookie Stackhouse, noch Vampire. Es handelt sich um die amerikanische Serie True Blood, die auch in Deutschland ausgestrahlt wird. Es scheint wie eine Vampirgeschichte wie jede andere auch: Ein schönes Mädchen verliebt sich in einen Vampir und natürlich gibt es noch Nebenbuhler, die ihr den Kopf verdrehen und auch Werwölfe finden ihren Platz in dieser Geschichte. Diese Serie jedoch hats in sich. Sie ist erst ab 16 Jahren zugelassen und das hat auch seinen Grund. Außer viel viel Blut sieht man Sex, verdrehte und veräzte Körperteile und Horrorgestalten. Die Sendung ist sehr radikal und oft nichts für schwache Nerven. In Bon Temps wird alles zum Leben erweckt was man sich vorstellen kann: Vampire, Werwölfe, Elfen, Dämonen, Gestaltenwandler, Hexen, ein Medium usw. Wie in jeder Drama-Serie dürfen Streit, Intrigen, Verrat, Vorurteile, Abscheu, Mord und Betrug nicht fehlen, jedoch erlebt man auch Liebe, Freundschaft, Leidenschaft, Hingabe und Humor.

Der „Six Feet Under“-Erfinder Alan Ball schafft so eine Welt voller Märchen und zieht viele millionen Fans in seinen Bann. Die Darsteller glänzen durch ihr schauspielerisches Können und zwei der Hauptdarsteller Anna Paquin und Alexander Skarsgard haben schon einen Filmpreis für ihre schauspielerischen Leistungen in der Serie erhalten.

Die Meinungen über diese Serie gehen weit auseinander. Manche denken nur „Nicht schon wieder eine Vampirgeschichte“, andere hingegen finden sie sehr erfrischend und spannend. Was denkt ihr über die Serie?

Unter folgendem Link könnt ihr euch ein Trailer von True Blood anschauen

http://www.youtube.com/watch?v=MX2llIV7m2Y

 

Wildtierverbot in Zirkussen

Am 25. November hat der Bundesrat sich für ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen entschieden. Tierschutzorganisationen sind froh über diese Entscheidung und halten sie für längst überfällig. Das Bundeslandwirtschaftsministerium steht diesem Verbot jedoch skeptisch gegenüber. Auch der Circus Krone hält dieses Gesetz für überflüssig und versichert alle Tiere, die Teil ihrer Show sind, gut und artgerecht zu behandeln.

Für Viele ist der Zirkus oder der Zoo die einzige Möglichkeit exotische Tiere einmal live zu erleben. Auch sind die Shows mit tanzenden Elefanten und Löwen die durch Feuerreifen springen faszinierend und machen Spaß.

Jedoch muss man sich die Frage stellen auf welche Kosten man sich diesen Spaß gönnen will. Auch wenn man diese Tiere noch so gut behandelt und sich große Mühe gibt, dass es ihnen gut geht, darf man nicht vergessen, dass es nicht in der Natur eines solchen Tieres liegt Kunststücke zu machen. Wildtiere werden aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen, oder extra für solche Shows gezüchtet, und in eine Welt eingeführt in die sie nicht hineingehören. Dies alles zur Unterhaltung der Menschen. Sie können ihren natürlichen Trieben nicht mehr nachgehen, wie beispielsweise das Jagen der Löwen.

Wir Menschen erlauben uns sehr viel im Umgang mit den anderen Spezien die auf dieser Erde mit uns leben. Wir essen sie, sperren sie ein, tragen ihr Fell oder ihre Haut, halten sie gefangen, zerstören ihren Lebensraum und foltern sie in Tierversuchen. Dass wir sie auch zur unserer Belustigung nutzen (in Stierkämpfen, Hundekämpfen, Zirkussen usw) zeigt wie wir unsere Stellung gegenüber den anderen Erdlingen sehen. In unseren Köpfen ist die Einstellung, dass unser Leben mehr Wert hat, als dass der anderen Erdlinge, so stark verankert, dass wir diese Ausbeutung als normal sehen und uns in allem im Recht fühlen. (Es ist doch nur ein Tier)

Man soll sich eine fiktive Situation vorstellen in der außerirdisches Leben auf unseren Planet kommt. Diese Spezies ist unserer sehr überlegen und sieht uns so, wie wir beispielsweise Fische sehen; dumm, unnütz, wertlos und einfach anders. Welches Argument könnten wir anbringen, damit sie uns nicht töten? (Jonathan Safran Foer: Tiere essen)
Ein anderes Szenario: Die Außerirdischen beobachten uns und sehen wie grausam wir gegenüber anderen Spezies und auch manchmal gegenüber unserer eigenen Spezies handeln; sie werden uns warscheinlich als sehr böse und egoistisch erleben. Wieso sollten sie Gnade über uns walten lassen und uns nicht töten?

Auch ist es absurd, dass wir Menschen uns aussuchen welche Tiere wir lieb haben und umsorgen und welche wir essen und als Kleidung tragen. Tatsächlich sind Schweine mindestens genauso intelligent wie Hunde, ihre Intelligenz entspricht der Intelligenz eines drei- bis vierjährigen Menschenkindes. Fische sind sehr soziale Tiere und erkennen jeden einzelnen ihrer Spezies als Individuum wieder. Kühe die von ihren Kälbern getrennt werden, um Milch für Menschen zu geben, trauern wochenlang um ihr verlorenes Kalb. Wenn man zu einer anderen Spezies als der der Menschen gehört, hat man ein schlechtes Los gezogen, wenn man nicht niedlich aussieht und nicht als Haustier und umsorgendes Wesen behandelt wird.

Alles in allem kann man schlecht behaupten, dass es Tieren gefällt für uns Menschen Sitz zu machen und durch Feuerreifen zu springen. Diese Tiere verdienen eher ein Leben in dem sie ihren Trieben nachgehen können und einen Lebensraum der ihren Wünschen gerecht wird und ihnen erlaubt so zu leben, wie es ihrer Art üblich ist. Daher denke ich auch, dass es höchste Zeit wird für ein solches Wildtierverbot in Zirkussen.

 

Quelle: Jonathan Safran Foer: Tiere essen

The Voice of Germany

Seit dieser Woche läuft auf ProSieben und Sat1 die neue Show „The Voice of Germany“. Nach „Popstars“, „DSDS“ und „Das Supertalent“ findet nun eine weitere Musik-und Talent-Show den Weg ins deutsche Fernsehen. Was diese Show jedoch von den anderen Formaten unterscheidet ist, dass die Coaches, die aus Xavier Naidoo, Nena, The BossHoss und Rea Garvey besteht, die Kandidaten während ihrem Vorsingen nicht sehen, sondern nur hören kann. Dies schließt aus, dass die Jury durch das Aussehen oder den Style eines Kandidaten beeinflusst wird, so konzentriert sie sich nur auf die Stimme und das Talent. Wenn einer der Coaches Gefallen an der Stimme eines Kandidaten findet, drückt er einen Knopf und der Kandidat kann/darf in sein Team. Wenn nun mehrere Coaches einen Kandidaten wollen, kann dieser frei entscheiden in welches Team er will.

 

Wenn man „The Voice of Germany“ mit beispielsweise „Das Supertalent“ vergleicht erkennt man schnell bei welcher Show das Niveau höher ist. Die Jury bei „Das Supertalent“ besteht aus drei mittelmäßig talentierten Fernsehgestalten. Durch was die blonde Sylvie Van der Vaart, oder Motsi Mabuse „bekannt“ geworden sind, wissen recht wenige. Motsi ist eine professionnelle Tänzerin und wirkte schon bei Let’s Dance mit und Sylvie ist eine niederländische Moderatorin, die viele Gelegenheiten wahrnimmt im Fernsehen aufzutreten. Etwas können die drei Mitglieder der Jury sehr gut, nämlich das Publikum unterhalten. Sie bringen den Zuschauer zum Mitfühlen und zum Staunen, aber am besten bringen sie ihn zum lachen. Wenn jemand die Bühne betritt, der nicht in das Konzept der Show passt und kein Gespür für singen oder tanzen, oder was auch immer er vorführt, zeigt, ist das ein gefundenes Fressen für alle Anwesenden. Also für die Jury, das Publikum und die Produktion. Schon der Eingang des Kandidaten wird mit lustiger Musik und Geräuschen lächerlich gemacht und wenn er dann anfängt sein „Talent“ zu präsentieren fängt der ganze Saal an sich über ihn zu amüsieren. Und dies im schlimmsten Stil; Buhrufe, Daumen nach unten und am besten dreht man dem Kandidaten noch den Rücken zu, damit der auch wirklich merkt wie schlecht man ihn findet. Zum Schluß legt die Jury dann mit Sprüchen wie „Wir haben nicht die Aufgabe Müll zu finden“ (Dieter Bohlen) noch einen drauf und das Publikum lacht hocherfreut über diese Bemerkungen und klatscht in die Hände und der Zuschauer zu Hause wird unterhalten. Von Respekt gegenüber dem Kandidaten kann da nicht mehr die Rede sein, eher von Mobbing. Im Duden steht unter mobben: jemanden schikanieren, quälen, verletzen. Und, dass mancher Kandidat nach einem solchen Urteil sogar einen Psychater aufsuchen muss, weil er nicht damit klar kommt im öffentlichen Fernsehen lächerlich gemacht worden zu sein, zeigt wie sehr die Kandidaten unter dieser Schikane leiden können.

Bei „The Voice of Germany“ wird einer solchen Mobbingmöglichkeit ganz geschickt aus dem Weg gegangen, denn die Kandidaten haben nämlich schon einmal ohne Kameras ein Casting absolviert und nur diejenigen, die wirklich ein Talent fürs Singen haben werden zur Show eingeladen. Damit fällt der Fremdschäm-Effekt, das Mitleid oder das Mobbing weg. Obwohl viele Zuschauer sich genau wegen solchen „Talentlosen“ Musik-und Talent-Shows ansehen, ist „The Voice of Germany“ nicht weniger interessant, als die anderen Formate. Eher im Gegenteil, man kann sich Menschen mit wunderbaren Stimmen ansehen/anhören und die potentiellen Mobbingopfer werden vor Demütigungen geschützt indem sie schon vorher eine Absage erteilt bekommen haben.

Auch sind die Coaches von der neuen Musik-Show alle weltbekannt und kennen sich in der Musikbranche aus. Sie alle haben selbst Songs geschrieben und performt. Der Umgang zwischen ihnen und den Kandidaten ist sehr respektvoll und Rea Garvey betont auch, dass es Shows gibt, „bei denen ich niemals teilnehmen würde, weil sie die Teilnehmer beleidigen und ihre Arbeit nicht würdigen.“ Sie selbst sehen sich auch nicht als Jury, sondern eben als Coaches, die auf respektvolle Art und Weise mit ihren Kandidaten zusammenarbeiten wollen und auch wenn keiner den Kandidaten in seinem Team haben will, applaudiert wird immer. Hier steht die Musik im Mittelpunkt der Show.

Natürlich werden zur Unterhaltung der Zuschauer auch bei „The Voice of Germany“ Schicksalsgeschichten und das Privatleben der Kandidaten am liebsten öffentlich gemacht, jedoch lassen die Coaches sich bis jetzt nicht davon beeinflussen, beziehungsweise beeindrucken. Bis jetzt bohrt auch keiner der Stars mit persönlichen Fragen, sondern es werden nur Statements zum Gesang der Kandidaten abgegeben.

Jedenfalls finde ich es schön, dass bei dieser Show Kandidaten vor Demütigung geschützt werden.

Quelle:

http://www.the-voice-of-germany.de/