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Frankfurter Allgemeine Zeitung wütet über alleinerziehende Mütter


So ist richtig. Immer feste drauf auf die dreckeligen Sozialschmarotzer! Alleinerziehende Mütter stehen nach dem gehässigen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter Generalverdacht, die Steuerzahler dreist zu hintergehen, indem sie ungeniert Hartz4-Zuschläge erschleichen.

In dem Artikel werden alleinerziehende Mütter mit 2 Kindern künstlich ?reichgerechnet?. Sie seien doch garnicht alleinerziehend, wird unterstellt, der Lebenspartner würde nur listigerweise verheimlicht, würde beispielsweise drei Blocks weiter gemeldet sein oder in der Nachbarwohnung leben.

Über die eigentliche, oft von Not geprägte Lebenssituation der Mütter erfährt man so gut wie nichts. Deshalb ist das für den Geschäftsführer des paritätischen Wohlfahrtsverbandes Ulrich Schneider ?kein guter, kein informierender Journalismus?.

Die ?taz?-Redakteurin Barbara Dibbusch sagt, ?als Redakteur habe man eine Verantwortung, wenn man einen Artikel in die Welt setzt?, da könne man nicht, weil man ?genervt ist? oder irgendwann mal von einer Alleinerziehenden gehört hat, die ihren gutverdienenden Partner verheimlicht, von dem Fall auf alle anderen schließen und ?daraus eine Riesengeschichte machen?, denn das sei ?ziemlich unverantwortlich?.

Dem kann ich nur beipflichten.

Quelle: ?ZAPP: Stimmungsmache gegen Hartz IV?

http://www.youtube.com/watch?v=UQlUlWjqLks

Google bedroht Facebook


Google ist in die Offensive gegangen. Diesmal geht es um das Social-Network-Imperium, das Goole erobern will.

In wenigen Wochen wird  die Neue Funktion ?Buzz? von Google freigeschaltet. Die vereint alle Funktionen, die man sich so wüschen kann: E-mail-dienst, Twitter, Videoplattform, Fotoalbum, und jetzt auch eine Social-Network-Plattform. Um Facebook zu toppen, haben die Macher sich was einfallen lassen: Alle Kommunikationen laufen in Echtzeit, das heisst man kann die Entwicklung auf dem Bildschirm verfolgen. Twitternachrichten und Youtube- Videos werden integrieret, können ohne die Seite zu verlassen benutzt werden. Gleichzeitig ist auch der Mobiltelefon-Service von Google eingebunden. Selbst die GPS-Daten von Handys können abgerufen werden. Verlinkt man die Seite mit einer anderen, saugt sich Google illustrierende Bilder von dieser runter, was den anderen Seiten wohl kaum gefallen dürfte.

Das einzige, was man bei  ?Google Buzz? gegenüber von Facebook noch nicht tun kann, ist Spiele spielen. Also hat Facebook noch eine vermeintliche Schonfrist.

Der neue Anschlag auf die Konkurrenz ist dadurch zu erklären, dass Social-Networks von Google bisher immer gefloppt sind. Beispiel: ?Google Orkut?, das außer einigen Usern in Brasilien aus unerfindlichen Gründen niemand zu kennen scheint.

Also die letzte Bastion, die Google noch nicht erklommen hatte.

Quelle:

http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,676961,00.html

Tag der Revolution: Der 27. Januar


Die ?Bild am Sonntag? hatte für den 27. Januar 2010 die Revolution angekündigt. Denn an dem Tag kam der neue brettartige Computer von Apple heraus: Der i-Pad. Ein Verlagschef der ?Bild? verkündet superstolz ?Ich habe es in der Hand gehabt?, als wäre es etwas apokalyptisch Heiliges: ?Wow, ist das dünn!? und ?Wow, ist der Bildschirm brilliant!? Auch bei Bild.de wird eingehend der neue I-Pad behandelt, seine Vorzüge dargestellt und heftig gelobt: ?Es ist einfach nur schön?. Auf der Seite lief ein Ticker im Minutentakt, der vermeintliche Neuigkeiten zum Thema brachte. Ganz ähnlich handhabte es die sonst eher seriöse Seite ?Spiegel.online?. Auch die Frankfurter Allgemeine sinniert darüber, wie das neue Wunderwerk der Technik wohl unser Leben ?verändern? wird.

Und nicht nur die. Alle wichtigen Fernsehnachrichten griffen das Thema zur besten Sendezeit auf, darunter auch die Tagesschau.

Der Computerjournalist Jörg Schieb beschreibt die fast durchweg positive Berichterstattung über das Apple-Produkt als ?La-Ola-Welle?, die durch die gesamte Mediengesellschaft gegangen ist, die wie eine ?Fanmeile? für das Produkt sei,  egal ob Print, Online, Hörfunk oder Fernsehen.

Der Werbefachmann Jo Wedenigg wundert sich, warum die Medien das Produkt so hochloben und feiern, ohne Geld dafür bekommen zu haben.

Zudem gab es auch vorher schon ähnliche Computer auf dem Markt.

In der Sendung ?Zapp? wurde versucht, dafür eine Erklärung zu finden.

Erstmal macht Apple geschickte Eigenwerbung, indem sie offiziell nichts preisgibt, dann aber Informationshäppchen inoffiziel unter das Volk bringt, zum Beispiel durch Einträge in Blogs.

Ein weiterer Grund könnte dagegen wohl auch sein, dass in Zukunft vielleicht auch Zeitungen auf dem iPad zu lesen sein werden.

So kann es sein, dass Journalisten und Verlage bei der Werbung nicht ganz uneigennützig sind, weil sie hoffen, später mit ihrer Zeitung einsteigen zu können um wieder mehr Geld zu machen.

Quelle: Sendung ?Zapp? vom 03.02.10

Podcast: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_wirtschaft/ipad106.html

Google will Macht über Bücher

Den Plan von Google, die Rechte an einer großen Zahl an Büchern zu kaufen und sie für E-Books zu digitalisieren passt dem US-Justizministerium immer noch nicht so recht in den Kram.
Google war schon dazu aufgefordert worden, den Buchkompromiss mit den Verlagshäusern zu verbessern.
Denn auch in dem nachgebesserten Abkommen erhält Google die Exklusivrechte auf Millionen von Büchern. Das Justizministerium bemängelt, dass dadurch Google eine uneingeschränkte Monopolstellung einnehmen würde, kein anderer Anbieter hätte noch eine Chance auf dem Markt.
Urheber haben eine Sammelklage gegen Google erhoben.
Ich find es eine schlimme Vorstellung, dass ein wirtschaftlicher Riesenkonzern wie Google ganz alleine über einen großen Teil der Kultur herrschen soll!

Quellen:

http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_us_justizministerium_nicht_zufrieden_mit_ueberarbeitetem_google_book_set

Der geläuterte böse Rapper

Der Rapper Bushido ist am Anfang vor allem wegen seiner „frauen-, schwulen- und behindertenfeindlichen“ und „gewaltverherrlichenden“ Texte in die Medien gekommen. Dann hat Bushido plötzlich seine Biographie geschrieben. Diese wurde promt ein Publikumserfolg. Jetzt ist die Verfilmung da, Regisseur: Berd Eichinger. Dieser hatte vor ihm schon Hitler und Andreas Baader als Hauptfiguren. Seit dem der Film raus gekommen ist, ist Bushido gesellschaftsfähig geworden, was vielleicht auch daran liegt, dass im Film die „bösen“ Sachen weggelassen wurden und Bushido wohl ziemlich lieb dargestellt wird (außerdem soll der Film „strunzlangweilig“ sein;  klingt verlockend).

Jetzt regen sich aber wieder Journalisten auf, dass der Bushido es soweit bringen konnte. Von den Tagesthemen bis zur Bildzeitung, alle berichten über ihn. Die bösen Skandale von gestern sind vergessen. Die Bild schreibt: „Er ist zierlicher, weicher und symphatischer als sein Klischee“. Für die Bunte ist er ein „Rebell, der seine Seele öffnet“. Das Hamburger Abendblatt fragt gar: „Bürgermeister Bushido-warum nicht!“

Der Ministerpräsident von Bayern plaudert auf einer Party mit Bushido. Danach sagt er einem Reporter, Bushidos  „Zuversicht, sein Optimismus, seine Einstellung, dass man im Leben was bewegen kann“, würden ihn „beeindrucken“.

Dass die Journalisten sich nun aufregen ist ziemlich dumm von ihnen. Ob ihnen jetzt erst klar geworden ist, dass sie manipuliert wurden?

Vielleicht wollen sie sich nicht eingestehen, dass sie guten Geschichten nicht wiederstehen können.

Ein böser, böser Rapper aus dem Ghetto, der es ganz allein nach ganz oben geschafft hat.  Der harte Gangster mit dem weichen, sensiblen Kern. Es ist doch immer dasselbe. Auch der Rapper Eminem aus Amerika hat sich aus relativer Armut  auf den Olymp des Showbizz gekämpft,  zu sehen in seinem Film „8 Mile“.

Neu ist die Geschichte also nicht. Originell auch nicht , aber was soll`s.

Meiner Meinung nach bedient Bushido nur den Markt, und zwar hat das vor sieben Jahren schon mit den provokanten Texten angefangen.  Irgendwas war gerade gut genug, Hauptsache irgendeiner regt sich ordentlich auf.  Die Texte haben manchmal wie Parodien geklungen.

Beispielsweise schildert Bushido im Lied “ Staatsfeind Nummer 1″ seine schlimmen Knasterfahrungen „jeder ist hier am Ende und unrasiert“;“ ich suche nachts meine Mama im Kissen“. Dies wird allerdings zusätzlich lächerlich, wenn man weiß, dass Bushido damals nur einen Monat absaß, weil er seine Bodyguards auf ein armes Schwein gehetzt hatte, das die Reifen seines BMWs zerstochen hatte. Von wegen Staatsfeind.

Lächerlich ist auch, dass die Journalisten jetzt dumm aus der Wäsche schauen, weil ihnen dämmert, dass Bushido sie gehörig an der Nase herumgeführt hat und sie genau das beichtet haben, was er ihnen zum Frass vorgeworfen hat. Von den Tagesthemen bis zur Bild, alle haben gehorsam an Bushidos Selbstinszenierung mitgewirkt und ihn zu dem gemacht, was er heute ist: reich.

Quellen: „Zapp“- Sendung vom 03.02.10, Videostream:

http://www.youtube.com/watch?v=v8753vPRPe8

Stefan Raab soll den Eurovision Songcontest retten

Stefan Raab kommt jetzt ins Erste. Der Eurovision Songcontest war für Deutschland in den letzten Jahren wohl eher ein Flop. Letztes Jahr machte Deutschland nur Platz 20, im Jahr davor wurden die „No Angels“ sogar letzte. Die ARD scheint sich nicht mehr auf der Höhe der Zeit zu bewegen. Deshalb haben sie sich jetzt Deutschland „Ideenmaschine“ ins Boot geholt.

Stefan Raab ist gelernter Metzgermeister, fing damals mehr durch Zufall bei VIVA an. Dort fiel er durch seine erfrischende Respektlosigkeit gegenüber Prominenten auf, denen er ironische Ständchen brachte („Raabigramme“). Schliesslich bekam er seine eigene Show bei Prosieben: TV Total. Obwohl die in letzter Zeit Quoten verliert, funktionniert sie immer noch als Antrieb für seine anderen Showformate. Denn bei TV Total probiert er immer wieder neue Formatideen aus; wenn sie erfolgreich sind, macht er weiter. Beispiele für seine guten Formate sind „Die Wok-WM“ und „Schlag den Raab“.

Von diesem Ideenreichtum und Innovationsvermögen will jetzt auch dei ARD profitieren. Stefan Raab darf jetzt am Eurovision Songcontest mitarbeiten; er soll frischen Wind in die angestaubte ARD-Unterhaltung bringen. Von der ARD ist dies ein mutiger Schritt; schliesslich wird damit auch ein Stück weit zugegeben, dass sie Hilfe nötig hat.

Möglicherweise hat Raab auch mal Lust, etwas Seriöseres und Bedeutungsvolleres zu machen als sonst.

Man darf gespannt sein, was für Früchte die Zusammenarbeit tragen wird!

Quellen:

Sendung „ZAP

http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3432868

Die Inflation der Superlativen – Panikmache in Nachrichten

Terrorismus, Vogelgrippe, Weltwirtschaftskrise, Schweinegrippe; kam eines dieser Themen in einer Nachrichtensendung vor, so war es jedesmal stark emotionalisierend dargestellt. Immer sah man das Ende nahen, andauernd stand uns die Apokalypse kurz bevor.  Immer ist die Aktuelle die Schlimmste aller je dagewesenen Katastrophen. Dass nachher dann doch nicht der prophezeite Weltuntergang kam, hat man schnell wieder vergessen, spätestens wenn das nächts Top-thema im Fernsehen angstschührend aufgebauscht wird.
Eines der markantesten Beispiele für überzogenes Hochspielen manches trivialen Themas ist der Rummel um das Tief Daisy, das ganz Europa ins „Schneechaos“ zu stürzen drohte.
Es gab Sondersendungen zu dem Thema.Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfahl Nahrungsmittel, Kerzen und ausreichend Trinkwasser zu bunkern. Auch die anderen Medien schlugen Alarm (Bild-Zeitung).

Draussen fiel gräßliches weisses Pulver aus dem Himmel.  Der Schnee behinderte den Verkehr.  Man musste sich warm anziehen.  JA UND? Früher nannte man so etwas WINTER!

Warum die Menschen sich solche Berichterstattung aber immer wieder anschauen, obwohl ihr Verstand ahnt, dass es vermutlich am Ende doch nicht so schlimm ist, wie es dargestellt wird? Dies erklärt sich der Philosoph Ralf Konersmann damit, dass Menschen in einer immer differenzierteren Gesellschaft einen gemeinsamen Nenner brauchen. Also wenn man schon sonst nichts gemeinsam hat, dann kann man sich wenigstens mit der Angst vor einer Katastrophe vergemeinschaften. Es gibt ein Angstpotenzial, das bedient werden muss; dies erledigen freundlichweise die Medien.  Außerdem erhöht es das kollektive Selbstbewusstsein nach der ausgestandenen „Katastrophe“. Konersmann: „Umso schlimmer am Anfang die Katastrophe ausgefallen ist, umso eindrucksvoller hinterher der Erweis, dass wir in der Lage waren, darauf adäquat zu reagieren“.

Quelle:
http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3664026?pageId=&moduleId=431902&categoryId=&goto=&show=

TTT-Sendung vom 17.01.10 im ARD

Blogger verhaftet wegen Gerüchteverbreitung

Der 22-jährige russische Medizinstudent Iwan Peregorodiev wurde am 3. Dezember verhaftet, weil er angeblich „falsche Informationen mit Bezug auf einen terroristischen Akt“ im Internet verbreitet hat.

Es kamen Gerüchte auf, dass in der Stadt Saratov die Lungenpest ausgebrochen sein, wobei ein Forschungsinstitut der Stadt in Verdacht geriet daran Schuld zu sein, da dort gerade an diesen Erregern geforscht würde. Dies ist nicht undenkbar, denn in der Sowietunion wurde mit diesen Viren für biologische Waffe experimentiert.

Es kam deswegen zu öffentlichem Aufruhr, der Gouverneur brach extra eine Reise in Weissrusslend ab, um sich darum zu kümmern.
Die Regierung dementierte die Gerüchte.

Peregorodiev glaubte dennoch weiter daran und tat dies auch im Internet kund.

Jetzt wurde er verhaftet.

Auch Journalisten, die der Regierung nicht ins Konzept passen, müssen in Russland mit  Bedrohung und Verhaftung und offenbar noch Schlimmerem rechnen. Wenn man den „Reportern ohne Grenzen“  glaubt, wurden allein in diesem Jahr schon 3 russische Journalisten ermordet!!

Blogger waren bis vorgestern davon verschont geblieben.

Was ist das nur für eine kranke Staatsobrigkeit, die junge Leute verhaften lässt, weil sie im Internet ihre Meinung sagen?

Man kann nur hoffen, dass die Regierung an dem jungen Mann kein Exempel statuieren will

Quellen:

http://www.gulli.com/news/blogger-verhaftung-wegen-schweinegrippe-ger-chten-2009-12-05

Wenn die Seele Hilfe braucht…

Und das braucht sie wohl manchmal, bei den Neuigkeiten, die in den Tageszeitungen zu lesen und zu sehen sind. Krieg , Mord, Ungerechtigkeit.
Vielleicht sind die Verantwortlichen der Tagezeitung „Luxemburger Wort“ um ihre Leserschaft besorgt, weil sie ihnen meistens Negatives berichten müssen.
Jedenfalls befindet sich eine Anzeige der luxemburgischen Suizidprävention auf Seite neun der Ausgabe vom zehnten November. Diese trägt den Slogan „Wenn die Seele Hilfe braucht…“ und verweist auf Extraseiten in der Wochenendausgabe vom 14. November. Darin befinden sich ausführliche sieben Seiten zu dem heiklen Thema. Luxemburgs Suizidrate liegt über dem europäischen Durchschnitt.

Dazu meldet sich der Caritas-Präsident Erny Gillen zu Wort, der das Leben als ein Geschenk betrachtet, es kommen Mitarbeiter des luxemburgischen Seelsorgetelefons „SOS Detresse“ zu Wort, es werden Möglichkeiten gezeigt, wie man mit selbstmordgefährdeten Mitmenschen umgehen kann.

Es geht darum, was Menschen brauchen: Verbindlichkeit, Kontinuität, Wertschätzung , kurz – das Gefühl, gebraucht zu werden. Das haben sie in den europäischen Industrieländern wohl immer weniger.
Ich finde es gut, dass die Zeitung dieses Thema so vertieft behandelt. Es kann vor allem wichtig werden, wenn sich ergibt, was die Weltgesundheitsorganisation WHO den Industrieländern für 2020 voraussagt, wenn sich nichts ändert: Dann werden Depressionen bei uns die häufigste Erkrankung sein.

Quellen: „Luxemburger Wort“ vom 10. November 2009 und vom 14/15 November 2009

Fortsetzungsromane in Tageszeitungen

Die luxemburgische Tageszeitung „Luxemburger Wort“ veröffentlicht Romane in kleinen mundgerechten Happen. Im Moment ist es „Wohin der Fluss uns trägt“ vom Autoren Charles Martin.
Ich muss gestehen, dass ich bisher nicht so ein regelmässiger Zeitungsleser bin, dass ich so etwas verfolgen würde.

Aber es würde mich interessieren, wie sich die Lektüre des Buches in kleinen, täglichen Etappen von der normalen Art, ein Buch zu lesen, unterscheidet. Es muss wohl ein Unterschied in der Rezeption bestehen.
Ich kann mir vorstellen, dass es sich etwas schwierig gestaltet, der Handlung einer Geschichte zu folgen, wenn man sie in Raten von circa 2 Seiten pro Tag serviert bekommt.
Die Lektüre des Romans zieht sich auf die Art doch mindestens über ein halbes Jahr hin.

Ich glaube nicht, dass diese Art der Präsentation sinnvoll ist. Vielleicht wär es gut das Pensum wenigstens auf sechs oder acht Seiten zu erhöhen.

Aber nicht nur dass man monatelang an einem Roman kauen muss, den man andernfalls eventuell in einigen Tagen gelesen hätte!  Zusätzlich werden dem geneigten Leser auch noch mit der Gestaltung Steine in den Weg gelegt.

So befindet sich der Fortsetzungsroman am neunten November noch im Kulturteil.  Doch irritierenderweise ist er  schon  zwei Tage später  – schwupp –  plötzlich viel weiter hinten in den Lokal-Teil gerutscht!

Quellen:

http://charlesmartinbooks.com/about/
Luxemburger Wort

Angekündigte Polizeikontrollen

Ich wundere mich schon lange darüber, warum in den Medien Polizeikontrollen vorhergesagt werden. Werden die dadurch nicht irgendwie nutzlos, wenn man genau weiss, wo der Blitzer oder der Kamarad mit der Radarfalle steht?
In Zeitungen kann man sich morgens schlau machen, bei der Autofahrt unterbricht der Radiosender die Musik und warnt einen davor, sich bei Geschwindigkeitsüberschreitung erwischen zu lassen. Schliesslich fährt man mitnichten langsamer, wenn man genau weiss, wo die Falle ist, sondern das Gegenteil ist der Fall: Man weiss wo man sich beherrschen muss, aber auch wo nicht.
Auch frage ich mich, woher die Medien diese Informationen denn haben? Etwa direkt von der Polizei? Verraten die sich denn selbst?

Bescheuerte Sendung von Johannes B. Kerner

Ich kenne die Talkshow eigentlich als relativ seriös, zumindest, wenn man früher mit dem verglich, was die privat-kommerziellen Sender in der Sparte anzubieten hatten (schauder).
Ich hab wohl etwas verpasst.

Als ich das letzte Mal durch Zufall bei „Johannes B. Kerner“ reingezappt habe musste ich staunen. Das Dispositiv war anders als gewohnt : Er hinterm hohen Schreibtisch; Gäste dekorativ nebeneinander aufgereiht auf schlichten Stühlen.
Nein, Kerner befand sich in einer „Sommer“-kulisse, bestehend aus einen Wohnwagen, Strandstühlen, Kunstrasen, Grill und noch mehr derartigem Klimbim.
Die Gäste waren die blondgebleichte und schönheitsoperierte Sonja Kraus (Talk,talk,talk), der „berühmteste Auswanderer Deutschlands“, der Hamburger Konny Reimann und Comedian Bernd Stelter, ausserdem „der Mann, dem der ICE die Beine abgefahren hat“ mit seiner neuen Prothese.

Das Thema war „über Nützliches und Unnützes beim Campen, Grillen und über die Auswahl des richtigen Outfits am Strand“, wie die ZDF-Website behautet.

Ich jedenfalls habe selten so eine erschreckend belanglose, unnütze und schlechtgemachte Sendung erlebt.
Es wurden seichte Witzchen gerissen, dümmliche Fragen beantwortet, das meiste ging unter die Gürtellinie. Umständlich wurden präparierte Fleischbuletten aus dem Campingwagen geholt, dabei noch mehr oberflächlichen Schmonz von sich gegeben.
Als Höhepunkt war geplant, dass Konny Reimann ein paar Hamburger braten sollte. Er sollte allerdings auch vorher noch kurz demonstrieren, wie er die bei sich zu Hause selber macht.
Dazu hatte sich der Kerner einen mechanichen Fleischwolf besorgt.
Als Konny Reimann gab sich ja wirklich Mühe, aber egal wieviel Fleisch er oben reinstopfte und wie kräftig er drehte, unten kam statt Gehacktem immer nur Blut heraus.
Mir taten die Leute leid, Gäste wie Moderator. Man konnte den Beteiligten ansehen, dass sie das peinliche Schauspiel, in das sie da geraten waren, gerne schnellstens beendet hätten.

Für mich war spätestens an diesem Punkt die Sendung an ihrem Tiefpunkt angelangt.

Körpersprache und Medien

Medien und Körpersprache stehen ja in gespaltener Beziehung zueinander.

Es gibt Kommunikationsformen, die Körpersprache ausblenden, z.B E-mail, Telefon, Zeitung und Rundfunk .

Dafür gibts aber andere, die sie beflügeln indem sie sie selbst über grosse Entfernung wahrnehmbar und erfahrbar machen.

Zu denen gehört beispielsweise das Fernsehen.
In der Sendung „Planet Wissen“ im BR am 14.07.09 hat der Pantomime und Körpersprach-Experte Samy Molcho Nachrichtensequenzen mit Reden und Auftritten und Reden von Angela Merkel und Georg W. Bush analysiert.
Dabei kam heraus, dass der Körper manchmal mehr ausdrückt als so manches gesprochene Wort.
Probleme tauchen auf, wenn der Körper eine andere Botschaft transportiert als das Wort beabsichtigt.
Interessant ist hierbei, dass man körperlich nicht NICHT kommunzieren kann und dass die Körpersprache schwerer zu kontrollieren ist als Worte, so dass sie häufig die tatsächliche Intention des Akteurs zum Ausdruck bringt.

Einen Poliker bei einer Rede körperlich vor sich zu haben ist um ein Vielfaches aufschlussreicher als diese Rede in einer Zeitung zu lesen.
Den Partner über Skipe auf dem Bilschirm zu haben macht die Kommunikation viel vollständiger als z.B. der Austausch über Chat oder E-mail.

Medien, die auch fähig sind, Körpersprache zu übermitteln, finde ich als viel vollkommener zu betrachten als andere, die man meiner Meinung nach in diesem Sinne als benachteiligt betrachten muss, weil die durch diesen Nachteil unvollständig sind.

Multimedia in der Hosentasche

Manche Menschen müssen alles auf einmal haben, am Besten gleich. Alles immer dabeihaben, dann ist man für alles gewappnet.
Es soll mal eine Zeit gegeben haben , in der Handys noch zum Telefonieren benutzt wurden. Heute kann man nahezu alles damit, siehe iPhone.
Websites laden, Fotos und Videos verschicken, integrierte Videokamera zum Filmen, Fernsehen,iPod, Kompass und weiss der Geier, diese neuen Mobiltelefone können alles.
Ich kann mich aber z.B. nicht dafür erwärmen, mir einen Film auf so einem kleinen Display anzusehen.
Oder mir Musik aus so einem kleinen Lautsprecher anzuhören (und meine Mitmenschen damit zu nerven).
Ich hab mich schon damals gewundert, als es die ersten Klingeltöne zu kaufen gab: Wer bezahlt denn soviel Geld dafür, nur um sein Lieblingslied, minimalistisch auf ein paar tutende Töne reduziert, jedesmal in schrecklicher Qualität hören zu müssen, sobald einer anruft?

Ich lobe mir mein altmodisches Handy, mit dem man nur telefonieren und SMS verschicken kann.
Ausserdem hat es ein in der Tasche wahrnehmbares Gewicht, so dass man merkt, wenn es rausfällt, was man bei den modernen,federleichten Minihandys nicht behaupten kann.

Handybilder und Youtubevideos aus Teheran

Es ist ausländischen Medien zur Zeit nicht möglich, eine kritische Berichterstattung aus Teheran zu machen, wo schon wieder zehntausende Iraner gegen das in ihren Augen gefälschte Wahlergebnis demonstrieren.
Dafür gibts aber massenweise Handyvideos von Amateuren, die den Leuten in der Welt die Wahrheit zeigen wollen. Sie stellen ihre Videos zu diesem Zweck bei YouTube rein. Die Nachrichtensender aus dem Ausland zeigen diese in ihren Sendungen,aus Mangel an eigenem Material.
Ich finde es interessant, dass Mobiltelefonen in derartigen Situationen eine solche politische Bedeutung zukommen kann.

Die Trierer NPD hält sich von Medien fern

Die Trierer NPD möchte in den Staftrat gewählt werden – wirbt aber nicht um Wähler.

Nur der selbsternannte Spitzenkandidat SAFET BABIC , ein rechtsextremer  Jurastudent, der ab 2004 im Studierendenparlament in der Uni sass, meldet sich auf der Homepage des NPD- Kreisverbandes  Trier mit fünf nichtssagenden Mitteilungen und einem kleinen schlechtgemachten Filmchen, indem sich der Vorsitzende selber zu langweilen scheint.

Eine kleine Parteiversammlung gab es allerdings :  Am 8. Mai latschten 17 verlassene Gruppenmitglieder mit schwarz-weiss-rot-Fahnen über den Trier Hauptfriedhof und gaben das „vollständige Deutschlandlied“  zum Besten.  Die Polizei stellte ihre Personalien fest und ermittelt jetzt wegen möglichen Verstössen gegen versammlungsrechtliche oder andere Vorschriften.

Wahrscheinlich hat die Nationalen in Trier der Mut verlassen, jedenfall kann das verblichene Friedhofspuplikum keine Wählerstimmen erbringen, selbst wenn ihm die Gesangsnummer gefallen hat, die seine Totenruhe störte .

Vielleicht hätten die Trierer Stammtischrassisten und potentiellen NPD-Wähler  aber auch lieber einen Spitzenkandidaten mit einem Namen, der sich zumindest halbwegs DEUTSCH anhört.

Quellen:

http://www.volksfreund.de/specials/wahlen-2009/kommunal-wahlen/trier/Wahlen-Trier;art162061,2072617

http://www.npd-trier.de/kreisverband.php?ID=6

Das Comeback von Dieter Althaus

Der thüringer CDU-Politiker Dieter Althaus ist zurück in den Medien.  Nach seinem  Skiunfall bei dem eine Frau ums Leben kam steht er jetzt wieder in der Öffentlichkeit.  Nach dem Unglück haben sich die meisten Journalisten zurückgehalten, um dem verletzten Mann Zeit zum genesen zu geben.  Ausser der BILD-Zeitung: Sie brachte von Anfang an Stories über alle Details.

Jetzt kommen sich viel Redaktionen „vernachlässigt“ vor,  vor allem die regionalen Zeitungen seiner Heimatstadt. Obwohl z.B. die „Thüringer Allgemeine“ in der Region eine viel höhere Auflage hat als die BILD-Zeitung wendet sich Dieter Althaus  vor allem dieser zu.

So hat die Bild Exklusiv-Bilder von der Beerdigung seines kurz nach dem Unfall verstorbenen Vaters und war sogar als einzige Medienanstalt bei seiner Gerichtsverhandlung dabei, wo er wegen fahrlässiger Tötung angeklagt war. Auch brachte die BILD Bilder von ihm beim Jogging mit seiner Frau.

Dazu behauptet er, dies alles sei rein zufällig, die Bilder wären Zufallsbilder, während ihm die ausgeschlossenen Journalisten eine Selbstinszenierung mit der BILD vorwerfen, denn sie mussten sich nach dem Unfall mit einer Pressekonferenz mit zwei seiner Ärzten begnügen.

Auch seine Partei ist verwirrt: Als sie ihn bei einer Tagung zum Spitzenkandidaten ihrer Partei wählen taucht Dieter Althaus garnicht auf, sondern schickt nur eine SMS.

Erst vor kurzem durften auch andere Journalisten ihn interviewen. Es verwundert, warum Herr Althaus nur die BILD-Zeitung an sich ranliess, während alle anderen Berichterstatter aussen vor bleiben mussten.

Quellen: Sendung „Zapp“im NDR vom 25.03.2009

Videostream:  http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/althaus120.html

„Lasst uns in Ruhe trauern“

Dies verlangt die „Winnender Zeitung“ von den Reportern , die zur Zeit den Ort wegen des Amoklaufs vom 11. März in Scharen überfallen. Es gehe zu wie beim Jahrmarkt, sagte der ZDF-Reporter Anton Jany. Überall sind Zelte aufgebaut und stehen Nachrichtenwägen aus aller Welt.  Kein Passant wird verschont.  Die Reporter brauchen immer neue Bilder, immer neue Interviewpartner.

Vor allem die Trauernden haben keine ruhige Minute mehr. Es ging so weit, dass Reporter sogar die Trauergegenstände (Plüschtiere, Kerzen, Briefe…) verrückten, um so das bessere Bild zu schiessen.

Deswegen wurde der Bereich schon von der Polizei abgeriegelt, aber die Reporter versuchen trotzdem immer wieder dahin vorzudringen.  So wird weiter jede Träne fotografiert, jede Regung für die Welt eingefangen.

Der Redakteur der „Winnender Zeitung“ wird von allen Seiten bedrängt, Informationen wie Namen der Getöteten oder Fotos dieser freizugeben.

Auch die Familie des Täters wird verfolgt.  Im Ort „Weiler am Stein“ stehen sie in jedem Geschäft.

Eine Kioskbesitzerin gibt an, sie würde in ihrem Laden von Reportern mit Kamera und Mikrofonen überfallen und mit Fragen bestürmt.  Wenn sie nicht die gewünschten Auskünfte gibt, wurden ihr bisweilen Dinge unterstellt,  sie wurde beispielsweise gefragt,ob sie jemanden decken wolle mit ihrem Schweigen.

Auch die Schüler der Realschule,  in der die Tat geschah, haben Banner ins Fenster gehängt: „Keine Presse“.

Die Ereignisse werfen die Frage auf, wie weit die Berichterstatter bei ihrer Arbeit gehen dürfen, ohne die Würde und die Rechte der Opfer zu verletzen.

Muss denn immer ALLES  gezeigt werden?  Hat die Öffentlichkeit Anspruch auf die intimen Details?

Hinter all dem steckt die Medienindustrie,  die wie eine gut geölte Machine funktioniert und sich wohl nicht um die Gefühle ihre Opfer schert. Ausser man kann Bilder davon verkaufen.

Quellen:

Sendung „Zapp“ vom 18.03.2009

Videostream:  http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/index326.html

„Zeitungszeugen“ darf Nazi-zeitungen nachdrucken

„Zeitungszeugen“ ist eine gedruckte Sammeledition des Londoner Verlagshauses „Albertas Limited“ das sich das Jahr 2009 zum Anlass genommen hat ihre Leser „einen historisch fundierten Blick auf die Medienlandschaft von 1933 bis 1945 “ werfen zu lassen. Denn der zweite Weltkrieg brach genau vor 70 Jahren aus, die Bundesrepublick feiert 60jähriges Bestehen und der Mauerfall ist jetzt 20 Jahre her.

Die zweite  Ausgabe enthielt die historischen Seiten des „Völkischen Beobachters“ und den „Angriff“. Im „Völkischen Beobachter“  geht es um den Reichstagsbrand von 1933, die Schlagzeile verkündet „Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen“. Aber das Blatt fand nicht die erwartete Zahl Leser, der Erfolg blieb aus.

Doch dann griff das bayrische Finanzministerium durch: Allein in Bayern wurden rund 280 Exemplare polizeilich konfisziert. Gegen den Herausgeber der Zeitung wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht erhoben.

Heute wurde das Urteil gesprochen: Der britische Verlag darf weiterhin die NS-Hetzblätter als Beilage drucken. Die Gegner der Aktion befürchten, dass die Zeitung von den falschen Leuten als Propaganda missbracht werden könnte.

Die Frage ist hier doch vielleicht vielmehr, ob nicht gerade der ganze Rummel mit dem Prozess und die grosse Diskussion in alle Medien gerade dies provoziert.

Denn jetzt hat die Zeitung eine Publicity erhalten, die vielleicht erst dazu führt, dass rechte Gruppierungen darauf aufmerksam wurden.

Quellen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,612764,00.html

http://www.faz.net

http://www.zeitungszeugen.de/

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/zeitungszeugen-bundesweit-beschlagnahmt;2133001

ZDF Heute