Mehr Reality-Shows! Aber gute, bitte!

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Vor einigen Tagen traute ich meinen Augen nicht, als ich einen Post las der von der Verwahrlosung der Fernsehkultur handelte. Reality-Shows = Verwahrlosung? Aber ich möchte doch bitten. Deswegen möchte ich hier nun eine Lanze für die Reality-Shows brechen…Ja, ich oute mich als Fan. Mit einer Einschränkung: sie müssen gut gemacht sein. Da gebe ich dem Autor vollkommen recht, denn ich finde „Gülcan und Collien ziehen aufs Land“ auch sehr arm.

Dass die meisten Formate, die unsere Privatsender kopieren, aus dem amerikanischen Ausland kommen ist ja nun kein Geheimnis. Aber warum scheitern die deutschen Gewollt-aber-nicht-gekonnt-Abklatsche? Weil sie einfach nicht witzig sind!!! Zum Vergleich kann man sich die amerikanischen Originale auf den Musiksendern MTV und VIVA anschauen. Wie viele Tränen habe ich gelacht über Flavor Flaaaaaav “ Flavor of Love“? Unzählige sag ich euch. Und noch mehr als dann New York, die von Flavor gleich in beiden Staffeln der Sendung im Finale abgesägt wurde, auch dann noch in ihrer eigenen Dating-Show abserviert wurde… Zum zweiten Sieger ist man halt geboren, oder nicht. Und diese Art von Shows ist so erfolgreich, dass gleich drei weitere folgten: Tila Tequila, Domenico ( „will you be my bambina“, wurde von Tila dismissed) und Bret Michaels.

Allerdings kann ich mir nur schwerlich vorstellen, wer in einer deutschen Version die Hauptrolle spielen sollte…B-Sternchen meldet euch schon mal an.

Dass aber deutsche Sender durchaus gute Reality-Shows produzieren können, sieht man an dem RTL-Beispiel „Bauer sucht Frau“. Da gehen regelmäßig die Quoten durch die Decke. Das ist für mich ein Zeichen: Menschen lieben diese Sendung. Und wer will hier bestimmen was Fernsehkultur ist? Ich denke, die Zuschauer sollen sprechen: Entweder einschalten, oder wegbleiben.

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„Democracy Now!“ – privates Radio einmal anders

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„Freier Journalismus wird in diesem Land als staatsgefährdend eingestuft.“

Mit diesem Zitat von Amy Goodman begann der Artikel von Claus Biegert (SZ, 26.06.) über die politische Radiosendung Democracy Now! und ihre Gründerin. Dieser Artikel faszinierte mich so sehr, dass ich danach selber anfing zu recherchieren.

Die Geschichte von Democracy Now! begann im Februar 1996 bei der Pacifica Radio’s New York Station (WBAI), bei der Amy Goodman schon seit 1985 die Abendnachrichten produziert hatte. Amy Goodman wurde zur Ikone des unabhängigen Journalismus, weil sie u.a. 1990 und 1991 mit ihrem Kollegen Allan Nairn nach Osttimor reiste und die beiden nur knapp einem Massaker der indonesischen Armee entkamen. 1994 und 1999 wurden sie an der Einreise gehindert und verhaftet.

Democracy Now! geht von Montag bis Freitag auf 99.5 UKW auf Sendung und Amy selbst spricht jeden Morgen um acht Uhr die Nachrichten, um im Anschluss daran Gäste zu interviewen. Auf der Webseite www.democracynow.org kann dies in Echtzeit verfolgt werden. Außerdem stellt die Seite ein riesiges Archiv zur Verfügung, das bis in das Gründungsjahr zurückgeht. Dort kann man sich alte Beiträge anhören, oder diese als CD/DVD bestellen.

Das besondere an diesem Sender ist, dass er von einer Medienstiftung getragen wird. Beinahe alle Gelder kommen von den Zuhörern und durch Spendensammeln zusammen.

Democracy Now! wird tagsüber zu verschiedenen Zeiten von studentischen Sendern, lokalen Stationen, dem National Public Radio, und auch TV-Kanälen wie FreeSpeech TV übernommen; insgesamt mehr als 500 sollen es sein.

Amy Goodman ist der lebende Beweis, dass kritisches privates Radio mit hohem Anspruch überleben kann. Von ihr könnten sich die deutschen Stationen eine Scheibe abschneiden.

Webseite: www.democracynow.org

Das Feuilleton der SZ – Ein Sammelsurium der merkwürdigen Überschriften

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Nicht erst seit meiner Teilnahme an dem Seminar „Kulturjournalismus“ bin ich ein eifriger SZ-Feuilleton-Leser. Jeden Morgen freue ich mich schon aufs Neue auf den Kulturteil. Warum? Wegen der manchmal unsinnigen, manchmal absurden, aber auf jeden Fall „ausschneidewürdigen“ Artikelüberschriften.

Bei manchen kann der geneigte Leser nach dem Lesen des Artikels sogar einen Zusammenhang erkennen, z.B.

  • „Die unliebsamen Reflexe der Toten“ –> Hirntod/Transplantationsgesetze
  • „Ach wie gut, dass sich jetzt einigen der Magen umdreht“ –> Regierungsbildung in Nordirland
  • „Ekstatische Blaselust“ –> Besprechung eines Blasorchesterkonzerts
  • „Ein Organismus mit 40 Fingern“ –>Streichquartett

Alle Morgen wieder stelle ich mir die Frage: Wer kommt auf sowas? Finden alle das so abstrus wie ich? Oder bin ich frühmorgens nur aberwitzig? Oder sollen nicht so interessante Themen damit verkauft werden?

Also, Eyecatcher sind das allemal. Zum Lesen regen sie bestimmt auch an. Wenn man nicht wie ich nur noch auf Überschriftenjagd geht, um sie dann in mein Poesiealbum zu kleben.

Zum Schluß möchte ich euch noch einige meiner aboluten Lieblinge mit auf den Weg geben:

  • „Im Krieg gibt es keine Oliven“
  • „Fabrik der Selbstherrlichkeit“
  • „Bomben gegen Papier“
  • „Wenn Bücher rülpsen könnten“
  • „Von der Kunst in Intervallen zu pinkeln“
  • und der absolute Knaller: „Als Elvis auf dem Lokus starb, war Osama noch ein junger Mann“

Ein Hoch auf das Feuilleton!

Neue bundesweite Radiosender in Planung

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Die ARD gab nun bekannt, dass drei neue bundesweite digitale Radiosender geplant seien, spezialisiert auf Kinderprogramm, Wissensthemen und Sendungen zur Integration. Diese würden dann in direkte Konkurrenz mit den zwei einzigen bisher bundesweit sendenden Sendern treten, dem Deutschlandfunk und dem Deutschlandradio Kultur.

Quelle: SZ, 16.Juli

Genossen bleiben Genossen

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Ende Mai wurden der venezolanische Sender RCTV von Staatspräsident Hugo Chavez geschlossen, wohl weil seine Berichterstattung zu kritisch war. Die „Reporter ohne Grenzen“ warnten vor einer Bedrohung der Pressefreiheit in dem Land. Diese Woche hat Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Linken, diesen Schritt Chavez verteidigt! In der „Welt am Sonntag“ schrieb er, dass Hugo Chavez im Gegenzug viele Lizenzen für offene Kanäle vergeben hätte. Dies sei als positiv zu bewerten, im Gegensatz zur Pressekonzentration im Westen. Denn „wer behauptet…die deutsche Presse sei frei…hat den Blick für die Verhältnisse verloren“. Ist nun auch die Pressefreiheit in Deutschland bedroht? Vielleicht sollten wir ganz schnell die „Reporter ohne Grenzen“ informieren?

Quellen: SZ, 9.Juli und welt.de

Spiegel mit schweizer Extra-Ausgabe

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel, Printmedien, Zeitungskrise1 Kommentar »

Der Spiegel will in die Schweiz expandieren. Die deutsche Ausgabe des Nachrichtenmagazins wird mit einem ca. 50 Seiten starken Extra-Heft diese Woche in unserem Nachbarland erscheinen. Dieses Projekt ist bisher einmalig und soll zunächst ein Experiment sein.

Dabei lässt sich der Spiegel auch nicht von dem akuten Magazin-Sterben in der Schweiz beirren. Denn letzte Woche gaben gleich zwei Wochenmagazine auf: „Facts“ und „Cash“ waren nicht profitabel. Dies kann auch auf den Boom der Gratisblätter bei unseren Nachbarn zurückgeführt werden. Der Spiegel könnte jetzt auf die Leser der eingestellten Magazine hoffen.

Quelle: SZ, 23./24. Juni

Polizeifunk schafft den Sprung ins 21.Jahrhundert

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel1 Kommentar »

Heute wurde nach jahrelangen Verzögerungen endlich der neue digitale Polizeifunk von Innenminister Schäuble und Ländervertretern in Berlin in den Testbetrieb genommen worden. Mit dem neuen Digitalfunk soll das alte analoge Funksystem abgelöst werden, das als sehr störanfällig galt, was man auch wieder bei dem G8-Gipfel sehen konnte.

Dies soll das größte technische Modernisierungsprojekt Deutschlands werden, da mit 500.000 Endgeräten das größte Funknetz dieser Art weltweit entsteht.

Quelle: www.newsticker.welt.de

Sind Promis die besseren Moderatoren?

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Nachdem Boris Becker bereits zwei Sendungen bei dem Sportsender DSF (Sofaduell und Becker 1:1) mit wenig Erfolg moderierte, bekommt er von dem Sender Pro Sieben eine neue Möglichkeit sich journalistisch zu betätigen. Becker soll zur Hauptsendezeit die Show „Boris Becker meets…“ präsentieren. Darin soll er bekannte Persönlichkeiten besuchen und mit ihnen reden.

Offensichtlich kann heutzutage jeder, auch wenn seine rhetorischen Mittel begrenzt sind, eine Sendung moderieren…Oder geht das nur mit Promi-Bonus?

Quelle: SZ, 15.Juni

Vierte Gewalt in Gefahr?

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Der Hamburger Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg fordert, dass die Medien ihrem Aufklärungsanspruch wieder verstärkt gerecht werden müssen. Er meint, dass die Medien sich durch die wachsende Kommerzialisierung selbst in Gefahr brächten.

Desweiteren stellt er fest, dass es immer weniger Mut zu kritischer Berichterstattung gibt, und dass die nach dem jüngsten Arbeitsplatzabbau noch verbliebenen Akteure vollkommen überbelastet seien.

Bringt sich die vierte Gewalt in diesem Land selbst in Gefahr?

Quelle: SZ

Medien- (Rück-) Wandel?

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Wir alle reden hier in diesem Forum über den Medienwandel in Bezug auf die Weiterentwicklung, Synergieeffekte etc.

Aber es gibt auch Länder und Regionen auf dieser Welt, in denen die Medien anscheinend wieder (auch wenn ungewollt) im Rückschritt begriffen sind: In ihnen sind die grundlegenden Rechte und Grundprinzipien des Journalismus und der Medien in Gefahr.

In Ecuador wurde die Tageszeitung La Hora von dem linkksgerichteten Präsidenten Rafael Correa verklagt, weil sie Kritik an seiner Person übte…den Verlegern droht nun bis zu zwei Jahre Haft.
In Venezuela wurde dem Fernsehsender RCTV die Lizenz entzogen, weil dieser der Opposition näher steht.

Diese Vorgehensweisen wurden von Menschenrechts- und Standesorganisationen, wie den „Reporter ohne Grenzen“ kritisiert und es wurde auch von Seite des ecuadorianischen Präsidenten versichert, dass absolute Meinungsfreiheit herrsche.

Wie kann all dies aber sein?

Quelle: SZ, 30.Mai, S.19

Blair und die Diplomatie über Youtube

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Tony Blair ist weltweit der erste Regierungschef der das Internetportal Youtube bewußt für Ansprachen nutzt.

Bisher waren die Videos über Politiker eher peinlicher Natur, Episoden, die sie wohl lieber vergessen würden.

Nun nutzt die Downing Street Youtube direkt. Am Montag wurden, außer der Gratulation an den französischen Wahlsieger Sarkozy, noch 14 weitere Videos eingestellt, auch Regierungserklärungen und Stellungnahmen.

Quelle:SZ vom 9.Mai

googlefight.com oder: Welche Kämpfe hätten schon längst einmal ausgetragen werden müssen?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Wer hat schon einmal seinen Namen gegoogelt? Na, wieviele Treffer hattet ihr?

Ein Elsässer, Olivier Andrieu, hat sich ein neues Spiel ausgedacht, googlefight (in keinem kommerziellen Zusammenhang mit der Suchmaschine!). Auf seiner Seite kann man virtuelle Kämpfe austragen, indem man in zwei Feldern jeweils einen Namen eingeben kann, die sich in Form von Strichmännchen eine Prügelei liefern. Der Sieger jubelt dann und es wird die Zahl der Treffer eingeblendet. So kann man Kämpfe inszenieren, die so nie stattfinden könnten: Wer ist der bessere Superheld – Batman oder Superman, soll ich Aspirin nehmen oder das Kopfweh aushalten? Oder auch Freizeitplanung: Kochen oder bestellen, Moselufer oder Palastgarten…der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Der Magic 8 Ball hat wohl damit ausgedient.

Wer mehr darüber wissen möchte: www.googlefight.com, oder auch SZ Magazin Nummer 17 vom 27. April.

Der E-Buch Boom in Japan

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Das Handy…unendliche Weiten…

Was kann man nicht alles damit machen…das könnte ein 10-jähriger weit besser erklären als ich: nicht einfach mehr nur telefoniern, sondern auch Musik hören, spielen, online gehen…wisst ihr wirklich alle was euer Telefon kann?

Aus Japan kommt derzeit ein neuer Trend: der Ich-lad-mir-mal-ein-Buch-aufs-Handy. Bücher sind schwer in der Tasche, man kann sie vor dem Schlafen nicht im Dunkeln lesen…also läd man es sich nun auf sein Telefon. Alleine bei der „magischen Bücherei“ Maho no Shotenkan sind 700 000 Titel abrufbar. Auch die weiter ausreifende Mobilfunktechnologie fördert diese Entwicklung: Die Displays werden größer und schärfer, es passen immer mehr Zeichen auf das Display. Mittlerweile gibt es sogar Mobilfunkromanciers, die sich in der Produktion ihrer Literatur nur auf dieses Marktsegment konzentrieren. Den Anfang machte der Schriftsteller Yoshi, der vor sechs Jahren seinen Roman als Blog veröffentlichte. Es gibt nun auch schon einen Preis für den besten Mobilfunkroman.

Ist das nun das Ende der Buchkultur oder einfach nur eine Neugeburt, da so neue Leserkreise erschlossen werden können? Wird das Buch, wie die Zeitung, ein Wegwerfprodukt, da sie am nächsten Tag schon veraltet ist?

Wer den kompletten Artikel zu diesem Thema lesen will kann dies in der SZ vom 17. April tun.

Wer sich den virtuellen Buchladen anschauen möchte kann dies unter http://4646.maho.jp

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