Alle Beiträge von FabianBehnke

Murdoch gesegnet, Zell seelig

Rupert Murdoch hat ihn endlich, seinen Segen – vom Kartellamt.
Dieses hat der Übernahme des Dow Jones Verlags durch den australischen Medienunternehmer zugestimmt.

Für schlappe 5 Milliarden Dollar geht unter anderem auch das WSJ über den Tisch.

Und auch der milliardenschwere Sam Zell ist wieder um ein neues Spielzeug in seinem Imperium reicher.

Hier wechselte für den Preis von 13 Milliarden Dollar die Tribune-Gruppe den Besitzer.

Man darf gespannt sein, ob und wie sich der Eignerwechsel – vor allem inhaltlich – auf die elf Fernsehzeitungen und 23 Fernsehsender auswirkt.

Tagesschau 

Zeit 

(CD)E-Mag

Ich bin gerade über das Welt Magazine gestolpert. Ein Paintball E-Mag der besonderen Art.

Trotz starkem haptischen Eindruck werden geschickt die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Technik eingebunden Video Audio und Flash im Magazin – not bad!
Das Ganze dann in ein Portal des jeweiligen Magazinanbieters eingebunden, wo es mit spezifischer Werbung versehen werden kann und der Anbieter im Hintergrund einben Überblick Über Nutzungsdaten erhält – I’m in love!

Inhaltlich ist es unterirdisch, selbst für Paintballzeitschriften.
Wer hier eher einsteigen will, sollte mal am gut sortierten Bahnhofskiosk nach der Facefull oder PGI umsehen, aber das nur am Rande.

Einfach mal reinklicken und dann mit den grünen Pfeilen oben links oder auch ganz intuitiv durch über die oberen Ecken der Seiten genüsslich durchblättern.
Cerosmedia nennt sich die Firma, die diese Art des E-Mags, die Ceros Digital Edition (CDE) möglich macht. Die Namen der Kunden sprechen für sich, nur findet man deren CDEs kaum auf deren Seiten.

Mal sehn, ob in einem Jahr noch ein Hahn danach kräht…Würd mich freuen.
Der deutschsprachige Raum scheint hier noch unberührt – weder Ausgaben, noch Artikel über das Format sind zu finden.

Hier habe ich noch ein weiteres Magazin ergoogelt, ein Preview für das BBC Music Magazine Wo bietet es sich mehr an, als bei einer Musikzeitschrift endlich auch mal zu hören, über was geschrieben wird?

Warum ein völlig farbloses Immobilienblatt allerdings auf diese Technik zurückgreift und dann die gegebenen Möglichkeiten nichteinmal nutzt bleibt ein Rätsel.

Schibsted – Fusionsvorhaben untersagt

Das Vorhaben des norwegischen Schibsted Konzerns drei regionale Tageszeitungen mit dem überreginal erscheinenden Blatt Aftenposten zu einer gemeinsamen Mediengruppe zu fusionieren ist untersagt worden. Mit dem wettbewerbsstrategischen Schachzug, mit dem die Gruppe einen Anteil am Zeitungsmarkt von über 40 Prozent gehabt hätte sollten vor allem ausländische Investoren abgeschreckt werden.

Quelle: Journalist 7/2007

Tagesspiegel mit neuem Onlineauftritt

Der Relaunch des Internetangebots des Tagesspiegels, Tagesspiegel.de ist seit vergangenee Woche zu bestaunen.

Die augenscheinlichste Neuerung ist das Breitbild – als erstes Newsportal. Kaum jemand nutzt heutzutage noch 800 Pixel, daher ist die Seite für eine Breite von 970 Pixeln optimiert. Zusammen mit passender Gestaltung wie zeitungstypischer Serifenschrift soll hier der „visuelle Eindruck und die Haptik des Printproduktes virtuell erlebbar“ gemacht werden – ein frommer Wunsch so weit – wie auch immer man sich soetwas konkret vorzustellen hat.
Bemerkenswert ist auch die komplette Listung der Artikel der Printausgabe – in Reihenfolge derselben. Man hat so tatsächlich ein Stück weit das Gefühl, Zeitung zu lesen – auch wenn hier das Layout hier nicht mit der Printausgabe konform geht.

Gelungen scheint der Relaunch allemal. Klar gegliedert, aufgeräumt, nicht so überladen wie andere Portalseiten, nicht zu viel Farbe – das könnte eine neue Stammseite für die morgentliche Kurzlektüre werden – oder nicht?

http://www.dwdl.de/article/news_10318,00.html

Eleganter Tagesspiegel-Online


http://innenansichten.tagesspiegel.de/?p=3
http://innenansichten.tagesspiegel.de/

Business News gibt auf

Das Gratisblatt des Holzbrink Konzerns, die „Business News“ wird in dieser Woche zum letzten Mal erscheinen. Was als Vorzeigeprojekt für eine Weiterentwicklung im Gratiszeitungssegment erst im August 2006 mit innovativ-monothematischer Ausrichtung und neuartiger Distribution direkt an Firmen in einer Auflage von 110.000 Exemplaren startete, wird nun nach nicht einmal einem Jahr wie schon viele Vorgänger wegen mangelnder Werbeeinnahmen eingestellt.
Werbekunden in Deutschland scheinen den potentiellen Wert einer Gratiszeitung noch nicht erkannt zu haben und sind nicht bereit, adäquate Preise zu zahlen. Joachim Schütz, Geschäftsführer der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) spielt den Ball allerdings an die Macher der Gratisblätter zurück und begründet die Zurückhaltung der Werbewirtschaft mit mangelnder Nachweisführung, vor allem über Reichweite und Leserschaft.
Somit bleibt die deutsche Zeitungslandschaft bis auf weiteres frei von Gratisblättern und stellt sich damit gegen einen europaweiten – wenn nicht gar weltweiten Trend, der neuen Schwung in die Zeitungslandschaft bringen könnte.
Die Website http://www.businessnews.com/ bleibt weiterhin bestehen.

via
http://www.boerse-online.de/tools/ftd/2123956.html

BDZV-Chef schlägt gegen Bürgerjournalisten aus

Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat sich anlässlich des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln gegen die Einordnung von Bürgerjournalismus als als Journalismus gewandt.
Zwar gesteht er Blogs und Wikis zu, neue Kanäle zum „Publikum“ zu schaffen, jedoch die wiederum vom „Publikum“ produzierten Inhalte seien nicht als Journalismus zu bezeichnen.

Zum eine ist es für einer Branche, die sich massiv von all dem was um sie herum in der großen weiten Welt des WWW passiert, massiv bedroht fühlt nicht verwunderlich, dass ersteinmal in alle Richtungen getreten wird, um sich vor dem großen unbekannten zu wehren.

Doch diese Phase sollte im Jahre 2007 doch nun wahrlich vorrüber sein. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass die Speerspitze der Zeitungsverleger sich noch immer nicht mit dem „Feind“ auseinandergesetzt hat? Noch in keinster Weise verstanden hat, was der große unbekannte Web 2.0 mit der Medienlandschaft so anrichtet? Anders kann man sich kaum erklären, dass munter weiter von „Publikum“ posaunt wird – jener apathischen Masse, die nur darauf wartet, dass sich journalistisches Allwissen über sie ergießt – während selbst das allerkleinste Lokalblatt die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich crossmediale Synergien jeglicher Coleur zunutze macht um mit der Entwicklung im Web 2.0 Schritt zu halten und im sich verändernden Markt zu überleben.
Und was die immer stärkere Vermischung von Redaktionellem und Werbung bei den neuen Anbietern angeht – da sollte der gute Herr Heinen doch besser vor der eigenen Tür kehren und sich mal intensiver mit dem Bild-T-Online -Angebot auseinandersetzen – wenn es nicht schon hier an mangelnder Kompetenz scheitert, die Seite aufzusuchen…

http://de.internet.com/index.php?id=2049950

Zeitungsverleger kritisieren UNO-Resolution

Die Resolution 4/9. „Combating fedamation of religions“, welche während der vierten Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats vom 12. bis zum 30. März mit 24 gegen 14 Stimmen und 9 Enthaltungen angenommen wurde stößt nach Meldung der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) bei der World Association of Newspapers (WAN), dem Weltverband der Zeitungsverleger auf heftige Kritik.

Die von Pakistan eingebrachte Resolution soll Staaten legitimieren, gegen religiöse Diskriminierung vorzugehen.
Hätte die NZZ etwas gründlicher über die PreMi der WAN hinaus recherchiert, würde bereits ohne die Resolution gelesen zu haben klar, was hinter dieser Resolution steckt. Entstanden ist die Resolution nicht alleine in Pakistan. Erarbeitet wurde sie von der Organisation der islamischen Konferenz (OIC). Die teils autoritären Mitgleidsstaaten der OIC lassen bereits erahnen, was auch die WAN in ihrer Pressemitteilung vom 24.04.2007 erwartet.
Eine Instrumentalisierung der Resolution durch autoritäre Regieme um eine Beschneidung der Meinungsfreihet gegenüber der Weltöffentlichkeit zu rechtfertigen ist der WAN nach zu befürchten.

Darüber hinaus ist die Resolution ganz klar einseitig motiviert. Während sie sich laut Pressemitteilung des Menschenrechtsrats für den Schutz aller Religionen einsetzt, wird in der Resolution selbst ausschließlich auf die Situation der Muslime eingegangen.

Grundlage hierfür sind Berichte, die sich mit der Situation von Muslimen und Arabern befassen, wie zum Beispiel das Final Communiqué der „Third Extraordinary Session of the Islamic Summit Conference“ oder der Bericht des Sonderberichterstatters des Menschenrechtsrats.

Nach einer ausgelichenden Formulierung zur Verurteilung der Verfolgung von Christen oder Ähnlichem sucht man in der Resolution vergeblich.

Wann wohl der erste Staat sich dieses neue Werkzeug der Zensur zu Nutze machen wird?

Habermas goes World Wide Web

Jürgen Habermas hat sich auf der Jahrestagung der International Communication Asociation (ICA) erstaunlich positiv über das Internet und seine Möglichkeiten in Bezug auf die Einführung deliberativer Elemente in die elektronische Kommunikation geäußert.

Habermas definiert das Wesen einer Demokratie über das deliberative Verfahren der Willensbildung.
Wie er sagte, unterscheide sich zwar die Meinungsbildung über Massenmedien grundlegend von der Face-2-Face Kommunikation, doch trotz Anonymität und Asymmetrie sei die Massenkommunikation mit dem Prinzip der Deliberation vereinbar.
Weiter könne das demokratische Potenzial einer medienvermittelten Öffentlichkeit und mit ihr das Entstehen einer wohlüberlegten öffentlichen Meinung nur ausgeschöpft werden, wenn sich die Presse für Wortmeldungen aus der Zivilgesellschaft öffne.
Hier sieht Habermas das Internet als geeignete Möglichckeit.
Die Nutzung der weltweiten Computernetze unterlauzfe nicht nur die Zensurmaßnahmen autoritärer Regime, dank Internet werden auch die „Wurzeln einer egalitären Öffentlichkeit von Autoren und Lesern reaktiviert“.

Allerdings warnt Habermas auch davor, dass die Online-Debatten der User auch die Fragmentierung des Massenpublikums in eine vielzahl schwer zu erreichender, themenspezifischer Teilöffentlichkeiten zur Folge haben könnten.

Neuer Chefredakteur bei der Berliner Zeitung

Bereits seit längerem ist bekannt, dass Uwe Vorkötter seinen Hut nehmen würde.
Grund waren differenzen um die Neuausrichtung des Blattes mit der Geschäftsführung nach der der Übernahme des Blattes durch eine Gruppe aus Finanzinvestoren um David Montgomery, gegen die sich Vorkötter öffentlich aussprach.
Vorkötter ist bereits neu untergekommen
das Tauziehen um seinen Nachfolger zwischen Redaktion und Geschäftsführung schien bisher jedoch noch offen.
Die Redaktion des Blattes befürchtet einen Qualitätsverlust zugunsten erhöhter Profite. Nach Wunsch der Besitzer soll die Gruppe 2006 einen Profit von 14,5 Millionen Euro, erwirtschaften, 2007 sollen es bereits 23,8 Millionen Euro sein.

Während die Ausarbeitung eines neuen Redaktionsstatuts mit Vetorecht seitens der Redaktion gegen einen neuen Chefredakteur noch in vollem Gange war, um der möglichen Verquickung von redaktionelen und wirtschaftlichen Interessen einen Riegel vorzuschieen, und die Redaktion mit einem Brief die Geschäftsführung davor warnte, vor der Fertigstellung des Statuts vollendete Tatsachen mit einem neuen Chefredakteur zu schaffen, wurde Montag zu bester Produktionszeit der gestrigen Ausgabe Josef Depenbrock als neuer Chefredakteur berufen.
Depenbrock ist nebenbei auch Geschäftsführer und Mitinhaber der ‚BV Deutsche Zeitungsholding‘ sowie Herausgeber des Boulevardblatts ‚Hamburger Morgenpost‘, womit die Ängste der Redaktion offenbar Gestalt annehmen.

Als Reaktion auf diese Bevormundung erschien die Berliner Zeitung
gestern als Notausgabe, da man sich angesichts der internen Geschehnisse nicht mit den üblichen Themen beschäftigen könne.
Zwar äusserte sich Depenbrok heute morgen gegenüber dem Deutschlandradio

dahingehend, vorerst keine Veränderungen vornehmen zu wollen, deutete aber gleichzeitig eine Verkleinerung der Feuilletonredaktion zugunsten des Vermischten an.
Jens Balzer, stellvertretender Leiter des Feuilletons machte daraufhin unmissverständlich klar, dass diese Strategie mit fer derzeitigen Redaktion der Berliner Zeitung nicht zu machen sei.

Somit scheinen die Fronten bereits nach kürzester Zeit verhärtet, fraglich ist, wer am längeren Hebel sitzt.
Quellen:
Deutschlandradio
Berliner Zeitung

Trierer Usability-Studie

Da lese ich doch nichtsahnend auf Onlinejournalismus.de
herum, und was entdecke ich? Einen Artikel von Peter Schumacher zu einer an der Uni Trier gelaufenen Usability-Studie.

Habe ich geschlafen? Nichtmal hier ist etwas darüber zu lesen…
Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie User auf Abweichungen vom üblichen Webseitenschema reagieren. Im Zuge immer interaktiver gestalteter Seiten ein interessantes Feld.

Das Ergebnis der Studie ist ein Leitlinienkatalog für Grafiker und Journalisten.

Alles weitere im hervorragenden Artikel von Peter Schumacher.
http://www.onlinejournalismus.de/2006/05/17/wie-user-mit-interaktiven-infografiken-umgehen/

Yahoo goes Web 2.0

Yahoo plant eine Redesign der Startseite, um sich endlich auch mit ein bisschen Web 2.0 schmücken zu können.
Ein erstes Preview ist bereits zu sehen. Auffällig ist die exzessive verwendung von
Ajax . Hierdurch soll der interaktive Charakter der Seite verstärkt werden.
Insgesamt setzt man vermehrt auf Personalisierung, Nachrichten und Community.
So werden neue Emails, Yahoo Buddies, persönlicher Wetterbericht und Verkehrsmeldungen ganz auf den jeweiligen user zugeschnitten bereits auf der Startseite präsentiert.

Ein endgültiges Veröffentlichungsdatum ist noch nicht bekannt.
Zunächst soll die Seite als Betaversion laufen, in die gegebenenfalls Änderungsvorschläge der User einfließen.

Insgesamt kein großer Wurf, aber ein weiterer Hinweis auf immer weiter gehende Personalisierung und personal preferences im WWW.
Read/WriteWeb
Interview mit mit Ash Patel (Chief Product Officer) und Tapan Bhat (VP) von Yahoo.

Zeitung mit demokratischem Element

Leser hatten bisweilen nur wenige Möglichkeiten, auf den Inhalt ihrer Tageszeitung Einfluss zu nehmen.
Doch der Leserbrief als selten zufriedenstellendes Druckablassventil, welches zudem erst dann greift, wenn Inhalte bereits erschienen sind, könnte Konkurrenz bekommen.
Der Seattle Post Intelligencer setzt in einem ersten Versuch auf ein virtuelles Editorial, welches der Leserschaft erlaubt, Themen aus einer Liste der Redaktion zu kommentieren.
Die Kommentare fließen auf direktem oder indirektem Wege in die Artikelentstehung ein.
Vor Scharlatanen soll eine Registrierung schützen.
Wer schon immer mal auf die Titelseite wollte, hat nun also die einmalige Möglichkeit.
Man darf gespannt sein, was aus dem mutigen Experiment wird.