Heidi Klum sucht das nächste Top Model…schon wieder

Ähnlich wie „Deutschland sucht den Superstar“, sucht Top Model Heidi Klum erneut nach DER angeblichen Nachfolgerin ihres Erfolgs. Allerdings stellt sich dieses Konzept (eben genauso wie bei DSDS) als einzige große Farce heraus, wenn man nur darüber nachdenkt mit was für einer aufgesetzen Ernsthaftigkeit Heidi Klum und ihre 2 Mitjuroren ihre Show promoten.

Die mitlerweile  sechste Staffel der angeblichen „Erfolgssendung“ funktioniert größtenteils nach demselben Konzept wie die vergangenen Staffeln. Im Folgenden werde ich versuchen ein paar der wichtigsten Schlüsselaspekte der Sendung aufzulisten:

– Heidi Klum ist der Star der Show und braucht deswegen für jede Staffel neue Mitjuroren, damit ihr niemand die Rolle der Führungsperson streitig machen kann (wie z.B.: Bruce Darnell, der kurzerhand von der Bildfläche der Sendung verschwand).

– Der Sinn der Sendung ist es nicht das hübscheste und begabteste Mädchen zu finden, sondern so viele Streitigkeiten wie möglich auf Film einzufangen und zu senden, um höhere Quoten zu erreichen (Vergleich: am Ende jeder Folge wird eine Vorschau für die nächste eingeblendet die stets aus Zusammenschnitten von Streitigkeiten besteht).

– Die Aufgaben für die Models sind allesamt darauf ausgelegt, Streit zwischen den Mädchen zu erzeugen (z.B.: jeweils 4 Mädchen werden zusammen in eine Telefonzelle gesperrt, wobei eine einzelne Kamera aufgestellt wird. Die Kabine dreht sich währenddessen und die Mädchen haben die Aufgabe sich „durchzusetzen“, um die beste Fotoaufnahme zu bekommen.). Ab einem Gewissen Punkt wird es sogar so weit getrieben, dass es beinahe an Psycho-Sadismus grenzt. Öfters wurden die Anwärterinnen dazu gebracht/überredet, ihre negative Meinung über andere Mädchen zu äußern. Dies soll wiederum immer mehr Streit erzeugen.

– Die Sendung läuft offiziell nach dem Prinzip, dass nur die Mädchen mit dem meisten Talent in die nächste Runde gelangen. Allerdings lässt sich schnell ein weiteres Muster erkennen: Je mehr Streit eine Kandidatin entfacht und je mehr Beschwerden und Flüche sie äußert, desto länger bleibt sie im Wettbewerb. Die Produzenten der Sendung können es sich nicht leisten diese „Quotenmagneten“ so früh aus der Show zu werfen. Anscheinend lieben es Zuschauer eher, kollektiv eine einzelne Person zu hassen als zu mögen.

– Trotz der Tatsache, dass die Sendung der Gewinnerin einen Modelvertrag verspricht, verschwinden die meisten Gewinnerinnen der letzten Staffeln nach ihrem Sieg oft von der medialen Bildfläche. So viel zum Thema „Germany’s Next Top Model“.

– Während der Zeitspanne, in der die Sendung wöchentlich jeweils eine Folge sendet, wird so viel Merchandising wie möglich betrieben: Video Spiele, Zeitschriften, Werbung für Make-Up, etc. werden produziert, geworben und verkauft, um so viel Profit aus der Staffel zu schlagen wie möglich.

– Und schlussendlich, ist es zur Tradition geworden jedes Jahr eine neue Staffel der Show zu senden.

Auch wenn „Germany’s Next Topmodel“ bei Weitem nicht die Tiefen der amerikanischen Version mit Tyra Banks erreicht, ist es trotzdem eine Sendung mit fragwürdigen Unterhaltungskonzepten und Elementen. Doch solange das Geld und die Quoten stimmen ist für die Produzenten alles im Rahmen des Akzeptablen.

print

2 Gedanken zu „Heidi Klum sucht das nächste Top Model…schon wieder

  1. Im Bezug auf die Werbetrommel, die während der Staffel kräftig gerührt wird, wäre noch der Gipfel des Unzumutbaren zu erwähnen: das Finale! Hier fällt sogar den eingefleischten Fans auf, dass der Werbeanteil übermäßig hoch ist. Werbeunterbrechungen und Produkteinblendungen wechseln sich ständig ab – zwischendurch sieht man dann tatsächlich auch etwas von der Show. Hier wäre es wirklich interessant zu messen, wie viele Minuten der Sendung aus Werbung bestehen. Wirklich spannend sind die Vorbereitungen zum Finale darüber hinaus auch nicht, da in jedem Jahr „geheime“ Listen mit angeblichen Finalistinnen auftauchen und meist im Vorfeld relativ klar ist, wer sich die Ehre im Finale geben wird.

  2. Viel störender empfinde ich, abgesehen von den oben genannten, gezielt inszenierten „Zickenkriegen“, die bewusst gewählten Kameraperspektiven und Einblendungen. Erstmalig fällt mir besonders in der diesjährigen Staffel auf, wie extrem manipulierend das ist. Sobald ein Mädchen beispielsweise stolpert, wird der Fehltritt mehrmals wiederholt, teilweise rangezoomt und in slow-motion gezeigt. Um es auf die Spitze zu treiben, werden kontextlose, vergangene Kommentare der Mädchen aufgegriffen und zusätzlich eingeblendet, was die eigentliche Situation natürlich total verzerrt. Ich denke dies fördert die Unterhaltung, macht die Sendung für mich jedoch wesentlich unglaubwürdiger und stark kommerziell. -nervig!

Kommentare sind geschlossen.