Das große Suchen hat begonnen

Was dem Verteidigungsminister Guttenberg im Moment vorgeworfen wird ist peinlich und (wenn es sich als wahr herausstellt) wirklich verwerflich: Er soll sich in seiner Doktorarbeit unter anderem bei CDU-Politikern, Wissenschaftlern, Juristen und Journalisten bedient haben – an sich nicht verwerflich, jedoch tat er dies alles, ohne anscheinend korrekt zitieren zu haben.
Verweise auf die jeweiligen Artikel sind entweder gar nicht oder unzureichend in den Fußnoten und im Literaturverzeichnis der Guttenberg-Dissertation zu finden.

Nun hat die Universität Bayreuth, bei der der CSU-Politiker seine 475 Seiten starke Doktorarbeit mit dem Titel „Verfassung und Verfassungsvertrag“ an der juristischen Fakultät 2006 einreichte, den Verteidigungsminister aufgefordert, binnen zwei Wochen zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.
Die möglichen Konsequenzen reichen von der Aufforderung, die Doktorarbeit nachzubessern, bis hin zur Aberkennung des Doktortitels.

Nun ist interessant, dass sich im Netz eine Bewegung entwickelt hat, die die Dissertation Guttenbergs genau unter die Lupe nimmt. Auf der Seite „GuttenPlag Wiki“ sammeln freiwillige Rechercheure ununterbrochen dubiose Fundstellen aus der Doktorarbeit des Verteidigungsministers. Inzwischen sollen es bereits 76 sein – das wären 16 % der Seiten in der Dissertation. Ob es sich jedoch wirklich um Textstellen ohne eindeutige Quellenverzeichnisse handelt, ist bis jetzt ungeklärt.

Quellen:

http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746251,00.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,745919,00.html

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2 Gedanken zu „Das große Suchen hat begonnen

  1. Es ist schon traurig wenn nach und nach solche Dinge ans Licht kommen. Aber andererseits denke ich, dass keiner, der politische Diskurse genauer verfolgt, noch ernsthaft an „weiße Westen“ glaubt…
    Letztendlich machen alle Menschen Fehler (ob absichtlich oder unbewusst) und jeder, der genau nachschaut, wird anderen etwas anhängen können – ob bekannten Politikern, sonstigen Promis oder anderen renommierten Persönlichkeiten. Es ist alles einfach nur eine Frage des Willens: wer suchet, der findet.

  2. Ja auch Verteidigungsminister beleiben nicht davon verschont, korrekt zu zitieren. Das er sich das in seiner beruflichen Laufbahn leistet ist absolut peinlich und dementsprechend ist es verdient wenn ihn die Presse nun in kleine Fetzten zerreißt.Nach meinem persönlcihen Empfinden erschüttert sowas immer das seriöse Bild eines so wichtigen Amtsinhabers. Ich bin gespannt wie sich das entwickeln wird, morgen findet sich es wieder ein aktuelleres Opfer der Presse.

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