„Fashion Forward“ – oder einen Schritt zu weit?

Man kann Stimmen wie kürzlich Nadja Auermann, die eine Altersbeschränkung für Catwalk-Models fordert, besser verstehen wenn man Beispiele wie dieses hier kennt:

Im Januar erschien in der französischen Vogue eine Fotoserie, „Cadeaux“, die Mädchen, ganz offensichtlich noch Kinder, in lasziven Posen zeigt, eben genau wie volljährige Models. Der Skandal ist allerdings nur der logische nächste Schritt, denn schaut man einmal genauer hin, sind die meistgebuchten Models auf den derzeitigen Fashionshows oft kaum älter als 18.

Als Beispiel hier die Karriere von Karlie Kloss, die mit 15 (!) schon als etabliertes Model galt. Dazu ein Video: http://www.youtube.com/watch?v=p5g5Hy1AHK4

In den Medien entsteht so ein völlig verzerrtes Schönheitsideal. Nicht einmal ausgewachsene Mädchen werden zum Vorbild für alle Frauen stilisiert und von der Öffentlichkeit auch als solche angenommen – da verwundert eine Fotostrecke wie „Cadeaux“ nicht mehr weiter, die „Verschiebung der Grenze zwischen Kindheit und Erwachsensein“, wie Prof. Dr. Bucher so treffend formulierte schreitet noch stärker voran.

Die Modeindustrie lebt von Extremen, da nur sie medienrelevant genug sind um als „Neuigkeit“ verkauft werden zu können, allerdings ist diese Art von Extrem ein Schritt in die falsche Richtung. Kinder und Jugendliche sollten ungestört erwachsen werden dürfen und Erwachsene sollten ihr Schönheitsideal, das aus ihren Kindern potentielle Sexualobjekte macht, überdenken.

Quellen:

http://chic-und-schlau.ch/2011/01/kinderpornografie-a-la-fashion/ (14.02.2011)

http://www.nachrichten.at/nachrichten/society/art411,554219 (14.02.2011)

http://nymag.com/fashion/models/kkloss/karliekloss/ (14.02.2011)

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4 Gedanken zu „„Fashion Forward“ – oder einen Schritt zu weit?

  1. Kindermode bzw. die Welt hinter der Mode wird immer extremer (und jünger!). Gut, Karlie Kloss ist nun kein Kind mehr, aber wie oft sieht/ hört man nun von sog. ,,Kindermodels‘‘. Was die Eltern ihren Sprösslingen damit nehmen, bemerken die meisten vor Publicitygeilheit gar nicht. Den Kindern wird eingeredet, dass das was sie machen ganz toll wäre und das es ja total Spaß macht. Den Spaßfaktor, den will ich gar nicht bestreiten, aber wenn Kinder durch ein ganzes Land kutschiert werden, damit sie sich in Designerfummel werfen könne anstatt mit Freunden zu spielen, ist ein absolutes egoistisches Verhalten von den Eltern.

  2. Zum Thema Kindermodels: Die 12 – jährige Elle Fanning, die durch Sofia Coppolas Film „Somewhere“ bekannt wurde, ist im Moment das aktuelle Gesicht der Marke „Rodarte“. Die haben wohl explizit eine Vorliebe für kleine Mädchen, denn auch die 13 – jährige Modebloggerin(!) Tavi Gevinson durfte schon eine Kampagne zieren. Der Grund für das Buchen der Kindermodel ist mir aber auch nicht klar – vermutlich hat es etwas mit der Vorliebe für die Jugend und der Suche nach Aufmerksamkeit zutun. Schließlich wird über kleine mit Klunkern besetzte Mädchen in High Heels immer geredet.

  3. Habe mir die Bilder von “Cadeaux” angesehen und finde sie ziemlich provokant. Am schlimmsten finde ich nicht dass die kleinen Mädchen mit Make up und in der erwachsenen Kleidung fotografiert werden, sonder die lasziven Posen der Kinder. Die wie so einer Art kleiner Erwachsene dargestellt werden. Das kann den Kindern bestimmt kein Spaß machen so zu posieren. Kinder sollen Kinder bleiben und auch so dargestellt werden. Auch wen der fotoshooting für Vogue war, verstehe ich nicht so ganz was sie damit erreichen wollten, es sind keine fashionfotos sonder einfach geschmacklos. Ich finde traurig das es Eltern gibt die so etwas mit Ihren Kindern erlauben, und auch das es langsam im unsere Gesellschaft zur Norm wird.

  4. Die Bilder von „Cadeaux“ finde ich auch absolut geschmacklos und unpassend aber provozieren ist ja genau das, was die Modeindustrie will um Aufmerksamkeit zu bekommen und wie wir sehen ist dies auch zur Genüge gelungen. Dass solche Mittel im Kampf um das Kaufinteresse der Kunden legitim sind, bleibt dennoch zu bezweifeln.

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