Cyber-Abwehr

Spitzel und Spione gab und gibt es ja fast überall. In der DDR gab es dafür zum Beispiel die Staatssicherheit und auch heute werden Personen rund um die Uhr überwacht.

Mit dem Aufkommen des Internets hat sich die Spionage eine ganz neue Dimension gesucht. Websites werden gehackt, Kontodaten ausgespäht, ja sogar Regierungsrechner sind Ziel der „Internet-Spione“. Und gegen solche professionellen Übergriffe helfen auch die meisten Sicherheitsprogramme nicht.

Die Bundesregierung plant noch in diesem Jahr das in Kraft treten einer sogenannten „Cyber-Abwehr“. Denn zwischen Januar und September 2010 registrierte der Verfassungsschutz ca. 1600 Angriffe auf die Rechner deutscher Behörden via Internet. Die meisten stammen aus China. Im Fokus steht wohl hauptsächlich die Industriespionage.

Das Innenministerium will mit einem „Cyber-Abwehr-Zentrum“ nun die ausländischen Übergriffe auf deutsche Rechner verhindern. Diese Einrichtung soll dann unteranderem mit dem Verfassungsschutz, BND und verschiedenen Wirtschaftsbehörden eng zusammenarbeiten. Auch die USA und Großbritannien haben ihre digitale Abwehr bereits verstärkt. Selbst die NATO hat den sogenannten „Cyber-War“ auf ihre Agenda gesetzt. Es spielen jetzt neben den militärischen Bedrohungen von Land, Luft und Wasser auch die digitalen Übergriffe eine große Rolle.

Doch kann man sich überhaupt effektiv gegen Angriffe aus dem Internet schützen? Abgesehen von dieser Frage halte ich die Idee des Innenministeriums durchaus für gut. Denn Deutschland entsehen jährlich mehrere Milliarden Euro Schaden durch Industriespionage. Allerdings ist auch die Frage berechtigt in welchem Ausmaß diese Einrichtung agiert und ob auch die einzelnen Bürger durch diese Überwachung betroffen sind, zum Beispiel in sozialen Netzwerken wie Facebook.

http://www.tagesschau.de/inland/cyberattacken102.html

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EECA3550109654698A017C57DF8943393~ATpl~Ecommon~Scontent.html

print

2 Gedanken zu „Cyber-Abwehr

  1. Man wird sich als Bürger bis zuletzt vor solchen Eingriffen seitens des Staates wehren, da der einzelne Büger den Schaden bisher nicht direkt am eigenen Leib erfahren hat. Die Angst vorm Panoptikum, wie es bei Herrn Bucher immer so schön heißt, allerdings geht um wie die Pest im Mittelalter. Niemand will bei seinen „privaten“ Streifzügen durch den Cyberspace Gevatter Staat über die Schulter gucken wissen.
    Solange die Regierung es nicht schafft, die Bürger davon zu überzeugen, dass sie mehr gewinnen, als sie durch diese Cyber-Abwehr verlieren, bestehen vielleicht Chancen, wobei jedoch viele bis zuletzt auf das Persönlichkeitsrecht beharren werden.
    Im Gegenzug kann man natürlioch fragen, wie sehr man Facebook auf die privaten Daten zugreifen lässt, ohne dass man es weiß. Nur beruhigt uns in diesem Fall vielleicht auch, dass Facebook uns dafür (noch) nichts ankreidet.

  2. Das neue Cyber-Abwehr-Zentrum wird nicht wirklich was ändern, so lange man mit Windows Betriebssystem in sicherheitsrelevanten Bereichen weiter arbeitet. Es gibt einfach ganz viele Schwachstellen und die Hacker kennen sich damit bestens aus, die werden immer ein Schriet voraus sein und weiter Spionieren.

Kommentare sind geschlossen.