Pressefoto des Jahres 2010

Das von der „World Press Photo Foundation“ prämierte beste Pressefoto des Jahres 2010 zeigt die Afghanin Bibi Aisha.
Für das Time – Magazin lichtete die südafrikanische Fotografin Jodi Bieber 2010 die 18 – jährige Afghanin ab. Bibi Aisha wurden, nachdem sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu ihrer Familie floh, auf Anweisung eines Talibangerichts von ihrem Mann Ohren und Nase abgeschnitten. Später wurde sie von Entwicklungshelfern und US-Soldaten gefunden. In den USA, wo die junge Frau heute lebt, erhielt sie psychologische Beratung und wurde durch Spenden chirurgisch behandelt.

Das Bild und die dazugehörende Geschichte ging im August vergangenen Jahres um die Welt und rückten das Thema Afghanistan wieder in den Fokus, vor allem weil die „Times“ das Bild provokativ mit dem Satz „Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen.“ betitelte.

Insgesamt zeichnete die Jury des World Press Fotowettbewerbs 56 Fotografen in neun Kategorien aus 23 Ländern aus.

Quellen:
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/vermischtes/Bibi-Aisha-Pressefoto-des-Jahres;art4304,838584

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5 Gedanken zu „Pressefoto des Jahres 2010

  1. Zuerst einmal Respekt an das junge Mädchen, dass sie sich ablichten ließ. Wenn sich mehr Frauen trauen würden mit dieses Problem in den Medien zu thematisieren, würde die Aufmerksamkeit und der Druck auf die afghanische Regierung wachsen. Das Problem ist, dass immer nur vereinzelte Frauen sich gegen diese Gesetze ( z.B das am 02.04.09 übernommene Ehegesetzt, was schiitischen Frauen vorlegt, dass sie alle 4 Tage mit ihren Männern schlafen müssen) wehren. Diese Frauen bezahlen dann oft mir ihrem Leben, oder ihrer Lebensqualität ( die ihnen durch die Verletzung genommen wird). Bestrafung dieser grausamen Taten, seitens der Männer, ist nicht vorhanden.

  2. Verdientermaßen Pressefoto des Jahres wie ich finde, es macht betroffen und gleichzeitig bewundert man den Mut des jungen Mädchens sich vor diesem Kontext fotografieren zu lassen. Teilweise sind da Bilder dabei welche zwar genau zur rechten Zeit geschossen und technisch gut gelungen sind aber rein plakativ wirklich grauenvolle Szenerien zeigen. Natürlich muss es diese Bilder geben…aber als Beste Fotos des Jahres würd ich sie nich bezeigen, eher als die traurigsten.

  3. Ich gebe mich hier weiter als Miesmacher und Medienanzweifler – Es sei mir vergönnt. Ich frage mich, ob dieses Bild nur halb so viel aussagen würde, wenn die „Times“ nicht diesen provokativen Satz darunter gelegt hätten.
    Außerdem bleibt mir zu bedenken, ob dieses Bild nicht mehr oder weniger eine Gegenleistung für die Hilfe der USA war. Wenn das Bild geschossen wurde, nachdem sie von den USA aufgenommen wurde, herrschte für sie keinerlei Gefahr und sie konnte nur gewinnen. So kann sie auf das Unrecht in ihrem Land hinweisen und hat, wenn sie klug genug ist, Anrechte auf die Einnahmen aufgrund dieses Fotos.
    Es klingt ungerechtfertigt, aber diese Faktoren muss man mit einbeziehen. Da dieses Foto ein Portrait ist, also in aller Ruhe geschossen wurde, ist die Aufmachung, der Blick, einfach alles gestellt.
    Auch wenn Konstruktivismus unumgänglich ist, kann ich nicht verstehen, wie eine so schnöde Darstellung so eine journalisitsche Anerkennung finden kann.

    Die Steine dürfen geworfen werden.

  4. Zur Entstehungsgeschichte des Bildes ist nicht viel zu finden, nur soviel: Bibi Aisha hat das Foto nicht bewusst mit der Annahme gemacht, dass sie danach auf einem so wichtigen Cover zu sehen ist. In einem interview äußerte sie mal, dass sie die „Times“ nicht kannte, bis man ihr das Cover mit ihrem Titelbild zeigte. Über die Ausmaße, die sich entwickelten, war sie sich sicher nicht bewusst.

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