Roboter im Fernsehen?

Roboter in fiktionalen Sendungen und Filmen sind nichts Neues – in Quizshows sind sie uns bis jetzt allerdings noch nicht begegnet. Ein Blick in die U.S.A. zeigt, dass sich das ändern könnte.
Unter dem Namen „Watson“ wurde von IBM ein Supercomputer eigens für die Quizshow „Jeopardy“ kreiert. Der zimmergroße Computer wird vom 14. bis 16. Februar in der Show von einem Bildschirm repräsentiert werden. Dort wird er gegen menschliche Kandidaten antreten; und zwar gegen die beiden besten der Jeopardy-Geschichte (Brad Rutter und Ken Jennings).
Das Konzept hinter „Watson“, dem die Stimme von „HAL 9000“ aus 2001 Space Odyssey verliehen wurde, ist so angelegt, dass seine Teilnahme nicht den Jeopardy-Spielregeln widerspricht; er ist nämlich nicht ans Internet angeschlossen. Stattdessen wurde er mit ca. 200 Millionen Textseiten gefüttert, die ihm auf einer 15 Terabyte großen Festplatte als Antwort-Repertoire dienen. Er ist in der Lage binnen drei Sekunden die gestellten Fragen zu analysieren, die wahrscheinlichen Antworten abzugleichen und den Buzzer zu betätigen. Dass er als Kandidat würdig ist, bewies er in einer Testrunde gegen Rutter und Jennings, die er mit Leichtigkeit gewann.

Das Bemerkenswerte an „Watson“ ist die Fähigkeit auf die Fragen, die oftmals in Umgangssprache oder mit Hilfe von Wortspielen und komplizierten Umschreibungen gestellt werden, mit dem showtypischen „Was ist ein …“ zu antworten.
Wieder ein Schritt näher zum Bestehen des Turing-Tests. Dies ist ein vom Informatiker Alan Turing vorgeschlagenes Kriterium, nachdem die Intelligenz eines Computers dann mit der eines Menschen verglichen werden kann, wenn er in einer Konversation nicht von einem menschlichen Gesprächspartner zu unterscheiden ist.

Ob in Zukunft hierzulande statt Kandidaten Roboter Quizfragen beantworten werden ist fraglich. Auch ob das Konzept in Amerika viele Zuschauer vor den Fernseher locken wird, bleibt abzuwarten. Vor einigen Jahren wäre diese Show eine Sensation gewesen; ob sich heute, in Zeiten derart weit fortgeschrittener Technik, Zuschauer von einem guten Computer bzw. „Roboter“ begeistern lassen, bleibt abzuwarten. Da Watson aber die angesprochenen Turing-Merkmale aufweist, könnte die Show trotzdem ein Erfolg werden und im Endeffekt IBM als Gewinner darstehen lassen. „Watsons“ Jeopardy-Gewinn wird zwar gemeinnützigen Zwecken gespendet, die Firma will allerdings mit „Watson“-Nachfolgern Profit machen und Hotlines, Auskunftssysteme u.Ä. verbessern.

Quellen:
http://www.fr-online.de/kultur/medien/robo-tv/-/1473342/5960846/-/index.html
http://diepresse.com/home/techscience/hightech/626962/Was-ist-ein-Supercomputer-bei-Jeopardy?_vl_backlink=/home/techscience/hightech/index.do

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Ein Gedanke zu „Roboter im Fernsehen?

  1. Eine spannende und interessante Idee, aber für mich gänzlich unverständlich wie man das „Wissen“ eines Computers mit dem eines Menschen vergleichen kann.
    Wissen sind für mich nicht nur eingespeicherte Fakten, sondern dazu gehört in einer Quizshow auch Spontanität, Raten und Aufregung. All diese Aspekte sind bei einem Roboter völlig außen vor, weshalb ich die beiden „Kandidaten“ als miteinander unvergleichbar ansehe.
    Auf Dauer uninteressant und wenig unterhaltsam, wie ich finde…

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