Karl der Große- Groß im Geschäft

King Karl for H& M, King Karl for Chanel, King Karl for… VW?
Im Zuge der neuen Sonderedition „Style“ der Modelle Polo, Golf, Golf plus und Golf variant, hat der Autokonzern Volkswagen Ende des Jahres 2010, das neue Gesicht seiner Werbekampagne vorgestellt: Karl Lagerfeld, laut Marketingleitung der „ideale Botschafter“!
Auf der einen Seite verständlich, da seine Person für guten Geschmack und modernes Design steht. Andererseits wenig überzeugend den reichen Stardesigner die Automodelle von VOLKSwagen präsentieren zu lassen. Denn soll man der Werbung glauben schenken, so fährt der erfolgreiche, modische Mann bzw. Frau von Heute mit einem Golf durch die Gegend. Eine etwas unglaubwürdige Vorstellung.
Prominente Gesichter werden mehr und mehr zur Vermarktung von Produkten genutzt. Wenn in einigen Werbungen noch ein konkreter Zusammenhang zwischen Star und Produkt besteht, so gilt immer häufiger: Promi + Produkt = Erfolg.
Anders als Bayern-Spieler, die Werbung für das Bundesligapaket von T- Home machen, hat die Deutsche Nationalmannschaft in meinen Augen relativ wenig mit dem Brotaufstrich Nutella zu tun.
Dieses Phänomen lässt sich nicht nur bei großen Konzernen wie Volkswagen, oder der Sparkasse (Joko und Klaas) beobachten, sondern auch im kleinen Stil, beispielsweise bei Lebensmittelverpackungen.
Ist unsere Gesellschaft bereits so Medien gesteuert, dass man sich beim Produktkauf nur noch durch Prominente Gesichter beeinflussen lässt, ohne den Sinn zu hinterfragen?

Quellen:
http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/tres_elegante_karl_lagerfeld_wirbt_fuer_volkswagen
http://www.horizont.net/aktuell/agenturen/pages/protected/Karl-Lagerfeld-wirbt-fuer-Volkswagen_97044.html?openbox=0

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3 Gedanken zu „Karl der Große- Groß im Geschäft

  1. Als Prominenter gehört es mittlerweile ja fast schon zum „guten Ton“ ein Werbegesicht zu sein. Wer erfolgreich ist wird von den Unternehmen gebucht und hoch bezahlt. Und das nicht, weil der Prominente sich besonders gut mit dem Produkt identifizieren kann oder vom Käufer direkt mit ihm in Verbindung gebracht wird, sondern einfach, weil Stars immer anziehen. Jeder kennt sie und schaut hin, wenn da auf einmal Karl Lagerfeld in der VW-Werbung zu sehen ist. In diesem Beispiel wird auch deutlich, dass besonders die Absurdität den Werbeerfolg ausmacht. Gerade weil niemand VW und Lagerfeld miteinander verbindet, sieht jeder hin und bewirkt somit den Erfolg dieser Werbung.

  2. Für mich besteht ein Paradoxon bei der Verbindung von Werbung und Prominenten, die offensichtlich keinen Bezug zum Produkt haben. Die interessante Frage ist, warum solche Werbespots so erfolgreich sind. Die einfache Antwort lautet: Weil Stars viele Fans haben und für diese als Vorbild agieren. Hier setzt aber für mich das Paradoxe ein: warum bewundern Menschen Prominente in derartigen Werbespots? Gerade dadurch, dass der Produktbezug fehlt, wird doch deutlich, dass der Star sein Gesicht „verkauft“ und eine Menge Geld mit dem Spot verdient. Was gibt es daran Bewundernswertes?

  3. Mit diesem Werbespot hat sich Karl wohl ein wenig verfahren. Die Werbekampagne macht den Eindruck als wäre sie eher eine Parodie Lagerfelds. Er versucht sich zwar authentisch zu geben, aber Mode und Autos? Das passt irgendwie nicht zusammen. Also verliert Lagerfeld mit diesem Spot einiges an Glaubwürdigkeit. Es liegt auf der Hand, dass er diese Kampagne weder aus Überzeugung, noch aus Identifikation mit dem Produkt macht! Kein Mensch kann sich vorstellen, wie Lagerfeld künftig mit einem Golf durch Paris zur großen Modeschau fährt…

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