Digitaler Radiergummi

Das Verbraucherschutzministerium präsentierte erstmals einen „digitalen Radiergummi“. Es handelt sich hierbei um eine Art Verfallsdatum, ursprünglich gedacht für Fotos, die überwiegend in sozialen Netzwerken hochgeladen werden.

Erreicht werden könnte das demnächst mit einer speziellen Software, der X-pire.

Nach einer bestimmten Zeit werden Fotos „unsichtbar“, indem sie einfach nicht mehr abrufbar sind. In der Theorie eine einfache, effiziente Lösung und Wahrung der Intimsphäre. Durch Verschlüsselung der Bilder über einen zentralen „Keyserver“ sind sie nur während eines bestimmten Zeitraums einzusehen. Danach wird der Schlüssel gelöscht und die Bilder verschwinden. Der Nachteil besteht allerdings in der aufwendigen Überwachung des Systems, damit kein Missbrauch betrieben werden kann. Darüber hinaus bedarf es einer gut ausgebauten Infrastruktur und nimmt zusätzlich viel Zeit in Anspruch. Außerdem, so Michael Backes, Informatiker der Universität Saarbrücken, biete die Lösung keinen Schutz gegen Screenshots während der Dauer der Sichtbarkeit.

Meine Meinung dazu ist simpel: Einerseits eine durchaus sinnvolle Innovation, die mehr Kontrolle und Selbstbestimmung bietet, andererseits birgt diese Software das Risiko, dass demnächst noch unbedachter  Fotos ins Netz gestellt werden.

 Quelle:

„Aigner präsentiert Verfallsdatum für Fotos“ (11.01.2011) in Zeit.de, http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-01/digitaler-radiergummi?page=1, 17.01.2011

„Radiergummi für Facebook-Fotos“ (12.01.2011) in sueddeutsche.de, http://www.sueddeutsche.de/W5F38j/3833203/Radiergummi-fuer-Facebook-Fotos.html, 17.01.2011

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2 Gedanken zu „Digitaler Radiergummi

  1. Die SOftware kostet für 3 Monate – 6,99 €, und bietet wie erwähnt keinen wirklichen Schutz.

    Das Thema wurde einfach gehypt ohne, dass der Nutzen wirklich sichtbar geworden ist.

  2. Die Frage stellt sich natürlich auch, wer diese Software wirklich braucht. Entweder man möchte sich im Internet selbst darstellen und veröffentlicht private Fotos, oder man lässt es eben bleiben. Wer seine Privatsphäre wahren will, sollte vorher überlegen, ob er wirklich „Partyfotos“ oder Ähnliches hochladen möchte. Denn jeder kann in der „Sichtbarkeitszeit“ auf die Bilder zugreifen (und z.B. wie erwähnt Screenshots erstellen).

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