Das Aus für Free-MTV

geschrieben von in FernsehenKommentar schreiben

Wer in Zukunft auf den Geschmack von typischen MTV Reality-Shows wie „16 & Pregnant“, „Jersey Shore“, „The real world“ oder ohrenbetäubenden Handy-Jingles kommen möchte, muss nun dafür bezahlen. Denn seit dem Jahreswechsel wird der Musiksender MTV nur noch im Pay-TV angeboten.

Mit der Änderung erhofft sich der amerikanische Mutterkonzern Viacom stabile bzw. höhere Einnahmen und die Pay-TV Anbieter einen Zuwachs an jüngeren Verbrauchern.

Da sich der Sender nun durch direkte Bezahlung finanziert, soll das Programm künftig werbefrei bleiben. Außerdem möchte MTV, der heutzutage kaum noch mit erfolgreichen Musikvideos lockt, ein wenig zu seinen Wurzeln zurückkehren und wieder mehr musikalische Formate ausstrahlen.

Um nicht ganz von der unbezahlten Bildfläche zu verschwinden, hat sich Viacom überlegt, den ehemaligen Konkurrenzkanal Viva als „Erben“ der MTV Hinterlassenschaften zu bestimmen. Dieser soll zum herrschenden Musik- und Entertainmentkanal im frei empfangbaren Fernsehen heranwachsen und als Werbekanal für das gesamte Konzernangebot dienen.

Auf Viva werden zukünftig vor allem die erfolgreichen Programme aller Sender des Viacom Imperiums laufen.

Ob gerade die jugendlichen Hauptverbraucher, die ohnehin noch nicht viel verdienen, wirklich den Entschluss fassen und für MTV bezahlen, bleibt fraglich. Jegliche Art von Musikvideos kann man heutzutage auch ganz einfach und kostenfrei per Internet ansehen.

Und schließlich bietet MTV schon lange nicht mehr das, was der Name eigentlich verspricht.

Quellen:

www.morgenpost.de/wirtschaft/ (Stand: 03.01.2011)

www.spiegel.de/kultur/tv/ (Stand: 05.10.2010)

www.news.de/medien/ (Stand: 01.01.2011)

4 Kommentare zu “Das Aus für Free-MTV”

  1. Lisbeth sagt:

    Das ist irgendwie schockierend zu hören, wenn man mit MTV als größter Musiksender groß geworden ist. Anscheinend hatte der Sender zuletzt nur noch 20.000 Zuschauer, das hätte ich nie gedacht. Ich selbst fand MTV irgendwann unattraktiv, weil nur noch Reality Shows ausgestrahlt wurden. Dennoch hätte ich nicht erwartet, dass der Sender so schlecht dasteht.

  2. s2crschm sagt:

    Die „jugendlichen Hauptverbraucher“ bezahlen ja noch nicht mal für ihre Musik, warum sollten sie also bereit sein für Musikvideos und amerikanische Reality-Shows mit Untertitel zu zahlen? Ich halte das Konzept für ziemlich fragwürdig, und auf längere Sicht wird MTV so wohl komplett aus der Fernsehlandschaft verschwinden.

  3. s2beboyy sagt:

    Auch wenn ich nie viel MTV geguckt habe, hat mir die Show „MTV Home“ doch immer gut gefallen, denn sie war, finde ich, eine der Ausnahmen im normalen MTV-Programm.
    Dass Joko und Klaas jetzt mit Sendungen auf Prosieben zu sehen sind, ist wahrscheinlich eine Reaktion darauf, dass MTV, wie wir es kennen, abgeschafft wurde.
    Trotzdem werden sie weiterhin auf VIVA mit „MTV Home“ zu sehen sein, was mich doch überrascht hat.

  4. s2manitz sagt:

    Es gab einmal den Begriff „MTV-Generation“. Nun, jede Generation macht irgendwann Platz für eine Neue und MTV oder auch Viva sind längst nicht mehr so einflussreich, wie sie noch vor Jahren waren. Ein Haufen mehr schlecht als recht produzierter Reality-Shows und immer weniger informative Musik bezogene Sendungen.
    Mir tut es um Game One leid, das weiteren Zuschauern entgeht, aber wofür gibt es Internetpräsenzen?

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO