Die Vatikanbank IOR und ihre „unheiligen“ Geschäfte

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Ettore Gotti Tedeschi ist seit letztem Jahr Chef der Vatikanbank IOR (Instituto per le Opere di Religione) und sollte eigentlich für mehr Transparenz in den eigenen Reihen sorgen. Stattdessen wird der Vatikanbank weiterhin Geldwäsche in Millionenhöhe vorgeworfen.

Aufgrund der Anschuldigungen beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft 23 Millionen Euro, welche ohne die vorgeschriebenen Angaben von italienischen Konten an zwei Banken überwiesen werden sollten.

Der Vatikan selbst wies lediglich die Vorwürfe zurück und äußerte sich überrascht zu dem Vorfall.

Schon in der Vergangenheit machte die Vatikanbank mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam.

1982 war die Bank in den Bankrott der Banco Ambrosiano, der größten Privatbank Italiens verwickelt, dessen Chef unter anderem Kontakte zu Mitgliedern der Mafia pflegte und später erhängt aufgefunden wurde. Der damalige Erzbischof und oberste Chef der Vatikanbank flüchtete daraufhin in die USA. Die Umstände und Verwicklungen auf Seiten der Vatikanbank wurden nie richtig aufgeklärt.

Zudem äußerte Papst Paul VI. einst Kritik an der Verhütung durch die Anti-Baby-Pille, obwohl die Vatikanbank lange Zeit die Mehrheit der Aktien eines Pharmaunternehmens besaß, das sich auf die Produktion von Anti-Baby- Pillen spezialisiert hatte.

Um weitere Skandale der Bank zu vermeiden, lässt Papst Benedikt XVI. eine Zentralbank gründen, welche die Finanzen des Vatikans kontrollieren und für mehr Transparenz innerhalb der Institutionen sorgen soll.

Nebenbei verfolgt er damit das Ziel, auf die weiße Liste der OECD zu kommen. Diese führt alle Länder auf, die die Einhaltung der Richtlinien zur konformen wirtschaftlichen Zusammenarbeit garantieren und so der Korruption und gerade der Geldwäsche entgegen wirken.

Quellen (29.12.2010):

www.tagesschau.de/ausland

www.spiegel-online.de/wirtschaft

www.sueddeutsche.de/

3 Kommentare zu “Die Vatikanbank IOR und ihre „unheiligen“ Geschäfte”

  1. s2daheis sagt:

    Der Vatikanstaat als Korruptionsstaat, interessante Wendung. Einst eine der stärksten weltlichen Mächte und heute wird der Vatikan in einem Atemzug mit anderen korrumpierten Ländern genannt. So kann Machtverfall also aussehen, lustige Sache.

  2. s2lahauu sagt:

    Die Vatikanbank als Geldwäscherparadies! Es scheint als seien die „Bankiers Gottes“ gerade dabei, ihrem einst unantastbar „guten“ Ruf gehörig weiter zu schaden.
    Eigentlich eine eher traurige Entwicklung, da viele Menschen der Institution Kirche ein gewisses Grundvertrauen entgegenbrachten oder noch brigen, welches nun ziemlich auf die Probe gestellt wird.

  3. s2lefrie sagt:

    Spontan fällt mir dazu der Spruch:“ Wein trinken, aber Wasser predigen ein“.Heilig nur zum Schein. Ja, in der Tat, das Vertrauen in die Kirche als wertevermittelnde (im eigentlichen Sinne) Institution ist in seinen Grundfesten erschüttert. Letztenendes erscheint das doch sehr weltlich.

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