Google.me vs Social Search

Die Gerüchteküche kocht über: Google will den sozialen Markt.
Nach einem mittlerweile gelöschten Tweet von Digg-Gründer Kevin Rose gibt es bei Google Pläne für dieses Projekt, durch das sie einen weiteren Versuch starten, in das Feld von Facebook vorzudringen.Schon zweimal hat das Unternehmen versucht ein Social Network zu etablieren. Zum einen mit Google Buzz, das Statusmeldungen nach Echtzeit – Prinzip mit Gmail Kontakten in Verbindung bringen möchte. Zum anderen mit Google Orkut als soziales Netwerk , das aber nur in Südamerika und Indien angekommen ist. Bestätigt wird diese Neuigkeit von Adam D`Angelo, Ex-Facebook CTO und Quora Gründer. Er schriebt dort, dass dieses Projekt schon lange Zeit höchste Priorität habe, dass viele Leute daran arbeiten, es demnach auf keinen Fall nur ein Gerücht sei.
Eine Kombination aus Gmail, Buzz, Google Profiles, Latitude und Picasa würde einen  Dienst schaffen, der sich an die Funktionalität Facebooks anlehnt, wobei Google die Mittel hat, diesen Dienst noch attraktiver zu machen.
Nach Martin Weigert könnte Google noch einen weiteren Trumpf ausspielen, wenn sie von Beginn an, dem Nutzer seine Datenhoheit lässt. Dazu gehört völlige Transparenz, Opt-In statt Opt-out und die Möglichkeit seine Daten zu jeder Zeit und ohne großen Aufwand transportieren bzw löschen zu können. Zudem ist Google als strukturbedingte Datenkrake bekannt. Selbst wenn sie vordergründig Transparenz zulässt, gibt es immer noch Mittel und Wege immer mehr Daten zu Konsumgruppen oder Individuen zusammenzustellen. Der Lock-In Effekt von Facebook dürfte dabei aber eine große Hürde darstellen.
Auch Facebook ist durch mediale Proteste an ihren Vormärschen in Hoheitsgebiete vorbelastet. Im Facebook-Blog rechtefertig Koordinatorin Sheryl Sandberg daher die Werbemaßnahmen und dies  auf eine plausible Art und Weise. Sie versichert dem Benutzer ein anonymes  semantisches System, das Produkte und Dienstleistungen mit dem Profil verbindet, dabei demografische Entwicklungen und gesichtlose Klickzahlen Statistiken an den Werber weitergibt.
Das ist was auch Google will, denn dieses System lokaler und konzentrierter Werbung bietet ein enormes Potential und unvorstellbare Werbeerträge. Dazu brauch man aber die „freiwillig“ preisgegebenen, weil sozialen Informationen über den Benutzer.
An anderer Stelle kristalisiert sich ein weiteres Kräftemessen zwischen David gegen Goliath heraus.
Über Facebook Connect und die Like Buttons soll ein Suchfunktion geschaffen werden, die externe Webseiten in Facebook integriert. Deren Anordnung ist durch die Häufigkeit der Likes geregelt. Social Search könnte die Produkt-und Diesntleistungssuche aber auch die Informationssuche in den verschiedensten Bereichen stark verändern.
Immer mehr zeigt sich, dass sich (vielleicht erst durch Google.me) aggregierte, gesichtlose Webidentitäten herausbilden werden, die dem Nutzer trotz erhöhter Transparnez die Datenhoheit lassen und daher angenommen werden müssen.

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Ein Gedanke zu „Google.me vs Social Search

  1. Facebook als neue Suchmaschine? Klingt durchaus interessant, denn irgendwie ist es schon relativ sinnlos, dass die Platzierung im Suchindex möglichst weit vorne weitestgehend von technischen und inhaltlichen Optimierungen des Content abhängig ist (und dementsprechend nur den Leuten möglich ist, die ausreichend Know-How besitzen).

    Würden die Seiten nicht mehr durch den Google-Algorhythmus sondern durch die Facebook-Likes indiziert wäre das entstehende Bild wohl wesentlich sinnvoller, allerdings birgt das natürlich auch die Gefahr von Manipulation.

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