Mehr Politik und Wirtschaft in den Focus

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Montag ist Focustag.

Ab morgen sehen die Fakten (Fakten,Fakten) allerdings ein bisschen anders aus, als gewohnt. Sowohl optisch als auch inhaltlich soll sich einiges getan haben. Der Charakter einer „Ratgeber-Zeitschrift“ wird abgelegt, der Focus nun vermehrt auf „härtere Themen“ (Uli Baur im Interview mit kress.de) gelegt. Es sei kein Relaunch, sondern eher eine Weiterentwicklung. Wie nötig der Focus diese sog. Weiterentwicklung hat, zeigen die stetig sinkenden (Gesamt-)Verkaufszahlen: in den letzten fünf Jahren sind diese um 23% gesunken, der 12 Monatstrend  zeigt einen Verlust von 22%. Anzeigenkunden bleiben aus und die journalistische Glaubwürdigkeit des Gründervaters Helmut Markwort hat deutliche Kratzer bekommen. Nicht zuletzt durch die „Schulschwänzer“-Debatte um Eberthard Brandt (April, 2008).

Ab September räumt der omnipräsente Markwort nun den Chefsessel und lässt frischen Wind in die Münchner Redaktionsbüros. Cicero-Gründer Wolfram Weimer, der jüngst im Hause Springer die Feder schwang soll im Duett mit Uli Baur dem Image den nötigen Mix aus Seriösität, Information und Unterhaltung geben. Neue Rubriken, wie „Dechiffriert“, „Gute Frage“ oder „Der Selbstversuch“ säumen bereits die kommende Ausgabe. Wie erfolgreich sich die Renovierung gestalten wird, zeigt sich wahrscheinlich erst nach dem „Regierungswechsel“. Häufig fällt einem ja der Riss in der Tapete nach Jahren einfach nicht mehr auf.

Quellen:

http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/102209-chefredakteur-uli-baur-ueber-den-neuen-focus-mehr-platz-fuer-harte-themen.html

http://meedia.de/typo3conf/ext/m2analyzer/analyzer/graph.php?time=10&category=3&titel=12

Ein Kommentar zu “Mehr Politik und Wirtschaft in den Focus”

  1. s2knrein sagt:

    Es ist immer wieder interessant, wenn sich Institutionen neu definieren möchten. Doch diese Art der Renovierung wirkt auf mich ein wenig wie ein Versuch der „Wiedergutmachung“. Nachdem auch der Focus selbst bemerkt hat, dass er nicht mehr den Wurzeln seiner Gründung, nämlich dem Interesse an Politik und Wirtschaft, nach geht, sondern eher als Lifestyle- Magazin betrachtet wird, versucht er das Ruder herumzureißen und umso mehr Poltik und Wirtschaft auf seine Agenda zu setzen.

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