?Von Afrika lernen?

geschrieben von in AllgemeinesKommentar schreiben

Eine ungewöhnliche ?Zeit?.

Wer das Feuilleton der letzte Ausgabe (Nr. 53) der Wochenzeitung ?Die Zeit? aufblätterte, dem begegnete ein ungewöhnliches Zusammenspiel aus Text, Bildern, und ?handgeschriebenen? Kommentaren, welches ganz unter dem Zeichen stand: ?Weihnachten in Burkina Faso?. Federführend für dieses Special war der 49-jährige Opern-, Theater-, und Filmregisseur Christoph Schlingensief (?Freakstars 3000?), dessen Intention es ist, mit den Klischees eines bemitleidenswerten Afrikas aufzuräumen und die Aufmerksamkeit auf den kulturellen Wert dieses Kontinents zu lenken. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Gerade mal drei Tage hatten er und das Team Zeit, die 12 Seiten mit Informationen, Geschichten und Texten (u.a. vom Bundespräsidenten Horst Köhler und dem Schriftsteller Henning Mankell) über ein anderes Afrika zu bestücken. Ein extrovertierter, selbstbewusster Kontinent mit einer tief verwurzelten Kultur.

Die Fotos des Feuilletons stammen, bis auf das Bild des Präsidenten auf dem Titelblatt, von einheimischen Kindern; aufgenommen mit einer einfachen Einwegkamera, die hier eine Plattform bekommen, ihren ganz persönlichen Augen-Blick der Öffentlichkeit zu präsentieren. Versehen mit Kommentaren von Schlingensief selbst.

Der Hintergrund hierfür liegt in dem von ihm initiierten Projekt: ?Eine Operndorf für Burkina Faso?. Mit dem Staatspräsidenten Burkina Fasos, dem Goethe-Institut und der Bundeskulturstiftung als Unterstützung im Rücken, will Christof Schlingensief ab Januar 2010 neben einem Opernhaus, auch eine Schule, in der 500 Kinder Platz finden, ein Theater, ein Gästehaus, Werkstätten, eine Krankenstation, Brunnen und Solaranlagen in dem westafrikanischen Staat aufbauen.

Kurz nach seiner Krebsdiagnose 2008 fasste der Aktionskünstler den Entschluss, das Projekt in die Realität umzusetzen. Nicht, so wie er sagt, aus dem ?Ich bin so toll?- Gefühl heraus, sondern für ?den Moment des Infekts?. ?Ich werde die afrikanische Stadt nicht missbrauchen, um mein eigenes Ding dort zu machen?, sagte Schlingensief dazu. ?Wir verpflanzen keine Kultur, sondern zeigen, welche kreativen Kräfte dort zuhause sind, von denen wir noch viel profitieren und auch lernen können?.

http://www.schlingensief.com

http://www.goethe.de/uun/bdu/de5438662.htm

Die Zeit (Nr. 53)

http://www.festspielhaus-afrika.com/weblog/?page_id=2

Schlagwörter: , ,

Ein Kommentar zu “?Von Afrika lernen?”

  1. s2tazimm sagt:

    Das ist ein besonders schöner Weg die Zeitung mit wertvollen Neuigkeiten zu bestücken, die auf der einen Seite positiv sind und auf der anderen Seite eine fremde Kultur näher bringen. Denn bei allem was wir aus den Medien über Afrika wissen, spielt die Negativ-Schlagzeile eine herausragende Rolle. Es wird Zeit für Positives, auch in Berichten über unser Land, nebenbei bemerkt. Denn die Volkskrankheit `Depression` kannte man z.B. in Naturvölkern gar nicht. Das haben wir dann von all dem Negativen: eine Medienrealität der Vorurteile, wir verstehen andere Kulturen nicht, genausowenig wie uns selbst und verzweifeln auf die vielfältigste Weise darüber. Also her mit den guten Nachrichten…

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO