Soacial Networks im Fadenkreuz

Spätestens seit gegen den deutschen Marktführer StudiVZ seit Februar 2008 ein Verfahren läuft herrscht in der Bevölkerung ein höheres Bewusstsein gegenüber dem Missbrauch von Daten  im Bereich Social Networking. Um den Datenschutz der User zu erhöhen, gehen Verbraucherschützer gegen eine Reihe sozialer Netzwerke wie Facebook, MySpace und Xing vor. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) leitete gegen diverse Betreiber der Internetseiten ein Unterlassungsverfahren ein, die Unterlassungserklärungen wurden den Zentralen der Anbieter am heutigen Dienstag zugeschickt.

Laut Pressemitteilung wüssten viele User oft einfach nicht, worauf sie sich mit der Zustimmung zu den Geschäfts- und Datenschutzbedingungen einließen. Die Anbieter könnten ohne Wissen der Nutzer beispielsweise Verhaltensdaten der Nutzer auswerten oder die Profildaten auch Dritten zugänglich machen. Darüber hinaus ließen sich einige Anbieter in den Geschäftsbedingungen vom Nutzer weitreichende Rechte an weiteren Inhalten wie Fotos oder Videos übertragen. Ebenso ist es den Betreibern möglich,  Inhalte einfachzu löschen oder sogar ohne Angaben von Gründen Mitglieder von ihren Netzwerken auszuschließen.

Falls die verschickten Abmahnungen keine Wirkung zeigen sollten, wolle man die Sache gerichtlich klären lassen. Neben Facebook, MySpace und Xing sind auch die Portale Lokalisten sowie Wer-kennt-Wen betroffen. Im Namen des Datenschutzes darf man also wirklich gespannt sein, welche Kreise dieser vzbz-Rundumschlag ziehen wird.

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3 Gedanken zu „Soacial Networks im Fadenkreuz

  1. Klar wird da nicht alles mit rechten Dingen ablaufen bei den Social Networks. Allerdings weiß man doch eigentlich, worauf man sich einlässt, wenn man sich anmeldet. Dann lädt man einfach keine Fotos von sich hoch und bleibt eben so anonym wie möglich. Oder man lässt es einfach ganz…

  2. Ich denke auch, man sollte, anstatt die Betreiber zu bestrafen, mehr Wert darauf legen, die User zu informieren bzw. über mögliche Risiken aufzuklären. Jeder sollte außerdem selbst Initiative zeigen, sich zu informieren, worauf er sich mit der Anmeldung bzw. Veröffentlichung privater Daten auf solchen Plattformen einlässt. Die Hemmschwelle des Users muss gehoben werden!

  3. Da kann ich mich nur anschließen. Natürlich muss auf die Einhaltung des Datenschutzes geachtet und ein Missbrauch unterbunden werden. Gleichzeitig scheinen die Netzwerke allerdings einen Wunsch nach Voyeurismus und Exhibitionismus zu befriedigen, der offenbar in vielen Nutzern geschlummert hat. Was haben die Leute früher bloß mit ihrer Zeit angefangen und warum sind nicht alle total vereinsamt und freudlos durchs Leben gegangen?

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