RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt über die Qualität des Senders

In einem Interview mit der ZEIT äußerte sich die Chefin des erfolgreichsten deutschen Privatsenders RTL unter anderem zu der Qualität des RTL-Programms. Sie sieht die Qualität des Angebots als die Stärke von RTL. Diese ergibt sich nach Schäferskordt aus der Vielfalt in der Zusammenstellung. Das Vollprogramm biete eine Fülle an Informationsformaten wie RTL-aktuell, sternTV, Explosiv, Exclusiv u.a., Sportsendungen und einer Auswahl an Unterhaltungssendungen.

Auf die Anmerkung hin, dass durch die Realiy-Sendung Super Nanny haptsächlich voyeuristische Bedürfnisse erfüllt werden, zieht Schäferskordt einen Vergleich zwischen Reality-Fernsehen und einem Straßencafé. Es sei einer von vielen menschlichen Instinkten, hinzusehen, zu vergleichen und Unterschiede herauszustellen. Auch der Einwand, dass die gezeigten Kinder nach der Ausstrahlung Probleme mit ihren Mitschülern bekommen, lässt Schäferskordt lediglich zu der Überlegung kommen, dass Grenzen gezogen werden müssen und es nicht geschmäcklerisch werden darf. Sie verweist an dieser Stelle auf die genauen Überlegungen der Redaktion und die Beratung des Senders mit Fachleuten, also eine hohe Qualität der Recherche.

Der bildungsautoritäre Aspekt, welcher bei Privatsendern wie RTL oft bemängelt wird ist für Schäferskordt nur ein Teil von Qualität. Hinzu kämen die Fertigkeiten der Fernsehproduzenten. Ebenso wichtig sei die Qualität der Lichtsetzung, der Kameraführung, der Drehbücher sowie die der Nachbearbeitung.

Die Frage nach der Qualität des Programms immerfort an das Privatfernsehen zu stellen, ist für Schäferskordt auch falsch. Zu den Sendezeiten, in welchen auch die Öffentlich-Rechtlichen Werbung zeigen dürfen, könnten sie privater nicht sein, so die RTL-Chefin.

 

Quellen:

http://www.zeit.de/2009/01/Interview-Anke-Schaeferkordt

http://www.sueddeutsche.de/653386/469/2706975/Da-wurde-viel-abgeschaut.html

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2 Gedanken zu „RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt über die Qualität des Senders

  1. Schön zu lesen, dass pünktlich zum 25. Geburtstag von RTL und somit zum Jubiläum des Privatfernsehens nicht nur die vor Eigenlob nur so strotzenden Jubiläumsfeiern auf RTL existieren, sondern es auch etwas kritischere und tiefgründigere Stücke zu lesen gibt. Übrigens widmete sich gestern abend auch das ARD-Kulturmagazin „Titel Thesen Tempramente“ diesem Thema. Den Dieter Moor und Redaktion ausgemachten Sündenfall gibt es hier (leider nur noch) nachzulesen.

  2. Es ist doch immer die gleiche Diskussion… nimmt man die öffentlich-rechtlichen als Qualitätsmaßstab, kann RTL dort natürlich nicht mithalten. Dies hängt aber widerum davon ab, wie man Qualität definiert. Für diejenigen, die allein Unterhaltung als Qualitätsaspekt sehen, ist RTL Qualitätsfernsehen. Also lasst RTL sein Eigenlob. Wem’s stinkt, der kann immernoch umschalten.

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