FC Bayern contra ?Sport Bild?

Nachdem die ?Sport Bild? Auszüge aus dem Vertrag von Bastian Schweinsteiger veröffentlich hatte, erklärte die Mannschaft in einem von allen Spielern des Vereins unterzeichneten Brief, dass sie vorerst nicht mehr mit dem Blatt zusammenarbeiten werde. Es werde keine Interviews mit Mitarbeitern der ?Sport Bild? mehr geben. Ebenso hat Trainer Jürgen Klinsmann angeordnet, dass Redakteure der Zeitung an Pressekonferenzen, an denen er persönlich teilnimmt, nicht mehr anwesend sein dürfen. Als Reaktion hat das Magazin eine Unterlassungserklärung bezüglich der Veröffentlichung von Vertragsdetails abgegeben.

Diesem Streit liegt meiner Meinung nach der Konflikt zwischen Pressefreiheit einerseits und den Interessen einer Person oder Gruppierung andererseits zugrunde.

Denn auf der einen Seite fühlen sich Personen angegriffen, es werden teilweise falsche und überzogene Berichte veröffentlicht und somit Menschen bloßgestellt oder verletzt. Viele Berichte stellen einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der betroffenen Personen dar. Haben öffentliche Personen kein Recht auf Privatleben?

Aber ist das auf der anderen Seite nicht das Los, mit dem eine Person leben muss, wenn sie in der Öffentlichkeit steht? Könnte man nicht damit argumentieren, dass Menschen wie Schweinsteiger durch ihr immenses Gehalt schließlich mehr als gut für derartige Unannehmlichkeiten entlohnt werden? Ist es also berechtigt, deswegen einzelne Blätter gänzlich zu boykottieren?

Für mich viel gravierender ist der Aspekt der Manipulation der Öffentlichkeit. Denn wird die öffentliche Meinung durch den Ausschluss einer oder mehrerer Zeitungen durch eine daraus folgende einseitige Berichterstattung nicht beeinflußt?

Für mich lassen sich diese Fragen nicht eindeutig klären. Wir befinden uns hier meiner Meinung nach in einer moralischen Grauzone.

Quellen:

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,587834,00.html

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