ARD und ZDF im Internet

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Auf einen 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag verständigten sich heute die Ministerpräsidenten der Länder. Am 18. Dezember werden sie den aufgesetzten Vertrag voraussichtlich unterzeichnen. Wenn er von den Länderparlamenten bestätigt wird, kann der Vertrag dann im Mai 2009 in Kraft treten. wesentliche Änderungspunkte:

  • Die finanzielle Obergrenze für die Internetangebote der ARD und des ZDF fällt weg (bisher waren das 0,75% ihrer Gebühreneinnahmen)
  • keine presseähnlichen Angebote von ARD und ZDF im Internet denen der Sendungsbezug fehlt
  • Unterhaltung wird als Auftrag der öffentlich-rechtlichen Programme formuliert
  • Die momentanen und künftigen Internetangebote der ARD und ZDF sollen einen sog. ?3-Stufen-Test? absolvieren (d.h. die internen Aufsichtsgremien der Sender prüfen ob Internet-Angebote dem ö.-r. Charakter gerecht werden, ob sie notwendig sind und welche finanziellen Mittel dafür aufgebracht werden müssen.)
  • Verweildauer der ö.-r. Angebote im Netz wird auf 7 Tage beschränkt ( Aktuelles im Sport nur 24 h)

Quellen:

www.tagesschau.de

http://www.faz.net > Feuilleton > Medien

http://www.rlp.de/rlp/broker.jsp?uMen=ae548eae-0433-0116-e24b-95c3899d11eb

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Ein Kommentar zu “ARD und ZDF im Internet”

  1. Britta Behrens sagt:

    Ich habe es heute Morgen im Radio auf WDR2 gehört. Ein Sender, der einen umfassenden Journalismus betreibt und zudem über ein sagenhaft gutes Webangebot verfügt, das bald ZENSIERT werden soll und alle Gesetze des Internets und seiner vielseitigen Möglichkeiten außer Kraft gesetzt werde soll für die Öffentlich Rechtlichen (ÖR) IRRSINN!

    Ich hoffe wir können was tun, wer ne Idee hat oder schon andere organisierte Gruppen kennt, bitte posten. So ein politischer Mumpitz muss gestoppt werden!!!

    Ich habe eben eine Mail an WDR 2 geschrieben:

    Heute früh um 7 Uhr hörte ich das erste Mal von der beschlossenen Änderung des Rundfunkstaatsvertrages.

    Jetzt ist es inzwischen 8:25 und ich bin immer noch auf 180 und entsetzt! Die Politik ist auf dem Holzweg und das fernab von Gut und Böse. Die Ministerpräsidenten haben mit Sicherheit gut reden, denn Ihnen bleibt ja das Deckmäntelchen, dass Ihnen das ganze ja von der EU auferlegt wurde, um den Konkurrenzkampf zwischen ÖR und der Privatwirtschaft zu drosseln.

    Die Politik führt das Webangebot der ÖR ad absurdum, wenn sie verpflichtet werden ihr Angebot Sendungsbezogen, und dann auch noch je nach Relevanz 24 Stunden oder 7 Tage online zu stellen und anschließend ins Nirvana zu schicken.

    Das nenne ich nicht einen „wesentlichen Baustein in der Modernisierung der Medienordnung“, sondern absolutes „Steinzeitdenken“ und Blockades eines konvergenten, crossmedialen Qualitätsjournalismus, der den Bürgern einen Mehrwert aufgrund des Schutzes privatwirtschaftlicher Angebote verweigert. Das Programm und Angebot wird durch die Gebühren finanziert, somit hat der Bürger auch das Recht auf eine adäquate Nutzung. Beim Fernsehen ist es zeitpunkt bezogen. Doch das Internet erlaubt es, zeitunabhängig, standortunabhängig zu agieren. Für mich bedeutet dieses Vorhaben der Politik absolute ZENSUR. Bereits produzierter Content und teuer bezahlte Lizenzgebühren werden wie Frau Piel sagte, entwertet. Es wird gefordert, dass die ÖR vernünftig und bewusst mit den Gebühren umgehen, jetzt werden sie förmlich gezwungen Gelder uneffizient zu verpulvern. Das ist lächerlich.

    Ich hoffe es gibt Möglichkeiten von Seiten der Gebührenzahler aus, gegen dieses Vorhaben kollektiv aktiv zu werden. Online Petition? Protest? Ich würde mich freuen, wenn sich WDR2 engagieren würde und etwas ins Leben ruft oder HInweise gibt, was WIR die BÜRGER tun können um diesen Unsinn zu stoppen. Denn das Webangebot des WDR, der ARD insgesamt und des ZDF mit ihrer Mediathek zeugt von zukunftsorientierten Journalismus, der das Herz eines jeden Bildungsbürgers höher schlagen lässt!

    Ohne das Angebot hätte ich meine Hauptstudiumsseminararbeit zum 11. September niemlas so ausführlich und detailiert in kürzester Zeit schreiben können, und auch die Präsentation für die Studenten konnte durch ihr Angebot Crossmedial mit Filmen, Audiobeiträgen, Bildern und Hintegrrundinformationen super aufbereitet werden.

    Mir wird echt schlecht bei diesem Thema und ich bin immer noch stocksauer!!!

    Ich könnte noch stundenlang schreiben und argumentieren gegen diesen Blödsinn…

    Allein ein Zitat vom Minitserpräsidenten Oettinger in dieser gesamten Diskussion zeugt davon, dass da Leute an Entscheidungen beteiligt sind, die keine Ahnung vom Mediensystem und Journalismus haben, als er zum Thema tagesschau im Netz sagte:“ Es dürfen nur Inhalte ins Webangebot der tagesschau aufgenommen werden, die es auch nur tatsächlich in die TAGESSCHAU im FERNSEHEN geschafft haben.“ Herr Oettinger hat scheinbar zuviel von seiner gleichnamigen Plörre getrunken….

    Danke, dass ich mir Luft machen konnte!

    liebe Grüße
    und bitte weiter so tollen umfangreichen und ausgewogenen Journalismus, der auch hinter die Kulissen guckt.

    Britta Behrens

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