Das Feuilleton der SZ – Ein Sammelsurium der merkwürdigen Überschriften

Nicht erst seit meiner Teilnahme an dem Seminar „Kulturjournalismus“ bin ich ein eifriger SZ-Feuilleton-Leser. Jeden Morgen freue ich mich schon aufs Neue auf den Kulturteil. Warum? Wegen der manchmal unsinnigen, manchmal absurden, aber auf jeden Fall „ausschneidewürdigen“ Artikelüberschriften.

Bei manchen kann der geneigte Leser nach dem Lesen des Artikels sogar einen Zusammenhang erkennen, z.B.

  • „Die unliebsamen Reflexe der Toten“ –> Hirntod/Transplantationsgesetze
  • „Ach wie gut, dass sich jetzt einigen der Magen umdreht“ –> Regierungsbildung in Nordirland
  • „Ekstatische Blaselust“ –> Besprechung eines Blasorchesterkonzerts
  • „Ein Organismus mit 40 Fingern“ –>Streichquartett

Alle Morgen wieder stelle ich mir die Frage: Wer kommt auf sowas? Finden alle das so abstrus wie ich? Oder bin ich frühmorgens nur aberwitzig? Oder sollen nicht so interessante Themen damit verkauft werden?

Also, Eyecatcher sind das allemal. Zum Lesen regen sie bestimmt auch an. Wenn man nicht wie ich nur noch auf Überschriftenjagd geht, um sie dann in mein Poesiealbum zu kleben.

Zum Schluß möchte ich euch noch einige meiner aboluten Lieblinge mit auf den Weg geben:

  • „Im Krieg gibt es keine Oliven“
  • „Fabrik der Selbstherrlichkeit“
  • „Bomben gegen Papier“
  • „Wenn Bücher rülpsen könnten“
  • „Von der Kunst in Intervallen zu pinkeln“
  • und der absolute Knaller: „Als Elvis auf dem Lokus starb, war Osama noch ein junger Mann“

Ein Hoch auf das Feuilleton!

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2 Gedanken zu „Das Feuilleton der SZ – Ein Sammelsurium der merkwürdigen Überschriften

  1. das ist doch das schöne am feuilleton! das hier auch mal kreativ gearbeitet werden kann, der autor mit assoziationen spielen kann und damit beim leser zunächst bilder, vorstellungen hervorruft, die er möglicherweise gar nicht bedacht hat, diese aber zur aktiven auseinandersetzung mit dem gelesenen animieren. meiner meinung nach könnte das noch weiter auf die spitze getrieben werden!

  2. Solche Überschriften helfen dem Leser über die verbitterten Nachrichten einer zugrunde gehenden Welt ironisch hinwegsehen zu können. Ironie ist heutzutage die einzige angenehme Möglichkeit mit den Katastophen und Gesetzlosigkeit der Gesellschaften umzugehen.

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