Medienzensur im Nahen Osten

In Dubai werden westliche Boulevardzeitungen von Hand zensiert – und zwar mit einem schwarzen Filzstift. Der Inder Premsingh Aulakh ist Vorzensierer und er markiert, was die arabische Öffentlichkeit nicht zu Gesicht bekommen darf. Nackte Brüste, Werbung für Alkohol oder Produkte aus Schweinefleisch. Auch über den Islam darf nicht kritisch berichtet werden und Artikel mit dem Thema Israel müssen sehr genau unersucht werden. Die Zensurbehörde des Informationsministeriums „National Media Council“ hat in Sachen Zensur das letzte Wort und lässt auch ganze Artikel schwärzen, wenn der Inhalt ihrer Meinung nach den Sittenkodex des Landes verletzt.
Auch das Internet wird zensiert. Geblockt werden Glücksspiel- und Sexseiten oder auch Datingportale für Homosexuelle.
Es könnte aber sein, dass der Beruf des „Filzstiftzensierers“ nicht mehr länger gebraucht wird, weil sich langsam die Selbstzensur durchsetzt. Der Axel Springer Verlag zum Beispiel druckt in der Dubai- Ausgabe der BILD die schwarzen Balken gleich mit.

Quelle: NEON Magazin Ausgabe Mai 2008

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2 Gedanken zu „Medienzensur im Nahen Osten

  1. Tja, in allem so fortschrittlich und futuristisch sein wollen aber dann noch Zensur von Hand mit schwarzem Filzstift durchführen…irgendwie schon paradox!

  2. Auf der einen Seite denke ich es ist ok, wenn Länder die einfach eine andere Moral und eine andere Kultur haben, solche Berichte oder Bilder ect. in einer derartig öffentlichen Verbreitung nicht dulden. Auf der anderen Seite finde ich, unterdrückt diese Zensur eine gewisse Freiheit der Bürger selbst zu entscheiden, ob sie eben auch solche Dinge interessieren und ob sie sich damit befassen wollen oder nicht!
    Ich bin froh in einer Gesellschaft zu leben, wo ich lesen und sehen kann was ich möchte, was aber definitiv auch negative Auswirkungen hat auf einige Menschen, die damit einfach nicht umgehen können und vielleicht auch dadurch zu Taten animiert werden, die sie sonst nicht getan hätten, aber das ist spekulativ.

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