Godtube

Wer hätte das gedacht: der christliche Glaube hat ein neues Internet-Portal.

-Nein, nicht nur eine verstaubte Seite, auf der man die Bibel und ein paar uninteressante Meinungen irgendwelcher Pfarrer oder Bekehrer lesen kann, und die eigentlich keiner wahrnimmt… Hier handelt es sich um eine Art Youtube. – Aber christlich und anständig. Da betet zum Beispiel ein vierjähriges Kind das den Hirtenpsalm vor, und ein animierter Film karikiert den Evolutionsgedanken.

Nach spiegel-online Berichten ist godtube.com „eine der am schnellsten wachsenden Webseiten der USA“, das bereits zum Launch im August 2007 1,7 Mio. Zugriffe aufzeigen konnte. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Präsidentschaftskandidaten sich diese Popularität zunutze machen und sich auf der Seite präsentieren.

Godtube soll vor allem (wer hätte das gedacht?) für jüngere User ansprechen.

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Ein Gedanke zu „Godtube

  1. Es geht auf der Seite ganz eindeutig um mehr als Youtube, es ist vielmehr die perfekte Web 2.0-Anwendung: eine Community soll sich bilden und die angebotenen Features sind ganz auf die Zielgruppe zugeschnitten mit „prayer wall“ (hätte ich ja nun eigentlich erst mal bei den Juden gesucht) und virtual bible.

    Mein Problem ist ein anderes: Die Seite will für alle Christen offen sein, gehört offiziell zu keiner christlichen Konfession/Strömung/Kirche. Mir fällt es schwer dies zu glauben, vor allem, da die evangelikalen Beiträge klar zu überwiegen scheinen (das sieht man z.B. an den Anti-Evolutionären Beiträgen). Dies mag die Realität der USA widerspiegeln, wo es viele und schnell wachsende evangelikale Gruppen gibt, ich denke deswegen aber nicht, dass es auch in Europa ein großer Erfolg werden kann. Dadurch konterkariert die Site allerdings auch ihre eigentliche Intention, denn andere Konfessionen werden sich in dieser Seite nur schwer wiederfinden und so nicht Teil der Community werden wollen. Also doch kein Portal für alle Christen, zumindest keines, dass die Ökumene anstrebt.

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass gerade die evangelikalen Strömungen schon seit langem sehr aktiv im Internet sind, um ihre Ansichten zu verbreiten und neue Technologien dafür schnell adaptieren.

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