Der Einfluss von Instagram auf Touristenströme

Wir alle kennen sie, Fotos aus aller Welt, so wunderschön, dass man sich wünscht in den nächsten Flieger zu steigen und genau diesen Ort zu besuchen. Besonders Influencer auf Instagram sorgen für den Ausbruch von Fernweh vieler Nutzer. Doch wie sieht die Realität dann wirklich aus, wenn man am vermeintlichem Traumort ankommt und nicht die erwartete Idylle vorfindet,  sondern sogar Schlange stehen muss,  für das perfekte Foto? Gegenden, die früher einmal ein wundervolles Naturschauspiel boten, werden heute teilweise von Touristen überrannt.  Die „Geheimtipp Locations“, wie sie von Influencern dargestellt werden, hat man schon lange nicht mehr für sich alleine.

„Besucher müssen in der Hochsaison bis zu vier Stunden für ihren Selfie-Moment anstehen“ (Anonymer User in Alpine Magazine)

“Es gibt viele Orte dieser Welt, die mittlerweile den Reiz verloren haben, weil sie einfach durch die modernen Medien zu präsent geworden sind.“ (Tobi Scheller, 18.12.2018 in Alpin Magazine )

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That one time I hiked Trolltunga, in Norway … ?

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Schlange stehen für das perfekte Foto an der durch Instagram bekannten Trolltunga Schlucht.

Nicht selten werden heutzutage Urlaube extra dem perfekten Ort für ein bestimmtes Foto angepasst. Es wird ganz gezielt nach einer Kulisse gesucht, wo das perfekte Instagram Bild entstehen kann. Reiseziele werden demnach nach der so genannten „Instagramability“ ausgewällt. Als Instagramability bezeichnet man die besondere Eignung eines Ortes für einen Instagram Post. Eine britische Studie des Ferienhaus-Versicherers Schofields Insurance ergab 2017, dass 40 Prozent der 18- bis 33-Jährigen ihre Reiseziele nach deren „Instagramability“ aussuchen.

Natürlich wird durch dieses Phänomen der Tourismus in so manchen Orten angekurbelt, was auch einen positiven Effekt haben kann, wenn ein Ort bekannter wird und die Einheimischen profitieren können. Leider ist dies nicht immer der Fall, denn duch den Massentourismus der entstehen kann, gibt es einige negative Effekte. Durch die Massen an Touristen kann ein Ort schnell verunstaltet werden: Müll, der liegen gelassen wird, Stau und unvorbereitete Anwohner, die ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen.

Besonders Influencer haben einen großen Einfluss auf die Folgen eines Postes aus dem Urlaub und damit eine große Verantwortung zu tragen. Es ist wichtig, dass Ihnen der Einfluss ihrer Post durchaus bewusst ist.

Was kann man dagegen tun? Vielleicht sollte man sich die Frage stellen, ob man wirklich genau denselben Ort besuchen möchte, der auf sozialen Netzwerken gehyped wird oder, ob man nicht sogar eine genau so schöne Stelle etwas außerhalb der Touristenmassen finden kann. Wenn man selbst mal einen außergewohlichen Fotospot entdeckt hat, sollte man darauf verzichten, die genaue Locatin Preis zu geben, damit dieser eine geheime Entdeckung bleiben kann.

„Ich mache es genau andersherum: Schauen was „In“ ist und dann genau diese Orte meiden.“ (Anonymer User via Voting-Tool in Alpine Magazine)

http://www.alpin.de/28936/artikel_massentourismus_durch_instagram__diskutiert_mit_.html

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/peru-der-regenbogenberg-wird-zur-neuen-touristenattraktion-a-1177168.html

https://www.pcwelt.de/a/sight-seeing-instagram-ruiniert-die-natur,3462612

https://www.focus.de/reisen/reise-news/ein-alptraum-fuer-einheimische-muell-und-touristenmassen-wie-soziale-medien-idyllische-orte-zerstoeren_id_9773320.html

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