Microsoft bläst zum Angriff auf Google

Microsoft verleibt sich den Suchmaschinen Anbieter Yahoo für den Stolzen Preis von 44,6 Milliarden Dollar ein. Microsoft bezahlt damit einen Aufschlag von 62 Prozent auf den Schlusskurs der Yahoo-Aktie vom Donnerstag. Microsoft versucht damit zum Konkurrenten Google aufzuschließen. Google hat über 50% Anteil am Suchmaschinen-Markt in den USA, während die Angebote von Yahoo und Microsoft stagnieren. In Europa ist der Anteil von Google sogar noch höher. Yahoo, in den Neunzigern Nummer eins am Markt, rutschte immer weiter in die Krise. Am Dienstag wurde der Abbau von 7% der Beschäftigten bekannt gegeben. Nun fängt Microsoft den fallenden einstigen Riesen auf und verknüpft mit der Fusion die Hoffnung, dass man den fallenden Marktanteil der eigenen Angebote aufhalten kann und dass man sich gegen Google als ernsthafte Konkurrenz behaupten kann.Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,532565,00.html  

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7 Gedanken zu „Microsoft bläst zum Angriff auf Google

  1. Zum riesengroßen Vorsprung von Google gegenüber Microsoft und Yahoo hinsichtlich des Suchmaschinen-Markt-Anteils kommt außerdem noch Vorsprung in Sachen Werbung, schon seit Google im April07 OnlineClick für 3,1 Milliarden Dollar übernommen hat. Damit entfallen 80Prozent der Online-Werbung auf Google und Partner.

  2. Ein sehr fragwürdiger Schritt.

    Microsoft fühlt sich sicherlich als Global Player und hat sich ja, nicht zuletzt durch den Einstieg bei den Videospielen und MP3-Playern, auch schon in der Vergangenheit immer mal wieder willig gezeigt, es mit den ganz großen einer Branche aufnehmen zu wollen, ob es sich aber als der richtige Schritt erweisen wird, ausgerechnet das geschäftlich arg kränkelnde Yahoo zu übernehmen ist wohl mehr als fraglich.

    Ein großer Coup auf dem Internet-Werbemarkt, der immer noch mit beachtlichen Wachstumszahlen auf sich aufmerksam macht, sieht doch eher anders aus.

    Hier hat Microsoft wohl mal wieder daran gedacht, dass man mit viel Geld auch sofort viel erreichen könne. Das sehe ich doch etwas anders. Wie man sich mit vergleichweise wenig Geld gut positioniert hat in der Tat Google wieder bewiesen, mit dem Zukauf von „OnlineClick“.

    Das ganze hat den Beigeschmack, dass MIcrosoft mal wieder nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld. Erinnert sich noch jemand an die Sache, dass das große M vor 2-3 Jahren nicht wusste, wohin mit ca 100 Milliarden Dollar (in Zahlen: 100 000 000 000) und deswegen die ganze Summe einfach an die Aktionäre ausschüttete? Bei mir wurden jedenfalls sofort wieder die Erinnerungen daran wach.

  3. Wenn der Deal von Microsoft mit Yahoo tatsächlich so über die Bühne gehen würden, dann wäre das eine der größten Firmenübernahmen in der Wirtschaftsgeschichte: bisher erzielte in der Automobilbranche die Übernahme von Chrysler durch Daimler-Benz im Jahre 1998 den Rekordpreis von rund 40,5 Milliarden Dollar. Microsoft könnte sich das andererseits auch noch locker leisten, immerhin haben die Redmonder allein im Geschäftsjahr 2007 51 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet! Bleibt nun abzuwarten, wie diese Fusion der Riesen ausgehen wird, aber Steve (Ballmer) wird das schon richten… ;o))

  4. Etwas besseres könnte Yahoo doch nicht passieren. Die Übermacht von Google lässt sich im täglichen Internetgebrauch und auch im Sprachgebrauch sehen. Man „googlet“ und nicht „yahoot“. Mit Microsoft hätte Yahoo wieder einen starken Partner der die alten Glanzzeiten wieder zurück bringen könnte. Bisherige Sanierungsstrategien waren bei Yahoo erfolglos. Also bleibt es abzuwarten wie Yahoo jetzt darauf reagieren wird.

  5. Ich finde diese Übernahme gar nicht schlecht. Schließlich ist ein absolutes Monopol nie gut. Und vielleicht schafft es Yahoo ja tatsächlich wieder annähernd konkurrenzfähig zu werden.

  6. Auf SpOn habe ich gerade gelesen, dass die Übernahme noch das kleinste Problem ist, viel schwieriger wird es anschließend sein, die zahlreichen sich überlappenden Geschäftsbereiche der beiden „ewigen Looser“ auf EINEN gemeinsamen Nenner zu bringen und gleichzeitig nicht die zahlreichen Nutzer der dann „überflüssig gewordenen“ Dienste zu verkraulen und im schlimmsten Falle zum „lachenden Dritten“ nämlich Google zu treiben… dann würde der Schuss glatt nach Hinten los gehen…

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,532729,00.html

  7. Immer wieder interessant zu sehen, wie die Zahlen doch Eindruck machen, ob an der Börse oder hier. Ich denke, wir können uns Spekulationen zur Übernahme sparen. Bleiben wir doch hübsch bescheiden und dankbar vor dem PC, den es ja übrigens laut BILD ohne ?Computer-Genie und Spenden-König? Bill Gates gar nicht gäbe (!!!…) und lassen den Super-Superreichen ihre Expansionsstrategie. Schließlich haben die auch noch persönliche Rechnungen zu begleichen und können es verständlicherweise nicht ertragen, dass es erfolgreichere Modelle im weltweiten Computer- und Internetbusiness gibt. Verständlich auch, wenn der Produzent des weltweit dominierenden Computer-Betriebssystems sich endlich aus seiner ungewohnten Defensive befreit und auch in den anderen Tech-Bereichen Software, Websuche und Online-Werbung dominieren will. Oder?
    Die Chancen scheinen kartellrechtlich gut zu stehen: dann wird der Betriebssystem-Monopolist noch ein bisschen pekuniär- und einflussreicher, und wir halt noch bisschen freiheitsärmer. Da gewöhnen wir uns schon ?kleinsanft? dran.

    http://www.manager-magazin.de/geld/marktberichte/0,2828,532711,00.html
    http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/01/24/gates/hg-wer-ist-gates,geo=3565982.html
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,532703,00.html

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