Journalist erhält Todesstrafe wegen Gotteslästerung

Wie N-TV gestern mitteilte, ist der afghanische Journalist Sajed Perwis Kambachsch vergangene Woche vor dem Senat in Kabul zum Tode verurteilt worden. Ihm wird Gotteslästerung zu Last gelegt, weil er angeblich in einem Artikel sowohl den Islam als auch den heiligen Koran verunglimpft hat. Unter anderem hatte der 23-Jährige dem islamischen Propheten Mohammed vorgeworfen, die Rechte der Frauen zu missachten. Während sich das Parlament in Kabul für die Vollstrckung der Todesstrafe ausgesprochen hat, bleibt ein winziger Hoffnungsschimmer: Präsident Hamid Karsai muss der Tötung noch zustimmen, bevor sie vollzogen werden darf.

Quelle: http://www.n-tv.de/911891.html

print

7 Gedanken zu „Journalist erhält Todesstrafe wegen Gotteslästerung

  1. Da bleibt zu hoffen dass Präsident Hamid Karsai westlich und rational genug agiert und genügend Courage besitzt um dieser Ungerechtigkeit entgegen zu wirken. Ob das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Presse sich in dieser von Konvention beherrschten Welt eine Chance hat ist zu bezweifeln.

    Leider ..

  2. Die Christen können es schwer beurteilen was den Koran und den muslimischen Glauben überhaupt angeht. Natürlich ist es nicht human die Menschen zu töten nur weil sie die Frauen verteidigen. Wegen der Gotteslästerung zum Tode zu verurteilen, ist es sehr harte Strafe. Man hört schon öfters über schreckliche Taten, die muslimische Leute machen. Zum Beispiel Frauen aus Eifersucht töten oder Bombenanschläge verüben, ist für sie keine Sünde.

  3. Nicht nur aufgrung der religiösen Einstellung,sondern auch wegen der Unkenntniss über die gesetzliche (Grund-)Lage ist es für uns schwer nachvollziehbar(die meisten von uns kennen ja nicht mal die nationale Strafgesetztlage).
    Wer sich mal die Jahresberichte von ai anschaut,wird feststellen,dass dieser Fall(vor allem in der Begründung der Gotteslästerung) nicht einzigartig ist,was natürlich eine Ungeheuerlichkeit darstellt,schon aufgrund der Tasache,dass Todesstrafe in Afghanistan wieder legitimiert wurde.

  4. Ich denke, wir können uns über diese Verurteilung kein Urteil bilden, weil in islamischen Ländern die Religion zugleich verpflichtendes Gesetz ist. Wer gegen die Regeln der Religion verstößt, muss damit rechnen, auch rechtlich verfolgt zu werden. Die Funktion der „Kirche“ wird gewissermaßen vom Staat mitübernommen. Denn wie N-TV auch gemeldet hat: „Gemäß dem islamischen Recht, auf das sich die afghanische Verfassung bezieht, ist Gotteslästerung mit dem Tode zu bestrafen.“ Allerdings ist der Begriff „Gotteslästerung“ Auslegungssache wie auch der Koran an sich vielfach missgedeutet wird.

  5. Die Verurteilung wird umso unverständlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass es sich bei Sayed Pervez Kambaksh um einen Journalismusstudenten handelt, der lediglich einen (nicht selbstverfassten) Bericht an Mitstudenten austeilte, um eine Diskussion anzuregen…

    Mittlerweile rief die Verurteilung sowohl internationale als auch nationale Proteste hervor.
    So hat z.B. die britische Zeitung „The Independent“ eine Petition ins Leben gerufen, um die Revidierung des Urteils zu erreichen.

    http://www.independent.co.uk/news/world/asia/sentenced-to-death-afghan-who-dared-to-read-about-womens-rights-775972.html

  6. immer wieder schlimm, zu lesen und sehen, wie gefährlich das leben als (nicht nur) journalist in anderen regionen der welt ist. ich bezweifle auch, dass das recht auf meinungsfreiheit und freie presse sich in dieser von konvention beherrschten welt eine chance hat. schlimm genug, muss man allerdings auch hinterfragen, ob der journalisten sich der konsequenzen bewusst war…
    man kann nur das beste für ihn hoffen.

    manchmal gehen ähnliche geschichten ja auch positiv aus:
    „Die deutschen Bands Wir sind Helden und Tomte spielten am 5. Februar 2008 im Hamburger Docks ein Benefizkonzert für die Pressefreiheit, das von Reporter ohne Grenzen unterstützt/präsentiert wurde. Anlass für das Konzert ist die Verhaftung des deutschen Filmemachers Florian Opitz und seines Kameramanns Andy Lehmann Ende September in Nigeria. Beide waren während einer Recherchereise für einen Kinodokumentarfilm am 22. September im Nigerdelta vom nigerianischen Geheimdienst verhaftet worden. Zwar durften Opitz und Lehmann nach erheblichem diplomatischem Druck Anfang November 2007 nach Deutschland ausreisen und wenig später wurde das Verfahren gegen Sie komplett eingestellt, doch sind den beiden Filmemachern 60 000 Euro Anwaltskosten entstanden. Der komplette Erlös des Benefizkonzertes kommt den Filmemachern zu.“(presseinfo ct creative talent gmbh)

  7. So viel zum Thema „Meinung- und Pressefreiheit“! Aber wie auch hier schon mehrfach festgehalten sollten wir vorsichtig mit der Beurteilung umgehen. Der Koran hat nun mal andere Wertvorstellungen und somit ist vieles für uns nicht nachvollziehbar. Aber abgesehen davon das es für den Journalisten eine wirklich harte Strafe ist sollten wir hier vor allem auch nicht ausser acht lassen, das die Todesstrafe wieder Legitimierung wurde.

Kommentare sind geschlossen.