Das Gerangel um Lehrerbewertung geht weiter

Es ist wohl eines der umstrittensten Internetthemen der letzten Wochen: Die Lehrerbewertung im Internet. Wie sat+kabel berichtet, ist die Klage einer Lehrerin gegen das Portal „spickmich“ als unzulässig abgewiesen worden.

Die Lehrerin hatte geklagt, die Bewertung verstoße gegen ihre Persönlichkeitsrechte, und die Wahrung dieser müsse ein größeres Gewicht haben als das Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Klage wurde mit der Begründung abgewiesen, dass die freie Meinungsäußerung durchaus ihre Grenzen habe, aber eben bei Beleidigungen und Schmähungen, was in diesem Fall aber nicht gegeben gewesen sei.

Nun, so der Bericht, strebe die Klägerin eine Grundsatzentscheidung vor dem BGH oder dem BVG an. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Denn so oder so, die Entscheidung wird wegweisend sein. Wer weiß, gegen welche Portale sonst noch geklagt werden kann, wenn die Lehrerin Recht bekommt? Oder andersherum: Wer kann schon sagen, welche ähnlichen Bewertungs-Portale nach einer endgültigen Ablehnung der Klage aus dem Boden schießen werden? Ich kann mir vorstellen, dass es eine Menge Leute gar nicht lustig fänden, selbst auf so einem Ranking zu stehen.

Quelle: http://www.satundkabel.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=31499&mode=thread&order=0&thold=0

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3 Gedanken zu „Das Gerangel um Lehrerbewertung geht weiter

  1. Ich wage einmal einen prophetischen Blick in die Zukunft: studivz hat die privaten Daten längst an google verkauft. Die legen eine Personen-und Werbedatenbank an, damit jeder immer schön seine Viagra-Werbung im Spamordner findet und die Industrie was zu schaffen hat. Im Gegenzug baut studivz eine Funktion „pwn me“ auf jeder Seite ein, wo andere Nutzer einen bewerten können. Am Ende eines jeden Jahres bekommt der/diejenige mit den miesesten Bewertungen den Preis des größten Loosers des Jahre und zum Dank von Dieter Bohlen die Hand geschüttelt.
    Neben diesem Zynismus ist die Quintessenz: die Entwicklung des Web 2.0 wird meiner Meinung nach zunehmend problematisch, wenn nun schon jeder öffentlich bewertet und online repräsentiert sein kann, auch wenn er das nicht wünscht. Zweifelsohne bedeutet Web 2.0 nicht nur Probleme (dieser Blog ist immerhin ein Produkt davon) und kann auch einiges schaffen, was aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Aber was es braucht sind verbindliche Richtlinien für Privatsphäre. Andererseits ist diese ja seit der glorreichen Vorratsdatenspeicherung in diesem Land sowieso nicht mehr viel Wert…

  2. Vielleicht ist der „Ranking-Charakter“ von spickmich tatsächlich zu sehr ausgeprägt. Allerdings finde ich es nicht verkehrt, wenn deutsche Lehrer, von denen meiner Meinung nach sowieso viel zu viele die Möglichkeit nutzen, sich auf ihrem Beamtenstatus auszuruhen, auf diesem Weg ein klares feetback bekommen können.

  3. Übrigens was Fans von „Ranking-Listen“ angeht: http://www.meinprof.de/.
    Hier kann man seine Dozenten bewerten…
    Vielleicht klärt der Eigenversuch bei solchen Bewertungen auch wie bedeutend so etwas ein zu schätzen ist.
    Auf diese Art und Weise kann man sich am konkreten Beispiel die jeweiligen Wirkrichtungen besser vorstellen…

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